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[Rezension] Liebe ist kein Beinbruch

Liebe ist kein Beinbruch – Stephanie Bond
MIRA Taschenbuch, September 2013
ISBN 978-3-86278-741-8

352 Seiten

7,99 €

Wer hätte nicht Interesse daran, beim Neuaufbau einer Stadt zu helfen und einmal komplett von vorne beginnen zu können? Zumindest 100 Frauen versuchen ihr Glück in der neu entstehenden Stadt Sweetness. Vor einigen Jahren wurde die alte Stadt durch einen Tornado komplett zerstört, und die Armstrong-Brüder Marcus, Kendall und Porter wollen sie neu aufbauen. Doch ein Haufen Männer kommt alleine nicht weit, und durch eine Zeitungsanzeige gelockt kommen die Frauen für den Neubeginn. Unter ihnen ist Ärztin Nikki Salinger, doch so wirklich wohl fühlt sie sich nicht in der provisorischen Stadt.
Bei ihrer Ankunft ist ihr erster Patient Porter Armstrong, der im Eifer vom Wasserturm gefallen ist und sich das Bein gebrochen hat.
Als Porter erfährt, dass Nikki wieder abreisen will, setzt er jedes Mittel ein, um sie zu halten. Das beginnt bei der Sabotage ihres Autos, führt über angefahrene Kitze und geht sogar durchs Bett.
Und irgendwann geht es Porter gar nicht mehr nur um die Ärztin, sondern um Nikki als Frau…

Bei den Mira-Taschenbüchern bin ich ja ein großer Fan der Susan Mallery-Bücher. Ich finde es schade, dass teilweise einzelne Reihentitel herausgepickt werden, und die Reihe nicht konsequent von vorne bis hinten übersetzt wird.
Als bei bloggdeinBuch ein neues Buch von Mira angeboten wurde, war ich Feuer und Flamme. Nicht nur der Inhalt der Bücher hat es mir nämlich angetan, sondern auch die immer gleiche Aufmachung. Die Bücher sind alle gleich groß (bis auf die von Aimée Carter, grrr) und haben eine tolle Rückengestaltung, so dass es sich wirklich immer zauberhaft im Regal macht!
Und so wagte ich mich an das Buch „Liebe ist kein Beinbruch“ von Stephanie Bond. Neben der typischen Liebesgeschichte Mann trifft Frau, beide finden sich toll, das Schicksal hält sie noch fern, dann Ende gut alles gut sollte nämlich die Hintergrundgeschichte diesmal eine besondere sein. Die Brüder Armstrong wurden durch die Zerstörung ihrer Stadt heimatlos. Es war nicht Katrina, aber ein ebenso schlimmer Tornado, der alles dem Erdboden gleich gemacht hat.

Je weiter ich las, desto toller wurde das Buch. Es sammelte Pluspunkte:
+ durch das Setting
+ mit der zauberhaften und liebenswerten Nikki (auch wenn ich ihr gerne mehr Selbstbewusstsein eingetrichtert hätte)
+ durch die aufbauende Liebe, die sich nicht explosiv in Sex entlud sondern passend zum…öhm… Höhepunkt… kam
+ durch die Nebencharaktere, welche die Geschichte abrundeten
+ durch die super Übersetzung, die flüssiges Lesen unterstütze und von der Sprachgestaltung einfach ansprach

Und jetzt nochmal ausführlich. Die Geschichte spielt zum Beginn des Wiederaufbaus. Passend zur Geschichte mit Nikki der Ärztin geht es vor allem um den Aufbau der Ambulanz. Das ist natürlich doppelt ein Grund, sich mit der Ärztin zu beschäftigen und sie in den Vordergrund zu rücken. Das fand ich klasse, eine tolle Idee.
Während in vielen Geschichten die Figuren Essen gehen und in idyllische Gegenden fahren müssen, sind Porter und Nikki auf einem Berg mit so viel Natur um sich, dass das zwangsläufig immer mit hineinfließt. Die Romantik entsteht also nicht künstlich, sondern ist von vorneherein da!
Nikki als Figur mochte ich sehr gerne. Sie hatte nicht das übertriebene Selbstbewusstsein (es war fast schon zu wenig), litt unter der schlechten Erfahrung und öffenete sich nur langsam. Ihre Angst, schlechter zu sein als die anderen, war realistisch. Und die Angst, nicht lieben zu können, hat mich sehr erschüttert. Umso mehr fand ich Porter dann als Gegenpol toll, der ebenfalls erst lernen musste zu lieben.

In manchen Büchern ist es ja auch so, dass die Hauptprotagonisten dann zwischendurch sexuell aneinander geraten und das Schicksal sie erstmal auseinandertreibt. Ich mag es lieber, wenn sich die Protagonisten schon mehr oder weniger verliebt haben und dann erst im Bett landen. Die Anspannung ist dann noch höher 🙂

Negativ war nichts. Ich will einfach wissen, wie die anderen beiden Brüder sind und wie es mit Sweetness weitergeht. Das ist nämlich auch so besonders an diesem Roman. Es geht nicht nur um die Liebesgeschichte und um die Familie, nein, man verfolgt über mehrere Bücher hoffentlich den Wiederaufbau der Stadt mit und erlebt all die tollen Geschichten bei ihr. Wie ich gesehen habe, geht es später auch mit anderen Figuren der Stadt weiter – vielleicht mal mit Armstrong-Nachwuchs?

Für diesen Liebesroman im klassischen Format mit einer tollen Umgebung und super eingebauter Hintergrundgeschichte kann ich nur 5 Sterne geben!

★★★★★

Hinten auf dem Buch steht passenderweise, dass die beste Nachricht nach dem Lesen das Wissen um die Fortsetzung ist 🙂 Auf Englisch ist bereits „Baby, don’t go“ erschienen, welches vom Bruder Marcus erzählt.
Auf Deutsch bereits erhältlich ist die Vorgeschichte „Liebe ist keine Katastrophe“, als E-Book.

Btw: Kommt es mir nur so vor oder werden die Bücher bei MIRA immer günstiger?

Vielen Dank an Blogg dein Buch für die Aktion und MIRA TASCHENBUCH für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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Urlaubslektüre

Weil so viele Blogger jetzt ihre Urlaubslektüre zeigen, ziehe ich da mal mit 🙂

Frisch zurück aus Essen erwartet mich mein ungelesenes Regal, aber ganz besonders folgende Bücher:

1. Memento #2 Die Feuerblume
2. Der Geschmack von Sommerregen
3. Das Haus der tausend Blüten
4. Jane Eyre
5. Ich fürchte mich nicht
6. Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack
7. Soul Seeker # 1
8. Das Lied von Eis und Feuer #3
9. Mercy #3 Besessen
10. Starker Abgang

Und nicht auf dem Bild:
11. Hourglass #2
12. Navy Seals #2 Entlarvt
13. Enders

Außerdem angefixt durch die Celebration mal wieder Band 2 und vielleicht auch Band 3 der „Republic Commando“ Reihe von Karen Traviss.

Später kommt dann noch Ashes #3 dazu 🙂

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[Rezension] Adorkable

Adorkable – Sarra Manning
bloomoon Verlag
Klappenbroschur,  2013
464 Seiten

Ab 14 Jahren

14,99 €

Im Internet ist sie die „Dork-Queen“, doch in der Schule ist Jeane Smith bloß ein Mädchen, dass sich komisch anzieht und alle meidet. Vielleicht denkt sie, sie wäre etwas besseres?  Michael Lee hat Jeane lange nur aus der Ferne betrachtet, hat von ihrem Blog gehört und lästert über ihre Schrulligkeit.
 Doch irgendwie scheint sich Michaels feste Freundin für Jeanes festen Freund zu interessieren, was weder Michael noch Jeane verstehen. Als mit beiden Schluss gemacht wird, geraten die unterschiedlichen Teenies aneinander – wortwörtlich.
Aus einem spontanen Kuss entsteht eine Serie von heimlicher Knutscherei. Jeane möchte Michael gerne die spannenden Aspekte zeigen, die das Leben eigentlich bieten kann. Und Michael hätte Jeane gerne ein winziges bisschen normaler – muss sie immer ihre Mails checken und twittern und besonders so komische Klamotten tragen?

Wie lange geht es gut, dass Jeane sie selbst ist und mit dem beliebtesten, perfektesten und normalsten Jungen der Schule rummacht?

Der neue Bloomoon-Verlag (Imprint von arsEdition) zeigt sich definitiv als ein Verlag mit tollen neuen Geschichten. „Adorkable“ ist das zweite Buch, das ich lese, und ich werde noch viele mehr aus diesem tollen Imprint bestellen und verschmökern!

Diesmal geht es darum, anders und doch ganz man selbst zu sein. Jeane führt den Blog „Adorkable“ und bezeichnet sich selbst als „Dork“. Sie probiert gerne viel neues aus, ist süchtig nach Haribos, schläft wenig und ist sehr, sehr erfolgreich. Sie bezeichnet sich selbst als Vorreiter ihrer Generation und erzählt darüber auf Tagungen und in Camps. Ihr einziger Makel: Sie wohnt alleine und muss alles alleine managen. Ihre Eltern und ihre Schwester sind in der Welt unterwegs und lassen Jeane ihr Ding machen. So verlockend diese Freiheit klingt – Jeane ist 17 Jahre alt und noch nicht in der Lage, wirklich alleine zu leben.

Michael dagegen wächst im behüteten Elternhaus auf. Er hat zwei kleine Schwestern, wohnt in einem Haus und geht zielstrebig auf seine Zukunft, bzw. sein Studium, zu. 
Er trägt angesagte Klamotten, hatte bis vor kurzem immer eine hübsche Freundin an seiner Seite und ist in der Schule sehr beliebt. Er weiß um seine Attraktivität und geht locker damit um.

Diese zwei Charaktere treffen aufeinander, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Es war sehr humorvoll mitzuerleben, wie Jeane und Michael einander nicht wiederstehen können, aber auch über so viele Dinge streiten mussten. Und nicht nur so „du bist doof“-„nein, du bist doof“, sondern richtig heftige Diskussionen über Grundsätze und Einstellungen. Jeane wirkte selbstredend dabei sehr erwachsen und fortschrittlich, aber auch Michael kam sehr gut weg bei solchen Argumentationen.

Generell fand ich beide Typen absolut hinreißend. Michael ist natürlich ganz der 18-jährige Teenie, der sich erst nicht damit abfinden kann, auf ein nicht so cooles Mädchen zu stehen. Er möchte seinen Eltern alles recht machen, aber auch Grenzen austesten und steht zu seiner Meinung. Ich mochte seine Willensstärke, mit der er sich vor allem Jeane widersetzt.
Jeane ist so ein Prototyp der Nerds, wie wir alle ein bisschen sein wollen. Zwischendurch fand ich sie sehr krass und vor allem nervig, aber sie hat so eine tolle Kurve bekommen.
Sie sagt auch ganz richtig, dass sie nicht versucht, absolut individuell und abgehoben sein möchte. Sie erkennt, dass ihre Andersartigkeit auch ein Trend ist, der sich nur vom Markentrend abhebt. Sie hört mit vielen anderen Musik, die es nicht in die Charts schaffte (und damit Mainstream wurde), sie trägt Klamotten, die jemand nicht mehr mochte und ist einfach ehrlich, weil sie straight durchs Leben geht und nicht buckelt wie viele im großen, grauen Haufen.

Aufgelockert wird das Buch durch die Tweets von Jeane und Michael, durch gelegentliche SMS, die Blogeinträge auf „Adorkable“ und die eine Rede von Jeane. Die Kapitel wechseln immer zwischen den beiden Jugendlichen.
Die Sprache ist locker, witzig und abwechslungsreich. Jeane nimmt manchmal Vergleiche, wie sie von mir stammen könnten 😉

Ich mochte es, wie Jeane zu sich steht und wirklich und endlich akzeptiert, ein bisschen anders zu sein, bzw. absolut sie selbst zu sein. Ich mochte es, wie Michael erkennt, dass Jeane eben aus der Masse sticht, weil sie an sich glaubt, und nicht wie alle anderen tief im Inneren hofft, auch mal aus der Masse austreten zu können.
Nicht umsonst erlebt der Trend des Selbermachens, Nähens, Schmückens, Basteln und kreativ sein solch einen Boom. Portale wie dawanda könnten nicht überleben, wenn wir nicht alle ein bisschen Einzigartigkeit suchen würden, mit dem wir uns von anderen unterscheiden.

Als dann der Höhepunkt des Buches erreicht wird (nicht das Ende!), heulte ich mit Jeane mit, weil die Geschichte an dieser Stelle so dicht erzählt wird, dass man total drinsteckt. Die Perspektive wechselt dann aber plötzlich zu Michael, der Jeane genauso hilflos sieht, wie sie in dieser Situation ist (ich verrat nicht mehr, keine Sorge). 
Auch wenn mir das Buch am Anfang etwas Schwierigkeiten machte, weil für mich die ersten hundert Seiten zu wenig passierte, bin ich froh, das Buch beendet zu haben.

Eine tolle Geschichte über Liebe, den Mut sich selbst darzustellen und die Kraft, offen und ehrlich zu sich selbst und anderen zu sein. Vier von fünf Sternen von mir!

★★★★☆

 Vielen Dank an
 
und vor allem an
 
7

[Rezension] Shades of Grey 1 Geheimes Verlangen

Shades of Grey 01 Geheimes Verlangen – E.L.James
Goldmann
Taschenbuch, Juli 2012
602 Seiten

12,99 €

Für ihre kranke Freundin nimmt Ana den Interviewtermin mit dem erfolgreichen Christian Grey wahr und fühlt bei der ersten Begegnung das Prickeln. Die Funken knistern, und Christian bemüht sich, Ana wiederzusehen.
Doch schnell vermittelt er ihr, dass er nichts für sie ist – und sie sich fernhalten sollte. Aber die Erotik siegt und Ana und Christian können einfach die Finger nicht voneinander lassen.
Kurzerhand entwickelt sich eine heiße Liebesgeschichte, die allerdings überschattet ist von Christians heimlichen Neigungen.

Ana sieht sich gezwungen zwischen körperlichem Verlangen und gesunden Menschenverstand zu entscheiden…

Ehrlich gesagt habe ich mich gefragt, warum ich das Buch noch rezensieren soll. Jeder weiß, worum es in dem Buch geht. Und wer es noch nicht weiß, wird garantiert nicht durch mich auf den Roman aufmerksam.

Deswegen bleibe ich jetzt mal ganz subjektiv (als wären meine Rezensionen je anders 😉 ). Wer das Buch selber unvoreingenommen lesen will, sollte jetzt nicht weiterlesen!

Während ich auf den ersten Seiten eindeutig das Prickeln fühlte, dass von Christian Grey ausging, fühlte ich mich im Laufe des Buches zunehmend abgestoßen. Ich mag Ana und finde ihre Entwicklung toll, aber ich kann dieses „du beherrschst mich oh wie aufregend!“ nicht nachvollziehen. Das hat nichts mit meinen persönlichen Vorlieben zu tun, und ich weiß auch dass in unserer Gesellschaft der Markt mit Bondage und SM boomt – ich fand Christians Verhalten oft entwürdigend. Und zwar nicht das in seiner Kammer oder im Bett, sondern sein Verhalten außerhalb des Bettes und der Wohnung. Hallo, Ana hatte teilweise Angst vor ihm! Angst, in ihrem natürlichen Verhalten etwas falsch zu machen. Angst, dass er zu ihr ins Flugzeug steigt und sie ihm nicht ausweichen kann.
Das ist für mich kein Grund, total hingerissen zu sein. Guter Liebhaber hin oder her, das Mädchen wollte eine Beziehung und für ihn ist das Kontrolle.

Mich interessiert wirklich,wie Christian und Ana sich in den nächsten Büchern weiterentwickeln. Miteinander verhalten. Ob der Sex sich verändert.

Den Supermegahyperduperrummel kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Twilight sehe ich nicht so richtig in der Geschichte und so supergeil geschrieben finde ich das Buch auch nicht. Die Sexszenen sind nur größtenteils realistisch (meine Güte, dass Ana aber auch ständig sein „großes Stück“ bewundern musste…).

Mich würde die Geschichte aus der Sicht von einem Mann mal interessieren. Sowas können auch nur Frauen schreiben.

Von mir gibt es 3 Sterne für das Buch. Und bitte bitte lasst im Film nicht Kristen Steward die Ana spielen!

★★★☆
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[Rezension] Frauenschuh

Frauenschuh – Inge Kleinschmidt
Schardt Verlag
Taschenbuch 2011
148 Seiten

10 €

„…wenn eine Vase einen Sprung hat, hält sie kein Wasser mehr.“ S.46

In einem kleinen Dorf, abgeschieden von Hektik und Stress, leben Susanne und Martin eine friedliche Ehe. Ihre Leben überschneiden sich gelegentlich, normalerweise schlafen sie in zwei Schlafzimmern und gehen getrennten Hobbies nach. Als Zeitvertreib arbeitet Susanne in einem Damenschuhgeschäft. Dort schnuppert sie in die unterschiedlichsten Leben anderer Frauen hinein.
Gerade weil sie der Meinung war, in ihrem Leben wäre alles so in Ordnung, wirft sie eine Eröffnung ihres Mannes völlig aus der Bahn: Er möchte gerne eine Freundin nebenbei habe, weil er plötzlich beide Frauen liebt.
Susanne weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Warum sollte Martin das Vergnügen zweier Frauen haben, und sie immer Angst davor für welche Frau er sich eventuell entscheidet?

„In solchen Fällen kann man nicht mehr von Liebe sprechen. Wahrscheinlich ist die Liebe zu Ende, weil man den anderen durch und durch kennt. Es gibt keine Überraschungen mehr, und man stirbt bei lebendigem Leib.“ S.105

Frauenschuh“ hat einen nicht so guten ersten Eindruck bei mir hinterlassen. Die Geschichte beginnt etwas fad und die Schreibart ist langatmig und detailliert. Die geringe Seitenzahl hat mich aber hoffen lassen, dass das Buch nicht durchgehend so fad ist, weil ich ja auch um die Handlung wusste. Bis aber Martin seine Freundin beichtet, vergehen einige Seiten.

Im Verlauf des Buches habe ich die Schreibweise der Autorin liebgewonnen. Sie hat zwar jede einzelne Kundin von Kopf bis Fuß beschrieben und das immer und immer wieder, aber sie hat in den Formulierungen endlich deutlich und klar geschrieben. Keine überflüssigen Floskeln, keine umgangssprachelichen Sätze usw. Ihre Figuren sprachen, aßen und baten. Angenehm zu lesen – endlich mal wieder eine sprachlich anspruchsvolle Lektüre.

Susanne ist eine junge Frau, die in ihrer Ehe scheinbar glücklich ist. Sie analysiert die Kundinnen und vergleicht häufig mit ihrem eigenen Leben. Als dann Martin das Leben aus den Fugen hebt, überdenkt sie alles und fühlt sich kreuzunglücklich. Ihr Leiden wurde leider etwas abgespickt. Wenn sie vorher in gestochener Sprache über Frauen nachdenkt, „heult“ sie rum und führt sich auf wie eine fünfjährige. Martin wirkt daneben erwachsen und reif, aber auch egoistisch und patriarchaisch.

Zum Ende des Buches war mir die Thematik dann doch etwas fern. Ich bin noch zu jung, um mir Gedanken über eine lange Ehe zu machen und was danach kommt, wenn ich nicht mehr frisch bin. Zum schluss habe ich mich also eher am Sprachstil aufgezogen.

In dem Buch geht es nicht nur um eine Dreierbeziehung, sondern auch um Beziehungen generell. Während des Lesens konnte ich viel vergleichen und wiedererkennen, aber bei manchen Sachen bin ich einfach noch zu jung. Für den Gesamteindruck vergebe ich dennoch vier Sterne.

★★★

Dieses Buch habe ich vom Schardt Verlag über Blogg Dein Buch erhalten. Vielen dank für die Möglichkeit!

Schaut auch die Rezension bei Maxibiene an.

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[Neu im Regal] Januar & Februar 2012

Wie versprochen, hier kurz eine Übersicht für Januar und Februar, was so in meinen Schrank gewandert ist. Bücher, die ich bereits rezensiert habe, verlinke ich nur – sonst wird das hier ja ewig lang. Aber da ich nicht alles rezensiere, wollte ich wenigstens kurz sagen, dass diese Exemplare jetzt meins sind 😀
Dieses Jahr sollen ja auch Kaufräusche vermieden werden – bzw der SUB ordentlich sinken!
Und vielleicht findet die eine oder andere ja etwas für den eigenen Bücherschrank 😉

Januar:
 Der Monat begann mit „Dark Angel’s Summer: Das Versprechen“ (Spencer/Spencer). Ok, eigentlich kam das Buch bereits im Dezember zu mir, aber ausgepackt habe ich es am 2. Januar 🙂
Die Rezension findet ihr HIER.

Nur lieben ist schöner“ (Rebecca Fischer) habe ich von der Autorin persönlich zu unserem schönen Interview bekommen. Und rezensiert ist es AUCH.

Der Monat war noch taufrisch (wobei wärmer als am Ende…), da hab ich „Schweig still, süßer Mund“ (Janet Clark) bestellt – und sofort verschlungen. Meine äußerst begeisterte Rezension ist HIER.

Netterweise legte mir eine Kollegin ihr ausgelesenes Exemplar von „Die Landkarte der Zeit“ (Felix J. Palma) auf den Tisch – einfach so *gniii*
Die teure Hardcover-Ausgabe ist inzwischen übrigens durch die günstige Taschenbuchausgabe ersetzt worden (9,99 €).
Zum Lesen bin ich allerdings noch nicht gekommen.

Vom Ravensburger Verlag kam „Gefangen – Mery Band 1“ (Rebecca Lim), und ich war schon so hingerissen vom Cover, dass ich es kaum erwarten kann, auch Band 2 zu kaufen! Die Rezension ist auch schon ONLINE.

Hingerissen vom Cover und der Aufmachung und einiger superguter Kritiken konnte ich auch einem Schnäppchen nicht widerstehen: „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ (Ali Shaw) kam angeflogen und wartet noch auf die Lesung 🙂

Bei Blanvalet gab es leider nicht den 3. Band der Seidenstickerin „Die Tränen der Prophetin„, dafür „Perlmuttsommer“ (Deidre Purcell) zu haben 🙂 Die Rezension folgt.

Julischatten“ (Antje Babendererde) – heiß ersehnt: Das neue Buch von Antje Babendererde. „Orcasommer“ und „Indigoblau“ habe ich bereits geliebt (btw, die könnte ich nochmal lesen), und habe netterweise von Arena ein Exemplar zur Rezension bekommen. Und sofort gelesen hab ich es bereits HIER rezensiert.

Und es war einfach nicht mehr auszuhalten. Ich musste „Das Tal Season 1.2 Die Katastrophe“ (Krystyna Kuhn) haben! Rezensionen, auch zu Band 1, sind angefangen, aber liegen noch rum. Weil ich schon so viel darüber gelesen habe, fällt es mir sehr schwer, selbst etwas zu schreiben. Dabei fand ich Band 1 schon sooo gut!


Februar:
Beschränkt durch den SUB ABBAU EXTREM durfte ich nur Februar-Erscheinungen kaufen. Aus Geldgründen konnte ich eh nicht sehr viel kaufen, und so wurden es 9 neue Bücher.

Der Monat begann mit zwei Gewinnen:
Die Bucht des grünen Mondes“ von Isabel Beto und „Wie ein Flügelschlag“ von Jutta Wilke. Alleine schon von der Aufmachung zwei wunderschöne Bücher, denn das Buch von Isabel Beto hat an der Außenkante aufgedruckte Ranken. Wow!
Jutta Wilke verfolge ich seit ein paar Wochen bei Facebook, und habe mich doppelt gefreut jetzt etwas von ihr lesen zu können ohne mein Monatsziel, keine nicht-im-Februar-erschienen Bücher zu kaufen aus den Augen zu verlieren.

Auf einen Schlag landeten drei der vier Neuerscheinungen von INK bei mir. Zum Glück sehen die Bücher für den März in der Verlagsvorschau weit weniger verlockend aus als genau diese drei 🙂
Du denkst, du weißt wer ich bin“ (Em Bailey), „Julia für immer“ (Stacy Jay) und „Kyria und Reb“ (Andrea Schacht). Besonders „Julia für immer“ ist mein Highlight, weil ich Geschichten um Romeo und Julia liebe (*schmacht* Ralph Fiennes als Romeoooo).

Vom Klett-Cotta Verlag habe ich bereits für einen Veranstaltungshinweis ein Buch bekommen, das wirklich interessant aber sehr schwer ist. Mal anders, als was ich sonst so lese: „Das Ende unserer Tage„. In Leipzig werde ich mir die Lesung vom Autor anschauen und danach darüber schreiben, weil ich zur Zeit echt nicht weiß, ob ich das Buch so verstehe wie es gedacht ist.

Und weil ich auf der Buchmesse Anika Beer treffen werde, durfte ich auch schon „Als die schwarzen Feen kamen“ lesen – lasst euch überraschen! 🙂 Fleißiges Bloggersein lohnt sich!

Im Büro liegen wohl noch zwei Bücher für mich bereit, das werde ich morgen wissen 🙂

Und das war es auch schon 🙂 Freut euch auf die Statistik morgen, denn tatsächlich habe ich auch wieder viel gelesen! Zur Erinnerung: Der Januar war SO.

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[Rezension] Sherlock Holmes in Leipzig

Sherlock Holmes in Leipzig – Wolfgang Schüler
KBV Verlag 2011

205 Seiten


ISBN: 9783942446082
9,50 € 

Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich Sherlock Holmes eigentlich zurückgezogen. Auf einem kleinen Cottage züchtet er Bienen und schreibt seine Memoiren.
Doch die Pflicht ruft erneut. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. Watson reist er nach Deutschland.
Die Hauptdarstellerin einer Theatergruppe benötigt heimlichen Schutz auf der Tournee. Bei besagter Lotte Land, wie sie für die anderen Reisenden heißt, handelt es sich jedoch um keine geringere als die Kronprinzessin von Hannover.
Sie soll entführt werden, munkelt es in Regierungskreisen, um einen Krieg auszulösen. Und einzig Sherlock Holmes und Watson können das verhindern!

Ich bin ja seit Franziska Frankes Romanen über den Meisterdedektiv immer wieder neugierig, was so neues geschrieben wird. Wolfgang Schüler, ein vielversprechender Autor, schien sich etwas neues ausgedacht zu haben. Und nicht wie Franke die Lücken nutzend, ließ er den Dedektiv aus dem Ruhestand erneut antreten. Dabei sollte kein Mord oder kein Geheimnis gelüftet werden, nein. Schüler legte das Schicksal Europas in Holmes‘ Hände (wie übrigens auch in Band 2…).

Schülers Sprachstil in diesem Buch gefiel mir ganz gut.Holmes und Watson unterhalten sich der Zeit entsprechend gehoben. In ihren Dialogen führen sie sich weltgewand historisches Wissen auf.

Manchmal fehlte mir mehr Tiefe und Wärme in der Handlung, die auf 205 Seiten sehr dünn gestrichen ist. Es wird aus Watsons Berichten geschrieben, und aus Sicht der Verschwörer, Holmes‘ Sicht erfährt man ganz wie bei Doyle nur durch seine eigenen Worte. Das passt zu dem Dedektiv, der sehr eigen agiert und dabei vor allem überraschende Details wahrnimmt.
In der gesamten Geschichte entsteht schon eine gewisse Spannung, die jedoch vor allem in kleinen Sprüngen vorkommt, vor allem am Ende. Dann raft sich die Handlung. Wo vorher die Stadt und ihre Besonderheiten, historische Details und Kleinigkeiten wichtig waren, prügeln sich die Männer und der Fall ist gelöst. Das ging ein bisschen schnell, fand ich.

Zeitweilig hatte ich auch das Gefühl, der Verlag hat versucht, die Seiten zu füllen.Die Kapitel werden getrennt von leeren Seiten, auf denen neben den Kapitelüberschriften in einem großen Kasten ein Zitat steht. Das passt dann zwar zur Handlung, aber unterbricht auch den Fluss.

Weil mir selbst ein Urteil sehr sehr schwer fiel, habe ich mal wieder meinen Freund Google gefragt, der mich zu einem Forum führte, in dem angeregt über Sherlock Holmes in Leipzig diskutiert wurde.

Userin chrodechilde123 aus dem Sherlock Holmes Forum fast ihr Fazit so zusammen:
 „Leider ist „Sherlock Holmes in Leipzig“ ein Buch, aus dem man viel mehr hätte machen können. Wolfgang Schüler zählt in Deutschland zu den bekanntesten „Edgar Wallace“ –und Kriminalforschern, der über eine weitreichende Reputation in diesen Gebieten verfügt. Umso unverständlicher ist für mich ein so unausgegorenes Werk, bei dem viel Potential verschenkt wurde.“

Dem Administrator Wiggins dagegen hat das Buch besser gefallen:
„Die Handlung finde ich recht interessant, nur wird sie leider durch die schon erwähnten Erklärungen immer wieder unerbrochen. Manchmal erklärt SH seinem Watson irgendein Umstand, manchmal aber auch der Autor dem Leser (ohne ihn dirket anzusprechen). das wirkt bedauerlicherweise eher aufgesetzt und nur selten mit der Handlung etwas zu tun.
Sehr schade ist auch, dass die Protagonisten erst im letzten Viertel in Leipzig ankommen. Ab dem Moment ist die Handlung auch ziemlich gerafft. Es wird von einem Kapitel zum anderen gehetzt. Zuvor hat sich de Autor noch Zeit gelassen und durchaus stimmungsvolle und lesenswerte Kapitel abgeliefert. Sehr gut gefallen hat mir z. B. die Fahrt über den Ärmelkanal, aber auch das Schlußkapitel der eigentlichen Handlung.
Es gibt auch eine Menge an Anspielungen auf den Kanon, was den Sherlockianer angenehm zu überraschen weiß. Das macht wiederum richtig Spaß.
Wie viele Autoren folgt auch Wolfgang Schüler der Biographie von Baring-Gould, was mir persönlich durchaus zusagt.“

Und User Moritza sagt sogar:
„Überhaupt fand ich die Dialoge (auf Holmes bezogen) sehr holmeslike. Also mir verschaffte das ein Holmes-Feeling, dass nicht jedes Pastiche zustande bringt. Auf jeden Fall ein Pluspunkt!
Watson – als Erzähler – bedient sich allerdings oft einer zu modernen Sprache, beispielsweise bei dem (von Chrodechilde schon angeführten) beinahe Rumgezicke der gefährdeten Dame. Herzhaft lachen musste ich bei: Da hatten wir den Salat!
Allerdings rissen mich dann genau diese Beispiele aus meinem Holmes-Feeling.
[…]
Es ist ein Büchlein, dass durchaus seine Höhepunkte hat. Keinerlei Längen aufweist und sich dadurch schnell runterlesen lässt.
Holmes ist für mich Holmes gewesen – was für mich persönlich wichtig ist. Und wer sich nicht durch eine weitergesponnene Geschichte um IA abschrecken lässt, dem kann man das Buch eigentlich empfehlen.“

So gesehen finden echte Doyle/Holmes-Fans ihr Idol wohl wieder. Für mich, die selbst erst einen Doyle gelesen hat (im September), war die Geschichte ein bisschen dürftig, trotz sehr hochwertiger Schreibkunst.

Ich kann subjektiv leider nur 2 von 5 Sternen vergeben.Krimis sind eben nicht mein Lieblingsgenre, und etwas mehr Humor und Leichtigkeit hätten mir besser gefallen.

                                   ★

Weiteres vom Autor über Sherlock Holmes:
Sherlock Holmes in Berlin