0

[Rezension] Löffelchenliebe

Löffelchenliebe – Julia Kaufhold
Page and Turner
Taschenbuch, Juli 2013
ISBN 978-3-44220425-0
286 Seiten

14,99 €

Anna ist 35 Jahre alt und wäre gerne Mutter. Zumindest denkt sie das, wenn sie ihre Singlenachbarin mit ihren Zwillingen sieht, oder die eigene Mutter mal wieder Salz in die Wunde streut, weil Anna ja nun auch nicht mehr viel Zeit bleibt.
Und andere Frauen haben in diesem Alter ja nun auch schon Kinder – aber wie soll man schwanger werden wenn noch nicht mal ein Mann in der Nähe ist? Nach drei sehr unangenehmen Dates will Anna eigentlich mal etwas anders machen… und trifft David, 25 Jahre alt, Student. Es ist Liebe auf den ersten Blick und endlich kann Anna wieder eine Beziehung genießen.
Doch das Ticken der Fruchtbarkeitsuhr wird lauter und lauter, und David macht nicht den Eindruck, als ob er sich auf Kinder einstellen könnte, schließlich ist er noch mit den in der Findungsphase. Anna will sich dem Thema vorsichtig nähern – aber ihre Mutter ist da weniger subtil. Und was Anna erfährt, stellt ihre Welt auf den Kopf. Wieso sollte es auch einfach sein?

Löffelchenliebe“ beginnt wie ein typischer Frauenroman. Frau Mitte 30 sucht Mann für Liebe und Kinder, Dates missraten und alles läuft katastrophal. Nach den ersten Seiten war ich zwar amüsiert, aber etwas enttäuscht, weil diese Art von Bücher irgendwie nicht meins sind. Dafür bin ich nicht in der Situation und möchte auch nicht stääääändig über diese Panik von Singelfrauen über 30 lesen, weil es mich nicht betrifft.
Aber weil Julia Kaufhold irgendwie ansprechend schrieb habe ich dem Buch eine Chance gegeben (und es ist mein Must-Read einer Challenge 😉 ).
Was dann kam, hat mich echt überrascht, denn das Buch verbirgt eine tolle Geschichte hinter dem ersten Eindruck.

Es geht zwar um die Suche nach einem Mann, der einem am besten sofort seinen Samen einsetzt damit die arme Frau mit dem fortgeschrittenen Alter endlich das Ticken verstummen lassen kann, aber Anna war nicht diese Frau, die alles für ein Baby tut. Bzw. doch, aber auf sehr charmante Art.

Als sie David kennen lernt, ist natürlich diese Situation, dass die Frau Zeit verliert und der Mann eigentlich noch viel viel mehr Zeit hat. Andersherum ist die Konstellation immer besser – weiß ich aus eigener Erfahrung ;).
David ist auch nicht nur typischer Student in einer WG sondern auch Aktivist mit verschiedenen politischen Meinungen. Anna mit ihrer zerrissenen Art war das genaue Gegenteil. Ich fand aber gut, dass sie sich nicht einfach angepasst hat, sondern ihren eigenen Weg gesucht hat.

Und genau das war es, was mir die Geschichte und die Figur Anna so ansprechend gemacht hat: Anna ist so hin- und hergerissen in ihrer kleinen Welt. Die Nachbarin liegt ihr in den Ohren mit dem Kinderwunsch, die beste Freundin rät zu dem Auf-das-Herz-hören und die Mutter drückt ordentlich auf die Wunde, damit Anna möglichst bald Enkelkinder produziert. Einige Überlegungen von Anna fand ich dann richtig sympathisch und absolut richtig. Dass sie auch versucht hat, sich selbst zu finden (obwohl sie sich gerne verkleidet) war absolut verständlich und hat eine wunderbare Geschichte daraus gemacht.

Das Buch habe ich in einem Rutsch verschlungen. Es zeigt Realität, keinen Kitsch und eine tolle Liebesgeschichte. Hamburg-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Julia Kaufhold hat genau ins Schwarze getroffen und bekommt von mir volle Punktzahl für ein sehr lesenswertes Buch über das Leben, die eigenen Wünsche und die knallharte Realität, wunderbar eingefasst mit einer tollpatschigen aber liebeswerten Protagonistin.

★★★★★
Advertisements
1

[Rezension] Nicht die Bohne!

Nicht die Bohne! – Kristina Steffan
Diana Verlag
Taschenbuch, April 2013
ISBN 978-3453357426
352 Seiten

8,99 €

Wenn etwas schief geht, dann meist alles auf einmal. Zumindest müsste man den Eindruck bei Paula bekommen. Endlich endlich trennt sie sich von ihrem Freund Olaf, der eigentlich der perfekte Mann war. Nur er wollte heiraten und Kinder. Und zwar pronto.
Doch kaum will Paula Mann- und Kinderlos in der Karriere durchstarten, passiert genau das Ungewollte: Sie wird schwanger.
Und als wäre das noch nicht genug (kein Mann, doch ein Kind…), wird sie auch noch entlassen.

Paula ist am Boden zerstört. Wie soll sie so ein Kind großziehen? Und will sie das Kind überhaupt?
Verzweifelt sucht sie einen neuen Job, damit wenigstens ein bisschen Geld verfügbar ist. Dabei gelangt sie auf einen Ökohof, der ihr nicht nur eine neue Gemeinschaft, sondern auch eine neue Liebe bietet…

Kristina Steffan, auch bekannt als Kristina Günak, hat mich bereits mit ihrer Hexe Elionore zum Lachen gebracht. „Nicht die Bohne!“ ist ihr erster reiner Frauenroman, ohne Magie und ohne übernatürliche Wesen. Das fand ich im ersten Moment schade, aber schon beim Anlesen des Buches hat mich Paula absolut mitgerissen.

Anders als in den Fantasy-Bücher ist Paula nicht nur verdammt menschlich, sondern auch total aus dem Leben gegriffen. Ein bisschen von Eli steckte natürlich in der Figur auch drin, aber die 9 Monate mit Paula sind schon anders.

Das Buch steigt ein, als Paula den Schwangerschaftstest gemacht hat. Damit beginnt auch das Chaos, denn man lernt zunächst die durchgeknallte Familie, dann den verrückten Chef und schließlich Paulas neue Entschlossenheit kennen.

Im Buch erlebt man die komplette Schwangerschaft mit. Mit der beginnenden Morgenübelkeit, geschwollenen Füßen und dem Glück, einen Rippentritt zu bekommen. Dabei geht es aber nicht vordergründig um die Schwangerschaft, sondern eher darum, wie Paula ein neues Leben beginnt. Eine neue glückliche Liebe, neue Freunde, eine neue Einstellung zum Leben. Damit konnte ich mich sehr gut identifizieren.
Außerdem schreibt Kristina Steffan sehr locker und leicht. Ihre Bücher konnte ich bisher fast immer in einem Rutsch durchlesen. Die Handlung stolpert nicht, die Sprache ist sehr durchgehend und flüssig zu lesen.

Das Cover finde ich übrigens auch total passend. Die Babyfarben blau und pink sind mit drin, eine weibliche Figur und drei Küken. Das alles passt zu einem Buch über eine turbulente Schwangerschaft und der Entscheidung für das Leben.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne. Es war mitreißend, man konnte mitfühlen, wollte Paula pausenlos knuddeln und verliebte sich mit in Simon. Eine tolle Geschichte, nicht nur für Frauen mit Kindern.

★★★★★

Weitere Bücher der Autorin:
Die Drachenbraut
Engel lieben gefährlich (Elionore Brevent #2)
Eine Hexe zum Verlieben (Elionore Brevent #1) Ausgezeichnet mit dem Seraph 2012 für „Bestes Debüt“

0

[Rezension] Salat muss durchs Kaninchen

Salat muss durchs Kaninchen – Ulrike Renk und Silke Porath
Amelie Verlag, im Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag
Taschenbuch,  Amelie Band 14, 2013
275 Seiten
ISBN 978-3-8626-5254-9
9,95 €

Seit dem Kindergarten sind sie die besten Freundinnen, Silke und Maja. Sie wohnen in einer Wohngemeinschaft und teilen das Los einer Fernbeziehung. Beide Partner haben auch noch ein Kind aus einer früheren Beziehung, Silkes Freund Oliver eine pubertierende Tochter und Majas Freund Zoran einen süßen Grundschuljungen. Doch Maja hätte gerne ein eigenes Kind, was aber Zoran nicht so prickelnd findet.
Nach turbulenten Wochen, in denen Silke vermeintlich vom vielen Essen zugenommen hat, stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Olivers Tochter findet das scheiße und haut erstmal ab – doch Oliver freut sich sehr.
Während Maja sich zunächst damit abfinden muss, dass sie eventuell kein eigenes Kind mehr bekommt, wirft Silkes Schwangerschaft alle Planungen und Fernbeziehungen über den Haufen.

Doch eines ist klar: Maja und Silke bringt so schnell nichts auseinander!

Die turbulente Geschichte über Freundschaft sprang mich auf der Buchmesse sofort an. Der Titel klingt zunächst seltsam, aber durch das flauschige Kaninchen vorne muss man sich das Buch wenigstens anschauen.

Die Geschichte beginnt wie ein klassischer Frauenroman. Frau mit Liebeskummer, Schokolade und Wein allein zu hause. Simst mit der besten Freundin.
Freundin hat den perfekten Mann, aber der hat eben doch seine Fehler, nämlich den Sohnemann.

Aber ganz ehrlich? Das Buch gab überhaupt nicht das her, was ich erwartet habe. Es war am Anfang recht schwer zu lesen, weil das Buch oft in den Orten und vor allem der Zeit hopste, und man an manchen neuen Absätzen erstmal verwirrt nachlesen musste, ob man eine Seite übersprungen hat. Dieses Nachblättern war lästig. Ich hätte wenigstens sowas wie „zwei Tage später“ oder „am übernächsten Tag“ eingebaut. Später sprang die Handlung nicht mehr so stark, oder ich habe mich daran gewöhnt.
Am Anfang konnte ich auch nicht so gut nachvollziehen, wer mit wem zusammen ist und wer nun welches Kind hat. Es passierte viel, mit so vielen Ausführungen der Damen, dass man echt aufpassen musste beim Lesen.

Nachdem ich einige Bücher von amerikanischen Autorinnen wie Susan Mallery gelesen hatte, war dieser Roman richtig erfrischend. Großer Pluspunkt natürlich: Es spielt alles in Deutschland (bis auf die Kreuzfahrt…). Entfernungen waren also nachvollziehbar und Lokalitäten verständlich.
Die Handlung ist auch nicht so kitschig, Oliver und Zoran sind keine Bilderbuch-Modekatalog-Männer, sondern einfach Menschen. Männliche Menschen. Sie machen Fehler, verstehen ihre Frauen nicht, sind nicht immer sofort liebevoll einsichtig. Sie haben ihre Standpunkte. Das machte die Männer total sympathisch.

Auch Silke und Maja sind mir mit ihren Eigenarten sehr ans Herz gewachsen. Sie haben beide ihren eigenen Charakter (toll geschrieben von den zwei Autorinnen 🙂 ) und versuchen noch immer, ihren Weg zu finden.

Bis auf die wie oben schon kritisierten Zeitsprünge ließ sich das Buch richtig gut lesen. Je weiter die Ereignisse fortschritten, desto aufgeregter wurden Maja und Silke und das war auch im Schreibstil zu erkennen.

Salat muss durchs Kaninchen“ ist ein Roman, der aus dem Leben gegriffen ist. Er könnte so in Deutschland spielen, ist absolut realistisch und sehr humorvoll. Silke und Maja sind zwei starke Frauen mit haufenweise Problemen, in denen sich jeder irgendwie wiederfindet. Von mir gibt es vier von fünf Sternen.

★★★★☆
Mehr von den Autorinnen: www.amelie-verlag.de
 
4

[Rezension] Holunderküsschen – ebook

Holunderküsschen – Martina Gercke
Kindle ebook November 2011
2,99 €

Freiburg. Die junge Redakteurin Julia fiebert der Hochzeit mit dem Sohn ihres Chefs entgegen. Eifrig plant sie jedes kleine Detail.
Dass ihr Liebster aber gar nicht will, hat sie nicht einkalkuliert – und erwischt ihn promt mit einer Kollegin, woraufhin ihre Welt zusammenbricht. Am Boden zerstört fährt Julia nach Hamburg zu ihrer Freundin Katja. Hamburg verspricht nicht nur Trost, sondern auch ein neues Leben. Wenn nicht Johann ständig anrufen würde – und was genau macht eigentlich dieser Benni aus dem Zug bei Julias neuem Job?

Nach einer nicht ganz so positiven Rezension einer anderen Bloggerin wollte ich Holunderküsschen trotzdem lesen (ich sollte dringend aufhören, Bücher zu kaufen um mir nach negativen Rezis eine eigene Meinung zu bilden…). Es spielt in Hamburg und handelt von einer chaotischen Frau – eine Mischung, die mir sonst gefällt. Ja. Leider „sonst„.
Julia, die Protagonistin, ist chaotisch, peinlich und verwirrt. Leider immer. Wenn sie sich etwas traut, versemmelt sie den Erfolg in der nächsten Szene mit Unfähigkeit oder Überforderung. Dennoch war zu bemerken, wie Martina Gercke ihrer Hauptfigur eine Entwicklung anschreiben wollte, was sogar gelungen ist. Julia reift mit sich selbst – leider bleibt sie tollpatschig.

Geschrieben ist alles aus Julias Sicht, und so erfahren wir beim Lesen auch nicht mehr als Julia weiß. Die Kapitel beginnen mit ihrem Facebookstatus. Auf das soziale Netzwerk wird sonst aber fast gar nicht eingegangen.
Der Schreibstil ist leicht und flockig, die Geschichte plätscherte so dahin, an sich war sie gar nicht schlecht.
Mich störten aber viele Kleinigkeiten, in denen etwas komisch oder geheimnisvoll sein sollte – überwiegend wurden diese Momente nicht aufgeklärt. Zwischendurch gab es für mich auch einige Hänger, in denen einfach nichts Nennenswertes passierte.

Auch sehr störend waren die unzähligen Rechtschreibfehler und die vielen scheinbar wahllos gesetzten Komata. Ich arbeite im Lektorat. Ich sehe sowas, und ärgere mich dann.
Bei Amazon hat eine Rezensentin geschrieben, dass eben kein professionelles Lektorat drübergeschaut hat – allerdings finde ich, das ist kein Argument. Ich würde mich niemals trauen, ein Buch zu verkaufen, wenn nicht wenigstens ein Korrektor drüber geschaut hat – Freunde und Verwandte, die das nicht beruflich machen oder Germanistik studiert haben, kennen eben die deutsche Sprache doch nicht so genau. Mit etwas mehr Investition hätte man die unzähligen Komma- und Satzfehler umgehen können. Das sollte einem die eigene Veröffentlichung wert sein!
Das hat mir leider sehr den Lesespaß gemindert!

Ich vergebe nur 2 Sterne an dieses ebook, weil es für mich zu oberflächlich und etwas holprig geschrieben war. Für jemanden, der seichte Unterhaltung und Frauenkomik sucht, passt es vielleicht besser (einige 5-Sterne Rezensionen bei Amazon heben ja diese Leichtigkeit besonders hervor).

0

[Rezension] Nur lieben ist schöner

Nur lieben ist schöner – Rebecca Fischer

Diana Verlag
Taschenbuch
303 Seiten

8,99 €

Das Dreiergespann Nelly, Inka und Tinette sucht die Liebe. Bisher leider erfolglos, denn die Männer, die sie kennen lernen, sind irgendwie nicht die richtigen. Tinette hat nur Männer erwischt, die in einer Beziehung steckten und schließlich zu ihren Frauen zurückwollte. Inka reizte die Fernbeziehung, die jedoch nie lange hielt – weil die Männer oft einfach zu weit weg wohnten. Und Nelly hatte einfach kein Glück. Eine fatale Beziehung im Kindergarten hat sie irgendwie für Männer versaut.
Plötzlich wendet sich dann aber das Blatt und alle drei finden einen Mann, der passt.
Doch wie das Schicksal so spielt muss man mit Glück auch umgehen können. Und sich nicht selbst im Weg stehen…

Nur lieben ist schöner“ ist bereits der zweite Roman von Rebecca Fischer, dem Pseudonym von Gabriella Engelmann. Anders als ihre Märchenfiguren stehen die drei Protagonistinnen mitten im Leben – und kurz vor der Lebenskrise.

Die Geschichte zeigt einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben, wie es um die Ecke passieren kann. Nelly und ihre Freundinnen machen Fehler, wünschen sich Glück und folgen dem Bauchgefühl. Sympathisch und ansprechend stolpern sie durchs Leben, überwinden Ängste und fassen Entschlüsse, die alles verändern können.

Rebecca Fischer schreibt sehr lebensnah und flüssig. Die Sätze flogen nur so unter meinen Augen, und die Geschichte schritt schnell voran. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Details gewünscht, aber so schnell wie auch die eigene Geschichte manchmal fortschreitet, passierte auch bei den drei Frauen manchmal alles ganz schnell.

Erstaunlich tiefsinnig zeigt sich Rebecca Fischer mit ihren Gedanken über die Liebe und das Leben. Nach dem eher leichten, für einen Frauenroman klassischen Beginn habe ich die Ausführungen über eigene Wünsche und das Glück nicht erwartet. Und das es mich zum Nachdenken anregte, war sehr überraschend.

Der Roman war sehr schön für einen verregneten Nachmittag. Nichts literarisch anspruchsvolles, aber auch sehr sehr schön zur Ablenkung. Ein Frauenroman, der nicht ganz so leicht ist, aber ein schönes Ende hat. Volle Punktzahl!

                                ★

0

[Rezension] Wer zuletzt küsst, küsst am längsten

Wer zuletzt küsst, küsst am längsten – Susan Mallery

Mira Taschenbuch

Taschenbuch, 364 Seiten

Deutsche Erstveröffentlichung

8,95 €



Anmerkung im Voraus: Obwohl Teil 4 der Titan-Geschwister-Reihe auch alleine stehen kann, ist es doch von Vorteil, die ersten drei Bände zu kennen. Die Rezensionen findet ihr hier (Band 1, Band 2, Band 3).

Vor knapp 9 Monaten hat Garth Duncan zum ersten Mal richtig offen versucht, sich an Jed Titan zu rächen, indem er bei einer der Titan-Töchter, Lexi, den Kredit platzen ließ. Nachdem er auch noch die anderen beiden Töchter, Skye und Izzy, und ihre Arbeit sabotiert und geschädigt hatte, fand er sich endlich kurz vor dem Ziel: seinen Vater Jed Titan alles verlieren zu lassen. Das Haus, die Firma, seinen Status.

Doch statt dass die Titan-Töchter ihren Halbbruder hassen und verabscheuen, versuchen sie seine Handlungsweise zu verstehen. Und plötzlich wendet sich das Blatt, denn die Geschwister entdecken schreckliche Details über ihren Vater –der bereit ist, seine Töchter zu opfern.

Und Dana, die Freundin der Schwestern, hatte eigentlich nur die Aufgabe, Garth zu beschatten. Doch plötzlich ist sie mittendrin, in der Intrige von Jed Titan und im Gefühlschaos mit Garth.

Der vierte Band von Susan Mallery über die Geschwister aus dem Titan Clan geht endlich um Garth Duncan, den man mit jedem der einzelnen Bände besser kennen gelernt hat. Während er zu Anfang noch der eiskalte Geschäftsmann war, den man als Sympathisant von Lexi Titan und ihrer Liebesgeschichte mit Cruz nicht leiden konnte, wurde er wie für die Schwestern auch für den Leser zunehmend in die Geschichte und in die Herzen der Leser eingebunden.

Dana, die Familienfreundin, war vorher auch nur Nebenfigur, und bekommt in diesem Band neben Garth und kleinen Einschüben von Jed Titan auch ihren Platz. Und anders als die Titan-Frauen hat sie ihren Dickkopf, eine feste Überzeugung und einen großen Drang nach Familie. Ihre Entwicklung kommt nicht plötzlich, sondern wird bereits im ersten Band mit eingebunden – sie ist auch immer Teil der Geschichte, jedes Mal.

Mit Band 4 schließt sich die Titan-Reihe, und es ist sehr schade, dass es keine weiteren Geschichten mehr geben wird – obwohl es natürlich auch irre kitschig zu Ende ging (jeder war verliebt, jeder war fast oder ganz schwanger und irgendwie wollten alle heiraten).

Zum Glück gibt es aber ja von Susan Mallery weitere solche Reihen und Familiengeschichten, es wird einem also nicht allzu langweilig 🙂

Insgesamt kann ich „Wer zuletzt küsst, küsst am längsten“ selbstredend nur empfehlen, ebenso wie alle drei Bücher davor.

Wer bisher noch nichts von Susan Mallery gelesen hat, auf Frauenromane und ein wenig Kitsch, gewürzt mit Erotik, steht, sollte dringend zu einem ihrer Bücher greifen!

Volle Punktzahl, für das Buch und die Reihe und die Autorin 🙂

Ich danke dem Verlag ganz ganz herzlich, dass ich diese Reihe für Mira Taschenbuch rezensieren durfte. Ein spezieller Dank geht an Frau Intemann, die über die Probleme der Post hinwegsah und mir diesen Band erneut zusandte. Ich bedanke mich vor allem für Ihr Vertrauen!

0

[Rezension] Yelena und die Magierin des Südens

Band 1: Yelena und die Magierin des Südens – Maria V. Snyder

Mira Fantasy

März 2011 (Deutsche Ersterscheinung 2006)

Tschenbuch, 458 Seiten

7,95 €

Schreckliche Folter und grausame Experimente brachten Yelena dazu, ihren Peiniger Reyad umzubringen. Doch statt gehängt zu werden, bietet ihr Valek, der Ratgeber des regierenden Commanders, die Stelle als Vorkoster an. Jeden Tag kann sie an einem Gift im Essen des Herrschenden sterben – aber jeder Tag mehr ist ein lebendiger Tag mehr.

Yelena entschließt sich, durch Valeks harte Schule zu gehen und wird Vorkosterin des Commanders. Doch nicht nur mögliches Gift im Essen kann sie umbringen. Ihr sind auch noch Soldaten ihres Mordopfers auf der Spur, und wollen ihren Tod.

Nach und nach gewinnt das Mädchen das Vertrauen ihres Lehrers Valek. Gemeinsam steht ihnen eine neue Gefahr gegenüber: Der Commander scheint Opfer einer Intrige zu werden. Doch wer sind die Täter, wer zieht die Fäden? Und gibt es tatsächlich einen Spion in den eigenen Reihen?

„Yelena und die Magierin des Südens“ begann erfrischend anders. Eine Gefangene sollte begnadigt werden, aber gleichzeitig weiter ihr Leben riskieren. Eine Idee, die nicht ganz neu ist, aber mit einem Hauch Magie und ständig im Nacken steckender Gefahr interessant gewürzt wurde.

Die Hauptfigur Yelena, aus deren Ich-Perspektive erzählt wird. Zu Anfang springt die Perspektive jedoch noch ein paar Mal in die Außensicht, was etwas gewöhnungsbedürftig ist, später aber nicht mehr vorkommt.

Yelena ist jung, verschlossen und verletzt, als sie endlich in eine stabilere Umgebung geführt wird. Valek vertraut sie nicht in dem Maße, wie sie es könnte, die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich jedoch in angenehmer Weise. Erst nach und nach können sie einander abschätzen. Eine kitschige Liebesgeschichte wurde zum Glück ausgelassen. Yelenas Verliebtheit kommt etwas plötzlich, und die Schwärmerei ist etwas kindlich, aber sehr kurz. Als sich die Handlung ohnehin verdichtet und schneller wird, ist die Liebe eine Zutat, die nicht fehlen dürfte.

Valek ist eine Figur, aus der man bis zum Ende nicht ganz schlau wird. Ganz nach seiner beratenden und beschützenden Funktion taucht er ohne Vorwarnung auf (und nicht nur Yelena hat sich erschrocken…), erklärt sich nicht und bleibt geheimnisvoll. Er könnte etwas männlicher rüberkommen, und wird nur durch Yelena hin und wieder genauer beschrieben, aber vielleicht ist das auch Wahrnehmungssache.

Die anderen vorgestellten Figuren wie Rand, Ari, Janco uvm. bringen liebevoll gezeichnet ihren Teil zur Handlung ein und stören an keiner Stelle.

Die Sprache in der Übersetzung (und vermutlich auch von Maria Snyder selbst) ist sehr flüssig. Die Handlung hat keine überflüssigen Szenen, alles geschieht aus einem Grund, und die Figuren versinken nicht in ewig lange Gedankenmonologe. Die Geschichte ließ sich schnell lesen und warf keine ungeklärten Fragen auf – und macht dennoch Lust auf Band 2!

Den englischen Titel „Poison Study“ finde ich übrigens viel glücklicher gewählt als die deutsche Übersetzung, da die Magierin aus dem Süden doppeldeutig verstanden werden kann. Dennoch spielt sie beileibe keine so große Rolle wie die Gifte.

Interessant fand ich die Ausarbeitung des Landes, über das der Commander regiert. Es ist in Abschnitte unterteilt und militärisch kontrolliert von eigenen Generälen. Soldaten und Kampf spielen eine große Rolle, und Zauberei soll streng unterbunden werden.

Wie letztendlich aber das Land genau kontrolliert und wie dort gelebt wird, wurde nicht geklärt.

Insgesamt kann ich dem Buch keine ganz volle Punktzahl geben, weil mich das Buch zwar gefesselt hat, ihm aber letztendlich doch das gewisse Etwas fehlte – vielleicht finde ich es in Band 2?

Ich vergebe vier von fünf Sternen für eine interessante Geschichte und eine tolle Mischung aus Fantasy und Neuem.

★★★★☆

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!