0

[Rezension] Die Wunschmaschine Im Zeichen der grünen Sonne

Die Wunschmaschine: Im Zeichen der grünen Sonne – Alexander Rothe
Baumhaus, Bastei Lübbe
Hardcover, Herbst 2012
332 Seiten

14,99

Die Nachbarskinder Pit, Alex, Möhre und Tom mögen sich eigentlich nicht besonders. Schon gar nicht in diesem heißen Sommer, und die Geschwister Alex und Möhre wollten beleibe nichts zusammen unternehmen! Doch bei einer Rauferei im Innenhof ihres Hauses entdecken sie eine geheime Tür, die sie zur Lagerhalle des seltsamen Professor Aurelius Grünspan, der Maschinen sammelt, die nutzlos sind. Zwischen all den wundersamen Apparaten finden die Kinder aber einen seltsamen Kasten, der sie zum Schiff Kah führt. Die Kah hat eine Aufgabe für die Kinder: Vor langer, langer Zeit haben Kinder einer Insel eine Wunschmaschine gefunden, die allerdings von den Erwachsenen gestohlen und auseinander genommen wurde. Nun sollen Pit, Möhre, Alex und Tom die einzelnen Teile wiederfinden. Und ihre Reise geht zuerst nach Kairo…

Vom Autor angesprochen war ich sehr neugierig auf das Buch „Die Wunschmaschine“. Sobald ich das Päckchen in den Händen hatte, fing ich an zu lesen – und fand schon den Anfang brüllend komisch! Der Prolog ist aus der Sicht eines Sterns geschrieben, der durchs All zur Erde rast. Bis auf den Innenhof, wo Tom sich langweilt und in der Hitze schwitzt. Dieser Fade-In hatte schon etwas 🙂
Nacheinander werden dann die vier Kinder vorgestellt, was ich sehr angenehm fand, weil man jedes Kind für sich kennen gelernt hat.

Die Überleitungen und Erklärungen sind sehr kindgerecht und niedlich geschrieben. Bei jeder neuen Szene war ich beeindruckt durch die Ideenvielfalt und die Kreativität des Autors. Manchmal ist die Sprache ein bisschen derb, aber an vielen Stellen wird Interessantes und Neues erklärt. Besonders durch die Figur der Pit erfährt man viel, auch wenn es sie nur klug und nervig darstellen soll. Aber genau dadurch lernt man sehr viel – auch über sozialen Umgang und Mut und Freundschaft.
Das Lesen ging sehr schnell (zumindest bei mir), aber die etwas jüngeren Leser dürften einige tolle Lesestunden damit haben.

Die Kinder sind genau ihrem Alter entsprechend. Möhre ist manchmal ein bisschen reifer, Alex dagegen etwas kindischer und alberner. Tom entdeckt seine Hormone und Pit wächst etwas über sich hinaus. Dabei werden sie aber in keine Kostüme gesteckt, die ihnen nicht passen. Nein, sie sind bloß Kinder, handeln so und bringen sich dadurch ganz normal in Schwierigkeiten… aber auch wieder hinaus.

Am Ende gibt es ein Rezept, das während der Fahrt auf der Kah erwähnt wird. Auch dieses ist kindgerecht geschrieben und läd zum Nachkochen ein!

Sehr schön, wenn auch mit eigenwilliger Art, fand ich die Zeichnungen zwischendurch. Der Autor hat sie selbst gemalt, und somit den Figuren ein Gesicht gegeben. Es ist allerdings eine Frage des Geschmacks, ob man knollennasige Figuren mag, aber Charme hat es auf jeden Fall 😉

Insgesamt fand ich die Story sehr unterhaltsam, und freue mich auch auf die weiteren Abenteuer. Die Kinder auf der Kah haben das Potential, mit ihrer Lesergeneration älter zu werden. Ich drücke Herrn Rothe die Daumen, dass ihm auch noch viele weitere Bücher in der Art gelingen!
Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sternen!

Ein bisschen schade, dass die im Buch angekündigte Website die-wunschmaschine.de noch nicht viel Inhalt hat 😉

Lest in den kommenden Tagen auch ein Interview mit dem Autor!

4

[Rezension] Katzenjagd

Ingrid Lee – Katzenjagd
Chickenhouse
Hardcover, Juni 2012
Aus dem Englischen von Gerda Bean
208 Seiten

11,95€

Empfohlenes Alter: 10 bis 12 Jahre
Wärme, Familie, Schatz!

In der kleinen Stadt, in der Billy lebt, sind Katzen ein großes Problem. Eine alte Damen hatte unzählige Katzen zu Hause, die nach dem Tod ihrer Besitzerin durch die Gegend streifen.
Eine davon ist die Kätzin Conga, die nach einem Kampf mit dem Grauen schwer verletzt Zuflucht sucht – und Billy begegnet.
Dieser kann an der kranken Katze nicht vorbeigehen und versteckt sie bei sich daheim, denn seine Eltern mögen keine Katzen.

Den ganzen Sommer über verdient sich Billy Geld, um die nun auch noch tragende Katze zu ernähren und zu verpflegen – bis die Stadtbewohner entschließen, dass die Stadt von Katzen gereinigt werden soll.
Und nicht nur Billys Conga ist in Gefahr…

Katzenjagd“ ist das zweite Buch von Ingrid Lee, das bei Chickenhouse erschienen ist. Genau wie bei „Wunderhund“ geht es um die Kinderliebe zu einem Tier, diesmal einer Katze. Der kleine Billy muss sich um die verletzte Katze Conga kümmern, und sie dabei beschützen und verstecken.

Auch diesmal ist die ganze Stadtbevölkerung gegen die Tiere (bei Wunderhund ging es gegen den Pitbull), denn die Katzen machen in die Gärten, jammern nachts laut herum und verdrecken und schaden dem Ansehen der Stadt.
Auch diesmal müssen die Katzen den Menschen zeigen, dass sie helfen und ein Teil der Welt sind. Wie Conga aber die Menschen zum Andersdenken bringt, verrate ich nicht 😉

In Anbetracht der empfohlenen Altersklasse finde ich toll, das das Buch vermittelt. Viele Kinder wünschen sich ein Haustier, kümmern sich später aber wenig darum (ich war keine Ausnahme). Dass der kleine Billy so verantwortungsbewusst ist, finde ich gut. er macht sich Gedanken, handelt nicht unüberlegt und weiß um das Risiko. Die Nachricht für den Leser ist gelungen.

Die Aufmachung des Buches muss ich auch noch loben. Das Cover ist wieder zuckersüß, und die Titelgestaltung sehr witzig. Die Schrift ist sehr groß und die Seiten recht dick – für ein Kinder- und Jugendbuch (für 10-12jährige) sehr ansprechend. Ich würde das Buch auch nicht als reines Mädchenbuch sehen, sondern auch Jungs empfehlen.

Weil ich „Wunderhund“ noch eine Spur besser fand (ich bin eben Hundefan), vergebe ich nur vier gute Sterne, aber das Buch alleine ist wirklich schön. Das Cover ist sehr liebevoll gestaltet und die Schrift für Leser des angepeilten Alters angemessen. Für Katzenfans und -besitzer ist das Buch auf jeden Fall eine tolle Geschichte fürs Herz.

 ★★★★☆

Bei Chickenhouse von Ingrid Lee bereits erschienen
Wunderhund

Und weitere tolle Empfehlungen aus dem Chickenhouse Verlag, die auch etwas für große Leser sind ^^
Ein Traum und zwei Füße
Isla Schwanenmädchen
Numbers 1: Den Tod im Blick
Wie Zuckerwatte mit Silberfäden
Ziemlich krumme Dinger

0

[Themenwoche] Heute: Diana Jacobs-Waibel

Nach dem dicken Schmöker mit dem fantasievollen Inhalt bleiben wir bei der Fantasie, diesmal aber auch schon für Kinder:

Diana Jacobs-Waibel hat nicht nur einen eigene Verlag, sondern arbeitet auch am liebsten mit der Förderung von Fantasie. Warum eigentlich, Diana?

Diana Jacobs-Waibel: Meine Lebensgeschichte beginnt an einem Dienstag im Jahre 1974 in Hamburg.
Die WM war gewonnen, Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt und meine Eltern glücklich.
Nach und nach kamen weitere Geschwister dazu und wir zogen aufs Land.
Nach meiner Ausbildung zur Schauwerbegestalterin habe ich lange im Bereich Messe und Kulissenbau gearbeitet. Ich zog mit meinem Sohn zurück nach Hamburg, studierte Kommunikationsdesign.
In der Zwischenzeit brachte ich meine Tochter zu Welt. Ein kleines Bündel Leben mit kupferrotem Haar.
Verstärkt durch Erfahrungen meiner Kinder, die sie im Laufe ihres Lebens mit Lehrern machten, Aussagen mit denen sie sich auseinander setzten mussten wie „Das gibt es nicht! Hör auf zu träumen!“ festigte sich mein Wunsch, zu schreiben. Für Kinder. Von Kindern.
Ich suchte Gespräche zu Eltern, Pädagogen und anderen Erwachsenen, sprach mit ihnen über Fantasie und Träume. Fazit: es gibt kaum Raum dafür! Unrealistisch?! Irrational?! Spinnerhaft?!
Das trieb mich an! Und so rief ich eine Figur ins Leben, die für all das Verlorene stand.
Ein Kleines Wesen, das alle Kreativität, Fantasie und Spinnerei erlaubt!
Mein KLEINES WESEN! Ich entdeckte es bei einer Vorlesung. Auf einem Blatt Papier. Es trug einen großen Hut, der ihm weit über die Augen hing.
In den darauf folgenden Jahren trieb mein KLEINES WESEN mich an, endlich etwas ins Leben zu rufen, das ebenso greifbar für die kleinen und großen Menschen ist, wie für mich: so entstand die Marke FINDE FANTASIE und nach und nach die  WANDELWELT.
2009 nahm ich mir eine Auszeit und lief den Jacobsweg. Auf diesem Weg wurde mir wieder bewusst, dass ich eigentlich viel Lieber mit Kindern arbeiten möchte .
Ich ließ mich zur Entspannungstrainerin für Kinder und Jugendliche ausbilden.
Nun arbeite ich seit 2010 als Entspannungstrainerin in meiner kleinen Praxis mit kleinen und großen Kindern an der Erschaffung, Erhaltung und Eroberung ihrer Fantasien.
Ich unterstütze sie alle darin, RICHTIG zu sein, in dem, was sie fühlen, denken und sich vorstellen.
2011 war dann auch die Wandelwelt bereit sich unserer Welt zu präsentiere und 2012 kam das Hörbuch dazu. Was in den nächsten Jahren noch so kommt? Lasst euch Überraschen.
Ideen habe ich noch eine ganze Menge.
Worum es im Buch „Wandelwelt“ überhaupt geht und was Diana euch noch schönes erzählen möchte, erfahrt ihr heute um 12 Uhr und um 18 Uhr!
0

[Interview] Uwe Kullnick

Nach der Buchvorstellung von „Stachelschweintanz“ folgt nun das Interview mit Uwe Kullnick. Auch hier zeigt sich erneut, wie unterschiedliche die Antworten ausfallen können!

Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?
Mein
P – rivatsphäre soviel ich brauche
E – insamkeit zum Schreiben
R -uhe und Konzentration
F – reude am Leben
E – ine Menge Liebe und Zuneigung
K – aum Stress
T – anzende Stachelschweine
E – Einfälle ohne Ende
R – eaktionen der Leser auf meine Texte

T – ierisch gute Kritiken
A – chtung gegenüber meiner Person und Arbeit
G – enug Kuscheleinheiten

Readandbeyourself: Kaffee oder Tee?
Uwe Kullnick: Heiße Schokolade! – Ist aber recht selten.
Haben Sie in Ihrer Kindheit bzw. jetzt als Erwachsener selber gerne Bücher gelesen (und lesen noch) und wenn ja, welches Genre?
Als Kind las ich sehr viele Tierbücher, dann alles von Karl May was ich in die Finger bekam. Später habe ich viel Fachliteratur für mein Studium der Zoologie, der Anthropologie und der (Sexual-) Psychologie konsumiert. Philosophie und Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften sowie Sprachwissenschaft und vor allen Neurowissenschaften und psychiatrische Fallgeschichten haben mein Gehirn strapaziert, was mir aber ungeheuren Spaß gemacht hat. Ich las lange Zeit viel über die Zeit zwischen 1933 und 1945 insbesondere über die Verbrechen der Wissenschaft und der Medizin in Lagern, KZ’s und Zwangssterilisierungskliniken oder sonstigen medizinischen Einrichtungen. Vieles davon findet sich heute in meinen Kurzgeschichten reflektiert.

Was ist Ihr Lieblingsbuch, -autor und -genre?
Mein Lieblingsbuch ist, denke ich, Der Stechlin – „Oh Leute, diese Dialoge, diese Sprache, wunderbar.“
Lieblingsautor: früher Bernhard Grzimek, lange Zeit Karl May und mit seinen rd. 80 Bänden die ich besitze, wohl der Autor von dem ich am meisten gelesen habe. Inzwischen wechselt es zwischen Fontane, Arno Schmidt, G. Ch. Lichtenberg, Machfus, Steve Tolz, Carlos Ruiz Zafón, Pelham G. Wodehouse, Douglas Adams (nicht nur Per Anhalter durch die Galaxis, sondern besonders DIE LETZTEN IHRER ART), T.C. Boyle und sonstiger Belletristik.
Ja welches Genre lese ich am liebsten/meisten? Englische Krimis, überhaupt so manches aus England, Klassiker, Romantiker, Wissenschafts-Sachbücher, Geschichte, Biografien, Wissenschaftliche Belletristik, Science Fiction. Eine kleine Auswahl meiner Bibliothek findet sich hier: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/uwe_kullnick/

Haben sie ein Lieblingszitat aus Ihren oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?
Eigene Zitate:
  • Dämonen sind immer ohne Schuld (Der Buckel) Hörbuch
  • Sssssch-Pfffff, Sssssch-Pfffff, imitierte die Neue das Geräusch der Eisernen Lunge (Mama Tube, in Lachen Leben Sterben, http://tiny.cc/sjkxdw
  • Doch die Angst hatte an ihnen gefressen, wie eine Ratte an einem sterbenden Hund (Mörder, FDA Anthologie);
Fremdzitate:
       Sic Transit Gloria Mundi (So vergeht der Ruhm der Welt);
       Bedenkt, wozu dieses Dasein Euch gegeben: Nicht um dem Viehe gleich zu brüten, nein, um Wissenschaft und Tugend zu erstreben. Dante.
Hören Sie Musik beim Schreiben?
Ja, aber vor allem beim Korrekturlesen. Oft auch als Schrittmacher bei dynamischen Texten (Techno, volle Pulle).

Hören Sie gerne Musik, wenn ja welche?
Smooth Jazz, Raggae, Blues, ausgewählte Klassische Musik.

Wo schreiben Sie am liebsten?

In meinem Arbeitszimmer, aber, wenn die Nachbarn mal nicht randalieren, im Garten unter meinem schattenspenden Balkon.


Haben Sie beim Schreiben ein bestimmtes Ritual, wie z. b. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?
Bei der Recherche arbeite ich oft sehr still und konzentriert im Internet. Beim Schreiben (ich schreibe sowohl mechanisch als auch gedanklich sehr schnell) mag ich ruhige bis rasende Musik, je nach Text.

Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Meine Frau ist meine erste Testleserin, dann kommen kollegiale Autoren und vor allem Kinder in Schulen, wenn es um Kindertexte geht. Informationsquelle: Internet, Bücher, Fernsehen, Radio, Gespräche und Zeitung.

Würden Sie den eigenen Kindern Ihre Bücher vorlesen, oder greifen Sie doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Hätte ich Kinder, würde ich ihnen die entsprechenden Geschichten als ersten vorlesen. Aber ich schreibe auch ernste Themen, die für Kinder meistens nicht geeignet sind.

Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen her?
Ganz viel aus meinem Gedächtnis. Die vielen Länder in denen ich war, die vielen Menschen, die ich traf. Ansonsten ist meine Umwelt die Quelle für Menschen, Geschichten und das was ich den Menschen erzähle, wenn ich mit ihnen spreche.

Wie sind Sie auf die Ideen für das jeweilige Buch gekommen?
Oft erzähle ich Menschen von meinen Erlebnisse während meiner reisen oder meiner Arbeit oder aus meiner Kindheit. Dann wird mir bewusst, dass der Stoff evtl. das Zeug für eine Geschichte hat. Oder mir liegt eine Sache auf dem Herzen und ich will darüber schreiben. Dann fange ich einfach an und es entwickelt sich nach einer Weile etwas, das in eine Geschichte mündet, die meine jeweilige Beunruhigung, Last, oder Bedrängnis behandelt.

Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch?
Manchmal habe ich nur eine Szene im Kopf, die aber typisch für etwas ist. Z.B. die Situation, in der eine Freundin/Kollegin ein Stachelschwein aus einer Gepardenfalle jagen will und das ewig nicht zu bewegen war die falle zu verlassen. Der Rest ergibt sich beim Schreiben.

Wie haben sie sich für das Genre entschieden, in dem Sie Ihre Bücher schreiben?

Ich schreibe in mehreren Genres. Kinderbuch, Kurzgeschichten, Wissenschaftskrimi oder ungewöhnliche Erzählungen in denen ich eine mich beschäftigende Thematik behandele und mir manchmal selbst von der Seele schreibe. Es ist mehr das Problem oder die Thematik die mich treibt, weniger eine Genrezuordnung.

Entwickeln sich die Charaktere in den Büchern eigenständig, oder ist alles schon am Anfang geplant?
Das ist sehr unterschiedlich. Beim Krimi sind die meisten Handelnden gut bis oberflächlich geplant. Bei den Kinderbüchern ist viel von mir drin und von Menschen, die ich kenne. Das ergibt die Authentizität. Bei den Geschichten um die Verbrechen des Nationalsozialismus entlehne ich sie aus der Fachliteratur und versehe sie mit mir nahen Persönlichkeitsmerkmalen. Die Gruppe der Behinderten in ABWÄRTS ist das Ergebnis der Besichtigung einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kids die mir dort auffielen.

Durften Sie an der Covergestaltung mitarbeiten?
Die meisten Cover sind von mir bzw. ich konnte mitbestimmen, wie sie werden.

Wollten Sie schon immer ein Kinderbuch schreiben?

Nie, kein Gedanke. Es war ein Gedanke meiner Frau. Ich beschreibe es in meinem Buch Stachelschweintanz.

Könnten Sie sich vorstellen, das Genre zu wechseln?

Ich schreibe ohnehin in einigen Genres. Welche noch kommen, wird man sehen.

Was fasziniert Sie an Kinderbüchern?

Das Echo der Kinder. Ich lese in Schulen und bei Freunden. Das Lachen an den richtigen Stellen, die Nachfragen ob ich das alles wirklich erlebt habe, die Wünsche auch so etwas erleben zu dürfen und das mitgehen mit Willy, den pupsenden Elefanten, den Schlangen, dem Jaguar, dem Kraken und den Büffeln, sind die Faszination, die meine Kinderbücher mir geben. Ich habe keine Kinder und hätte nie gedacht, dass ich überhaupt Kinderbücher schreiben kann. Ich bin sicher kein Märchenonkel. Meine Bücher sind sachlich basierte Geschichten, die Abenteuer, Spaß, Wissen und Forschung verbinden. Die von mir verwendete Sprache wächst beim Schreiben und überarbeiten und scheint gut anzukommen.

Was halten sie von Ebooks?

Sie machen das Publizieren soooo viel einfacher und schneller. Man muss keine Klinken putzen, sonder muss nur etwas Arbeit investieren, sich mit der Sache auseinandersetzen und dann kann es losgehen. Wichtig ist auch, dass man Freunde oder Verbündete hat, die einem dabei helfen. Dabei ist das Internet eine wunderbare Hilfe. Leider sind ebooks bei kindern noch nicht so verbreitet, daher tun sich Kinderbücher, die nur als ebook erscheinen, sehr schwer. Daher wird der Stachelschweintanz im Herbst als gedrucktes Buch in Zusammenarbeit mit dem Satzweiss Verlag Chichili Agency erscheinen und auf der Frankfurter Buchmesse  vorgestellt werden.

Wie schafft man es kindgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen.

Ich schreibe auf einem sprachlichen einfachen Niveau und investiere wenn die Geschichte fertig ist eine Menge Arbeit um den Text lesbarer und klarer zu machen. Auch meine Test-Lesungen zeigen mir sehr genau, wo Längen sind, wo eine Pointe nicht sitzt oder wo ich über die Kinder hinweggeschrieben habe.

Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Kinderbuch aus? Erstmal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks?

Kann man sicher so machen, aber ich habe einfach angefangen zu Schreiben und mir vorgestellt, wie ich den Kindern, die ich kenne oder kannte etwas erzählen wollte. Das war es schon.

Was ist der große Unterschied zwischen Romanen für Erwachsene und Kinderbüchern, den man beim Schreiben immer im Hinterkopf haben sollte?
Die Sprachkomplexität ist sicher ein Punkt. Ich stelle mir bei Kinderbüchern die Frage, was will ich eigentlich erzählen? Und dann sage ich mir: „Dann mach es einfach!“
Bei Büchern für Erwachsene komponiere ich Sprache und die Geschichte wird dabei transportiert. Mal mehr mal weniger, je nach dem, was in der Szene wichtiger ist, Inhalt, Sprache oder Form.

Was sollte man beim Schreiben von Kinderbüchern am besten vermeiden?

Geschwafel, Wortverliebtheit und Eitelkeit. Genauso gefährlich ist es Kinder zu unterschätzen. Weder bei der Recherche, noch in der Umsetzung des Erzählten. Kinds stimmen mit den Füßen ab. Die lassen den Lesenden einfach stehen und gehen oder fangen an zu quatschen. Also immer schön Aufpassen, dass man sie nicht verliert, weil man nicht auf sie konzentriert war beim Schreiben.

Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Das ist sehr altersspezifisch.
Menschen Tiere Abenteuer, Minnewitt und Knisterbusch in Australien (Peter Mattheus), Privatdetektiv Tiegelmann (Holm), dann die Wüstenbände von Karl May,

Was ist das beste Kinderbuch, das Sie je gelesen haben und warum?

Minnewitt und Knisterbusch ist mir nie aus dem Sinn gekommen.

Welche Themen sollten in Kinderbüchern öfter behandelt werden?

Das sollte man je nach Altersstufe sicher differenzieren. Für die Kleinen ist es auf jeden fall anders als für die Schulanfänger, die Viertklässler oder die darüber. Was aber spätestens ab 5 immer eine Rolle spielen sollte ist die kritische Reflexion des Kindes, seiner Bezugspersonen in der Welt. Es fängt damit an, dass die Kids den Unterschied zwischen Information und Wissen erfahren sollten. Hört sich theoretisch an, ist es aber nicht. Information ist alles was man hört, liest, sieht und irgendwie reflektieren muss. Wissen ist das was durch „autorisierte“ Instanzen geprüft ist (nicht zu verwechseln mit absoluter Wahrheit oder Wissen)

Finden Sie es – wie es manche Politiker fordern – wichtig und richtig Kinder schon früh mit Toleranzthemen wir Integration oder gleichgeschlechtlicher Liebe zu konfrontieren?

Ich finde es richtig Kinder sukzessive mit der Welt bekannt zu machen. Toleranz ist ein Teil davon, Abgrenzung der eigenen Persönlichkeit eine andere. Kinderbücher sollen Altersgerecht von allem sprechen dürfen. Sie sollten nicht wirklich brgrenzen oder übertreiben. Aber auch nichts tabuisieren.

Finden Sie nicht auch, dass einige Kinderbücher (Struwwelpeter und einige andere Märchen) recht brutal sind?

Struwwelpeter und Märchen sind in mancher Hinsicht brutal. Vor allem aus Sicht Erwachsener. Ich denke Kinder sehen oft im Wesentlichen die Botschaft und nicht den wirklich abgeschnittenen Daumen oder den verhungernden, wegfliegenden Menschen.

Was ist Ihrer Meinung das Geheimnis von Märchen? Wieso erfreuen sie sich noch heute bei vielen Kindern großer Beliebtheit?

Es sind Welten, in denen alles möglich ist und zwar mit Beteiligung des Personals ihrer Umgebung und fantastischen, ihren unterschwelligen Wünschen oder Ängsten entsprechenden Imaginationen. Sie sind so anders und doch so vertraut. Manchmal Shining für Kinder!

In welcher Hinsicht haben sich Kinder und Jugendbücher Ihrer Meinung nach in den letzten 20 Jahren gewandelt?

Für mich schwer zu sagen. Vielleicht sind sie auf dem Weg weniger Angst, Zwänge und Sanktionen zu thematisieren. Statt dessen, mehr Offenheit, Unabhängigkeit und persönliche Gefühle zu vermitteln.

Wollten Sie schon immer Autor werden?

Ach, vielleicht ja, vielleicht nein. In meinen Zwanzigern habe ich immer geschrieben, wenn ich unglücklich war. Dann außer Beruflichem nichts weiter und nun wieder mehr. Bin ich ein Autor? Ja mittlerweile schon. Es war ein Prozess in nicht-linearen Schüben.

Wie entspannen Sie sich zuhause am besten?
Mit Lesen und Schreiben.

Bringen Sie auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die Sie selbst erlebten, mit in das Buch ein?

In verschlüsselter und manchmal in klarer, direkter Weise ja.
Worum geht es, in Ihren Worten, in Ihrem Buch?
Es sind drei Geschichten, die alle mit Tierforschung zu tun haben.
Die erste ist eine Geschichte unfreiwilliger Komik zwischen einer jungen Frau und einem Stachelschwein in der Wildnis von Namibia. Sie ereignet sich beim Aufenthalt zweier Forscher aus Deutschland bei Zoologen, die versuchen Geparde lebend zu fangen um ihnen Sendehalsbänder umzuhängen, damit sie besser vor Wilderei geschützt werden.
Paulino handelt von den Abenteuern, die ein Forscher mit einem pfiffigen und immer zum Ausreißen bereiten Oktopus erlebt.
Leopard ist die Geschichte eines Forschungsabenteuers in Sri Lanka. Die Forscher begegnen vielen Tieren, erleben lustige und gefährliche Abenteuer mit Schlangen, Büffel, Drachen Fliegenden Hunden und stellen am Ende der Geschichte fest, das der von ihnen gesuchte seltene Leopard viel mehr Übersicht über die Situation hatte als sie selbst.  

Was ist das Besondere an „Stachelschweintanz“ und den anderen beiden Kurzgeschichten?
Die Geschichten basieren auf meinen tatsächlichen, und/oder den Erlebnissen meiner Forschungskollegen. Die Leser werden unterhalten, können lachen, mitfiebern und lernen quasi en passant etwas über die vorkommenden Tiere, das Land und die Forschung mit Tieren. Das wirklich besondere ist die Verquickung von Abenteuern, Lernen, und Spaß. Das gibt es im Kinderbuch bisher offenbar kaum, wie meine Recherchen in Kinderbuchgeschäften zeigten. Die Kids lernen, dass Forschung in fremden Ländern auch Abenteuer bestehen und Vergnügen haben bedeuten kann. Hierdurch hebt es sich von märchenhaften, oder nur wissensvermittelten Büchern deutlich ab. Auch ist die Altersgruppe die ich anspreche notmalerweise zu inhomogen um dasselbe Buch zu lesen. Hier geht es vom Vorlesen und erklären bis zum selbst Lesen.
Ein weiteres Novum, wie ich meine sind die Bilder, die ich selbst während dieser Forschungen gemacht habe. Hierdurch ist es wie bei Lesungen, als Autor bin ich im Buch anwesend und man sieht wer da erzählt in den Bilder oder durch die Bilder, die ich zum großen Teil selbst gemacht habe. Dort wo mein eigenes Bildmaterial nicht hinreicht, ergänzte ich mit gekauften Bildern oder solchen aus dem CC-Pool.    

Wie hat es sich angefühlt, neben dem Ebook auch ein Printbuch veröffentlich zu haben?
Ich merkte im Laufe der Zeit, dass mein ebook zwar gekauft wurde, bekam aber das feedback, dass es vorwiegend Eltern kauften, die es vorlasen. In Deutschland haben noch wenige Kinder einen eigenen Reader daher sind die Käufe für selbstlesende Kinder noch relativ gering, es sei denn, sie dürfen den Reader von papa oder Mama benutzen. Auch sind die meisten Reader nur für schwarz/weiß Darstellungen geeignet. Dadurch entgeht dem Leser schon einiges, da viele Abbildungen erst in Farbe richtig wirken. Die Lösung war ein gedrucktes Buch. Nun wollte ich nicht bei den Verlagen Klinken putzen und machte es mit einem Amerikanischen Verlag allein. Das Schreiben, Planen, Setzen, Formatieren und die Endkontrolle und dem Marketing und Vertrieb machte ich alles selbst.  Meine Idee war, wenn es gut wird kommt irgendwann ein Verlag auf mich zu. Das ist jetzt geschehen. Im Herbst wird eine neue Auflage (die erste ist derzeit vergriffen) auf dem deutschen Markt im Satzweiss Verlag – Chichily Agency erscheinen. Das Buch wird auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich darf es präsentieren, vielleicht sogar mehrere Lesungen durchführen. 

Warum haben Sie überwiegend Fotos der eigenen Expeditionen für die Geschichten genommen und keine Illustrationen?
Ich habe es schon weiter oben beschrieben aber ich habe die elektronische und die gedruckte Neuauflage mit vier neuen Illustrationen bereichert und zwar immer dort, wo eine Zeichnung eine besondere Situation deutlich macht, z.B. Paulino (der Krake) hockt in der Kloschüssel, Lisa „tanzt“ auf dem Geparden-Stachelschwein-Käfig und der Leopard sitzt … (aber das verrate ich nicht, das sollen die LeserInnen selber sehen. Die Zeichnerin, ZARA Stetten ist eine junge Frau, 19 Jahre, die bis zu ihrem 17 Lebensjahr mit ihren deutschen Eltern in Vietnam und Thailand gelebt hat und jetzt nach Hamburg gezogen ist. Sie besucht eine Fachschule für Illustration.  Vor kurzem hat sie die Illustrationen für das Buch angefertigt und sie sind nun auch Teil ihrer Präsentations-Mappe. Ich werde in Zukunft sicher noch mehr mit ihr zusammenarbeiten.    

Was hätten Sie sich für Ihr Buch noch gewünscht?
Noch viel mehr LeserInnen und mehr Zeit um es noch besser machen zu können. Darüber hinaus sind mir die aufmerksamen Gesichter der Kinder bei meinen Lesungen, in denen ich immer eine Geschichte lese, und die Fragen nach dem wie und wo und warum und „sind sie wirklich dort gewesen?, … gibt es Paulino in Neapel tatsächlich?“ und „Wie wird man Biologe?“, genug Zuspruch, um mich schon nach dem nächsten Buch mit schönen Geschichten zu sehnen. Denn in meinem Kopf sind noch etliche vorhanden.
Sie haben angeboten, über wilde Lieblingstiere von Kindern zu schreiben, und dazu einen Malwettbewerb ausgerufen. Wie kam es zu dieser Idee?
Die Idee hatte ich anlässlich eines Mädchen, das meine Geschichte zur Probe gelesen hat. Es setzte sich spontan hin und malte das Stachelschwein. Da hatte ich die Idee Kids zu Mitautoren zu machen. Ich konnte zwar nicht garantieren, dass ich mit allen von den Kindern gewünschten Tieren eine eigene Geschichte erlebt hatte, aber soviel schriftstellerische Freiheit habe ich, dass ich für solche Fälle einen Ausweg finde. So wurde aus einem eingeschickten Jaguar einfach die Geschichte über einen Leoparden. So entstand die Geschichte Leopard, die mittlerweile zu den beiden ersten Geschichten hinzugefügt wurde.

Halten Sie ohnehin alle Reiseerlebnisse fest oder haben Sie sich erst im Nachhinein so präzise damit auseinandergesetzt, um daraus eine Geschichte zu schreiben?
Ich habe bis auf eine Wanderung der Grande Route in Korsika nie ein Reisetagebuch geschrieben. Es sind Fotos, oder Erinnerungen, manchmal auch die meiner Freunde und Kollegen, die mir helfen die Situationen und Atmosphäre zu rekonstruieren.

Warum reizen Sie wilde Tiere und nicht auch Haustiere wie Hunde, Katzen und Pferde?
Ich bin Zoologe und interessierte mich schon immer für wilde Tiere. Ich hatte auch Hunde als Kind, aber mein Vater hat mir beigebracht, sie als Tiere und nicht als Menschersatz zu behandeln. Wer das tun will, meinetwegen, aber ich mag keine im Bett schlafenden Hunde oder Katzen und deren Geschichten. Märchenhafte Erzählungen mit Kindern kann ich wahrscheinlich auch gar nicht schreiben. Ich verbinde mit Tieren immer etwas was ich wissen will. Also was da draußen, außerhalb meiner vier Wände geschieht. Pferde finde ich schon besser, Aber da ist es mehr die evolutionäre Geschichte dieser faszinierenden Tiere und ihre Physiologie. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, diese typischen Pferde-Mädchen-Bücher zu schreiben. Dazu bin ich zu konkret und unsentimental.
Was ist die Zielgruppe Ihres Buches? Nur der deutschsprachige Markt, oder wünschen Sie sich zukünftig auch Übersetzungen für andere Länder, zum Beispiel die Heimatländer der Tiere?
Natürlich ist der deutschsprachige Raum die Hauptzielgruppe. Allerdings wird das Kinderbuch auch in USA, Italien, Spanien, UK und Frankreich gekauft. Hier handelt es sich aber um deutschsprachige Leser bzw. deren Eltern, die mein Buch, wie alle anderen auch, auf der Amazon Seite finden. Es gibt schon eine Übersetzung des Stachelschweintanzes. Dann heißt es Porcupine Polka. Es ist jedoch noch nicht erschienen, ist aber für den Winter dieses Jahres geplant. Die Heimatländer der Tiere die im Buch eine Rolle spielen? Hmmm. Italien sagte ich schon, aber Afrika oder Asien ist schwer. Die Übersetzung in diese Sprachen ist aufwändig und teuer. Ich habe keine Erfahrung damit. Vielleicht, wenn es mal mehrere Folgen gibt.   

Suchen Sie gezielt nach Besprechungen Ihres ebooks?
Natürlich, welcher Autor täte das nicht. Allein auf Amazon.de habe ich schon 13 Rezensionen mit 5 Sternen, allerdings auch einen Verriss mit 1 Stern, aber damit muss man als Autor leben und wenn das Verhältnis von Plus zu Minus so deutlich ist, kann ich damit gut leben. Auch das Echo im Internet ist sehr erfreulich, was man allein schon daran erkennt, dass ich in dieser Kinderbuch-Woche präsent sein darf und meine Antworten auf den Fragebogen schreibe. 🙂
Fürchten Sie schlechte Bewertungen, besonders wenn so viel eigene Erfahrungen darin stecken?
Natürlich ist Lob angenehmer als Kritik und wenn sie denn dann eher emotional, aggressiv und wenig konstruktiv ist, tut sie auch weh. Insbesondere wenn der Kritiker nicht erkennt, dass es sich zum großen Teil um persönliche Erfahrungen handelt. Über Stil, Sprache Inhalt kann man trefflich streiten, aber konstruktiv mit einem Text umzugehen verlangt auch gewisse Fähigkeiten vom Kritiker. Diese sind manchmal aber nicht zu erkennen, was sehr schade ist, weil ich als Autor gern Anregungen zur Verbesserung aufnehme. Zumal ich als Naturwissenschaftler von der Kritik and meinen Erkenntnissen geprägt bin und versuche meine Schriften so selbstkritisch wie möglich zu betrachten.
Vielen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Beantworten der Fragen nehmen!
Wer immer noch Fragen hat, oder mit mir in Kontakt treten möchte: uwe.kullnick@email.deIch freue mich über ihr Feedback.
Ich habe zu danken Frau Schramm 
0

[Buchvorstellung] Tierische Lesegeschichten

Tierische Lesegeschichten (Stachelschweintanz) – Uwe Kullnick
Kindle Edition

3,89 €

Printausgabe: Leopard (Zur Zeit nicht verfügbar, ab Herbst wieder als „Stachelschweintanz“ verfügbar)

Im Ebook gibt es zwei Geschichten:

Ganz dem Titel nach handelt die erste Geschichte von Willy dem Stachelschwein. Willy hat sich in einer Gepardenfalle fangen lassen und will nun nicht mehr heraus. Tierforscherin Linda hüpft auf dem Käfig herum, „tanzt“ über ihm, aber das Stachelschwein findet das scheinbar nur lustig.
Humorvoll erzählt Uwe Kullnick vom Abenteuer mit der Falle, einem Tanz auf dem Käfig und dem total doofen Willy.

Die zweite Geschichte ist über Paulino, den Kraken. Paulino ist in einem Vorbereitungsbecken im Aquarium in Neapel. Dort langweilt er sich tierisch, und reißt regelmäßig aus. Uwe Kullnick ist jedoch vor Ort um die anpassungsfähige Haut des Kraken zu untersuchen. Dass er ihn immer wieder suchen muss ist ganz schön anstrengend. Paulino versteckt sich nämlich gerne dort, wo er Wasser findet: im Klo, in der Spüle und sogar im Haifischbecken!
Wie die Mitarbeiter den Kraken dort wieder herausbekommen erzählt Uwe Kullnick spannend, witzig und wunderbar lehrreich.

In der Printausgabe ist bereits eine weitere Geschichte die Abenteuer mit dem Leoparden dabei.

Weitere Geschichten sind in Planung.

Alle drei Geschichten sind mit schönen Fotos der Situationen und vielen Tieren bebildert. Auf meinem Kindle konnte ich die Fotos leider nur in Schwarzweiß sehen, eigentlich sind sie aber alle farbig wie auf dem Cover. Auf einem Emulator für den PC oder Tablets werden also alle Bilder korrekt und wunderschön angezeigt.

Beim Lesen habe selbst ich noch viele interessante Informationen entdeckt, und kann mir gut vorstellen dieses Buch vorzulesen. Uwe Kullnick schreibt einfach und anschaulich, spricht die Kinder an und erklärt Situationen.

Mich beeindruckte der Witz und die Leichtigkeit, mit der Kullnick erzählt, und ich bin selber gespannt auf weitere tolle Tiergeschichten. Gerne würde ich auch mal in Afrika einen Tanz aufführen oder in einem Meeresaquarium einen Kraken suchen.
Volle Punktzahl für dieses tolle Kinderbuch!

0

[Buchvorstellung] Regiert das Geld die Welt?

Regiert das Geld die Welt – Hans-Christoph Liess
Arena Verlag
Mit Illustrationen von Gert Albrecht
Taschenbuch, Januar 2012
151 Seiten

12,99 €

Altersempfehlung des Verlags: 11 – 13 Jahre

Wer war eigentlich Adam Smith, und was hat er mit einer Gruppe Camper im Wald zu tun? Warum wissen wir, dass eine Wirtschaftskrise unvermeidlich ist – und können nichts dagegen tun?
Und wer ist diese Greta, und warum will der Autor, dass alles mit ihr endet?
Diese und ähnliche Fragen beantwortet und diskutiert Hans-Christoph Liess in seinem Buch „Regiert das Geld die Welt“. Er beginnt bei Aristoteles und geht bis in die heutige Zeit. Mit Comics erläutert er schwierige Vorkommnisse und Veränderungen.

Bei den ursprüngen der Zeit anzufangen fand ich gut. Stück für Stück habe ich mehr und mehr verstanden. Warum wir oft eine Überproduktion haben. Warum wir Geld als Tauschmittel benutzen und warum manchmal die Nachfrage größer ist und einen Teufelskreis hervorruft.

Zwischendurch habe ich keine Probleme gehabt, dem Thema zu folgen. Dennoch ist die Wirtschaft und alles dabei ein harter Brocken, den man nicht einfach so weglesen kann.
Das Buch lässt sich also nicht (trotz der für mich „geringen“ Seitenzahl) in einer Stunde lesen. Für mein Studium, in dem auch BWL ein Schwerpunkt sein wird, ist das Buch aber bereits jetzt hilfreich. Mein Allgemeinwissen in Sachen Wirtschaft und aktueller Lage ist etwas aufpoliert.
Hin und wieder hatte ich auch Verständnisschwierigkeiten. Man merkt aber, dass das Buch an Kinder und Jugendliche gerichtet ist, denn die Worte sind einfach gewählt, und schwere Passagen werden doppelt (meist mit einem Comic) erklärt und aufgelockert.

Trotz der Altersempfehlung für angehende Teenager kann ich das Buch auch Erwachsenen nur wärmstens ans Herz legen. Wer schon immer wissen wollte, wieso wir überhaupt eine Weltwirschaftskrise hatten, ist hier genau richtig. Für Studenten dieser Fachrichtung ist das Buch eine super Starthilfe, um überhaupt in die Thematik hineinzukommen, und alle anderen können immer mal wieder nachschlagen, wer Menger war oder warum es in Deutschland einst eine Inflation gab.
Volle Punktzahl für das Buch mti dem schweren Thema aber dem leichten Verständnisfaktor!

★★★★★
0

[Themenwoche] Heute: Hans-Christoph Liess

Nicht nur Frauen können Kinderbücher schrieben und veröffentlichen. Nein, auch Männer sind in diesem Genre vertreten. Wenn auch manchmal nur mit Fachliteratur, wie unser Autor heute…

Lieber Herr Liess, stellen Sie sich bitte kurz vor. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen – eigentlich sind Sie ja Dozent?

Hans-Christoph Liess: Geboren wurde ich vor vierzig Jahren in Belgien und die ersten dreißig Jahre habe ich mich dann vor allem viel rumgetrieben. Studiert, gelebt und gearbeitet habe ich in Deutschland, Frankreich, England und der Schweiz, inzwischen bin ich allerdings deutlich sesshafter geworden und lebe in Norddeutschland auf dem Land mit meiner Familie und einer sehr begabten Katze namens Minka.

Arbeiten tue ich normalerweise als Wissenschaftshistoriker, was vor allem bedeutet, dass ich ziemlich langweilige wissenschaftliche Texte verfasse. Wie ich dazu kam, ein Jugendbuch über Wirtschaft zu schreiben, ergab sich folgendermaßen: von Wirtschaft wusste ich bis vor ein paar Jahren auch nur, dass sie vermutlich ziemlich kompliziert und ziemlich langweilig ist. Das änderte sich erst, als ich zufällig an einem Forschungsprojekt über die Geschichte von Wirtschaftstheorien mitarbeitete. Dabei fiel mir nämlich auf, dass Wirtschaftstheorien wie große und kompliziert verzierte Sahnetorten sind. Von außen sehen sie fürchterlich raffiniert und kompliziert aus. Aber wenn man sie sich genauer ansieht, stellt man fest, dass nur die oberste Schicht der Verzierung kompliziert ist, der größte Teil darunter besteht ganz einfach aus zwei Tortenböden und viel Sahne und Früchte dazwischen. Genauso ist das mit Wirtschaftstheorien. Wir sehen immer nur die komplizierte mathematische Oberfläche, aber darunter verbergen sich oft ganz einfache Zusammenhänge, die jeder verstehen kann.
Schade ist das vor allem deswegen, weil Wirtschaft und Wirtschaftstheorien viel interessanter sind, als man denken würde! Am besten stellt mich sich das so vor, wie wenn man einen komplizierten Funkwecker geschenkt bekommt, allerdings ohne Gebrauchsanleitung. Man kommt einfach nicht dahinter, warum er manchmal piept und manchmal nicht. Mit der Wirtschaft ist es genauso. Wirtschaftstheorien sind wie Gebrauchsanweisungen für die Wirtschaft und wenn wir sie kennen, verstehen wir plötzlich vieles von dem, was um uns herum jeden Tag passiert, viel besser. Z. B. warum es eine Krise gibt oder warum wir uns andauernd neue Handies kaufen. Und da ich das gerne alles schon als Jugendlicher gewusst hätte, habe ich mich hingesetzt und ein Buch geschreiben, dass für Jugendliche und Einsteiger die Wirtschaft und ihre Theorien verständlich erklärt. Zum Glück kam dann noch der tolle Illustrator Gerd Albrecht dazu, dessen Cartoons das alles noch viel besser verständlich machten.

Wow – das klingt spannend!
Um 12 Uhr heute erfahrt ihr genaueres über das Buch.
Und um 18 Uhr beantwortet Hans-Christoph Liess alle eure gestellten Fragen.