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[Interview] Uwe Kullnick

Nach der Buchvorstellung von „Stachelschweintanz“ folgt nun das Interview mit Uwe Kullnick. Auch hier zeigt sich erneut, wie unterschiedliche die Antworten ausfallen können!

Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?
Mein
P – rivatsphäre soviel ich brauche
E – insamkeit zum Schreiben
R -uhe und Konzentration
F – reude am Leben
E – ine Menge Liebe und Zuneigung
K – aum Stress
T – anzende Stachelschweine
E – Einfälle ohne Ende
R – eaktionen der Leser auf meine Texte

T – ierisch gute Kritiken
A – chtung gegenüber meiner Person und Arbeit
G – enug Kuscheleinheiten

Readandbeyourself: Kaffee oder Tee?
Uwe Kullnick: Heiße Schokolade! – Ist aber recht selten.
Haben Sie in Ihrer Kindheit bzw. jetzt als Erwachsener selber gerne Bücher gelesen (und lesen noch) und wenn ja, welches Genre?
Als Kind las ich sehr viele Tierbücher, dann alles von Karl May was ich in die Finger bekam. Später habe ich viel Fachliteratur für mein Studium der Zoologie, der Anthropologie und der (Sexual-) Psychologie konsumiert. Philosophie und Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften sowie Sprachwissenschaft und vor allen Neurowissenschaften und psychiatrische Fallgeschichten haben mein Gehirn strapaziert, was mir aber ungeheuren Spaß gemacht hat. Ich las lange Zeit viel über die Zeit zwischen 1933 und 1945 insbesondere über die Verbrechen der Wissenschaft und der Medizin in Lagern, KZ’s und Zwangssterilisierungskliniken oder sonstigen medizinischen Einrichtungen. Vieles davon findet sich heute in meinen Kurzgeschichten reflektiert.

Was ist Ihr Lieblingsbuch, -autor und -genre?
Mein Lieblingsbuch ist, denke ich, Der Stechlin – „Oh Leute, diese Dialoge, diese Sprache, wunderbar.“
Lieblingsautor: früher Bernhard Grzimek, lange Zeit Karl May und mit seinen rd. 80 Bänden die ich besitze, wohl der Autor von dem ich am meisten gelesen habe. Inzwischen wechselt es zwischen Fontane, Arno Schmidt, G. Ch. Lichtenberg, Machfus, Steve Tolz, Carlos Ruiz Zafón, Pelham G. Wodehouse, Douglas Adams (nicht nur Per Anhalter durch die Galaxis, sondern besonders DIE LETZTEN IHRER ART), T.C. Boyle und sonstiger Belletristik.
Ja welches Genre lese ich am liebsten/meisten? Englische Krimis, überhaupt so manches aus England, Klassiker, Romantiker, Wissenschafts-Sachbücher, Geschichte, Biografien, Wissenschaftliche Belletristik, Science Fiction. Eine kleine Auswahl meiner Bibliothek findet sich hier: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/uwe_kullnick/

Haben sie ein Lieblingszitat aus Ihren oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?
Eigene Zitate:
  • Dämonen sind immer ohne Schuld (Der Buckel) Hörbuch
  • Sssssch-Pfffff, Sssssch-Pfffff, imitierte die Neue das Geräusch der Eisernen Lunge (Mama Tube, in Lachen Leben Sterben, http://tiny.cc/sjkxdw
  • Doch die Angst hatte an ihnen gefressen, wie eine Ratte an einem sterbenden Hund (Mörder, FDA Anthologie);
Fremdzitate:
       Sic Transit Gloria Mundi (So vergeht der Ruhm der Welt);
       Bedenkt, wozu dieses Dasein Euch gegeben: Nicht um dem Viehe gleich zu brüten, nein, um Wissenschaft und Tugend zu erstreben. Dante.
Hören Sie Musik beim Schreiben?
Ja, aber vor allem beim Korrekturlesen. Oft auch als Schrittmacher bei dynamischen Texten (Techno, volle Pulle).

Hören Sie gerne Musik, wenn ja welche?
Smooth Jazz, Raggae, Blues, ausgewählte Klassische Musik.

Wo schreiben Sie am liebsten?

In meinem Arbeitszimmer, aber, wenn die Nachbarn mal nicht randalieren, im Garten unter meinem schattenspenden Balkon.


Haben Sie beim Schreiben ein bestimmtes Ritual, wie z. b. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?
Bei der Recherche arbeite ich oft sehr still und konzentriert im Internet. Beim Schreiben (ich schreibe sowohl mechanisch als auch gedanklich sehr schnell) mag ich ruhige bis rasende Musik, je nach Text.

Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Meine Frau ist meine erste Testleserin, dann kommen kollegiale Autoren und vor allem Kinder in Schulen, wenn es um Kindertexte geht. Informationsquelle: Internet, Bücher, Fernsehen, Radio, Gespräche und Zeitung.

Würden Sie den eigenen Kindern Ihre Bücher vorlesen, oder greifen Sie doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Hätte ich Kinder, würde ich ihnen die entsprechenden Geschichten als ersten vorlesen. Aber ich schreibe auch ernste Themen, die für Kinder meistens nicht geeignet sind.

Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen her?
Ganz viel aus meinem Gedächtnis. Die vielen Länder in denen ich war, die vielen Menschen, die ich traf. Ansonsten ist meine Umwelt die Quelle für Menschen, Geschichten und das was ich den Menschen erzähle, wenn ich mit ihnen spreche.

Wie sind Sie auf die Ideen für das jeweilige Buch gekommen?
Oft erzähle ich Menschen von meinen Erlebnisse während meiner reisen oder meiner Arbeit oder aus meiner Kindheit. Dann wird mir bewusst, dass der Stoff evtl. das Zeug für eine Geschichte hat. Oder mir liegt eine Sache auf dem Herzen und ich will darüber schreiben. Dann fange ich einfach an und es entwickelt sich nach einer Weile etwas, das in eine Geschichte mündet, die meine jeweilige Beunruhigung, Last, oder Bedrängnis behandelt.

Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch?
Manchmal habe ich nur eine Szene im Kopf, die aber typisch für etwas ist. Z.B. die Situation, in der eine Freundin/Kollegin ein Stachelschwein aus einer Gepardenfalle jagen will und das ewig nicht zu bewegen war die falle zu verlassen. Der Rest ergibt sich beim Schreiben.

Wie haben sie sich für das Genre entschieden, in dem Sie Ihre Bücher schreiben?

Ich schreibe in mehreren Genres. Kinderbuch, Kurzgeschichten, Wissenschaftskrimi oder ungewöhnliche Erzählungen in denen ich eine mich beschäftigende Thematik behandele und mir manchmal selbst von der Seele schreibe. Es ist mehr das Problem oder die Thematik die mich treibt, weniger eine Genrezuordnung.

Entwickeln sich die Charaktere in den Büchern eigenständig, oder ist alles schon am Anfang geplant?
Das ist sehr unterschiedlich. Beim Krimi sind die meisten Handelnden gut bis oberflächlich geplant. Bei den Kinderbüchern ist viel von mir drin und von Menschen, die ich kenne. Das ergibt die Authentizität. Bei den Geschichten um die Verbrechen des Nationalsozialismus entlehne ich sie aus der Fachliteratur und versehe sie mit mir nahen Persönlichkeitsmerkmalen. Die Gruppe der Behinderten in ABWÄRTS ist das Ergebnis der Besichtigung einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kids die mir dort auffielen.

Durften Sie an der Covergestaltung mitarbeiten?
Die meisten Cover sind von mir bzw. ich konnte mitbestimmen, wie sie werden.

Wollten Sie schon immer ein Kinderbuch schreiben?

Nie, kein Gedanke. Es war ein Gedanke meiner Frau. Ich beschreibe es in meinem Buch Stachelschweintanz.

Könnten Sie sich vorstellen, das Genre zu wechseln?

Ich schreibe ohnehin in einigen Genres. Welche noch kommen, wird man sehen.

Was fasziniert Sie an Kinderbüchern?

Das Echo der Kinder. Ich lese in Schulen und bei Freunden. Das Lachen an den richtigen Stellen, die Nachfragen ob ich das alles wirklich erlebt habe, die Wünsche auch so etwas erleben zu dürfen und das mitgehen mit Willy, den pupsenden Elefanten, den Schlangen, dem Jaguar, dem Kraken und den Büffeln, sind die Faszination, die meine Kinderbücher mir geben. Ich habe keine Kinder und hätte nie gedacht, dass ich überhaupt Kinderbücher schreiben kann. Ich bin sicher kein Märchenonkel. Meine Bücher sind sachlich basierte Geschichten, die Abenteuer, Spaß, Wissen und Forschung verbinden. Die von mir verwendete Sprache wächst beim Schreiben und überarbeiten und scheint gut anzukommen.

Was halten sie von Ebooks?

Sie machen das Publizieren soooo viel einfacher und schneller. Man muss keine Klinken putzen, sonder muss nur etwas Arbeit investieren, sich mit der Sache auseinandersetzen und dann kann es losgehen. Wichtig ist auch, dass man Freunde oder Verbündete hat, die einem dabei helfen. Dabei ist das Internet eine wunderbare Hilfe. Leider sind ebooks bei kindern noch nicht so verbreitet, daher tun sich Kinderbücher, die nur als ebook erscheinen, sehr schwer. Daher wird der Stachelschweintanz im Herbst als gedrucktes Buch in Zusammenarbeit mit dem Satzweiss Verlag Chichili Agency erscheinen und auf der Frankfurter Buchmesse  vorgestellt werden.

Wie schafft man es kindgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen.

Ich schreibe auf einem sprachlichen einfachen Niveau und investiere wenn die Geschichte fertig ist eine Menge Arbeit um den Text lesbarer und klarer zu machen. Auch meine Test-Lesungen zeigen mir sehr genau, wo Längen sind, wo eine Pointe nicht sitzt oder wo ich über die Kinder hinweggeschrieben habe.

Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Kinderbuch aus? Erstmal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks?

Kann man sicher so machen, aber ich habe einfach angefangen zu Schreiben und mir vorgestellt, wie ich den Kindern, die ich kenne oder kannte etwas erzählen wollte. Das war es schon.

Was ist der große Unterschied zwischen Romanen für Erwachsene und Kinderbüchern, den man beim Schreiben immer im Hinterkopf haben sollte?
Die Sprachkomplexität ist sicher ein Punkt. Ich stelle mir bei Kinderbüchern die Frage, was will ich eigentlich erzählen? Und dann sage ich mir: „Dann mach es einfach!“
Bei Büchern für Erwachsene komponiere ich Sprache und die Geschichte wird dabei transportiert. Mal mehr mal weniger, je nach dem, was in der Szene wichtiger ist, Inhalt, Sprache oder Form.

Was sollte man beim Schreiben von Kinderbüchern am besten vermeiden?

Geschwafel, Wortverliebtheit und Eitelkeit. Genauso gefährlich ist es Kinder zu unterschätzen. Weder bei der Recherche, noch in der Umsetzung des Erzählten. Kinds stimmen mit den Füßen ab. Die lassen den Lesenden einfach stehen und gehen oder fangen an zu quatschen. Also immer schön Aufpassen, dass man sie nicht verliert, weil man nicht auf sie konzentriert war beim Schreiben.

Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Das ist sehr altersspezifisch.
Menschen Tiere Abenteuer, Minnewitt und Knisterbusch in Australien (Peter Mattheus), Privatdetektiv Tiegelmann (Holm), dann die Wüstenbände von Karl May,

Was ist das beste Kinderbuch, das Sie je gelesen haben und warum?

Minnewitt und Knisterbusch ist mir nie aus dem Sinn gekommen.

Welche Themen sollten in Kinderbüchern öfter behandelt werden?

Das sollte man je nach Altersstufe sicher differenzieren. Für die Kleinen ist es auf jeden fall anders als für die Schulanfänger, die Viertklässler oder die darüber. Was aber spätestens ab 5 immer eine Rolle spielen sollte ist die kritische Reflexion des Kindes, seiner Bezugspersonen in der Welt. Es fängt damit an, dass die Kids den Unterschied zwischen Information und Wissen erfahren sollten. Hört sich theoretisch an, ist es aber nicht. Information ist alles was man hört, liest, sieht und irgendwie reflektieren muss. Wissen ist das was durch „autorisierte“ Instanzen geprüft ist (nicht zu verwechseln mit absoluter Wahrheit oder Wissen)

Finden Sie es – wie es manche Politiker fordern – wichtig und richtig Kinder schon früh mit Toleranzthemen wir Integration oder gleichgeschlechtlicher Liebe zu konfrontieren?

Ich finde es richtig Kinder sukzessive mit der Welt bekannt zu machen. Toleranz ist ein Teil davon, Abgrenzung der eigenen Persönlichkeit eine andere. Kinderbücher sollen Altersgerecht von allem sprechen dürfen. Sie sollten nicht wirklich brgrenzen oder übertreiben. Aber auch nichts tabuisieren.

Finden Sie nicht auch, dass einige Kinderbücher (Struwwelpeter und einige andere Märchen) recht brutal sind?

Struwwelpeter und Märchen sind in mancher Hinsicht brutal. Vor allem aus Sicht Erwachsener. Ich denke Kinder sehen oft im Wesentlichen die Botschaft und nicht den wirklich abgeschnittenen Daumen oder den verhungernden, wegfliegenden Menschen.

Was ist Ihrer Meinung das Geheimnis von Märchen? Wieso erfreuen sie sich noch heute bei vielen Kindern großer Beliebtheit?

Es sind Welten, in denen alles möglich ist und zwar mit Beteiligung des Personals ihrer Umgebung und fantastischen, ihren unterschwelligen Wünschen oder Ängsten entsprechenden Imaginationen. Sie sind so anders und doch so vertraut. Manchmal Shining für Kinder!

In welcher Hinsicht haben sich Kinder und Jugendbücher Ihrer Meinung nach in den letzten 20 Jahren gewandelt?

Für mich schwer zu sagen. Vielleicht sind sie auf dem Weg weniger Angst, Zwänge und Sanktionen zu thematisieren. Statt dessen, mehr Offenheit, Unabhängigkeit und persönliche Gefühle zu vermitteln.

Wollten Sie schon immer Autor werden?

Ach, vielleicht ja, vielleicht nein. In meinen Zwanzigern habe ich immer geschrieben, wenn ich unglücklich war. Dann außer Beruflichem nichts weiter und nun wieder mehr. Bin ich ein Autor? Ja mittlerweile schon. Es war ein Prozess in nicht-linearen Schüben.

Wie entspannen Sie sich zuhause am besten?
Mit Lesen und Schreiben.

Bringen Sie auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die Sie selbst erlebten, mit in das Buch ein?

In verschlüsselter und manchmal in klarer, direkter Weise ja.
Worum geht es, in Ihren Worten, in Ihrem Buch?
Es sind drei Geschichten, die alle mit Tierforschung zu tun haben.
Die erste ist eine Geschichte unfreiwilliger Komik zwischen einer jungen Frau und einem Stachelschwein in der Wildnis von Namibia. Sie ereignet sich beim Aufenthalt zweier Forscher aus Deutschland bei Zoologen, die versuchen Geparde lebend zu fangen um ihnen Sendehalsbänder umzuhängen, damit sie besser vor Wilderei geschützt werden.
Paulino handelt von den Abenteuern, die ein Forscher mit einem pfiffigen und immer zum Ausreißen bereiten Oktopus erlebt.
Leopard ist die Geschichte eines Forschungsabenteuers in Sri Lanka. Die Forscher begegnen vielen Tieren, erleben lustige und gefährliche Abenteuer mit Schlangen, Büffel, Drachen Fliegenden Hunden und stellen am Ende der Geschichte fest, das der von ihnen gesuchte seltene Leopard viel mehr Übersicht über die Situation hatte als sie selbst.  

Was ist das Besondere an „Stachelschweintanz“ und den anderen beiden Kurzgeschichten?
Die Geschichten basieren auf meinen tatsächlichen, und/oder den Erlebnissen meiner Forschungskollegen. Die Leser werden unterhalten, können lachen, mitfiebern und lernen quasi en passant etwas über die vorkommenden Tiere, das Land und die Forschung mit Tieren. Das wirklich besondere ist die Verquickung von Abenteuern, Lernen, und Spaß. Das gibt es im Kinderbuch bisher offenbar kaum, wie meine Recherchen in Kinderbuchgeschäften zeigten. Die Kids lernen, dass Forschung in fremden Ländern auch Abenteuer bestehen und Vergnügen haben bedeuten kann. Hierdurch hebt es sich von märchenhaften, oder nur wissensvermittelten Büchern deutlich ab. Auch ist die Altersgruppe die ich anspreche notmalerweise zu inhomogen um dasselbe Buch zu lesen. Hier geht es vom Vorlesen und erklären bis zum selbst Lesen.
Ein weiteres Novum, wie ich meine sind die Bilder, die ich selbst während dieser Forschungen gemacht habe. Hierdurch ist es wie bei Lesungen, als Autor bin ich im Buch anwesend und man sieht wer da erzählt in den Bilder oder durch die Bilder, die ich zum großen Teil selbst gemacht habe. Dort wo mein eigenes Bildmaterial nicht hinreicht, ergänzte ich mit gekauften Bildern oder solchen aus dem CC-Pool.    

Wie hat es sich angefühlt, neben dem Ebook auch ein Printbuch veröffentlich zu haben?
Ich merkte im Laufe der Zeit, dass mein ebook zwar gekauft wurde, bekam aber das feedback, dass es vorwiegend Eltern kauften, die es vorlasen. In Deutschland haben noch wenige Kinder einen eigenen Reader daher sind die Käufe für selbstlesende Kinder noch relativ gering, es sei denn, sie dürfen den Reader von papa oder Mama benutzen. Auch sind die meisten Reader nur für schwarz/weiß Darstellungen geeignet. Dadurch entgeht dem Leser schon einiges, da viele Abbildungen erst in Farbe richtig wirken. Die Lösung war ein gedrucktes Buch. Nun wollte ich nicht bei den Verlagen Klinken putzen und machte es mit einem Amerikanischen Verlag allein. Das Schreiben, Planen, Setzen, Formatieren und die Endkontrolle und dem Marketing und Vertrieb machte ich alles selbst.  Meine Idee war, wenn es gut wird kommt irgendwann ein Verlag auf mich zu. Das ist jetzt geschehen. Im Herbst wird eine neue Auflage (die erste ist derzeit vergriffen) auf dem deutschen Markt im Satzweiss Verlag – Chichily Agency erscheinen. Das Buch wird auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich darf es präsentieren, vielleicht sogar mehrere Lesungen durchführen. 

Warum haben Sie überwiegend Fotos der eigenen Expeditionen für die Geschichten genommen und keine Illustrationen?
Ich habe es schon weiter oben beschrieben aber ich habe die elektronische und die gedruckte Neuauflage mit vier neuen Illustrationen bereichert und zwar immer dort, wo eine Zeichnung eine besondere Situation deutlich macht, z.B. Paulino (der Krake) hockt in der Kloschüssel, Lisa „tanzt“ auf dem Geparden-Stachelschwein-Käfig und der Leopard sitzt … (aber das verrate ich nicht, das sollen die LeserInnen selber sehen. Die Zeichnerin, ZARA Stetten ist eine junge Frau, 19 Jahre, die bis zu ihrem 17 Lebensjahr mit ihren deutschen Eltern in Vietnam und Thailand gelebt hat und jetzt nach Hamburg gezogen ist. Sie besucht eine Fachschule für Illustration.  Vor kurzem hat sie die Illustrationen für das Buch angefertigt und sie sind nun auch Teil ihrer Präsentations-Mappe. Ich werde in Zukunft sicher noch mehr mit ihr zusammenarbeiten.    

Was hätten Sie sich für Ihr Buch noch gewünscht?
Noch viel mehr LeserInnen und mehr Zeit um es noch besser machen zu können. Darüber hinaus sind mir die aufmerksamen Gesichter der Kinder bei meinen Lesungen, in denen ich immer eine Geschichte lese, und die Fragen nach dem wie und wo und warum und „sind sie wirklich dort gewesen?, … gibt es Paulino in Neapel tatsächlich?“ und „Wie wird man Biologe?“, genug Zuspruch, um mich schon nach dem nächsten Buch mit schönen Geschichten zu sehnen. Denn in meinem Kopf sind noch etliche vorhanden.
Sie haben angeboten, über wilde Lieblingstiere von Kindern zu schreiben, und dazu einen Malwettbewerb ausgerufen. Wie kam es zu dieser Idee?
Die Idee hatte ich anlässlich eines Mädchen, das meine Geschichte zur Probe gelesen hat. Es setzte sich spontan hin und malte das Stachelschwein. Da hatte ich die Idee Kids zu Mitautoren zu machen. Ich konnte zwar nicht garantieren, dass ich mit allen von den Kindern gewünschten Tieren eine eigene Geschichte erlebt hatte, aber soviel schriftstellerische Freiheit habe ich, dass ich für solche Fälle einen Ausweg finde. So wurde aus einem eingeschickten Jaguar einfach die Geschichte über einen Leoparden. So entstand die Geschichte Leopard, die mittlerweile zu den beiden ersten Geschichten hinzugefügt wurde.

Halten Sie ohnehin alle Reiseerlebnisse fest oder haben Sie sich erst im Nachhinein so präzise damit auseinandergesetzt, um daraus eine Geschichte zu schreiben?
Ich habe bis auf eine Wanderung der Grande Route in Korsika nie ein Reisetagebuch geschrieben. Es sind Fotos, oder Erinnerungen, manchmal auch die meiner Freunde und Kollegen, die mir helfen die Situationen und Atmosphäre zu rekonstruieren.

Warum reizen Sie wilde Tiere und nicht auch Haustiere wie Hunde, Katzen und Pferde?
Ich bin Zoologe und interessierte mich schon immer für wilde Tiere. Ich hatte auch Hunde als Kind, aber mein Vater hat mir beigebracht, sie als Tiere und nicht als Menschersatz zu behandeln. Wer das tun will, meinetwegen, aber ich mag keine im Bett schlafenden Hunde oder Katzen und deren Geschichten. Märchenhafte Erzählungen mit Kindern kann ich wahrscheinlich auch gar nicht schreiben. Ich verbinde mit Tieren immer etwas was ich wissen will. Also was da draußen, außerhalb meiner vier Wände geschieht. Pferde finde ich schon besser, Aber da ist es mehr die evolutionäre Geschichte dieser faszinierenden Tiere und ihre Physiologie. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, diese typischen Pferde-Mädchen-Bücher zu schreiben. Dazu bin ich zu konkret und unsentimental.
Was ist die Zielgruppe Ihres Buches? Nur der deutschsprachige Markt, oder wünschen Sie sich zukünftig auch Übersetzungen für andere Länder, zum Beispiel die Heimatländer der Tiere?
Natürlich ist der deutschsprachige Raum die Hauptzielgruppe. Allerdings wird das Kinderbuch auch in USA, Italien, Spanien, UK und Frankreich gekauft. Hier handelt es sich aber um deutschsprachige Leser bzw. deren Eltern, die mein Buch, wie alle anderen auch, auf der Amazon Seite finden. Es gibt schon eine Übersetzung des Stachelschweintanzes. Dann heißt es Porcupine Polka. Es ist jedoch noch nicht erschienen, ist aber für den Winter dieses Jahres geplant. Die Heimatländer der Tiere die im Buch eine Rolle spielen? Hmmm. Italien sagte ich schon, aber Afrika oder Asien ist schwer. Die Übersetzung in diese Sprachen ist aufwändig und teuer. Ich habe keine Erfahrung damit. Vielleicht, wenn es mal mehrere Folgen gibt.   

Suchen Sie gezielt nach Besprechungen Ihres ebooks?
Natürlich, welcher Autor täte das nicht. Allein auf Amazon.de habe ich schon 13 Rezensionen mit 5 Sternen, allerdings auch einen Verriss mit 1 Stern, aber damit muss man als Autor leben und wenn das Verhältnis von Plus zu Minus so deutlich ist, kann ich damit gut leben. Auch das Echo im Internet ist sehr erfreulich, was man allein schon daran erkennt, dass ich in dieser Kinderbuch-Woche präsent sein darf und meine Antworten auf den Fragebogen schreibe. 🙂
Fürchten Sie schlechte Bewertungen, besonders wenn so viel eigene Erfahrungen darin stecken?
Natürlich ist Lob angenehmer als Kritik und wenn sie denn dann eher emotional, aggressiv und wenig konstruktiv ist, tut sie auch weh. Insbesondere wenn der Kritiker nicht erkennt, dass es sich zum großen Teil um persönliche Erfahrungen handelt. Über Stil, Sprache Inhalt kann man trefflich streiten, aber konstruktiv mit einem Text umzugehen verlangt auch gewisse Fähigkeiten vom Kritiker. Diese sind manchmal aber nicht zu erkennen, was sehr schade ist, weil ich als Autor gern Anregungen zur Verbesserung aufnehme. Zumal ich als Naturwissenschaftler von der Kritik and meinen Erkenntnissen geprägt bin und versuche meine Schriften so selbstkritisch wie möglich zu betrachten.
Vielen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Beantworten der Fragen nehmen!
Wer immer noch Fragen hat, oder mit mir in Kontakt treten möchte: uwe.kullnick@email.deIch freue mich über ihr Feedback.
Ich habe zu danken Frau Schramm 
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[Buchvorstellung] Tierische Lesegeschichten

Tierische Lesegeschichten (Stachelschweintanz) – Uwe Kullnick
Kindle Edition

3,89 €

Printausgabe: Leopard (Zur Zeit nicht verfügbar, ab Herbst wieder als „Stachelschweintanz“ verfügbar)

Im Ebook gibt es zwei Geschichten:

Ganz dem Titel nach handelt die erste Geschichte von Willy dem Stachelschwein. Willy hat sich in einer Gepardenfalle fangen lassen und will nun nicht mehr heraus. Tierforscherin Linda hüpft auf dem Käfig herum, „tanzt“ über ihm, aber das Stachelschwein findet das scheinbar nur lustig.
Humorvoll erzählt Uwe Kullnick vom Abenteuer mit der Falle, einem Tanz auf dem Käfig und dem total doofen Willy.

Die zweite Geschichte ist über Paulino, den Kraken. Paulino ist in einem Vorbereitungsbecken im Aquarium in Neapel. Dort langweilt er sich tierisch, und reißt regelmäßig aus. Uwe Kullnick ist jedoch vor Ort um die anpassungsfähige Haut des Kraken zu untersuchen. Dass er ihn immer wieder suchen muss ist ganz schön anstrengend. Paulino versteckt sich nämlich gerne dort, wo er Wasser findet: im Klo, in der Spüle und sogar im Haifischbecken!
Wie die Mitarbeiter den Kraken dort wieder herausbekommen erzählt Uwe Kullnick spannend, witzig und wunderbar lehrreich.

In der Printausgabe ist bereits eine weitere Geschichte die Abenteuer mit dem Leoparden dabei.

Weitere Geschichten sind in Planung.

Alle drei Geschichten sind mit schönen Fotos der Situationen und vielen Tieren bebildert. Auf meinem Kindle konnte ich die Fotos leider nur in Schwarzweiß sehen, eigentlich sind sie aber alle farbig wie auf dem Cover. Auf einem Emulator für den PC oder Tablets werden also alle Bilder korrekt und wunderschön angezeigt.

Beim Lesen habe selbst ich noch viele interessante Informationen entdeckt, und kann mir gut vorstellen dieses Buch vorzulesen. Uwe Kullnick schreibt einfach und anschaulich, spricht die Kinder an und erklärt Situationen.

Mich beeindruckte der Witz und die Leichtigkeit, mit der Kullnick erzählt, und ich bin selber gespannt auf weitere tolle Tiergeschichten. Gerne würde ich auch mal in Afrika einen Tanz aufführen oder in einem Meeresaquarium einen Kraken suchen.
Volle Punktzahl für dieses tolle Kinderbuch!

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[Themenwoche] Heute: Uwe Kullnick

Nach drei tollen Autoren möchte ich euch heute mit einem weiteren Autoren bekannt machen. Es geht wieder um ein Kinderbuch, und diesmal ist es tierisch…

Uwe Kullnicks Ebooks sind bereits mit zwei Preisen gewürdigt worden: 1. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2011 für „Die Zeichnung“ und den 3. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2012 für „Der Buckel“. Heute geht es aber um das Kinderbuch „Stachelschweintanz“, das im Herbst in der 2. Auflage als Printbuch erscheint.


Sehr geehrter Herr Kullnick, stellen Sie sich den Lesern bitte kurz vor. Was machen Sie – und wie sind Sie Autor geworden?


Uwe Kullnick:ENDLICH habe ich Zeit und Muße für meine bisher heimliche Leidenschaft – Schreiben!
Wieso endlich? Ja, eine berechtigte Frage. Eigentlich ist es nicht zu trennen. Mein Leben bisher und das Warten endlich wieder Schreiben zu können.
Vieles von dem, was ich jetzt zu Papier bringe wäre mir ohne die vergangene Lebenszeit und vor allem ohne die Aktivitäten, Berufe, Reisen, Aufgaben, Erfolge und Enttäuschungen meines Lebens (man nennt es wohl auch Erfahrungen) nicht in den Sinn gekommen. Die Gedanken, Geschichten und Romane und nicht zuletzt die Sprache sind gereift und stehen jetzt Schlange um in die Welt zu treten und hoffentlich, und das ist die Eitelkeit jedes Schriftstellers, gelesen zu werden.
Vielleicht interessiert es den ein oder anderen, wie der Weg war, der mich bis hierher gebracht hat. Es würde mich sehr freuen.

Als Sechsjähriger hatte ich Lungen-Tuberkulose und wurde allein und mit der Bahn an die Nordsee verfrachtet. Diese Erfahrung hat mich mein Leben lang begleitet. Genau so, wie die Tatsache, dass meine Mutter linksseitig gelähmt war, weil sie bei dem Kaiserschnitt der mich zur Welt brachte einen Schlaganfall hatte. Meine Kindheit war gewissermaßen schon dadurch etwas schief, ebenso wie meine Mutter danach schief im Leben stand. Aus dem Gymnasium rausgeschmissen machte ich die Volksschule fertig, absolvierte die Handelsschule mit Ach und Krach und lernte Steuergehilfe.
Ein furchtbarer Beruf – für mich jedenfalls. Aber mein Vater war Steuerberater und mit gelähmter Frau und insgesamt drei Kindern, war es das Einfachste diesen Beruf zu erlernen. Mein Vater starb viel zu früh, und so brauchte ich ein neues Ziel. Ich fand es. Damit endete der schiefe Teil meiner Kindheit, der angedauert hatte, bis ich vierundzwanzig war.
Mein Ziel? Ich wollte Zoologe werden! Am beste so etwas wie Grzimek oder Konrad Lorenz: Mit Volksschulabschluss ein außerordentlich kühnes Unterfangen. Also machte ich mein Abitur nach und schrieb mich in der Uni Braunschweig ein. Ziel Zoologie. Ich bestand meine Prüfungen mit sehr gut und hängte gleich eine Promotion dran. Meine akademischen Schwerpunkte als Dr. rer. nat. sind Biologie (Zoologie), Neurophysiologie Anthropologieund Sexualpsychologie. Ungefähr vierzehn Jahre später war ich C1 Professor im Zoologischen Institut für Tierphysiologie an der Uni Braunschweig. In dieser Zeit durfte ich viele Erfahrungen der praktischen Forschung machen über die ich auch in meinen Büchern berichte. Später wurde ich Vice President eines großen Industrieunternehmens und verantwortlich für Risikothemen, Risikokommunikation und Umweltschutz. Hier war ich global verantwortlich und aus dieser Zeit rühren ebenfalls viele meiner Reiseerfahrungen. Mindesten sechzig Länder habe ich besucht und viele Eindrücke und Erlebnisse mitgenommen.

All das war und ist die Grundlage meines Schreibens das ich in der Zwischenzeit zwar immer, aber viel zu selten ausüben konnte. Ich erinnere mich an sehr Vieles aus dieser Zeit und beschreibe Gewesenes, Mögliches, Wahrscheinliches und Ausgedachtes in Kurzgeschichten, Erzählungen, Artikeln und Romanen manches sogar unter Pseudonym. Es beginnt jetzt ein ganz normales Schriftstellerleben, dass ich so genießen werde, wie ich hoffe, das es die Leser mit guten Texten versorgen wird.


Vielen Dank! 

Heute um 18 Uhr wird die Rezension zu „Stachelschweintanz“ online gehen.
Um 19 Uhr erfahrt ihr noch mehr über das Leben des Autors – seid gespannt!

Schaut auch auf die Homepage des Autors.

Uwe Kullnicks Veröffentlichung

NEUE PRINTAUSGABE: Stachelschweintanz 2. Auflage (vorher Leopard) (Präsentation Frankfurter Buchmesse, Herbst 2012)
Ebooks:
HÖRBÜCHER:
Der Buckel(Groteske)