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Am 13. Januar müsst ihr euch folgende Situation vorstellen:

Buffet, Brot, Käse, WurstSandra, etwas kribbelig von der Thrombozytenspende, geht in die Spenderkantine der Medizinischen Hochschule und steht an der Buffet-Auswahl. Rechts normale Brötchen, darunter Milchbrötchen, Vollkornbrötchen, weiße Brötchen.
Links liegt Käse, Wurst und etwas Gemüse.

Das Essen in der MHH war noch nie der Hit, aber dafür, dass man nach der Spende eigentlich nichts anbieten muss, ist es ok.

Mein Vorsatz war eigentlich, ein Leberwurstbrötchen zu essen. Einfach aus Prinzip.
Zum Glück gab es dann aber nur diese ekelhafte Wurst in den Metalldöschen, sodass ich doch auf Kräuterquark mit Gurke (aber auf Milchbrötchen) umgeschwenkt habe.

Da ich ja nur mal testen wollte, wie das vegane Leben so ist, war ich dennoch überrascht dass der Kräuterquark (war ohnehin nicht sowas hochwertiges) eher mäßig schmeckt und die Scheibe Käse dazu auch überhaupt nicht.
Die Gurke war das beste am Essen – da wusste ich wenigstens was ich daran hab.

Da saß ich also, in dem kleinen Essensraum über meinem nichtveganen Essen…

Konsequenz

Am 13. Januar waren fünf Wochen nach meiner letzten Spende rum, und damit meine Testzeit beendet. Meine Blutwerte hatten sich nur gering verändert, es gab an sich nur nennenswert einen Unterschied bei den HB und Thrombo-Werten. Aber die habe ich auch ziemlich gepusht durch zwei Eisentabletten und B12 täglich in der Woche vor der Spende.

Viel Interessanter waren die Messwerte beim Sport, denn ich hatte (natürlich auch durch das Krafttraining) deutlich an Umfang aber nur gering Gewicht verloren, dennoch deutlich mehr als das Herzblatt auf der Waage verloren.
Trotz Weihnachten und dem süßen Dezember habe ich die Zahlen nur so sinken sehen.
Ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass ich Anfang Dezember tatsächlich öfter Hunger hatte, weil ich einfach nicht wusste, was ich essen soll… die Konsequenz war also eher nichts zu essen, als sich groß Gedanken zu machen.

Beim Messen und Wiegen beim Sport haben wir aber deutlich gemerkt, dass mein Mann und ich nicht so unterschiedlich essen können. Ich hatte oft nicht die Zeit, für zwei zu kochen, bzw. zwei Gerichte zu machen, denn das meiste vegane Essen mochte das Herzblatt nicht oder konnte sich einfach nicht überwinden, es zu genießen. Er ist ein Genussmensch und vor allem ein Fleischmensch. (Manchmal glaube ich, er besteht selbst zu 90% aus Spagetthi-Bolognese, so oft wie der das essen kann)

measure-289399_960_720Auf der Waage hat man gesehen, dass er dann aus noch mehr Zeitmangel meist total falsch gegessen hat. Zukünftig muss also eine andere Lösung her – Kompromissen können wir gut schließen, wenn wir ungefährt das gleiche essen, aber so komplett zwei Richtungen ist einfach nicht drin.

What to eat?!

Aufgrund einer sehr schönen Entwicklung haben wir demnächst einen neuen Wohnort – ganz überraschend war nämlich das erste Haus im Januar genau das richtige für uns und wir haben zugeschlagen – der Kaufvertrag ist schon unterschrieben.
Ich darf also ab Mitte des Jahres meinen kleinen Gemüsegarten anlegen und ganz besonders freut mich, dass wir dann einen Hühnerhof um die Ecke haben, eine Landschlachterei und einen Gemüsehof im Ort, Fußnah!

Insofern stand schon vor dem Projektende für mich fest, dass ich auch wieder Fleisch essen will, aber eben von der Landschlachterei um die Ecke und nicht mehr aus dem Supermarkt. Mittlerweile haben das Herzblatt und ich uns auch gut arrangiert, denn er darf immer den Löwenanteil essen und ich nasche nur aus Geschmacksgründen. Das günstige Thekenfleisch bekomme ich aber nicht mehr runter.

Milchprodukte habe ich auch erstmal gestrichen. Käse haben wir bisher nur als Parmesan gekauft, der Emmentaler für den Auflauf war ziemlich … sagen wir nachtragend, und die Butter hat meinen Darm gefühlt zerfetzt. Die Mandelmilch jeden Abend dagegen schmeckt gut wie eh und je und ein großer Fan von Joghurt war ich ohnehin nie.

Eier dagegen haben mir sehr gefehlt, und da haben wir auch letztes Jahr schon auf die 0 bzw. 1-Kennzeichnung geachtet (Freiland- oder Bodenhaltung). Demnächst kaufe ich nur noch Eier direkt beim Bauern *freu*.
Hin und wieder wird es aber auch bei mir veganes Essen geben, aber kein Seitan oder Tofu mehr, denn das ist mir 1. zu teuer und 2. schmeckt es mir nicht.

Viel nehme ich wieder aus der Paleo-Ernährung, nur auf Sojadrinks und Quinoa möchte ich nicht verzichten.

Fazit

Mein Verhältnis zu Gemüse hat sich noch weiter verbessert. Ich habe neue Möglichkeiten gefunden, leckeres Essen aber ohne tierische Produkte (und ohne Kohlehydrate) zu machen (z.B. Blumenkohlreis, ein Traum mit Guacamole!!!) und viel ausprobiert.

Die vegane Ernährung wird sich noch weiter verbreiten, und es wird immer leichter werden, Lebensmittel ohne tierische Produkte zu erwerben. Ich helfe dabei und achte auf nachhaltige Produktionen und will nicht immer das billigste vom Billigen!

Salatteller Vorspeise

Und noch eine kleine Anekdote zum Schluss: Am 16.1. haben Schwiegereltern gefeiert, und es gab ein soooo leckeres Buffet. Es gab eine große Salatauswahl, richtig viel Gemüse und tolle Vorspeisen (Soßen immer getrennt). Die nette Köchin hat mir auch ganz ausführlich erklärt, wo Butter zum Braten oder anrühren verwendet wurde und was auf jeden Fall mit Sahne ist.
Bis auf etwas Fleisch habe ich nur Salat gegessen – davon aber gleich sieben Teller (innerhalb von fünf Stunden) – denn es gab fünf verschiedene Blattsalate mit einem Balsamicodressing und gefüllte Peperoni ❤ Besser – geht – nicht!!!

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Heute ist meine erste vegane Woche rum, und mittlerweile bin ich doch etwas überrascht. Es ist nicht sehr schwer, sich vegan zu ernähren, vor allem da ich mich schon seit längerem mit Paleo und Vegan beschäftige.

Allerdings stelle ich fest, dass ich einen Großteil meiner Nahrung mit eihaltigen Produkten bestritten habe. Gerade in letzter Zeit, in der wir verstärkt auf Eiweiß geachtet haben, war eben Ei immer leicht zu integrieren und sättigt.

Jetzt stehe ich vor dem Kühlschrank und muss erstmal überlegen. Da ich eigentlich weniger fertige Produkte kaufen möchte, sondern viel selber machen will, haben wir viel vorgeplant – aber irgendwie muss man ja alles selbst machen ^^

Cover Vegan Kochen Celine SteenHilfreich war das Buch „Vegan kochen- So klappt die Umstellung“ von Celine Steen und Joni Marie Newman. Da habe ich ein sehr leckeres Rezept für Brot gefunden und schmökern können, wie man bestimmte Teile in Rezepten ersetzt.

Mein Paleokochbuch konnte ich aber damit nicht richtig benutzen. Paleo hat ja an vielen Stellen auch schon alles vegan, aber bei Röstis fehlt irgendwie durch Ei das Bindemittel.

Wir wollten Zucchini-Süßkartoffel-Puffer machen, aber bei mir war es dann eher ein großer Teller Geraspeltes ohne Zusammenhang (rofl) und für den Mann habe ich es noch einmal mit Ei gemacht. Die sahen dann sogar ganz dekorativ aus, die Puffer.

Herausgefunden habe ich auch, dass Brötchen nicht vegan sein könnten, weil die Bleche bei der Herstellung mit Schmalz oder Tierfetten bestrichen werden, damit das Brot nicht festklebt. Ausweisungspflichtig sind die Bäcker darüber aber nicht.

Drei Tage hintereinander habe ich leckeren Grießauflauf mit Apfelmus gegessen, das könnte ich auch zweimal am Tag haben! 20151204_200246

Nach bereits knapp 7 Tagen vegan merke ich, wie meine Verdauung sich entspannt, ich habe überhaupt kein Völlegefühl mehr nach dem Essen und habe grundsätzlich ein etwas leichteres Körpergefühl. Auf der Waage merke ich noch nicht direkt etwas.
Eigentlich nicht für mich von Vorteil ist nämlich, dass wir eine neue Kollegin haben, die auch größtenteils vegan lebt. Sie brachte jetzt unter anderem vegane Schokolade mit – und mein Argument, dass ich ja gar keine Schokolade vertrage, war dahin… übrigens auch bei der megaleckeren Schokolade von meiner Mutter zum Nikolaus. Aber ich bin trotzdem froh, jemanden so direkt im Büro zu haben (ihr Schreibtisch steht an meinem ^^), mit dem ich mich direkt austauschen kann.

Dafür habe ich heute in der Kantine einen veganen Tag gehabt, und konnte mich an Grünkernbolognaise und Reis mit Tempeh satt essen!
Morgen haben wir unsere Firmenweihnachtsfeier. Ich hoffe, es gibt viel gebratenes Gemüse 🙂

Wie lange habt ihr gebraucht, um bei einer Ernährungsumstellung richtig auch vom Denken her drin zu sein?