2

[Rezension] Dancing Jax – Auftakt

Dancing Jax – Auftakt – Robin Jarvis
Script5
Taschenbuch, 2012
ISBN 978-3-83900134-9
544 Seiten

14,95 €

Bisher ist im kleinen Örtchen Felixtow nicht viel passiert. Lehrer Martin ist an der örtlichen Oberschule einfach nur noch resigniert, weil die Schüler immer weniger Interesse an seinem Unterricht zeigen. Schulleiter Barry kann auch gegen Gewalt bei Schulspielen nicht viel machen.
Währenddessen wird in ein uraltes Haus eingebrochen, weil Jezza dort seiner kriminellen Bande Reichtum verspricht. Reichtum finden sie dort auch – aber mehr der geistigen Art.
Was danach geschieht, setzt nicht nur die Stadt in Entsetzen. Auch die Welt erfährt nach und nach davon, was dort geschieht… und eigentlich sollte man zu seinem eigenen Besten nicht davon erfahren. Am allerwenigsten nicht vom Buch „Dancing Jacks“…

 Die Handlung war etwas gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, ob es ein Thriller sein soll oder ein Fantasyroman, es war eine Mischung aus beidem. Die Mischung ist erst nach einer Weile sehr gut gelungen.
Die Spannung baut sich auch erst auf, wenn man so Stück für Stück die Leute kennen lernt und in die Geschehnisse reinfindet. Wenn die Vorgänge langsam einen Sinn ergeben. Man erfährt auch viel durch das Wechseln der Perspektiven.

Die Figuren im Buch sind sehr klar gekennzeichnet, auch wenn bei allen ein Hang zum Gesellschaftshass durchkommt – Schulleiter Barry ist enttäuscht über die Jugend, Jezza verteufelt die schlimme neue, rollenlose Welt und Martin versteht die faulen Jugendlichen nicht. Dennoch konnte man sehr gut unterscheiden, wenn die Perspektiven wechselten. Vor allem Emma in ihrer gefangenen Art fand ich gut und ich fand es SCHRECKLICH, dass sie sich nicht unendlich wehren konnte…

Das Ende fand ich absolut nicht absehbar. Wohin sollte das gehen, wenn jeder umgewandelt wird? Wie geht der Weg weiter? Wie kann man sich in irgendeiner Weise dagegen wehren?
Bestimmt Fragen interessieren mich auch. Wer ist der Prinz der Dämmerung? Welche Rolle spielt Martin und welche Gerald? Wenn es den Hofstaat eigentlich schon vollständig gibt, welche
Und warum ließ sich Labella so leicht ersetzen?

Ich werde also weiterlesen, auch wenn das Buch nicht zu hundertprozent so geschrieben ist, dass es mich packt. Es ist fesselnd, ohne Frage, aber nicht unendlich.

Für „Auftakt“ der Dancing Jax-Reihe gebe ich vier von fünf Sternen.

★★★★☆
4

[Rezension] ZERO

ZERO Sie wissen, was du tust – Marc Elsberg
blanvalet
Hardcover mit Schutzumschlag, Mai 2014
ISBN: 978-3-7645-0492-2
480 Seiten

19,90 €

Wir geben ungerne viele Daten von uns im Netz preis, und wenn doch, dann machen wir uns meist bewusst, was wir da tun.
Allerdings gehören viele Handlungen für uns so sehr zum Alltag, dass wir dabei gar keine Bedenken mehr haben. Einkaufen mit EC-Karte? Kein Thema. Kundenkarte? Habe ich gerne. Online einkaufen? Super bequem!
Dass wir dadurch aber eine leuchtende Spur hinterlassen, über die man uns ganz leicht als Firma als Werbekunde ausfindig machen kann, ist kein Geheimnis. Es stört aber eigentlich eher nicht.

Was passiert aber, wenn wir unsere Daten nicht nur freiwillig preisgeben, sondern auch noch zu Geld machen können? Offiziell und übersichtlich? Wenn wir mit unseren Handlungen einen Marktwert haben?

Marc Elsberg hat dieses Szenario zur Handlung seines Buches „ZERO“ gemacht. Die Firma freemee verkauft Apps, mit denen man sich selbst verbessern kann. Dadurch steigen die eigenen Werte, also der Marktwert, und man kann damit Geld verdienen. Je bessere Werte man hat, desto mehr ist man folglich wert.
Tatsächlich ist das kein unglaubwürdiges Zukunftszenario, wie Elsberg selbst im Vorwort betont. Das Verkaufen der eigenen Daten an sich schon, aber die Überwachung durch Apps ist kein Hexenwerk mehr. Tausend Möglichkeiten bieten sich einem, durch Verknüpfungen alles aufzulisten was man tut. Das fängt an mit der Standortbestimmung („Wo bist du gerade?“) und dem (fotografischen) Dokumentieren von alles und jedem („Was machst du gerade?“), bis hin zu Verknüpfungen von Pulsmessgeräten mit Sportapps, Kontoüberwachungsapps, etc. etc.. Ich nutze selbst seit kurzem die App „Runtastic“, die mir allerlei Möglichkeiten bietet, mich genau zu kontrollieren alles zu protokollieren. Mit einer Ernährungsapp liste ich hin und wieder auf, was ich so esse – selbstredend bleiben die Daten auf meinem Handy und sind nirgens im www gespeichert oder abrufbar (wer’s glaubt).

Die Tochter der Hauptfigur Cynthia Bonsant bei Marc Elsberg nutzt seit Monaten das freemee-Programm, ebenso wie ihre Freunde. Cynthia ist eher vom „alten Eisen“, sie hat zwar ein Handy und arbeitet als Journalistin viel mit dem Internet, verschließt sich aber eher den sozialen Netzwerken.
Als ihr für die Arbeit eine Google Glass gegeben wird, ist sie zunächst skeptisch und leiht sie ihrer Tochter Vi. Diese probiert sie mit Freunden aus, und dabei macht ihr Kumpel Adam einen gesuchten Verbrecher aus. Statt ihn lediglich der Polizei zu melden, verfolgt Adam ihn auf eigene Faust – und wird erschossen.
Obwohl es ganz nach einem tragischen Unfall aussieht, der lediglich durch Selbstüberschätzung verurusacht wurde, vermuten einige jedoch mehr dahinter. Vor allem die Organisation ZERO macht darauf aufmerksam, wie gefährlich der Datenklau ist. Cynthia bekommt die Aufgabe, mehr über ZERO herauszufinden – und steckt dann mitten in einem gewaltigen Prozess, der gerade seinen Höhepunkt erreicht. Denn ZERO will nicht gefunden werden, Freemee möchte dagegen bekannter werden – Cynthia hat keine Ahnung, was sie losgetreten hat.

Das Buch „ZERO“ ist erschreckend zu lesen. Die Ideen dahinter sind gruselig, die Geschichte wahnsinnig realitätsnah. Wer weiß, wie viele Leute mit Glasses herumlaufen, uns identifizieren? Wie viele Firmen unsere Daten bereits haben und verwerten?

Marc Elsberg hat also nicht nur ein fiktives Szenario aufgeschrieben. Es könnte genau so passieren. Anonymus, die im Buch auch vorkommen, schimpfen seit Jahren auf die fehlende Datenprivatsphäre und machen darauf aufmerksam, wie wir uns einspinnen lassen in das Netz der Datenpiraten. Teilweise ist es uns egal. Teilweise wissen wir das nicht.
Die spannende Geschichte um Cynthia Bonsants Recherche, die Verstrickungen, die zum Ende hin deutlich Sinn ergeben, und die Hetzjagten über das Internet – selten habe ich ein so dickes Buch so schnell gelesen. Die Schreibweise ist schnell, klar und sehr gut lesbar.

Ein rundherum gelungenes Buch. Die Technik war mir nicht zu schwer (ein paar Begriffe wurden langatmig erklärt, aber für Unerfahrene ist es eventuell richtig), die Handlung schlüssig. Von mir gibt es volle Punktzahl!

1

[Rezension] Stigmata

Stigmata Nichts bleibt verborgen – Beatrix Gurian
Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, 2014
ISBN 978-3-40106999-9
384 Seiten

16,99 €

Emmas Mutter Agnes ist ein bisschen seltsam, aber trotzdem sind Mutter und Tochter jahrelang sehr gut ausgekommen. Emma fragte nie nach der Vergangenheit ihrer Mutter. Doch als das Auto von Agnes in einem Fluss gefunden wird, von der Fahrerin aber jede Spur fehlt, gerät Emmas Welt ins Wanken. Sie erhält ein seltsames Fotoalbum mit abstrakten Fotografien.
Angeblich wurde ihre Mutter ermordet – und Emma erhält die Möglichkeit, etwas über die Mörder herauszufinden: In einem Camp in einem Schloss, weit abgelegen in den Bergen. Dort sind noch vier andere Jugendliche, die scheinbar aus ganz unterschiedlichen Gründen im Camp sind.
Wem kann Emma trauen? Und wer schiebt ihr immernoch heimlich Fotos zu, die offensichtlich etwas mit ihrer Mutter zu tun haben?

Beatrix Gurian schreibt Jugendthriller, die unter die Haut gehen. Ich habe mich sehr über Stigmata gefreut, denn bisher hat mir Beatrix Gurian immer Gänsehaut verursacht. Thriller lese ich eigentlich nicht so gerne, aber die Jugendthriller von Arena sind immer genau richtig.

In „Stigmata“ geht erst alles drunter und drüber. Man lernt Emma und ihre Mutter kennen, und dann wird alles verändert. Es gibt Zeitsprünge und seltsame Rückblicke. Die Fotos sind in grünen und Schattentönen gedruckt, sodass man immer weiß, wovon Emma spricht.
Die Idee mit den Fotos finde ich total toll. Man hat also nicht nur von einem gruseligen Bild gelesen, sondern die Bilder vor Augen gehabt. Die Geschichte hat dadurch enorm an Dichte gewonnen.

Emma fand ich am Anfang etwas anstrengend. Egal, was ihr passiert, sie hat sich irgendwie immer gedacht „oh man, das war hart, aber ich will wissen, wer die Mörder sind“. Sie ist immer und immer wieder aufgestanden – dumm oder hartnäckig? Ich weiß es nicht. Es hat zum Schluss dahin geführt, wo es hinsollte, und irgendwie passte dann alles. Das war dann ok – ich muss mich ja nicht mit Emma anfreunden.

Teilweise war die Geschichte so geschrieben, dass man vor Spannung Nägel kauen und bloß Licht anhaben musste. Beatrix Gurian schafft es, den Fokus so zu legen, dass man irgendwie Hinweise bekommt, aber es eine Weile dauert, bis sich das Bild fügt. Ich hatte die ganze Zeit über eine Vermutung, die aber leicht falsch lag.

Das Setting war großartig. Die Burg war gruselig, super beschrieben und besonders mit den Rückblicken zu Agnes hatte man permanent eine Gänsehaut. Ich hätte mich NIE da hineingetraut, schon gar nicht in den Keller zu den Duschen…

Allerdings fand ich das Ende dann ein bisschen kurz. Während sich vorher so viel Zeit für Ereignisse genommen wurde wird es zum Ende hin ein bisschen gerafft. Und das Rätsel wird für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst. Es war so zack zack, der weg, die weg…. wer es gelesen hat, weiß vielleicht, was ich meine. Das fand ich etwas schade.

Das Finale war faszinierend. Die Idee dahinter ist heftig und die Überlegungen gut durchdacht. Für mich schien alles schlüssig und ich fand die Gesamthandlung damit sehr ansprechend.
Beatrix Gurian hat mich wieder gut unterhalten. Bis auf den kleinen Knackpunkt las sich alles gut, und das Buch verdient vier Sterne.

★★★★☆
0

[Rezension] Erbarmungslos

Erbarmungslos – Mark Henshaw
Goldmann
Taschenbuch, Februar 2014
448 Seiten

9,99 €

Nach einem misslungenen Treffen in Venezuela wird die Agentin Kyra Stryker aus dem Außendienst in die Rote Zelle zu Jonathan Burke versetzt. Dort soll sie eigentlich eine Zeit lang von der Bildfläche verschwinden. Doch als kurz darauf ein chinesischer Spion enttarnt wird und aus dem Land geholt werden soll, bietet sich Kyra an, das zu erledigen.
Doch während Pioneer, der chinesische Spion, um sein Leben bangt, gehen in der Welt noch ganz andere Sachen vor: China will die Insel Taiwan angreifen. Amerika macht sich bereit, im Falle eines größeren Krieges einzugreifen…

Von „Erbarmungslos“ habe ich eine Menge erwartet. Letztes Jahr, als die Vorschau kam, habe ich mir das Buch vormerken lassen und war dann ganz gespannt, als es endlich im Briefkasten lag.
Ich bin kein Thrillerexperte – aus meinen Statistiken wisst ihr, dass ich höchstes Jugendthriller lese und dann schon fast einem Herzkasper erliege – und die Beschreibung klang so spannend, dass ich das Buch am liebsten wieder zurückgegeben hätte.

Der Anfang war super zu lesen. Es werden nacheinander drei Orte beschrieben, an denen etwas heftiges, actionreiches passiert, man lernt drei Figuren kennen und es kribbelt beim Lesen ordentlich vor Spannung. Und dann? Kyra Stryker, eine der Hauptfiguren, wird bei der CIA zu einem Analysten versetzt. Ab da wurde es theoretisch und für mich nur schwer lesenswert.

Von mir gibt es also Punktabzug: für die mangelhafte Beschreibung durch den Titel und den Klappentext, das allerdings nur Goldmann anzukreiden ist. Die originale Beschriebung ist etwas detaillierter und nicht so um Spannung heischend. Man wird im Original besser darauf vorbereitet, worum es im Buch geht.
Unter dem Titel „Erbarmungslos“ habe ich im Zusammenhang mit dem Klappentext mehr Action, Folter und vor allem Drohungen erwartet. Dass China eine kleine Insel angreift und dann die Reaktionen abwartet, nenne ich nicht „Erbarmungslos“. Höchstens, dass der eine Flugzeugträger zerstört wurde, aber das war nur ein kleiner Teil…

Dann ziehe ich einen Stern ab für die vielen theoretischen Ausarbeitungen. Klar, um die Spannung zu erhöhen muss man Details kennen. Aber welche Person nun mit welcher befreundet, mal ein Intermezzo oder eine Feindschaft hatte, ist nur bis zu einem gewissen Punkt lesbar.

Und ein weitere Stern geht ab für die fehlende Spannung. Es werden zwar Spaziergänge in Peking beschrieben, bei denen Amerikaner oder Pioneer verfolgt werden, das geht aber irgendwie immer gut aus und ist dadurch nach dem zweiten Mal ermüdend. Die Befreiungsaktion durch Kyra ist viel zu schnell vorbei und keinesfalls spannend oder actionreich. Im Gegenteil.
Und einen Großteil des Buches habe ich mich gefragt, worauf die Geschichte eigentlich rauswill. Die angekündigte Befreiungsaktion wird nämlich angedeutet, geplant und vorbereitet und dann geht es ganz schnell. Aber sonst habe ich mich echt gefragt, was alles soll – das dauert wirklich fast 350 Seiten, bis es den Aha- Moment gibt.

Es bleiben zwei Stern übrig. Einen weiteren muss ich wegnehmen, weil ein Buch, dass über 350 Seiten seiner insgesamt 400 fassenden Seiten braucht, um dann endlich mal interessant und spannend zu werden, kann ich nicht mit zwei Sternen bewerten.

Ehrlich gesagt: Leseeindrücke sind immer subjektiv. Das Thema klang für mich total spannend und ich bin schwer enttäuscht. Vielleicht trifft die Geschichte jemand anderes Geschmack auf den Punkt, für mich war es keine Freude das Buch zu beenden und ich werde die weiteren Teile des Autors erstmal abwarten.
Ihr wisst, ich suche mir sonst fast immer nur Bücher raus, die mir sehr gut gefallen, aber manchmal mache auch ich einen Fehlgriff…

☆☆☆☆
0

[Rezension] The Legion

The Legion Der Kreis der Fünf – Kami Garcia
cbt
Hardcover mit Schutzumschlag, 2013
ISBN 978-3-57016270-5
336 Seiten

16,99 €

Erst taucht ein Geist über einem Grab auf, dann spielt die Katze verrückt, und schließlich stirbt ihre Mutter: Bei Kennedy kann es nicht mit rechten Dingen zugehen. Als Nachts Zwillinge in ihrem Zimmer stehen und die Katze und einen Geist mit Salzwasser erschießen, ändert sich alles.
Zunächst glaubt Kennedy, es ist alles ein unglücklicher Zufall, aber scheinbar ist ihre Mutter keines natürlichen Todes gestorben. Der Kreis der Fünf, einer Geheimlegion, hat einen Dämon heraufbeschworen, der seine Beschwörer, bzw. deren Nachfolger, umbringen will.
Als Kennedy zum Versteck der Zwillinge kommt, in dem zwei weitere Nachfolger der Legion warten, finden sie eine mögliche Waffe gegen den Dämon. Gemeinsam versuchen sie, das Rätsel zu lösen. Doch Kennedy kann nicht aufhören zu zweifeln, ob sie wirklich dazu gehört. Schließlich hört sie das alles zum ersten Mal…

„The Legion Der Kreis der Fünf“ ist mal wieder etwas neues auf dem Buchmarkt. Fünf Personen haben einen Dämon heraufbeschworen und die Nachfolger versuchen nun seit Generationen, diesen Dämon zu bezwingen – betreiben aber überwiegend Schadensbegrenzung bei der Verwüstung des Höllenwesens.
Kennedy ist nicht nur verunsichert, sie ist auch furchbar einsam. Ihre beste Freundin bedeutet ihr alles, neben ihrer Mutter natürlich. Als ihre Mutter stirbt, bricht Kennedys Welt zusammen.
Dass sie dann sehr skeptisch der neuen Welt und den neuen Möglichkeiten gegenüber ist, ist absolut verständlich.
Doch das ist schon ein Punkt, an dem ich fast verzweifelt bin. Kennedy spricht über vergangene Freunde, die sie verlassen haben. Ihre Angst, verlassen zu werden, gründet auf dem Fortgehen des Vaters, was sie auch weiß (und was der Leser erleben durfte), aber diese anderen Geschichten werden nur erwähnt, als gäbe es einen Vorgängerband, den ich nicht gelesen habe.
Das das aber nicht so oft vorkommt, war es nur hin und wieder ein Störfaktor.

Die anderen vier Figuren, Jared, Lukas, Priest und Alara dagegen sind unterschiedlich und schön ausgearbeitet. Alara ist durch und durch toughes Mädchen, Jared und Lukas sind die typischen Zwillinge und Priest ist das Nesthäkchen. Ich mochte Priest besonders gerne, weil er so natürlich rüberkam. Kami Garcia hat hier eine sehr sympathische Figur produziert. Ich hoffe, er wird in der Verfilmung gut besetzt.

Ein weiterer Kritikpunkt war das Essensverhalten. Hin und wieder gab es Kaffee und Donuts. Das Geld war ja so knapp, aber statt günstige Sandwiches zu kaufen gibt es lieber Süßigkeiten und Coffeeshops? Vom vielen Kaffee musste auch keiner zur Toilette (kommt ja eh selten vor in Geschichten, aber trotzdem) und trotz Donuts erlitt keiner einen Zuckerschock… Teilweise haben die Figuren gar nichts gegessen (waren ja Donuts, und kein Frühstück…), aber konnten dann aufmerksam kämpfen und wachsam rumlaufen. Das ist ein Punkt, der in einem Folgeband dringend beachtet werden sollte, auch wenn ich vermute, dass der deutsche Verlag da wenig Einfluss drauf hat.

Soviel dazu. Überwiegend war die Geschichte aber sinnvoll und sehr, sehr spannend. Der Spannungsbogen nimmt extrem zu, ich habe mir die Fingernägel gekauft und bin bei jedem kleinen Geräusch zusammengezuckt (das Buch war für meine sonstige Lesevorliebe echt gruselig) und es wird immer besser in der Handlung. Das Ende ist natürlich ein fieser Cliffhanger, die ganze Zeit hat man gewartet und dann sowas… Band zwei soll also bitte bald bald bald erscheinen!

„The Legion“ Band 1 ist ein spannendes, mitreißendes Abenteuer, was für meinen Geschmack viel zu kurz war! Von den kleinen Kritikpunkten abgesehen habe ich es gerne und rasant verschlungen und vergebe vier Sterne.

★★★

Ich danke dem Verlag und BloggdeinBuch für die Bereitstellung des Buches.

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[Rezension] So wie Kupfer und Gold

So wie Kupfer und Gold – Jane Nickerson
cbt bei Randomhouse
Gebunden, September 2013

448 Seiten

ISBN 9783570162682

€ 16,99

Bisher hat Sophia ihr Leben in einem eher ärmlichen Haushalt gelebt. Ihr Mutter starb früh, danach musste ihr Vater seine Kinder ganz alleine aufziehen. Unterstützt wurde er von Sophias Patenonkel, der von der Ferne alles erdenklich Schöne geschickt hat.
Nach dem Tod des Vaters wird Sophia dort aufgenommen. Im Haus ihres Patenonkels. In ihrer Fantasie hat er in Saus und Braus gewohnt – und er tut es auch in Wirklichkeit.
Erschlagen von der Pracht kann Sophia alles nur voller Dankbarkeit sehen. Ihr Onkel ist auch aufmerksam und erfüllt ihr jeden neuen Wunsch.

Doch irgendetwas stimmt nicht in dem großen Haus. Denn Sophia ist nicht die erste junge Frau, die dort gewohnt hat. Und als sie erfährt, wer vor ihr bereits bezirzt wurde, wird ihr Angst und Bange. Oder ist der reiche Patenonkel heute anders? Liebt er sie wirklich?

So wie Kupfer und Gold“ ist ein aufregender Jugendroman, der sich an das Märchen „Blaubart“ anlehnt. Das Märchen fand ich schon immer ziemlich gruselig, und war gespannt wie es in einer so hübschen Verpackung umgesetzt werden soll.

Die Protagonistin Sophia ist mir eigentlich sehr sympathisch gewesen. Ich fand sie sehr klug, auch wenn sie manche offensichtliche Dinge nicht gesehen hat. Aber sie wusste halt auch nicht so viel wie der Leser (und kannte das Märchen nicht ^^).
Der Onkel war mir von Anfang an unheimlich. Er war so überfürsorglich, er war so streng und irgendwie auch aufdringlich. Ich habe so mit Sophia mitgelitten.

Jane Nickerson hat das Märchen auf interessante Weise neu geschrieben. Sie nimmt eine naive junge Frau und einen gerissenen Onkel. Die Geschichte ist ja bekannt, also muss die Autorin sich eine neue Note einfallen lassen. 
Sie lässt ihre Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten spielen. Sklaverei ist ein großes Thema, was die Geschichte sowohl aufgelockert hat als auch zusätzlich interessant. Die Beschäftigung damit hat der Haupthandlung eine gute Stütze gegeben.

Bekritelt wurde teilweise, dass zu viele Details beschrieben wurden. Aber genau das hat mir so gut gefallen. Die Detials haben die Spannung erhöht! Die ganze Zeit musste ich mich fragen, wann Sophia den Mut aufbringt und die Augen nicht mehr verschließt. Wann sieht sie nicht mehr das schöne Haus und die tollen Geschenke, sondern die Wahrheit?

Diese wunderbare Geschichte über ein Mädchen, das über sich hinauswächst, hat mich bis zum Schluss gefesselt und sehr gefallen! Volle Punktzahl!

 
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[Rezension] Blackout

BLACKOUT Morgen ist es zu spät – Marc Elsberg
Blanvalet bei RandomHouse
Hardcover, März 2012
ISBN: 978-3-7645-0445-8
800 Seiten

Hardcover-Ausgabe 19,99 €
Jetzt auch als Taschenbuch für 9,99 €

Wir werden morgens vom digitalen Wecker geweckt, machen uns mit der Kaffeemaschine einen Kaffee, nutzen evtl. die Mikrowelle für warme Milch. Nehmen die Margarine aus dem Kühlschrank, streichen sie auf das warme Brot aus dem Toaster.
Das Auto oder die Bahn bringt uns zum Arbeitsplatz, wo sich die meisten Leute an einen PC setzen. Oder irgendetwas Digitales einschalten, weil sie damit arbeiten.
Wir schauen zwischendurch auf das Handy, schließen aufgrund niedrigem Akkustandes das Ladegerät an.

Worauf ich hinauswill? So ziemlich jede Handlung in unserer heutigen Welt hat etwas mit Strom zu tun. Ohne Strom sind wir aufgeschmissen.
Marc Elsberg hat genau dieses Szenario gezeichnet. Vollkommen unerwartet erlischt von Italien und Schweden ausgehend die Stromzufuhr. Ampeln fallen aus. Wasserzufuhr ist defekt. Kühlschränke sind nicht mehr kalt.

„Blackout“ zeigt eine Katastrophe, bei der uns eine der wichtigsten Grundlagen unserer Zivilisation genommen wird. Ein Terrorakt ohnegleichen.
Die Geschichte steigt mit der Figur Manzano ein, der einen Autounfall hat.
Richtige Kapitel gibt es nicht. Das Buch ist untergliedert mit den Blackout-Tagen, aber die Perspektiven wechseln oft. Elsberg fängt die Katastrophe von vielen verschienenden Punkten in Europa ein, bei Figuren, die weniger wichtig sind, und durch wichtige Personen wie Manzano, Bollard und Shannon. Erst nach knapp der Hälftes des Buches finden die Erzählstränge mehr oder weniger zusammen, sodass das Lesen etwas einfacher wird.

An einigen Stellen fand ich Dinge unlogisch oder hätte mir mehr Erklärung gewünscht. Die Aufstände sind wenig beschrieben, und an manchen Stellen zu klein oder unglaubwürdig. Zu Anfang wird im kleinsten Detail beschrieben, wie der Stromzähler funktioniert und welche Flasche Wein Manzano aufmacht, aber was draußen auf den Straßen passiert wird immer nur angerissen.
Aber um die Menschen draußen ging es nicht im Detail in dem Buch, sondern um den Stromausfall und die Handlungen der Regierungen sowie die Spur zum Täter. Es war mördermäßig spannend mitzuverfolgen, wie die Techniker der Lösung auf die Spur kamen und endlich wieder Strom fließen konnte.
Deswegen gebe ich knappe 4 Sterne für das Buch, weil es sehr spannend und überwiegend realistisch war. Aber eben an manchen Stellen zu oberflächlich.

Meine kurze Rezension wird dem dicken Buch kaum gerecht. Macht euch selber ein Bild.

★★★★☆