Kurzmitteilung
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Wir alle kennen „Ostern“. Ein Fest, welches heute vor allem freie Tage und Schokolade in Eierform bedeutet.

Dass ursprünglich die Auferstehung Jesu gefeiert wurde, verdrängen wir gerne (und da war doch was mit… Himmelfahrt – und was ist der Unterschied zu Pfingsten??).

Heute, am 14. Februar, beginnt auch die Fastenzeit. Der eigentliche Hintergrund, nämlich die Vorbereitungszeit zur Buße und Besinnung vor dem Osterfest, wird in christlichen Häusern noch stärker vertreten, in unserer nur noch dem Namen nach christlichen Gesellschaft ist es eine Form des zweiten Neujahrsvorsatzes. Rauchen, Alkohol, Süßkram, darauf soll verzichtet werden.

Meine Familie und ich reihen uns dieses Jahr in genau diese Vorsätze ein. Wir wissen um den kirchlichen Hintergrund, komplettes Fasten wäre für uns aber nicht möglich.

Das Osterfest hat auch keine religiöse Bedeutung bei uns. Wenn das Babymädchen etwas älter ist, werden wir in die Kirche gehen und ihr die Entscheidung lassen, an Gott zu glauben.

Nun zu unserer Fastenzeit:

Wir essen schon seit einiger Zeit bewusster (regional, plastikfrei,nach Möglichkeit saisonal). Aus gesundheitlichen Gründen und um der Tochter ein Vorbild zu sein gibt es wieder viel Gemüse, selbstgekochtes und vor allem artgerechtes Essen.

Mit argerecht meine ich weniger Getreide, kaum Milchprodukte und fast keine Fertigprodukte wie Naschkram. Wir richten uns dabei locker nach dem Paleo-Gedanken.

Dennoch landen in unserem Schrank immer wieder Schokoladensachen, Marzipan und Fertigessen.

Um das einzugrenzen nutzen wir die Fastenzeit, um einmal komplett Abstand zu nehmen. Wir verzichten komplett auf weißen Zucker und wenn möglich auf alle Zuckeraustauschstoffe. Xylith, Stevia und Kokosblütenzucker stehen zwar in meinem Schrank, sollten aber auch nicht genutzt werden.

Eine Herausforderung wird es, in dieser Zeit die Geburtstagstorte für den Kleinkindgeburtstag zu üben 🙂 Aber zum Glück gibt es ein paar Feiereien, die Anlass zu Übungstorten bieten (das Beitragsbild war ein erster Versuch ^^).

Ich versuche, in der Fastenzeit nun gegen den Naschhunger Alternativen zu bieten und selbst zu backen. Paleo ist da ideal, weil die Rezepte zuckerfrei sind.

Ansonsten sind es ja nur 40 Tage *lach*

Vorbereitet haben wir uns übrigens schon seit dem Jahreswechsel durch starkes Einschränken von Süßkram, weil ich beim Stillen nicht entgiften sollte. Bis auf ein Rezept waren die Paleorezepte aber eher… Bäh ^^

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es uns ergeht 🙂

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[Rezension] Die gelben Augen der Krokodile

Die gelben Augen der Krokodile – Katherine Pancol
# 1 der Trilogie
C. Bertelsmann
Hardcover, 2012
Jetzt nur noch als Taschenbuch bei btb oder als E-Book
ISBN 978-357010086-8
608 Seiten

Als Taschenbuch 11,99 €

Während die eine Schwester sich der Trennung von ihrem Mann stellen muss, ist die andere Schwester gefangen in einer Scheinwelt, die ihr aber immer noch nicht genügt.
Jo und Iris sind unterschiedlicher, wie es nicht sein könnte. Die eine liebevolle, überfürsorgliche Mutter zweier Töchter, die andere distanzierte Mutter eines Sohnes. Jo muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen, weil sie ansonsten untergeht und ihre Familie nicht mehr ernähren kann, Iris kann kaum so viel Geld ausgeben, wie ihr Mann ihr zu Füßen legt.
Doch der harte Kampf um das Leben zieht sich bis zu ihrer Mutter, denn „Chef“, der angeheiratet Stiefvater der Mädchen versucht sich ebenfalls aus der Ehe zu winden.
Und was mit den Männern von Jo und Iris passiert, ist eine Geschichte für sich. Sie alle sind Teil des Lebens und gehen ihre Weg. Mal überkreuzen diese Wege sich, mal müssen einige ihren Pfad einsam entlangschreiten. Und wofür? Für Geld? Für die Liebe?

Was schreibt man über ein Buch, das 600 Seiten umfasst und so dicht und verwoben geschrieben ist, dass man selbst erst ein gutes Stück der Geschichte braucht, um alles zu verstehen? Das Buch habe ich vor ein paar Monaten begonnen, zunächst hat mich der Titel etwas abgeschreckt. Allerdings habe ich dann gelesen, 50 Seiten, 80 Seiten, 115 Seiten… dann hatte mich Katherine Pancol irgendwann.
Die Figur Jo ist so häuslich und naiv und ersteht wie ein Phönix aus der Asche! Iris mochte ich eigentlich durchgehend nicht, und ich brenne darauf, wie es in den Folgebänden mit ihr weitergeht.

Die Einleitungen zu den einzelnen Figuren übrigens waren sehr gewöhnungsbedürftig. Zum einen ist das Buch nicht in richtige Kapitel eingeteilt und zum anderen wechseln die Perspektiven ruckartig und ohne Vorwarnung einfach so. Gerade mit den Französischen Namen brauchte es da eine Weile bei mir, bis ich verstanden hatte wer nun was machte und wie und warum und wo überhaupt.

Nach und nach gewinnt man aber die Figuren sehr lieb (bis auf Iris ^^), und ich mochte Jos Entwicklung und ihre Missverständnisse sehr sehr gerne. Mit Nachbarin von Jo hat die Autorin etwas dick aufgetragen, aber das will ich ihr nachsehen. Es brauchte Skandale und weitere Geheimnisse.
Die Übersetzung von C. Bertelsmann  finde ich sehr gelungen, es ließ sich sehr gut lesen.

Die Schreibweise von Katherine Pancol ist teilweise sehr detailreich, teilweise geht es aber auch nur um die Gedanken der Figuren über die anderen Gedanken. Die Orte sind nicht so wichtig, mehr die Entwicklungen im Kopf. Durch die Fülle an Figuren, die es da zu „bedenken“ gibt (was für ein Wortspiel…), kommen da natürlich einige Seiten zusammen. Und das Ende musste natürlich spektakulär sein, das fand ich richtig gut!

Ehrlich gesagt finde ich das Ende auch ziemlich final – was soll denn weiter kommen? Aber die Inhaltsangabe des zweiten Buches verspricht schon viel Handlung und ich bin gespannt.
Für diesen ersten Band mit einer solchen Fülle von Handlung und Entwicklungen gebe ich volle Punktzahl!

Weiter geht es dann demnächst mit Teil 2: Der langsame Walzer der Schildkröten

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[Rezension] Löffelchenliebe

Löffelchenliebe – Julia Kaufhold
Page and Turner
Taschenbuch, Juli 2013
ISBN 978-3-44220425-0
286 Seiten

14,99 €

Anna ist 35 Jahre alt und wäre gerne Mutter. Zumindest denkt sie das, wenn sie ihre Singlenachbarin mit ihren Zwillingen sieht, oder die eigene Mutter mal wieder Salz in die Wunde streut, weil Anna ja nun auch nicht mehr viel Zeit bleibt.
Und andere Frauen haben in diesem Alter ja nun auch schon Kinder – aber wie soll man schwanger werden wenn noch nicht mal ein Mann in der Nähe ist? Nach drei sehr unangenehmen Dates will Anna eigentlich mal etwas anders machen… und trifft David, 25 Jahre alt, Student. Es ist Liebe auf den ersten Blick und endlich kann Anna wieder eine Beziehung genießen.
Doch das Ticken der Fruchtbarkeitsuhr wird lauter und lauter, und David macht nicht den Eindruck, als ob er sich auf Kinder einstellen könnte, schließlich ist er noch mit den in der Findungsphase. Anna will sich dem Thema vorsichtig nähern – aber ihre Mutter ist da weniger subtil. Und was Anna erfährt, stellt ihre Welt auf den Kopf. Wieso sollte es auch einfach sein?

Löffelchenliebe“ beginnt wie ein typischer Frauenroman. Frau Mitte 30 sucht Mann für Liebe und Kinder, Dates missraten und alles läuft katastrophal. Nach den ersten Seiten war ich zwar amüsiert, aber etwas enttäuscht, weil diese Art von Bücher irgendwie nicht meins sind. Dafür bin ich nicht in der Situation und möchte auch nicht stääääändig über diese Panik von Singelfrauen über 30 lesen, weil es mich nicht betrifft.
Aber weil Julia Kaufhold irgendwie ansprechend schrieb habe ich dem Buch eine Chance gegeben (und es ist mein Must-Read einer Challenge 😉 ).
Was dann kam, hat mich echt überrascht, denn das Buch verbirgt eine tolle Geschichte hinter dem ersten Eindruck.

Es geht zwar um die Suche nach einem Mann, der einem am besten sofort seinen Samen einsetzt damit die arme Frau mit dem fortgeschrittenen Alter endlich das Ticken verstummen lassen kann, aber Anna war nicht diese Frau, die alles für ein Baby tut. Bzw. doch, aber auf sehr charmante Art.

Als sie David kennen lernt, ist natürlich diese Situation, dass die Frau Zeit verliert und der Mann eigentlich noch viel viel mehr Zeit hat. Andersherum ist die Konstellation immer besser – weiß ich aus eigener Erfahrung ;).
David ist auch nicht nur typischer Student in einer WG sondern auch Aktivist mit verschiedenen politischen Meinungen. Anna mit ihrer zerrissenen Art war das genaue Gegenteil. Ich fand aber gut, dass sie sich nicht einfach angepasst hat, sondern ihren eigenen Weg gesucht hat.

Und genau das war es, was mir die Geschichte und die Figur Anna so ansprechend gemacht hat: Anna ist so hin- und hergerissen in ihrer kleinen Welt. Die Nachbarin liegt ihr in den Ohren mit dem Kinderwunsch, die beste Freundin rät zu dem Auf-das-Herz-hören und die Mutter drückt ordentlich auf die Wunde, damit Anna möglichst bald Enkelkinder produziert. Einige Überlegungen von Anna fand ich dann richtig sympathisch und absolut richtig. Dass sie auch versucht hat, sich selbst zu finden (obwohl sie sich gerne verkleidet) war absolut verständlich und hat eine wunderbare Geschichte daraus gemacht.

Das Buch habe ich in einem Rutsch verschlungen. Es zeigt Realität, keinen Kitsch und eine tolle Liebesgeschichte. Hamburg-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Julia Kaufhold hat genau ins Schwarze getroffen und bekommt von mir volle Punktzahl für ein sehr lesenswertes Buch über das Leben, die eigenen Wünsche und die knallharte Realität, wunderbar eingefasst mit einer tollpatschigen aber liebeswerten Protagonistin.

★★★★★
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[Rezension] Der Anfang von Danach

Der Anfang von Danach – Jennifer Castle
Carlsen
Hardcover, 2014
ISBN 978-3-551-58266-9
416 Seiten

18,90 €

Nach einem wirklich langweiligen Abend will Laurel nur noch nach Hause, doch ihre Familie fährt noch zu einer Eisdiele. Laurel wartet daheim, doch als es später klopft stehen keine vertrauten Gesichter vor der Tür, sondern ein Polizist. Laurels Familie hatte einen Autounfall…

Es beginnt das Danach, die Zeit der Trauer und Abkapselung. Laurels Großmutter zieht zu ihr ins Haus, doch sie trauert ebenso. Eigentlich kann Laurel die Geschehnisse gar nicht so richtig nachvollziehen, und es nervt sie tierisch, dass alle sie wie eine Figur aus Glas behandeln. Jeder schaut sie schief an und hat Angst, etwas Falsches zu sagen. Außer David, dem Nachbarsjungen, dessen Mutter ebenfalls im Unfallauto gesessen hat und umgekommen ist. Er weiß etwa, was Laurel fühlt. Doch er flieht vor der Gegend, reist quer durch Amerika.
Laurel versucht, Alltag einkehren zu lassen. Sie arbeitet in einer Tierklinik und möchte gerne einen Freund haben. Doch kann sie so für immer weitermachen? Muss es nicht ein besseres Danach geben?

Der Anfang von Danach“ ist kein Roman voller Trauer und Schmerz, zumindest nicht vordergründig. Laurel leidet und es zerreißt einem das Herz, wenn sie sich eigentlich mal ordentlich ausheulen sollte, es aber nicht kann. Wenn man selbst nicht viele Todesfälle in der Familie hatte, kann man das auch nicht so richtig nachvollziehen, aber Jennifer Castle kann schon sehr gut beschrieben, wie es Laurel geht.

Manchmal hatte ich das Gefühl, Laurel verdrängt und kämpft sich einfach durch ihren Alltag. Das fand ich teilweise etwas ermüdend. Als Außenstehender weiß man die Dinge ja oft besser, und teilweise wäre ich gerne in das Buch gesprungen und hätte Laurel geschüttelt.
Es las sich zwischendurch irgendwie wie ein Jugendbuch, das behandelt, wie jemand etwas blödes erlebt, aber weitermacht. Laurel verhielt sich so normal und so jugendlich, als hätte der Unfall nichts geändert.
Aber das ist nur ein kleiner Teil, und als Laurel endlich akzeptiert und verarbeitet, wurde es eine richtig tolle Geschichte.

Denn Laurel kann es nicht ertragen, dass alle sie mit Samthandschuhen anfassen. Sie erfährt, wie man sie normal behandeln kann und muss sich überlegen, welche Variante ihr lieber ist: Normal sein oder bemitleidet werden. Ihre Wahl zwischen Joe und David war dabei genauso. Joe hatte Angst, etwas falsch zu machen. David war ehrlich, denn auch er hatte mit dem Verlust zu kämpfen – und sogar noch mehr!
Laurel verhält sich dann überwiegend wie ein ganz normaler Teenager, der noch unsicher im Leben ist. Das fand ich sehr sympathisch.

Jennifer Castle hat es geschafft, einen Roman zu schreiben (und auch noch als Debüt), der einem ans Herz geht. Es ist keine positive Geschichte, aber es hat positive Seiten und schöne Entwicklungen. Aus dem fast bodenlosen Tief kämpft sich die Figur Laurel wieder bis ans Licht – und das hat die Autorin richtig schön beschrieben.
Zwischendurch hatte ich ein paar Hänger, aber das dauerte höchstens ein-zwei Kapitel. Überwiegend war ich ziemlich gefesselt und wollte wissen, ob es vorangeht oder Laurel wieder einen Rückschlag erleiden muss.

Carlsen hat sich für ein Cover entscheiden, was genau zur Situation der Geschichte passt. Man sieht ein Mädchen, das nach unten blickt und eine Sonnenbrille – zum Schutz? – trägt. Das Hardcover ist mit einem Schutzumschlag mit den Titeldaten gebunden, der aus dünnem, grau-durchsichtigem Papier ist und erst den schwarzen (Trauer-)Rahmen gibt. Das fand ich eine schöne Idee.

Der Anfang von Danach“ ist tiefgründig, einfühlsam und sehr bewegend zu lesen. Laurel und ihre Geschichte nimmt einen gefangen. Nach dem Tod von Nahestehenden geht für einen selbst das Leben weiter – Jennifer Castle hat das genau richtig eingefangen und aufgeschrieben. Von mir eine volle Leseempfehlung.

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[Rezension] All unsere Träume

All unsere Träume – Julie Cohen
Diana Verlag
Taschenbuch, März 2014
ISBN 978-3-45335759-4
462 Seiten

8,99 €

Claire und Ben möchten endlich ein Baby bekommen. Seit Jahren arbeiten sie auf das Familienglück hin. Doch auf natürlichem Wege kann Claire nicht schwanger werden, und bleibt es auch auf künstlichem Wege nicht.
Ben möchte nichts mehr, als ein eigenes Kind, und als seine beste Freundin Romily vorschlägt, für die beiden ein Kind auszutragen, ist er Feuer und Flamme.

Und plötzlich geht es ganz schnell – Romily ist schwanger. Aber irgendwie möchten alle etwas anderes, als gerade kommt. Romily hat Gefühle für das Kind und seinen Vater, Claire kann das Kind nicht lieben und Ben schwebt einfach nur im Himmel vor Vaterglück.
Können die drei sich finden?

All unsere Träume“ ist der zweite Band von Julie Cohen bei Diana, und nach „Mit den Augen meiner Schwester“ wieder erneut ein sehr gelungenes Buch.

Cohen schafft es auf einzigartige Art, den Leser in die Gefühlswelt ihrer Figuren hineinzubringen. Sie braucht dazu nicht viele Mittel, denn bereits nach wenigen Seiten ist man gefühlsmäßig bereits gefangen.

Das Thema Schwangerschaft, Fehlgeburt und Unfruchtbarkeit sind Themen, die Frauen beschäftigen. Vielleicht machen sich manche gar keine Gedanken, ob sie überhaupt Kinder bekommen können, es klappt einfach. Aber manchmal müssen Frauen so sehr für ihre Kinder kämpfen. Und wenn Frauen nicht auf natürlichem Wege Kinder bekommen können, werden sie immer schief angesehen – ich habe im Freundeskreis eine solche Mutter (ja, jetzt zum Glück Mutter 😉 ).Weil ich gerade in letzter Zeit viel mit ihr zu tun hatte, ist mir dieses Thema besonders ans Herz gegangen.
Ist es das Versagen der Frau, wenn sie keine Kinder bekommen kann? In unseren Genen liegt es, dass wir uns fortpflanzen sollen. Können Frauen das nicht, stirbt eine Linie aus. Bzw. der Mann wendet sich vermutlich woanders hin…
Ben hat in seinem Kopf nicht beschlossen, eine andere Frau zu wählen, er möchte einfach seine Linie fortsetzen. Idealerweise mit Claire an seiner Seite. 
Dass solche Wünsche Komplikationen ergeben, wenn Claire nicht mitmachen kann, ist nachvollziehbar.

Romily mochte ich, weil sie so sie selbst war. Impulsiv, manchmal unüberlegt, aber immer ehrlich und selbstbewusst. Bis auf die Sache mit Ben natürlich. Aber manchmal schaffen wir es nicht, das zu tun, was das beste für uns wäre. Und sie wollte in seiner Nähe bleiben und hatte sich damit arrangiert.

Claire war auch liebenswert. Ich habe so mit ihr gelitten, weil als junge Frau ist es doch irgendwie eine Angst, das man keine Kinder bekommen kann. Und als ihr dann auch nocht die andere Leidenschaft genommen wurde, war ich am Boden zerstört.
Aber sie geht so tapfer und souverän damit um, dass ich sie so lieben musste!

Da aus Bens Perspektive nicht geschrieben wird (nur Claire und Romily erlebt man von innen), ist er immer nur der Zaubermann, der mal auftaucht. Man erfährt auch einiges über ihn, aber eben nicht so viel wie über die Frauen.

Wie bei den anderen Büchern aus dem Diana Verlag konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Ich musste wissen wie es ausgeht, was passiert, wie sich alle entscheiden. Die Geburt war für meinen Geschmack etwas zu dramatisch, aber gehörte dann auch irgendwie dazu.  Im Nachhinein war alles stimmig und musste genau so sein. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen!

Ich bin begeistert, wie der Diana Verlag ein Händchen für solche gelungene Geschichten hat. Von Julie Cohen möchte ich mehr solcher Geschichten lesen!
Volle Punktzahl für diesen Frauenroman, der ins Herz geht.

★★★★★
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[Rezension] Oma packt aus

Oma packt aus – Brigitte Kanitz
Blanvalet
Taschenbuch, Juni 2013
ISBN 978-3-44238072-5
320 Seiten

8,99 €

Rezension zu Band 1

Opas Enthüllungen sind nicht genug. Nachdem Nele Lüttjens erfahren hat, dass sie eigentlich keine Lüttjen ist, taucht eine Frau auf, die ihre Mutter sein will. Natürlich will Nele mehr über ihre Herkunft wissen und reist nach Italien. Doch die Lüttjens haben schon immer zusammengehalten und so kommen alle mit.
In Italien geht es drunter und drüber, denn Norddeutsche und Italiener sind irgendwie grundverschieden.
Oder doch nicht?

Nach den zahlreichen Enthüllungen im ersten Band hat Brigitte Kanitz die Familiengeschichte von Nele Lüttjens fortgeführt. In Band 2 lernt Nele ihre leibliche Mutter kennen, die ihr auch den leiblichen Vater verrät. Nele macht sich dorthin auf, um endlich zu wissen, woher sie kommt.
Wie auch in Teil 1 gibt es zahlreiche Fettnäpfchen, denen sich Nele im Eilschritt nähert.

Mir gefiel die norddeutsche Mentalität, die Brigitte Kanitz sehr gut einfangen kann. Ich mochte die Oma und die Tante, und ihre Art, mit Situationen umzugehen. Die Familie Lüttjens ist auch sehr liebenswert.
Die Geschichte um Nele und ihren Freund hat dem ganzen noch einen interessanten Anstrich gegeben, ohne den das Buch vielleicht ein wenig an Spannung verloren hätte.

Dennoch war mir dieser Teil der Familie Lüttjens ein bisschen dick aufgetragen. Nach dem wiederholten Fehltritt von Nele konnte ich nur mit den Augen rollen und dachte immer „Mädchen, lern doch mal…“. Aber auch hier möchte man sie eigentlich nur knuddeln und schütteln (oder umgekehrt). Sie ist halt ganz liebenswert. Auch Bauchschmerzen hat mir das Verhalten mit dem Hund gemacht. Ich bin selber Frauchen, und mein Hund frisst auch gerne Müll, aber so verantwortungslos, dass mein Hund eine Lebensmittelvergiftung bekommt, kann man doch nicht sein. Das fand ich nicht witzig und sehr schade.
Was aber gar nicht ging war der Titel, denn so richtig hat Oma ja gar nicht ausgepackt. Der Titel „Mama packt aus“ wäre vielleicht passender gewesen.

Weil das Buch also nicht ganz der Brüller wie Teil 1 war, kann ich nur drei Sterne geben. Ich freue mich aber darauf, das neue Buch „Mord mit Schnucke“ von Frau Kanitz zu lesen, das schon bereit liegt.

★★★☆ ☆

Weitere Bücher der Autorin:
Mord mit Schnucke (als Brigitte Kanitz)

Immer Ärger mit Opa (als Brigitte Kanitz) zur Rezension
Der verbotene Duft (als Brigitte Janson)
Die Tortenbäckerin (als Brigitte Janson) zur Rezension
Villa Monteverde (als Letizia Conte)
und weitere. 

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[Rezension] Basilikum mal anders

Basilikum mal anders – Alexandra Kumer
AMELIE Band 18
Im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Taschenbuch, Oktober 2013
ISBN 978-3-86265-319-5

248 Seiten

9,95 €

Eine Hochzeit platzen zu lassen sollte durch Exfreunde oder Kinder geschehen, Geheimnisse oder Wetterkatastrophen. Nicht durch die Braut, die schon am Altar steht…
Sam kann aber nicht anders, sie kann Max einfach nicht heiraten. Ihre Mutter sieht das aber anders und will ihre letzte unverheiratete Tochter unter die Haube bringen – koste es, was es wolle. Sie macht so auch nicht Halt davor, sich strafbar zu machen, damit Sam einen Polizisten kennen lernt.
Sam hat die Kuppelei satt und flieht vor ihrer Mutter nach Graz in eine Pizzaria. Zum ersten Mal muss sie dort auf eigenen Beinen stehen, hat eine kleine eigene Wohnung und muss für ihr Geld arbeiten. Sogar mit einem neuen Mann klappt es scheinbar – bis die Familie sich wieder einmischt. Und nicht nur Sams Mutter hat ihre Finger im Spiel, nein, die ganze italienische Pizza-Familie will eingreifen. Das Chaos ist programmiert…

Nachdem wir am Sonntag zwei lange Spaziergänge zu den Eltern und zurück gemacht haben, gab es nur das Sofa und ein gutes Buch für mich. „Basilikum mal anders“ liest sich in solchen Situationen sehr schnell, weil es nicht sehr viele Seiten hat und sehr flüssig geschrieben ist.
In die Handlung stolpert man förmlich hinein, weil man direkt mit Sam am Traualtar steht. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive und Siezt den Leser, den sie aber direkt anspricht. Zwischendurch muss sie in mehreren Rückblicken erzählen, was hinter ihrem Rücken passiert ist.

Sam ist einem auf den ersten Blick nicht sonderlich sympathisch. Zumindest mir nicht. Sie ist 28 Jahre alt, wohnt noch bei Muttern und lässt sich alles vorsetzen. Sogar, wen sie heiraten soll. Ich meine, wie faul ist das denn? Hat sie niiiiie in den vergangenen Jahren überlegt, mit Max zusammen zu ziehen?
Die Familie ist nicht italienisch, hat aber einen Italiener als Schwiegersohn. Ich hätte es besser gefunden, wenn alle italienisch wären, weil dann die familia besser rübergekommen wäre. So ist Sam die Schwägerin eines guten Freundes? Ich hab es nicht verstanden.
Davon abgesehen hat sich Sam ziemlich gemausert und gefiel mir immer besser.

Die Liebesgeschichte war ein bisschen dick aufgetragen, weil Sam sich Hals über Kopf verliebt – und der neue ab sofort ihr Traummann ist. Sie kennt ihn aber nicht, sie war nur mit ihm im Bett. Wie kann er dann bitte ihr Traummann sein?
Dennoch hatte das Buch seinen Charme. Die familia war irgendwie niedlich und schön zu lesen. Ich mochte Sams Freundin und die kleinen Nebengeschichten, auch die von Sams Mutter. So konnte mich das Buch den Nachmittag amüsieren und ließ ein gutes Lesegefühl zurück. Die Autorin hat zum Ende noch eine gute, gelungene Kurve bekommen.

Basilikum mal anders“ ist ein süßer Roman über die Liebe und die Familie. Leider war meiner Meinung nach manchmal etwas dick aufgetragen, wofür ich einen Stern, ganz knapp keinen zweiten, abziehe. Für die unterhaltsame Sonntagslektüre vergebe ich daher vier knappe Sterne.

★★★★☆