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[Rezension] Geküsst von einem Duke

Geküsst von einem Duke – Julia Quinn
Mira Taschenbuch
Taschenbuch,
ISBN 978-3-86278-305-2
368 Seiten

7,99 €

Seit fünf Jahren ist Grace Eversleigh die Gesellschafterin der Herzogin von Wyndham. Bei einer nächtlichen Heimfahrt werden sie überfallen von berittenen Räubern. Statt in Panik auszubrechen ist die Herzogin jedoch erstaunlich ruhig – sie hält den Anführer für ihren Enkel! Grace kann es kaum glauben, denn wenige Sekunden zuvor hat der Anführer, der sich Jack Audley nennt, ihr auch noch einen Kuss geraubt.
Die Herzogin besteht darauf, dass Jack der rechtmäßige Herzog von Wyndham ist, was allerdings nicht nur die Gefühle von Grace, sondern das Leben vieler durcheinander bringen wird. So sehr, dass eine Reise nach Schottland nicht mehr abzuwehren ist…

Geküsst von einem Duke“ ist in der zeitlichen Folge das erste Buch von Julia Quinn über ihre Wyndham-Dukes. Diese Geschichte war lange Zeit auf dem deutschen Markt vergriffen, seit 2013 aber mit einem neuen Cover wieder als Taschenbuch erhältlich.
Seit über einem Jahr stand es in meinem Regal, weil mir die Quinn-Bücher einfach zu kitschig und vorhersehbar waren. Aber jetzt war der richtige Zeitpunkt – und dieses Buch ist auch einfach herrlich gewesen.

Die Figuren Grace und Jack sind natürlich auf den ersten Blick voneinander hingerissen. Grace ist die typische keusche Frau, die trotz einer guten gesellschaftlichen Stellung unter ihrem Stand als Gesellschafterin arbeitet. Dass Jack sie so begehrt, verunsichert sie.
Jack ist der typische Macho. Ehrenhaft aber frech, vorlaut aber ritterlich. Zum Dahinschmelzen (und natürlich attraktiv…).

Die Geschichte mit der alten Herzogin war sehr witzig und elegant geschrieben. Dass Grace teilweise so an ihre Grenzen gehen musste und die Situationen teilweise einfach absurd waren, las sich schnell und amüsant.

Dieses Buch, ein Ausreißer abseits der Bridgertons, kann man sagen, war eine unterhaltsame Lektüre für einen verregneten Abend. Quinn hat genau das geliefert, was ich erwartet habe: Eine Liebesgeschichte mit Witz, Tücken, sensiblen romantischen Szenen und einem Happy End (das für mich sogar etwas Neues bereithielt). Was will frau mehr?

Der Folgeband „Verführt von einer Lady“ macht übrigens sehr neugierig… es geht nämlich um eine Randfigur aus dem ersten Teil und ich bin sehr gespannt, wie Julia Quinn das verbindet.
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[Rezension] Verdis letzte Versuchung

Verdis letzte Versuchung – Lea Singer
Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann
Hardcover mit Schutzumschlag, 2013
ISBN 978-3-57058031-8
272 Seiten

19,99 €

Die letzten elf Jahre im Leben Guiseppe Verdis sind kein Zuckerschlecken. Er muss sich mit Neidern herumschlagen, neuen Herausforderungen stellen und seine eifersüchtige Frau ertragen. Dass er die junge Sängerin Teresa Stolz favorisiert, trägt nicht zur guten Stimmung bei.

Doch in den vergehenden Jahren lernt Verdis Frau, mit der anderen Frau umzugehen, denn Verdi braucht sie beide irgendwie. Und Verdi plagen ganz andere Probleme: Seine Aida wird nicht so aufgeführt, wie er es gerne hätte. Oder die Aufführungen verzögern sich durch Aufstände in Städten. Und seine Musik wird boykottiert, von ehemaligen Freunden, die ihm kein Glück gönnen.

Als ein guter Freund stirbt, kompiniert Verdi sein „Requiem“. Doch auch dieses macht ihm wenig Freude, denn zu allem Übel wird dieses nun mit Wagners Musik verglichen…

Nachdem mich „Vier Farben der Treue“ von Lea Singer sehr beeindruckt hat, obwohl ich nichtmal die Figuren genau kannte, wollte ich natürlich auch „Verdis letzte Versuchung“ lesen. Da Verdi sein Leben zu Beginn des Buches schon fast gelebt hat, muss man erst ein bisschen in die Lektüre reinkommen. Man lernt die vorkommenden Figuren nicht neu kennen, sondern erfährt Stück für Stück über die Freunde und Bekannte und Vorkommnisse.

Von Anfang an wird aus drei Perspektiven erzählt: Guiseppina, Guiseppe und Teresa berichten von ihren Erlebnissen, teilweise doppelt es sich, überwiegend aber nicht. Man muss also ganz genau aufpassen und sich erinnern, was vorher erzählt wurde.
Es war in gewisser Weise wieder beeindruckend, wie verschieden Lea Singer schreiben kann. In gewisser Weise merkt man, dass alles aus einer Feder stammt, aber die drei Protagonisten haben schon ihre Eigenarten. Ich weiß nicht, ob das das Markenzeichen von Singer ist, die Perspektiven zu wechseln, aber es war sehr gut zu lesen.
Lea Singer schreibt teilweise kantig, abstrakt, und doch weich und klar, was mich das Buch richtig genießen ließ. Man kann es gut zwischendurch unterbrechen, also habe ich mir Zeit mit dem Lesen gelassen.

Guiseppe Verdi. Quelle

Die Gestaltung dieses Buches hat mir auf den ersten Blick schon gefallen. Das eigentliche gebundene Buch zeigt feine Notenlinien, scheinbar eine originale Handschrift einer Partitur auf gelbem Grund. Umfasst wird das Buch aber noch von einer Schutzhülle, die allerdings recht durchsichtig ist, sodass das Cover, das ihr links oben sehen könnt, leicht die Noten durchschimmern lässt. Es sieht also schon sehr edel aus.

Obwohl man auch als Musiklaie sicher viel verstehen kann, da Verdis Beziehungsgeflecht nicht nur mit Musik zu tun hat, ist es als Musikkenner ein tolles Buch geworden. Verdi sinniert viel über seine Musik und natürlich über andere Komponisten, vor allem Wagner. Beim Lesen muss man Aida hören, und auch Wagner darf mal erklingen. Sonst versteht man einfach die Worte nicht richtig.

Ich weiß nicht, wie es wirklich gewesen ist und was Lea Singer alles hinzugedichtet oder erfunden hat. Mir hat das Buch gefallen und es war weder dick aufgetragen noch seltsam verdreht. Es war glaubwürdig und unterhaltsam. Volle Punktzahl.

★★★★★

Weitere Bücher von Lea Singer:
Vier Farben der Treue
Bücher bei dtv

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[Rezension] Die Tochter des Königs

Die Tochter des Königs – Barbara Erskine
Diana Verlag
Taschenbuch, Dezember 2012
800 Seiten

9,99

Es war eigentlich nur eine Schulabschlussfeier. Die junge Lehrerin Jess wollte dort Spaß haben, doch als sie aufwacht, weiß sie, sie wurde vergewaltigt!
Wer tut ihr sowas an? Ihr ehemaliger Schüler, den sie so weit gebracht hat? Oder ihr Ex-Freund William?
Aus Angst vor einem erneuten Angriff flieht Jess zu ihrer Schwester nach Wales. Steph wohnt dort einsam auf einem kleinen Cottage. Doch Steph ist ebenfalls geflohen, denn es spukt deutlich in den Zimmern. Jess lernt dort Glads und Togo kennen – zwei Geisterkinder. Zur Zeit der Romanisierung waren sie Kinder eines großen Keltenkönigs, der jedoch von Römern gefangen genommen wurde, ebenso wie ihre ältere Schwester Eigon und ihre Mutter.
Jess sieht die Kinder und auch Eigon nicht nur bei Nacht wie Schemen zwischen den Bäumen, sondern beginnt auch von Eigon zu träumen. Denn auch das keltische Mädchen wird von vergewaltigt. Doch als sich ihr Peiniger bewusst wird, dass er eine keltische Königin und deren Tochter geschändet hat, lebt Eigon in ständiger Gefahr. Niemand darf davon erfahren, denn es würde dem Keltenkönig das Herz brechen und Eigon in Lebensgefahr bringen!
Zweitausend Jahre später muss auch Jess ihren Schänder fürchten, denn dieser hat ebenso Angst vor der Wahrheit und verfolgt Jess ebenfalls nach Rom.
Doch Jess kann nicht weiter fliehen, solange sie nicht weiß, ob sie Eigon helfen kann oder muss…

Die Tochter des Königs“ ist ein Wälzer von 800 Seiten, der mich erstmal von der Dicke wenig ansprach. Letztlich nahm mich aber die Geschichte so stark gefangen, dass ich froh war, so viel über die Figuren lesen zu können.

Die Geschichte steigt direkt in der Nacht nach der Party ein. Jess träumt von den keltischen Kindern, die einsam sind und verzweifelt. Als sie erwacht, weiß sie nicht, was passiert ist.
Dann lernt man zunächst die Situation um Jess kennen, mit wem sie Umgang hat und was sie so macht. Darauf lernt man Steph kennen und die Spukräume, wo die Kinder umgehen.

Mir war zunächst nicht ganz klar, wie die Geschichten zueinander führen sollen. Es war klar, wo das Ende stattfindet, aber wie und wann war eindeutig nicht abzusehen.
Sehr gut fand ich, dass viele Dinge in dieser Geschichte nicht abzusehen waren. Nie hätte ich erwartet, dass Eigon in Rom den Apostel Petrus kennen lernt, und als ich darüber gelesen hatte, war ich ebenso beeindruckt wie Jess.

Besonders berührt hat mich der Wechsel Eigons zum Christentum. Noch immer war sie sehr verbunden mit ihren keltischen Göttern, und wollte ihre Eltern nicht enttäuschen. Aber dass sie dann die Lehren Petrus‘ ernst nahm, und sich sogar taufen ließ, war sehr eingehend. Man verfolgt als Leser gemeinsam mit Jess diesen schweren Weg, und als etwas dann Eigon Halt geben kann ist man gleichzeitig erleichtert und erfreut.

Sie empfand einen tiefen inneren Frieden. Was sie getan hatte, war kein Verrat an den Göttern ihrer Familie, sondern ein Zeichen, dass sie in einen größeren Kreis der Liebe, des Verständnisses und der Kraft eingetreten war, der sie den Rest ihres Lebens stützen würde.“ (S.498)

Der Handlungsfaden wird in einem sehr großen Bogen geworfen, aber geht einen sehr schönen Weg. Seit einiger Zeit finde ich historische Romane nicht sonderlich toll, aber dieser Roman war anders. Man erlebt in der Jetzt-Zeit mit Jess ihre Geschichte, und gleichzeitig erlebt man mit Jess, wie sie die Geschichte von Eigon erlebt. Auf eine sehr dezente Art erfährt man die historische Geschichte über Rom und die Kelten und die Zeit von Petrus. Die Autorin hat eine sehr geschickte Art gewählt, Eigons Weg zu erzählen. Die Geschichte ist an keiner Stelle langweilig, nirgendwo möchte man das Buch genervt zur Seite legen (obwohl ich mich oft über die fiesen Figuren geärgert habe…) oder hätte gerne eine kürzere Geschichte.
Zum Schluss hätte ich mir sogar noch mehr Seiten gewünscht, weil es einfach großartig war, wie die Fäden plötzlich alle ineinander liefen.

Wirklich wirklich sympathisch war mir, dass es zwar Liebesgeschichten gab, aber die alle sehr nebensächlich waren und keine vordergründige Rolle eingenommen haben. Sie waren wichtig, aber verdrängten nicht die eigentliche Reisegeschichte.

Weil mich das Buch mehrere Abende bis tief in die Nacht gefesselt hat und die Autorin mich nicht nur nach Wales holte, sondern bis ins tiefe Rom mitnahm, vergebe ich mit voller Überzeugung volle Punktzahl!

Weitere Romane der Autorin:
Das Lied der alten Steine
Der Fluch von Belheddon Hall
Die Königin des Feuers

2

[Rezension] Im Bett mit einem Highlander

Im Bett mit einem Highlander – Maya Banks
Cora Historical
Taschenbuch, Juni 2012

4,49 € (bei Cora erhältlich)
Auf Englisch

Versteckt in einem Kloster wartet Mairin auf den Einen. Der, der sich aus ihrer Angst holt und würdig ist, das Erbe des Königs anzutreten.
Denn Mairin ist eine Nachfahrin des schottischen Königs, der ihrem noch ungeborenen Kind das berüchtige Land Neamh Alain vererbt hat. Der Herrscher dieses Landes wäre unschlagbar!
Weil einige Lairds der schottischen Lande es auf dieses Land abgesehen haben, muss Mairin sich verstecken. Doch eines Tages wird sie entführt, vom schrecklichen Duncan Cameron, der um jeden Preis das Land haben will.
Mairin kann flüchten und wird vom ebenfalls entführten Crispen zu dessen Heimat geführt: dem Land der McCabes. Der Laird Ewan weiß zunächst nicht, wen er vor sich hat. Doch als er erfährt, dass Mairin nicht nur ein gewaltiges Erbe mit sich bringt, sondern auch seinen Clan durch ihre Mitgift retten könnte, will er sie sofort ehelichen. Ein kleines bisschen ist ihm die wilde Frau auch schon ans Herz gewachsen.

Doch kaum haben sie einander die Treue geschworen, da stehen auch schon die ersten Feinde vor der Mauer…

Im vergangenen Sommer bei der LoveLetterConvention durfte ich mir dieses Buch von Maya Banks persönlich signieren lassen. Auch in diesem Jahr ist die Autorin bei der Messe wieder dabei, und ich freue mich darauf, ihr von meiner Lesebegeisterung zu erzählen.

Mairin ist die klassische tapfere Frau. Schmerzen erduldet sie stoisch, erfüllt pflichtbewusst ihre Rolle als Frau des Lairds und begegnet allen mit Liebe und Güte. Selbst den harten Ewan wickelt sie damit um den Finger. Die Liebe zwischen den beiden entfacht leidenschaftlich und süß. Ihre Begegnungen zu verfolgen hat großen Spaß gemacht, denn aus der naiven, schüchternen Mairin wird die hungrige, wilde Laird-Frau.
Zwischendurch war es fast ein bisschen viel, was Mairin alles erdulden muss… aber irgendwie hat es gepasst. Es war eine ständige Bedrohung, und brauchte die ganzen Unfälle, um zum guten Ende zu führen.

Ewan McCabe ist dieser Held, der einen vor Sehnsucht niederknien lässt. Aufbrausend, wild, herrisch – aber liebevoll, verliebt und unglaublich sanft. Wenn er von seiner Frau spricht möchte man permanent aufseufzen. Maya Banks hat an diesen Stellen die Liebe so genau eingefangen, dass sie zwischen den Zeilen fast greifbar ist.

Die Perspektiven wechseln zwischen Mairin und Ewan, je nachdem, was für den Leser gerade wichtig ist.
Die Geschichte ist am Ende des Buches keineswegs ganz beendet. Es wird der Faden für den zweiten Band bereits aufgenommen, außerdem ist noch immer das Erbe nicht geklärt.
Und weil die Zeitspanne sehr klein ist, in der das Buch spielt, wachsen einem die Figuren sehr ans Herz. Wer also dieses Buch beginnt, sollte unbedingt schon Band 2 „Die Hure und der Krieger“ bereitlegen – es geht darin nahtlos weiter.

Für diesen großartigen Beginn der Geschichten über die McCabes (von denen es hoffentlich mehr als 3 geben wird!) kann ich nur 5 Sterne geben. Es war ein tolles Leservergnügen und ich finde, Maya Banks wurde bei Cora würdig eingefangen.

Die weiteren Bände:
Die Hure und der Krieger (McCabes)
Never Love a Highlander (McCabes)

Montgomery&Armstrongs
Never Seduce a Scot
Highlander most wanted
Highland ever after (erscheint im September)

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[Rezension] Mylady spielt gefährlich

Mylady spielt gefährlich – Elizabeth Hoyt
Mira Taschenbuch
Taschenbuch, 2. Auflage März 2011
396 Seiten

6,99 €

Lady Georgina wird auf ihre Ländereien gerufen. Seltsame Schafsmorde gehen bei den Bauern um, und sie hofft auf Hilfe durch ihren Verwalter Harry Pye. Doch dieser ist nicht nur ein sehr fähiger Verwalter. Er ist zudem äußerst attraktiv – und ebenso hingerissen von seiner Herrin wie sie von ihm.
Gemeinsam machen sie sich auf Spurensuche nach dem Mörder, und kommen sich dabei ein bisschen näher. George ist hingerissen von ihrem Begleitert und hadert mich sich, ob sie ihrem Verlangen nachgeben soll.
Harry zügelt sein Verlangen nur so lange, bis auch die Lady dem ihren nachgibt. Und wie erwartet ruft diese Affäre keine Freude in ihrem Umfeld hervor.
Ihre außerstandesgemäße Liebelei bleibt nicht ohne Folgen…

Mylady spielt gefährlich“ beginnt plötzlich und unerwartet. Auf der ersten Seite wird man in die Handlung geworfen und muss sich zurechtfinden. Ich habe mehrere Seite gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass George Lady Georgina ist! Sie ärgert sich im ganzen Buch über ihren Namen – zu recht, wie ich finde. Wie kann man nur einen Männernamen für so eine hübsche Frau benutzen?

Die Leidenschaft zwischen Harry und George prickelt von ihrer ersten Begegnung an heftig. Natürlich geraten sie in einen Regen und müssen sich aus den nassen Klamotten pellen, und können sich nur notdürftig verhüllen.
Ich fand schön, dass die beiden nicht sofort ihrer Lust nachgeben, sondern tatsächlich erst einmal nachdenken. Sehr angenehm! So konnte man sich mit beiden ein wenig anfreunden und war selber ganz angespannt, dass sie sich jetzt bitte mal küssen sollten.

Die Sichtweise war abwechseln aus Harrys und aus Georges Sicht. Somit hat man auch unterschiedliche Blickwinkel der Geschichte gesehen. Der Wechsel war allerdings nicht abrupt oder vorschnell, sondern immer nachvollziehbar.

Wie es bei einem Alpha-Helden ist, ist Harry natürlich erfahren mit dem weiblichen Geschlecht, weiß im Akt genau die richtigen Knöpfe zu drücken und ist einfach ein toller Mann, den frau lieben muss! Es ist einfach wunderschön zu lesen, wenn der Mann die Frau so sinnlich begehrt, und richtig zu händeln weiß *seufz*

Ihr lest, mir hat das Buch wieder gefallen. Wie sollte es auch anders sein. Ich könnte meckern, WIE die beiden sich immer geliebt haben, aber irgendwie passt es auch wieder. So ganz unschön war es ja nicht – und die Beschreibungen fand ich super dezent diesmal. George entdeckt nicht den Spaß am Sex und ist sofort hemmungslos, sondern lernt den männlichen Körper langsam kennen.

Wunderbar war natürlich die Schlussszene in der Kirche – aber die verrate ich natürlich nicht 😉

Ein rundherum angenehmer Roman, der mich wieder in die viktorianische Zeit entführt, sehr angenehm zu lesen war und mich erneut von Elizabeth Hoyts Büchern schwärmen lässt. Volle Punktzahl!

★★★★

Weitere Romane der Autorin:
Mein sündiger Engel (zur Rezension)
Wild wie mein Verlangen

sowie Kurzgeschichten bei Cora.

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[Rezension] Lord Stonevilles Geheimnis

Lord Stonevilles Geheimnis – Sabrina Jeffries
Egmont Lyx
Übersetzt von Antje Görnig
Taschenbuch Mai 2012
394 Seiten

9,99

Was macht ein Lord, der vom Geld der Großmutter abhängig ist, jede Dirne beim Vornamen kennt und plötzlich zum Heiraten gezwungen werden soll? Richtig: Er spielt seiner Großmutter eine Verlobung vor.
Oliver, Lord Stoneville, lebt ganz glücklich als Junggeselle, bis seine Großmutter ihn und seine vier Geschwister zum heiraten zwingen will. Sonst dreht sie allen den Geldhahn zu. Denn die alte Dame wünscht sich nichts sehnlicher als gesetzte Enkelkinder – und Urenkelkinder!
Doch so leicht will es ihr Oliver nicht machen. In einem Bordell lernt er die Amerikanerin Maria kennen, die ihm wie geschaffen scheint für das Unterfangen. Sie ist nicht nur aufmüpfig, sondern auch noch katholisch und ihr Vater kämpfte einst gegen die Amerikaner im Unabhängigkeitskrieg. Die perfekte Mischung also, welche die Großmutter dazu bringen soll, von ihren Forderungen Abstand zu nehmen.

Doch Hetty Plumtree, seine Großmutter, findet die angebliche Verlobte gar nicht so schlimm. Sie merkt nämlich weit vor den jungen Leuten, dass sich da etwas anbahnt.
Doch auch Oliver stellt zunehmend fest, wie schön es mit Maria ist. Er begehrt sie körperlich – aber findet auch Gefallen an ihrem Lächeln, ihrem Lachen, ihrer Anwesenheit. Dass seine Geschwister ebenso einen fiesen Plan ausgeheckt haben, geht ihm gegen den Strich.

Am liebsten würde er Maria heiraten… wenn er nicht ein eingeschweißter Junggeselle wäre – und Maria nicht schon verlobt!

„Lord Stonevilles Geheimnis“ ist einer der Romane aus der neuen „Romantic History“ Serie von Egmont Lyx. Neben „Kein Lord wie jeder andere“ und „Rühr nicht an mein dunkles Herz“ sind die Geschichten alle sehr ähnlich. Aber ach, wie liebe ich sie, diese wunderbar vorhersehbaren Geschichten. Mann trifft Frau, braucht sie nur zum Schein, sie verlieben sich, alles ist kompliziert und am Ende doch alles gut.
Auch wenn man schon bei der ersten Begegnung zwischen ihm und ihr weiß, wie es ausgeht (und diese Enthüllung den Protagonisten meist bis zur letzten Seite verborgen bleibt), ist die Geschichten dennoch so schön!

Von MIRA kenne ich ja auch schon die Schmonzetten, die verlängerte Groschenromane vom Kiosk sind. Aber Lyx hat sich da nochmal extra viel Mühe gegeben, und wirklich wunderschöne Cover entworfen (nicht immer die klassischen Nackenbeißer oder halbnackten Männer+schmachtender Frau). Fast alle Cover zeigen Frauen in Kleider aus der Epoche.

Lord Stoneville ist auch wieder der klassische Weiberheld. Bisher nur in Bordellen und Kneipen beheimatet muss er nun rechtschaffend und galant sein. Das interessante war dieser Gewissenskonflikt, in den er durch Maria gestürzt wird.
Sie weiß nämlich, mit wem sie es zu tun hat. Und wie das in dieser Art Geschichten so ist, hat sie die Hoffnung, dass er sich noch ändern kann – weil er eigentlich ein anderer ist.

Wirklich gut fand ich diesmal, dass Maria nicht so eine keusche, prüde Tussi war. Es gibt ja auch diese Gesichten (wie „Mein sündiger Engel„), in denen die Frau ahnungslos ist, was zwischen ihr und einem Mann passieren wird. Und dann ist sie überrascht, schockiert und verwirrt. Maria dagegen wollte wissen, was passiert. Sie ist erregt und gibt sich Oliver hin. Dabei hat sie noch die wichtigen gesellschaftlichen Zwänge im Kopf („wenn er mich entjungfert, muss er mich heiraten“), aber eher nebensächlich.
DAS tat mal gut.

Für diese tolle neue Reihe bei Lyx habe ich mich ja schon Anfang des Jahres begeistert. Deswegen kann ich ja jetzt nicht anders, als volle Punktzahl zu vergeben.
Die Geschichten hab ich schnell weggelesen und freue mich auf die anderen Bände! Bitte mehr davon 🙂

3

[Rezension] Wie bezaubert man einen Viscount?

Wie bezaubert man einen Viscount? – Julia Quinn

Band 2 der Bridgerton-Reihe
ISBN 978-3-89941-538-4
Mira Taschenbuch
384 Seiten

6,95 €

Kate Sheffield ist bereits 21 Jahre alt, als sie in die Gesellschaft eingeführt wird. Gemeinsam mit ihrer 17-jährigen Schwester Edwina verbringt sie ihre erste Saison in London. Und wie erwartet ist die hübsche Edwina der Männerschwarm. Die ältere Kate dagegen möchte lieber gar nicht heiraten, und nur einen geeigneten Ehemann für ihre Schwester finden.
Der Viscount Anthony, Erbe der Familie Bridgerton, schein ein durch und durch unpassender Kandidat. Kate setzt alles daran, dass Anthony möglichst wenig Gelegenheit erhält, um Edwina zu werben. Und dabei stellt sie fest, dass sie doch gerne selbst die Liebe finden möchte…

Wie verzaubert man einen Viscount“ war der erste Band der Bridgerton-Reihe, den ich gelesen habe. Erwartungsgemäß gefiel mir der Roman von Anfang an, die wunderschöne Szenerie, die Ausdrucksweise, dieses romantische Flair.

Kate Sheffield ist die klassische Protagonistin, die selbstsicher und stark durchs Leben geht. Sie denkt wenig an sich – bis sie dem Mann ihres Lebens begegnet. Sofort ist sie nur noch eine Frau, was mir sehr sympathisch war.

Obwohl ich glaubte zu wissen, wie es ausgeht, war der Weg dorthin natürlich unklar. An welcher Stelle würde die Liebe Oberhand nehmen? Wie lange stehen sich die beiden Protagonisten im Weg?
Dann kam die überraschende Wendung (auf die ich doch gewartet hatte). Und sie war wunderbar ausgedacht!

Die Schreibweise ist leicht, der Epoche angemessen und flüssig zu lesen. Julia Quinn hat nicht nur ihrer Inhalte wegen einen so durchschlagenden Erfolg!

Ein Lob an Julia Quinn für so viel Einfallsreichtum, und ein Lob an den MIRA Verlag für die Übersetzung. Ich habe bereits drei weitere Romane von Julia Quinn im Regal stehen, auf die ich mich sehr sehr freue!

Volle Punktzahl für den historischen Frauenroman! Lang leben die Bridgertons 🙂

Die Bridgerton-Reihe bei MIRA:

  • Wie erobert man einen Herzog? (The Duke and I) (Daphne Bridgerton) , 2000
  • Wie bezaubert man einen Viscount? (The Viscount Who Loved Me) (Anthony Bridgerton) , 2000
  • Wie verführt man einen Lord? (An Offer From A Gentleman) (Benedict Bridgerton) , 2001
  • Wer ist Lady Whistledown? / Penelopes pikantes Geheimnis (Romancing Mr. Bridgerton) (Colin Bridgerton) , 2002
  • In Liebe, Ihre Eloise (To Sir Phillip, With Love) (Eloise Bridgerton) , 2003
  • Ein hinreißend verruchter Gentleman (When He Was Wicked) (Francesca Bridgerton) , 2004
  • Mitternachtsdiamanten (It’s In His Kiss) (Hyacinth Bridgerton) , 2005
  • Hochzeitsglocken für Lady Lucy (On the Way to the Wedding) (Gregory Bridgerton) , 2006

Eine schöne Rezension auch bei Zwillingsleiden.Oder bei Catbooks.