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[Rezension] Sternenzauber

Sternenzauber – Christina Jones
Goldmann
Taschenbuch, Oktober 2009
ISBN 978-3-44247056-3
384 Seiten

Nur noch als E-Book erhältlich für 6,99 € (ISBN 978-3-64103206-7)
   
Clemmie Coddle hat nicht viel Glück in ihrem Leben bisher, zumindest im Bereich Beruf und Familie. Sie hat sehr gute Freundinnen und ein Hobby, aber damit verdient man weder Geld noch angelt man damit einen Mann.
Und eines Tages weiß Clemmie, dass nur Guy Devlin der Mann ihres Lebens sein kann – denn ihr liebestes Hobby ist es, Feuerwerke zu basteln. Guy ist zufällig der Inhaber von The Gunpowder Plot, der regional sehr renommierten Feuerwerksfirma.
Doch Clemmie kann weder einfach so in die Firma hineinspazieren noch wird Guy jemals von ihr erfahren.
Bis eines Tages das Schicksal eingreift – mehrfach. Und Clemmie findet ein Rezept, dass ganze Leben verändern kann…

Sternenzauber“ ist ein ganz süßes Buch über die Liebe, das Leben und Schicksal, gewürzt mit einem Hauch Magie. Was mir an „Hexendreimaldrei“ von Claudia Toman, mit dem man das ein bisschen vergleichen kann, manchmal zu dick aufgetragen war, ist hier subtil und ziemlich süß geschrieben.

Clemmie liebt Feuerwerke und bastelt und probiert gerne im heimischen Keller. Als das Schicksal ihr dann in die Hände spielt (ich gehe mal nicht näher drauf ein, es ist zwar absehbar aber wirklich wirklich schön geschrieben) ist sie einfach nur glücklich. Das merkt man sehr, auch wenn natürlich die Sache mit Guy immer im Vordergrund steht. Ist er nun schwul oder nicht? Was hat Ya Ya damit zu tun?

Guy und Ya Ya fand ich übrigens total toll, vor allem Ya Ya. Die Idee, so jemanden da hineinzusetzen war richtig klasse, und die Geschichte um die beiden ist auch echt toll. Man überlegt permanent, ob Clemmie das jetzt nicht einfach falsch versteht und wo die Geschichte denn bitte hingeht? Wird es kein gutes Ende nehmen?
Tatsächlich ist die Geschichte dadurch überhaupt nicht vorhersehbar, sondern richtig spannend geschrieben. Das Schicksal grätscht Clemmie dermaßen in ihr Glück, dass man teilweise einfach nur die Augen rollen konnte. Noch ein Hindernis? Bitte? Aber dann kommt es irgendwie doch wieder anders, und man kann aufatmen.

Die Feuerwerke, die im Buch beschrieben sind, und auch die Anlässe, zu denen sie abgefeuert sind, klingen richtig schön. Man merkt, dass Frau Jones sich da viel Mühe gegeben hat und nicht einfach irgendein Feuerwerk überlegt sondern mit einem Pyrotechniker ausprobiert hat (im Nachwort erfährt man, dass sie am PC die Feuerwerke gestalten durfte). Wer schon bei einem Feuerwerk war, merkt, wie viel Realität drinsteckt.

Das Buch ist also eine Fundgrube voller süßer Momente mit ein bisschen Magie, die aber weder aufdringlich noch unrealistisch ist. Das fand ich gut und lesbar.
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, allerdings war es kein absoluter Toptitel, weshalb ich nur vier Sterne vergebe. Zu einem Pageturner hat noch ein bisschen gefehlt, zumindest von der Thematik her.

★★★★☆
2

[Rezension] Spinnenkuss

Spinnenkuss – Jennifer Estep
Elemental Assassin 1
Piper Verlag
Taschenbuch, Dezember 2013
ISBN 978-3-49226940-7
448 Seiten

12,99 €

In Ashland muss man skrupellos sein, um überleben zu können. Das weiß Gin seit ihrer Kindheit, als ihre gesamte Familie in einem Brand umkam und sie sich alleine durchschlagen musste.
Und Gin ist ein Elementar, sie kann Stein auf magische Weise benutzen. Das hat ihr geholfen, sie aber auch besonders angreifbar gemacht.

Der Restaurantbesitzer Fletscher hat das kleine Mädchen schließlich unter seine Fittiche genommen und die starke, überlebenswillige Gin zu einer Auftragsmörderin ausgebildet. 
 Jahre später ist sie eine eiskalte Killerin. Doch bei einem neuen Auftrag wird sie in eine Falle gelockt und muss alles auf eine Karte setzen, um ihr Leben zu retten. Doch nicht nur ein Leben ist wichtig, und eine Jagd beginnt, die alles verändern könnte…

Der Beginn des Buches ist großartig. Man lernt Gin durch ihre Vorstellung im Irrenhaus kennen – gelungen, sehr einfach für den Leser! Sie erzählt dort viel von sich und hat gleich ersten Mord.

Das war ein klasse Einstieg und machte mir die Geschichte sehr schmackhaft. Vor allem, als dann der nächste Auftrag kam wusste ich schon durch den Klappentext, das es etwas schwieriger wird und Gin in Gefahr gerät.

Zunächst mochte ich die Figur nicht so sehr, weil sie eben eiskalt war und gnadenlos töten wollte.
Aber nach und nach wurde Gin mir sehr sympathisch, weil sie eben nicht eiskalt war. Besonders die Entwicklung, die man mit ihr gemacht hat, fand ich sehr gut.

Das Setting hat mir auch sehr gut gefallen. Ashland war so wie Arkham City, fand ich, und Batman hätte da auch sehr gut reingepasst.
Die Elementarmagier fand ich gut, so ähnliche Gedanken hatte ich ja auch schonmal für eine eigene Geschichte, nur mit Göttern. Dass es nicht nur Elementare wie Feuer, Wasser, Erde und Stein gibt, meine ich, sondern auch Gemische und Weiterführungen.
Das sich die Leute dadurch immer wieder auf neue Begebenheiten einstellen mussten, war klasse. Es blieb also durchgehend spannend, weil ja jeder so eine Geheimwaffe haben könnte.

Den Showdown fand ich richtig klasse. Das Buch hätte meiner Meinung nach auch

Meine einzige Kritik: Es passierte zu viel zu schnell. Ich hätte dem Ganzen etwas mehr Zeit gegeben. Jennifer Estep hat aber nur die nötigsten Worte gebraucht. Das war ok, hätte aber noch ein bisschen ausführlicher sein können.

Deswegen ergibt mein Gesamteindruck eine Wertung von vier Sternen.

Teil 2 erscheint schon im April 2014

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[Rezension] Erwählt in tiefster Nacht

Erwählt in tiefster Nacht – C.C. Hunter
Shadow Falls Camp # 5
FJB, Klappenbroschur
ISBN 978-3-84142163-0
592 Seiten

14,99 €

Rezension zu Band 1
Rezension zu Band 2
Rezension zu Band 3 (bei Jugendbuch-Couch)
Rezension zu Band 4 (bei Jugendbuch-Couch)

Achtung, es werden auf Dinge aus den ersten vier Bänden angespielt! Wer diese noch nicht gelesen hat, sollte nicht weiterlesen!

Kylie hat sich damit abgefunden, nicht mehr im Camp zu sein. Doch auch bei ihren Großeltern in der Chamäleon-Kolonie geht es ihr nicht viel besser. Sie vermisst ihre Freunde, und vor allem Lucas. Ihr Herz ist gebrochen und da hilft es auch nicht, wenn sie keinen richtigen Kontakt zur Außenwelt haben darf.
In einer Nacht- und Nebelaktion schließlich kann Kylie flüchten, denn scheinbar haben die Ältesten der Chamäleons mehr mit ihr vor. Sie findet Zuflucht im Camp, wo jedoch mehr denn je die Bedrohung durch Mario herrscht…

Nachdem die ersten Bände der Shadow Falls Camp-Reihe vorrangig darum gingen, was für eine Art magisches Wesen Kylie ist, ist Teil 5 so etwas wie der Feinschliff und Showdown. Nachdem Kylie nie gezielt trainieren konnte, kann sie nun aktiv ihr Leben als Chamäleon verbessern.Das fand ich gut und zielführend.

In Band 3 und vor allem Band 4 hat mir nicht mehr gut gefallen, wie Kylie ihre Ziele aus den Augen verliert, die Geschichte irgendwie verwässert durch fehlende Entscheidungen und unklare Gefühle.  Als dann der vierte Band endlich konkret endete, war ich total gespannt auf den Showdown!

Anders als in den vorhergehenden Bänden hat sich C.C. Hunter wohl auch gedacht, sie sollte mal alle Fäden zum Ende führen – und das gelingt ihr sehr gut.

Und dann, als man das Gefühl hatte, dass es irgendwie wieder so ausgefranst wie Teil 4 wird, zieht C.C. Hunter eine große Bremse und bringt es zu Ende. Gewaltig. Mit Knall und Konfetti und Blut. Das hat mich ziemlich beeindruckt.

Sehr viel kann man gar nicht schreiben, ohne viel über die Reihe zu verraten. Ich fand das Ende gelungen, großartig und zufriedenstellend. Die Reihe macht sich dadruch wieder sehr lesbar und wandert auf meiner Favoritenliste wieder weiter nach oben.
Volle Punktzahl für den Abschluss dieser Reihe!

★★★★★
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[Rezension] Magyria 3 Der Traum des Schatten

Magyria 3 Der Traum des Schatten – Lena Klassen
Blanvalet

Taschenbuch, April 2013
ISBN: 978-3-442-26930-3
608 Seiten

€ 9,99

Rezension zu Band 1
Rezension zu Band 2

Rezension zu Band 3 – Ich gehe auch auf Inhaltliches zu Band 1 und 2 ein!

Nach der Flucht aus Magyria retten sich Hanna und Mattim an einen versteckten Ort in den Wäldern, weit entfernt von Budapest. Sie schöpfen einen Moment Kraft, bevor der endgütlige Kampf um Akink und Magyria beginnt.
Doch Kunun verfolgt zielstrebig seine düsteren Pläne. Er will um jeden Preis die Rettung seiner Welt verhindern und muss dazu endlich Mattim vernichten. Als ihm das nicht durch eine erneute Verwandlung gelingt, nimmt er Mattim das, was am meisten schmerzt: die Liebe von Hanna.
Der Seitenwechsel der Lichtprinzessin zur dunklen Seite macht die Sache kompliziert, denn wenn Mattim seine Welt retten will, muss er wieder Licht hineinbringen – oder die Welt für immer zerstören.

Die Entscheidung wird allen abgenommen, als die Welt sich verändert. Der Untergang scheint unabwendbar…

Auch Band 3 der Geschichte über Budapest und der Welt Magyria ist ein Pageturner! 608 Seiten sind bei weitem nicht genug, um die eigene Neugier zu befriedigen. Mich überraschte gerade beim Nachlesen der Rezensionen zu Band 1 und 2, dass ich zunächst von der Idee mit den Vampiren und der Liebe nicht so überzeugt war. Jetzt zum Finale war ich aber ein großer Fan der Welt.
Der dritte Band beginnt nicht mit der Verzweiflung, welche die ersten beiden Bände ausgemacht hat. Es wird einige Zeit übersprungen, und Lena und Mattim sind zur Abwechslung mal glücklich, obwohl ihnen das Unglück im Nacken sitzt, keine Frage.
Um wirklich zum großen Showdown (der wirklich einer ist!) zu kommen, muss Lena KLassen diesmal zwei ganz neue Komponenten einbringen. Wir lernen endlich eine weitere Stadt in Magyria kennen, die leider meiner Meinung nach viel zu wenig beschrieben wurde, und Hanna wird komplett verändert. Wie, bleibt eine ganze Weile ein Geheimnis, aber das warum ist ziemlich schnell klar.
Mattim ist nun in der Zwickmühle. Eigentlich müsste er gegen Kunun, und damit gegen Hanna arbeiten, aber sein Herz möchte noch immer die Liebe seines Lebens retten. Wie er damit umgeht, fand ich toll.

Während im ersten Band die Liebe und das Licht nicht so ganz verständlich waren, wurden sie hier vertraut und gut eingebaut. Es muss ja auch nicht mehr viel erklärt werden, sondern es geht nur um die Handlung.
Details aus den ersten Bänden machten plötzlich Sinn – wow, super eingebaut!

Obwohl Lena Klassen sehr sehr viel Anlauf für ihr Finale genommen hat, war das nicht überstürzt. Man kennt das ja, dass manche Bücher dann abrupt enden, weil sie plötzlich keine Seiten mehr haben. Entweder wurde der Autorin da von vorneherein Spielraum gelassen oder sie hat es einfach drauf! 🙂 Bis zur allerletzten Seite konnte ich nicht aufhören, ich musste wissen, wie es ausgeht!
Zum Schluss fühlte man förmlich die Gefühle, die Klassen beschrieb.

Achtung Inhalts-Spoiler:

Eine Sache hat mich allerdings aufgeregt, im Nachhinein. Wenn Schatten auch durch Träumen gehen können, warum hat das die ganze Zeit keiner bemerkt? Warum erst so ganz zum Schluss, als die ultimative Lösung? Kunun ist doch so ein Gewitzter, der hätte das doch schon mal herausfinden müssen, oder?

Mein Fazit ist also klar: Bei der Betrachtung aller drei Bände hat die Autorin einen tollen Bogen gespannt. Die Trilogie ist absolut lesenswert! Pures Lesevergnügen, eine sehr gefühlvolle und mitreißende Buchreihe und ein sehr gelungener Abschluss der Geschichte. Volle Punktzahl!

★★★★★
2

[Rezension] Die Rebellin

Die Rebellin – Trudi Canavan
Die Gilde der Schwarzen Magier #1
Penhaligon, Blanvalet
Taschenbuch, Erstveröffentlichung 2006
ISBN 978-3-442-24394-5
543 Seiten

9,95 €

In der Stadt Imardin gibt es mehr als „normale“ Bewohner. Seit Jahrhunderten gibt es Menschen mit besonderer Gabe, die mittlerweile in der Gilde der Magier ausgebildet werden. Jedes Jahr beteiligen sie sich an einer Art Säuberung der Stadt, um Bettler und Arme aus dem inneren Stadtring zu vertreiben. Durch diese Säuberung hat sich ein äußerer Ring um die Stadtmauer gebildet, die Hüttenstadt.
Doch bei einer Säuberung kann die junge Sonea ihre Wut nicht zügeln. Voller Zorn wirft sie wie viele andere einen Stein auf die Magier, obwohl es wegen eines magischen Schilds eigentlich sinnlos ist. Doch Soneas Stein durchbricht das Schild – mit Magie!
Sonea scheint die erste Hüttenbewohnerin zu sein, die ihre Gabe offen zeigt. Und sie muss unbedingt lernen, ihre Magie zu kontrollieren, denn die Magie bricht mit schrecklichen Folgen aus ihr heraus.

Doch Sonea hat gelernt, wie überheblich Magier sind und dass die Gilde nur dem König und den Reichen dient. Kann sie einer Gruppe beitreten, die sie von Kind auf verachtet?

Mal Butter bei die Fische: Als das Buch brandneu herauskam, war es sicher spannend, ob Sonea die Magier an sich heranlässt oder nicht. Aber wenn ich weiß, dass die Folgebücher „Die Novizin“ und „Die Meisterin“ heißen, weiß ich zumindest, dass sie ihre Magie behält 😉
Also war das Buch für mich erstmal dermaßen uninteressant. Ich konnte mich einfach nicht überwinden, ein überflüssiges Buch zu lesen – denn ich will nicht 500 Seiten darüber lesen, dass die Hauptfigur sich versteckt. Wenn erst Band 2 „Die Novizin“ heißt, kann es doch in Band 1 nicht spannend werden.
Aber dank der tollen Sub-Abbau-Challenge habe ich mich doch überwunden und muss sagen: nach den ersten 100 Seiten hat mich das Buch gefesselt und überrascht. Sonea ist etwas schwach noch gezeichnet, fand ich. Aber die Welt, die Trudi Canavan aufbaut, ist so großartig und interessant, dass ich mich einfach darin vertiefen wollte.

Am Interessantesten waren natürlich die Magier an sich. Das genau war es, was mich auch bei der Stange gehalten hat. Denn Sonea macht nun nicht sonderlich viel am Anfang, aber man muss erstmal alles erfahren über die Welt und die Magie und die Vorgehensweise. Canavan macht das auf wirklich raffinierte Weise. Während Sonea sich versteckt, muss sie ja ziemlich überall mal durch.
Doch die Perspektive  wechselt auch zu den Magiern Rothen und Dannyl, die Sonea suchen. Durch sie hat man natürlich alles erfahren, was bei den Magiern wichtig ist.
Die beiden Perspektiven fügten sich nach und nach zusammen, bis es am Ende zum Showdown kam. Das letzte Drittel der Geschichte fand ich richtig richtig gut. Mir gefiel die Gilde und der Unterricht.

Obwohl die 500 Seiten der Geschichte viel Raum geben, ist es natürlich erst ein Anfang. Man merkt, dass Canavan nicht nur einen Band schreiben wollte. Viele Dinge werden angerissen, Sonea wird zwar vorgestellt, aber nur wie eine flüchtige Freundin. Die Gilde wird ebenfalls nur in Teilen gezeigt, man bekommt nur eine Ahnung, wie das Gesamte aussieht.
Das macht natürlich Band 2 umso interessanter, und ich werde mir den zweiten Teil definitv zulegen.

Die Schreibweise, muss ich ehrlich sagen, war manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Trudi Canavan schreibt nicht so viel im Detail, sie skizziert eher und überlässt den Rest der Fantasie. Hin und wieder hat sie auch in Rückblicken erwähnt, dass etwas passiert ist und Figuren an Orten waren. Auch machte sie sehr große Zeitsprünge, was dem ganzen aber einen sehr realistischen Rahmen gab.

Ich hoffe ganz stark, Sonea in Band 2 und 3 ihrer ersten Trilogie noch viel besser kennen zu lernen. Außerdem wünsche ich mir mehr über die Welt zu erfahren. Für den interessanten Auftakt, der mich doch noch überzeugen konnte, gebe ich 4 Sterne!

★★★★☆
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[Rezension] Verbannt

Verbannt (Tales of Partholon 2) – P.C. Cast

Originaltitel: “Divine by Choice”

Deutsche Erstveröffentlichung 2011

Mira Taschenbuch, 366 Seiten

9,95 €


Es könnte nicht schöner sein. Shannon ist zufriedene Hohepriesterin, glücklich verheiratet, in einem friedlichen Land.

Doch während ihr Mann, der Zentaur ClanFintan, an den Landesgrenzen nach dem Rechten sieht, plagt sie eine schlimme Übelkeit. Irgendwie schmeckt so gut wie nichts mehr. Und Shannon hat das schreckliche Gefühl, dass jede dunkle Ecke ihr Übles will.

Als auch endlich der Arzt wiederkommt, sieht er eine klare Diagnose: Shannon ist schwanger! Die Hohepriesterin ist baff – bekommt sie jetzt auch ein Zentaurenbaby?

Und es kommt noch schlimmer. Shannon wird wieder zurück in ihre Welt gesogen, vom Spiegelbild ihres Ehemanns, Clint Freeman. Mit ihr kommt tatsächlich das Böse zurück. Shannon hat keine andere Wahl, als es erneut zu bekämpfen. Doch diesmal muss sie auch noch Rhiannon, die eigentliche Hohepriesterin aus Partholon, dabei im Auge behalten!

Verbannt“ (der Titel ist nicht so ganz gelungen) ist der lang ersehnte zweite Teil über Partholon. P.C. Cast setzt in diesem Teil jedoch nicht auf Gewalt und Bösartigkeit (wobei sie damit auch nicht spart), sondern auf Verständnis und Liebe – überraschend, aber nicht schlecht.

Der Zeitraum ist wieder sehr kurz angesetzt, und die Ereignisse überschlagen sich. Wir lernen Shannons leiblichen Vater kennen, und endlich auch die wahre Rhiannon, in die Cast richtig viel Mühe gesteckt haben muss. Die Charaktere und ihre Spiegelbilder sind sehr schön ausformuliert, und man liest gerne über sie.

Auch die Schreibweise trug zum schnellen Lesefluss bei. Cast bringt Witz, Gefühle und Geheimnisse unter einen Hut. Gelungen war zum Beispiel ein Satz zum Ende, dass Shannons Appetit in der Schwangerschaft schließlich soweit zurückgekommen war, dass sie alles aß, was nicht bei drei auf den Bäumen war! Es machte Freude, schnell weiterzulesen.

Auch bietet Cast wieder einige Überraschungen zum Ende, die Lust auf mehr machen!

Diesmal lässt P.C. Cast ein klares offenes Ende, und der Inhalt von Band 3 ist ja auch schon bekannt. Da ich die Welt von Partholon sehr ins Herz geschlossen habe, möchte ich natürlich auch wissen, was weiter passiert 🙂

Ich kann leider nur 4 von 5 Sternen geben, weil der Kick aus dem ersten Buch leider fehlte. Irgendwie wurde aus dem tollen Finale ein Kuscheldrama – das hatte ich irgendwie anders gehofft. Dennoch war das Buch wieder sehr gut ausgedacht, und sehr lesenswert!

★★★★☆

Vielen Dank an den Mira Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares! Ihr seid spitze, ihr da in der Presseabteilung 😉

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[Rezension] Die Seele des Schattens

Magyria Die Seele des Schattens (Band 2) – Lena Klassen

Penhaligon, Verlagsgruppe Randomhouse

Deutsche Ersterscheinung Mai 2011

Hardcover

576 Seiten

18,99 €

Achtung Spoilerwarnung: Ich rezensiere Band 2, und wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen!!!

Wir erinnern uns: In einem grandiosen Kampf um die Pforte nach Magyria ließ Prinz Mattim, ehemals Prinz des Lichts, nun Kronprinz der Schatten, fast sein Leben. Der König von Akink verschloss die Pforte, und Akink schien endlich gerettet.

Wenige Wochen später jedoch stellen die Wächter der Lichtstadt fest, dass die Schatten und Wölfe noch immer stark und unbesiegbar sind – scheinbar ist die Pforte doch nicht verschlossen. Irgendetwas ist schief gelaufen, nur was?

Kunun, der dunkle König, kann seinem jungen Bruder Mattim nicht verzeihen, dass dieser die Schatten verraten wollte. Er schwört ihm, dass das noch nicht das Ende war!

Währenddessen kann Hanna nur mit Mühe ihre Gasteltern von ihrem Bleiben überzeugen, denn die haben das Verschwinden ihrer Tochter Réka gar nicht gerne gesehen.

Und der Kampf ist noch nicht vorbei. Denn Kunun glaubt fest daran, dass Rékas Familie ihm den Sieg bringt, genau wie sein kleiner Bruder.

Hanna und Mattim müssen ihre Liebe ganz, ganz hinten anstellen, denn plötzlich ist sowohl Budapest als auch Akink in allergrößter Gefahr!

Wird die Dunkelheit siegen?

Band 2 der Magyria-Reihe, „Die Seele des Schattens“ taucht sofort wieder ein, in Verzweiflung und die geringe Hoffnung auf ein gutes Ende. Der Anfang ist frustrierend und bedrückend! Vielleicht hat Lena Klassen es nicht absichtlich gemacht, aber ich wollte beim Lesen die meiste Zeit über die Ungerechtigkeit und Verzweiflung nur weinen. Ins Buch springen, Kunun aufhalten, die Dunkelheit stoppen.

Genauso wie Band 1 fesselte das Buch sofort, ließ einen nicht mehr los, das Buch nicht mehr zur Seite legen!

Der Titel hat auch in diesem Teil eine besondere Bedeutung, und sobald mir klar wurde, was passieren würde, habe ich fast gebetet, dass alles gut ausgeht!

An vielen Stellen im Buch war ich mir jedoch nicht sicher, warum die Figuren so handeln, weil es alles sehr plötzlich passierte, und ich überrumpelt wurde. Auch die ständigen Sätze „Sie wusste, er konnte nicht anders“ oder ähnlich, fand ich nicht immer nachvollziehbar.

Im Verlauf des Buches wurde auch deutlich, dass Mattim und Hanna nur eine begrenzte Zeit haben, dass ihre Liebe kaum endlich währt, auch wenn die Momente der beiden Lichtblicke in der zähen, verstimmenden Dunkelheit sind. Mattim ist ZU anders, es verlangt ihn zu sehr danach, endlich ein Wolf zu sein. Als dann das Schlimmste geschieht, kommt es plötzlich, und ich musste die Seite wieder und wieder lesen, weil ich es nicht glauben konnte…

Mir fiel auf, dass ich die Idee wirklich gut fand, dass ein Vampir (bzw. ein Schatten) irgendwann ein Wolf wird. Keine Vampir vs. Wolf-Thematik, endlich!

Auch diesmal fand ich das Cover sehr gelungen, diesmal ja in hübschem Lila.

Ich vergebe wieder volle Punktzahl, weil Lena Klassen mich erneut in den Fängen hatte, die Geschichte genauso stark war wie Band 1, und ich total süchtig nach mehr bin! Hoffentlich folgt noch mindestens ein Buch über Hanna und Mattim!

★★★★★

Vielen Dank an Randomhouse/Penhaligon für die Zusendung des Rezensionsexemplares!