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[Rezension] Sternenzauber

Sternenzauber – Christina Jones
Goldmann
Taschenbuch, Oktober 2009
ISBN 978-3-44247056-3
384 Seiten

Nur noch als E-Book erhältlich für 6,99 € (ISBN 978-3-64103206-7)
   
Clemmie Coddle hat nicht viel Glück in ihrem Leben bisher, zumindest im Bereich Beruf und Familie. Sie hat sehr gute Freundinnen und ein Hobby, aber damit verdient man weder Geld noch angelt man damit einen Mann.
Und eines Tages weiß Clemmie, dass nur Guy Devlin der Mann ihres Lebens sein kann – denn ihr liebestes Hobby ist es, Feuerwerke zu basteln. Guy ist zufällig der Inhaber von The Gunpowder Plot, der regional sehr renommierten Feuerwerksfirma.
Doch Clemmie kann weder einfach so in die Firma hineinspazieren noch wird Guy jemals von ihr erfahren.
Bis eines Tages das Schicksal eingreift – mehrfach. Und Clemmie findet ein Rezept, dass ganze Leben verändern kann…

Sternenzauber“ ist ein ganz süßes Buch über die Liebe, das Leben und Schicksal, gewürzt mit einem Hauch Magie. Was mir an „Hexendreimaldrei“ von Claudia Toman, mit dem man das ein bisschen vergleichen kann, manchmal zu dick aufgetragen war, ist hier subtil und ziemlich süß geschrieben.

Clemmie liebt Feuerwerke und bastelt und probiert gerne im heimischen Keller. Als das Schicksal ihr dann in die Hände spielt (ich gehe mal nicht näher drauf ein, es ist zwar absehbar aber wirklich wirklich schön geschrieben) ist sie einfach nur glücklich. Das merkt man sehr, auch wenn natürlich die Sache mit Guy immer im Vordergrund steht. Ist er nun schwul oder nicht? Was hat Ya Ya damit zu tun?

Guy und Ya Ya fand ich übrigens total toll, vor allem Ya Ya. Die Idee, so jemanden da hineinzusetzen war richtig klasse, und die Geschichte um die beiden ist auch echt toll. Man überlegt permanent, ob Clemmie das jetzt nicht einfach falsch versteht und wo die Geschichte denn bitte hingeht? Wird es kein gutes Ende nehmen?
Tatsächlich ist die Geschichte dadurch überhaupt nicht vorhersehbar, sondern richtig spannend geschrieben. Das Schicksal grätscht Clemmie dermaßen in ihr Glück, dass man teilweise einfach nur die Augen rollen konnte. Noch ein Hindernis? Bitte? Aber dann kommt es irgendwie doch wieder anders, und man kann aufatmen.

Die Feuerwerke, die im Buch beschrieben sind, und auch die Anlässe, zu denen sie abgefeuert sind, klingen richtig schön. Man merkt, dass Frau Jones sich da viel Mühe gegeben hat und nicht einfach irgendein Feuerwerk überlegt sondern mit einem Pyrotechniker ausprobiert hat (im Nachwort erfährt man, dass sie am PC die Feuerwerke gestalten durfte). Wer schon bei einem Feuerwerk war, merkt, wie viel Realität drinsteckt.

Das Buch ist also eine Fundgrube voller süßer Momente mit ein bisschen Magie, die aber weder aufdringlich noch unrealistisch ist. Das fand ich gut und lesbar.
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, allerdings war es kein absoluter Toptitel, weshalb ich nur vier Sterne vergebe. Zu einem Pageturner hat noch ein bisschen gefehlt, zumindest von der Thematik her.

★★★★☆
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[Rezension] Rückkehr nach Somerton Court

Leila Rasheed – Rückkehr nach Somerton Court   
Taschenbuch, Fischer Verlag  
348 Seiten

ISBN: 978-3-596-19689-0

€ 9,99

Anfang des 20. Jahrhunderts kehrt Lady Ada mit ihrem Vater und ihrer Schwester nach England zurück. Somerton Court ist nicht mehr ganz vertraut, doch politische Schwierigkeiten bei ihrem Vater zwingen die Familie, sich zu verändern.
Der erste Schritt ist eine neue Ehefrau, und Ada sollte sich auch vorteilhaft verheiraten.
Doch auf der Rückfahrt von Indien lernte Ada einen Inder kennen, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Wie kann sie jemand anderes heiraten, wenn Ravi ihr Herz gehört? Und würde ein Ehemann sie in Oxford studieren lassen, wie sie es vorhat – obwohl es noch immer sehr unüblich für Frauen ist?

Rückkehr nach Somerton Court“ sah nach einem historischen Roman mit Charme aus. Es entpuppte sich aber auf den ersten Seiten als sehr politischer Roman: Ein Roman über die Politik Anfang des 20. Jahrhunderts, über die aufkeimende Emanzipierung der Frau und die Auflehnung der Inder gegen ihre britischen Besetzer.
Das Setting ist so, wie man es bei einem historischen Roman erwartet. Wallende, wunderschöne Kleider, die anschaulich beschrieben werden. Die eine Protagonistin, Lady Ada, ist die etwas Umdenkende. Sie möchte gerne studieren, ist aber gefangen in ihrer Rolle als Frau. Noch immer gilt, dass Frauen nicht richtig denken können und gar nicht erst lesen sollten, im besten Falle. Lernen erst recht nicht! So hält es Charlotte, die neue Stiefschwester von Ada. Sie setzt lieber ihre Reize ein, denkt sehr konservativ und ist … naja… fast dumm. Sie weiß, dass ihre neue Schwester eine Konkurrenz darstellt und versucht intrigant dagegen vorzugehen. Aber Ada ist eben sehr klug – nicht umsonst will sie studieren.
Mit ihren Reibereien wurde die Geschichte auf eine besondere Art umrahmt. Denn es geht dann nicht nur um Intriegen, Liebe und Machtkämpfe, sondern wie bereits oben erwähnt kommen politische Aspekte dazu. Warum musste Lord Waverly, Adas Vater, aus Indien als Politiker gehen? Wieso ist Ravis Denken über indische Unabhängigkeit gefährlich? Und warum mögen manche Männer Adas Sichtweise und Wunsch zu studieren sehr gerne?

Es war weniger allein die Figuren Ada, Ravi und all die anderen, die mich faszinierte, sondern dieses unglaublich dichte Handlungsgewebe. Die Autorin hat es geschafft, die Handlungsstränge aus mehreren Perspektiven darzustellen. Selbst, wenn sich dann Dinge doppelten, war es immer interessant und wahnsinnig spannend!
 Etwa ab der Hälfte habe ich das Buch förmlich eingesogen. Es ließ sich nicht nur supergut und sehr flüssig (bravo an die Übersetzung) lesen, sondern hatte auch inhaltlich nur stimmige Elemente. Die Liebe über den Stand, die Annahme von unehelichen Kindern und politische Diskussionen fügten sich perfekt zusammen.

Wer ein historisches Setting mag und gerne über Frauenbewegung á la Barbara Wood lesen mag (nur überhaupt nicht schnulzig), sollte dieses Buch lesen. Und nicht geliehen, sondern bitte gekauft, weil es weitere Romane aus der Feder der Autorin gibt – der Verlag lässt dann hoffentlich weitere übersetzen! Volle Punktzahl von mir für dieses wunderbare Buch!

HIER gibt es eine Leseprobe.

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[Rezension] Liebe ist kein Beinbruch

Liebe ist kein Beinbruch – Stephanie Bond
MIRA Taschenbuch, September 2013
ISBN 978-3-86278-741-8

352 Seiten

7,99 €

Wer hätte nicht Interesse daran, beim Neuaufbau einer Stadt zu helfen und einmal komplett von vorne beginnen zu können? Zumindest 100 Frauen versuchen ihr Glück in der neu entstehenden Stadt Sweetness. Vor einigen Jahren wurde die alte Stadt durch einen Tornado komplett zerstört, und die Armstrong-Brüder Marcus, Kendall und Porter wollen sie neu aufbauen. Doch ein Haufen Männer kommt alleine nicht weit, und durch eine Zeitungsanzeige gelockt kommen die Frauen für den Neubeginn. Unter ihnen ist Ärztin Nikki Salinger, doch so wirklich wohl fühlt sie sich nicht in der provisorischen Stadt.
Bei ihrer Ankunft ist ihr erster Patient Porter Armstrong, der im Eifer vom Wasserturm gefallen ist und sich das Bein gebrochen hat.
Als Porter erfährt, dass Nikki wieder abreisen will, setzt er jedes Mittel ein, um sie zu halten. Das beginnt bei der Sabotage ihres Autos, führt über angefahrene Kitze und geht sogar durchs Bett.
Und irgendwann geht es Porter gar nicht mehr nur um die Ärztin, sondern um Nikki als Frau…

Bei den Mira-Taschenbüchern bin ich ja ein großer Fan der Susan Mallery-Bücher. Ich finde es schade, dass teilweise einzelne Reihentitel herausgepickt werden, und die Reihe nicht konsequent von vorne bis hinten übersetzt wird.
Als bei bloggdeinBuch ein neues Buch von Mira angeboten wurde, war ich Feuer und Flamme. Nicht nur der Inhalt der Bücher hat es mir nämlich angetan, sondern auch die immer gleiche Aufmachung. Die Bücher sind alle gleich groß (bis auf die von Aimée Carter, grrr) und haben eine tolle Rückengestaltung, so dass es sich wirklich immer zauberhaft im Regal macht!
Und so wagte ich mich an das Buch „Liebe ist kein Beinbruch“ von Stephanie Bond. Neben der typischen Liebesgeschichte Mann trifft Frau, beide finden sich toll, das Schicksal hält sie noch fern, dann Ende gut alles gut sollte nämlich die Hintergrundgeschichte diesmal eine besondere sein. Die Brüder Armstrong wurden durch die Zerstörung ihrer Stadt heimatlos. Es war nicht Katrina, aber ein ebenso schlimmer Tornado, der alles dem Erdboden gleich gemacht hat.

Je weiter ich las, desto toller wurde das Buch. Es sammelte Pluspunkte:
+ durch das Setting
+ mit der zauberhaften und liebenswerten Nikki (auch wenn ich ihr gerne mehr Selbstbewusstsein eingetrichtert hätte)
+ durch die aufbauende Liebe, die sich nicht explosiv in Sex entlud sondern passend zum…öhm… Höhepunkt… kam
+ durch die Nebencharaktere, welche die Geschichte abrundeten
+ durch die super Übersetzung, die flüssiges Lesen unterstütze und von der Sprachgestaltung einfach ansprach

Und jetzt nochmal ausführlich. Die Geschichte spielt zum Beginn des Wiederaufbaus. Passend zur Geschichte mit Nikki der Ärztin geht es vor allem um den Aufbau der Ambulanz. Das ist natürlich doppelt ein Grund, sich mit der Ärztin zu beschäftigen und sie in den Vordergrund zu rücken. Das fand ich klasse, eine tolle Idee.
Während in vielen Geschichten die Figuren Essen gehen und in idyllische Gegenden fahren müssen, sind Porter und Nikki auf einem Berg mit so viel Natur um sich, dass das zwangsläufig immer mit hineinfließt. Die Romantik entsteht also nicht künstlich, sondern ist von vorneherein da!
Nikki als Figur mochte ich sehr gerne. Sie hatte nicht das übertriebene Selbstbewusstsein (es war fast schon zu wenig), litt unter der schlechten Erfahrung und öffenete sich nur langsam. Ihre Angst, schlechter zu sein als die anderen, war realistisch. Und die Angst, nicht lieben zu können, hat mich sehr erschüttert. Umso mehr fand ich Porter dann als Gegenpol toll, der ebenfalls erst lernen musste zu lieben.

In manchen Büchern ist es ja auch so, dass die Hauptprotagonisten dann zwischendurch sexuell aneinander geraten und das Schicksal sie erstmal auseinandertreibt. Ich mag es lieber, wenn sich die Protagonisten schon mehr oder weniger verliebt haben und dann erst im Bett landen. Die Anspannung ist dann noch höher 🙂

Negativ war nichts. Ich will einfach wissen, wie die anderen beiden Brüder sind und wie es mit Sweetness weitergeht. Das ist nämlich auch so besonders an diesem Roman. Es geht nicht nur um die Liebesgeschichte und um die Familie, nein, man verfolgt über mehrere Bücher hoffentlich den Wiederaufbau der Stadt mit und erlebt all die tollen Geschichten bei ihr. Wie ich gesehen habe, geht es später auch mit anderen Figuren der Stadt weiter – vielleicht mal mit Armstrong-Nachwuchs?

Für diesen Liebesroman im klassischen Format mit einer tollen Umgebung und super eingebauter Hintergrundgeschichte kann ich nur 5 Sterne geben!

★★★★★

Hinten auf dem Buch steht passenderweise, dass die beste Nachricht nach dem Lesen das Wissen um die Fortsetzung ist 🙂 Auf Englisch ist bereits „Baby, don’t go“ erschienen, welches vom Bruder Marcus erzählt.
Auf Deutsch bereits erhältlich ist die Vorgeschichte „Liebe ist keine Katastrophe“, als E-Book.

Btw: Kommt es mir nur so vor oder werden die Bücher bei MIRA immer günstiger?

Vielen Dank an Blogg dein Buch für die Aktion und MIRA TASCHENBUCH für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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[Rezension] Der 48-Stunden-Mann

Der 48-Stunden-Mann – Susan Mallery
Mira Taschenbuch
November 2012
300 Seiten

8,99 €

Es ist ein paar Wochen her, dass Hannah den Brief ihrer lieblichen Mutter erhalten hat. Sie würde ihre Tochter gerne kennen lernen, schreibt Luise. Hannah, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde, freut sich darüber natürlich, hat jedoch noch ein Problem. Allem anschein nach ist ihre Mutter todkrank (sonst hätte sie sich ja nicht so plötzlich gemeldet…), und als der Brief eintraf war Hannah zumindest auf dem Papier noch verheiratet. Wie soll sie einer sterbenden Frau also erklären, dass sie geschieden ist?
Am besten gar nicht. Und da kommt der kriminelle Nick, der Hannah eigentlich auf die Nerven geht, gerade recht. Er sieht gut aus, hat Charme und Witz, und wäre der perfekte Ehemann. Sie gehen einen Deal ein, dass Nick ein Wochenende lang ihren Partner spielt. Gegen Geld, versteht sich.
Doch als Hannah bei der vermeintlich kranken Mutter ankommt, wird sie von einer großen Familie erwartet. Und alle denken jetzt, Nick wäre ihr Mann…

Nach „Jennissimo“ ist wieder ein Einzelband bei Mira von Susan Mallery erschienen. Und so sehr Familiengeschichten auch schön sind, die hin und wieder erzählen was mit anderen Charakteren passiert ist, sind auch abgeschlossene Bücher ganz lesenswert.
Besonders von Susan Mallery.

Zuerst aus der Sicht von Nick, dann abwechselnd auch aus der Sicht von Hannah wird erzählt, die die beiden sich im Polizeirrevier treffen, und endlich zusammen etwas trinken gehen. Als Leser erfährt man sehr schnell alles über die Protagonisten und ihre Geschichte, weil sie sich selbst viele Gedanken machen. Aber sie offenbaren einander fast gar nichts.

Irgendwie hat die Autorin ja da ein Fass aufgemacht mit den Adoptionen. Wieder lernt eine adoptierte Frau ihre wahre Familie kennen und damit natürlich erst das Glück. Diesmal wird Hannah aber nicht überrumpelt, sondern kann sich ganz drauf einstellen.
Allerdings ist die leibliche Mutter ganz und gar nicht so, wie Hannah sich das vorgestellt hat. Statt alt und krank steht eine Mittvierziger vor ihr, die einen ganzen Haufen Familie im Nacken hat – die Söhne von Hannahs Vater.
Ich finde es bemerkenswert, dass Susan Mallery so auf große Familien steht. Und sich das scheinbar alles merken kann, denn mir klang das total logisch. Es gibt bestimmt ein Schema F, nachdem solche Geschichten geschrieben werden.

Und der Alpha-Held Nick… ach, er ist so zauberhaft. Attraktiv, stark, mutig… liebevoll, zärtlich, verletztlich. Hätte ich nicht auf der LoveletterCon letztes Jahr die Autorinnen Shannon McKennon und Lisa Marie Rice darüber sprechen gehört, dass diese Art Mann absolut insiziniert ist, hätte ich nur noch sehnsüchtig am Fenster hängend nach genau DIESEM Nick Ausschau gehalten ^^ Bei einer solchen Art Roman ist es ja nur logisch, dass sie sich kriegen, aber WIE ist immer wieder spannend 🙂
Diese ganzen Missverständnisse, die erst aus dem Weg geräumt werden mussten… und Hannah und Nick haben es sich ja auch nicht unbedingt leicht gemacht.

Sprachlich war dieser Roman natürlich auch wieder klasse. Absolut tolle Sprache, klasse Übersetzung von Barbara Alberter und toller Satz zum Lesen 🙂

Ich bin also mal wieder rundherum zufrieden und freue mich auf die anderen Romane von Susan Mallery! Volle Punktzahl für den 48-Stunden-Mann!

★★★★★

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[Rezension] Erwacht im Morgengrauen – Shadow Falls Camp 2

Erwacht im Morgengrauen – C.C. Hunter
Shadow Falls Camp 02
FJB Verlag
Taschenbuch, Dezember 2012
528 Seiten

14,99 €

Rezension zu Band 1

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu. Kylie ist noch immer nicht viel schlauer, was für ein übernatürliches Wesen sie nun ist. Ist sie Fee? Oder doch ein Vampir? Oder gar ein Werwolf?
Mehrere neue Fähigkeiten offenbaren sich nach und nach, doch nichts spezialisiert sich richtig.
Kylie versucht, gemeinsam mit ihren Freunden Della und Miranda sowie der Campleiterin Holiday, herauszufinden wer sie ist. Wer war ihr Vater, wo kommt er her?

Und Kylies Mutter will noch überzeugt werden, dass ihre Tochter auch ins Internat darf. Das ist besonders deswegen nicht leicht, weil eine Bedrohung aufzieht. Nur finden die Freundinnen und auch das Camp nicht heraus, was genau es ist.
Bis es fast zu spät ist…

Band 1 der Shadow Falls Camp-Reihe war ein bisschen unergiebig. Man hat als Leser die magische und übernatürliche Welt von C.C. Hunter ein bisschen kennen gelernt, Kylie und ihre Probleme sowie die Figuren in ihrer aktuellen Situation. Das eigentlich interessante – Kylies Zugehörigkeit – wurde noch nicht geklärt. Klar, sonst wäre das Buch ja ein Einteiler, so kann man die Auflösung hinausziehen.

Dennoch sind die Bücher wunderschön geschrieben. Kylie entwickelt sich. War sie zu Anfang eine Heulsuse, rannte vor den Problemen wie ein Wirbelwind davon und wollte mehrfach das Handtuch schmeißen, stellt sie sich zunehmend ihren Problemen. Man merkt, dass ihre Fähigkeiten sich entwickeln und Kylie ihnen zunehmend vertraut, wie sie auch ihrem Instinkt vertraut.

Ein bisschen war es, als würde C.C. Hunter der Reihe nach alle ihre Spezies vorstellen. Kylie denkt, sie wäre ein Vampir. Also gibt es Vampirgeschichte. Kylie denkt, sie wäre ein Werwolf. Beschäftigen wir uns mit Werwölfen. Kylie muss etwas Besonders sein. Nehmen wir eine besondere Figur rein.

Fast nervig, aber weniger nervig als im ersten Band, sind die Situationen mit Derek und Lucas. Während ich mich klar auf eine Seite geschlagen habe und einige Gedankengänge von Kylie einfach nicht nachvollziehen kann, zieht Kylie sich zurück und nimmt von beiden Jungen abstand. Das finde ich sehr fair von ihr. Diese Handlung ist überzeugend – nicht alle Mädchen beuten aus 😉

Mit Della und Miranda hätte ich mich dieses Mal gerne mehr auseinander gesetzt. Da könnte noch mehr kommen, und ich hoffe, da erfahren wir auch noch mehr. Besonders Miranda ist noch so undurchsichtig in ihrer Geschichte.

Band 2 der Shadow Falls Camp-Reihe erhält von mir 4 von 5 Sternen. Auf Band 3 bin ich sehr gespannt, da wird sich hoffentlich nicht nur die Spezies, sondern auch die Liebe klären.
Aber was wäre ein Fortsetzungsroman ohne Cliffhanger?

(Arg, macht nicht den Fehler, zu lesen, worum es in den Folgebänden 4 und 5 geht… määän, jetzt weiß ich so viel 😦 )

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[Rezension] Das Geheimnis der Maurin

Das Geheimnis der Maurin – Lea Korte
Knaur Verlag
Taschenbuch, Dezember 2012
573 Seiten

9,99 €

Teil 2 des historischen Epos‘ um die Maurin Zahra!

Ende des 15. Jahrhunderts: Die maurische Familie as-Sulami, mit Zahra und ihren Kindern, ihrem Geliebten Jaime und einigen Bediensteten, sind noch immer auf der Flucht. Weg von Granada, weg von den das Land übernehmenden Christen.
Doch sie kommen nicht weit, denn berittene Soldaten greifen die Gruppe an und verschleppen Zahras Tochter Chalida.
 
Den Fliehenden bleibt nicht anderes übrig, als nach Granada zurückzukehren. Die Situation soll sich dort entspannen, doch für die Mauren wird es nicht besser.
Während die Jahre vergehen, verändern sich nicht nur die Umstände, sondern auch Sichtweisen…

Lea Korte schafft es nicht nur, Bücher zu schreiben bei denen man gar nicht mehr aufhören kann, sondern auch wahnsinnig mitfiebert. Es gab duzend „OchnöOchnöOchnö!“-Momente – so viele, dass ich der Autorin zwischendurch wutentbrannt eine Nachricht bei Facebook schreiben musste und im Anschluss meinen Freund noch die halbe Nacht mit Gesprächen über Inquisition und blöde, aufregende Handlungen wachgehalten habe.
Also aufregende Handlungen im Sinne von „Hallo? Wie kann sie das der Figur jetzt antun? Ist die noch bei Sinnen? Das kann sie doch nicht machen?!“

„Das Geheimnis der Maurin“ beginnt mit einer kleinen Entführung, die sich zu einer großen Geschichte ausdehnt. Die as-Sulami-Familie wird dabei stets von mehreren Seiten bedroht: von den neuen katholischen Herrschern, alten Feinden und dem immerwährenden Streit der Religionen. War es zu Beginn der Liebe zwischen Zahra und Jaime kein Problem, dass sie unterschiedliche Götter anbeten, wissen die Kinder nicht immer, wem sie nun vertrauen sollen. Sie sind Muslime? Oder Christen? Wer ist Nichtgläubiger und was ist richtig?

Was geht nur in den Köpfen der Christen vor? Ihre Wissenschaft kann der unseren nicht das Wasser reichen, und dann wollen sie eine solche geballte Masse an Wissen verbrennen?“ (S. 308)

Christen (vor allem Katholiken) sind in der Geschichte teilweise nur furchtbar brutal und nervig, und als sie in der Handlung auch noch rücksichtlos und idiotisch versuchen, die Muslime zu unterdrücken, war ich einfach nur noch sauer.
Dass das auch noch ein historischer Roman ist, macht alles nur schlimmer – denn solche schrecklichen religiösen Vorfälle gab es ja wirklich!
Zu gerne hätte ich das Buch in die Ecke geworfen oder sogar drauf rumgetrampelt. Aber das hätte weder die Handlung noch die Geschichte geändert oder meinem Lesefluss gedient ^^

Interessanterweise habe ich alleine aufgrund des Namens der Autorin meine aktuelle Abneigung gegen fast alle historischen Romane abgelegt und mich auf das Buch gestürzt. Ja, zu Anfang war es etwas schwer, wieder in die Geschichte hineinzukommen, weil so viele arabische Begriffe und Namen fielen, die Familie außerdem sehr groß ist und die Geschichte ziemlich an den Vorgängerband anschließt.
Nicht zuletzt der tolle Schreibstil hat aber dazu geführt, dass ich das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Nachdem die beiden Männder sich gewaschen und Raschid, wie es die Sitte vorschrieb, sich den Mund ausgespült hatte, rief dieser die Familie zum Essen.“ (S.256)

Hin und wieder fand ich die muslimischen Sitten ein bisschen zu deutlich erklärt. Die Handlungen der Figuren in ihrer Tradition hätte ein bisschen selbstverständlicher ausgeführt werden können, aber das ist eben die Note der Autorin 😉

Man kann es gut finden oder nicht, aber ich fand Zahra sehr bockig. Natürlich habe ich ihren Standpunkt verstanden, und konnte durch die häufigen Gedanken von ihrer Seite und Ausführungen darüber auch ihre Gefühle nachvollziehen, aber ich hätte sie ein weniger nachgiebiger gemacht. Jaime ist ein toller Held, und er liegt seiner Frau zu füßen. Nicht mal nach der Zwangstaufe möchte sie ihn heiraten, obwohl das vieles vereinfachen würde – nein, Zahra tritt mit Händen und Füßen seine Versuche, es für sie und die Familie sicherer zu machen. Stattdessen wird sie krank und weißt einfach alles von sich.

Umrahmt wird das Buch wie auch beim letzten Mal mit einer Personenliste zu Beginn (zum Glück ohne Sterbedaten) und einem Glossar, sowie Karten und einem Stammbaum im Anhang.

Was könnte ich anderes, als dem Buch ebenfalls 5 Sterne zu geben? Ein großartiger historischer Roman, der die Geschichte der Mauren vertieft, anschaulich wiedergibt und sehr lesenswert ist.
Lea, bitte schreib noch mehr über die maurische Familie!

Weitere Bücher der Autorin:
– Die Nonne mit dem Schwert (Rezension)
– Die Maurin (Rezension)
– Sommernacht auf Mallorca (Rezension)

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[Rezension] Das Gewicht der Liebe

c: Diana Verlag

Das Gewicht der Liebe – Drusilla Campbell
Diana Verlag
Taschenbuch, Oktober 2012
9783 453356726
367 Seiten

8,99 €

Wenn die eigene Mutter unfähig ist, ein Kind zu versorgen, sollte sie in keinem Fall ein weiteres bekommen. Doch Ellen gibt die eine Tochter zur Großmutter, um ein weiteres zu bekommen. Die kleine Roxanne wird mit neun Jahren eine Ersatzmutter für Simone, und tut alles für das kleine unbeholfene Wesen.
Dabei hat Roxanne ihr eigenes Leben, dass sie managen muss. Sie hat durch ihre kleine Schwester keine normale Kindheit, trägt viel zu viel Verantwortung und hat überhaupt keine Hilfe. Dass aus Simone eine halbwegs anständige Erwachsene wird, überrascht die große Schwester.

Doch auch mit Ende 20 ist Simone noch sehr hilfsbedürftig. Es ist nicht förderlich, dass sie einen Mann geheiratet hat, der unbedingt einen Sohn will – Simone aber nur Mädchen bekommt oder Fehlgeburten ertragen muss. Bereits 4 Kinder hat sie, und das fünfte ist unterwegs.
Als Roxanne dann beschließt, dass sie sich nicht weiter einmischen will und kann, da sie selbst verheiratet ist und ein eigenes Kind will, weiß Simone nicht mehr weiter. In ihrer Verzweiflung geschieht ihr ein Unglück, dass beinahe sie und ihre Töchter umbringt. Aber nur beinahe.
Und nun muss die Familie sich vor Gericht rechtfertigen…

Das Cover von „Das Gewicht der Liebe“ ist sehr schlicht gehalten, und man sieht in dezenten Tönen ein Mädchen, dass an einem See steht. Alleine dieser Anblick hatte mich schon gefangen. Diese einsame und doch irgendwie heimelige Szene hat so ein gewisses Etwas, dass mich das Buch reizte. Ein wenig Skepsis war dennoch dabei, weil ich aus dem Diana Verlag schön häufiger sehr erwachsene Bücher gegriffen habe, die mich nicht so ansprachen.
Der Anfang des Buches ist auch etwas schwer. Es erinnerte mich gleich an „Wer sich umdreht oder lacht“ von James Patterson. Es startet mit der Gerichtsverhandlung, aber man wird ins kalte Wasser geschubst, ohne die Figuren kennen zu lernen und ohne die Situation zu erklären. Und gleich der erste Satz bringt das ganze Drama des Buches auf den Punkt.

Nach einer kurzen Einsicht in das Geschehen im Gerichtssaal geht es dann einen großen Schritt zurück. Man lernt die Figuren nach und nach kennen und auch die Umstände, die zur Gerichtsverhandlung geführt haben.
Dabei gewinnt man die Figuren sehr lieb, und versteht die Geschichte nur zu gut.

Schon während des Lesens wurde mir immer sehr schwer ums Herz, wenn es um Simone und ihre Situation ging. Vier Kinder zu haben, die man gar nicht richtig liebt, muss schrecklich sein. Aber sie tat es dennoch aus Liebe.
Das Thema Postpartale Depressionen wird sehr behutsam angegangen. Es wird nicht psychologisch angesprochen, sondern aus der Sicht der Angehörigen, die einfach nur hilflos sind.

Nachdem ich am Anfang etwas gestolpert bin, war ich danach absolut gefangen. Die Übersetzerin Evelin Sudakowa-Blasberg hat einen so tollen flüssigen Text gezaubert, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Zum Glück dauert meine Fahrt zur Berufsschule fast durchgehend 45 Minuten, sodass ich flott voran kam.
Es wird nicht zwischendurch zurück zur Gerichtsverhandlung gesprungen, sondern ganz gradlinig die Geschichte erzählt, was wirklich angenehm war. Dadurch spitzt sich die Spannung zu, was Simone gemacht hat, und warum!
Als es dann immer näher an das Anfangsgeschehen kam, war ich so gefesselt, dass ich am liebsten nonstop durchgelesen hätte.

Und zum ersten Mal (zumindest soweit ich mich erinnere) konnte ich das Ende doch nicht so schnell lesen. Ich wollte nicht wissen, wie es ausgeht. Ich konnte einfach nicht das Buch beenden. Zu sehr hat mich die Thematik der Depressionen von Müttern nach der Geburt beschäftigt – zu sehr wollte ich nicht wissen, wie die Gesellschaft darüber denkt.

So gesehen ist vielleicht deutlich, dass ich nur begeistert von dem Buch war. Ich vergebe volle Punktzahl für diesen absolut gelungenen Familienroman, der mich nachhaltig beschäftigt hat und den ich nur sehr gerne weiterempfehle. Für die jüngere Generation (ohne Kinder) und Mütter sehr lesenswert, regt zum Nachdenken über unser Handeln und die Liebe an. Vielleicht hat ja noch jemand so ein Gewicht auf dem Herzen beim Lesen und stimmt mir zu…