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Wer zusammenhält ist weniger allein – Northrup / Schwartz / Witte
GoldmannTaschenbuch, Juli 2014
ISBN 9783-442-174454
352 Seiten
8,99 Euro

Bücher mit Statistiken oder so finde ich meist nicht so spannend, es sei denn, es sind lustige Bilder drin. In diesem Buch gibt es tatsächlich Bilder, allerdings sind die zusammengefassten Statistiken doch tatsächlich sehr interessant.

In drei großen Abschnitten stellen die Autoren Themen zur Liebe vor. Es geht um das Kennen lernen, die frische Phase und die langen Beziehungen, Glück, Freude, Streit, Sex und Probleme.
Jedes Kapitel hat dabei einen großen Statistikteil und verschiedene Zitate von Teilnehmern der Studie. Zum Schluss kommen Übungen für das eigene Pärchenleben.

Der Grundgedanke dieses Buches ist es, zu schauen warum glückliche Pärchen glücklich sind, und wie man selbst auch glücklicher werden kann. Tatsächlich habe ich am Anfang mit meinem Mann ein paar Übungen gemacht (zur Kommunikation, Sprache und auch zu Problemen). Grundsätzlich aber denke ich, führe ich eine sehr gute, gesunde Beziehung. Es ist natürlich auch mal schön, so etwas von einem Buch bestätigt zu bekommen.

Was mir in diesem Buch gefehlt hat waren die deutschen Statistiken. Da die Studie in Amerika und nur wenigen europäischen Ländern durchgeführt wurde, können sich die Autoren natürlich nur darauf beziehen. Das macht den Gesamteindruck des Buches aber nicht geringer, denn insgesamt kann ich diesem Buch nur volle Punktzahl geben. Es ist kein Buch für einen Abend, ich habe insgesamt knapp ein Jahr daran gelesen – aber es lohnt sich, weil man so auch mit dem Partner über bestimmte Dinge sprechen kann, und sich – sofern  notwendig – in der Beziehung vielleicht etwas ändern kann.

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[Rezension] Papa kann auch stillen

Papa kann auch stillen – Stefanie Lohaus / Tobias Scholz
Goldmann
Klappenbroschur, Februar 2015
ISBN 978-3-44215831-7
224 Seiten
8,99 Euro

Spätestens wenn die Frau schwanger ist kommt die Frage „Wer bleibt zuhause?“. Die meisten Paare allerdings stellen sich diese Frage nicht sehr ausführlich, sondern die Frau entscheidet, zu Hause zu bleiben. Und der Mann arbeitet weiter, meist sogar mehr als vorher.

Warum das so ist und dass es auch anders geht haben Stefanie Lohaus und Tobias Scholz jetzt auf 224 Seiten analysiert und vorgestellt.
Zunächst erzählen sie, wie alles angefangen hat und zeigen dann abwechselnd, warum es bei ihnen anders läuft.

Denn Stefanie und Tobias haben sich entschieden, alles 50/50 zu machen. Von Anfang an. Das bedeutet, dass beide ungefähr gleich lange zu Hause sind nach der Geburt (nacheinander) und dass beide danach auch wieder etwa gleich viel arbeiten.
Alles wird geteilt, die Erziehung, der Spaß, der Haushalt. Es wird strikt vor- und durchgeplant, und dennoch ist genug Raum zur Entwicklung. Sogar das Geld wird geteilt, sowohl der Geldeingang als auch Ausgang, und hin und wieder wird alles neu in Frage gestellt, denn das System kann nur funktionieren, wenn beide es verstehen und wollen.

Als Frau muss man heute ernsthaft überlegen, wie lange man in Elternzeit gehen will. Wir haben zwar einen Anspruch auf einen Job, aber nicht unbegrenzt auf denselben, den wir vor der Geburt ausgeübt haben. Viele Frauen gehen dann in sehr viel niedrigere Positionen als vorher zurück, weil sie entweder starkt reduziert arbeiten oder zu lange aus dem Job waren und einfach nicht mehr so qualifiziert sind.
Mit Einführung des Elterngeldes und damit bezahlter Elternzeit von 14 Monaten für beide Eltern (einer darf max. 12 Monate nehmen) hat sich die Situation für viele Väter verändert. Denn während teilweise das Einkommen durch eine Elternzeit beim Vater fast vollständig ausfiel kann es so zumindest mit 67% des Nettogehalts etwas aufgefangen werden.
Stefanie erzählt vor allem von der Situation, der man als Mutter begegnen muss, wenn man nciht so lange zuhause ist. Sie ist ständig auf Unverständnis gestoßen (genauso wie Frauen, die nicht stillen oder zu lange stillen…) und musste sich häufig rechtfertigen. Ihre Kapitel sind etwas weniger emotional geschrieben und die Texte zitieren oft andere Artikel – man merkt, dass sie Journalistin ist bzw. journalistisch arbeitet.

Tobias schreibt vor allem über seine Erfahrung als Vater und als Vater in Elternzeit. Auch er zieht Studien und Artikel heran, berichtet aber etwas subjektiver.
Beide Sichtweisen sind sehr angenehm zu lesen und vor allem informativ. Das Paar hat viele Gespräche mit anderen Paaren geführt, sodass man auch viele andere Meinungen über 50/50 hört. Und besonders hat mir gefallen, dass sie ihren Weg keineswegs für den einzig wahren halten, sondern vor allem eine Idee in den Raum werfen wollen.
Da Stefanie und Tobias auch sehr günstige Jobs haben, eignet sich ihr Modell natürlich sehr gut, andere etwas „unentbehrlichere“ Jobs (mein Freund macht zum Beispiel Telefonsupport und wenn er ausfällt, fällt eine ganze Leitung damit aus, was sehr ärgerlich ist) müssen da andere Lösungen finden.

Dennoch kann ich dieses Buch uneingeschränkt zur Information und heiteren Lektüre empfehlen. Es bekommt von mir fünf Sterne.

★★★★★

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[Rezension] Kaffeeklatsch mit Goldfisch

Kaffeeklatsch mit Goldfisch – Martha Sophie Marcus

Goldmann Verlag

Taschenbuch, Februar 2015

ISBN: 978-3-44248105-7

320 Seiten

8,99 €

Es bahnt sich etwas Großes an, nicht nur in der Natur. Antonia und ihr Mann Monty leben sich langsam auseinander, Helen und ihr Mann Tom leugnen die Wahrheit, Petra möchte eigentlich nur einmal keine Sorgen haben und Carolin kann die Liebe nicht aus ihrem Kopf verbannen. Sie alle haben genug mit sich zu tun, als die Elbe über die Ufer tritt und das kleine Örtchen Jeetzeburg teilweise überschwemmt. Doch als die Nachbarin Frau Lilienthal dabei in Not gerät, packen alle mit an.

Und umschwemmt von Wasser merken die Frauen, dass man manchmal die Sichtweise ändern muss, um jemanden zu verstehen…

Kaffeeklatsch mit Goldfisch“ klingt nach einem leichten Unterhaltungsroman. Doch die erste Hälfte des Buches ist bedrückend und voller Probleme.

Man lernt jede Frau aus ihrer Perspektive kennen und erfährt die Details ihrer Probleme. Manchmal wollte ich dabei ins Buch springen und die Frauen schütteln, weil sie so festgefahren waren!

Antonia ist gefangen zwischen Karriere und Familie und ich habe gut verstanden, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte. Scheinbar hat sie sich aber überhaupt nicht mit Teenagern auseinandergesetzt, weil die Anti-Haltung ihrer älteren Tochter ihr wie ein Weltuntergang vorkam. Dass sie das aber auch nicht mit ihrem Mann besprechen konnte, war dann doppelt schlecht, weil sie jemanden an ihrer Seite gebraucht hatte.

Über Helen, Petra und Carolin erfährt man nicht ganz so viel, bei ihnen ist aber auch nicht so viel passiert. Mit Antonia bin ich besonders warm geworden.

Teilweise fehlte etwas der Hintergrund, das Buch hätte also etwas länger sein können und auch gut noch zwei Monate früher beginnen können. Aber so war es zeitgleich mit dem Uferübertritt der Elbe war es auch spannend.

Der zweite Teil des Buches ist dann mehr über das Gespräch unter Frauen, und das war nach der schweren, deprimierenden Vorlaufphase erleichternd und sehr gut und schnell zu lesen.

Dieser Roman über fünf ganz unterschiedliche Frauen, die lernen können, sich helfen zu lassen, war wirklich lesenswert und erhält von mir fünf Sterne.

★★★★★

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100 Bücher, die die Welt noch braucht – Biller/ Bremermann/ Voigts
Goldmann Verlag
Klappenbroschur, November 2014
224 Seiten
ISBN: 978-3-44215823-2

9,99 € 

Einmal ein Buch nur nach dem Cover kaufen. Einmal über einen Buchtitel lachen und dann das Buch beiseite legen!

Das ist mit dem Sammelband „100 Bücher, die die Welt noch braucht“ von den Autoren  Hans-Christian Biller, Sabine Bremermann und Lars-Christopher Voigts möglich!

Unterhaltsame Kategorien wie zum Beispiel „Bücher für sehr kurze Autofahrten, zum Beispiel zum Briefkasten“ oder „Bücher für die Hochzeitsnacht“ zeigen Cover und den Klappentext von Büchern, die eigentlich kein Mensch braucht.

Man merkt, wie viel Liebe zum Detail und Wortwitz bei den Covern, Titeln und Leserstimmen hineingegeben wurde.

Mein absoluter Favourit: „Br-Br-Br-Br-Br – Reiten für Stotterer“.

Dieses Buch ist also nichts zum reinen Weglesen sondern ein guter Begleiter für eine kurze Lektüre vor dem Arztbesuch, vor dem Scheidungsanwalt oder der Entbindung, oder wann man sonst kurz etwas zu lachen braucht.

Volle Punktzahl für eine Sammlung von Büchern, die bestimmt echte Kassenschlager würden.

★★★★★

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Das Lied der Hoffnung – Linda Holemann
Goldmann
Taschenbuch, Dezember 2013
608 Seiten
ISBN 978-3-44247510-0

9,99 € 

Es ist kalt und verschneit draußen, als im April 1861 die Gräfin Antonia ihren Mann und ihren Sohn zu einem Ausritt fortlässt.
Als Graf Konstantin mit einer Wunde und ohne das Kind zurückkehrt, ist nichts mehr wie vorher. Antonia hat schon länger gerne tief ins Glas geschaut und kann den Schmerz über den Verlust des Sohnes nicht ertragen. Angeblich wurde er von Kosaken entführt.
Konstantin vergräbt sich in seinem Zimmer und lässt auch niemanden an seine Wunde. Antonia muss zunehmend selber für Ordnung sorgen und sucht Hilfe bei ihrem Gutsverwalter Grischa.
Doch der Grafensohn Mischa ist gar nicht so weit weg wie sie glauben…

„Das Lied der Hoffnung“ ist ein Roman, wie ich ihn gerne mag. Ohne zu viele politische Ränke aber mit historischem Hintergrund und einer schöne Geschichte aber ohne zu viel Liebesschmalz.

Die Handlung steigt sofort ein, als Mischa entführt wird. Man wird kurz in die Begebenheiten eingeführt, aber erfährt nicht sehr viel über die Figuren und die Situation.
Das wird dann nachgeholt, wenn man schon tief drin in der Geschichte ist. Denn immer, wenn es im Erzählungsstrang um die Geschichte wirklich spannend wird geht Linda Holemann Jahre zurück und stellt einzelne Figuren vor.

So erfährt man, wie Antonia in die Ehe mit Konstantin kam, wie die Zofe Lilja dazu kam und warum Mischa so wichtig ist. Man erfährt auch immer wieder andere Hintergründe, die entscheidend für das Verständnis der Geschichte sind.
Diese Erzählweise war faszinierend und spannte einen ordentlich auf die Folter.

Das Setting ist genau so, wie es auch das Cover vermittelt. eine einsame Frau, um die herum irgendwie etwas und nichts ist, denn um Antonia geht es fast die meiste Zeit.
Manchmal kam sie mir etwas naiv vor, manchmal aber entwickelte sie sich angenehm. Ich fand es sehr gut, dass das Buch knapp 600 Seiten hatte, denn so konnte man sich richtig in die Geschichte fallen lassen.

Für diesen historischen Roman mit der wunderbaren, ergreifenden Geschichte gebe ich fünf Sterne.

★★★★★
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[Rezension] Holly # 1

HOLLY– Anna Friedrich
Teil 1: Die verschwundene Chefredakteurin
Ausgabe Februar
Goldmann Verlag
Taschenbuch, Januar 2015

ISBN: 978-3-442-48201-6
160 Seiten

5,00 € 

Es ist DAS Szenemagazin schlechthin, in welchem Simone Pfeffer nun arbeiten soll. Ganz Deutschland liest die „HOLLY„. Eigentlich sollte Simone auch mit Verlegerin Elisabeth Salditt und Chefredakteurin Annika Stassen bei einem Abendessen über diese Arbeit sprechen, doch das wird kurzfristig abgesagt.
Am nächsten Tag taucht Annika nicht mehr auf und die Arbeit in der HOLLY-Redaktion läuft zwar weiter, aber ganz langsam bricht das Chaos doch aus.
Was die Mitarbeiter nicht wissen – es geht etwas viel Größeres im Hintergrund vor sich und das muss nicht zwangsläufig gut für die Zukunft der HOLLY ausgehen…

Die neue HOLLY-Reihe soll scheinbar ein neues Format auf den Buchmarkt bringen. Ähnlich wie schon die „Das Tal“-Reihe und manch andere nennt der Verlag die ersten sechs Bücher Staffel 1. Mit nur 160 Seiten und einem Kioks-Preis von 5 Euro sieht das vielversprechend aus.
Zu Beginn des Buches wird auch schnell klar, dass viele Erzählstränge im ersten Buch angerissen werden. Man lernt Leute kennen, erfährt von Geheimnissen und Vorhaben, aber nichts findet einen richtigen Abschluss. Inhaltlich wird man ganz offensichtlich auf mehrere Bände vorbereitet.

An sich war das gut zu lesen. Die Geschichten sind interessant, es ist vielleicht etwas viel für den Anfang, weil man es nicht erwartet. Aber wenn es zum Ende des ersten Teils geht, hat man sich daran gewöhnt.
Eine Besonderheit diesere Erzählung ist, dass zwischendurch eine Art „Kamerafahrt“ gewählt wurde (wortwörtlich). Man fühlt sich ein bisschen wie bei einer Fernsehserie, nur dass es einem beschrieben wird. Das war ungewöhnlich. Da es nicht ständig vorkam, war es nicht störend, sondern einfach ein Erzählinstrument.

Ansprechend ist bei der Buchgestaltung, dass das Cover von HOLLY einer Zeitschrift ähnelt. Es steht ein Monat über dem Titel, drei Schlagzeilen, von denen nur eine der Teil-Titel ist und es hat eine Coverfigur. Vielleicht soll es eine der Damen aus dem Buch sein. Auch die Folgebände sind so ausgestattet.

Da die Geschichten wirklich so offen stehen, werde ich in die Folgeteile auf jeden Fall reinlesen. Sofort muss ich sie nicht haben, aber ich bin neugierig.
Für den etwas schnellen und sehr informativen Auftakt gebe ich vier Sterne.

★★★★☆

Folgebände
Teil 2: Die gestohlenen Tagebücher
Teil 3: Ende der Lügen
Teil 4: Wenn Mode fremd geht
Teil 5: Eine Hochzeit in Schwarz
Teil 6: Das Haus in der Sophienstraße

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[Rezension] Wie ich mit meiner Oma Onlinedating machte

Wie ich mit meiner Oma Onlinedating machte und die große Liebe fand – Kayli Stollak
Goldmann
Taschenbuch, Juli 2014
ISBN 978-3-44217435-5
256 Seiten

8,99 € 

Kayli hat die Liebe ihres Lebens verloren. Zumindest fühlt es sich mit 24 nach der ersten längeren Beziehung so an.
 Um sich aus dem emotionalen Tief zu retten schließt sie mit ihrer Oma einen Pakt: Mr. Right lässt sich nur finden, wenn Frau weiß, was sie will. Das wollen Kayli und ihre Großmutter über das Online-Dating herausfinden…

Dieses Buch ist wirklich zauberhaft. Zunächst war ich etwas befremdet von der Geschichte, obwohl mich der Titel von Beginn an sehr angesprochen hat. Mir war nicht ganz klar, ob die Autorin sich nun eine Geschichte ausgedacht hat oder ihre wirkliche Geschichte erzählt.

Scheinbar ist ein Großteil des Buches wirklich so passiert, was die Geschichten umso witziger macht. Tatsächlich fand ich die Autorin zwar etwas naiv aber sehr sympathisch. Sie vertrat voll meine Meinung (obwohl ich eher unabsichtlich Online-Dating gemacht habe…)

Die Oma mochte ich auch sehr gerne, vor allem ihre Entwicklung. Wer wünscht sich nicht so eine toughe Dame an der Seite, die einen abfeuert aber auch auffängt.

Der Sprachstil, bei mir natürlich in der Übersetzung, war angenehm und die Geschichten damit sehr gut zu lesen. Durch die angenehme Kürze ist das Buch optimal für einen gemütlichen Nachmittag.

Von mir erhält die abgedrehte Geschichte über das Suchen und Finden der Liebe volle Punktzahl.

★★★