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[Rezension] Blutflucht

Blutflucht: Evolution – Loreen Ravenscroft
Elysion Books
Taschenbuch, 2012
ISBN 978-3-94260223-5-
206 Seiten

12,90 €

Bisher konnte Kate sich und ihre Fähigkeiten gut verstecken. Denn sie ist ein Mutant und kann die Gedanken und Erinnerungen anderer lesen. Doch in der Bar ihres Onkels und in der kleine Stadt, die sie derzeit ihre Heimat nennt, kann sie so normal wie möglich sein.
Als eines Tages der sehr attraktive Jack in der Bar auftaucht, verändert sich ihr ganzes Leben. Denn Jack wird vom Staat gesucht, er ist ebenfalls ein Mutant und hat Selbstheilungskräfte. Er ist auf der Flucht und Kate will mit ihm gehen, denn er ist die Liebe ihres Lebens…

Blutflucht“ ist ein Roman mit einer Geschichte wie X-Men. Das war auf der einen Seite sehr angenehm, weil man sich die ganzen Hintergründe gut vorstellen konnte. Die Autorin hat sich auch ein paar eigene Handlungsstränge zu den Mutanten und der Vorgeschichte ausgedacht. Das war ganz hilfreich und hat geholfen, gut in das Buch zu kommen.

Kate ist eine sehr liebenswerte Frau, die sich Hals über Kopf verliebt. Wie die Autorin sie beschreibt, musste man sie einfach mögen. Ich fand es etwas seltsam, dass sie einfach immer ungefragt in die Gedanken von Jack eingedrungen ist, aber sie war halt neugierig.

Die Figur Jack ist natürlich so ein richtig männlicher Mann. Er ist muskulös, stark und gefährlich. Sehr anziehend, wie Frau ihn haben will. Dass Kate ihm total verfällt, ist verständlich.

Die erotischen Szenen fand ich auch sehr stilvoll und gut zu lesen. Es hätte tatsächlich sogar ein bisschen mehr sein dürfen, auch insgesamt vom Buch. Die Autorin hatte so die Angewohnheit, bestimmte Szenen (u.a. die Actionszene) voll auszubreiten, aber viele Zwischentage einfach zu überspringen.

Weil es eine kurzweilige Unterhaltung mit schönen Fantasy- und Erotikelementen war, gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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[Rezension] Troubleshooters Tödlicher Hinterhalt

Troubleshooters #1 Tödlicher Hinterhalt – Suzanne Brockmann
Egmont Lyx
Taschenbuch, Februar 2014
ISBN 978-3-80259261-4
400 Seiten

9,99 €

Nach einem beinahe tödlichen Unfall im Einsatz muss Navy SEAL Tom Paoletti zwangsweise in den Erhohlungsurlaub gehen. Er nutzt diese Zeit, um seinen Onkel in Baldwin’s Bridge wieder zu besuchen. Dort ist Tom auch aufgewachsen, und heimlich hofft er, seine Jugendliebe Kelly Ashton wiederzusehen.
Auch Kelly, die zwischenzeitlich wieder bei ihrem tödlich erkrankten Vater eingezogen ist, freut sich über Toms Besuch. Schon früher war sie hoffnungslos verknallt in den attraktiven SEAL.

Doch bei Toms Ankunft entdeckt er einen totgeglaubten Terroristen. Seine Vorgesetzten glauben ihm allerdings nicht und so muss Tom auf eigene Faust versuchen, einen möglichen Anschlag zu verhindern.
Gleichzeitig versucht er sich der knisternden Anziehungskraft von Kelly zu wiedersetzen…

Tödlicher Hinterhalt“ ist eine Neuauflage von Suzanne Brockmanns Troubleshooter-Reihe. Dieser Teil der Reihe ist im Jahr 2000 bereits erschienen, aber von LYX nun neu ins Programm genommen, weil die Nachfrage sehr hoch war. Der andere deutsche Verlag (ich weiß den grad nicht), der damals die Bücher teilweise hat übersetzen lassen, hat erst später in der Reihe angefangen. Diese Bücher sind auch nicht mehr erhältlich.

Von diesem Buch habe ich übrigens bei der LLC letztes Jahr gehört, als Michelle Raven und Stephanie Ross über das Genre Military Romance berichtet haben. Nachdem ich letztes Jahr auch ein Buch aus dem Genre gelesen habe, war ich überrascht, wie anders die Bücher aus den letzten Jahren im Vergleich zu Büchern vor dem 11. September waren (das war ein Einschnitt für das Genre, besonders in Amerika).

Der Fokus dieses Buches lag allerdings weniger auf den politischen, kämpferischen Aktivitäten. Tom Paoletti ist eben sehr durchtrainiert, weil er ein SEAL ist. Das ist sein Beruf, und diese Sorte Männer ist nunmal besonders attraktiv. Abgesehen vom anfänglichen Einsatz taucht diese besondere Arbeitsumgebung im Buch nur sporadisch auf.
Nein, vielmehr wird eine große Gewichtung auf die erotische Anziehung gelegt. Und nicht nur zwischen Tom und Kelly, nein auch zwischen Toms Nichte Mallory und ihrem neuen Freund David und sogar zwischen Kellys Vater und einer Französin in historischen Rückblicken.
Es sind also viele Handlungsstränge, die irgendwie zusammenhängen. Man braucht eine Weile, um zu erfahren, wie alles zusammenhängt. Wobei ich nicht so richtig verstanden habe, warum Mallory und David so große Rollen spielen außer um beim Showdown mehr Figuren einsetzen zu können.

Sprachlich ist das Buch nicht anders als Bücher aus den 2010er Jahren. Die Sexszenen sind vielleicht nicht ganz so direkt und ein bisschen romantischer, aber insgesamt hätte das Buch in dieser Hinsicht auch aus 2013 oder 2014 sein können.

Während man bei manchen Figuren in anderen Büchern Hinweise auf Geschehnisse in der Vergangenheit bekommt, wird in diesem Buch die Geschichte aus der Vergangenheit deutlich wiedergegeben. Krass fand ich, dass die erotisch angehauchte Geschichte aus der aktuellen Zeit einen so heftigen bitteren Beigeschmack bekommt. Dadurch war die Erzählung aber gut gewichtet.

Diese Troubleshooter-Reihe gefällt mir mit dem ersten Buch schonmal sehr gut. Ich freue mich auf die Folgebände, denn es ist mal etwas anderes als die aktuellen Bücher aus dem Military Romance Genre (die werde ich aber auch noch lesen…).
Für diesen ersten Teil gebe ich, auch für die Aufmachung, 5 Sterne!

Band 2 erscheint am 4.9.2014!

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[Rezension] Die Hure und der Krieger

Die Hure und der Krieger – Maya Banks
Cora Historical
Taschenbuch, Januar 2013

4,49 € (bei Cora erhältlich)

Achtung, bezieht sich auf Teile des ersten Bandes (zur Rezension)

Wie er es seinem großen Bruder Ewan versprochen hat, macht sich Alaric McCabe auf den Weg zu den McDonalds. Dort will er um die Hand von Rionna McDonald anhalten, damit durch ihr Bündnis der Weg zu Neamh Alain frei ist.
Doch unterwegs wird er von einer Söldnerband überfallen und kann nur schwer verletzt fliehen. Sein Pferd bringt ihn zur nächsten Burg, bzw zu einer Hütte noch weit davor. Es ist die Wohnstätte von Keeley, die als Verstoßene und Heilerin alleine lebt.
Sie pflegt Alaric gesund und wird zum Dank auf die Burg der McCabes geholt. Doch dort erfährt sie, dass Alaric einer anderen versprochen ist – die auch noch ihre Kindheitsfreundin war!

Nach dem ersten Band, der über das Kennenlernen von Ewan und Mairin McCabe erzählt, wollte ich sofort wissen wie es weitergeht. Zum Glück war Band 2 bereits erschienen und ich konnte nahtlos den nächsten Teil weiterlesen. Denn nahtlos geht es auch weiter.
Aus der Sicht von Alaric erfahren wir, wie er zu der anstehenden Hochzeit steht. Aus seiner Sicht macht er sich auf zu den McDonalds, doch dort kommt er ja zunächst nicht an.
Die Sicht wechselt zu Keeley, und wir lernen sie in ihrer Umgebung kennen.  Sie lebt in einer Hütte, denkt viel über ihre Geschichte nach und sorgt sich um ihr Leben. Dass Alaric ihr sprichwörtlich vor die Füße fällt, ist ihr Glück. Denn damit kommt sie aus ihrer Unglückssituation heraus (wenn sich manche Dinge auch nicht unbedingt verbessern) und findet die Liebe ihres Lebens.

Wie auch Band 1 ist der Inhalt des Buches sehr detailreich beschrieben. Diesmal, muss ich sagen, fand ich die Sexszenen sogar sehr derb. Wie animalisch Alaric die Frau nimmt, hat mir wenig gefallen. Mairin im ersten Band war neugierig, hat entdeckt und war liebevoll. Ihr Liebesleben war eher naiv, nicht so roh und versaut wie Alaric es auslebt.

Abgesehen von diesen Szenen war natürlich die Liebesgeschichte erste Sahne. Zum Ende war ich total angespannt und konnte gar nicht aufhören zu lesen, so sehr wollte ich wissen wie es ausgeht. Und zum Schluss hatte ich sogar Tränen in den Augen.
In dieser Hinsicht fand ich weder zu dick aufgetragen noch unglaubwürdig.

Die Geschichte drehte sich aber nicht nur um Alaric und Keeley. Etwas besser lernen wir Caelen kennen, der zwischendurch auf Keeley aufpasst. Mir war nicht ganz klar, ob er sich in sie verliebt, aber das hätte nicht zur Handlung gepasst. Auch wird die Geschichte um Mairin und Ewan weitererzählt, was natürlich wichtig ist, da Mairin  ja noch ihr Kind bekommen muss.

Und nun freue ich mich auf Band 3, und dass Maya Banks auch dieses Jahr wieder auf der LoveLetterConvention Gast sein wird! 🙂

Von mir volle Punktzahl für diesen tollen Band über Liebe, Treue und Ehre!

Die weiteren Bände:
Die Hure und der Krieger (McCabes)
Never Love a Highlander (McCabes)

Montgomery&Armstrongs
Never Seduce a Scot
Highlander most wanted
Highland ever after (erscheint im September)

2

[Rezension] Im Bett mit einem Highlander

Im Bett mit einem Highlander – Maya Banks
Cora Historical
Taschenbuch, Juni 2012

4,49 € (bei Cora erhältlich)
Auf Englisch

Versteckt in einem Kloster wartet Mairin auf den Einen. Der, der sich aus ihrer Angst holt und würdig ist, das Erbe des Königs anzutreten.
Denn Mairin ist eine Nachfahrin des schottischen Königs, der ihrem noch ungeborenen Kind das berüchtige Land Neamh Alain vererbt hat. Der Herrscher dieses Landes wäre unschlagbar!
Weil einige Lairds der schottischen Lande es auf dieses Land abgesehen haben, muss Mairin sich verstecken. Doch eines Tages wird sie entführt, vom schrecklichen Duncan Cameron, der um jeden Preis das Land haben will.
Mairin kann flüchten und wird vom ebenfalls entführten Crispen zu dessen Heimat geführt: dem Land der McCabes. Der Laird Ewan weiß zunächst nicht, wen er vor sich hat. Doch als er erfährt, dass Mairin nicht nur ein gewaltiges Erbe mit sich bringt, sondern auch seinen Clan durch ihre Mitgift retten könnte, will er sie sofort ehelichen. Ein kleines bisschen ist ihm die wilde Frau auch schon ans Herz gewachsen.

Doch kaum haben sie einander die Treue geschworen, da stehen auch schon die ersten Feinde vor der Mauer…

Im vergangenen Sommer bei der LoveLetterConvention durfte ich mir dieses Buch von Maya Banks persönlich signieren lassen. Auch in diesem Jahr ist die Autorin bei der Messe wieder dabei, und ich freue mich darauf, ihr von meiner Lesebegeisterung zu erzählen.

Mairin ist die klassische tapfere Frau. Schmerzen erduldet sie stoisch, erfüllt pflichtbewusst ihre Rolle als Frau des Lairds und begegnet allen mit Liebe und Güte. Selbst den harten Ewan wickelt sie damit um den Finger. Die Liebe zwischen den beiden entfacht leidenschaftlich und süß. Ihre Begegnungen zu verfolgen hat großen Spaß gemacht, denn aus der naiven, schüchternen Mairin wird die hungrige, wilde Laird-Frau.
Zwischendurch war es fast ein bisschen viel, was Mairin alles erdulden muss… aber irgendwie hat es gepasst. Es war eine ständige Bedrohung, und brauchte die ganzen Unfälle, um zum guten Ende zu führen.

Ewan McCabe ist dieser Held, der einen vor Sehnsucht niederknien lässt. Aufbrausend, wild, herrisch – aber liebevoll, verliebt und unglaublich sanft. Wenn er von seiner Frau spricht möchte man permanent aufseufzen. Maya Banks hat an diesen Stellen die Liebe so genau eingefangen, dass sie zwischen den Zeilen fast greifbar ist.

Die Perspektiven wechseln zwischen Mairin und Ewan, je nachdem, was für den Leser gerade wichtig ist.
Die Geschichte ist am Ende des Buches keineswegs ganz beendet. Es wird der Faden für den zweiten Band bereits aufgenommen, außerdem ist noch immer das Erbe nicht geklärt.
Und weil die Zeitspanne sehr klein ist, in der das Buch spielt, wachsen einem die Figuren sehr ans Herz. Wer also dieses Buch beginnt, sollte unbedingt schon Band 2 „Die Hure und der Krieger“ bereitlegen – es geht darin nahtlos weiter.

Für diesen großartigen Beginn der Geschichten über die McCabes (von denen es hoffentlich mehr als 3 geben wird!) kann ich nur 5 Sterne geben. Es war ein tolles Leservergnügen und ich finde, Maya Banks wurde bei Cora würdig eingefangen.

Die weiteren Bände:
Die Hure und der Krieger (McCabes)
Never Love a Highlander (McCabes)

Montgomery&Armstrongs
Never Seduce a Scot
Highlander most wanted
Highland ever after (erscheint im September)

6

[Rezension] Shades of Grey 2+3

Shades of Grey – E.L. James
Band 2 Gefährliche Liebe (609 Seiten)
Band 3 Befreite Lust (673 Seiten)
Goldmann Taschenbuch
Erscheinungstermin September und Oktober 2012

Kindle Edition je 9,99

 

Weil ich keine Muße habe, zwei einzelne Posts zu verfassen, werde ich Band 2 und 3 hier zusammen besprechen. Sofern jemand weder Teil 2 noch Teil 3 gelesen hat, es aber noch möchte, sollte der hier nicht weiterlesen. Dolle Spoiler kennzeichne ich aber.
Inhalt Band 2:
Ana weiß nach der kurzfristigen Trennung von Christan nicht weiter. Aufgelöst und ohne Appetit startet sie ihren neuen Job, ihre erste Männerbekanntschaft lässt sie aber nicht los.
Es überrascht sie, dass Christian ebenso leidet wie sie. Bei einem klärenden Gespräch wollen sie es erneut miteinander versuchen, denn dass Ana mit dem Dom zahlreicher unglücklich verlassender SUBs zusammen ist erregt Aufmerksamkeit – wenn auch nur unter den ehemaligen SUBs.
Mit der neu definierten Beziehung müssen Christian und Ana nicht nur ihre Gefühle ausloten, sondern auch die aufkommende Bedrohung einer Feindin bändigen. Und die erste Frau in Christians Leben, die herrische Mrs Robinson spielt weiterhin eine große Rolle.
Die Situation scheint zu eskalieren, als Ana von ihrem Chef angemacht wird – und Christian meint, sich einschalten zu müssen.
Inhalt Band 3:
Es könnte nicht schöner sein. Nach dem Ja-Wort verbringen Christian und Ana ihre Flitterwochen in Südfrankreich auf dem Boot. Dort könnte alles harmonisch sein, doch Christian denkt nach wie vor, dass er nicht gut genug für Ana ist. Seine Vorgeschichte belastet noch immer die junge Beziehung, und bei jedem Streit glaubt Ana, dass die schnelle Hochzeit ein Fehler war.
Zurück in Seattle entsteht ein neuer Streit, denn Ana möchte gerne als sie selbst im Job akzeptiert werden, und nicht als die Frau vom Chef.
Als wäre der Zwist zwischen den Eheleuten nicht genug, bedroht erneut ein Konkurrent Christian. Und diesmal geht die Geschichte viele, viele Jahre zurück – bis in Christians Kindheit.
Ana hat keine andere Wahl, als sich mit der Vergangenheit ihres Mannes auseinanderzusetzen. Und das ist alles andere als leicht…
Meine Meinung:
Nach Band 1 habe ich einige Tage gewartet, bis ich auch Band 2 gekauft habe. Durch die Schnelligkeit der Veröffentlichung wäre das, als hätte ich mehrere Monate nach Erscheinen erst selbst ein Buch gekauft.
Ein paar Rezensionen (his+her books) haben mir allerdings Hoffnung gemacht, dass man Band 2 gut lesen konnte. Gemeinsam mit einer Freundin wurde dann Band 2 angeschafft und gelesen.
Den letzten Band hab ich mir nur gekauft, weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Aber während des Lesens habe ich diesen Entschluss ständig hinterfragt, und das die letzten 40% nur noch überflogen.
Insgesamt finde ich die Liebesgeschichte zwischen Ana und Christian ganz niedlich, aber nicht sonderlich gut. Das hat mehrere Gründe.
1.       Hätte ich der Geschichte viel mehr Zeit gegeben. Ana und Christian kennen sich wenige Tage, schlafen miteinander und verlieben sich sofort heftig. Das klingt zwar plausibel, aber dennoch hätte ich mehr Zeit verstreichen lassen. Diese nervigen Überlegungen, ob die Hochzeit übereilt war oder Ähnliches fand ich total überflüssig und der Geschichte nicht förderlich.
2.       Die riesigen Verlustängste, die Christian hat, waren verständlich. Er hatte eine schlimme Kindheit und macht im Verlauf des Buches eine großartige Entwicklung durch, die ich sehr schön fand. Ana dagegen entwickelt sich gar nicht, oder sehr negativ. Naiv, unüberlegt und witzlos stolpert sie nicht nur in Christians Büro, sondern durch die ganze Geschichte.
Sie hat keine Ahnung von Beziehungen, bespricht sich aber nicht mit jemandem. Ihre Freundin könnte ihr ja Ratschläge in Beziehungssachen geben, aber holt sie sich Rat? Nein! Ana macht das lieber mit sich aus – oder sie und Christian schlafen einfach miteinander. Dann „sind sie sich am nahsten“, wie Ana das ausdrückt. Das würde sie so an der Beziehung lieben… ich finde, Probleme lassen sich nicht mit Sex lösen. Genau das wird aber in diesem Buch vorgegaukelt.
Schon in dieser Hinsicht hat mir das Buch keinen Spaß gemacht.
Dann hat Ana totale Probleme mit der Vergangenheit von Christian. Permanent habe ich gedacht, dass sie sich nicht immer so anstellen sollte. Jeder hat seinen Packen zu tragen, und auch Ana hat eine Vergangenheit. Die war aber scheinbar völlig unwichtig. Ich weiß nach den 3 Büchern nicht alles über Anas Vergangenheit. Dafür fast alles über Christians.
Christian hadert natürlich mit seiner Geschichte, und möchte Ana damit nicht belasten (ich hasse solche Ausdrücke – wenn man sich liebt und gemeinsam das Leben verbringen will sollte man jawohl alles wissen…). Dass sie sich nicht alles sagen, führt aber immer nur zu Problemen. Klärende Gespräche enden schnell mit Sex, und dann ist scheinbar alles immer wieder gut.
Als dann aber die ganze Geschichte auf den Tisch kam, fand ich das total emotionslos. Das lag vielleicht daran, dass Ana zum hundertmillionsten Mal „Oh Christian“ in Gedanken dachte, und zig Milliarden Mal einfach nur Mitleid hatte. Aber JEDES Mal, wenn das vorher angedeutet wurde, hatte sie schon exakt die gleichen Gedanken. Es kam bei mir absolut keine Stimmung auf.
Genauso wenig spannend fand ich die Sexszenen. Durch die Häufigkeit und die häufigen Wiederholungen gab es irgendwie nichts Neues. In jedem Fahrstuhl waren die beiden geil aufeinander, immer wieder knabberte Ana an ihrer Lippe und sogar am Ende, in dem Epilog, will Christian scheinbar nichts anderes, als Ana übers Knie zu legen. Und immer war Ana schon „bereit“, kam zuerst (bei dem einen Mal, wo sie nicht kommt, ist das ein RIESENDRAMA!) und beide schreien ihre Namen oder Christian „Oh baby“. Realistisch hin oder her – es nervte mich. Dieser absolut perfekte Sex IMMER ist nicht lesenswert. Schon gar nicht in dieser problemreichen Beziehung.
Achtung, Spoiler zu Band 3:
Als Ana im Krankenhaus liegt, war ich nur noch gelangweilt. Und bei dem, was währenddessen die Beziehung überschattet (auch wenn es dann gut wird), hatte ich weder Lesevergnügen noch Spannung. Ana ist und bleibt naiv – selbst im Epilog.
Mein Fazit:
Während des Lebens habe ich mich nicht nur über die Hektik, den absolut unrealistischen Sex und die Naivität aufgeregt – der Lesefluss wurde auch noch überschattet durch ständige Wiederholungen in Worten und Szenen, Gedanken und Gefühlen.
Band 1 ist vielleicht ganz unterhaltsam, und Band 2 kann man auch noch lesen, wenn man nichts Besseres zu tun hat – aber Band 3 ist absolut keine Empfehlung.

Bonus: Bei der Kindle Edition zu Teil 3 gab es ein Extra am Ende. War das bei der Printversion auch?
Das Kindertagebuch von Christian fand ich ziemlich langweilig, weil es so auf Möchtegernkind gemacht war… unansprechend für mich. Den Anfang der Trilogie jedoch noch einmal aus Christians Sicht zu lesen war ganz amüsant, allerdings auch nur ein paar Seiten lang. Mehr waren es ja zum Glück nicht.
Es war ganz nett, diese kleinen Schriftstücke der Autorin noch mit beizulegen, ich hätte sie aber auch nicht vermisst.

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[Rezension] Aphrodites Schwester

Aphrodites Schwester – Elizabeth Hoyt
Mira Taschenbuch
Vergriffene Auflage, 2009
396 Seiten

Gebraucht erhältlich

Sechs Jahre nach dem Tod ihres Mannes muss die Witwe Anna sich nach einer Anstellung umsehen, denn das Geld wird zunehmend knapp. Ihre Schwiegermutter rät ihr, als Gesellschafterin zu arbeiten, aber zufällig begegnet Anna dem Verwalter des Earls, der einen Sekretär sucht. Mutig lässt sich Anna einstellen und kann sogar den jähzornigen Earl Edward von sich überzeugen.

Schon nach kurzer Zeit sind beide hoffnungslos voneinander hingerissen, doch Edward muss sich zusammenreißen. Um den Fortbestand seiner Linie zu sichern muss er eine Frau heiraten, die Kinder bekommen kann. Und da Anna bisher kinderlos geblieben ist, fällt sie als potenzielle Ehefrau aus.

Zur Ablenkung fährt Edward nach London, um sich im Freudenhaus „Aphrodites Grotto“ zu vergnügen. Doch Anna sehnt sich so sehr danach, dem Earl endlich näher zu kommen, dass sie ihm kurzerhand nachreist – um verschleiert im Bordell auf ihn zu warten…

Aphrodites Schwester“ ist eigentlich der Auftakt zu einer Trilogie von Büchern, die alle von einem langen Märchen gerahmt werden. Wie der englische Titel des Buches „the Ravenprince“ verrät, geht es um den Rabenprinzen, dessen Geschichte vor jedem Kapitel ein Stückchen erzählt wird. Ich habe nicht herausgefunden, ob die Geschichten von der Autorin selbst erfunden wurden, oder ob sie sich die selber ausdenkt. Sie passen auf jeden Fall sehr gut.

Wie auch die nachfolgenden Protagonistinnen war Anna sehr sympathisch. Mutig und klug aber auch verletzlich und weiblich. Ich war sehr überrascht, dass sie sich aufmachte, in das Bordell zu fahren.  Schon als sie die Hure Pearl von der Straße aufgelesen hat war ich überrascht – und angenehm begeistert!

Der Earl Edward dagegen ist ein Heißsporn. Zornig, prügelbereit und vulgär war er nicht so mein Typ Mann. Anna beschreibt ihn als heiß und attraktiv, aber auch gewöhnungsbedürftig. So ganz der Alpha-Held wurde er hier nicht, obwohl er sich zum Beispiel mit Bereitstellung seiner Kutsche und ritterlichem Benehmen gegenüber Anna sehr anstrengte.

Elizabeth Hoyt entwickelt sich zu einer sehr geliebten Autorin bei mir. Ihre Bücher gefallen mir zunehmend besser, und ich bin sehr froh noch mehr Werke von ihr hier liegen zu haben. Mehrfach war mir danach, noch einmal die anderen beiden Bücher der Princes-Trilogy (s. unten) zu lesen, die ich ja schon hierhabe und sogar rezensiert!
Vielleicht wird uns sogar der Sonderband „The ice princess“ irgendwann übersetzt.

Elizabeth Hoyt schafft es, mich dezent mit in die Zeit zu nehmen, in der ihre Geschichten spielen. Es ist ohne auftrumpfen, ohne Vergleiche, wie ein Fernsehfilm den man sich kurz anschaut. Ihr Geschichten erheitern und sind lesenswert.

Sie schreibt sehr locker, nicht ganz so einfach und umfasst eine fast perfekte Geschichte. Die Wörter flogen nur so dahin.

Weil mir der Protagonist nicht ganz so superduper gefallen hat und die Geschichte mich nun doch nicht so sehr gefesselt hat wie die Folgebände vergebe ich nur 4 Sterne. Aber vier sehr gute Sterne!

★★★★☆

Die Reihen der Autorin:

The Princes Trilogy
– The Raven Prince („Aphrodites Schwester“)
– The Leopard Prince („Mein sündiger Engel„)
– The Serpent Prince („Mylady spielt gefährlich„)

The Legend of the four Soldiers
– To taste temptation („Wild wie mein Verlangen„)
– To seduce a sinner
– To beguile a beast
– To desire a devil

Sowie die Maiden Lane Serie.

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[Rezension] Wild wie mein Verlangen

Wild wie mein Verlangen – Elizabeth Hoyt
Mira
Taschenbuch, Mai 2012
380 Seiten

7,99 €

Seit einigen Jahren ist Lady Emeline nun schon Witwe, und führt ein angenehmes Leben. Um sich die Zeit zu vertreiben begleitet sie junge Damen in die Gesellschaft. So auch Rebecca Hartley, nachdem deren Bruder Emeline darum gebeten hat.
Doch gleich zu Beginn fasziniert der Händler aus den Kolonien in Amerika die adlige Engländerin, und durch ihre Begleitung bei der jungen Rebecca kommen sich Emeline und Samuel zwangsläufig näher.
Anders als die englischen Aristokraten ist Samuel lockerer, verwegender, ungezügelter und trifft damit genau Emelines Charakter.

Langsam wird aus dem leisen Interesse eine heftige Schwärmerei, doch Emeline liegt ein großer Stein im Weg zur Liebe. Aus Rücksicht auf ihren Sohn Daniel hat sie bereits einer Zweckehe zugestimmt…

Samuel Hartley derweil ist nicht nur nach London gekommen, um sich in Abendgesellschaften zu vergnügen. Viele Jahre ist es nun schon her, dass er Soldatenkameraden bei einem Massaker in Amerika verloren hat, und wie er nun erfahren hat, wurde seine Kompanie damals verraten. In London vermutet er den Verräter, und sein Weg führt ihn zu Lord Vale…

Wie auch die Vorgängerbände hat „Wild wie mein Verlangen“ eine kleine Kriminalgeschichte. Die bringt die Protagonisten voran und fördert die Liebesgeschichte. Sie lenkt auch nicht ab.
Und auch diesmal gibt es eine weitere Geschichte in der Geschichte, zu Anfang jeden Kapitels wird „Eisenherz“ in Etappen erzählt. Das Buch ist ein neuer Auftakt zu einer vierteiligen-Reihe.

Ach, und wie erfrischend die Liebesgeschichte diesmal war. Seit langem habe ich einen historischen Roman gelesen, in dem die Protagonistin mal nicht jungfräulich war. Emeline weiß ganz genau, was sie mit einem Mann machen kann und muss. Sie hat zwar noch immer im Kopf, dass sich Genießen eigentlich nicht gehört, aber kann die Erotik nicht abweisen.
Die Liebes- und Bettszenen gestalteten sich also neu – es gab nur Erkundungen des neuen Körpers, nicht generell des Sexlebens.

Anders als bei „Mylady spielt gefährlich“ war ich diesmal einfach nur hingerissen von der Liebelei. Emeline möchte eigentlich nur noch eine Sicherung mit der Ehe, aber kann dem Charme von Samuel einfach nicht wiederstehen. Die Liebe wird größer und stärker.

Klassischerweise hat auch dieses Buch einen Showdown, der mir sehr gut gefallen hat. Ich mag es, wenn Menschen über ihre Schatten springen.

Ein großes Lob auch an die Übersetzung. Die Geschichte ließ sich locker lesen, ohne holprige Formulierung und Fehlerteufel.

Was kann ich anderes, als 5 Sterne zu vergeben? Elizabeth Hoyt trifft mal wieder meinen Geschmack. Historisch, erotisch, spannend und wunderbar romantisch!

 ★★★★★

Weitere Werke der Autorin:
Mein sündiger Engel (zur Rezension)
Mylady spielt gefährlich (zur Rezension)

Die Reihen auf Englisch:

The Princes Trilogy
– The Raven Prince („Aphrodites Schwester“)
– The Leopard Prince („Mein sündiger Engel“)
– The Serpent Prince („Mylady spielt gefährlich“)

The Legend of the four Soldiers
– To taste temptation („Wild wie mein Verlangen“)
– To seduce a sinner
– To beguile a beast
– To desire a devil

Sowie die Maiden Lane Serie.