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[Rezension] Teardrop

Teardrop – Lauren Kate
cbt
Hardcover, August 2014
ISBN 978-3-57016277-4
528 Seiten

17,99 €

Es ist ein ganz normaler Tag, an dem Eureka und ihre Mutter Diana mit dem Auto fahren. Plötzlich erfasst eine Riesenwelle aus dem Nichts das Auto und Diana ertrinkt.

Eureka überlebt, aber ihr Leben ist nicht mehr wie zu vor. Und als auf einmal der seltsame Junge Ander auftaucht, gerät alles aus den Fugen. Denn er scheint sie beschützen zu wollen, doch Eureka lässt niemanden an sich heran. Außer ihren Kindheitsfreund Brook, der sich seit einem Strandunfall allerdings seltsam verhält.
Ander hat etwas damit zu tun, nur Eureka weiß noch nicht was…

Teardrop“ ist ein stimmungsvolles Buch, das mit einer Tragödie beginnt. Eureka fühlt sich von der Welt verlassen und lässt auch niemanden mehr an sie heran.

Die Figuren, die Lauren Kate schafft, sind sehr klar gezeichnet. Ander ist geheimnisvoll, aber man erfährt schnell etwas über seinen Hintergrund und versteht Zusammenhänge, lange bevor Eureka darauf kommt.
Eureka leidet, und wie das so ist mit verschlossenen Leute wird sie noch tiefer dahingedrängt, wo sie eigentlich herauswill. Die Mitschüler verstehen ihren Selbstmordversuch nicht, und dass ihr Therapie nicht wirklich hilft, wird auch von den neuen Eltern nicht erkannt. Der Vater war so eine hilflose Figur, der nicht agieren kann, und die Stiefmutter ist mir sehr unsympathisch gewesen. Wie üblich eben.

Der Schreibstil ist recht einfach, und sehr gut lesbar. Die Geschichte flog so dahin.

Einige Aspekte der Geschichte waren für mich etwas unschlüssig. Wenn Eureka auf keinen Fall weinen darf, warum werden dann die Leute in ihrer Umgebung niedergemacht? Sollten Beschützer dann nicht lieber alles dafür tun, dass sie niemals traurig ist? Stattdessen tun sie alles, damit Eureka alleine und kreuzunglücklich ist.
Die Erläuterungen waren irgendwie schlüssig, aber so ganz zufrieden war ich nicht. Zum Ende hin klärt sich eine Menge, das kommt aber sehr plötzlich.

Ich glaube nicht, dass es bei diesem einen Teil bleibt, weil noch eine Menge offen ist. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt, vor allem, wenn sie so hübsch eingepackt wird wie die deutsche Übersetzung – das Cover ist wirklich toll und sehr passend!

Für diese Geschichte mit kleinen Unklarheiten, aber generell einer packenden Handlung gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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[Rezension] SILBER # 1

Silber Das erste Buch der Träume – Kerstin Gier
FJB
Hardcover mit Schutzumschlag, Juni 2013
ISBN 978-3-84142105-0
Seiten

18,99 €

Zum wiederholten Male zieht Liv Silber mit ihrer kleinen Schwester Mia und Kindermädchen Lottie um, weil ihre Mutter einen neuen Job hat. Diesmal geht es nach London, wo ihnen bereits ein romantisches Cottage versprochen wurde.
Doch dort angekommen ist alles anders, denn Livs Mutter ist verliebt, und weil es so schön praktisch ist, soll gleich eine große Patchworkfamilie entstehen – in einem gemeinsamen Haus…
Mit von der Partie sind also neben dem Glatzköpfigen Ernest jetzt auch die Zwillinge Grayson und Florence.
Grayson hat eine Clique von unverschämt gut aussehenden Freunden: Henry, Arthur und Jasper. Ihnen begegnet Liv in einem Traum, der äußert seltsam ist. In diesen Traum ist sie durch eine Tür gegangen, die ihr auch in anderen Träumen bereits begegnet ist.
Was es mit den Träumen auf sich hat, und warum der Traum mit Graysons Freunden außerordentlich seltsam war, erfährt Liz nach und nach. Und noch viel mehr, denn es gibt einen Grund, warum die Jungen gemeinsam träumen…

Silber“ wurde bei Erscheinen hoch gelobt. So gut wie alle Blogger waren sich einig, dass Kerstin Gier ein neues wirklich fantastisches Buch geschrieben hat. Zum ersten Buch kann ich mich diesen Meinungen nun überwiegend anschließen.

Wie auch bei der Edelsteintrilogie ist die Sprache eher einfach, die Geschichte lässt sich (für mich) zügig und sehr gut lesen.
Die Seiten sind mit Zeichnungen verziert und Einschübe gibt es durch den Tittle-Tattle-Blog, den eine noch unbekannte Secrecy schreibt. Generell achte ich selbst nicht so auf Verzierungen, und das mit dem Blog ist meines Erachtens nach ein netter Einschub, aber nicht zwingend notwendig. Da die Zielgruppe für dieses Buch aber etwas jünger ist, gefällt es sicher dort sehr gut 🙂 (Offensichtlich…). Und dass es das Blog wirklich gibt, finde ich ganz toll.

 Die Figuren fand ich liebenswert und gut ausgearbeitet. Kerstin Giers Witz ist in jeder Beschreibung, in jeder wörtlichen Rede zu finden. Ich musste herrlich oft schmunzeln, und über Dinge, die Jugendliche sicher noch nicht so verstehen.
Das also dennoch auch etwas für Erwachsene eingebaut wird finde ich Klasse.
Der Auftakt dieser neuen Trilogie hat mir überwiegend gut gefallen, weshalb ich sehr gute vier Sterne vergebe. Band 2 liegt schon bereit und will verschlungen werden.

★★★★☆

Einen kleinen Lesungsbericht von Kerstin Giers Lesereise zum zweiten Silber-Buch schreibe ich noch die Tage.

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[Rezension] Halte meine Seele

Halte meine Seele – Rachel Vincent
Soul Screamers # 3
MIRA Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, 2012
ISBN ISBN 978-3-89941989-4
320 Seiten

9,99 €

Neu bei Cora für 5,99 €
Bestellnummer: 8094130003 
(Mystery Edition)

Kaylee hat endlich fast alles im Griff. Ihre Beziehung mit Nash läuft ganz gut, auch wenn er gerne mehr als nur knutschen möchte. Ihre Freundschaft mit Emma ist stabil, auch wenn deren Lover Doug etwas aufdringlich ist. Und dass Sophie noch immer wütend ist, kann Kaylee auch nicht wirklich ändern.
Doch dann gibt es einen Unfall und Kaylee findet heraus, dass unter Nashs Freunden eine neue Droge kursiert: Dämonenatem!
Doch können Kaylee und ihre Freund die Verbreitung des für Menschen absolut tödlichen Gifts aufhalten oder ist alles schon zu spät?

Nach dem zweiten Teil der Soul Screamers-Reihe war ich gespannt, was Rachel Vincent sich für Kaylee und ihre Freunde Neues ausgedacht hat. Ich habe keine Erwartungen gehabt und war dann total überrascht.
Das dritte Buch ist etwas anders als die ersten beiden Bücher. Kaylee muss keine Seele so richtig retten, sondern ihre Freunde vor allem vor sich selbst beschützen.
Es geht um Dämonenatem, und angeblich soll Kaylee sogar auch Schuld daran tragen, dass die Droge überhaupt unter Menschen gekommen ist – wie, wird sehr spannend gelöst und ich habe sehr mit Kaylee gelitten!

In diesem Band ist Kaylee schon etwas länger mit Nash zusammen, und es wird dieses tolle Thema „wie weit sollte man irgendwann mit seinem Freund gehen“-Thema auf. Ich fand Kaylee in der Hinsicht teilweise etwas naiv, aber auch sehr tapfer. Sie sieht diese Nähe als Geschenk, vor allem beim ersten Mal (und scheinbar lässt sie auch nicht jeden einfach Fummeln ^^) Allerdings weiß sie eigentlich, dass Nash vorher mit sehr freizügigen Mädchen zusammen war – warum sie sich darüber keine Gedanken macht, weiß ich nicht.

Auf der anderen Seite ist die Handlung in diesem Buch auch so gerafft und es passiert dann doch irgendwie so viel, dass man mit Kaylee gar nicht so viel nachdenken kann. Was Rachel Vincent sich ausgedacht hat, war mehr als ein Lückenfüller für die weiteren Bände sondern eine tolle weitere Geschichte.
Ich mag das auch bei mehrteiligen Reihen, wenn man die Figuren dann langsam kennt und die Autorin es auch schafft, dass die Figuren sich entwickeln und man gerne mit ihnen Abenteuer erlebt.

Das Ende dieses Buches fand ich aber sehr kurz, da hätte ich mir mehr gewünscht. Es fällt den Figuren irgendwie immer ein bisschen leicht, da hätte ich mir mehr Showdown gewünscht. Da aber noch zwei Bücher kommen kann ich das verschmerzen 🙂
Für diesen dritten Teil der Reihe gibt es vier Sterne.

★★★★☆

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[Rezension] Das wirst du bereuen

Das wirst du bereuen – Amanda Maciel
Boje bei Bastei Lübbe
Hardcover, Juli 2014
ISBN: 978-3-41482406-6

300 Seiten

14,99

Es sollte ein Denkzettel sein, und keine Anstiftung zum Selbstmord. Sara und ihre Freundin Brielle wollen Emma nur ein wenig ärgern. Doch was als Streich gedacht war, entwickelt sich schnell zu einem groß angelegten Mobbing – Sara gleiten die Dinge aus der Hand.
Das hinterher alle Emma in den Himmel loben kotzt sie allerdings an, denn Emma war keineswegs völlig unschuldig. Sie hat an der neuen Schule reihenweise Jungs angemacht und Dylan umgarnt. Dabei ist Dylan Saras Freund. War Saras Freund.
Waren die Streiche für Emma tatsächlich Mobbing oder nur etwas größere Denkzettel? Musste sich das Mädchen deswegen umbringen?

„Das wirst du bereuen“ steigt sofort bei einem Gespräch von Sara mit ihrer Anwältin ein, kurz nach dem Selbstmord. Als Leser wird man einfach ins kalte Wasser geschubst, sich ein Bild zu machen. Das ist einerseits sehr spannend, andererseits kennt man ja quasi das Ende schon.
Aber Frau Maciel hat sich etwas interessantes ausgedacht. Man erlebt mit Sara die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung, Sara muss wieder zur Schule und erlebt das Mobbing am eigenen Leib (wenn auch etwas anders als Emma). Gleichzeitig gibt es Rückblicke, welche die Aktionen gegen Emma zeigen (aus Saras Perspektive).
Man lernt dadurch nicht nur die Motive sondern auch die Wahrheit kennen.

In einigen Punkten kann ich Sara verstehen. Sie hat sich falsch behandelt gefühlt, etwas übertrieben zurückgeschlagen, aber dann ist sie alleine schuld. Klar, keiner kann Emma mehr fragen, aber das Emma einfach nur ein Opfer war, machte mich auch wütend. Dass Sara jedoch dann einfach nicht die Wahrheit sagt, machte mich auch rasend. Wenn sie sich so missverstanden fühlt, warum sagt sie es nicht einfach?

Wie Amanda Maciel die Geschichte geschrieben hat, fand ich sehr beeindruckend. Sara ist eine Jugendliche, und so ist die Geschichte erzählt. Es hat mich sehr authentisch berührt, es war keineswegs hochgestochen oder irgendwie zu „erwachsen“ geschrieben. Auch die Sichtweise ist klar und deutlich die einer Jugendlichen mit wenig Erfahrung des Lebens, wenig Berührung mit tragischem Unglück und der Ich-weiß-doch-schon-wie-das-Leben-zu-laufen-hat-ich-bin-fast-erwachsen-Perspektive. Aus sprachlicher Sicht (und auch durch die sehr gute Übersetzung) habe ich das Buch wirklich gerne gelesen.

Deswegen gebe ich diesem Buch fünf Sterne.

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[Rezension] Die Legende des Weltenwandlers

Die Legende des Weltenwandlers – Janina Ebert
Herzklopfen Fantasy im Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag
Klappenbroschur, 2014
ISBN 978-3-86265348-5
336 Seiten

16,95 €

Vor neun Jahren erschien aus dem Nichts ein Junge bei Aella. Er behauptete, die Welt zerstören zu müssen, weil die Menschen so schlecht wären. Die zehnjährige Aella versuchte sofort, dem Jungen zu beweisen, dass er die Welt nicht zerstören kann, weil er nicht stark genug wäre.
Seitdem lebt er bei Aella und ihrer Großmutter auf einem Bauernhof und trainiert für den Weltuntergang.
Doch Aella weiß, dass sie nur auf Zeit spielt. Irgendwann wird der Darnocianer, den sie Ken nennt, die Menschheit ausrotten und seinen Auftrag beenden. Als ein weiterer Darnocianer auftaucht muss Aella gemeinsam mit ihrer Freundin Bea einen Plan entwerfen, wie sie die Menschheit retten können. Aber sind die Menschen es überhaupt wert, leben zu dürfen?

Die Legende des Weltenwandlers“ machte auf mich vor Erscheinen einen tollen Eindruck. Als ich dann aber endlich angefangen habe zu lesen war es mir ein Gräuel, muss ich ehrlich sagen. Zunächst klang die Geschichte ganz spannend, aber die Ausdrucksweise von Janina Ebert, wie sie ihre Geschichte erzählt, tat mir in den Augen weh. Achtung, eventuell gehe ich zu sehr ins Detail, aber das brennt mir in den Finger, das zu schrieben.

Ganz besonders störte mich der Fakt, dass Ken vor NEUN Jahren auf die Erde kam, aber in den neun Jahren 1. nie Interesse an Mädchen gezeigt hat (erst nach neun Jahren will er wie selbstverständlich mit Aella in die Dusche, obwohl sie mehrfach zusammen schwimmen waren – hat sie ihm nie erklärt, wie die Regeln zwischen Mann und Frau und zum Nacktsein sind?), 2. nie versucht hat sich zu beweisen, ob er eventuell doch an Stärke gewonnen hat, 3. nie außerhalb des Bauernhofs auf Menschen getroffen ist, 4. nie Alkohol kennen gelernt hat? Haben Janina und ihre Großmutter zum 18. Geburtstag der beiden nicht angestoßen? und 5. scheinbar nur auf Sparflamme trainiert hat. Janina Ebert begründet das damit, dass Aella ihm neun Jahre vorgelogen hat er wäre noch nicht so weit. Aber wie viel Land ist um den Bauernhof, und hat die Großmutter nie versucht ihn zu sozialisieren und mal mit zum Einkaufen zu nehmen? Hat die Oma nie nach dem Essen mal einen Schnaps getrunken und
Teilweise kam es mir ehrlich so vor, als ob Ken eigentlich erst vor ein paar Monaten auf die Erde kam und nie so richtig Kontakt mit der Außenwelt hatte. Aber in neun Jahren? Das war mir sehr unrealistisch.
Ich fand also, der Zeitsprung von neun Jahren war etwas unausgegoren. Das verdarb leider die ersten 60 Seiten des Buches. Erst dann findet Janina Ebert gefühlt in ihren Stil und die Geschichte.

Dann hat Janina Ebert leider die Tendenz, lauter Floskeln zu verwenden und sehr oberflächlich Emotionen zu beschreiben. Gerade zu Beginn „kullerten die Tränen“ ständig, zumindest eine. Oder Aella ist schluchzend zusammengebrochen. Zusätzlich kommt die große Dramatik auch schon nach wenigen Seiten. Ich war ein bisschen überfordert, nach 25 Seiten schon von der zusammenbrechenden, schluchzenden Aella zu lesen, die Angst um ihre ganze Welt hat. Ich war als Leserin noch nicht so weit, da wirklich mitfühlen zu können.
Manchmal fand ich die Beschreibungen wirklich hübsch, besonders die Vergleiche („Wieder war sein Kuss so zärtlich und vorsichtig, als seien meine Lippen aus Glas“ S. 144), aber größtenteils waren es so abgedroschene Phrasen, dass ich irgendwie nicht weiterlesen wollte. Das ist mir also sehr schwer gefallen, darüber hinweg zu sehen.
Die Emotionen fand ich wie gesagt sehr oberflächlich, es wurden mehr das Aussehen als das wirkliche Gefühl beschrieben, was ich sehr schade fand. Man hätte viel mehr mit Aella mitleiden können, wenn diese Gefühle tiefer beschrieben worden wären.

Nachdem Aella und Bea dann ihren Plan entworfen haben, wird es endlich besser. Das Lesen ging flotter, denn die Geschichte war nicht mehr so holprig und einleitend. Aella war zwar noch immer hin und hergerissen zwischen der Liebe und dem Wunsch, die Menschheit zu retten, aber es war eine andere Zerrissenheit als dieses Unglück zu Beginn.

Aber so ganz kommt Janina Ebert nicht aus der Oberflächlichkeit heraus, sondern schafft zwar eine tolle Welt, aber beim Leser kam die ganze Dramatik nicht vollständig an.

Zur Ausstattung des Buches muss ich sagen, dass mir das Cover sehr gut gefallen hat. Es hat mich direkt bei der Pressemeldung angesprochen und in Kombination mit der Inhaltsangabe wollte ich das Buch unbedingt lesen.
Die Kapitelanfänge sind jeweils mit einem Sternenhimmel verziert, was eine schöne Optik und schöne Abschnitte macht. Da hat der Verlag sich viel Mühe gegeben, dem Buch einen schönen Rahmen zu geben. Das Buch lag beim Lesen auch gut in der Hand.

 „Die Legende des Weltenwandlers“ ist ein tolles, fantastisches Buch.Was sich Janina Ebert ausgedacht hat, ist eine wunderbare Geschichte. Die endgültige Umsetzung zum wirklich superguten Roman fehlte mir leider, weshalb ich knappe vier Sterne vergebe.
Die Entwicklung der Autorin werde ich weiter verfolgen! 🙂

★★★★☆

5

[Rezension] Lost Land # 1

Lost Land Die erste Nacht – Jonathan Maberry
Lost Land # 1
Thienemann Verlag
Hardcover, 2012
ISBN 978-3-52220151-3
528 Seiten

16,95 €

Zu seinem 15. Geburtstag muss Benny sich einen Job suchen – denn nun muss er als Teil der Gesellschaft einen Beitrag leisten. Das müssen alle in Mountainside, dem umzäunten, sicheren Stadtgebiet inmitten vom Leichenland. Doch Benny will weder am Zaun Zombies vertreiben noch Zombies verbrennen oder gar ständig durch die Stadt laufen – körperliche Arbeit ist gar nicht seins.
Er könnte bei seinem Bruder ins Geschäft einsteigen. Denn Tom Imura ist Kopfgeldjäger im Leichenland, dort spürt er Tote, jetzt Zombies, auf und beendet ihr Dasein. Aber Benny weiß, dass nur Charlie und der Hammer wirklich coole Kopfgeldjäger sind. Draußen im Leichenland haben sie bergeweise Zombies vernichtet und die Gegend sicherer gemacht.
Doch als Benny schließlich mit Tom ins Leichenland muss, verändert das alles. Und dann geschehen die Ereignisse Schlag auf Schlag, sodass Benny keine andere Wahl hat, als mit dem Leben fertig zu werden…

Lost Land # 1″ ist eine Dystopie, die vom Grundgerüst ziemlich ähnlich zu allen Zombiegeschichten ist. Irgendwie über Nacht werden Tote zu Zombies. Wer gebissen wird stirbt und ersteht ebenfalls wieder auf. Das Setting ist ein bisschen wie „World War Z“, nur dann schon Jahre später nach dem Ausbruch (14 Jahre später).
Die Einführung in die Geschichte fand ich gelungen, man weiß ziemlich schnell worum es geht und wie sich alles Entwickelt hat (bis auf eben Details der ersten nacht).
Einen Großteil des Buches habe ich mich gefragt, warum das Buch „Die erste Nacht“ heißt. Später wird das deutlich, aber da es 14 Jahre später spielt, war für mich da kein großer Zusammenhang – es ergibt aber alles einen Sinn.

Benny ist erst ein typischer Jugendlicher, und ich mochte die Schreibweise von Maberry aus seiner Sichtweise. Er sieht Tom in einem bestimmten Licht und kann seine Meinung nur schwer ändern. Tom ist eine Figur, die man eben nicht einschätzen kann, weil man durch Bennys Erzählungen geprägt ist.
Die Stadtbewohner sind eigen, Charlie und der Hammer eben ganz spezielle Gesellen. Man sieht alles durch die Augen des fünfzehnjährigen Bennys, der stark beeinflussbar ist. Das fand ich gut.
Durch die anfängliche Jobsuche gibt der Autor seinen Lesern auch die Möglichkeit, die Umstände und die Gegend sehr genau kennen zu lernen.

Die Beschreibungen der Stadt und des Umlandes waren sehr klasse. Man hat förmlich die Stille gehört und die Zombies gerochen. Schon alleine durch Bennys Hingerissenheit, wie er die neue Umgebung wahrnimmt und endlich mehr sieht als von der Stadt aus, war man als Leser auch gefesselt.

Ein weiteres Highlight waren die Begegnungen mit Zombies und Kämpfe. Maberry schafft es, einen förmlich zwischen die Wörter zu ziehen und direkt in das Geschehen zu holen. Er schreibt anschaulich und sehr zackig, sodass ich nach einem Kampf auch völlig fertig (mindestens mit den Nerven) war. Und was er passieren lässt, lässt einem die Haare zu Berge stehen, so actionreich ist das. Ich habe einen Großteil des Buches im Zug gelesen und war immer völlig gebannt und hätte gerne teilweise das Buch in die Ecke geworfen vor Frust über den Verlauf.

Phantastikcouch (Quelle) hat es schön beschrieben:
Unterhaltung ist Trumpf; literarische Ansprüche sollte der Leser dieser schnellen, actionbetonten und betont salopp formulierten Pageturner lieber ausblenden.

Insgesamt fand ich die Handlung schlüssig und sehr spannend.

Die Ausstattung von Thienemann finde ich passend. Die Krähe ist zwar eigentlich kein Bestandteil, die Farbe und vor allem die Überschrift passen aber sehr gut.

Spannend, mitreißend, wunderbar ausgedacht und absolut lesenswert geschrieben konnte ich das Buch nur schwer beiseitelegen. Den Folgeband kann ich gar nicht erwarten und gebe dem Auftakt selbstverständlich fünf Sterne.

★★★★★

Fortsetzungen
Lost Land # 2 Der Aufbruch
Lost Land # 3 Die Finsternis (erscheint am 16.7.2014)

Auf Englisch sind bereits weitere erschienen.

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[Rezension] Der Anfang von Danach

Der Anfang von Danach – Jennifer Castle
Carlsen
Hardcover, 2014
ISBN 978-3-551-58266-9
416 Seiten

18,90 €

Nach einem wirklich langweiligen Abend will Laurel nur noch nach Hause, doch ihre Familie fährt noch zu einer Eisdiele. Laurel wartet daheim, doch als es später klopft stehen keine vertrauten Gesichter vor der Tür, sondern ein Polizist. Laurels Familie hatte einen Autounfall…

Es beginnt das Danach, die Zeit der Trauer und Abkapselung. Laurels Großmutter zieht zu ihr ins Haus, doch sie trauert ebenso. Eigentlich kann Laurel die Geschehnisse gar nicht so richtig nachvollziehen, und es nervt sie tierisch, dass alle sie wie eine Figur aus Glas behandeln. Jeder schaut sie schief an und hat Angst, etwas Falsches zu sagen. Außer David, dem Nachbarsjungen, dessen Mutter ebenfalls im Unfallauto gesessen hat und umgekommen ist. Er weiß etwa, was Laurel fühlt. Doch er flieht vor der Gegend, reist quer durch Amerika.
Laurel versucht, Alltag einkehren zu lassen. Sie arbeitet in einer Tierklinik und möchte gerne einen Freund haben. Doch kann sie so für immer weitermachen? Muss es nicht ein besseres Danach geben?

Der Anfang von Danach“ ist kein Roman voller Trauer und Schmerz, zumindest nicht vordergründig. Laurel leidet und es zerreißt einem das Herz, wenn sie sich eigentlich mal ordentlich ausheulen sollte, es aber nicht kann. Wenn man selbst nicht viele Todesfälle in der Familie hatte, kann man das auch nicht so richtig nachvollziehen, aber Jennifer Castle kann schon sehr gut beschrieben, wie es Laurel geht.

Manchmal hatte ich das Gefühl, Laurel verdrängt und kämpft sich einfach durch ihren Alltag. Das fand ich teilweise etwas ermüdend. Als Außenstehender weiß man die Dinge ja oft besser, und teilweise wäre ich gerne in das Buch gesprungen und hätte Laurel geschüttelt.
Es las sich zwischendurch irgendwie wie ein Jugendbuch, das behandelt, wie jemand etwas blödes erlebt, aber weitermacht. Laurel verhielt sich so normal und so jugendlich, als hätte der Unfall nichts geändert.
Aber das ist nur ein kleiner Teil, und als Laurel endlich akzeptiert und verarbeitet, wurde es eine richtig tolle Geschichte.

Denn Laurel kann es nicht ertragen, dass alle sie mit Samthandschuhen anfassen. Sie erfährt, wie man sie normal behandeln kann und muss sich überlegen, welche Variante ihr lieber ist: Normal sein oder bemitleidet werden. Ihre Wahl zwischen Joe und David war dabei genauso. Joe hatte Angst, etwas falsch zu machen. David war ehrlich, denn auch er hatte mit dem Verlust zu kämpfen – und sogar noch mehr!
Laurel verhält sich dann überwiegend wie ein ganz normaler Teenager, der noch unsicher im Leben ist. Das fand ich sehr sympathisch.

Jennifer Castle hat es geschafft, einen Roman zu schreiben (und auch noch als Debüt), der einem ans Herz geht. Es ist keine positive Geschichte, aber es hat positive Seiten und schöne Entwicklungen. Aus dem fast bodenlosen Tief kämpft sich die Figur Laurel wieder bis ans Licht – und das hat die Autorin richtig schön beschrieben.
Zwischendurch hatte ich ein paar Hänger, aber das dauerte höchstens ein-zwei Kapitel. Überwiegend war ich ziemlich gefesselt und wollte wissen, ob es vorangeht oder Laurel wieder einen Rückschlag erleiden muss.

Carlsen hat sich für ein Cover entscheiden, was genau zur Situation der Geschichte passt. Man sieht ein Mädchen, das nach unten blickt und eine Sonnenbrille – zum Schutz? – trägt. Das Hardcover ist mit einem Schutzumschlag mit den Titeldaten gebunden, der aus dünnem, grau-durchsichtigem Papier ist und erst den schwarzen (Trauer-)Rahmen gibt. Das fand ich eine schöne Idee.

Der Anfang von Danach“ ist tiefgründig, einfühlsam und sehr bewegend zu lesen. Laurel und ihre Geschichte nimmt einen gefangen. Nach dem Tod von Nahestehenden geht für einen selbst das Leben weiter – Jennifer Castle hat das genau richtig eingefangen und aufgeschrieben. Von mir eine volle Leseempfehlung.