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[Rezension] Wie ich mit meiner Oma Onlinedating machte

Wie ich mit meiner Oma Onlinedating machte und die große Liebe fand – Kayli Stollak
Goldmann
Taschenbuch, Juli 2014
ISBN 978-3-44217435-5
256 Seiten

8,99 € 

Kayli hat die Liebe ihres Lebens verloren. Zumindest fühlt es sich mit 24 nach der ersten längeren Beziehung so an.
 Um sich aus dem emotionalen Tief zu retten schließt sie mit ihrer Oma einen Pakt: Mr. Right lässt sich nur finden, wenn Frau weiß, was sie will. Das wollen Kayli und ihre Großmutter über das Online-Dating herausfinden…

Dieses Buch ist wirklich zauberhaft. Zunächst war ich etwas befremdet von der Geschichte, obwohl mich der Titel von Beginn an sehr angesprochen hat. Mir war nicht ganz klar, ob die Autorin sich nun eine Geschichte ausgedacht hat oder ihre wirkliche Geschichte erzählt.

Scheinbar ist ein Großteil des Buches wirklich so passiert, was die Geschichten umso witziger macht. Tatsächlich fand ich die Autorin zwar etwas naiv aber sehr sympathisch. Sie vertrat voll meine Meinung (obwohl ich eher unabsichtlich Online-Dating gemacht habe…)

Die Oma mochte ich auch sehr gerne, vor allem ihre Entwicklung. Wer wünscht sich nicht so eine toughe Dame an der Seite, die einen abfeuert aber auch auffängt.

Der Sprachstil, bei mir natürlich in der Übersetzung, war angenehm und die Geschichten damit sehr gut zu lesen. Durch die angenehme Kürze ist das Buch optimal für einen gemütlichen Nachmittag.

Von mir erhält die abgedrehte Geschichte über das Suchen und Finden der Liebe volle Punktzahl.

★★★
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[Rezension] Sternenzauber

Sternenzauber – Christina Jones
Goldmann
Taschenbuch, Oktober 2009
ISBN 978-3-44247056-3
384 Seiten

Nur noch als E-Book erhältlich für 6,99 € (ISBN 978-3-64103206-7)
   
Clemmie Coddle hat nicht viel Glück in ihrem Leben bisher, zumindest im Bereich Beruf und Familie. Sie hat sehr gute Freundinnen und ein Hobby, aber damit verdient man weder Geld noch angelt man damit einen Mann.
Und eines Tages weiß Clemmie, dass nur Guy Devlin der Mann ihres Lebens sein kann – denn ihr liebestes Hobby ist es, Feuerwerke zu basteln. Guy ist zufällig der Inhaber von The Gunpowder Plot, der regional sehr renommierten Feuerwerksfirma.
Doch Clemmie kann weder einfach so in die Firma hineinspazieren noch wird Guy jemals von ihr erfahren.
Bis eines Tages das Schicksal eingreift – mehrfach. Und Clemmie findet ein Rezept, dass ganze Leben verändern kann…

Sternenzauber“ ist ein ganz süßes Buch über die Liebe, das Leben und Schicksal, gewürzt mit einem Hauch Magie. Was mir an „Hexendreimaldrei“ von Claudia Toman, mit dem man das ein bisschen vergleichen kann, manchmal zu dick aufgetragen war, ist hier subtil und ziemlich süß geschrieben.

Clemmie liebt Feuerwerke und bastelt und probiert gerne im heimischen Keller. Als das Schicksal ihr dann in die Hände spielt (ich gehe mal nicht näher drauf ein, es ist zwar absehbar aber wirklich wirklich schön geschrieben) ist sie einfach nur glücklich. Das merkt man sehr, auch wenn natürlich die Sache mit Guy immer im Vordergrund steht. Ist er nun schwul oder nicht? Was hat Ya Ya damit zu tun?

Guy und Ya Ya fand ich übrigens total toll, vor allem Ya Ya. Die Idee, so jemanden da hineinzusetzen war richtig klasse, und die Geschichte um die beiden ist auch echt toll. Man überlegt permanent, ob Clemmie das jetzt nicht einfach falsch versteht und wo die Geschichte denn bitte hingeht? Wird es kein gutes Ende nehmen?
Tatsächlich ist die Geschichte dadurch überhaupt nicht vorhersehbar, sondern richtig spannend geschrieben. Das Schicksal grätscht Clemmie dermaßen in ihr Glück, dass man teilweise einfach nur die Augen rollen konnte. Noch ein Hindernis? Bitte? Aber dann kommt es irgendwie doch wieder anders, und man kann aufatmen.

Die Feuerwerke, die im Buch beschrieben sind, und auch die Anlässe, zu denen sie abgefeuert sind, klingen richtig schön. Man merkt, dass Frau Jones sich da viel Mühe gegeben hat und nicht einfach irgendein Feuerwerk überlegt sondern mit einem Pyrotechniker ausprobiert hat (im Nachwort erfährt man, dass sie am PC die Feuerwerke gestalten durfte). Wer schon bei einem Feuerwerk war, merkt, wie viel Realität drinsteckt.

Das Buch ist also eine Fundgrube voller süßer Momente mit ein bisschen Magie, die aber weder aufdringlich noch unrealistisch ist. Das fand ich gut und lesbar.
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, allerdings war es kein absoluter Toptitel, weshalb ich nur vier Sterne vergebe. Zu einem Pageturner hat noch ein bisschen gefehlt, zumindest von der Thematik her.

★★★★☆
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[Rezension] Die 5. Welle

Die 5. Welle – Rick Yancey
Goldmann
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-44231334-1
480 Seiten
 
16,99 €

Es gab keine Ankündigung, keine Special Effects und alles war eigentlich eher unerklärlich: Eines Tages taucht über der Erde ein seltsames Schiff auf, das grün leuchtet. Es folgen Umweltkatastrophen, Zerstörungen und ein Großteil der Menscheit wird von einer Seuche dahingerafft. Die Überlebenden wissen: Die ersten drei Wellen des Angriffs waren unangekündigt, unvorhersehbar und auf keinen Fall zu vermeiden.
Während die letzten Menschen nun mit der vierten Welle zu kämpfen haben, bei denen offensichtliche Nicht-Menschen sie einfach aus dem Hinterhalt erschießen, warten alle auf die vernichtende 5. Welle.
Die junge Cassie ist in dieser Welt auf sich alleine gestellt, und ihr einziges Ziel ist es, ihren Bruder Sammy wieder zu finden.

 „Die 5. Welle“ ist eine eher unspektakuläre Dystopie, zumindest überwiegend. Die Protagonistin Cassie erzählt zu Beginn, wo sie ist, was passiert ist und wie die aktuelle Situation aussieht.  Man erfährt von den ersten drei bzw. vier Wellen und was mit der Menschheit passiert.
Das war teilweise verdammt realistisch, weil anders als in Kinofilmen kamen keine grünen Wesen oder sonstwelche Kreaturen auf die Erde und haben alles niedergemetzelt.
Das war dann ziemlich spannend. Rick Yancey hat sich dabei nicht zwingend etwas neues einfallen lassen, aber es war eine andere Art der Dystopie. Keine Atombombe, keine Umweltkatastrophe, sondern eine Seuche raffte den Großteil der Menschheit dahin.

Das fand ich gut, lesbar und interessant ausgedacht.
Die Figur Cassie war mir teilweise etwas naiv, aber was soll man von einer Jugendlichen erwarten? Nur weil ich als Leserin das Große Ganze sehen konnte, musste sie das nicht – dafür war sie zu sehr in der Situation gefangen, und das war auch völlig ok.

Die Figur Evan fand ich auch ganz ok, in diesem herrlichen Zwiespalt. Und Ben alias Zombie ja sowieso, der war mir am liebsten.
Etwas später im Buch wechselt die Perspektive dann nämlich, sodass man auch von innerhalb des Lagers mehr erfährt.

Den tollen, runden Eindruck machten aber ein paar Kleinigkeiten kaputt, die mir ein bisschen auf den Senkel gingen. Teilweise hat mir die Erklärung für die Geschehnisse nicht gefallen. Es war ein bisschen oberflächlich. Außerdem waren es mir ein paar zuuu viele Zufälle, die dann zur richtigen Zeit zum richtigen Ort führten. Meine Güte, das Schicksal meinte es gut.

Dennoch fand ich die Geschichte spannend und bin weiterhin interessiert am Fortgang –  der zweite Band lässt hoffentlich nicht allzulang auf sich warten.
Für die nicht so megaspektakuläre aber eindrucksvolle Dystopie gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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[Rezension] Verrückt nach ihm (Bridget Jones # 3)

Bridget Jones – Verrückt nach ihm – Helen Fielding

Bridget Jones # 3
Goldmann
Klappenbroschur, März 2014
ISBN: 978-3-44248013-5
512 Seiten

14,99 €

Die glückliche Zeit mit Mr. Darcy war nicht von langer Dauer. Als Witwe mit zwei kleinen Kindern muss Bridget Darcy, ehemalige Jones, das Leben meistern. Glücklicherweise sind ihre Kinder ebenso verpeilt wie die Mutter und Bridget kann ein halbwegs normales Leben führen. Und für immer alleine muss sie auch nicht bleiben, denn es gibt dank des Word Wide Web ja genug paarungswillige Männer. So lernt Bridget ihren Toyboy kennen, auch wenn er vielleicht nicht der neue Mann für die Ewigkeit ist. Nur mit Humor und guten Freunden kann das neue Leben gemeistert werden. Aber eines ist sicher: Eine Mrs. Darcy lässt sich nicht unterkriegen!

Nachdem mir Teil 1 über Bridget Jones nicht wirklich gut gefallen hatte, die Filme aber teilweise echt gut waren, habe ich mir den dritten Teil mit der Erwartung an eine reifere, erwachsenere Bridget geholt. Zunächst war es natürlich sehr traurig, nachdem Bridget eeeendlich ihren Gatten bekommen hatte, nun gar nichts über das Leben zu zweit zu haben.
Aber Helen Fielding hat selbst gesagt, dass ein Roman mit Familienidylle nicht funktioniert hätte. Und das stimmt auch, weil Bridget Jones einfach auf der Suche ist und von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen hüpfen muss.

Angenehm war bei diesem Buch, dass es nicht zu Anfang jeden Kapitels eine Übersicht gab, wie viel Bridget gegessen hat und wieviel geraucht, wie viel sie wiegt etc. Das war diesmal aufgelockert durch die Aufzählungen von SMS und Anrufen und anderen Dingen. Das war dann abwechslungsreich.
Auch ihre Erzählungen sind sehr ausschweifend und detailreich.
Teilweise waren ihre Erlebnisse ja so krass, dass man sich nur fremdschämen wollte. Ihre Freunde sind nicht unbedingt die allerbesten Ratgeber und auch die Kinder sind nicht immer vertrauenswürdig…

Dennoch fand ich, dass dieser Roman über Bridget Jones wieder ein typischer Frauenroman ist. Er gibt Witwen und Singles über 40 wieder Mut, dass sich doch alles zum Guten wenden kann – und dass das Leben nie vorbei sein muss, selbst wenn es danach aussieht.

Für die vergnüglichen Lesestunden mit gemischten Gefühlen, viel Humor und einer schönen Schreibweise gebe ich 5 Sterne.

2

[Rezension] Das Hochzeitsversprechen

Das Hochzeitsversprechen – Sophie Kinsella
Goldmann
Taschenbuch, Januar 2014
ISBN 978-3-44247986-3
512 Seiten

9,99 €

Ist es jetzt endlich soweit? Macht Richard Lottie einen Antrag? Bei einem gemeinsamen Essen wartet Lottie auf DIE Frage. Im Büro wissen ihre Kollegen bescheid, ihre Schwester wartet gespannt auf die Neuigkeit und sowieso ist es doch endlich Zeit, dass die beiden heiraten.
Als Richard aber nur EINE Frage stellen wollte, nicht DIE Frage, kann Lottie nicht anders als sich auf der Stelle von ihm zu trennen – denn scheinbar will Richard ja nicht heiraten.
Wie es der Zufall will, trifft Lottie einen Freund von früher, mit dem sie damals einen Pakt geschlossen hatte: Wenn sie beide mit dreißig noch Single sind, wollen sie heiraten. Lottie ist bereits 33 Jahre alt, aber schreitet dennoch kurzentschlossen mit Ben zum Altar. Da sie sich mit 18 Jahren damals für die große Liebe gehalten haben, kann es doch jetzt auch nicht anders sein, oder?
Die Hochzeitsreise nach Ikonos soll diese Liebe besiegeln. Aber was ist Ben eigentlich für ein Mensch? Was weiß Lottie genau über ihn?

Gleichzeitig hat Fliss, Lotties ältere Schwester, nur Probleme. Ihre Scheidung ist die pure Hölle und ihr kleiner Sohn Noah muss darunter leiden. Als sie nach zwei stressigen Wochen Hoteltesten erfährt, dass ihre Schwester wieder einen Kurzschluss nach einer Trennung hat, greift sie kurzentschlussen ein. Lottie soll nicht ebenso eine schwere Scheidung erleiden müssen – und eine überstürtzte Hochzeit mit einem fast unbekannten Mann kann ja nur zu einer Scheidung führen, oder?
Als Lottie ihrer Schwester verkündet, in den Flitterwochen ein Baby zeugen zu wollen, packt Fliss kurzerhand die Koffer und versucht mit allen Mitteln, ihre Schwester davon abzuhalten…

Das Hochzeitsversprechen“ ist der erste Roman der Autorin Kinsella, den ich lese. Bisher waren mir diese Bücher doch zu kitschig – aber ich habe mich echt getäuscht. Super witzig und total lesenswert schreibt Sophie Kinsella über die Figuren, die mit Anlauf haufenweise Fettnäpfen anpeilen und deren Leben total verrückt sind.

Gleich durch die erste Szene hat das Buch sich für mich einnehmen können. Lottie will gefragt werden. Mit Richard ist es genau richtig, sie sind lange genug zusammen (nach amerikanischen Verhältnissen 😉 ) und was könnte jetzt anderes kommen als eine Ehe?
Jede Frau in einer anständigen Beziehung träumt doch davon (wenn nicht bewusst, dann heimlich ^^), dass der Mann öffentlich auf die Knie fällt und wie im Kino alles romantisch ist und alle klatschen und überhaupt.
Ich mochte Lottie von dem Augenblick an, als sie auf der Damentoilette wildfremden Frauen davon erzählt hat, was gleich passieren soll. Das könnte glatt ich sein XD
Dass es nicht so kam, hat mir das Herz gebrochen und ich habe total mit Lottie mitgelitten. Ihre Verdrängungstaktik konnte ich nachvollziehen.
Dass sie danach etwas völlig abgedrehtes tut, fand ich irre und habe total damit sympathisieren können.

Fliss ist eine andere Figur, mit der ich mich nicht so richtig anfreunden konnte. Aber das muss man ja auch nicht. Es ist geschickt von Kinsella gemacht, dass sie verschiedene Figuren hat, mit denen man mitfiebern kann. Manche mögen also vielleicht lieber Fliss, und das ist dann ja auch gut.
Ihre Entwicklung fand ich toll, und am Anfang dieses zickenhafte Verhalten gegenüber Daniel. Das war einfach großartig geschrieben!

Die Männer der Geschichte sind natürlich grandios. Der Richard (der mich ein bisschen an den typischen Mr. Darcy erinnert hat), der Lorcan und der Ben ergeben ein Gemisch, das die Geschichte klasse aufgepeppt hat. Die Verzweigungen, Missverständnisse und Diskussionen fand ich klasse. Ständig habe ich mich schlapp gelacht und wenn ich in der Schulpause oder in der Bahn gelesen habe, musste ich das immer irgendwem mitteilen. So haben alleine drei Mitschüler gesagt, dass sie das Buch auch mal lesen wollen ^^

„Das Hochzeitsversprechen“ ist ein klasse Roman, der so aus dem Leben gegriffen sein könnte. Es war nicht unrealistisch abgedreht oder kitischig, sondern eine authentische Geschichte (natürlich passieren im echten Leben niiie so viele Missgeschicke auf einmal…). Die Idee und den Verlauf der Geschichte fand ich klasse. Ich mochte Lottie und auch Lorcan sehr gerne. Das Ende war genau nach meinem Geschmack (nicht so kitschig und nicht unrealistisch und dieses schmalige Happy End), und gerne hätte ich noch viel viel länger bei den Schwestern und ihren Liebschaften mitgelesen.

Da ich Sophie Kinsella vorher immer gemieden habe, muss ich meine Meinung über ihre Romane mal revidieren. Die Mütter-Mafia-Bücher von Kerstin Gier sind ähnlich witzig geschrieben, und da ich diese Bücher gerne mochte, werde ich mir noch weitere Bücher von Sophie Kinsella anschaffen.
Für dieses Buch gibt es vierdiente (rofl) verdiente fünf Sterne.

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[Rezension] Solange die Nacht uns trennt

Solange die Nacht uns trennt – Kerstin Pflieger
Sternenseelen # 2
Goldmann
Klappenbroschur, November 2013
ISBN 978-3-44247706-7
352 Seiten

12,99 €

Rezension zu Band 1 „Wenn die Nacht beginnt“

Achtung, bezieht sich auf Teil 1!

Im Internat kehrt endlich Ruhe ein, beziehungsweise im Leben von Lilly, ihrem Stiefbruder Samuel und Raphael, der Sternenseele. Denn die Bestien wurden verdrängt, doch das Unheil ist noch nicht gebunden.
Noch immer müssen die Sterneseelen, mit denen Raphael lebt, irgendwie die Bedrohung beherrschen. Dass eine Gruppe Bestien-Jäger an die Schule kommt, zeigt, dass sich etwas zusammenbraut.
Lilly erfährt, dass sie zur Sternenhüterin ausgebildet werden soll, um die Sternenseelen als Mensch beschützen zu können. Doch insgeheim wünscht sie sich nichts mehr, als endlich auch eine Sternenseele zu werden – und könnt ihr Wunsch in Erfüllung gehen?

Doch dann purzeln die Ereignisse nur so übereinander – eines schlimmer als das andere!

Nachdem ich vom ersten Band überwiegend sehr enttäuscht war, das Ende aber alles gerissen hat, habe ich Band 2 mit gemischen Gefühle begonnen.
Ein bisschen Angst muss man ja haben, dass sich die Twilight-Kopie wiederholt, und irgendwie hat die Geschichte mit den Vampiren Kerstin Pflieger wohl auch beeinflusst – wenn auch vielleicht nur unbewusst. Aber im zweiten Buch wurde das sehr gekonnt nicht so herausgearbeitet. Es geht wirklich nur um die Sternenseelen und die Bestien, Lilly muss sich mit der Geschichte und dem Krieg beschäftigen, was natürlich dem Leser einiges verdeutlicht.

Diesmal geht es auch mehr um Raphael und mit Mikael wird eine weitere sehr interessante Figur eingebracht. Außerdem erleben wir die Geschehnisse auch aus Sicht einer Hybridin, die Einsicht für die Bestien bringt.
Hin und wieder hat mich Lilly mit ihrer Einstellung genervt, aber es gab ja zum Glück noch andere Perspektiven und Figuren, die man mögen konnte. So fand ich Mikael sehr sympathisch und lesenswert. Mit ihm und seiner Band hat die Autorin etwas sehr erfrischendes hineingebracht.

Aber auch in diesem Band ist es nicht nur romantisches Geplänkel mit Sternenseelen und ewiger Liebe. Nein, brutal und knallhart kann Kerstin Pflieger Prügeleien und den Tod beschreiben. Das macht das Buch doppelt gut, denn es kann eine weiche Seite und eine sehr harte Seite zeigen.

Auch in diesem Buch war der Schreibstil sehr lesenswert. Es gibt keine holprigen Sätze und verdreher, nichts schien unlogisch (nur die Denkweisen von manchen Figuren 😉 ).
Band 2 ist also ein würdiger Nachfolger von Teil 1, der sehr viel besser geschrieben ist, weil es das ganze Buch hindurch spannend ist.
Was der erste Band erst zum Ende geschafft hat, ist hier durchgehend: Ein Page-turner, der Lust auf mehr macht. Ich hoffe nur, dass weitere Abenteuer in Arbeit sind, denn ein Buch wie dieses zweite lese ich gerne wieder.

Volle Punktzahl für dieses Fantasy-Meisterwerk, das sich scheinbar mit jedem Band steigert. Bitte weiter so!!!

6

[Rezension] Shades of Grey 2+3

Shades of Grey – E.L. James
Band 2 Gefährliche Liebe (609 Seiten)
Band 3 Befreite Lust (673 Seiten)
Goldmann Taschenbuch
Erscheinungstermin September und Oktober 2012

Kindle Edition je 9,99

 

Weil ich keine Muße habe, zwei einzelne Posts zu verfassen, werde ich Band 2 und 3 hier zusammen besprechen. Sofern jemand weder Teil 2 noch Teil 3 gelesen hat, es aber noch möchte, sollte der hier nicht weiterlesen. Dolle Spoiler kennzeichne ich aber.
Inhalt Band 2:
Ana weiß nach der kurzfristigen Trennung von Christan nicht weiter. Aufgelöst und ohne Appetit startet sie ihren neuen Job, ihre erste Männerbekanntschaft lässt sie aber nicht los.
Es überrascht sie, dass Christian ebenso leidet wie sie. Bei einem klärenden Gespräch wollen sie es erneut miteinander versuchen, denn dass Ana mit dem Dom zahlreicher unglücklich verlassender SUBs zusammen ist erregt Aufmerksamkeit – wenn auch nur unter den ehemaligen SUBs.
Mit der neu definierten Beziehung müssen Christian und Ana nicht nur ihre Gefühle ausloten, sondern auch die aufkommende Bedrohung einer Feindin bändigen. Und die erste Frau in Christians Leben, die herrische Mrs Robinson spielt weiterhin eine große Rolle.
Die Situation scheint zu eskalieren, als Ana von ihrem Chef angemacht wird – und Christian meint, sich einschalten zu müssen.
Inhalt Band 3:
Es könnte nicht schöner sein. Nach dem Ja-Wort verbringen Christian und Ana ihre Flitterwochen in Südfrankreich auf dem Boot. Dort könnte alles harmonisch sein, doch Christian denkt nach wie vor, dass er nicht gut genug für Ana ist. Seine Vorgeschichte belastet noch immer die junge Beziehung, und bei jedem Streit glaubt Ana, dass die schnelle Hochzeit ein Fehler war.
Zurück in Seattle entsteht ein neuer Streit, denn Ana möchte gerne als sie selbst im Job akzeptiert werden, und nicht als die Frau vom Chef.
Als wäre der Zwist zwischen den Eheleuten nicht genug, bedroht erneut ein Konkurrent Christian. Und diesmal geht die Geschichte viele, viele Jahre zurück – bis in Christians Kindheit.
Ana hat keine andere Wahl, als sich mit der Vergangenheit ihres Mannes auseinanderzusetzen. Und das ist alles andere als leicht…
Meine Meinung:
Nach Band 1 habe ich einige Tage gewartet, bis ich auch Band 2 gekauft habe. Durch die Schnelligkeit der Veröffentlichung wäre das, als hätte ich mehrere Monate nach Erscheinen erst selbst ein Buch gekauft.
Ein paar Rezensionen (his+her books) haben mir allerdings Hoffnung gemacht, dass man Band 2 gut lesen konnte. Gemeinsam mit einer Freundin wurde dann Band 2 angeschafft und gelesen.
Den letzten Band hab ich mir nur gekauft, weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Aber während des Lesens habe ich diesen Entschluss ständig hinterfragt, und das die letzten 40% nur noch überflogen.
Insgesamt finde ich die Liebesgeschichte zwischen Ana und Christian ganz niedlich, aber nicht sonderlich gut. Das hat mehrere Gründe.
1.       Hätte ich der Geschichte viel mehr Zeit gegeben. Ana und Christian kennen sich wenige Tage, schlafen miteinander und verlieben sich sofort heftig. Das klingt zwar plausibel, aber dennoch hätte ich mehr Zeit verstreichen lassen. Diese nervigen Überlegungen, ob die Hochzeit übereilt war oder Ähnliches fand ich total überflüssig und der Geschichte nicht förderlich.
2.       Die riesigen Verlustängste, die Christian hat, waren verständlich. Er hatte eine schlimme Kindheit und macht im Verlauf des Buches eine großartige Entwicklung durch, die ich sehr schön fand. Ana dagegen entwickelt sich gar nicht, oder sehr negativ. Naiv, unüberlegt und witzlos stolpert sie nicht nur in Christians Büro, sondern durch die ganze Geschichte.
Sie hat keine Ahnung von Beziehungen, bespricht sich aber nicht mit jemandem. Ihre Freundin könnte ihr ja Ratschläge in Beziehungssachen geben, aber holt sie sich Rat? Nein! Ana macht das lieber mit sich aus – oder sie und Christian schlafen einfach miteinander. Dann „sind sie sich am nahsten“, wie Ana das ausdrückt. Das würde sie so an der Beziehung lieben… ich finde, Probleme lassen sich nicht mit Sex lösen. Genau das wird aber in diesem Buch vorgegaukelt.
Schon in dieser Hinsicht hat mir das Buch keinen Spaß gemacht.
Dann hat Ana totale Probleme mit der Vergangenheit von Christian. Permanent habe ich gedacht, dass sie sich nicht immer so anstellen sollte. Jeder hat seinen Packen zu tragen, und auch Ana hat eine Vergangenheit. Die war aber scheinbar völlig unwichtig. Ich weiß nach den 3 Büchern nicht alles über Anas Vergangenheit. Dafür fast alles über Christians.
Christian hadert natürlich mit seiner Geschichte, und möchte Ana damit nicht belasten (ich hasse solche Ausdrücke – wenn man sich liebt und gemeinsam das Leben verbringen will sollte man jawohl alles wissen…). Dass sie sich nicht alles sagen, führt aber immer nur zu Problemen. Klärende Gespräche enden schnell mit Sex, und dann ist scheinbar alles immer wieder gut.
Als dann aber die ganze Geschichte auf den Tisch kam, fand ich das total emotionslos. Das lag vielleicht daran, dass Ana zum hundertmillionsten Mal „Oh Christian“ in Gedanken dachte, und zig Milliarden Mal einfach nur Mitleid hatte. Aber JEDES Mal, wenn das vorher angedeutet wurde, hatte sie schon exakt die gleichen Gedanken. Es kam bei mir absolut keine Stimmung auf.
Genauso wenig spannend fand ich die Sexszenen. Durch die Häufigkeit und die häufigen Wiederholungen gab es irgendwie nichts Neues. In jedem Fahrstuhl waren die beiden geil aufeinander, immer wieder knabberte Ana an ihrer Lippe und sogar am Ende, in dem Epilog, will Christian scheinbar nichts anderes, als Ana übers Knie zu legen. Und immer war Ana schon „bereit“, kam zuerst (bei dem einen Mal, wo sie nicht kommt, ist das ein RIESENDRAMA!) und beide schreien ihre Namen oder Christian „Oh baby“. Realistisch hin oder her – es nervte mich. Dieser absolut perfekte Sex IMMER ist nicht lesenswert. Schon gar nicht in dieser problemreichen Beziehung.
Achtung, Spoiler zu Band 3:
Als Ana im Krankenhaus liegt, war ich nur noch gelangweilt. Und bei dem, was währenddessen die Beziehung überschattet (auch wenn es dann gut wird), hatte ich weder Lesevergnügen noch Spannung. Ana ist und bleibt naiv – selbst im Epilog.
Mein Fazit:
Während des Lebens habe ich mich nicht nur über die Hektik, den absolut unrealistischen Sex und die Naivität aufgeregt – der Lesefluss wurde auch noch überschattet durch ständige Wiederholungen in Worten und Szenen, Gedanken und Gefühlen.
Band 1 ist vielleicht ganz unterhaltsam, und Band 2 kann man auch noch lesen, wenn man nichts Besseres zu tun hat – aber Band 3 ist absolut keine Empfehlung.

Bonus: Bei der Kindle Edition zu Teil 3 gab es ein Extra am Ende. War das bei der Printversion auch?
Das Kindertagebuch von Christian fand ich ziemlich langweilig, weil es so auf Möchtegernkind gemacht war… unansprechend für mich. Den Anfang der Trilogie jedoch noch einmal aus Christians Sicht zu lesen war ganz amüsant, allerdings auch nur ein paar Seiten lang. Mehr waren es ja zum Glück nicht.
Es war ganz nett, diese kleinen Schriftstücke der Autorin noch mit beizulegen, ich hätte sie aber auch nicht vermisst.