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[Rezension] Die Wunschmaschine Im Zeichen der grünen Sonne

Die Wunschmaschine: Im Zeichen der grünen Sonne – Alexander Rothe
Baumhaus, Bastei Lübbe
Hardcover, Herbst 2012
332 Seiten

14,99

Die Nachbarskinder Pit, Alex, Möhre und Tom mögen sich eigentlich nicht besonders. Schon gar nicht in diesem heißen Sommer, und die Geschwister Alex und Möhre wollten beleibe nichts zusammen unternehmen! Doch bei einer Rauferei im Innenhof ihres Hauses entdecken sie eine geheime Tür, die sie zur Lagerhalle des seltsamen Professor Aurelius Grünspan, der Maschinen sammelt, die nutzlos sind. Zwischen all den wundersamen Apparaten finden die Kinder aber einen seltsamen Kasten, der sie zum Schiff Kah führt. Die Kah hat eine Aufgabe für die Kinder: Vor langer, langer Zeit haben Kinder einer Insel eine Wunschmaschine gefunden, die allerdings von den Erwachsenen gestohlen und auseinander genommen wurde. Nun sollen Pit, Möhre, Alex und Tom die einzelnen Teile wiederfinden. Und ihre Reise geht zuerst nach Kairo…

Vom Autor angesprochen war ich sehr neugierig auf das Buch „Die Wunschmaschine“. Sobald ich das Päckchen in den Händen hatte, fing ich an zu lesen – und fand schon den Anfang brüllend komisch! Der Prolog ist aus der Sicht eines Sterns geschrieben, der durchs All zur Erde rast. Bis auf den Innenhof, wo Tom sich langweilt und in der Hitze schwitzt. Dieser Fade-In hatte schon etwas 🙂
Nacheinander werden dann die vier Kinder vorgestellt, was ich sehr angenehm fand, weil man jedes Kind für sich kennen gelernt hat.

Die Überleitungen und Erklärungen sind sehr kindgerecht und niedlich geschrieben. Bei jeder neuen Szene war ich beeindruckt durch die Ideenvielfalt und die Kreativität des Autors. Manchmal ist die Sprache ein bisschen derb, aber an vielen Stellen wird Interessantes und Neues erklärt. Besonders durch die Figur der Pit erfährt man viel, auch wenn es sie nur klug und nervig darstellen soll. Aber genau dadurch lernt man sehr viel – auch über sozialen Umgang und Mut und Freundschaft.
Das Lesen ging sehr schnell (zumindest bei mir), aber die etwas jüngeren Leser dürften einige tolle Lesestunden damit haben.

Die Kinder sind genau ihrem Alter entsprechend. Möhre ist manchmal ein bisschen reifer, Alex dagegen etwas kindischer und alberner. Tom entdeckt seine Hormone und Pit wächst etwas über sich hinaus. Dabei werden sie aber in keine Kostüme gesteckt, die ihnen nicht passen. Nein, sie sind bloß Kinder, handeln so und bringen sich dadurch ganz normal in Schwierigkeiten… aber auch wieder hinaus.

Am Ende gibt es ein Rezept, das während der Fahrt auf der Kah erwähnt wird. Auch dieses ist kindgerecht geschrieben und läd zum Nachkochen ein!

Sehr schön, wenn auch mit eigenwilliger Art, fand ich die Zeichnungen zwischendurch. Der Autor hat sie selbst gemalt, und somit den Figuren ein Gesicht gegeben. Es ist allerdings eine Frage des Geschmacks, ob man knollennasige Figuren mag, aber Charme hat es auf jeden Fall 😉

Insgesamt fand ich die Story sehr unterhaltsam, und freue mich auch auf die weiteren Abenteuer. Die Kinder auf der Kah haben das Potential, mit ihrer Lesergeneration älter zu werden. Ich drücke Herrn Rothe die Daumen, dass ihm auch noch viele weitere Bücher in der Art gelingen!
Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sternen!

Ein bisschen schade, dass die im Buch angekündigte Website die-wunschmaschine.de noch nicht viel Inhalt hat 😉

Lest in den kommenden Tagen auch ein Interview mit dem Autor!

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[Rezension] Der Klang des Pianos

 Der Klang des Pianos – Elisabeth Büchle
Gerth Medien Verlag
Hardcover, Februar 2012
445 Seiten

16,99 €

Inhaltsangabe des Verlags:
Freiburg, 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic. In Irland trifft er auch die bezaubernde Norah wieder, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt.

Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft …

Der Klang des Pianos“ versprach ein gelungener Roman über die Titanic zu werden. Doch  zunächt lernt man erstmal Richard kennen, dann Norah, dann die zart keimende Liebesgeschichte, dann Irland und Norahs Familie und endlich dann die Titanic. Und die ist nur Nebenschauplatz… ein ganz kleiner.

Die Inhaltsangabe ist etwas irreführend. Bis Richard das Piano auf die Titanic bringt, vergeht einige Zeit.
Die Hauptgeschichte in Irland, wo Norah sich von einer Schwierigkeit in die nächste stürzt. Wir erfahren beim Lesen sehr viel über die Titanic, auch über die letzten Minuten, aber so richtig in Stimmung kam ich nicht dabei. Wir erfahren zumindest schöne Details. Bauskizzen werden besprochen, der Bauch wird besucht und die unterschiedlichen Klassendecks besichtigt. Richard sieht das Schiff natürlich anders als Norah.
Die Handung wurde mir dafür immer wieder zu sehr unterbrochen.
Norah ist impulsiv, lebenslustig und spontan. Ihr erster Besuch in Deutschland verändert bereits bahnbrechend Richards Leben.

Dann verschwindet Richard, aus dessen Perspektive bisher rund die Hälfte der Geschichte war, plötzlich, und die Perspektiven springen zu anderen Charaktären. Bereits bei „Das Meisterstück“ habe ich das bemängelt, und ich kann zwar verstehen wenn die Autorin ihr Augenmerk auf etwas anderes legen möchte. Aber plötzlich die Nebencharaktäre zu Hauptcharaktären zu machen und ihre Sicht der Dinge einzufangen finde ich selbst nicht ansprechend.

Die Schreibart der Autorin ist wirklich schön, das muss ich sagen. Sie schreibt flüssig, ansprechend und ruhig. Keine gewagten Kürzel, keine seltsame Sprache oder Ausdrucksweise und eine gute Überlegung der Formulierungen.

Die Dicke des Romans ist etwas abschreckend. Einige Szenen und zum Beispiel die Figur der reichen, verzogenen Frau und ihr Leben hätte ich vielleicht ausgespart.

Ich vergebe nur 3 von 5 Sternen. Eine romantische Liebesgeschichte ist für mich etwas tiefgehender – und ohne zwei weitere große Nebengeschichten, die einen unkonzentrierten Lesefluss hervorriefen.

Anmerkung zur Rezension:
Es tut mir sehr leid, weil ich weiß, wie viel Arbeit die Autorin mit der Geschichte hatte, und dass sie in jede Geschichte ihr Herzblut steckt. Ich werde mir auch andere Bücher noch holen, um die Schreibentwicklung zu vergleichen. Allerdings ist mein Eindruck immer subjektiv, und ich schreibe dennoch eine Rezension, damit vielleicht jemand anderes denkt „hey, genau soetwas habe ich gesucht“ und sich auf das Buch anders freut!

Weitere Werke der Autorin:
Goldsommer
Das Mädchen aus Herrnhut
Wohin der Wind uns trägt
Im Herzen die Freiheit

Weitere in Vorbereitung.

2

[Rezension] Erzähl mir von der Liebe

Erzähl mir von der Liebe – Beate Teresa Hanika
S. Fischer Verlag
Hardcover, Juli 2010
160 Seiten

14,95 €

 Aus einem Dorf kommt Leni als junges Mädchen nach Berlin. Sie wird von einer Modelagentur betreut und hofft auf die ganz große Karriere. Ein paar Jahre später ist sie Profi in dem Buisness und nimmt es leicht, ebenso wie ihre Kolleginnen Hannah und Kennedy.
Bis in die Nacht wird gefeiert, getrunken und die Jobs vergessen.

Wer in Berlin hängen bleibt, kann die große Modelwelt so gut wie vergessen.
Und Leni wünscht sich nichts mehr, als die große Liebe. Denn das ist etwas, das sie bisher erfolgreich von sich fernhalten konnte…

„Erzähl mir von der Liebe“ ist ein Roman aus Berlin, der nicht schon zwei Jahre alt sein muss. Ganz im Gegenteil. Vermutlich ist das Modelgeschäft noch immer so.
Das Buch hat nicht viele Seiten, dementsprechend kann ich nicht viel darüber schreiben.
Leni ist sehr nachdenklich und erinnert sich viel. Diese Rückblicke erzählen zwar viel von der Vergangenheit, aber verwirren auch hin und wieder in der Handlung.

Die Geschichte ist sehr intim, im Nachwort wird verraten, dass auch Beate Teresa Hanika als Model gearbeitet hat. Das macht das Buch persönlich, und hinterlässt noch einen tieferen Eindruck.

Insgesamt habe ich mich aber nicht so wiederfinden können (leider leiden zZ viele Bücher darunter 😦 ) und bin nicht mit so einem guten Gefühl aus der Geschichte aufgetaucht. Die Schreibweise ist sehr seicht und irgendwie zu locker, dass  ich immer wieder zu einem anderen Buch greifen musste.

Ich vergebe 3 Sterne für ein Buch voll Gefühl, Liebe und Reife.

★★☆

Weitere Romane der Autorin:
Rotkäppchen muss weinen
Nirgendwo in Berlin 
Dark Angel’s Summer (gemeinsam mit ihrer Schwester unter den Pseudonymen Kristy und Tabita Lee Spencer)
Dark Angel’s Fall (erscheint im Herbst)

4

[Rezension] MÈTO Das Haus

Méto Das Haus – Yves Grevet
dtv, Reihe Hanser
Übersetzt von Stephanie Singh
Hardcover
224 Seiten

14,95 €

Auf einer Insel liegt ein Haus, in dem Jungen aus vier Alterstufen leben, lernen und trainieren. Sie wissen nicht, woher sie kommen, wann ihre Zeit im Haus vorbei ist und wofür sie überhaupt lernen.
Méto ist einer der Ältesten, und nachdem einer seiner Freunde eines morgens abgeholt wird, weil er zu groß wurde, soll er einen neuen Mitbewohner betreuen.
 Crassus lernt schnell, doch macht auch noch Fehler. Weil Méto für den Jungen in der Anfangszeit verantwortlich ist, muss er auch für dessen Taten einstehen. Vier Tage lang muss er in einem eiskalten Raum verbringen.
Der dort lebenden Romulus erzählt Méto, dass das Leben nach dem Haus nicht schön wird. Méto möchte unbedingt mehr erfahren und stellt fest, dass er nicht der einzige ist, dem es so geht.
Aber die Cesaren, welche die Oberauchsicht führen, überwachen alles. Meist mit Hilfe von Spionen…

Schaut auch den Buchtrailer an, der noch ein bisschen mehr erzählt:

„Méto“ ist für mich seit langem mal wieder ein Roman, der aus dem Französischen kommt. Und von der ersten Seite an ist das Buch spannend.
Gemeinsam mit Méto und seinem Schützling Crassus lernen wir zu Beginn das Haus mit dem Programm, den Vorgehensweisen und Strafen kennen. Diese Einführung fand ich sehr schön, so lernte man die Bewohner kennen.
Bis ziemlich zum Ende musste ich mir immer wieder das System in Erinnerung rufen, nachdem die Jahrgänge geordnet wurden. Zwischenzeitlich ist es also etwas kompliziert, aber man findet sich dennoch gut durch das Buch.

Die Sprache war wirklich einfach. Die Sätze sind sehr flüssig, es gibt keine unnötigen Schnörkel und die Infos kommen dann wenn man sie braucht. Das Buch hat mich in einem Rutsch gepackt – es kann sicher auch langsamer gelesen werden, aber für mich flog es nur so hin.

Achtung Spoiler:

 Mein klitzekleiner Kritikpunkt ist , dass man so GAR nichts von der Insel mitbekommt. Méto geht einmal auf den Turm und blickt weiter, aber sonst erlebt man nur das Haus von innen. Ich hätte mir wenigstens eine Beschreibung (mehr als die Karte) gewünscht. So wird die Spannung auf das nächste Buch noch mehr gesteigert, klar. Aber etwas mehr hätte nicht geschadet.

Spoiler Ende.

Zur Aufmachung des Buches muss ich dem Verlag mein volles Lob aussprechen. Bei Lovelybooks sagte einer, dass das Buch an eine VHS-Hülle erinnert. Schwarzer Buchschnitt, schwarzweiße Zeichnungen und diese schwarzweiße Schlichtheit gaben dem Lesen noch ein besonderes Flair. Die Schrift war etwas größer als ich gewohnt bin, wodurch ich noch ein bisschen schneller lesen konnte.

Der Roman war packend, aufreibend und macht Verlangen nach mehr. Zum Glück erscheint im Oktober schon der zweite Band, denn die Geschichte von Méto hat gerade erst angefangen!
Weil mir der entscheidende Kick aber gefehlt hat, vergebe ich nur 4 Sterne.

★★★★☆

Dieses Buch wurde gelesen im Rahmen der Lovelybooks Leserunde
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[Rezension] Starters

Starters – Lissa Price
März 2012
IVI, gebundene Ausgabe
400 Seiten

15,99 €

Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Nach dem letzten Weltkrieg ist die Welt nicht mehr, wie sie einst war. Im letzen Zuge wurden giftige Sporen abgeworfen, von denen ein Großteil der Bevölkerung verstarb – vorrangig Erwachsene. Nur Senioren und Kinder blieben übrig, und eine spezielle Impfung ermöglicht es nun Jugendlichen Erwachsen zu werden.
Doch durch den Tod so vieler Erwachsener sind unzählige Kinder zu Waisen geworden. Häuser und Grundstücke gingen in den Besitz der Stadt, die nun von alternden „Enders“ beherrscht wird. Dank medizinischer Unterstützungen werden Menschen weit über 200 Jahre alt.
Die Jugendlichen, die sich ohne Eltern durchbringen müssen, besetzen leerstehende Häuser, so lange sie können. Doch Marshals sammeln diese verwaisten Kinder ein.

Callie und ihr Bruder Tyler sind ebenfalls ohne ihre Eltern unterwegs. Da Tyler jedoch Medikamente braucht, lässt sich Callie auf einen Vertrag mit Prime Destinations ein. Für einen vorgegebenen Zeitraum bucht ein „Ender“ ihren Körper.
Doch bei der dritten Buchung erwacht Callie aus dem Tiefschlaf und weiß zunächst nicht wo sie ist. Scheinbar ist die Verbindung zur Kundin unterbrochen. Bevor Callie aber die Body Bank aufsuchen kann warnt sie eine innere Stimme…

Starters“ ist eine der wenigen Dystopien, in der keine Zombies oder verwirrte blutrünstige Menschen vorkommen. Nur natürlich der Konflikt zwischen den Überlebenden.
Lissa Price setzt wie viele andere weite medizinische Kenntnis voraus (womit aber dennoch das Bevölkerungssterben nicht verhindert werden konnte) und hohe technische Fortschritte.

Callie ist ihrer Situation angepasst. Ohne Eltern muss sie die starke Frau sein, sich um ihren Bruder kümmern. Und dabei wird sie gerade erst erwachsen, erlebt die zaghafte erste Liebe und das Leben.
Die Chance, die sich ihr durch ihre Kundin bietet, nimmt sie wahr. Jedoch nicht aus Egoismus, wie ihr vorgeworfen wird, sondern aus purem Überlebenswillen – und aus Angst um ihren Bruder.

Der Schreibstil war sehr dynamisch. Keine schweren Worte oder komplizierte Sätze verlangsamen das Lesen, man wird nur durch die Geschichte getrieben. Das Lesen fiel mir endlich mal wieder sehr leicht, obwohl ich den Anfang etwas holprig fand.
Die Geschichte steigt mit Callies erstem Besuch in der Body Bank ein – für einen Film vermutlich eine gelungene Szene, aber die ganzen großen Infos kamen mir etwas zu spät.

Die Idee, dass man sich Körper ausleiht um wieder jung zu sein, war grandios. Es erinnerte mich ein wenig an den Film mit Bruce Willis (wie hieß der nochmal…), bei der er sich einen perfekten Körper aussuchen konnte. Das war aber eine Maschine, im Gegensatz zu Callie, die ihren eigenen Geist aufgibt.
So ganz nachvollziehen, warum dieses Buch das höchstgehandelte Debüt im englischsprachigen Raum sein sollte, kann ich allerdings nicht. So sehr sticht weder die Idee noch das Thema noch die Autorin heraus.
Aber mir soll es recht sein, was die damit machen 🙂

Insgesamt hat mich das Buch aber sehr überzeugt. Tolle Charaktäre, eine tolle Umgebung/Szenerie und eine super Geschichte machten das Lesen zum Vergnügen.
Ich vergebe 5 Sterne für diesen tollen, originellen Auftakt. Nur ungeduldig warte ich auf Band 2: „Enders“ (erscheint 2013).

                                                           ★★★★★

Schaut auch das Interview mit Lissa Price an.

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[Rezension] Silberlicht

Silberlicht – Laura Whitcomb
März 2011
Übersetzt von Sabine Thile.
Pan Verlag
Gebundene Ausgabe
 320 Seiten

14,99 €
(TB 8,99 €, 1. Juni 2012

Eines Tages war Helen tot. Wie genau das passiert ist, weiß sie nicht mehr. Nur irgendwas hält sie in einer Hölle aus kaltem, schlammigen Wasser fest.
Bis sie eine klare, wunderschöne Stimme hört, an der sie sich festklammern kann.
Und seit diesem Tag spukt die tote Helen als unsichtbarer Geis an der Seite von Poeten. Zuerst bei einer Frau, dann bei mehreren Männern.
Zuletzt begleitet Helen Mr. Brown, der an einer Schule Englisch unterrichtet. Und dann geschieht das Unfassbare: Ein junger Mann lächelt Helen an!

Helen ist außer sich. Keiner kann sie sehen! Wie konnte der Junge sie ansehen? Das musste Zufall sein!
Doch James, der junge Mann, ist kein Zufall. Er ist eine spukende Seele, wie Helen, der sich einen Menschenkörper genommen hat.

Zwischen ihnen entbrennt die Liebe, und Helen wünscht sich nicht sehnlicher, als ihren James berühren zu können. Dafür muss sie sich ebenfalls einen Körper suchen.
Das Mädchen, in dessen Leben Helen sich schließlich einklinkt, ist jedoch nicht ohne Grund so willensschwach geworden…

Silberlich“ besticht in allererster Linie mit dem Cover. Obwohl es Silberlicht heißt, überwiegt ein goldener Schimmer. Die leicht raue Oberfläche fühlt sich ganz verzaubert an, und im Leselampenlicht schimmert der Umschlag verführerisch. Die Ornamente in Gold lassen den Frauenkopf (den ich erst jetzt sehe ^^) im Hintergrund durchscheinend und unwirklich glänzen.
Genau wie der Umschlag ist auch die Geschichte. Federleicht, glänzend und verschlungen flog der Inhalt vor meinen Augen nur so dahin. Ich kenne die Geschichte in der Originalsprache nicht – deswegen hat die Übersetzerin hier für mich ganze Arbeit geleistet! So wunderbar flüssig und verträumt geschrieben war das Buch sehr angenehm zu lesen.

Helen erzählt aus ihrer Perspektive, und man weiß nur soviel wie sie weiß. Dass sie rückblickend erzählt, lassen einige Kommentare wie „das hätte ich besser nicht getan“ erahnen.

Die Familien, in die James und Helen hineingeraten sind offensichtlich sehr liebevoll gestaltet (bzw.fies ^^). Laura Whitcomb muss sich etwas überlegt haben, dass die verschreckte, unter Höllenqualen leidende Helen ausgerechnet in einer streng christlichen Familie landet.
Die Abschlussszenen, die die letzten Minuten des jungen Pärchens zeigen, ist sehr schön geschrieben.

Obwohl ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Buch war, störte mich ein wenig die Oberflächlichkeit. Helen und James treffen sich und ZACK lieben sie sich. Wahre Liebe hin oder her, an dieser Stelle ging es mir zu schnell. Auch nölt Helen ziemlich viel rum, und hat ihr Leben herzlich wenig im Griff.
Im Vergleich mit der „Mercy“-Reihe von Rebecca Lim, die ich gerade gelesen habe, schwächelt „Silberlicht“ für mich, deswegen gibt es nur vier von fünf Sternen.

★★☆
3

[Rezension] Wie ein Flügelschlag

Wie ein Flügelschlag – Jutta Wilke
Coppenrath
1. Auflage Januar 2012
gebunden
282 Seiten

14,95 €

Inhaltsangabe des Verlages:
Ein Stipendium an einem der renommiertesten Sportinternate! Für die sechzehnjährige Jana geht damit ein großer Traum in Erfüllung. Bis sie eines Tages ihre Freundin Melanie leblos im Schwimmbecken findet und sich alles in einen Albtraum verwandelt. Jana will nicht glauben, dass Mel an plötzlichem Herzversagen gestorben ist. Aber egal, an wen sie sich wendet, überall stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Schließlich versucht sie, auf eigene Faust herauszufinden, was hinter den Machenschaften im Internat steckt, und kommt zusammen mit Mels Bruder Mika der schrecklichen Wahrheit auf die Spur … 

Jutta Wilke ist kein Neuling im Jugendbuchbereich. Schon vor „Holundermond“, ihrem Vorgängerjugendbuch, hat sie Lernhilfen und Kinderbücher geschrieben. „Wie ein Flügelschlag“ ist ihr aktuelles Jugendbuch – und das hat es in sich.
Auf den ersten Seiten wird Jana kurz vorgestellt, dass sie sportlich ist und auf jemanden sauer. Melanie, ihre Freundin, wollte mit ihr sprechen.
Der Prolog endet mit dem Tod Melanies, die im Schwimmbad leblos gefunden wurde.
Die folgende Handlung ist packend und spannend. Mehrere Verdächtige kommen vor und in kurzen Zwischensequenzen kommt der Mörder auch zur Wort – man weiß aber wirklich bis zum Schluss nicht, wer es ist.

Die Sichtweise liegt wie gesagt überwiegend bei Jana. Dadurch weiß man auch nicht mehr als sie, und das war stellenweise sehr nervenaufreibend. Genauso wie die Protagonistin wusste man, dass die Lösung einem vor der Nase lag, es fehlte nur ein entscheidender Hinweis.

Jutta Wilke schreibt toll! Das Buch ließ sich in einem Rutsch durchlesen, und ich werde sicher noch mehr von ihr lesen (Holundermond, zum Beispiel 😉 ). Ihre Schreibweise ist angenehm, die Idee war super, und das Buch konnte mich auf und von der Fahrt nach Leipzig gut unterhalten. Schön finde ich auch, dass das Buch Hardcover ist, und einen tollen Schutzumschlag hat. Mal eine Abwechslung zum Taschenbuch.
Ich vergebe 5 Sterne. 🙂

★★★★