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[Rezension] Steinerne Schwingen

Steinerne Schwingen – Jennifer L. Armentrout
Dark Elements # 1
MIRA Taschenbuch
Taschenbuch, September 2014
448 Seiten
ISBN 978-3-95649348-5 

12,99 €

Seit Jahren lebt Layla bei den Wächtern. Sie selbst ist jedoch nur zur Hälfte Wächterin, denn ihre Mutter war eine Dämonin. Mittlerweile kann Layla diese Seite von sich sehr gut unterdrücken, will sie doch mit ganzen Willen eine Wächterin sein.
Da außer den Wächtern niemand um ihre Gene weiß, kann sie auch normal zur Schule gehen. Anschließend hilft sie im Kampf gegen die Dämonen, indem sie „markiert“, also Dämonen berührt und für die Wächter damit zur Zielscheibe macht.
Eines Tages taucht der attraktive Dämon Roth bei Layla auf. Er behauptet, er wüsste etwas über ihre Herkunft und ihre eigentliche Bestimmung. Wie sich herausstellt, ist Layla auch nicht zufällig ein Mischling – und wird bei den Wächtern eher versteckt als beschützt. Doch auch in den eigenen Reihen hat sie Feinde. Und scheinbar ist Roth der einzige, der es ehrlich mit ihr meint…

Nach „Obsidian“ ist dies nun der zweite Roman, der von Jennifer L. Armentrout in Deutschland veröffentlicht wird. Obsidian war eher ein Jugendroman, wohingegen „Dark Elements“ einen anderen Charakter hat. Es geht zwar auch um eine 17-jährige, aber auf eine andere Art. Sie ist nicht sofort verknallt und die Liebe steht über allem.

Inhaltlich geht es mehr um die Dämonen und die Wächter, und dass es natürlich ein Ende der Welt geben könnte.
Die Art, wie man als Leser Layla und Roth kennen lernt, war sehr angenehm. Layla hat dabei nicht nur zwei Welten zu meistern, sondern drei: Die Dämonin in sich, die sie unterdrücken muss, die Wächterin, die sie sein will, und der Mensch, der sie nicht ist. Die Szenen in der Schule mit ihren Freundinnen waren teilweise etwas aufgedreht, die Freundinnen waren etwas überzogen, fand ich. Aber Layla hatte sich vielleicht diese Freunde ausgesucht, weil sie zu den Wächtern einen Gegenpol brauchte.

So ganz habe ich noch nicht alles der Wächter verstanden. Armentrout hat an einigen Stellen den Hintergrund erklärt, aber die Handlung an sich war ohnehin sehr dicht, sodass es nicht ganz so rüberkam.

Die zarte Liebe von Layla, ob nun mit Zayne oder Roth, war immer ein kleiner Ruhepol in der Geschichte. Die Dämonenjagd und die Kampfszenen hatten es in sich, ein dickes Lob an die Fantasie der Autorin, und wie kleine zarte Lichtkugeln schwebten die Momente der Gefühle dazwischen.

Ich mochte den Inhalt, das Tempo und die Erzählweise des Buches sehr. Armentrout hat mit diesem Buch sehr meinen Geschmack getroffen und ich hoffe ganz stark, dass das nicht alles war. Es gibt ja bereits eine kurze Vorgeschichte, und im Buch ist auch ein kleines Highlight zum Schluss, aber ich mochte echt nicht bis zur letzten Seite lesen. Die Welt ist klasse, Roth ist toll, und ich hätte gerne mehr mit Layla erlebt.
 Daher fünf Sterne von mir für dieses tolle Buch!

Vielen Dank an MIRA und BloggDeinBuch für die Verlosung.

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[Rezension] Hansetochter

Hansetochter – Sabine Weiß
Bastei Lübbe
Taschenbuch, Januar 2014
ISBN 978-3-404-16887-3
591 Seiten

9,99 €

Henrike Vresdorp hatte bisher ein sehr glückliches Leben, auch wenn ihre Mutter bereits verstorben war. Ihr Vater war ein sehr angesehener Kaufmann undein potentieller Ehemann stand auch schon für sie fest.
Sogar der Kaiser besucht ihre Heimatstadt Lübeck, doch in all dem Trubel wird ihr Vater plötzlich tot nach Hause gebracht.
Henrike fällt aus allen Wolken, denn angeblich soll ihr Vater bei einer Hure vom Schlag getroffen worden sein. Weil sie und ihr Bruder noch nicht mündig sind, übernimmt ihr Onkel Hartwig zunächst die Verwaltung des Erbes. Doch Hartwig ist ein Saufkopf, dem das Geld nur so durch die Finger rinnt.
Kurz vor dem Tod des Kaufmanns kam dessen Freund und Handelspartner Adrian Vanderen in die Stadt, doch auch er hat mit Intrigen und Machtkämpfen genug zu tun. Henrike fühlt sich von allen verlassen und muss ständig vor Übergriffen ihres Onkels oder des verhassten Cousins Nikolas fürchten. Sie kann nur versuchen, ihr Erbe irgendwie zu retten – und Adrian scheint der geeignete Vertraute dafür zu sein.

Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wo das Schicksal begann, das die Familie Vresdorp ins Unglück stürzte. Doch Henrike und ihr Bruder Simon müssen sich zu allen Seiten schützen, denn von überall lauert Gefahr…

Dieses Buch hatte einen sehr unglücklichen Start bei mir. Da ich es über BloggdeinBuch bekommen habe, musste ich es natürlich zeitnah lesen. Doch nach meinem Uni-Block-Seminar hatte ich absolut keinen Zugang zu dieser Thematik. Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Sabine Weiß gefreut, weil ich bisher ihre Bücher immer sehr mochte.
Nach etwa 80 Seiten, die mich nicht so richtig fesseln wollten (was aber nur an mir lag!), habe ich kapituliert und das Buch liegen gelassen. Etwa zwei Wochen.
Zur Buchmesse musste ich dann fast drei Stunden hin und ebenso lange zurückfahren. Weil ich die knapp 600 Seiten ja noch fast alle vor mir hatte, wollte ich das Buch in dem Tag in einem Rutsch lesen.
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder in der Handlung drin. Und siehe da – es war ein ganz wunderbares Buch!

Zum einen ist das Setting natürlich grandios. Das historische Lübeck ist aufwendig und detailreich beschrieben. sodass man sofort nach Lübeck reisen und alles selbst erkunden will.
Dann ist fast das ganze Buch aus der Sicht von Henrike oder Adrian geschrieben, wodurch man einiges erfährt, aber eben nicht alles. Man kann gemeinsam mit den beiden Rätseln, wer nun wen besticht oder umbringen lassen will.
Ich liebe dieses historischen Machtkämpfe und die fiesen Gegenspieler. Die grausamen Methoden des Mittelalters waren natürlich nicht liebenswert, aber es ist toll von Sabine Weiß, dass sie das so authentisch und realistisch dargestellt hat.
Die Schreibweise von Sabine Weiß ist wie immer toll. Ich hatte zwar am Anfang etwas Schwierigkeiten, aber das lag eher daran, dass ich gerade von zwei Lesemonaten voller Jugendbücher wieder in die Erwachsenenriege gewechselt habe und plötzlich ganz anderen Lesestoff zu verarbeiten hatte. Wie gesagt habe ich aber auf der Fahrt zur und von der Buchmesse dann viel Vergnügen und das Lesen war sehr angenehm. Die Schreibweise ist so, dass man richtig eintauchen kann, die holprigen Straßen unter den Füßen spürt, die Seeluft riecht und die sausende Peitsche zur Strafe hören kann. Dass mein Zug dann immer mit Verzögerung fuhr war mir nur recht, ich wollte nur lesen.

Die historische Korrektheit, die Sabine Weiß immer für sich selbst an den Tag legt, ist mir sehr sympathisch. Ich kann seit dem eigenen Geschichtsstudium nicht mehr richtig historische Romane lesen, weil vieles einfach zu modern ist. Bei Sabine Weiß mache ich mir keine Sorgen.
In einem Seminar kam bereits die Hanse zur Sprache, und ich finde, die dargegestellte Entwicklung zeigt richtig gut, was damals passiert ist. Es ist keine versteckte Kritik zu finden, aber welche Macht die Hanse bereits hatte, ist gut aufgezeigt. Eine Fortsetzung aus dieser Zeit würde ich sehr gerne lesen!

Die Aufklärung um den Todesfall fand ich allerdings etwas schade, denn zum Ende hin ging plötzlich alles so schnell. Da hätte ich mir gerne etwas mehr gewünscht.

Über das Buch lässt sich also sagen, dass es weder zu lang noch zu detaillreich war. Es ist sehr lesenswert und brachte angenehme Lesestunden. Von Sabine Weiß würde ich immer sofort alles kaufen und lesen!
Für dieses Buch gibt es vier Sterne von mir.

★★★☆
2

[Rezension] Eine Liebe zwischen den Zeiten

Eine Liebe zwischen den Zeiten – Sabine Neuffer
E-Book, Februar 2014
dotbooks
ISBN 978-3-95520419-8

ca. 442 Seiten

5,99 €

Lea kommt ursprünglich aus Deutschland, ist aber nach England ausgewandert. Als ihre Großmutter stirbt, soll ausgerechnet Lea wieder nach Braunschweig, um das Haus zu verkaufen.
In der Wohnung riecht es nach altem Menschen und scheinbar alte Möbel sind versteckt unter großen Abdecktüchern.
Beim spärlichen Reinigen entdeckt Lea in der Besenkammer, dass es dort in ein anderes Treppenhaus geht. Dieses sieht haargenauso aus wie in dem ihrer Großmutter, nur neuer und anders dekoriert.
Als Lea verwundert durch die Haustür tritt, ist sie scheinbar in einer anderen Zeit. Verwirrt entdeckt sie, dass sie durch ihre Abstellkammer im Jahre 1938 gelandet ist. Vor Schreck läuft sie vor ein Auto und wird anschließend vom jüdischen Arzt Daniel behandelt, der damals in der Wohnung wohnte. Als Lea in ihre Zeit zurückkommt, ruft sie ihren deutschen Onkel Carl an, der Arzt ist. Er muss ihr unbedingt bescheinigen, dass sie verrückt geworden ist.


Doch er bestätigt ihr nur, dass sie scheinbar durch eine Zeitschleuse gegangen ist – fast 70 Jahre zurück.
Lea entschließt sich, erneut durch die Zeit zur reisen, denn sie ist beim ersten Mal nicht nur plötzlich vor dem Arzt davongelaufen, sondern hat auch das dringende Bedürfnis, mehr über die Zeit herauszufinden.
Schon nach ein paar Tagen jedoch möchte Lea der Familie in der Wohnung um jeden Preis helfen. Denn sie weiß, welches Schicksal den Juden in Deutschland bereits Ende des Jahres schon blüht…

Eine Liebe zwischen den Zeiten“ ist fast ein sommerlicher Roman voller Liebe und Zuneigung. Ich sage fast, weil es immer diesen düsteren Schatten der SS-Zeit gibt.
Auf den ersten Seiten, muss ich ehrlich sagen, war ich ziemlich genervt von der Geschichte. Lea und ihr britischer Freund Brian unterhalten sich über die Nazi-Zeit. Das wirkte etwas gestellt und an den Haaren herbei gezogen. Ich wusste aber auch überhaupt nicht, warum die Autorin das anspielt.
Lea muss zurück nach Deutschland, da gibt es doch wichtigeres als die Kriegszeit?
Als Lea dann aber im Jahr 1938 landet, war natürlich klar, dass da ein Vorspann sein musste. Sonst wäre das ja total aus der Luft gegriffen.
Dass Lea dann total panisch reagiert und nicht weiß, was sie mit einer Zeitpforte anfangen soll, war auch nachvollziehbar.
Ihre Gespräche dann mit ihrem Onkel Carl fand ich allerdings nervig. Und das war bereits in den ersten 20% des Buches (Seiten gab es ja nicht richtig), wodurch mir die Lust am Lesen gründlich vergangen ist. Lea und Carl unterhalten sich über Nichtigkeiten, es wurden Geschichten über Personen erzählt die absolut nichts mit der Geschichte zu tun hatten… zumindest wollte ich nur wissen, was es mit der Zeitpforte auf sich hat und keine seltsamen Geschichten hören.
Die Geschichte wurde für mich also etwas zäh und ich habe nur ungerne weitergelesen. Da es aber noch weit weit über die Hälfte gab, um sich zu verbessern, habe ich dem Buch noch eine Chance gegeben.
Nach gefühlten endlosen Beschreibungen über die Wohnung und Leas Gefühle ging es endlich weiter. Ich verstehe, was die Autorin damit bezwecken wollte und dass es die Stimmung auch gut einfangen konnte, aber auf der anderen Seite bin ich der Meinung, an vielen Stellen hätte gut gekürzt werden können.

Lea entschließt sich natürlich doch, in der Zeit zurückzugehen und es beginnt eine (sehr plötzliche) Liebe dort, sowohl zu einem Mann als auch zur Familie. Das fand ich sehr schön. Leas Gedanken, ihre Wandlung und der Mut, außerdem ihr Erfindungsreichtum war bemerkenswert. Trotz des ganzen negativen Schattens der Zeitknappheit und der Bedrohung durch die SS war es ein schöner Sommer, den die Familie verbringen durfte.

Nachdem der Anfang so zäh zu lesen war, wurde die Geschwindigkeit dann immer schneller. Die Geschichte flog nur so dahin und ich hatte immer Angst, wenn ich zu schnell lese verpasse ich etwas. Nachdem die Autorin am Anfang so viel Worte in die Beschreibungen gesteckt hatte, gab es zum Ende hin für mich zu wenig Worte. Da hätte es noch mehr Raum geben können, aber da ich die letzten 30% des Buches in einem Rutsch gelesen habe, war ich ziemlich gut drin und konnte mir noch eine Menge selbst dazudenken. Das ist ja auch nicht verkehrt.

Am Ende des Buches hat sich eine Vermutung bestätigt, die ich leider ganz zu Beginn schon hatte. Das Ende fand ich trotzdem schön und genau richtig. Mir war Lea am Schluss ganz sympathisch und ich fand, sie hat alles richtig gemacht.

Dieses Buch war mal wieder eine richtig schöne Geschichte von einer deutschen Autorin. Braunschweig ist zwar nicht mein Hannover, aber Hannover kam ja mal vor, das hat das Buch auch interessant gemacht. Für den Hänger zu Beginn muss ich leider einen Punkt abziehen, gebe aber ansonsten gute vier Sterne.

★★☆

Zur kostenlosten XXL-Leseprobe.
Vielen Dank an BloggDeinBuch für das Leseexemplar!

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[Rezension] Liebe ist kein Beinbruch

Liebe ist kein Beinbruch – Stephanie Bond
MIRA Taschenbuch, September 2013
ISBN 978-3-86278-741-8

352 Seiten

7,99 €

Wer hätte nicht Interesse daran, beim Neuaufbau einer Stadt zu helfen und einmal komplett von vorne beginnen zu können? Zumindest 100 Frauen versuchen ihr Glück in der neu entstehenden Stadt Sweetness. Vor einigen Jahren wurde die alte Stadt durch einen Tornado komplett zerstört, und die Armstrong-Brüder Marcus, Kendall und Porter wollen sie neu aufbauen. Doch ein Haufen Männer kommt alleine nicht weit, und durch eine Zeitungsanzeige gelockt kommen die Frauen für den Neubeginn. Unter ihnen ist Ärztin Nikki Salinger, doch so wirklich wohl fühlt sie sich nicht in der provisorischen Stadt.
Bei ihrer Ankunft ist ihr erster Patient Porter Armstrong, der im Eifer vom Wasserturm gefallen ist und sich das Bein gebrochen hat.
Als Porter erfährt, dass Nikki wieder abreisen will, setzt er jedes Mittel ein, um sie zu halten. Das beginnt bei der Sabotage ihres Autos, führt über angefahrene Kitze und geht sogar durchs Bett.
Und irgendwann geht es Porter gar nicht mehr nur um die Ärztin, sondern um Nikki als Frau…

Bei den Mira-Taschenbüchern bin ich ja ein großer Fan der Susan Mallery-Bücher. Ich finde es schade, dass teilweise einzelne Reihentitel herausgepickt werden, und die Reihe nicht konsequent von vorne bis hinten übersetzt wird.
Als bei bloggdeinBuch ein neues Buch von Mira angeboten wurde, war ich Feuer und Flamme. Nicht nur der Inhalt der Bücher hat es mir nämlich angetan, sondern auch die immer gleiche Aufmachung. Die Bücher sind alle gleich groß (bis auf die von Aimée Carter, grrr) und haben eine tolle Rückengestaltung, so dass es sich wirklich immer zauberhaft im Regal macht!
Und so wagte ich mich an das Buch „Liebe ist kein Beinbruch“ von Stephanie Bond. Neben der typischen Liebesgeschichte Mann trifft Frau, beide finden sich toll, das Schicksal hält sie noch fern, dann Ende gut alles gut sollte nämlich die Hintergrundgeschichte diesmal eine besondere sein. Die Brüder Armstrong wurden durch die Zerstörung ihrer Stadt heimatlos. Es war nicht Katrina, aber ein ebenso schlimmer Tornado, der alles dem Erdboden gleich gemacht hat.

Je weiter ich las, desto toller wurde das Buch. Es sammelte Pluspunkte:
+ durch das Setting
+ mit der zauberhaften und liebenswerten Nikki (auch wenn ich ihr gerne mehr Selbstbewusstsein eingetrichtert hätte)
+ durch die aufbauende Liebe, die sich nicht explosiv in Sex entlud sondern passend zum…öhm… Höhepunkt… kam
+ durch die Nebencharaktere, welche die Geschichte abrundeten
+ durch die super Übersetzung, die flüssiges Lesen unterstütze und von der Sprachgestaltung einfach ansprach

Und jetzt nochmal ausführlich. Die Geschichte spielt zum Beginn des Wiederaufbaus. Passend zur Geschichte mit Nikki der Ärztin geht es vor allem um den Aufbau der Ambulanz. Das ist natürlich doppelt ein Grund, sich mit der Ärztin zu beschäftigen und sie in den Vordergrund zu rücken. Das fand ich klasse, eine tolle Idee.
Während in vielen Geschichten die Figuren Essen gehen und in idyllische Gegenden fahren müssen, sind Porter und Nikki auf einem Berg mit so viel Natur um sich, dass das zwangsläufig immer mit hineinfließt. Die Romantik entsteht also nicht künstlich, sondern ist von vorneherein da!
Nikki als Figur mochte ich sehr gerne. Sie hatte nicht das übertriebene Selbstbewusstsein (es war fast schon zu wenig), litt unter der schlechten Erfahrung und öffenete sich nur langsam. Ihre Angst, schlechter zu sein als die anderen, war realistisch. Und die Angst, nicht lieben zu können, hat mich sehr erschüttert. Umso mehr fand ich Porter dann als Gegenpol toll, der ebenfalls erst lernen musste zu lieben.

In manchen Büchern ist es ja auch so, dass die Hauptprotagonisten dann zwischendurch sexuell aneinander geraten und das Schicksal sie erstmal auseinandertreibt. Ich mag es lieber, wenn sich die Protagonisten schon mehr oder weniger verliebt haben und dann erst im Bett landen. Die Anspannung ist dann noch höher 🙂

Negativ war nichts. Ich will einfach wissen, wie die anderen beiden Brüder sind und wie es mit Sweetness weitergeht. Das ist nämlich auch so besonders an diesem Roman. Es geht nicht nur um die Liebesgeschichte und um die Familie, nein, man verfolgt über mehrere Bücher hoffentlich den Wiederaufbau der Stadt mit und erlebt all die tollen Geschichten bei ihr. Wie ich gesehen habe, geht es später auch mit anderen Figuren der Stadt weiter – vielleicht mal mit Armstrong-Nachwuchs?

Für diesen Liebesroman im klassischen Format mit einer tollen Umgebung und super eingebauter Hintergrundgeschichte kann ich nur 5 Sterne geben!

★★★★★

Hinten auf dem Buch steht passenderweise, dass die beste Nachricht nach dem Lesen das Wissen um die Fortsetzung ist 🙂 Auf Englisch ist bereits „Baby, don’t go“ erschienen, welches vom Bruder Marcus erzählt.
Auf Deutsch bereits erhältlich ist die Vorgeschichte „Liebe ist keine Katastrophe“, als E-Book.

Btw: Kommt es mir nur so vor oder werden die Bücher bei MIRA immer günstiger?

Vielen Dank an Blogg dein Buch für die Aktion und MIRA TASCHENBUCH für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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[Rezension] Tolle Taschen selbst genäht

Tolle Taschen selbst genäht –  Miriam Dornemann
frechverlag TOPP KREATIV
ISBN 9783772467349

14,99 €

Ich bin ja immer offen für neue Ideen und Anleitung. Weil ich mir jetzt auch mal Taschen ganz nach Anleitung nähen wollte (und nicht immer nur so wie ich denke 😉 ), habe ich mir vor einiger Zeit das Buch „Meine Tasche. Mein Design“ von Miriam Dornemann geholt.
Leider bin ich total unkreativ, was eigenes Design angeht – ich kann nur gut kopieren und ein wenig abwandeln.

Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als es bei BloggdeinBuch zum Testen „Tolle Taschen selbst genäht“, ebenfalls von dieser Autorin, gab, um dieses Buch schleiche ich nämlich schon ewig herum. Dort werden tolle Designs vorgegeben, die man haargenau nachnähen kann. Außerdem sind wieder tolle Verziehr-Möglichkeiten dabei, die man einfach und individuell für jede mögliche Tasche oder sogar als Brosche verwenden kann.

Nun möchte ich eine schöne schlichte Tasche für meine Oma nähen, und habe mir eine Umhängetasche ausgesucht. Die Materialvorlagen sind sehr schlüssig und die Anleitung sind gut aus. Da ich aber mein Kostümprojekt habe, bin ich absolut noch nicht zum Nähen gekommen, was ich aber nachhole. Demnächst gibt es also noch einen Kreativ-Post, der meine Arbeit beim Nähen zeigt 😉

Mehr oder weniger eigenes Design

Aus meiner Erfahrung mit „Meine Tasche. Mein Design“, welches „Tolle Taschen selbst genäht“ ziemlich ähnelt, weiß ich, dass die Anleitungen ausführlich sind, jedoch auch einige Rätsel aufwerfen. Auch bei „Tolle Taschen selbst genäht“ haben sich mir bereits Fragen gestellt, denen ich beim Nähen noch genauer nachgehen muss. Teilweise soll man Futter und Oberstoff „auf links zusammen nähen“, aber beim Umkrempeln macht das keinen Sinn… naja. Die Tasche mit dem Eulenstoff, die ich links hier eingefügt habe, habe ich an zwei Abenden genäht. Vorher hatte ich nie Vlieseline eingenäht oder mit so Abnähern gearbeitet. In den Anleitungen fehlen leider gänzlich Hinweise zum Vernähen oder Versäubern. Als Anfänger wäre ich damit ziemlich aufgeschmissen.

Wirklich gut finde ich bei „Tolle Taschen selbst genäht“ diesmal, dass es drei Arten von Taschen gibt, die für alle Zwecke geeignet sind. Man kann einfache Beutel nähen, kleine Mäppchen oder große Reisetaschen. Toll ist auch, dass es für sämtliche Verzierungen Vorlagen gibt.

Die Bücher aus dem Frechverlag kann ich als Inspiration und auch Anleitung eigentlich nur empfehlen. Man muss immer ein bisschen Basis-Wissen mitbringen, oder die Anleitungen mit einem bereits erfahrenen Näher durchgehen, dann klappt das auch alles.

Demnächst werde ich auch noch mehr Taschen aus den Büchern ausprobieren. Frau kann sowas schließlich nie genug haben ^^

Für das Buch gibt es von mir vier Sterne.

★★★★☆

Vielen vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches und an Blogg dein Buch für die Verlosung.

2

[Rezension] Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts – Susann Pásztor
KiWi Verlag
Taschenbuch, 2013
244 Seiten

8,99 €

Warum auch immer sie sich dafür entscheidet: Mila macht sich auf zu einem Schweigeseminar. Dass sie dort Simon kennen lernt, mit dem sie drei Tage in einem Hotelzimmer verbringt, hätte sie auch nicht gedacht.
Doch die drei Tage sind viel zu schnell vorbei, und vom Seminar hat Mila auch nur mitgenommen, dass sie ihren Eltern nicht verzeihen kann. Simon und Mila haben eigentlich beschlossen, einfach auseinander zu gehen, ohne Nummern, ohne Nachnamen.
Aber geht das? Kannst du jemanden so nahe an dich lassen, und dann abrupt abstoßen?

Lieber erst gar nicht was wollen, das reduziert die Fallhöhe. Man kann nicht scheitern, wenn man nichts will.“ (S.200)

Diese recht dünn amutende Buch beginnt mit einem Gedankenschwall von Protagonistin Mila. Sie ist auf einem Schweigeseminar, und lenkt sich durch Gedankengespräche ab. Das fand ich sehr witzig und geistreich, vor allem ihre Ideen, wie sie die Stille umgehen will und doch eigentlich das Atmen fokussieren soll.
Das Vorwort verrät bereits, dass Mila auf der Suche nach Simon ist, aber während des Seminars wird darauf kein Bezug genommen? Wann lernen sich die beiden kennen?
Schön fand ich Milas Umschreibungen, und wie das Seminar sie verändert hat (ist ja meistens so, dass man nach 48 Stunden total beeindruckt von etwas ist 😉 ).
Leider ist dieses Seminar viel zu schnell rum. Trotz der dünnen Buchdicke hatte ich erst ein paar Seiten gelesen, und dachte „das war es jetzt schon? Worum geht es denn weiter hinten???“.
Dann kam Simon ins Spiel, und er und Mila verschwanden im Hotelzimmer. Dort verliert die Sprache ihre Gültigkeit. Es werden kurze Sätze gebildet, sich simpel unterhalten oder einfach ver geschwiegen. Mila ist sich in dieser Situation total sicher, aber nach den drei Tagen Liebe wird sie in ihre altes, kaltes Leben katapultiert und kommt damit nicht mehr klar. Sie hat wunderbare, warme, freundliche Liebe kennen gelernt und möchte nicht mehr einsam sein. Absolut nachvollziehbar.
Der Leser lernt dann ihren Bruder Marek kennen, von dem Mila bereits viel erzählt und ihn erwähnt. Ich mochte Marek, und wie Mila ihn beschreibt. Sie merkt es selbst nicht, liebt ihren Bruder aber sehr.
Diese Szenenwechsel waren etwas krass. Vom Schweigeseminar zum Hotel zur Einsamkeit zu Marek waren es vier tolle Situationen, aus denen man hätte mehr machen können. Auch wenn Mila sich dabei entwickelt, fand ich die Fäden jedoch nicht gut verknüpft.

Das Ende des Buches war so ein „WTF?“ Moment, hart ausgedrückt. Ganz ehrlich, das hatte für mich grad gar nichts mit der Geschichte zu tun und wirkte, als müsste die Geschichte irgendwie schnell zufriedenstellend enden. Aber ich war nicht zufrieden. Dieses abrupte Ende hat für mich leider die schöne Geschichte irgendwie ein bisschen kaputt gemacht.
Mila habe ich nicht ganz verstanden. Wenn ich meinte, zu wissen was sie tut, hat sie wieder eine Wendung gemacht. Um sie vernünftig kennen zu lernen war die Seitenzahl dann doch nicht ausreichend…

…aber ich kenne Mareks Eistellung zu meiner Weigerung, Karriere als Künstlerin zu machen, mein geld zu vermehren oder wenigstens beim Nichtstun gut auszusehen…“ (S.200)

Dennoch blieb das ganze Buch über ein sehr schöner Schreibstil. Mila erzählt, Anführungszeichen werden nicht benutzt. Die Formulierungen sind direkt, Mila wählt teilweise tolle Vergleiche und manchmal waren die Sachen so dermaßen einfach auf den Punkt gebracht, dass ich am liebsten tausend Zitate aufgeschrieben hätte. Schön fand ich dieses hier:

Wenn ich an die Tage mit dir denke, werde ich immer denken: wir beide. Und ich bin so froh, dass wir den Mut hatten, uns zu erfinden.“ (S.150-151)

Ich schwanke bei der Bewertung nun zwischen drei und vier Sternen… Netterweise gebe ich mal vier, weil ich mich überwiegend beim Buch amüsiert habe. Meine Kritik habe ich ja aufgeführt 😉

★★★★☆

Vielen Dank für dieses Exemplar an 
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und

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[Rezension] Adorkable

Adorkable – Sarra Manning
bloomoon Verlag
Klappenbroschur,  2013
464 Seiten

Ab 14 Jahren

14,99 €

Im Internet ist sie die „Dork-Queen“, doch in der Schule ist Jeane Smith bloß ein Mädchen, dass sich komisch anzieht und alle meidet. Vielleicht denkt sie, sie wäre etwas besseres?  Michael Lee hat Jeane lange nur aus der Ferne betrachtet, hat von ihrem Blog gehört und lästert über ihre Schrulligkeit.
 Doch irgendwie scheint sich Michaels feste Freundin für Jeanes festen Freund zu interessieren, was weder Michael noch Jeane verstehen. Als mit beiden Schluss gemacht wird, geraten die unterschiedlichen Teenies aneinander – wortwörtlich.
Aus einem spontanen Kuss entsteht eine Serie von heimlicher Knutscherei. Jeane möchte Michael gerne die spannenden Aspekte zeigen, die das Leben eigentlich bieten kann. Und Michael hätte Jeane gerne ein winziges bisschen normaler – muss sie immer ihre Mails checken und twittern und besonders so komische Klamotten tragen?

Wie lange geht es gut, dass Jeane sie selbst ist und mit dem beliebtesten, perfektesten und normalsten Jungen der Schule rummacht?

Der neue Bloomoon-Verlag (Imprint von arsEdition) zeigt sich definitiv als ein Verlag mit tollen neuen Geschichten. „Adorkable“ ist das zweite Buch, das ich lese, und ich werde noch viele mehr aus diesem tollen Imprint bestellen und verschmökern!

Diesmal geht es darum, anders und doch ganz man selbst zu sein. Jeane führt den Blog „Adorkable“ und bezeichnet sich selbst als „Dork“. Sie probiert gerne viel neues aus, ist süchtig nach Haribos, schläft wenig und ist sehr, sehr erfolgreich. Sie bezeichnet sich selbst als Vorreiter ihrer Generation und erzählt darüber auf Tagungen und in Camps. Ihr einziger Makel: Sie wohnt alleine und muss alles alleine managen. Ihre Eltern und ihre Schwester sind in der Welt unterwegs und lassen Jeane ihr Ding machen. So verlockend diese Freiheit klingt – Jeane ist 17 Jahre alt und noch nicht in der Lage, wirklich alleine zu leben.

Michael dagegen wächst im behüteten Elternhaus auf. Er hat zwei kleine Schwestern, wohnt in einem Haus und geht zielstrebig auf seine Zukunft, bzw. sein Studium, zu. 
Er trägt angesagte Klamotten, hatte bis vor kurzem immer eine hübsche Freundin an seiner Seite und ist in der Schule sehr beliebt. Er weiß um seine Attraktivität und geht locker damit um.

Diese zwei Charaktere treffen aufeinander, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Es war sehr humorvoll mitzuerleben, wie Jeane und Michael einander nicht wiederstehen können, aber auch über so viele Dinge streiten mussten. Und nicht nur so „du bist doof“-„nein, du bist doof“, sondern richtig heftige Diskussionen über Grundsätze und Einstellungen. Jeane wirkte selbstredend dabei sehr erwachsen und fortschrittlich, aber auch Michael kam sehr gut weg bei solchen Argumentationen.

Generell fand ich beide Typen absolut hinreißend. Michael ist natürlich ganz der 18-jährige Teenie, der sich erst nicht damit abfinden kann, auf ein nicht so cooles Mädchen zu stehen. Er möchte seinen Eltern alles recht machen, aber auch Grenzen austesten und steht zu seiner Meinung. Ich mochte seine Willensstärke, mit der er sich vor allem Jeane widersetzt.
Jeane ist so ein Prototyp der Nerds, wie wir alle ein bisschen sein wollen. Zwischendurch fand ich sie sehr krass und vor allem nervig, aber sie hat so eine tolle Kurve bekommen.
Sie sagt auch ganz richtig, dass sie nicht versucht, absolut individuell und abgehoben sein möchte. Sie erkennt, dass ihre Andersartigkeit auch ein Trend ist, der sich nur vom Markentrend abhebt. Sie hört mit vielen anderen Musik, die es nicht in die Charts schaffte (und damit Mainstream wurde), sie trägt Klamotten, die jemand nicht mehr mochte und ist einfach ehrlich, weil sie straight durchs Leben geht und nicht buckelt wie viele im großen, grauen Haufen.

Aufgelockert wird das Buch durch die Tweets von Jeane und Michael, durch gelegentliche SMS, die Blogeinträge auf „Adorkable“ und die eine Rede von Jeane. Die Kapitel wechseln immer zwischen den beiden Jugendlichen.
Die Sprache ist locker, witzig und abwechslungsreich. Jeane nimmt manchmal Vergleiche, wie sie von mir stammen könnten 😉

Ich mochte es, wie Jeane zu sich steht und wirklich und endlich akzeptiert, ein bisschen anders zu sein, bzw. absolut sie selbst zu sein. Ich mochte es, wie Michael erkennt, dass Jeane eben aus der Masse sticht, weil sie an sich glaubt, und nicht wie alle anderen tief im Inneren hofft, auch mal aus der Masse austreten zu können.
Nicht umsonst erlebt der Trend des Selbermachens, Nähens, Schmückens, Basteln und kreativ sein solch einen Boom. Portale wie dawanda könnten nicht überleben, wenn wir nicht alle ein bisschen Einzigartigkeit suchen würden, mit dem wir uns von anderen unterscheiden.

Als dann der Höhepunkt des Buches erreicht wird (nicht das Ende!), heulte ich mit Jeane mit, weil die Geschichte an dieser Stelle so dicht erzählt wird, dass man total drinsteckt. Die Perspektive wechselt dann aber plötzlich zu Michael, der Jeane genauso hilflos sieht, wie sie in dieser Situation ist (ich verrat nicht mehr, keine Sorge). 
Auch wenn mir das Buch am Anfang etwas Schwierigkeiten machte, weil für mich die ersten hundert Seiten zu wenig passierte, bin ich froh, das Buch beendet zu haben.

Eine tolle Geschichte über Liebe, den Mut sich selbst darzustellen und die Kraft, offen und ehrlich zu sich selbst und anderen zu sein. Vier von fünf Sternen von mir!

★★★★☆

 Vielen Dank an
 
und vor allem an