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[Statistik] Mai 2012

Der Mai war eigentlich ganz schön. Ich bin sang und klanglos bei der SUB ABBAU EXTREM Challenge gescheitert, weil es einfach zu viele schöne Bücher gibt. Aber dafür habe ich auch versucht viel zu lesen. Im kommenden Monat darf ich dann nicht mehr als 25 € ausgeben. Das ist machbar 🙂

Gelesen:
1. Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry – Rachel Joyce ★★★★★
2. Vergissdeinnicht – Cat Clarke ★★☆☆
3. Mit den Augen meiner Schwester – Julie Cohen ★★★★☆
4. Leseblüten Muttertag 2012 Anthologie ★★★★★
5. Sex and the Kitty – Nancy the Cat
6. Finding Sky Die Macht der Seelen 01 – Joss Stirling ★★
7. Die sagenhaften Göttergirls 01 – Suzanne Williams ★★★
8. Lord Stonevilles Geheimnis – Sabrina Jeffries
9. Wie der Löwe ins Kinderbuch flog – Brosche/Szillat (Hrsg.)
10. Weiberabend – Joanne Fedler


Angefangen sind „Meiner zieht immer“ von Bertie dem Terrier, das ich einfach nicht sofort durchlesen kann weil wir mit dem Hund üben, und „Der Klang des Pianos“, das ich zu spät angefangen habe.

Rezensiert habe ich aus anderen Monaten (abgesehen von den Titeln für die Themenwoche):
Stern der Göttin – Sandra Melli (gelesen im April)

Die Seiten- und SUB-Zahlen schaffe ich diesen Monat nicht. Da aber

Die Kinder- und Jugendbuchwoche hat total viel Spaß gemacht. Zum Glück kann ich hier alles vorausplanen, sonst hätte das wohl nicht so funktioniert.
Nochmal die Übersicht, was dabei war:

Sylvia Dölger, Rezension und Interview
Hans-Christoph Liess, Rezension und Interview
Heidemarie Brosche, Rezension und Interview
Uwe Kullnick, Rezension und Interview
Mechthild Gläser, Rezension und Interview
Diana J. Jacobs-Waibel, Rezension und Interview
Anika Beer im zweiten Interview und die Gastrezension.

Und mein Fazit.

Bei den Challenges kann ich voller Stolz verkünden, bei der Seitenzählchallenge Anfang Mai bereits über die Hälfte mit 61% geschafft zu haben 🙂
Die „2 von 12 Verlage-Challenge“ ist auch fast voll. Aus 10 Verlagen habe ich 2 Bücher (oder mehr) gelesen, 14 sollen es sein. 4 Bücher muss ich also dafür nur noch lesen und rezensieren. Bis zum 31.12.2012 durchaus machbar.
Ebenso erfolgreich ist die Jugendbuchchallenge, bei der ich mich nachgemeldet habe! 22 Bücher habe ich dafür gelesen und rezensiert 🙂 30 sind locker drin.
Die MIRA-Challenge dagegen ruht noch immer. Obwohl ich bereits mehrere weitere Neuzugänge von MIRA habe, kann ich mich nicht aufraffen, diese zu lesen. Warum eigentlich nicht?

Anfang des Monats durften wir den Prolog von Dark Angels 2 lesen. Und ich bin nicht mehr therapierbar. Und mal wieder lasse ich mich von Vorschauen verführen.

Im Juni darf ich wie gesagt 25 € ausgeben und versuche mich mal wieder an dem Monthly Theme 12.6, bei dem diesmal Pärchen gebildet werden sollen, die im Gegensatz stehen.

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[Themenwoche] Heute: Anika Beer

Anika Beer / Franka RubusDie Woche schließen wir mit einem bekannten Gesicht. Bereits im April stellte ich euch Anika Beer in einem kurzen Interview vor. Heute werde ich noch ein bisschen ausführlicher und stelle ihr weitere Fragen, die ich bisher nicht unterbringen konnte.

Hallo zusammen, mein Name ist Anika, ich bin 28 Jahre alt und Schriftstellerin von Beruf. Bevor ich mich als Autorin selbstständig machte, habe ich Biologie studiert und auch als Biologin gearbeitet, und ein bisschen von diesem Leben als Naturwissenschaftlerin steckt auch immer in meinen Geschichten. Ich bin in Ostwestfalen-Lippe aufgewachsen, direkt am Teutoburger Wald, und obwohl ich unheimlich gern reise und die Welt entdecke, bin ich meiner Heimat doch sehr verbunden. Wenn ich nicht gerade schreibe, beobachte ich gern: Menschen, Tiere, das Wetter, meine Umgebung. Ich mag es, Details zu entdecken und die Welt auch mal durch die Augen anderer zu sehen – das ist einer der Gründe, warum Bücher so wichtig für mich sind. Ruhe und Entspannung finde ich auf meinem Sofa, bei Spaziergängen, wenn ich den Regen oder ein gemütliches Feuer beobachte, oder wenn ich mit meinem Schwert trainiere. Ich mag Kinder, Sport und gutes Essen, und ich freue mich, wenn man mich zum Lachen bringt.

Um 12 Uhr erfahrt ihr in meiner ersten Gastrezension eine weitere Meinung zum Buch und um 18 Uhr beantwortet Anika das zweite Fragenpaket 🙂

Wer bereits jetzt nochmehr wissen möchte, den leite ich auf die Homepage der Autorin weiter.

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[Themenwoche] Heute: Diana Jacobs-Waibel

Nach dem dicken Schmöker mit dem fantasievollen Inhalt bleiben wir bei der Fantasie, diesmal aber auch schon für Kinder:

Diana Jacobs-Waibel hat nicht nur einen eigene Verlag, sondern arbeitet auch am liebsten mit der Förderung von Fantasie. Warum eigentlich, Diana?

Diana Jacobs-Waibel: Meine Lebensgeschichte beginnt an einem Dienstag im Jahre 1974 in Hamburg.
Die WM war gewonnen, Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt und meine Eltern glücklich.
Nach und nach kamen weitere Geschwister dazu und wir zogen aufs Land.
Nach meiner Ausbildung zur Schauwerbegestalterin habe ich lange im Bereich Messe und Kulissenbau gearbeitet. Ich zog mit meinem Sohn zurück nach Hamburg, studierte Kommunikationsdesign.
In der Zwischenzeit brachte ich meine Tochter zu Welt. Ein kleines Bündel Leben mit kupferrotem Haar.
Verstärkt durch Erfahrungen meiner Kinder, die sie im Laufe ihres Lebens mit Lehrern machten, Aussagen mit denen sie sich auseinander setzten mussten wie „Das gibt es nicht! Hör auf zu träumen!“ festigte sich mein Wunsch, zu schreiben. Für Kinder. Von Kindern.
Ich suchte Gespräche zu Eltern, Pädagogen und anderen Erwachsenen, sprach mit ihnen über Fantasie und Träume. Fazit: es gibt kaum Raum dafür! Unrealistisch?! Irrational?! Spinnerhaft?!
Das trieb mich an! Und so rief ich eine Figur ins Leben, die für all das Verlorene stand.
Ein Kleines Wesen, das alle Kreativität, Fantasie und Spinnerei erlaubt!
Mein KLEINES WESEN! Ich entdeckte es bei einer Vorlesung. Auf einem Blatt Papier. Es trug einen großen Hut, der ihm weit über die Augen hing.
In den darauf folgenden Jahren trieb mein KLEINES WESEN mich an, endlich etwas ins Leben zu rufen, das ebenso greifbar für die kleinen und großen Menschen ist, wie für mich: so entstand die Marke FINDE FANTASIE und nach und nach die  WANDELWELT.
2009 nahm ich mir eine Auszeit und lief den Jacobsweg. Auf diesem Weg wurde mir wieder bewusst, dass ich eigentlich viel Lieber mit Kindern arbeiten möchte .
Ich ließ mich zur Entspannungstrainerin für Kinder und Jugendliche ausbilden.
Nun arbeite ich seit 2010 als Entspannungstrainerin in meiner kleinen Praxis mit kleinen und großen Kindern an der Erschaffung, Erhaltung und Eroberung ihrer Fantasien.
Ich unterstütze sie alle darin, RICHTIG zu sein, in dem, was sie fühlen, denken und sich vorstellen.
2011 war dann auch die Wandelwelt bereit sich unserer Welt zu präsentiere und 2012 kam das Hörbuch dazu. Was in den nächsten Jahren noch so kommt? Lasst euch Überraschen.
Ideen habe ich noch eine ganze Menge.
Worum es im Buch „Wandelwelt“ überhaupt geht und was Diana euch noch schönes erzählen möchte, erfahrt ihr heute um 12 Uhr und um 18 Uhr!
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[Interview] Uwe Kullnick

Nach der Buchvorstellung von „Stachelschweintanz“ folgt nun das Interview mit Uwe Kullnick. Auch hier zeigt sich erneut, wie unterschiedliche die Antworten ausfallen können!

Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?
Mein
P – rivatsphäre soviel ich brauche
E – insamkeit zum Schreiben
R -uhe und Konzentration
F – reude am Leben
E – ine Menge Liebe und Zuneigung
K – aum Stress
T – anzende Stachelschweine
E – Einfälle ohne Ende
R – eaktionen der Leser auf meine Texte

T – ierisch gute Kritiken
A – chtung gegenüber meiner Person und Arbeit
G – enug Kuscheleinheiten

Readandbeyourself: Kaffee oder Tee?
Uwe Kullnick: Heiße Schokolade! – Ist aber recht selten.
Haben Sie in Ihrer Kindheit bzw. jetzt als Erwachsener selber gerne Bücher gelesen (und lesen noch) und wenn ja, welches Genre?
Als Kind las ich sehr viele Tierbücher, dann alles von Karl May was ich in die Finger bekam. Später habe ich viel Fachliteratur für mein Studium der Zoologie, der Anthropologie und der (Sexual-) Psychologie konsumiert. Philosophie und Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften sowie Sprachwissenschaft und vor allen Neurowissenschaften und psychiatrische Fallgeschichten haben mein Gehirn strapaziert, was mir aber ungeheuren Spaß gemacht hat. Ich las lange Zeit viel über die Zeit zwischen 1933 und 1945 insbesondere über die Verbrechen der Wissenschaft und der Medizin in Lagern, KZ’s und Zwangssterilisierungskliniken oder sonstigen medizinischen Einrichtungen. Vieles davon findet sich heute in meinen Kurzgeschichten reflektiert.

Was ist Ihr Lieblingsbuch, -autor und -genre?
Mein Lieblingsbuch ist, denke ich, Der Stechlin – „Oh Leute, diese Dialoge, diese Sprache, wunderbar.“
Lieblingsautor: früher Bernhard Grzimek, lange Zeit Karl May und mit seinen rd. 80 Bänden die ich besitze, wohl der Autor von dem ich am meisten gelesen habe. Inzwischen wechselt es zwischen Fontane, Arno Schmidt, G. Ch. Lichtenberg, Machfus, Steve Tolz, Carlos Ruiz Zafón, Pelham G. Wodehouse, Douglas Adams (nicht nur Per Anhalter durch die Galaxis, sondern besonders DIE LETZTEN IHRER ART), T.C. Boyle und sonstiger Belletristik.
Ja welches Genre lese ich am liebsten/meisten? Englische Krimis, überhaupt so manches aus England, Klassiker, Romantiker, Wissenschafts-Sachbücher, Geschichte, Biografien, Wissenschaftliche Belletristik, Science Fiction. Eine kleine Auswahl meiner Bibliothek findet sich hier: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/uwe_kullnick/

Haben sie ein Lieblingszitat aus Ihren oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?
Eigene Zitate:
  • Dämonen sind immer ohne Schuld (Der Buckel) Hörbuch
  • Sssssch-Pfffff, Sssssch-Pfffff, imitierte die Neue das Geräusch der Eisernen Lunge (Mama Tube, in Lachen Leben Sterben, http://tiny.cc/sjkxdw
  • Doch die Angst hatte an ihnen gefressen, wie eine Ratte an einem sterbenden Hund (Mörder, FDA Anthologie);
Fremdzitate:
       Sic Transit Gloria Mundi (So vergeht der Ruhm der Welt);
       Bedenkt, wozu dieses Dasein Euch gegeben: Nicht um dem Viehe gleich zu brüten, nein, um Wissenschaft und Tugend zu erstreben. Dante.
Hören Sie Musik beim Schreiben?
Ja, aber vor allem beim Korrekturlesen. Oft auch als Schrittmacher bei dynamischen Texten (Techno, volle Pulle).

Hören Sie gerne Musik, wenn ja welche?
Smooth Jazz, Raggae, Blues, ausgewählte Klassische Musik.

Wo schreiben Sie am liebsten?

In meinem Arbeitszimmer, aber, wenn die Nachbarn mal nicht randalieren, im Garten unter meinem schattenspenden Balkon.


Haben Sie beim Schreiben ein bestimmtes Ritual, wie z. b. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?
Bei der Recherche arbeite ich oft sehr still und konzentriert im Internet. Beim Schreiben (ich schreibe sowohl mechanisch als auch gedanklich sehr schnell) mag ich ruhige bis rasende Musik, je nach Text.

Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Meine Frau ist meine erste Testleserin, dann kommen kollegiale Autoren und vor allem Kinder in Schulen, wenn es um Kindertexte geht. Informationsquelle: Internet, Bücher, Fernsehen, Radio, Gespräche und Zeitung.

Würden Sie den eigenen Kindern Ihre Bücher vorlesen, oder greifen Sie doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Hätte ich Kinder, würde ich ihnen die entsprechenden Geschichten als ersten vorlesen. Aber ich schreibe auch ernste Themen, die für Kinder meistens nicht geeignet sind.

Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen her?
Ganz viel aus meinem Gedächtnis. Die vielen Länder in denen ich war, die vielen Menschen, die ich traf. Ansonsten ist meine Umwelt die Quelle für Menschen, Geschichten und das was ich den Menschen erzähle, wenn ich mit ihnen spreche.

Wie sind Sie auf die Ideen für das jeweilige Buch gekommen?
Oft erzähle ich Menschen von meinen Erlebnisse während meiner reisen oder meiner Arbeit oder aus meiner Kindheit. Dann wird mir bewusst, dass der Stoff evtl. das Zeug für eine Geschichte hat. Oder mir liegt eine Sache auf dem Herzen und ich will darüber schreiben. Dann fange ich einfach an und es entwickelt sich nach einer Weile etwas, das in eine Geschichte mündet, die meine jeweilige Beunruhigung, Last, oder Bedrängnis behandelt.

Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch?
Manchmal habe ich nur eine Szene im Kopf, die aber typisch für etwas ist. Z.B. die Situation, in der eine Freundin/Kollegin ein Stachelschwein aus einer Gepardenfalle jagen will und das ewig nicht zu bewegen war die falle zu verlassen. Der Rest ergibt sich beim Schreiben.

Wie haben sie sich für das Genre entschieden, in dem Sie Ihre Bücher schreiben?

Ich schreibe in mehreren Genres. Kinderbuch, Kurzgeschichten, Wissenschaftskrimi oder ungewöhnliche Erzählungen in denen ich eine mich beschäftigende Thematik behandele und mir manchmal selbst von der Seele schreibe. Es ist mehr das Problem oder die Thematik die mich treibt, weniger eine Genrezuordnung.

Entwickeln sich die Charaktere in den Büchern eigenständig, oder ist alles schon am Anfang geplant?
Das ist sehr unterschiedlich. Beim Krimi sind die meisten Handelnden gut bis oberflächlich geplant. Bei den Kinderbüchern ist viel von mir drin und von Menschen, die ich kenne. Das ergibt die Authentizität. Bei den Geschichten um die Verbrechen des Nationalsozialismus entlehne ich sie aus der Fachliteratur und versehe sie mit mir nahen Persönlichkeitsmerkmalen. Die Gruppe der Behinderten in ABWÄRTS ist das Ergebnis der Besichtigung einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kids die mir dort auffielen.

Durften Sie an der Covergestaltung mitarbeiten?
Die meisten Cover sind von mir bzw. ich konnte mitbestimmen, wie sie werden.

Wollten Sie schon immer ein Kinderbuch schreiben?

Nie, kein Gedanke. Es war ein Gedanke meiner Frau. Ich beschreibe es in meinem Buch Stachelschweintanz.

Könnten Sie sich vorstellen, das Genre zu wechseln?

Ich schreibe ohnehin in einigen Genres. Welche noch kommen, wird man sehen.

Was fasziniert Sie an Kinderbüchern?

Das Echo der Kinder. Ich lese in Schulen und bei Freunden. Das Lachen an den richtigen Stellen, die Nachfragen ob ich das alles wirklich erlebt habe, die Wünsche auch so etwas erleben zu dürfen und das mitgehen mit Willy, den pupsenden Elefanten, den Schlangen, dem Jaguar, dem Kraken und den Büffeln, sind die Faszination, die meine Kinderbücher mir geben. Ich habe keine Kinder und hätte nie gedacht, dass ich überhaupt Kinderbücher schreiben kann. Ich bin sicher kein Märchenonkel. Meine Bücher sind sachlich basierte Geschichten, die Abenteuer, Spaß, Wissen und Forschung verbinden. Die von mir verwendete Sprache wächst beim Schreiben und überarbeiten und scheint gut anzukommen.

Was halten sie von Ebooks?

Sie machen das Publizieren soooo viel einfacher und schneller. Man muss keine Klinken putzen, sonder muss nur etwas Arbeit investieren, sich mit der Sache auseinandersetzen und dann kann es losgehen. Wichtig ist auch, dass man Freunde oder Verbündete hat, die einem dabei helfen. Dabei ist das Internet eine wunderbare Hilfe. Leider sind ebooks bei kindern noch nicht so verbreitet, daher tun sich Kinderbücher, die nur als ebook erscheinen, sehr schwer. Daher wird der Stachelschweintanz im Herbst als gedrucktes Buch in Zusammenarbeit mit dem Satzweiss Verlag Chichili Agency erscheinen und auf der Frankfurter Buchmesse  vorgestellt werden.

Wie schafft man es kindgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen.

Ich schreibe auf einem sprachlichen einfachen Niveau und investiere wenn die Geschichte fertig ist eine Menge Arbeit um den Text lesbarer und klarer zu machen. Auch meine Test-Lesungen zeigen mir sehr genau, wo Längen sind, wo eine Pointe nicht sitzt oder wo ich über die Kinder hinweggeschrieben habe.

Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Kinderbuch aus? Erstmal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks?

Kann man sicher so machen, aber ich habe einfach angefangen zu Schreiben und mir vorgestellt, wie ich den Kindern, die ich kenne oder kannte etwas erzählen wollte. Das war es schon.

Was ist der große Unterschied zwischen Romanen für Erwachsene und Kinderbüchern, den man beim Schreiben immer im Hinterkopf haben sollte?
Die Sprachkomplexität ist sicher ein Punkt. Ich stelle mir bei Kinderbüchern die Frage, was will ich eigentlich erzählen? Und dann sage ich mir: „Dann mach es einfach!“
Bei Büchern für Erwachsene komponiere ich Sprache und die Geschichte wird dabei transportiert. Mal mehr mal weniger, je nach dem, was in der Szene wichtiger ist, Inhalt, Sprache oder Form.

Was sollte man beim Schreiben von Kinderbüchern am besten vermeiden?

Geschwafel, Wortverliebtheit und Eitelkeit. Genauso gefährlich ist es Kinder zu unterschätzen. Weder bei der Recherche, noch in der Umsetzung des Erzählten. Kinds stimmen mit den Füßen ab. Die lassen den Lesenden einfach stehen und gehen oder fangen an zu quatschen. Also immer schön Aufpassen, dass man sie nicht verliert, weil man nicht auf sie konzentriert war beim Schreiben.

Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Das ist sehr altersspezifisch.
Menschen Tiere Abenteuer, Minnewitt und Knisterbusch in Australien (Peter Mattheus), Privatdetektiv Tiegelmann (Holm), dann die Wüstenbände von Karl May,

Was ist das beste Kinderbuch, das Sie je gelesen haben und warum?

Minnewitt und Knisterbusch ist mir nie aus dem Sinn gekommen.

Welche Themen sollten in Kinderbüchern öfter behandelt werden?

Das sollte man je nach Altersstufe sicher differenzieren. Für die Kleinen ist es auf jeden fall anders als für die Schulanfänger, die Viertklässler oder die darüber. Was aber spätestens ab 5 immer eine Rolle spielen sollte ist die kritische Reflexion des Kindes, seiner Bezugspersonen in der Welt. Es fängt damit an, dass die Kids den Unterschied zwischen Information und Wissen erfahren sollten. Hört sich theoretisch an, ist es aber nicht. Information ist alles was man hört, liest, sieht und irgendwie reflektieren muss. Wissen ist das was durch „autorisierte“ Instanzen geprüft ist (nicht zu verwechseln mit absoluter Wahrheit oder Wissen)

Finden Sie es – wie es manche Politiker fordern – wichtig und richtig Kinder schon früh mit Toleranzthemen wir Integration oder gleichgeschlechtlicher Liebe zu konfrontieren?

Ich finde es richtig Kinder sukzessive mit der Welt bekannt zu machen. Toleranz ist ein Teil davon, Abgrenzung der eigenen Persönlichkeit eine andere. Kinderbücher sollen Altersgerecht von allem sprechen dürfen. Sie sollten nicht wirklich brgrenzen oder übertreiben. Aber auch nichts tabuisieren.

Finden Sie nicht auch, dass einige Kinderbücher (Struwwelpeter und einige andere Märchen) recht brutal sind?

Struwwelpeter und Märchen sind in mancher Hinsicht brutal. Vor allem aus Sicht Erwachsener. Ich denke Kinder sehen oft im Wesentlichen die Botschaft und nicht den wirklich abgeschnittenen Daumen oder den verhungernden, wegfliegenden Menschen.

Was ist Ihrer Meinung das Geheimnis von Märchen? Wieso erfreuen sie sich noch heute bei vielen Kindern großer Beliebtheit?

Es sind Welten, in denen alles möglich ist und zwar mit Beteiligung des Personals ihrer Umgebung und fantastischen, ihren unterschwelligen Wünschen oder Ängsten entsprechenden Imaginationen. Sie sind so anders und doch so vertraut. Manchmal Shining für Kinder!

In welcher Hinsicht haben sich Kinder und Jugendbücher Ihrer Meinung nach in den letzten 20 Jahren gewandelt?

Für mich schwer zu sagen. Vielleicht sind sie auf dem Weg weniger Angst, Zwänge und Sanktionen zu thematisieren. Statt dessen, mehr Offenheit, Unabhängigkeit und persönliche Gefühle zu vermitteln.

Wollten Sie schon immer Autor werden?

Ach, vielleicht ja, vielleicht nein. In meinen Zwanzigern habe ich immer geschrieben, wenn ich unglücklich war. Dann außer Beruflichem nichts weiter und nun wieder mehr. Bin ich ein Autor? Ja mittlerweile schon. Es war ein Prozess in nicht-linearen Schüben.

Wie entspannen Sie sich zuhause am besten?
Mit Lesen und Schreiben.

Bringen Sie auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die Sie selbst erlebten, mit in das Buch ein?

In verschlüsselter und manchmal in klarer, direkter Weise ja.
Worum geht es, in Ihren Worten, in Ihrem Buch?
Es sind drei Geschichten, die alle mit Tierforschung zu tun haben.
Die erste ist eine Geschichte unfreiwilliger Komik zwischen einer jungen Frau und einem Stachelschwein in der Wildnis von Namibia. Sie ereignet sich beim Aufenthalt zweier Forscher aus Deutschland bei Zoologen, die versuchen Geparde lebend zu fangen um ihnen Sendehalsbänder umzuhängen, damit sie besser vor Wilderei geschützt werden.
Paulino handelt von den Abenteuern, die ein Forscher mit einem pfiffigen und immer zum Ausreißen bereiten Oktopus erlebt.
Leopard ist die Geschichte eines Forschungsabenteuers in Sri Lanka. Die Forscher begegnen vielen Tieren, erleben lustige und gefährliche Abenteuer mit Schlangen, Büffel, Drachen Fliegenden Hunden und stellen am Ende der Geschichte fest, das der von ihnen gesuchte seltene Leopard viel mehr Übersicht über die Situation hatte als sie selbst.  

Was ist das Besondere an „Stachelschweintanz“ und den anderen beiden Kurzgeschichten?
Die Geschichten basieren auf meinen tatsächlichen, und/oder den Erlebnissen meiner Forschungskollegen. Die Leser werden unterhalten, können lachen, mitfiebern und lernen quasi en passant etwas über die vorkommenden Tiere, das Land und die Forschung mit Tieren. Das wirklich besondere ist die Verquickung von Abenteuern, Lernen, und Spaß. Das gibt es im Kinderbuch bisher offenbar kaum, wie meine Recherchen in Kinderbuchgeschäften zeigten. Die Kids lernen, dass Forschung in fremden Ländern auch Abenteuer bestehen und Vergnügen haben bedeuten kann. Hierdurch hebt es sich von märchenhaften, oder nur wissensvermittelten Büchern deutlich ab. Auch ist die Altersgruppe die ich anspreche notmalerweise zu inhomogen um dasselbe Buch zu lesen. Hier geht es vom Vorlesen und erklären bis zum selbst Lesen.
Ein weiteres Novum, wie ich meine sind die Bilder, die ich selbst während dieser Forschungen gemacht habe. Hierdurch ist es wie bei Lesungen, als Autor bin ich im Buch anwesend und man sieht wer da erzählt in den Bilder oder durch die Bilder, die ich zum großen Teil selbst gemacht habe. Dort wo mein eigenes Bildmaterial nicht hinreicht, ergänzte ich mit gekauften Bildern oder solchen aus dem CC-Pool.    

Wie hat es sich angefühlt, neben dem Ebook auch ein Printbuch veröffentlich zu haben?
Ich merkte im Laufe der Zeit, dass mein ebook zwar gekauft wurde, bekam aber das feedback, dass es vorwiegend Eltern kauften, die es vorlasen. In Deutschland haben noch wenige Kinder einen eigenen Reader daher sind die Käufe für selbstlesende Kinder noch relativ gering, es sei denn, sie dürfen den Reader von papa oder Mama benutzen. Auch sind die meisten Reader nur für schwarz/weiß Darstellungen geeignet. Dadurch entgeht dem Leser schon einiges, da viele Abbildungen erst in Farbe richtig wirken. Die Lösung war ein gedrucktes Buch. Nun wollte ich nicht bei den Verlagen Klinken putzen und machte es mit einem Amerikanischen Verlag allein. Das Schreiben, Planen, Setzen, Formatieren und die Endkontrolle und dem Marketing und Vertrieb machte ich alles selbst.  Meine Idee war, wenn es gut wird kommt irgendwann ein Verlag auf mich zu. Das ist jetzt geschehen. Im Herbst wird eine neue Auflage (die erste ist derzeit vergriffen) auf dem deutschen Markt im Satzweiss Verlag – Chichily Agency erscheinen. Das Buch wird auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich darf es präsentieren, vielleicht sogar mehrere Lesungen durchführen. 

Warum haben Sie überwiegend Fotos der eigenen Expeditionen für die Geschichten genommen und keine Illustrationen?
Ich habe es schon weiter oben beschrieben aber ich habe die elektronische und die gedruckte Neuauflage mit vier neuen Illustrationen bereichert und zwar immer dort, wo eine Zeichnung eine besondere Situation deutlich macht, z.B. Paulino (der Krake) hockt in der Kloschüssel, Lisa „tanzt“ auf dem Geparden-Stachelschwein-Käfig und der Leopard sitzt … (aber das verrate ich nicht, das sollen die LeserInnen selber sehen. Die Zeichnerin, ZARA Stetten ist eine junge Frau, 19 Jahre, die bis zu ihrem 17 Lebensjahr mit ihren deutschen Eltern in Vietnam und Thailand gelebt hat und jetzt nach Hamburg gezogen ist. Sie besucht eine Fachschule für Illustration.  Vor kurzem hat sie die Illustrationen für das Buch angefertigt und sie sind nun auch Teil ihrer Präsentations-Mappe. Ich werde in Zukunft sicher noch mehr mit ihr zusammenarbeiten.    

Was hätten Sie sich für Ihr Buch noch gewünscht?
Noch viel mehr LeserInnen und mehr Zeit um es noch besser machen zu können. Darüber hinaus sind mir die aufmerksamen Gesichter der Kinder bei meinen Lesungen, in denen ich immer eine Geschichte lese, und die Fragen nach dem wie und wo und warum und „sind sie wirklich dort gewesen?, … gibt es Paulino in Neapel tatsächlich?“ und „Wie wird man Biologe?“, genug Zuspruch, um mich schon nach dem nächsten Buch mit schönen Geschichten zu sehnen. Denn in meinem Kopf sind noch etliche vorhanden.
Sie haben angeboten, über wilde Lieblingstiere von Kindern zu schreiben, und dazu einen Malwettbewerb ausgerufen. Wie kam es zu dieser Idee?
Die Idee hatte ich anlässlich eines Mädchen, das meine Geschichte zur Probe gelesen hat. Es setzte sich spontan hin und malte das Stachelschwein. Da hatte ich die Idee Kids zu Mitautoren zu machen. Ich konnte zwar nicht garantieren, dass ich mit allen von den Kindern gewünschten Tieren eine eigene Geschichte erlebt hatte, aber soviel schriftstellerische Freiheit habe ich, dass ich für solche Fälle einen Ausweg finde. So wurde aus einem eingeschickten Jaguar einfach die Geschichte über einen Leoparden. So entstand die Geschichte Leopard, die mittlerweile zu den beiden ersten Geschichten hinzugefügt wurde.

Halten Sie ohnehin alle Reiseerlebnisse fest oder haben Sie sich erst im Nachhinein so präzise damit auseinandergesetzt, um daraus eine Geschichte zu schreiben?
Ich habe bis auf eine Wanderung der Grande Route in Korsika nie ein Reisetagebuch geschrieben. Es sind Fotos, oder Erinnerungen, manchmal auch die meiner Freunde und Kollegen, die mir helfen die Situationen und Atmosphäre zu rekonstruieren.

Warum reizen Sie wilde Tiere und nicht auch Haustiere wie Hunde, Katzen und Pferde?
Ich bin Zoologe und interessierte mich schon immer für wilde Tiere. Ich hatte auch Hunde als Kind, aber mein Vater hat mir beigebracht, sie als Tiere und nicht als Menschersatz zu behandeln. Wer das tun will, meinetwegen, aber ich mag keine im Bett schlafenden Hunde oder Katzen und deren Geschichten. Märchenhafte Erzählungen mit Kindern kann ich wahrscheinlich auch gar nicht schreiben. Ich verbinde mit Tieren immer etwas was ich wissen will. Also was da draußen, außerhalb meiner vier Wände geschieht. Pferde finde ich schon besser, Aber da ist es mehr die evolutionäre Geschichte dieser faszinierenden Tiere und ihre Physiologie. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, diese typischen Pferde-Mädchen-Bücher zu schreiben. Dazu bin ich zu konkret und unsentimental.
Was ist die Zielgruppe Ihres Buches? Nur der deutschsprachige Markt, oder wünschen Sie sich zukünftig auch Übersetzungen für andere Länder, zum Beispiel die Heimatländer der Tiere?
Natürlich ist der deutschsprachige Raum die Hauptzielgruppe. Allerdings wird das Kinderbuch auch in USA, Italien, Spanien, UK und Frankreich gekauft. Hier handelt es sich aber um deutschsprachige Leser bzw. deren Eltern, die mein Buch, wie alle anderen auch, auf der Amazon Seite finden. Es gibt schon eine Übersetzung des Stachelschweintanzes. Dann heißt es Porcupine Polka. Es ist jedoch noch nicht erschienen, ist aber für den Winter dieses Jahres geplant. Die Heimatländer der Tiere die im Buch eine Rolle spielen? Hmmm. Italien sagte ich schon, aber Afrika oder Asien ist schwer. Die Übersetzung in diese Sprachen ist aufwändig und teuer. Ich habe keine Erfahrung damit. Vielleicht, wenn es mal mehrere Folgen gibt.   

Suchen Sie gezielt nach Besprechungen Ihres ebooks?
Natürlich, welcher Autor täte das nicht. Allein auf Amazon.de habe ich schon 13 Rezensionen mit 5 Sternen, allerdings auch einen Verriss mit 1 Stern, aber damit muss man als Autor leben und wenn das Verhältnis von Plus zu Minus so deutlich ist, kann ich damit gut leben. Auch das Echo im Internet ist sehr erfreulich, was man allein schon daran erkennt, dass ich in dieser Kinderbuch-Woche präsent sein darf und meine Antworten auf den Fragebogen schreibe. 🙂
Fürchten Sie schlechte Bewertungen, besonders wenn so viel eigene Erfahrungen darin stecken?
Natürlich ist Lob angenehmer als Kritik und wenn sie denn dann eher emotional, aggressiv und wenig konstruktiv ist, tut sie auch weh. Insbesondere wenn der Kritiker nicht erkennt, dass es sich zum großen Teil um persönliche Erfahrungen handelt. Über Stil, Sprache Inhalt kann man trefflich streiten, aber konstruktiv mit einem Text umzugehen verlangt auch gewisse Fähigkeiten vom Kritiker. Diese sind manchmal aber nicht zu erkennen, was sehr schade ist, weil ich als Autor gern Anregungen zur Verbesserung aufnehme. Zumal ich als Naturwissenschaftler von der Kritik and meinen Erkenntnissen geprägt bin und versuche meine Schriften so selbstkritisch wie möglich zu betrachten.
Vielen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Beantworten der Fragen nehmen!
Wer immer noch Fragen hat, oder mit mir in Kontakt treten möchte: uwe.kullnick@email.deIch freue mich über ihr Feedback.
Ich habe zu danken Frau Schramm 
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[Themenwoche] Heute: Uwe Kullnick

Nach drei tollen Autoren möchte ich euch heute mit einem weiteren Autoren bekannt machen. Es geht wieder um ein Kinderbuch, und diesmal ist es tierisch…

Uwe Kullnicks Ebooks sind bereits mit zwei Preisen gewürdigt worden: 1. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2011 für „Die Zeichnung“ und den 3. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2012 für „Der Buckel“. Heute geht es aber um das Kinderbuch „Stachelschweintanz“, das im Herbst in der 2. Auflage als Printbuch erscheint.


Sehr geehrter Herr Kullnick, stellen Sie sich den Lesern bitte kurz vor. Was machen Sie – und wie sind Sie Autor geworden?


Uwe Kullnick:ENDLICH habe ich Zeit und Muße für meine bisher heimliche Leidenschaft – Schreiben!
Wieso endlich? Ja, eine berechtigte Frage. Eigentlich ist es nicht zu trennen. Mein Leben bisher und das Warten endlich wieder Schreiben zu können.
Vieles von dem, was ich jetzt zu Papier bringe wäre mir ohne die vergangene Lebenszeit und vor allem ohne die Aktivitäten, Berufe, Reisen, Aufgaben, Erfolge und Enttäuschungen meines Lebens (man nennt es wohl auch Erfahrungen) nicht in den Sinn gekommen. Die Gedanken, Geschichten und Romane und nicht zuletzt die Sprache sind gereift und stehen jetzt Schlange um in die Welt zu treten und hoffentlich, und das ist die Eitelkeit jedes Schriftstellers, gelesen zu werden.
Vielleicht interessiert es den ein oder anderen, wie der Weg war, der mich bis hierher gebracht hat. Es würde mich sehr freuen.

Als Sechsjähriger hatte ich Lungen-Tuberkulose und wurde allein und mit der Bahn an die Nordsee verfrachtet. Diese Erfahrung hat mich mein Leben lang begleitet. Genau so, wie die Tatsache, dass meine Mutter linksseitig gelähmt war, weil sie bei dem Kaiserschnitt der mich zur Welt brachte einen Schlaganfall hatte. Meine Kindheit war gewissermaßen schon dadurch etwas schief, ebenso wie meine Mutter danach schief im Leben stand. Aus dem Gymnasium rausgeschmissen machte ich die Volksschule fertig, absolvierte die Handelsschule mit Ach und Krach und lernte Steuergehilfe.
Ein furchtbarer Beruf – für mich jedenfalls. Aber mein Vater war Steuerberater und mit gelähmter Frau und insgesamt drei Kindern, war es das Einfachste diesen Beruf zu erlernen. Mein Vater starb viel zu früh, und so brauchte ich ein neues Ziel. Ich fand es. Damit endete der schiefe Teil meiner Kindheit, der angedauert hatte, bis ich vierundzwanzig war.
Mein Ziel? Ich wollte Zoologe werden! Am beste so etwas wie Grzimek oder Konrad Lorenz: Mit Volksschulabschluss ein außerordentlich kühnes Unterfangen. Also machte ich mein Abitur nach und schrieb mich in der Uni Braunschweig ein. Ziel Zoologie. Ich bestand meine Prüfungen mit sehr gut und hängte gleich eine Promotion dran. Meine akademischen Schwerpunkte als Dr. rer. nat. sind Biologie (Zoologie), Neurophysiologie Anthropologieund Sexualpsychologie. Ungefähr vierzehn Jahre später war ich C1 Professor im Zoologischen Institut für Tierphysiologie an der Uni Braunschweig. In dieser Zeit durfte ich viele Erfahrungen der praktischen Forschung machen über die ich auch in meinen Büchern berichte. Später wurde ich Vice President eines großen Industrieunternehmens und verantwortlich für Risikothemen, Risikokommunikation und Umweltschutz. Hier war ich global verantwortlich und aus dieser Zeit rühren ebenfalls viele meiner Reiseerfahrungen. Mindesten sechzig Länder habe ich besucht und viele Eindrücke und Erlebnisse mitgenommen.

All das war und ist die Grundlage meines Schreibens das ich in der Zwischenzeit zwar immer, aber viel zu selten ausüben konnte. Ich erinnere mich an sehr Vieles aus dieser Zeit und beschreibe Gewesenes, Mögliches, Wahrscheinliches und Ausgedachtes in Kurzgeschichten, Erzählungen, Artikeln und Romanen manches sogar unter Pseudonym. Es beginnt jetzt ein ganz normales Schriftstellerleben, dass ich so genießen werde, wie ich hoffe, das es die Leser mit guten Texten versorgen wird.


Vielen Dank! 

Heute um 18 Uhr wird die Rezension zu „Stachelschweintanz“ online gehen.
Um 19 Uhr erfahrt ihr noch mehr über das Leben des Autors – seid gespannt!

Schaut auch auf die Homepage des Autors.

Uwe Kullnicks Veröffentlichung

NEUE PRINTAUSGABE: Stachelschweintanz 2. Auflage (vorher Leopard) (Präsentation Frankfurter Buchmesse, Herbst 2012)
Ebooks:
HÖRBÜCHER:
Der Buckel(Groteske) 
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[Interview] Heidemarie Brosche

Nachdem ihr nun erfahren habt, worum es in Casting geht, beantwortet Heidmarie Brosche nun eure Fragen. Hier ist die Autorenvorstellung und hier die Rezension.

Readandbeyourself: Wie sieht dein perfekter Tag aus?
Heidemarie Brosche: Mein PERFEKTER Tag?! Nicht vom Wecker geweckt werden, ausgiebig frühstücken mit vielen Tassen Tee, dabei Zeitung lesen und/oder Gespräche führen, dann aber auch schon an den PC. Schauen, was an Mails da ist, auf facebook „vorbeischauen“, schreiben. Mich nicht ums Mittagessen kümmern müssen, sondern bekocht werden, danach weiterschreiben. Nachmittags von meinem Mann zum Cappuccino gerufen werden, dann noch mal an den PC. Abends etwas Schönes vorhaben – Film oder Treffen mit Freunden oder schönes Buch oder – bei Sommerwetter draußen sitzen, solange es geht. Abends auch sehr gerne Wein – im Sommer leichter Weißwein, in der kälteren Jahreszeit Rotwein.

Was ist dein Lieblingsbuch, -autor und -genre?

Ich habe kein Lieblingsbuch, keinen Lieblingsautor. Aber „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer fand ich zum Beispiel ein wunderbar leichtes Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Ich lese recht oft Fachliteratur, so dass ich Romane, die nicht seicht, aber spannend sind, sehr genießen kann – gelegentlich auch Krimis wie die von Henning Mankell.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinen oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?
Kurt Tucholskys Satz „Erfahrung ist gar nichts. Man kann eine Sache auch 35 Jahre lang falsch machen.“ liegt mir sehr, da er sich gegen satte Selbstzufriedenheit wendet und zur steten kritischen Reflexion von menschlichen Verhaltensweisen – auch der eigenen – anspornt.

Hast du in deiner Kindheit bzw. jetzt als Erwachsener selber gerne Bücher gelesen (und liest noch)?
Ja, Lesen ist seit meiner Kindheit eine DER großen Freuden meines Lebens.

Wo schreibst du am liebsten?
Ich schreibe sehr gerne in meinem Arbeitszimmerchen, aber auch im Zug, im Flugzeug, in Wartesituationen (Arzt, Autohaus …) oder auf einer Fähre – wie in diesem Moment ;-).

Hast du beim Schreiben ein bestimmtes Ritual, wie z. B. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?
Obwohl ich sehr gerne Musik höre – und zwar von Klassik bis zu kräftigen Stampfrhythmen – und mir deshalb eine kleine Stereoanlage in mein Zimmer gewünscht habe, schreibe ich inzwischen doch am liebsten „in Ruhe“.

Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Je nach Thema bitte ich meinen Mann oder meine Söhne, sich bestimmte Textstellen oder auch mal ein ganzes Manuskript kritisch durchzulesen. Und wenn es um Dinge geht, von denen sie mehr verstehen als ich, zapfe ich sie natürlich auch für Sachinformationen an.

Wo holst du dir deine Inspirationen her?
Eigentlich kann mir alles als Inspiration dienen: mein eigenes (Er-)leben und (Er-)Leiden, das, was ich in meinem persönlichen Umfeld wahrnehme, oft auch in der Schule, aber immer wieder auch die Erinnerung an das Kind, das ich mal war.

Wolltest du schon immer Kinder- und Jugendbücher schreiben?

Ganz klar: Nein! Auf die Idee kam ich erst als junge Mutter. Geschichten und Gedichte geschrieben habe ich allerdings schon als kleines Grundschulkind, wovon noch heute ein kleines Büchlein mit dem – von mir – handgeschriebenen Titel „Selbstgedichtedes“ zeugt.

Wie hast du dich für das Genre entschieden, in dem du deine Bücher schreibst?
Das hat sich so ergeben. Als Erstes hatte ich eine kleine Bilderbuch-Idee. Mit der konnte ich aber bei keinem Verlag landen, wohl aber mit Vorlese-Geschichten. Dies erfreute mein Herz zwar, aber ich drängte zur „längeren Form“, so dass ich irgendwann Erstleser und Kinderromane schrieb. Gleichzeitig verarbeitete ich voller Leidenschaft mein Mutterleben schreibend und hatte einige Jahre feste Kolumnen in zwei Zeitschriften. So „übte“ ich auch das Schreiben für Erwachsene, was  ebenfalls in einige Buchprojekte mündete. Zuletzt dachte ich: „Nun habe ich durch meine Söhne und  durch meine SchülerInnen unaufhörlich mit Jugendlichen zu tun. Da sollte ich doch mal versuchen, für diese Altersgruppe zu schreiben.“ Ich weiß, das klingt ein bisschen nach Hansdampf in allen Gassen, aber ich fühle mich mit dieser Vielgleisigkeit sehr wohl.

Durftest du an der Covergestaltung mitarbeiten?
Nicht bei allen Büchern, aber bei manchen.

Bringst du auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die du selbst erlebst, mit in das Buch ein?
Gibt es in deinen Figuren Teile von dir?

Allerdings, das kann und will ich gar nicht vermeiden.

Liegt dir eine Person deiner Bücher besonders am Herzen?
Im Prinzip immer die Person, die in meinen Augen am meisten Hilfe braucht. Der versuche ich dann in meinen Geschichten dazu zu verhelfen, dass sie sich selbst besser helfen kann.

Entwickeln sich die Charaktere in den Büchern eigenständig, oder ist alles schon am Anfang geplant?
Es ist immer schon eine Menge geplant, aber ich MUSS meinen Charakteren eine gewisse Freiheit lassen, nur so komme ich zu in meinen Augen guten Geschichten. Wenn ich vor meiner Autorinnentätigkeit gehört habe, dass Buchfiguren ein Eigenleben entwickeln können, habe ich das nicht verstanden. Heute erlebe ich es sozusagen am eigenen Schreiben.

Liest du den eigenen Kindern deine Bücher vor, oder greifst doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Früher habe ich ihnen schon mal was von mir vorgelesen, aber jetzt sind sie zu alt dafür. Natürlich habe ich ihnen viel, viel öfter von anderen Autoren als von mir vorgelesen.

Könntest du dir vorstellen, das Genre mal komplett zu wechseln?
Ich hüpfe ja ohnehin von Genre zu Genre, insofern kann ich mir ziemlich viel vorstellen, nicht aber das Schreiben von Fantasy- und auch nicht von Horrorromanen.

Was hältst du von Ebooks?
Ich halte überhaupt nichts davon, sie zu verteufeln, wenn ich auch selbst nach wie vor das Blättern in Büchern aus Papier vorziehe.

Wie schafft man es kindgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen.
Inzwischen sitzt da wohl ein kleiner Zensor in meinem Kopf, der allzu Kompliziertes gar nicht erst in den PC fließen lässt. Ich denke, es ist eine Frage der Übung – und vielleicht auch des Gefühls für angemessene Sprache.

Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Kinderbuch aus? Erst mal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks?
Nein, so streng bin ich da nicht mit mir. Während des Schreibens kann es aber schon sein, dass ich mir ein bestimmtes Kind vorstelle, das sich im Alter meiner Zielgruppe befindet. Aber im Großen und Ganzen verlasse ich mich auf mein Gefühl, das sich vermutlich leichter einstellt, wenn man – wie ich – viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat – auch bei Lesungen. Letztere halte ich vor jungen Menschen von drei bis ca. 16 Jahren.

Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch?
Welchen Rat hast du für angehende Autoren?

Ich mache mir unglaublich viele Notizen, und zwar zu allen möglichen Gelegenheiten. Deshalb muss natürlich immer etwas zum Schreiben greifbar sein. Die Notizen übertrage ich dann – bereits strukturierend – auf den PC. Manches tippe ich auch gleich direkt ein. Ich mache mir Gedanken darüber, welche Eigenarten diese oder jene Figur haben könnte, wie sie spricht, wie sie sich Freunden gegenüber benimmt, worüber sie sich ärgert, was sie besonders gut kann …
Dann beginne ich – meist mit dem Anfang. Was wie ein Witz klingt, ist keiner. Denn manchmal habe ich so große Lust auf eine bestimmte Szene, dass ich unbedingt mir der anfangen will – und sie dann erst später in die Geschichte einpasse.

Was sollte man beim Schreiben von Kinderbüchern am besten vermeiden?
Kinder zu langweilen und Kinder für dumm zu verkaufen.

Findest du es – wie es manche Poltiker fordern – wichtig und richtig, Kinder schon früh mit Toleranzthemen wie Integration oder gleichgeschlechtlicher Liebe zu konfrontieren?
Ich finde es nicht schlimm, Kindern Bücher über Integration oder gleichgeschlechtliche Liebe „zuzumuten“, aber ich finde es viel sinnvoller, Themen wie diese ganz selbstverständlich in Geschichten vorkommen zu lassen.

Was war dein Lieblingsbuch als Kind?
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich EIN Lieblingsbuch hatte, aber ich weiß, dass ich z. B. Astrid Lindgrens Bullerbü-Bücher sehr, sehr geliebt habe.

Wie entspannst du dich zuhause am besten?

Ein entspannendes Wannenbad genehmige ich mir nicht allzu oft, aber wenn, dann weiß ich es sehr zu genießen. In der wärmeren Jahreszeit kann mich auch ein Sonnenbad sehr zur Ruhe bringen.

Worum geht es, in deinen Worten, in „Casting“?
Ein junges Mädchen aus einfachen Verhältnissen, das bisher nicht viel Erfolg im Leben hatte, nimmt an einem Model-Casting teil, das für Pärchen ausgeschrieben ist. Wider Erwarten ist sie mit ihrem Partner von Anfang an erfolgreich, ja, sie verstehen sich auch noch außerordentlich gut. Durch einen Sturz mit Verletzungsfolge, den sie vermutlich einer Konkurrentin verdankt, ändert sich alles. Am Ende ist sie … Nein, das verrate ich jetzt nicht. Nur so viel: … um Erfahrungen reicher und innerlich gereift.

Wie bist du auf die Idee zu „Casting“ gekommen, und wann zum ersten Mal? Hast du so einen Konkurrenzkampf schon selber in deiner eigenen Umgebung beobachten oder warst vielleicht sogar mittendrin?
In diesem Fall wurde ich vom Verlag gefragt, ob ich mir das Thema vorstellen könnte. Ich war mir erst gar nicht sicher, aber dann las ich jede Menge Artikel und Bücher und führte Gespräche, bis ich plötzlich in der Geschichte drin war.

Wieso ist das Thema für dich wichtig?
Findest du alle im Fernsehen übertragenen Castingshows verwerflich?

Wichtig scheint mir, den jungen LeserInnen einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, ihnen zu zeigen, dass das, was im Fernsehen zu sehen ist, oft wenig mit der Realität zu tun hat.
Um die zweite Frage beantworten zu können, müsste ich alle Shows kennen. Das tue ich aber nicht. Es geht mir auch gar nicht darum, Castingshows oder gar ihre Fans zu verurteilen, sondern den jungen ZuschauerInnen zu einer kritischen Distanz zu verhelfen. Dies klingt jetzt ganz so, als habe ich das Buch nur aus erziehlichen Gründen geschrieben. Das stimmt aber nicht. Ich hoffe, dass die Geschichte an sich gerne gelesen wird.

Warum ist es dir so wichtig, über Themen zu schreiben die auch etwas vermitteln? Möchtest du nicht einfach auch mal eine nette Geschichte ohne pädagogischen Hintergrund schreiben, oder kommt das von alleine?
Das ist eine Gratwanderung. Nur seicht plappern möchte ich nicht, aber die moralische Keule schwingen auch nicht. Ich glaube, es ist mit meinen Büchern wie mit mir: Ich laufe auch nicht immer mit einem Schild herum, auf dem ich meine politische und weltanschauliche Meinung kundtue, aber wenn es sich ergibt, bekenne ich mich ganz klar zu meiner Meinung.

War „Casting“ von Anfang an als Schulausgabe geplant?
Ja, war es. Aber ich würde mich freuen, wenn es nicht nur als Klassenlektüre gelesen wird.

Hältst du dich beim Schreiben von deinen Büchern immer an deine eigenen Tipps, wie du sie im Ratgeber gibst?
Das kann ich so nicht beantworten. Da müsste ich glatt meinen Ratgeber noch mal lesen. 😉 Ich denke aber schon, dass ich das im Hinterkopf mit mir herumtrage.

Wieso ist es dir wichtig, „Lesemuffel“, wie du selbst sagst, zu wecken?
Ich finde, Leseförderung orientiert sich zu oft an den Kindern und Jugendlichen, die aus gebildeten Elternhäusern kommen und von daher „dem Buch“ ohnehin schon recht nahe sind. Natürlich besteht auch hier die Konkurrenz durch PC, Internet usw., aber es gibt lesende Vorbilder, lesende Menschen im Bekanntenkreis, Gespräche … Die Kinder und Jugendlichen aber, bei denen es zu Hause kein Buch gibt und die Bücher fast schon als etwas Bedrohliches empfinden, liegen mir viel mehr am Herzen. Wenn sie nicht bis zum Ende der Schulzeit einen Zugang zu Büchern erhalten, kann es sein, dass sie ihn nie mehr kriegen. Und das fände ich sehr, sehr schade.

Meinst du, Ebooks sind eine Möglichkeit, mehr Kinder (und auch Erwachsene) zum Lesen zu bringen? 
 Das kann ich nicht beurteilen, aber warum sollte man es nicht versuchen. Wenn die Sache mit dem Urheberrecht klar ist, wenn es weiterhin „echte“ Bücher gibt, warum dann nicht einen anderen,  „modernen“ Weg zum Leser einschlagen?

Würdest du, wenn es nicht anders möglich ist, auch Ebooks veröffentlichen oder dann lieber darauf verzichten?  
Natürlich würde ich das. Ich wüsste gar nicht, warum nicht. Aber ich denke, es gibt keinen Grund für eine Entscheidung. Beide Formen können doch nebeneinander stehen und nicht in Konkurrenz zueinander.

Worin unterscheidet sich dein Ratgeber von anderen?
Er ist kein rein sachlicher Ratgeber, der Ratschlag an Ratschlag reiht, sondern er begleitet mich von der Zeit meiner allerersten Schreibversuche bis zu dem Moment, wo ich anfing, mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Ich lasse die Leser teilhaben an den Fehlern, die ich gemacht habe, verheimliche aber auch nicht, was ich rückblickend in meinen Augen gut gemacht habe und damit zur Nachahmung empfehle. Eingestreut findet man dann aber doch eine Vielzahl von Sachinformationen.

Wie gehst du mit Kritik um?
Sie tut mir IMMER weh – im ersten Moment, das gebe ich zu. Aber dann versuche ich mich mit ihr auseinanderzusetzen und zu überlegen: Tobt sich hier jemand aus oder kann ich aus der Kritik vielleicht sogar lernen?

Wie gehst du mit den neuen Möglichkeiten, mit Lesern in Kontakt zu treten (wie Facebook, Blogs und Amazon) um?
Nach langem Ringen bin ich im letzten Jahr Facebook beigetreten und dadurch auch mit einigen Bloggerinnen in Kontakt gekommen. Dies finde ich eigentlich sehr schön. Dass mir so manches an Facebook überhaupt nicht gefällt, will ich aber nicht verhehlen. Auch auf lovelybooks hatte ich  kürzlich Kontakt zu zahlreichen LeserInnen – und war erstaunt, welch reger Austausch da entstehen kann.

Was war das schönste Erlebnis mit „Fans“?
Schön ist es immer, wenn Kinder oder Jugendliche mir nach der Lektüre meiner Bücher oder nach Lesungen schreiben. Und ganz besonders freue ich mich, wenn dies in etwa so klingt: „Eigentlich lese ich nicht besonders gerne, aber Ihr Buch hat mir richtig Spaß gemacht. …“

Wird es von dir noch weitere Jugendbücher geben?
Das will ich hoffen! Gerade schreibe ich wieder eines.

Vielen vielen Dank für deine Zeit!

Das habe ich sehr gerne gemacht.

Das Buch „Casting“ hat Heidi, die Cappuccino-Mama, gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

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[Interview] Hans-Christoph Liess

Nachdem wir nun über ein Jugendbuch in Ebookformat mehr erfahren haben, beantwortet heute Hans-Christoph Liess unsere bohrenden Fragen. Nicht ganz einfach, da er ja ein sehr schweres Thema gewählt hat…
Readandbeyourself: Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?
Hans-Christoph Liess: Puh, das ist schon so lange her… Nein, Spass beiseite, ein perfekter Tag ist natürlich einer, an dem ich mir abends beim Zähnputzen denke: war das ein toller Tag! Die Gründe können eigentlich ganz unterschiedlich sein. Wichtige Zutaten könnten aber zum Beispiel ein Ausflug ans Meer sein, ein besonders guter Kaffee, unerklärliche gute Laune, wenn ausnahmsweise beide Kinder gesund und gut gelaunt sind oder wenn man jemanden trifft, mit dem man sich gut unterhalten kann.
Kaffee oder Tee?
Kaffee (siehe oben). Ich mag Tee eigentlich auch, trinke ihn aber nie. Warum weiss ich auch nicht.

Wie haben sie sich für das Genre entschieden, in dem sie Ihre Bücher schreiben? Wollten Sie schon immer ein Kinderbuch schreiben oder war das etwas, was Sie später herausgefunden haben? Wollten Sie schon immer ein Kinderbuch schreiben? Wie sind Sie auf die Ideen für das jeweilige Buch gekommen?

(Sammelantwort) Ehrlich gesagt, habe ich mich eigentlich nie dafür entschieden, ein Kinder- oder Jugendbuch zu schreiben. Ursprünglich hatte ich auch nicht viel mit Wirtschaft am Hut, sondern es war so: Vor ein paar Jahren wurde ich gefragt, ob ich nicht an einem Forschungsprojekt zur Wirtschaftsgeschichte mit machen möchte. Ich hatte von Wirtschaft zwar keine Ahnung und war mir auch sicher, dass das ziemlich langweilig ist, ließ mich aber trotzdem überreden. Und dann war ich erst einmal lange damit beschäftigt, mich in die Wirtschaft und ihre Theorien einzuarbeiten. Und als ich dann langsam das Gefühl hatte, etwas verstanden zu haben, haben mich zwei Sachen verblüfft: erstens wie interessant das alles ist und wieviel das alles mit unserem täglichen Leben zu tun hat. Und zweitens, wie einfach Wirtschaft und ihre Theorien zu verstehen sind, wenn man die Mathematik einmal weglässt. Plötzlich habe ich alles mit anderen Augen gesehen, vom Kaffee, den ich morgens gekauft habe bis zur Kinokarte am Abend. Vor allem konnte ich mir nicht erklären, warum mir das alles vorher niemand erklärt hat, z. B. in der Schule. Irgendwann kam mir dann die Idee, dass ich ja versuchen könnte, das alles mal so aufzuschreiben, dass andere nicht jahrelang brauchen, um es zu verstehen. Und daraus ist dann das Buch geworden.

Haben Sie in Ihrer Kindheit bzw. jetzt als Erwachsener selber gerne Bücher gelesen (und lesen noch) und wenn ja, welches Genre?

Oh ja, ich bin bekennender Vielleser, deswegen finde ich ja auch diesen Blog so gut. Und wie die meisten Vielleser lese ich auch fast alles, ohne Gnade. Krimis, Belletristik, Jugendbücher, neue Sachen, alte Sachen…
Was ist Ihr Lieblingsbuch, -autor und -genre?
(Sammelantwort) Das ist wirklich schwer zu sagen, denn über die Jahre hat man natürlich immer wieder das Gefühl, dass ein Buch ein absolutes Lieblingsbuch ist. Ich überlege mal, was da so dabei war… Ja, ich glaube das letzte echte Highlight war auch ein Jugendbuch, nämlich „Löcher. Die Geheimnisse von Green Lake“ von Louis Sachar und Birgitt Kollmann. Oder ein echter Fan bin ich beispielsweise von John Steinbeck „Früchte des Zorns“ oder von den Büchern von Jonathan Franzen („Die Korrekturen“). So richtig tief unter die Haut ging mir kürzlich „Solaris“ von Stanislaw Lem. Da gibt es ja auch einen tollen Film mit George Clooney, aber das Buch ist wirklich viel besser. 

Haben sie ein Lieblingszitat aus ihren oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?

Da muss ich passen. Ich weiss, es gibt Leute, die können sich sogar ganze Gedichte merken. Aber ich bin froh, wenn ich mir die Titel und die Autoren merken kann!

Wo schreiben Sie am liebsten?

Das ist ganz einfach: im Zug. Denn ich bin Pendler und habe eigentlich nur im Zug Zeit zu schreiben und inzwischen glaube ich, kann ich woanders gar nicht mehr schreiben. Und wenn dann der Bordservice noch mit einem Kaffee kommt…

Haben Sie beim Schreiben ein bestimmtes Ritual haben, wie z. B. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?

Nein, einfach nur im Zug sitzen, aus dem Fenster kucken und drauflos schreiben.
Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Nein, meine Erfahrung ist, dass man mit Testlesern weder verwandt noch befreundet sein sollte. Denn man will ja ein möglichst unbefangenes und kritisches Urteil, und das klappt irgendwie nicht mit Freunden oder Familie, weil da immer die Beziehung mit reinspielt. Da kann man noch so oft sagen: „Sagt mir bitte ehrlich Eure Meinung!“
Würden Sie den eigenen Kindern Ihre Bücher vorlesen oder greifen Sie doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Das Problem stellt sich zum Glück nicht, denn ich schreibe ja keine Kinderbücher für kleine Kinder und wenn sie Jugendliche sind, wollen meine Kinder sicher nicht mehr von mir vorgelesen bekommen. Aber wer weiß?

Durften Sie an der Covergestaltung mitarbeiten?

Der Verlag war sehr nett und und hat mich immer um meine Meinung gefragt, aber beim Cover war ich eigentlich froh, dass das Leute mit viel mehr Erfahrung machen und ich bin auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
  
Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen her? Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch? Bringen Sie auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die Sie selbst erlebten, mit in das Buch ein?
(Sammelantwort) Ich glaube, dass man bei einem Sachbuch eine ganz anderes Inspiration braucht als bei einem Roman. Denn der Stoff steht ja eigentlich schon fest. Inspiration braucht man trotzdem, aber eher, wenn es darum geht, wie man den Stoff verständlich und nicht zu langatmig erzählt.  Inspirieren lasse ich mich da am ehesten vom Alltag, indem ich mich immer wieder frage: Mit welchem Beispiel aus unserem Alltag lässt sich dies oder das gut erklären?
Was halten sie von Ebooks?
Ich selbst habe da noch keine Erfahrung, aber ich fahre ja viel Zug und sehe, dass inzwischen wirklich eine ganze Menge Leute Ebooks lesen. Das scheint also gut zu funktionieren und wird vermutlich auch noch zunehmen. Aber so ganz ohne Geruch von Papier und Eselsecken? Ich bin auf jeden Fall noch nicht so weit.

 Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Jugendbuch aus? Erstmal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks? Wie schafft man es altersgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen. Was ist der große Unterschied zwischen Büchern für Erwachsene und Jugendbüchern, den man beim Schreiben immer im Hinterkopf haben sollte? Was sollte man beim Schreiben von Jugendbüchern am besten vermeiden?

(Sammelantwort) Jugendgerecht schreiben? Das finde ich ein schwieriges Thema. Denn wenn ich ehrlich bin, mochte ich als Jugendlicher am wenigsten die Bücher, bei denen ich das Gefühl hatte, da versucht jemand speziell für Jugendliche zu schreiben. Ich glaube eher, dass Jugendliche vor allem ganz normale Menschen sind, für die man auch ganz normal schreiben kann. Und Erwachsene sind auch nicht automatisch klüger als Jugendliche. Natürlich fehlt Jugendlichen oft ein spezieller Wortschatz. Aber das gilt bei meinem Thema für die meisten Erwachsenen genauso. Beim Schreiben des Buchs habe ich also eher versucht, so zu schreiben, dass es jemand ohne Vorwissen versteht, unabhängig davon, ob es ein Jugendlicher oder ein Erwachsener ist. Aber wie gesagt: Das gilt für Sachbücher, wie das bei Romanen ist, kann ich nicht beurteilen.

Was ist das beste Kinderbuch, das Sie je gelesen haben und warum? Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind?

(Sammelantwort) Endlich mal wieder eine einfache Frage: „Großer Tiger und Christian“ von Fritz Stern. Ich habe es als Kind vorgelesen bekommen und es ist das einzige Kinderbuch, dass ich nie wieder vergessen habe. Nichts davon. Ha, jetzt fällt mir auch ein Lieblingszitat ein, es lautet „sitzt du leicht und gut?“ und spielt eine große Rolle in dem Buch (siehe die Frage oben)!
Welche Themen sollten in Kinderbüchern öfter behandelt werden?
Ich habe eigentlich den Eindruck, dass es eine Menge wirklich guter Kinderbücher zu fast allen Themen gibt. Eine Lücke war vielleicht die Wirtschaftstheorie, aber die ist ja jetzt geschlossen 🙂.

Finden Sie nicht auch das einige Kinderbücher (Struwwelpeter und einige andere Märchen) recht brutal sind? Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis von Märchen? Wieso erfreuen sie sich noch heute bei vielen Kindern großer Beliebtheit?

Ja, das ist wirklich interessant. Denn meine Kinder fangen gerade an sich für Märchen zu interessieren und mir bleibt beim Vorlesen manchmal auch fast das Wort im Hals stecken. Aber man kann sagen, was man will, Kinder finden diese Geschichten einfach großartig! Erklären kann ich mir das auch nicht wirklich.
In welcher Hinsicht haben sich Kinder und Jugendbücher Ihrer Meinung nach in den letzten 20 Jahren gewandelt?
Da muss ich schon wieder passen, denn ich habe in den letzten 20 Jahren nicht viele Kinder- und  Jugendbücher gelesen. Das habe ich erst in letzter Zeit wieder entdeckt. Was ich aber an aktuellen Büchern kenne, vor allem bei Jugendbüchern, finde ich meistens gut. Vielleicht sind aktuelle Jugendbücher weniger pädagogisch und oft mehr auf reine Unterhaltung aus. Was ich gar nicht unbedingt schlecht finde, denn das Letzte was Jugendlich brauchen, sind gedruckte moralische Zeigefinger. Natürlich darf sich ein Buch mit ernsten Themen befassen. Aber ein gutes Buch wird es dadurch, dass es dem Leser auf eine Reise an einen Ort oder zu einem Thema mitnimmt, wo er noch nicht war oder gar nicht oft genug sein kann. Egal ob es ein Erwachsener oder ein Jugendlicher ist.

Wollten Sie schon immer Autor werden?

Nein, und ehrlich gesagt sehe ich mich auch heute nur begrenzt als Autor. Denn mein eigentlicher Beruf ist der des Wirtschaftshistorikers. Dazu gehört es zwar auch, Texte zu schreiben, die sind aber meistens so speziell und für so wenige Spezialisten als Leser gedacht, dass die Bezeichnung Autor es nicht richtig trifft. Und dass ich das Wirtschaftsbuch für Jugendliche und Einsteiger geschrieben habe, hat sich ja auch eher zufällig ergeben. Aber das habe ich ja schon erzählt.
Hören Sie gerne Musik, wenn ja welche?
Ich höre gerne Musik, am allerliebsten live. Aber meistens fehlt mir leider die Zeit dazu. Wenn ich aber dazu komme, dann bin ich dabei genauso wahllos wie beim Lesen und höre erschreckend viele Sachen durcheinander. Das liegt nicht unbedingt an einer Geschmacksverirrung, sondern daran, dass ich es selbst nicht hinkriege, mir Musik zu kaufen und dann höre ich eben alles, was mir mal jemand schenkt, empfiehlt oder was sowieso gerade läuft oder rumliegt.

Wie entspannen Sie sich zuhause am besten?
Ich vermute, so wie die meisten Menschen, aber wer weiss? Beispiele wären: einen alten Tatort kucken, mit einem Kaffee in der Hand aus dem Fenster starren, am Computer rumspielen (Heißer Tip: Adressdatei aktualisieren oder Desktop aufräumen!) oder aber, ganz ehrlich, Unkraut jäten. Das kann richtig meditativ sein.

Im ersten Kapitel wird die später viel zitierte Greta vorgestellt. Gab es diese wirklich oder ist sie nur eine gute Einleitung?

Die Greta aus der Einleitung gibt es wirklich! Aber sie heißt nicht so. Den Namen habe ich mir bei Freunden abgekuckt, die gerade ihre kleine Tochter so nannten, denn irgendwie fand ich den Namen passend. Was die Greta in den einzelnen Kapiteln angeht, sieht das schon schwieriger aus, da beruht das meiste weniger auf einer realen Greta, sondern mehr aus eigenen Erfahrungen, die ich dann Greta erleben lasse. Allerdings muss ich sagen, dass mir meine Greta von Kapitel zu Kapitel symphatischer wurde.

Warum sollte es ein Kinderbuch sein? Es gibt doch auch wissenschaftliche Lektüre für Studenten, die die Wirtschaftsgeschichte erzählen. Wenn es nicht als Kinderbuch geplant war, wann stand das fest, dass es eins wird?

Das ist eine gute Frage! Hm, da muss ich mal nachdenken. Übrigens gibt es gar nicht so viel wissenschaftliche Bücher, die beides zusammen erzählen, die Geschichte der Wirtschaft und die Geschichte der Wirtschaftstheorie. Vor allem nicht, wenn es einfach verständlich sein soll, auch für normale Leser. Aber um auf die Frage zurückzukommen, soweit ich mich erinnere, war schnell klar, dass es ein Jugendbuch werden sollte und das kam so: Nachdem ich mich eher zufällig ein paar Jahre lang in die Wirtschaftsgeschichte eingearbeitet hatte, was mir nicht unbedingt leicht viel, war ich wirklich erstaunt darüber, wie einfach Wirtschaftstheorien zu verstehen sind, wenn man mal die Mathematik weglässt. Und für mich selbst habe ich irgendwann gemerkt: Wirtschaft ist der Schlüssel zu so vielen Themen! Egal ob es um soziale Gerechtigkeit, um Umweltpolitik oder ganz einfach um meinen Kleidergeschmack geht, es hat immer viel mehr mit Wirtschaft zu tun, als man denken würde! Also habe ich mir gesagt, ich versuche mal, die wichtigsten Theorien und Geschichte für Normalsterbliche auf 150 Seiten zu erklären. Eigentlich ging es mir also darum ein Buch zu schreiben, von dem ich mir gewünscht hätte, dass mir das zu Schulzeiten mal jemand in die Hand gedrückt hätte. So wurde dann ein Jugendbuch daraus.
Und wie schwierig war es (oder ist es noch), das komplexe Wirtschaftssystem in einer ebenfalls für Kinder verständlichen Sprache zu erklären?
Mein großer Vorteil war hier, dass ich ja selbst vor nicht allzu langer Zeit als Quereinsteiger mir mühsam versucht habe, die verschiedenen Wirtschaftstheorien zu verstehen. Und da ich ja überhaupt keine ökonomische Vorbildung hatte, fiel mir das auch nicht unbedingt leicht. Aber wenn man selbst sich mal etwas Stück für Stück zusammengebastelt hat, kann man es natürlich besser anderen Anfängern erklären, als jemand, der sein Leben lang nichts anderes gemacht hat und überhaupt nicht mehr weiß, was schwer zu verstehen ist. Egal ob es Jugendliche oder Erwachsene sind. Und meine Erfahrung bislang zeigt eigentlich, dass das Buch von erwachsenen Anfängern ebenso gelesen wird, wie von Jugendlichen.
Wie entstand die Idee, die Texte mit Comics zu würzen? Und kannten Sie den Illustrator Gert Albrecht schon vorher?
Das war ja gar nicht meine Idee! Da ich sonst ja eher mit wissenschaftlichen Texten zu tun habe, fehlte mir einfach die Fantasie, um auf die Idee mit den Cartoons zu kommen. Und ich bin dem Verlag und der Lektoren immer noch dankbar, dass sie dann diesen Vorschlag gemacht haben und vor allem dass sie mir den wunderbaren Gert Albrecht empfohlen haben, den ich vorher gar nicht kannte. Die sehen doch toll aus die Cartoons, oder?

War es schwer mit diesem Buch einen Verlag zu finden?
Nein, ich hatte ein Riesenglück, denn es stellte sich ziemlich bald nachdem das Buch fertig war heraus, dass im Arena-Verlag so ein Buch gerade gut ins Programm passte.

In ihrer Biografie zu Anfang des Buches steht, dass Sie mit Studenten gemeinsam lebensnahe Erklärungen entwickelt haben. Wie hat das zum Buch beigetragen?
Das ist dort vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Denn es ist weniger so, dass die Erklärungen gemeinsam mit den Studenten entwickelt wurden, sondern eher so, dass ich viele der Erklärungen und Beispiele aus dem Buch in Seminaren entwickelt habe, in denen ich Studenten aus anderen Fächern versucht habe, die Wirtschaftstheorien nahe zu bringen.

Wissen Ihre Studenten von dem Buch, und wenn ja, nutzen sie es eventuell sogar für das Studium?

Ja, einige Studenten haben das natürlich mitbekommen und lesen das auch gerne. Denn man muss sich klarmachen, dass ein Student, der normalerweise Geschichte des Mittelalters studiert und dann plötzlich in einem Seminar zu Wirtschaftstheorien sitzt, ebenso ein Anfänger ist, wie jeder andere Mensch, der mit Wirtschaft bisher nicht viel zu tun hatte, egal ob jugendlich oder erwachsen.

Und, regiert das Geld die Welt?

Na, das wäre ja wohl nicht fair, dass hier schon zu verraten! Aber ein kleiner Tip ist vielleicht erlaubt: die letzten beiden Kapitel sind hierzu besonders interessant…

Vielen vielen Dank, dass Sie sich die Zeit zum Beantworten genommen haben!

Ein Exemplar von „Regiert das Geld die Welt“ hat Lisa Peters gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!