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[Rezension] Die Insel

Die Insel – Manuela Martini 
Band 1 von 2

Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, Februar 2014
ISBN 978-3-401-06976-0
400 Seiten

16,99 €

Alles ändert sich an ihrem 18. Geburtstag, und Hannah will nur noch weg. Nach Australien am besten, und vor allem fliehen.
Dort scheint sie sich wieder finden zu können, bis jemand ihr und ihrer Freundin Nikki einen Job auf einer Perlenfarm anbietet und die Mädchen von seltsamen Worten verfolgt werden: „Mete bab ou alatranp“.
Was geht auf der Insel vor, was verbirgt sich wirklich im Dschungel? Wem kann Hannah trauen – und wem lieber nicht?

Die Thriller von Manuela Martini haben mir bisher immer eine Gänsehaut verursacht. Ohne Außnahme! Auf „Die Insel“ habe ich mich also sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, mehr über die Worte „mete bab ou alatranp“ und Hannah zu erfahren.

Das Buch ist in drei Teile untergliedert, die der jeweiligen Situation entsprechen. Sie entsprechen auch Hannahs Stimmung und ihrem Aufenthaltsort.
Es beginnt mit düsteren Gedanken und viel Wut und Trauer. Was in Deutschland geschehen ist erfährt man erst nach und nach, Manuela Martini wirft einem die Infos nur Häppchenweise hin – wie es sich für einen guten Thriller gehört.
Von Anfang an gibt es auch ein Gänsehautgefühl im Nacken, weil alles irgendwie von einer gruseligen Stimmung überschattet wird. Irgendwas stimmt ganz und gar nicht, und Hannah merkt das auch.

Das Setting ist zunächst Sydney und dann auf der Perleninsel. Die gruselige Atmosphäre mit dem verbotenen Dschungel und dem scheinbar aktiven Vulkan macht es nicht leicht, die warme Sonne und den weißen Sandstrand ganz erst zu nehmen.

Was Hannah dann auch noch entdeckt, und dass sie irgendwie niemandem trauen kann, ist ein richtig guter Thrillerfaktor. Martini schafft es, dass man immer weiß, dass etwas nicht stimmt aber nicht genau was.

Zwischendurch gibt es ein paar Szenen, die völlig abgedreht sind. An dem Punkt war ich kurz davor, das Buch zuzuschlagen und zu sagen „das ist mir zu viel“. Aber es hat alles einen Hintergrund und eine logische Erklärung – dieses Drogenszenario ist sehr gut eingebaut und wirklich gelungen. Ich war erleichtert, als ich die Hintergründe erfahren habe.

Wie es mit Hannah, Nikki, Aiden und Kanoa weitergeht, kann man bereits in Teil 2 erfahren: Die Rache der Insel

Teil 1 bekommt von mir 4 Sterne weil ich nicht mag, wenn eine Geschichte schon so stark auf den zweiten Teil vorbereitet und man als Leser etwas frustriert über das Ende ist.

★★★★☆
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[Rezension] Teardrop

Teardrop – Lauren Kate
cbt
Hardcover, August 2014
ISBN 978-3-57016277-4
528 Seiten

17,99 €

Es ist ein ganz normaler Tag, an dem Eureka und ihre Mutter Diana mit dem Auto fahren. Plötzlich erfasst eine Riesenwelle aus dem Nichts das Auto und Diana ertrinkt.

Eureka überlebt, aber ihr Leben ist nicht mehr wie zu vor. Und als auf einmal der seltsame Junge Ander auftaucht, gerät alles aus den Fugen. Denn er scheint sie beschützen zu wollen, doch Eureka lässt niemanden an sich heran. Außer ihren Kindheitsfreund Brook, der sich seit einem Strandunfall allerdings seltsam verhält.
Ander hat etwas damit zu tun, nur Eureka weiß noch nicht was…

Teardrop“ ist ein stimmungsvolles Buch, das mit einer Tragödie beginnt. Eureka fühlt sich von der Welt verlassen und lässt auch niemanden mehr an sie heran.

Die Figuren, die Lauren Kate schafft, sind sehr klar gezeichnet. Ander ist geheimnisvoll, aber man erfährt schnell etwas über seinen Hintergrund und versteht Zusammenhänge, lange bevor Eureka darauf kommt.
Eureka leidet, und wie das so ist mit verschlossenen Leute wird sie noch tiefer dahingedrängt, wo sie eigentlich herauswill. Die Mitschüler verstehen ihren Selbstmordversuch nicht, und dass ihr Therapie nicht wirklich hilft, wird auch von den neuen Eltern nicht erkannt. Der Vater war so eine hilflose Figur, der nicht agieren kann, und die Stiefmutter ist mir sehr unsympathisch gewesen. Wie üblich eben.

Der Schreibstil ist recht einfach, und sehr gut lesbar. Die Geschichte flog so dahin.

Einige Aspekte der Geschichte waren für mich etwas unschlüssig. Wenn Eureka auf keinen Fall weinen darf, warum werden dann die Leute in ihrer Umgebung niedergemacht? Sollten Beschützer dann nicht lieber alles dafür tun, dass sie niemals traurig ist? Stattdessen tun sie alles, damit Eureka alleine und kreuzunglücklich ist.
Die Erläuterungen waren irgendwie schlüssig, aber so ganz zufrieden war ich nicht. Zum Ende hin klärt sich eine Menge, das kommt aber sehr plötzlich.

Ich glaube nicht, dass es bei diesem einen Teil bleibt, weil noch eine Menge offen ist. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt, vor allem, wenn sie so hübsch eingepackt wird wie die deutsche Übersetzung – das Cover ist wirklich toll und sehr passend!

Für diese Geschichte mit kleinen Unklarheiten, aber generell einer packenden Handlung gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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[Rezension] SILBER # 1

Silber Das erste Buch der Träume – Kerstin Gier
FJB
Hardcover mit Schutzumschlag, Juni 2013
ISBN 978-3-84142105-0
Seiten

18,99 €

Zum wiederholten Male zieht Liv Silber mit ihrer kleinen Schwester Mia und Kindermädchen Lottie um, weil ihre Mutter einen neuen Job hat. Diesmal geht es nach London, wo ihnen bereits ein romantisches Cottage versprochen wurde.
Doch dort angekommen ist alles anders, denn Livs Mutter ist verliebt, und weil es so schön praktisch ist, soll gleich eine große Patchworkfamilie entstehen – in einem gemeinsamen Haus…
Mit von der Partie sind also neben dem Glatzköpfigen Ernest jetzt auch die Zwillinge Grayson und Florence.
Grayson hat eine Clique von unverschämt gut aussehenden Freunden: Henry, Arthur und Jasper. Ihnen begegnet Liv in einem Traum, der äußert seltsam ist. In diesen Traum ist sie durch eine Tür gegangen, die ihr auch in anderen Träumen bereits begegnet ist.
Was es mit den Träumen auf sich hat, und warum der Traum mit Graysons Freunden außerordentlich seltsam war, erfährt Liz nach und nach. Und noch viel mehr, denn es gibt einen Grund, warum die Jungen gemeinsam träumen…

Silber“ wurde bei Erscheinen hoch gelobt. So gut wie alle Blogger waren sich einig, dass Kerstin Gier ein neues wirklich fantastisches Buch geschrieben hat. Zum ersten Buch kann ich mich diesen Meinungen nun überwiegend anschließen.

Wie auch bei der Edelsteintrilogie ist die Sprache eher einfach, die Geschichte lässt sich (für mich) zügig und sehr gut lesen.
Die Seiten sind mit Zeichnungen verziert und Einschübe gibt es durch den Tittle-Tattle-Blog, den eine noch unbekannte Secrecy schreibt. Generell achte ich selbst nicht so auf Verzierungen, und das mit dem Blog ist meines Erachtens nach ein netter Einschub, aber nicht zwingend notwendig. Da die Zielgruppe für dieses Buch aber etwas jünger ist, gefällt es sicher dort sehr gut 🙂 (Offensichtlich…). Und dass es das Blog wirklich gibt, finde ich ganz toll.

 Die Figuren fand ich liebenswert und gut ausgearbeitet. Kerstin Giers Witz ist in jeder Beschreibung, in jeder wörtlichen Rede zu finden. Ich musste herrlich oft schmunzeln, und über Dinge, die Jugendliche sicher noch nicht so verstehen.
Das also dennoch auch etwas für Erwachsene eingebaut wird finde ich Klasse.
Der Auftakt dieser neuen Trilogie hat mir überwiegend gut gefallen, weshalb ich sehr gute vier Sterne vergebe. Band 2 liegt schon bereit und will verschlungen werden.

★★★★☆

Einen kleinen Lesungsbericht von Kerstin Giers Lesereise zum zweiten Silber-Buch schreibe ich noch die Tage.

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[Rezension] Steinerne Schwingen

Steinerne Schwingen – Jennifer L. Armentrout
Dark Elements # 1
MIRA Taschenbuch
Taschenbuch, September 2014
448 Seiten
ISBN 978-3-95649348-5 

12,99 €

Seit Jahren lebt Layla bei den Wächtern. Sie selbst ist jedoch nur zur Hälfte Wächterin, denn ihre Mutter war eine Dämonin. Mittlerweile kann Layla diese Seite von sich sehr gut unterdrücken, will sie doch mit ganzen Willen eine Wächterin sein.
Da außer den Wächtern niemand um ihre Gene weiß, kann sie auch normal zur Schule gehen. Anschließend hilft sie im Kampf gegen die Dämonen, indem sie „markiert“, also Dämonen berührt und für die Wächter damit zur Zielscheibe macht.
Eines Tages taucht der attraktive Dämon Roth bei Layla auf. Er behauptet, er wüsste etwas über ihre Herkunft und ihre eigentliche Bestimmung. Wie sich herausstellt, ist Layla auch nicht zufällig ein Mischling – und wird bei den Wächtern eher versteckt als beschützt. Doch auch in den eigenen Reihen hat sie Feinde. Und scheinbar ist Roth der einzige, der es ehrlich mit ihr meint…

Nach „Obsidian“ ist dies nun der zweite Roman, der von Jennifer L. Armentrout in Deutschland veröffentlicht wird. Obsidian war eher ein Jugendroman, wohingegen „Dark Elements“ einen anderen Charakter hat. Es geht zwar auch um eine 17-jährige, aber auf eine andere Art. Sie ist nicht sofort verknallt und die Liebe steht über allem.

Inhaltlich geht es mehr um die Dämonen und die Wächter, und dass es natürlich ein Ende der Welt geben könnte.
Die Art, wie man als Leser Layla und Roth kennen lernt, war sehr angenehm. Layla hat dabei nicht nur zwei Welten zu meistern, sondern drei: Die Dämonin in sich, die sie unterdrücken muss, die Wächterin, die sie sein will, und der Mensch, der sie nicht ist. Die Szenen in der Schule mit ihren Freundinnen waren teilweise etwas aufgedreht, die Freundinnen waren etwas überzogen, fand ich. Aber Layla hatte sich vielleicht diese Freunde ausgesucht, weil sie zu den Wächtern einen Gegenpol brauchte.

So ganz habe ich noch nicht alles der Wächter verstanden. Armentrout hat an einigen Stellen den Hintergrund erklärt, aber die Handlung an sich war ohnehin sehr dicht, sodass es nicht ganz so rüberkam.

Die zarte Liebe von Layla, ob nun mit Zayne oder Roth, war immer ein kleiner Ruhepol in der Geschichte. Die Dämonenjagd und die Kampfszenen hatten es in sich, ein dickes Lob an die Fantasie der Autorin, und wie kleine zarte Lichtkugeln schwebten die Momente der Gefühle dazwischen.

Ich mochte den Inhalt, das Tempo und die Erzählweise des Buches sehr. Armentrout hat mit diesem Buch sehr meinen Geschmack getroffen und ich hoffe ganz stark, dass das nicht alles war. Es gibt ja bereits eine kurze Vorgeschichte, und im Buch ist auch ein kleines Highlight zum Schluss, aber ich mochte echt nicht bis zur letzten Seite lesen. Die Welt ist klasse, Roth ist toll, und ich hätte gerne mehr mit Layla erlebt.
 Daher fünf Sterne von mir für dieses tolle Buch!

Vielen Dank an MIRA und BloggDeinBuch für die Verlosung.

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[Rezension] Stigmata

Stigmata Nichts bleibt verborgen – Beatrix Gurian
Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, 2014
ISBN 978-3-40106999-9
384 Seiten

16,99 €

Emmas Mutter Agnes ist ein bisschen seltsam, aber trotzdem sind Mutter und Tochter jahrelang sehr gut ausgekommen. Emma fragte nie nach der Vergangenheit ihrer Mutter. Doch als das Auto von Agnes in einem Fluss gefunden wird, von der Fahrerin aber jede Spur fehlt, gerät Emmas Welt ins Wanken. Sie erhält ein seltsames Fotoalbum mit abstrakten Fotografien.
Angeblich wurde ihre Mutter ermordet – und Emma erhält die Möglichkeit, etwas über die Mörder herauszufinden: In einem Camp in einem Schloss, weit abgelegen in den Bergen. Dort sind noch vier andere Jugendliche, die scheinbar aus ganz unterschiedlichen Gründen im Camp sind.
Wem kann Emma trauen? Und wer schiebt ihr immernoch heimlich Fotos zu, die offensichtlich etwas mit ihrer Mutter zu tun haben?

Beatrix Gurian schreibt Jugendthriller, die unter die Haut gehen. Ich habe mich sehr über Stigmata gefreut, denn bisher hat mir Beatrix Gurian immer Gänsehaut verursacht. Thriller lese ich eigentlich nicht so gerne, aber die Jugendthriller von Arena sind immer genau richtig.

In „Stigmata“ geht erst alles drunter und drüber. Man lernt Emma und ihre Mutter kennen, und dann wird alles verändert. Es gibt Zeitsprünge und seltsame Rückblicke. Die Fotos sind in grünen und Schattentönen gedruckt, sodass man immer weiß, wovon Emma spricht.
Die Idee mit den Fotos finde ich total toll. Man hat also nicht nur von einem gruseligen Bild gelesen, sondern die Bilder vor Augen gehabt. Die Geschichte hat dadurch enorm an Dichte gewonnen.

Emma fand ich am Anfang etwas anstrengend. Egal, was ihr passiert, sie hat sich irgendwie immer gedacht „oh man, das war hart, aber ich will wissen, wer die Mörder sind“. Sie ist immer und immer wieder aufgestanden – dumm oder hartnäckig? Ich weiß es nicht. Es hat zum Schluss dahin geführt, wo es hinsollte, und irgendwie passte dann alles. Das war dann ok – ich muss mich ja nicht mit Emma anfreunden.

Teilweise war die Geschichte so geschrieben, dass man vor Spannung Nägel kauen und bloß Licht anhaben musste. Beatrix Gurian schafft es, den Fokus so zu legen, dass man irgendwie Hinweise bekommt, aber es eine Weile dauert, bis sich das Bild fügt. Ich hatte die ganze Zeit über eine Vermutung, die aber leicht falsch lag.

Das Setting war großartig. Die Burg war gruselig, super beschrieben und besonders mit den Rückblicken zu Agnes hatte man permanent eine Gänsehaut. Ich hätte mich NIE da hineingetraut, schon gar nicht in den Keller zu den Duschen…

Allerdings fand ich das Ende dann ein bisschen kurz. Während sich vorher so viel Zeit für Ereignisse genommen wurde wird es zum Ende hin ein bisschen gerafft. Und das Rätsel wird für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst. Es war so zack zack, der weg, die weg…. wer es gelesen hat, weiß vielleicht, was ich meine. Das fand ich etwas schade.

Das Finale war faszinierend. Die Idee dahinter ist heftig und die Überlegungen gut durchdacht. Für mich schien alles schlüssig und ich fand die Gesamthandlung damit sehr ansprechend.
Beatrix Gurian hat mich wieder gut unterhalten. Bis auf den kleinen Knackpunkt las sich alles gut, und das Buch verdient vier Sterne.

★★★★☆
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[Rezension] Halte meine Seele

Halte meine Seele – Rachel Vincent
Soul Screamers # 3
MIRA Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, 2012
ISBN ISBN 978-3-89941989-4
320 Seiten

9,99 €

Neu bei Cora für 5,99 €
Bestellnummer: 8094130003 
(Mystery Edition)

Kaylee hat endlich fast alles im Griff. Ihre Beziehung mit Nash läuft ganz gut, auch wenn er gerne mehr als nur knutschen möchte. Ihre Freundschaft mit Emma ist stabil, auch wenn deren Lover Doug etwas aufdringlich ist. Und dass Sophie noch immer wütend ist, kann Kaylee auch nicht wirklich ändern.
Doch dann gibt es einen Unfall und Kaylee findet heraus, dass unter Nashs Freunden eine neue Droge kursiert: Dämonenatem!
Doch können Kaylee und ihre Freund die Verbreitung des für Menschen absolut tödlichen Gifts aufhalten oder ist alles schon zu spät?

Nach dem zweiten Teil der Soul Screamers-Reihe war ich gespannt, was Rachel Vincent sich für Kaylee und ihre Freunde Neues ausgedacht hat. Ich habe keine Erwartungen gehabt und war dann total überrascht.
Das dritte Buch ist etwas anders als die ersten beiden Bücher. Kaylee muss keine Seele so richtig retten, sondern ihre Freunde vor allem vor sich selbst beschützen.
Es geht um Dämonenatem, und angeblich soll Kaylee sogar auch Schuld daran tragen, dass die Droge überhaupt unter Menschen gekommen ist – wie, wird sehr spannend gelöst und ich habe sehr mit Kaylee gelitten!

In diesem Band ist Kaylee schon etwas länger mit Nash zusammen, und es wird dieses tolle Thema „wie weit sollte man irgendwann mit seinem Freund gehen“-Thema auf. Ich fand Kaylee in der Hinsicht teilweise etwas naiv, aber auch sehr tapfer. Sie sieht diese Nähe als Geschenk, vor allem beim ersten Mal (und scheinbar lässt sie auch nicht jeden einfach Fummeln ^^) Allerdings weiß sie eigentlich, dass Nash vorher mit sehr freizügigen Mädchen zusammen war – warum sie sich darüber keine Gedanken macht, weiß ich nicht.

Auf der anderen Seite ist die Handlung in diesem Buch auch so gerafft und es passiert dann doch irgendwie so viel, dass man mit Kaylee gar nicht so viel nachdenken kann. Was Rachel Vincent sich ausgedacht hat, war mehr als ein Lückenfüller für die weiteren Bände sondern eine tolle weitere Geschichte.
Ich mag das auch bei mehrteiligen Reihen, wenn man die Figuren dann langsam kennt und die Autorin es auch schafft, dass die Figuren sich entwickeln und man gerne mit ihnen Abenteuer erlebt.

Das Ende dieses Buches fand ich aber sehr kurz, da hätte ich mir mehr gewünscht. Es fällt den Figuren irgendwie immer ein bisschen leicht, da hätte ich mir mehr Showdown gewünscht. Da aber noch zwei Bücher kommen kann ich das verschmerzen 🙂
Für diesen dritten Teil der Reihe gibt es vier Sterne.

★★★★☆

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[Rezension] Das wirst du bereuen

Das wirst du bereuen – Amanda Maciel
Boje bei Bastei Lübbe
Hardcover, Juli 2014
ISBN: 978-3-41482406-6

300 Seiten

14,99

Es sollte ein Denkzettel sein, und keine Anstiftung zum Selbstmord. Sara und ihre Freundin Brielle wollen Emma nur ein wenig ärgern. Doch was als Streich gedacht war, entwickelt sich schnell zu einem groß angelegten Mobbing – Sara gleiten die Dinge aus der Hand.
Das hinterher alle Emma in den Himmel loben kotzt sie allerdings an, denn Emma war keineswegs völlig unschuldig. Sie hat an der neuen Schule reihenweise Jungs angemacht und Dylan umgarnt. Dabei ist Dylan Saras Freund. War Saras Freund.
Waren die Streiche für Emma tatsächlich Mobbing oder nur etwas größere Denkzettel? Musste sich das Mädchen deswegen umbringen?

„Das wirst du bereuen“ steigt sofort bei einem Gespräch von Sara mit ihrer Anwältin ein, kurz nach dem Selbstmord. Als Leser wird man einfach ins kalte Wasser geschubst, sich ein Bild zu machen. Das ist einerseits sehr spannend, andererseits kennt man ja quasi das Ende schon.
Aber Frau Maciel hat sich etwas interessantes ausgedacht. Man erlebt mit Sara die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung, Sara muss wieder zur Schule und erlebt das Mobbing am eigenen Leib (wenn auch etwas anders als Emma). Gleichzeitig gibt es Rückblicke, welche die Aktionen gegen Emma zeigen (aus Saras Perspektive).
Man lernt dadurch nicht nur die Motive sondern auch die Wahrheit kennen.

In einigen Punkten kann ich Sara verstehen. Sie hat sich falsch behandelt gefühlt, etwas übertrieben zurückgeschlagen, aber dann ist sie alleine schuld. Klar, keiner kann Emma mehr fragen, aber das Emma einfach nur ein Opfer war, machte mich auch wütend. Dass Sara jedoch dann einfach nicht die Wahrheit sagt, machte mich auch rasend. Wenn sie sich so missverstanden fühlt, warum sagt sie es nicht einfach?

Wie Amanda Maciel die Geschichte geschrieben hat, fand ich sehr beeindruckend. Sara ist eine Jugendliche, und so ist die Geschichte erzählt. Es hat mich sehr authentisch berührt, es war keineswegs hochgestochen oder irgendwie zu „erwachsen“ geschrieben. Auch die Sichtweise ist klar und deutlich die einer Jugendlichen mit wenig Erfahrung des Lebens, wenig Berührung mit tragischem Unglück und der Ich-weiß-doch-schon-wie-das-Leben-zu-laufen-hat-ich-bin-fast-erwachsen-Perspektive. Aus sprachlicher Sicht (und auch durch die sehr gute Übersetzung) habe ich das Buch wirklich gerne gelesen.

Deswegen gebe ich diesem Buch fünf Sterne.