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[Rezension] Welche Farbe hat die Angst

Buchcover Welche Farbe hat die Angst Barbara RoseWelche Farbe hat die Angst – Barbara Rose
Boje
Hardcover,
ISBN 978-3-41482409-7
270 Seiten
12,99 Euro

Worum es geht

Eigentlich hatte Katta nicht daran geglaubt, dass sie es schafft, doch eines ihrer Bilder gewinnt einen Platz in einem Malkurs bei einem ihrer Idole, dem Künstler Josef Wild. Eine ganze Woche darf sie dort Techniken lernen und ihr Talent ausarbeiten. Doch schon im Vorfeld träumt Katta von einem Mädchen und einem Wasserfall.
Im Ort des Malers angekommen erfährt die 15-Jährige, dass sich vor einiger Zeit ein Mädchen selbst ertränkt hat. Die damals Jugendliche hatte einen sehr ähnlichen Stil wie Katta, und obwohl sie nur Interesse an der Malerei haben möchte, erfährt Katta, dass es vielleicht gar kein Selbstmord war.
Dass auch noch ihr Schwarm Alex und der andere Malschüler Pascal irgendwie Neugier an dem Fall zeigen, hilft auch nicht. Nach und nach stellen die Jugendlichen fest, dass es vielleicht wirklich kein Selbstmord war – und der Mörder noch immer ganz in der Nähe ist!

Welche Farbe hat die Angst“ ist ein Jugendthriller, der ja schon durch den Titel sagt, worum es geht. Malerei und Angst sind die beiden Hauptthemen, die sehr gut ineinander verflochten werden.

Die Hauptfigur Katharina, genannt Katta, drückt in Malerei ihre Gefühle aus, und auch jedes Kapitel ist entsprechend so benannt. Das war eine schöne Idee, die dadurch alles abgerundet hat.
Die Figuren Alex, Josef, Pascal und weitere werden gut eingeführt und eingeflochten. Besonders aber durch die angenehme Schreibweise der Autorin ist das Buch sehr lesbar. Es fesselt, erzählt und zaubert Bilder vor Augen.

Da es ein Jugendbuch ist, lässt es sich sehr schnell lesen. Für die Altersklasse 11 bis 14 Jahre ist es sicher ein Abenteuer, für mich war vor allem die Aufklärung schnell offensichtlich, aber dennoch spannend zu lesen.

Ich vergebe vier von fünf Sternen für dieses Jugendbuch.

★★★★☆

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[Rezension] Die Mitte von allem

Die Mitte von allem – Anna Shinoda
Magellan Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, Juni 2015
ISBN 978-3-7348-5604-4
348 Seiten

17,95 €

Clare ist 17 Jahre alt, als ihr Bruder Luke erneut aus dem Gefängnis kommt. Seit sie ein kleines Mädchen war, ist Luke immer wieder verhaftet worden. Laut ihren Eltern war er „zur falschen Zeit am falschen Ort“. Clare glaubt fest daran, dass Luke unschuldig ist und nie etwas Böses tun könnte. Daran ändert auch eine Erinnerung an zerschlagene Scheiben und Blut nichts. Auch Clares ständiger Begleiter, ein Skelett namens Skel, kann einfach nicht bedeutet, dass Clares Familie etwas zu verbergen hat.

In diesem Sommer will die junge Frau sich für ein College entscheiden und das letzte Mal Geld am örtlichen See als Rettungsschwimmerin verdienen. Das Schwimmen brachte Luke ihr einst bei, als er noch ständig da war, um auf sie aufzupassen. Doch sowohl Lukes Rückkehr als auch die Reaktion der Kleinstadt auf Clares Bruder verhindern einen friedlichen Sommer.

Clare tut alles, um ihren Bruder nicht ins schlechte Licht zu rücken. Aber Luke scheint das nicht zu merken und zieht Clare mit auf die schiefe Bahn, scheinbar ohne sich Gedanken darüber zu machen, was er anrichtet. Irgendwann muss sie erkennen, dass ihr Bruder keinesfalls immer „zur falschen Zeit am falschen Ort“ ist, sondern ein anderer Mensch, als sie und ihre Familie es gerne hätten.

Die Mitte von allem“ ist ein Jugendbuch über eine Familie, die unbedingt ein heiles Bild vermitteln will, obwohl beileibe nicht alles in Ordnung ist.
Clare soll zum einen davor beschützt werden, dass ihr Bruder ihr schadet, zum anderen wollen ihre Eltern dem verlorenen Sohn immer wieder eine Chance geben.
Clare liebt ihren Bruder, egal wie er sich benimmt und wie sehr er immer wieder enttäuscht. Er hat Kontakt zu den falschen Leuten, betrinkt sich obwohl er nüchtern bleiben wollte und kann die Finger nicht von den Drogen lassen. Offensichtlich bestiehlt Luke seine Familie, aber Clare will es zunächst nicht wahrhaben. Die Entwicklung, die sie in der Sicht auf ihn macht, ist langsam aber erkennbar.

Anna Shinoda hat ein ernstes Thema ausgesucht und verantwortungsvoll und jugendgerecht aufgearbeitet. Der Sommer und die darauffolgende Zeit sind nicht friedlich, sondern der erste Ausblick eines Mädchens auf die Realität des Lebens.
Kurze Kapitel zeigen, was in der Vergangenheit passiert ist und warum Clare ihren Bruder eigentlich lieben könnte, denn er hat fast immer versucht, sie zu beschützen. Der Umgang mit Gewalt ist dabei ohne Schönrederei und in klarem Formen beschrieben worden. Als Clare nach und nach nicht mehr unterdrückt, wie ihr Bruder wirklich schon immer war, ist man als Leser tief ergriffen.

Anna Shinoda hat zu Recht den Preis für das Jugendbuch des Monats Juni 2015 von der Jury der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur erhalten. „Die Mitte von allem“ ist ein wichtiges Buch über Entwicklung und Zusammenhalt. Über Familienliebe, die nicht unendlich unerschütterlich ist.

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4

[Rezension] Josh & Emma 01

Josh und Emma 01 Soundtrack einer Liebe – Sina Müller
Amrûn Verlag
Taschenbuch, Oktober 2015
338 Seiten
ISBN 978-3944729657
12,90 €

Emma steckt mitten in den Abiturvorbereitungen. Bei all der Lernerei schleppt ihre Freundin Liv sie auf eine Party, bei der leider auch ihr Ex-Freund Kevin auftaucht. Kevin war immer ihr bester Freund, bis er mehr Gefühle entwickelte. Doch eine Beziehung auf Probe funktionierte nicht. Als Emma bereits von der Party stürmen will, hält der charmante Josh sie auf und bringt sie nach Hause.
Die beiden verbringen einen sehr angenehmen Abend und beim Abschied flattern bereits die Schmetterlinge. Am nächsten Tag fällt Emma aus allen Wolken, als sie entdeckt, dass Josh der Leadsänger der erfolgreichen Newcomerband Amblish ist.
Doch trotz ihrer stark unterschiedlichen Welten und Ziele verlieben sich Josh und Emma. Josh muss ständig auf Konzerte und will viel mit seiner Band erreichen, Emma dagegen darf sich nicht vom Abitur und ihren Zukunftsplänen ablenken lassen. Und obwohl Liebe rein, strahlend und stärkend sein sollte, muss das junge Paar entdecken, dass besonders die erste Liebe tiefe Risse ins Herz ziehen kann…

Josh & Emma Soundtrack einer Liebe“ ist kein buntes Buch über die erste Liebe voller Glück. Es ist eine Geschichte über zwei Teenager, die sich verlieben und bereits vom ersten Moment an wissen, dass ihre Liebe es schwer haben wird. Sie müssen sich auf vollkommen unterschiedliche Dinge konzentrieren und wollen dabei eigentlich nur einander genießen.
So kommt es, dass sie auf Hindernisse bei Absprachen und der gemeinsamen Zeit stoßen, ganz abgesehen von der Tatsache, dass Emma als mehr oder weniger offizielle Freundin von Josh von Tausenden von Fans gehasst wird.
Emma ist weder ein besonders starkes noch überdurchschnittliches Mädchen, und das macht sie für die Leser so sympathisch. Sie ist wie die normalen Abiturientinnen und hat Ziele, die sie für die erste Liebe vielleicht verwirft. Wie ihre Liebe zu Josh entflammt hat die Autorin Sina Müller so gefühlvoll eingefangen, dass man den Herzschmerz beim Lesen förmlich greifen kann.
Generell ist das ganze Buch ein Pageturner der Gefühle. Das Leben an der Seite eines Popstars kann aufregend aber auch sehr sehr aufreibend sein. Dass Josh sich sehr auf die Musik konzentriert und diese nicht nur performt, sondern auch lebt, hat die Autorin ebenfalls mit der Darstellung von Konzerten eingefangen.
So ist man am Boden zerstört, als das Buch zuende ist, aber wie auch im Prolog des Buches steht „Liebe ist grausam. Nichts bereitet einen auf die unerträglichen Schmerzen vor, die man erfährt, wenn man liebt.“

Zum Glück ist der zweite Band bereits lieferbar, denn Josh und Emma möchte man weiterhin gerne auf ihrem Weg begleiten. Volle Punktzahl für ein mitreißendes, sehr emotionales Buch über die erste Liebe.

Empfehlenswert ist auch der Buchtrailer mit Musik von „Brothers of Santa Claus“ und dem Buch-Titelsong „Brother“.

Mehr über die Autorin gibt es hier.

Kurzmitteilung
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Liebe ist keine Primzahl- Ulrike Renk

Herzklopfen und so

Klappenbroschur, April 2014

ISBN 978-3-86265345-4

312 Seiten

14,95 Euro

Es ist normaler Schulalltag und Nessie hat vor allem eins im Kopf: Jungs! Vor allem Lukas, der einfach zu süß ist!

Gemeinsam mit ihrer Freundin Kim fiebert Nessie jedem Schultag entgegen, an dem sie Lukas bewundern kann. Hin und wieder ist er auch im Jugendzentrum – doch obwohl Nessie fast 15 Jahre alt ist, lässt ihr Vater sie nur ungerne hin. Und Kims Mutter Maria ist zwar locker, aber auch teilweise etwas streng.

Als Kim ihrer besten Freundin beichtet, dass sie und ihre Mutter Geldsorgen haben, beobachtet Nessie ihren Vater ganz genau. Dieser verhält sich seit einiger Zeit auch ganz komisch.

Was schließlich ein toller Campingausflug werden soll, entpuppt sich schließlich als Qualfahrt nach Berlin. Denn Nessi hat ein Geheimnis, das sie nicht mal ihrer besten Freundin erzählt. Und als ihre Vater anfängt, sich öfter mit Maria zu treffen, droht dieses Geheimnis ans Licht zu kommen…

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Liebe ist keine Primzahl“ ist ein Jugendbuch mit einem Mädchen, das Zahlen liebt. Alles muss ausgerechnet und vor allem in Zahlen ausgedrückt werden. Wieviele Tage wohnen sie in Klefeld, wie lange hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen, etc etc. Die gesamte Geschichte wird auch aus ihrer Sicht erzählt.

Nessie ist eine typische 15-jährige, die zum ersten Mal total verliebt ist und sich langsam zu einer eigenen Persönlichkeit entwickelt. Sie möchte ihren eigenen Weg gehen und muss damit zurechtkommen.

Kim ist im Prinzip genauso, auch wenn sie kein Problem mit ihren Eltern hat. Als sie mit Nessie in einer Wohnung leben soll, fällt ihnen beiden die Decke auf den Kopf und die Freundinnen müssen damit erst zurecht kommen. Wie Ulrike Renk das alles beschrieben hat, war total fesselnd!

Insgesamt ist die Geschichte für ein jüngeres Publikum, aber ich war froh, dass die Autorin sich trotzdem auf 300 Seiten austoben durfte. Denn wenn man Nessie erst einmal kennen gelernt hat, möchte man gerne eine Weile mit ihr Zeit verbringen. Zusätzlich zum Jugendbuch kommt eine ganz besondere emotionale Schiene dazu, die einen als Leser packt und berührt. Wie Nessie und vor allem ihr Vater damit umgehen, ist heftig.

Wie nur ganz wenige andere Bücher konnte ich dieses Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Es war sehr gut geschrieben, mit einer interessanten – wenn auch in gewisser Weise so alltäglichen – Handlung und vielen schönen Momenten. Da Nessie erst 15 und nicht schon 17 ist hat sie ein anderes Happy End als die Young Adult Version, aber auch dieses hier ging richtig ans Herz.

Von mir erhält das Buch eine dicke Leseempfehlung mit fünf Sternen!

★★★★★

 

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[Rezension] Memento # 2

Die Feuerblume – Julianna Bagott
Memento # 2
Bastei Lübbe
Hardcover,  Juli 2014
ISBN 978-3-8339 0186-7
541 Seiten

16,99 €

Das Leben muss weitergehen, auch wenn die Welt im Chaos versinkt. Wir erfahren, was sich hinter dem bisher bekannten Gebiet befindet, wie es mit Pressia, Bradwell, Partridge, Lyda und dem Capitán weitergeht.
Zum einen schlägt das Kapitol aus, weil es die Opfer des Krieges irgendwie benutzen will. Zum anderen wurde den Rebellen ein heilendes Serum gegeben, aber irgendwie wissen sie noch nicht recht, was sie damit machen sollen.
Die Zeit ist also turbulent und knapp, denn viel will erledigt werden! Pressia und Bradwell forschen über die Vergangenheit und Partridge und Lyda versuchen der Zukunft auf die Schliche zu kommen…

Die Feuerblume“ ist der zweite Teil der Memento-Trilogie. Teil 1 fand ich extrem fesselnd, habe aber dennoch über ein Jahr gebraucht, bis ich endlich Teil 2 gelesen habe.
Leider habe ich dadurch nicht ganz so viel verstanden und ein paar Schwierigkeiten gehabt, in die Geschichte wieder reinzukommen.

Dennoch war der zweite Teil dann spannend, weil man sich doch reinfindet und viele Dinge passieren. Es wird viel zwischen den Figuren gewechselt, es wechseln dadurch auch oft die Schauplätze.

Mittlerweile sind auch die Hintergründe der Apokalypse bekannt, und im zweiten Teil geht es mehr darum, wie die Menschen nun grundsätzlich damit umgehen und wo sie hinwollen. Die Lage spitzt sich etwas zu, und das war ziemlich gut zu lesen.
Der Schreibstil ist packend und genau richtig, dass man das Buch besonders im letzten Drittel überhaupt nicht mehr zur Seite legen will.

Teil 3 reizt mich dennoch aktuell nicht, weil die Geschichte zwar spannend aber irgendwie so verworren war, dass ich nicht weiß, ob ich derzeit das Ende lesen möchte. Irgendwann wird es mich reizen, und ich werde den dritten Teil kaufen und lesen, aber aktuell habe ich – meiner Meinung nach – interessantere Lektüre auf dem Bücherstapel.

Fans von Dystopien und realistischen Auswirkungen (ähnlich wie in „Lost Land“) kommen hier voll auf ihre Kosten. Wenn man die Bücher mit etwas weniger Abstand liest, steigt man auch durch alle Figurenkonstellationen und Schauplätze durch.

Für dieses Buch gibt es von mir drei Sterne.

★★★
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3

[Rezension] Die Insel

Die Insel – Manuela Martini 
Band 1 von 2

Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, Februar 2014
ISBN 978-3-401-06976-0
400 Seiten

16,99 €

Alles ändert sich an ihrem 18. Geburtstag, und Hannah will nur noch weg. Nach Australien am besten, und vor allem fliehen.
Dort scheint sie sich wieder finden zu können, bis jemand ihr und ihrer Freundin Nikki einen Job auf einer Perlenfarm anbietet und die Mädchen von seltsamen Worten verfolgt werden: „Mete bab ou alatranp“.
Was geht auf der Insel vor, was verbirgt sich wirklich im Dschungel? Wem kann Hannah trauen – und wem lieber nicht?

Die Thriller von Manuela Martini haben mir bisher immer eine Gänsehaut verursacht. Ohne Außnahme! Auf „Die Insel“ habe ich mich also sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, mehr über die Worte „mete bab ou alatranp“ und Hannah zu erfahren.

Das Buch ist in drei Teile untergliedert, die der jeweiligen Situation entsprechen. Sie entsprechen auch Hannahs Stimmung und ihrem Aufenthaltsort.
Es beginnt mit düsteren Gedanken und viel Wut und Trauer. Was in Deutschland geschehen ist erfährt man erst nach und nach, Manuela Martini wirft einem die Infos nur Häppchenweise hin – wie es sich für einen guten Thriller gehört.
Von Anfang an gibt es auch ein Gänsehautgefühl im Nacken, weil alles irgendwie von einer gruseligen Stimmung überschattet wird. Irgendwas stimmt ganz und gar nicht, und Hannah merkt das auch.

Das Setting ist zunächst Sydney und dann auf der Perleninsel. Die gruselige Atmosphäre mit dem verbotenen Dschungel und dem scheinbar aktiven Vulkan macht es nicht leicht, die warme Sonne und den weißen Sandstrand ganz erst zu nehmen.

Was Hannah dann auch noch entdeckt, und dass sie irgendwie niemandem trauen kann, ist ein richtig guter Thrillerfaktor. Martini schafft es, dass man immer weiß, dass etwas nicht stimmt aber nicht genau was.

Zwischendurch gibt es ein paar Szenen, die völlig abgedreht sind. An dem Punkt war ich kurz davor, das Buch zuzuschlagen und zu sagen „das ist mir zu viel“. Aber es hat alles einen Hintergrund und eine logische Erklärung – dieses Drogenszenario ist sehr gut eingebaut und wirklich gelungen. Ich war erleichtert, als ich die Hintergründe erfahren habe.

Wie es mit Hannah, Nikki, Aiden und Kanoa weitergeht, kann man bereits in Teil 2 erfahren: Die Rache der Insel

Teil 1 bekommt von mir 4 Sterne weil ich nicht mag, wenn eine Geschichte schon so stark auf den zweiten Teil vorbereitet und man als Leser etwas frustriert über das Ende ist.

★★★★☆
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[Rezension] Numbers – Die Trilogie

Gelesen im E-Book Paket „Trilogie plus Prequel
19,99 €
1200 Seiten
ISBN  978-3-64692703-0

Kurzfazit zum E-Book-Bundle: Es ist sehr angenehm, wenn man nicht zwischen E-Books hin und herspringen muss. Beim Kindle wird einem ja auch die Prozentzahl angezeigt, sodass man ungefähr weiß, wo man sich insgesamt befindet.
Auch das Prequel als Zwischensequenz war interessant, hätte aber auch vielleicht als allererstes gepasst. Hinterher kennt man dann aber Terry und Jem schon, und weiß genau worum es geht.
Wer die Trilogie noch lesen möchte und nichts gegen E-Books hat, sollte bei diesem Bundle zuschlagen! Es ist preiswert und praktisch!
Da auch alle drei Bücher sehr spannend sind, war es doppelt praktisch, alle an einem Stück lesen zu können.

Bereits vorweg: Volle Punktzahl für die komplette Trilogie!

Numbers – Den Tod im Blick – Rachel Ward
Chicken House
E-Book, Numbers # 1

Es ist mehr ein Fluch, als eine Gabe: Jem kann in den Augen der Menschen ihr Todesdatum sehen. Seit sie weiß, was die Zahlen bedeuten, meidet sie Blick- und auch Menschenkontakt, so gut es geht. In der Schule ist sie deswegen eine Außenseiterin. Nur Spinne, ein schwarzer Jugendlicher, ist nett zu ihr, denn auch er ist ein Außenseiter. Bei ihm fühlt Jem, die ihr Mutter an die Drogen verloren hat, sich nicht allzu verloren.
Doch als eines Tages am London Eye ein Terroranschlag verübt wird, und ausgerechnet Jem und Spinne am Tatort gesichtet wurden, gerät alles außer Kontrolle. Beide Jugendliche haben Probleme mit der Polizei und müssen untertauchen. Doch Jem will nicht mit Spinne gehen – er hat nicht mehr lange zu leben!

Numbers“ ist ein Jugendroman mit starkem Fantasy-Einschlag. Jem kann Todeszahlen sehen – eine übernatürliche Fähigkeit. Sie fühlt die Zahlen nicht, sondern sieht sie klar vor Augen. Als Leser lernt man sie erst kennen, erfährt von ihrem Umfeld und ihrem „Problem“. Man lernt schnell auch Spinne kennen.

Das erste Buch wird komplett aus der Sicht von Jem erzählt, man erfährt also nur das von Terry (Spinne), was er ihr erzählt.
Dennoch ist es sehr spannend, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt – und vor allem wie sich Jem entwickelt.

Die Schreibweise ist eher einfach. Jem spricht den Leser per du („Kannst du dir vorstellen…“) direkt an und man steckt so richtig tief in ihren Gedanken. Sie erzählt es einem ganz persönlich, was die Geschichte enorm packend macht.
Dazu ist die Handlung wirklich faszinierend. Man fiebert mit Jem und Spinne mit, wobei es im ersten Buch weniger um die Zahlen geht als um die Jugendlichen. Die Zahlen sind ein Teil und führen natürlich zur Geschichte, aber es geht auch viel um die menschliche Ebene.

Das ließ sich sehr gut lesen und bis zur letzten Seite war es mitreißend.

ACHTUNG! 
Nachfolgende Inhalte beziehen sich auf Handlung in Teil 1.
ACHTUNG SPOILER!

Numbers – Den Tod vor Augen – Rachel Ward

Chicken House
E-Book, Numbers # 2

Es ist 17 Jahre her, dass Jem und Spinne aus London geflohen sind. Nun hat der sechzehnjährige Adam die Gabe seiner Mutter und lebt mit seiner Oma in Weston. Doch dort wird wegen zunehmender Überschwemmung evakuiert, also will Val wieder nach London. Als sie dort ankommen sieht Adam überall Todeszahlen: 01012028 und 02012028 und 03012028! Etwas Schreckliches wird zum Jahresanfang passieren, doch wie soll Adam die Welt retten?
In der Schule lernt er Sarah kennen, die Nacht für Nacht einen Albtraum hat: Adam entführt ihr Baby und bringt es in die Flammen! Am 1. Januar wird es geschehen, doch als Sarah und Adam sich näher kennen lernen, wollen sie weder glauben noch verstehen, warum ein solches Unglück passieren wird…

Zum zweiten Teil wird die Schreibweise etwas anders. Die Perspektiven wechseln zwischen Adam und Sarah. Adam ist seiner Mutter sehr ähnlich, vor allem im Ausdruck. Sarah dagegen ist etwas weiblicher und ruhiger. Durch ihre Schwangerschaft ist sie auch besonders empfindlich.
Diese Art zu schreiben fand ich interessant, auch der ständige Wechsel.

Ganz ähnlich wie der erste Band ist der zweite Teil von Rachel Ward wahnsinnig spannend. Man weiß, dass eine Katastrophe passiert, auch wann – aber nicht genau wie. Adam leidet sehr unter den Vorahnungen, in der Hinsicht unterscheidet er sich von seiner Mutter. Rachel Ward schafft es, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.
Der zweite Teil schlug den ersten um Längen, fand ich. Es ging um die Zahlen und die Katastrophe, weniger um die Menschen. Ich war wahnsinnig neugierig auf den Abschlussteil.

Numbers – Den Tod im Griff – Rachel Ward
Chicken House
E-Book, Numbers # 3

Sie sind gerade so aus London entkommen, doch nun immer auf der Flucht. Adam, Sarah, Mia und Sarahs Brüder sind als kleine Familie unterwegs, mit noch mehr Nachwuchs unterwegs.
In einem kleinen Waldlager wollen sie überwintern, doch jemand von der Regierung ist hinter Adam her.
Zunächst will Adam nicht mit, doch scheinbar wollen sie seine Gabe um jeden Preis nutzen. Zunächst für das Gute, doch was Adam und Sarah entdecken, ist alles andere als gut…

Im dritten Band, der nicht lange nach Band 2 spielt, kennt man Adam und Sarah schon besser und kann sich gut in sie hineinversetzen.
Den Zahlenswitch und alles, was damit zu tun hat, fand ich teilweise etwas heftig. Aber es passte auch wieder zu der teilweise übernatürlichen Geschichte und war damit nicht verkehrt.
Auch hier wechselt die Perspektive zwischen Adam und Sarah, wodurch man viel mehr mitbekommt. Sarah erzählt besonders viel über Mia, was auch sehr interessant war.

Der Abschluss der Trilogie war nicht ganz so spannend wie Teil 2, aber auch nicht sehr viel weniger. Das Ende hat es wieder in sich und packt einen gehörig. Diese Geschichte zur Seite zu legen ist nicht empfehlenswert und bekommt von mir eine dicke Empfehlung!