0

[Rezension] Studium emotionale

Uni-Sex: Studium emotionale – Lina Barold
eRiginals Feeling
E-Book, 2014
ISBN: 978-3-426-43300-3
ca. 470 Seiten (nach Amazon)

4,99 €

Die Germanistikstudentin Sira steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Und zu ihrem letzten Semester soll auch noch ein renommierter Goethe-Professor dozieren – wer könnte besser ihre Arbeit über ihren Lieblingsdichter betreuen?
Doch das Semester beginnt mit einem Schrecken: Der angekündigte Dozent kommt nicht, stattdessen ein verstockter, aber sehr attraktiver Dozent: Silvan Heinrich von Lengenfeld. Während Siras Freundin Vika sofort ein neues Opfer für ihre kurzweiligen Affären sieht, will Sira das Beste aus der Situation machen und ihm ihre Masterarbeit zur Betreuung vorlegen.
Gemeinsam mit Freundin Ama kann sie kaum ertragen, wie sich Vika dem neuen Dozenten an den Hals wirft, obwohl er offensichtlich nichts von ihr will. Stattdessen zeigt er unter vier Augen deutlich körperliches Interesse an Sira…

Studium emotionale“ ist ein Buch über ein Verhältnis zwischen Dozent und Studentin. Es liest sich zunächst ganz gut, und die erste Sex-Szene kommt etwas überraschend. Dadurch erfährt man aber viel über Siras Verhältnis zu ihrem Freund Daniel.

Sira ist eine Musterstudentin. Sie lernt viel, bereitet sich gewissenhaft vor und arbeitet zielstrebig auf ihre Masterarbeit hin. Ihre Ansichten zur Uni sind gut lesbar, man erkennt auch deutlich die Affinitäten zu Goethe und seinem Umfeld. Szenen aus den Seminaren werden nur oberflächlich angerissen, es sei denn es geht um die Stunden bei Lengenfeld. Dann wird diskutiert und konkreter Inhalt vorgestellt. Für diese Stunden, besonders zu Anfang als Silvan und Sira sich kennen lernen, wird viel Platz genutzt. Dennoch war es nicht Uni-Niveau, sondern auch für Nicht-Goethe-Kenner gut lesbar (ich weiß, um welche Werke es ging, habe mich aber nie so intensiv damit beschäftigt wie die Figuren im Buch es scheinbar taten).

Der Dozent Silvan ist natürlich die graue Schemengestalt. Man weiß überhaupt nicht, wie man ihn einschätzen soll. Die Geschichte ist komplett aus Siras Sicht geschrieben, wodurch man auch nicht mehr erfährt als sie.

Die Freundinnen Vika und Ama kommen relativ kurz, es geht natürlich viel um Sira und Silvan. Dennoch erfährt man besonders durch die Szenen in der Mensa, was in deren Leben vorgeht. Das wird immer in Verhältnis zu Sira gesetzt, sie denkt viel über Parallelen nach (zum Beispiel bei Ama und ihrem fast-Freund Jonas) und nimmt die Gespräche mit nach Hause.
Daniel ist, wie wahrscheinlich gewollt, nicht so der Hit, ich fand ihn aber weder doof noch spektakulär.

Da das Buch ein Emotionsroman, genauer gesagt ein Roman über Uni-Sex sein sollte, war ich teilweise sehr überrascht, wie wenig Sex eigentlich vorkam. Ich habe nach dem Titel deutlich mehr erwartet. Die Sex-Szenen mit Silvan sind eigentlich auch sehr prickelnd, aber meistens viel zu kurz. Als Sira ein Wochenende bei ihm verbringen durfte haben sie nur ein- oder zweimal Sex (das weiß ich sogar gar nicht mehr genau, weil so viel Beschreibung drumherum war). Wenn ein Mann auf eine Frau scharf ist, will er ihr dann nicht zumindest an so einem heimlichen Wochenende permanent an die Wäsche? Bei dem Ausflugswochenende habe ich es verstanden, weil die beiden nicht ständig auf ihr Zimmer verschwinden konnten. Aber sonst? Ehrlich gesagt habe ich mich irgendwann bei ca. 60% gefragt, wo das ganze hinführen soll. Sira wird sich über einige Lebensdinge klar, aber was hat das mit Uni-Sex zu tun? Vielleicht wäre es dann doch besser gewesen, weiter über Sira und Daniel zu schreiben, denn das hätte einen weiteren Sex-Charakter bedeutet…

Abgesehen von den wenigen Sex-Szenen hat mich die Beschreibung sehr beeindruckt. Das ist mir immer wieder aufgefallen. Nicht nur das Drumherum um Sira und die Uni und ihre Freundinnen, sondern auch die Wahl der Worte in den Sex-Szenen war sehr gelungen. Man kennt ja so erotische Übersetzungen, die eher vulgär und seltsam sind (das fängt an bei Titten und Ständer z.B., oder „sein aufgerichteter Turm“, „ihr feuchter Schatz“, etc.), hier waren die Szenen sehr stilvoll und vor allem anregend geschrieben, fand ich. Genau wie auch Silvan und Sira vom Typ her zu sein scheinen, wurde nicht wahllos und hemmungslos gevögelt sondern eher „Liebe gemacht“. Auch wie gesagt, auch die anderen Szenen (ohne nackte Körper) waren wirklich gut beschrieben. An manchen Stellen wäre aber vielleicht mehr Sex und weniger Uni schön gewesen 😉 Vielleicht ist der Titel auch nur zu spektakulär gewählt, denn ich finde, die Gesamthandlung des Buches könnte man mit einer anderen Erwartung genießen, wenn man nicht Uni-Sex erwarten würde…

Das Ende war unvorhersehbar und wirklich spektakulär. Für alle, die es bereits kennen (Achtung, Spoiler!): Ich habe mit einem positiven Ende gerechnet. Dass es sich so wendet, war mir wirklich ein Graus und ich habe sehr mit Sira gelitten. Als auch noch Schreiber zeigte, dass er mit drinhing, war für mich alles zuende.
Ich hoffe sehr, dass es einen Folgeband gibt, in dem wir Sira weiter begleiten können, weil es scheinbar noch viel viel zu erleben gibt. Aber bei Amazon hat jemand geschrieben, dass dieses Ende auch ok wäre. Es ist offen, aber ich könnte auch damit leben.

Weil ich insgesamt sehr gut unterhalten wurde, zwar durch den Titel „Uni-Sex“ mehr Erotik erwartet habe aber nach einer Weile wusste, wie es zumindest mit den Sex-Szenen läuft, ziehe ich keinen Stern ab. Ich gebe volle Punktzahl, weil das Buch großartig geschrieben wurde. Die Goethe-Kenntnisse sind wunderbar, als ehemalige Germanistik-Studentin konnte ich mich gut einfühlen. Die Schreibweise hat ein hohes Niveau und die Geschichte ist gut durchdacht.

0

[Rezension] Adorkable

Adorkable – Sarra Manning
bloomoon Verlag
Klappenbroschur,  2013
464 Seiten

Ab 14 Jahren

14,99 €

Im Internet ist sie die „Dork-Queen“, doch in der Schule ist Jeane Smith bloß ein Mädchen, dass sich komisch anzieht und alle meidet. Vielleicht denkt sie, sie wäre etwas besseres?  Michael Lee hat Jeane lange nur aus der Ferne betrachtet, hat von ihrem Blog gehört und lästert über ihre Schrulligkeit.
 Doch irgendwie scheint sich Michaels feste Freundin für Jeanes festen Freund zu interessieren, was weder Michael noch Jeane verstehen. Als mit beiden Schluss gemacht wird, geraten die unterschiedlichen Teenies aneinander – wortwörtlich.
Aus einem spontanen Kuss entsteht eine Serie von heimlicher Knutscherei. Jeane möchte Michael gerne die spannenden Aspekte zeigen, die das Leben eigentlich bieten kann. Und Michael hätte Jeane gerne ein winziges bisschen normaler – muss sie immer ihre Mails checken und twittern und besonders so komische Klamotten tragen?

Wie lange geht es gut, dass Jeane sie selbst ist und mit dem beliebtesten, perfektesten und normalsten Jungen der Schule rummacht?

Der neue Bloomoon-Verlag (Imprint von arsEdition) zeigt sich definitiv als ein Verlag mit tollen neuen Geschichten. „Adorkable“ ist das zweite Buch, das ich lese, und ich werde noch viele mehr aus diesem tollen Imprint bestellen und verschmökern!

Diesmal geht es darum, anders und doch ganz man selbst zu sein. Jeane führt den Blog „Adorkable“ und bezeichnet sich selbst als „Dork“. Sie probiert gerne viel neues aus, ist süchtig nach Haribos, schläft wenig und ist sehr, sehr erfolgreich. Sie bezeichnet sich selbst als Vorreiter ihrer Generation und erzählt darüber auf Tagungen und in Camps. Ihr einziger Makel: Sie wohnt alleine und muss alles alleine managen. Ihre Eltern und ihre Schwester sind in der Welt unterwegs und lassen Jeane ihr Ding machen. So verlockend diese Freiheit klingt – Jeane ist 17 Jahre alt und noch nicht in der Lage, wirklich alleine zu leben.

Michael dagegen wächst im behüteten Elternhaus auf. Er hat zwei kleine Schwestern, wohnt in einem Haus und geht zielstrebig auf seine Zukunft, bzw. sein Studium, zu. 
Er trägt angesagte Klamotten, hatte bis vor kurzem immer eine hübsche Freundin an seiner Seite und ist in der Schule sehr beliebt. Er weiß um seine Attraktivität und geht locker damit um.

Diese zwei Charaktere treffen aufeinander, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Es war sehr humorvoll mitzuerleben, wie Jeane und Michael einander nicht wiederstehen können, aber auch über so viele Dinge streiten mussten. Und nicht nur so „du bist doof“-„nein, du bist doof“, sondern richtig heftige Diskussionen über Grundsätze und Einstellungen. Jeane wirkte selbstredend dabei sehr erwachsen und fortschrittlich, aber auch Michael kam sehr gut weg bei solchen Argumentationen.

Generell fand ich beide Typen absolut hinreißend. Michael ist natürlich ganz der 18-jährige Teenie, der sich erst nicht damit abfinden kann, auf ein nicht so cooles Mädchen zu stehen. Er möchte seinen Eltern alles recht machen, aber auch Grenzen austesten und steht zu seiner Meinung. Ich mochte seine Willensstärke, mit der er sich vor allem Jeane widersetzt.
Jeane ist so ein Prototyp der Nerds, wie wir alle ein bisschen sein wollen. Zwischendurch fand ich sie sehr krass und vor allem nervig, aber sie hat so eine tolle Kurve bekommen.
Sie sagt auch ganz richtig, dass sie nicht versucht, absolut individuell und abgehoben sein möchte. Sie erkennt, dass ihre Andersartigkeit auch ein Trend ist, der sich nur vom Markentrend abhebt. Sie hört mit vielen anderen Musik, die es nicht in die Charts schaffte (und damit Mainstream wurde), sie trägt Klamotten, die jemand nicht mehr mochte und ist einfach ehrlich, weil sie straight durchs Leben geht und nicht buckelt wie viele im großen, grauen Haufen.

Aufgelockert wird das Buch durch die Tweets von Jeane und Michael, durch gelegentliche SMS, die Blogeinträge auf „Adorkable“ und die eine Rede von Jeane. Die Kapitel wechseln immer zwischen den beiden Jugendlichen.
Die Sprache ist locker, witzig und abwechslungsreich. Jeane nimmt manchmal Vergleiche, wie sie von mir stammen könnten 😉

Ich mochte es, wie Jeane zu sich steht und wirklich und endlich akzeptiert, ein bisschen anders zu sein, bzw. absolut sie selbst zu sein. Ich mochte es, wie Michael erkennt, dass Jeane eben aus der Masse sticht, weil sie an sich glaubt, und nicht wie alle anderen tief im Inneren hofft, auch mal aus der Masse austreten zu können.
Nicht umsonst erlebt der Trend des Selbermachens, Nähens, Schmückens, Basteln und kreativ sein solch einen Boom. Portale wie dawanda könnten nicht überleben, wenn wir nicht alle ein bisschen Einzigartigkeit suchen würden, mit dem wir uns von anderen unterscheiden.

Als dann der Höhepunkt des Buches erreicht wird (nicht das Ende!), heulte ich mit Jeane mit, weil die Geschichte an dieser Stelle so dicht erzählt wird, dass man total drinsteckt. Die Perspektive wechselt dann aber plötzlich zu Michael, der Jeane genauso hilflos sieht, wie sie in dieser Situation ist (ich verrat nicht mehr, keine Sorge). 
Auch wenn mir das Buch am Anfang etwas Schwierigkeiten machte, weil für mich die ersten hundert Seiten zu wenig passierte, bin ich froh, das Buch beendet zu haben.

Eine tolle Geschichte über Liebe, den Mut sich selbst darzustellen und die Kraft, offen und ehrlich zu sich selbst und anderen zu sein. Vier von fünf Sternen von mir!

★★★★☆

 Vielen Dank an
 
und vor allem an
 
0

[Rezension] Office Escort

Office-Escort Das Sekretärinnenspiel – Lilly An Parker
Elysion Books
Broschiert, September 2011
256 Seiten

9,90 €

 Joanna und ihr Freund führen eine offene Beziehung. Gemeinsam swingen sie, und Sex mit anderen ist ebenfalls ok, solange der andere nicht dabei ist. Aus einem Streit heraus erkennt Joanna jedoch, dass Klaus sich nicht immer an die Regeln hält, und für Joanna auch noch andere aufstellen will. Kurzentschlossen trennt sie sich von ihm und zieht zu ihrem Nachbarn Georg, der ihr ein unwiderstehliches Angebot macht: Joanna soll als Escort Sekretärin arbeiten!
Endlich kann sie ihre Dominanz ausleben, und ihr erster Kunde, der Geschäftsmann Ruben, ist ein ganz harter Brocken.Bereits zwei Sekretärinnen hat er abgelehnt. Joanna muss sich also ordentlich ins Zeug legen, damit sie weiterarbeiten darf.
Wenn der Kunde nur nicht so heiß wäre…

„Office-Escort“ ist der neue Roman von Lilly An Parker (nach „Heiß – Erotische Geschichten“), und eine geniale Idee. Eine Escort-Sekretärin, die ihren Chef heiß machen soll ohne ihm Erlösung zu bringen, gibt es garantiert schon, aber ich habe noch nichts darüber gelesen.

Die Sexszenen sind nicht unangenehm oder zu präsent. Im Gegenteil, man wartet an vielen Stellen darauf, was sich Joanna noch einfallen lässt, um Ruben aufzugeilen. Und sie kann sich jedes Mal toppen – und den Leser und Ruben überraschen.
Mit viel Humor und Leichtigkeit geht Joanna durch die Geschichte, und es macht Spaß, auch das drumherum zu lesen.

Als Joanna auf Ruben trifft, verwischt sich die Wahrnehmung. Abwechselnd wird aus beiden Perspektiven geschrieben, immer in der Ich-Form, und teilweise nicht mal mit einer Leerzeile. Das störte leider das Lesevergnügen an (ganz) wenigen Stellen, da man zurücklesen musste wer denn nun dran ist.
Die Schreibweise und damit der Lesefluss waren sonst jedoch sehr leicht und flüssig.
Große Fans von Rollenspielen und Dominanz im Liebesspiel werden mit „Office-Escort“ sicher ihre helle Freude haben. Parker nimmt kein Blatt vor den Mund und steigert sich bis zum Ende – bis es für Ruben auch zu viel wird 😉 Wer sich nicht scheut, mit dem Partner unkonventionelle Spielzeuge zu benutzen, findet in diesem Buch noch die eine oder andere Anregung. Für alle anderen ist ja das Buch da, um einmal mitzuerleben, wie Dominanz und devotes Verhalten ausgelebt werden können. Es lebe die Fantasie 🙂

Ich vergebe 4 von 5 Sternen für einen sinnlichen, lustvollen Roman über Machtverteilung, Sex und Verlockung.

                                          ★★★☆

1

[Rezension] Ein Sukkubus in Nöten


Ein Sukkubus in Nöten – Jackie Kessler

Egmont-Lyx Verlag
Deutsche Erstausgabe 2010

378 Seiten, Taschenbuch

9,95 €

Inhalt: Die Sukkubus Jezebel flieht aus der Hölle. Grund? Es wird ihr eindeutig zu heiß da unten!
In der Welt der Menschen kann sie aber nur überleben, wenn sie selbst einer wird, und so lässt sie sich kurzerhand verwandeln, und reist nach New York. Auf sie wurde mittlerweile ein Kopfgeld ausgesetzt, und es gilt dringend den Verfolgern zu entfliehen.
Auf der Reise nach New York lernt Jezebel den attraktiven Paul kennen, der zu allem Übel auch noch ihr letzter Auftrag der Hölle war.
Jezebel bewirbt sich in einem Striplocal als Tänzerin, mit Sex und Männern weiß sie schließlich umzugehen, und ohne Geld – das weiß sie mittlerweile – wird sie nicht weit kommen.
Doch Mensch sein ist gar nicht so leicht, erst recht nicht, wenn einem die Kreaturen der Hölle immer mehr auf die Schliche kommen. Wem kann Jezebel trauen, und wem nicht?

Meinung:
Eigentlich wollte ich „Ein Sukkubus in Nöten“ nur anlesen, um zu schauen wie das Thema über Sex-Dämonen ist, und wie die Autorin schreibt. Doch die mitreißende, teilweise vor schwarzem Humor nur so triefende Handlung riss mich von der ersten Zeile an mit. Jezebel ist ein ungeduldiger, Sexsüchtiger Dämon voll Sarkasmus und böser Gefühle. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, war ihre Weltanschauung umso intensiver – und die Witze doppelt so treffend.

Bereits nach zwei Tagen hatte ich das Buch durch, denn die Handlung war flüssig, schön geschrieben und gut nachvollziehbar. Abgesehen davon, dass eigentlich mindestens zwei Drittel aller Geschehnisse mit Sex zu tun hatten, waren auch Jezebels Erlebnisse sehr amüsant. Ihre Verwandlung in die Menschlichkeit war detailreich und humorvoll geschrieben. Kessler hat wirklich gut überlegt, wie sich ein Dämon wohl einleben könnte, und wie die Umwelt reagiert.
Teilweise fand ich die Sprache etwas derb, vor allem wenn Jezebel über ihre Liebe zum Akt sprach. Ihr ging es hauptsächlich um den Raub der Seele des Menschen, was ja an sich auch zu einem Sukkubus passt. Gegen Ende des Buches sprach sie aber eindeutig zu oft davon, jemanden einfach „die Seele aus dem Leib zu vögeln“.

In den Personen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Kessler hat ziemlich ausgeschmückt über Erotik und Erregung geschrieben, dabei aber andere Eigenschaften außen vor gelassen, was ich etwas schade fand. Besonders Paul hätte mehr Spielraum vertragen, denn auch wenn Jezebel ihn wahnsinnig attraktiv fand, und die meiste Zeit ihres Zusammenseins nur an die Vereinigung mit ihm zu denken schien, fehlte ihre Sicht über Humor, und Ernst, oder auch die Berufe.

Die Beschreibung der Hölle war ausgesprochen humorvoll, und sprach für viel Recherche und Überlegung von Seiten Kesslers.

Dennoch hat Kessler auf jeden Fall viel Potential, und das Buch ist mal etwas ganz anderes als die zur Zeit vorherrschenden Geschichten über Vampire und Werwölfe.
Ich empfehle es wärmstens für Liebhaber von außergewöhnlichen Dämonen, Erkundern von neuen Höllengeschichten, und Fans von schwarzem Humor!

Einen großen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!