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[Rezension] Häkeln rockt!

Wolltaire – Häkeln rockt von Maja Céline Probst
TOPP kreativ

ISBN 978-3-77246331-0
112 Seiten

14,99 € 

Häkelbücher sprießen aus den Druckereien wie nichts. Jeder Handarbeitsverlag muss noch etwas dazugeben, auch wenn es ganz ähnliche Bücher schon gibt.
TOPP hat nach einigen Loop- und Mützenbüchern nun die Schauspielerin Maja als Autorin gewonnen, und Maja will alles anders machen.

MyBoshi ist eine Erfolgsmarke schlechthin. Die Anleitungen haben keine Häkelschrift, sondern einen Text mit Zahlenangaben, der allerdings einige Fehlerquellen birgt. Bei Mützen, Schals, Loops und auch Stulpen etc. lässt man sich als geübte Häklerin sowieso nur noch inspirieren. Ich bin nicht so der Typ für Anleitungen, und bei einem Schal brauche ich erst recht keine Häkelschrift, bei einer Mütze bedingt, aber wie soll die aussehen? Eine Buchseite?


Das Buch von Maja wirkte auf mich erstmal ein bisschen uninspirierend. Statt tollen Anleitungen waren da überall Mützen. Klar, es ist ein Buch über Mützen, aber das war mir irgendwie zu einfach.
Doch bei genauem Hinsehen gab es noch viel mehr: Stirnbänder, Schleifen, Armbänder, eine Laptoptasche und tolle Schals. Der eine Kapuzenschal hat es mir sehr angetan, den wollte ich ausprobieren.

Was mir allerdings doch negativ aufgefallen ist: Maja erklärt nicht in jeder Anleitung alles nochmal von vorne. Sie setzt einige Dinge voraus, zum einen, dass man in allen Anleitungen nach Tipps gestöbert hat, und dass man bis zum Ende, bis zur kompletten Häkelgrundanleitung geblättert hat. Da ich eher der Typ „Aufschlagen und machen“ bin, hab ich eine Mütze und ein Stirnband versemmelt. Das war schade. Aber ganz nach Majas Motto „dann halt nochmal aufmachen und neu“, habe ich beides nochmal versucht. Die Mütze ist leider aktuell ein UFO (unfertiges Objekt…)


Gut ist, dass man eben doch inspiriert wird. Maja gibt eine grundsätzliche Anleitung, die für alle Wollearten gilt. Es heißt nicht „vier Maschen“ und nicht anders, sondern „bis es passt“. Das war dann doch ganz gut, weil ich, wie gesagt, eher die Macherin bin. Nicht die, die befolgt 😀

Der zweite Stirnbandversuch war dann also gelungen. Hier unten in der Mitte seht ihr das Ergebnis:

Mein Freund hat mir das Tragen verdorben, als er sagte „das sieht aus wie bei einer Putzfrau“. Also setzte ich das Band nur auf, wenn es wirklich kalt ist und er nicht dabei sein muss 😉
Rechts auf dem Bild ist der Kapuzenschal angefangen, ein Bild weiter ist er fast fertig (aber meine Wolle-Dealerin ist seit Wochen krank und damit der Laden zu und damit mein Nachschub dahin 😥 ).

 Die gelben/beigen Projekte sind übrigens nach Myboshi, aber pssst ^^

Vorlage und Projekt. Andere Farben und nicht so weich fallen, aber auch wärmend ^^

Das Buch „Häkeln rockt“ ist ein sehr schönes Ideenbuch für alle, die keine Häkelschriften brauchen oder sich generell lieber grob inspirieren lassen. Für viele schöne Mützenideen ist dieses Buch definitiv geeignet. Und über die Schauspielerin Maja und wer alles ihre Mützen trägt, erfährt man auch gleich noch etwas.

So ganz geeignet finde ich das Buch für Häkelanfänger nicht, da nicht so richtig deutlich wird, wie man eine Reihe schließt, und dass man einiges auch prima variieren kann. Auf der Verlagsseite in den Kommentaren wird das ein bisschen deutlich.

Ich denke aber dennoch, dass dieses Buch eine schöne Ergänzung im Häkelbücherregal ist, weil es von einer jungen Häklerin gemacht wurde, die scheinbar genau weiß, was ihre Generation braucht – und eine super Alternative zu myBoshi ist es allemal…

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[Notiz zum Buch] Küss den Wolf

Arena Verlag
1. Auflage 2012
ISBN 978-3-401-06725-4
Preis: 9,99 € 

1. Satz:
Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. 

Inhaltsangabe des Verlags:
 Pippa ist verliebt! In Leo, den attraktivsten, charmantesten Typen, den die Welt je gesehen hat. Glücklich wie noch nie, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter, doch in deren idyllischem Waldhäuschen passiert gerade eine unerklärliche Katastrophe nach der anderen. Irgendetwas geht dort ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu. Und Pippa fragt sich, was der mysteriöse Marc damit zu tun hat. 

Eigene Notiz:Weil ich Gabriella Engelmann über Facebook etwas besser kenne, weiß ich um die Arbeit mit diesem Buch. Deswegen kann ich auch keine lange ausführliche Rezension schreiben – ich möchte das Buch weder in den Himmel loben (obwohl es wirklich gut ist 😉 ) noch zerreißen. Aber etwas dazu sagen möchte ich. 🙂

Seit nicht so langer Zeit wage ich mich an Jugendbücher. Bisher habe ich mich mit der Literatur entwickelt, und eher „meinem Alter“ entsprechendes gelesen. Nun aber entdecke ich die wunderbare Welt der Jugendliteratur und bin immer wieder erstaunt.

Rotkäppchen, das Märchen, kannte ich. Es war nicht unbedingt eines meiner Lieblingsgeschichten, aber ich habe es gerne gehört. Nun hat sich die Gabriella Engelmann überlegt, nach drei erfolgreichen Umdichtungen, auch das Rotkäppchen umzuschreiben.
Herausgekommen ist eine tolle Geschichte über Jugendliebe, Erfahrungen die man selbst machen muss und Familienglück – gewürzt mit einem Hauch Magie. Und letzteres fand ich besonders toll, denn obwohl Frau Engelmann das Märchenhafte fast komplett herausgenommen hat, war mit der Fee Holla und ihren Freunden dieses bisschen noch drin. Und es passt so gut – die Geschichte wäre ohne diesen Aspekt unvollständig gewesen!

Schön finde ich, dass vom originalen Märchen Zitate beigefügt sind. Pippa ist mit dem Märchen aufgewachsen, und es begleitet sie in allen Lebenslagen. Gelungen!
Gabriellas Sprache ist wunderbar. Ich habe zwei ihrer „Erwachsenenromane“ gelesen, und bin überrascht, dass sie diesen jugendhaften Ton trifft – ich weiß nicht, ob ich so reden würde, wäre ich heute Teenager, aber ich fand es beim Lesen herrlich!

´Und so komisch es auch klingen mag – es war Liebe auf den ersten Blick!`, hörte ich mich plötzlich zu meinem eigenen Entsetzen girlyhaft herumschmachten.“ (S. 103)

Auch der Brief von Pippas Oma an die Einbrecher – Gabriella, das war der Hit im ganzen Buch!

Im Großen und Ganzen bin ich also weiterhin ein Fan von Gabriellas Werken und bin umso begieriger, endlich auch ihre anderen drei Märchen zu lesen. Und by the way – ich sag ja immer, fleißiges Bloggersein lohnt sich! (siehe Foto rechts)

Fazit: Empfehlenswert!

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[Notiz zum Buch] Süßer die Glocken…

Elysion Books
1 Auflage 2011
ISBN: 978-3-942602-12-9
Preis: € 9,90; Broschur

1. Satz:
„Victoria, warte!“

Rückseitentext:
In 16 sinnlichen Kurzgeschichten über besinnliche Feiertage, prickelnde Adventsmomente und überraschende Geschenke, erzählen deutsche Autoren und Autorinnen von lustvollen Nikoläusen, unartigen Weihnachtselfen und einer ganz neuen Art von Knecht Ruprecht.
Begleiten Sie Inka Loreen Minden, Olga Krouk, Emilia Jones, Antje Ippensen und viele andere zu aufregenden Backstunden, verführerischen Ausflügen in den Schnee, begegnen Sie nekcischen Festtags-Engeln und einem sehr verführerischen Weihnachts-Dieb.
Ein hartes bis zwartes Lesevergnügen zum Verschenken, Alleinlesen oder Gemeinsam-Genießen.

Eigene Notiz:
Was man an Weihnachten alles anstellen kann, hätte ich nicht gedacht. Prickelnd erotisch erlebt der Leser in den 16 heißen Kurzgeschichten eine Vielfalt an Sinnlichkeit, dass es nur so schmilzt. Ob unartig oder brav, jeder bekommt ein Stück vom (Liebes-)Kuchen.

Erotische Bücher lese ich sehr selten, dennoch habe ich mir von den Kurzgeschichten viel versprochen. In eine Kurzgeschichte passt so viel mehr Aufregung und Abenteuer hinein, als eine lange, ausladende Geschichte (die vielleicht in einem Höhepunkt endet…).
Und in „Süßer die Glocken…“ ist jede Geschichte so unterschiedlich und doch so erotisch, wie ich es erwartet habe. Ob in einem Zug, als verkleideter Weihnachtsmann oder mit unmoralischen Angeboten bei einer Feier – verschiedenste Situationen rufen die Leidenschaft hervor!

Schön finde ich, dass es einige neue AutorInnen gibt, die zum ersten Mal eine Kurzgeschichte beisteuern. Aber auch alte Erotiknasen sind unten den AutorInnen. Bekannt sein dürften vor allem Lesern aus dem Elysion Verlag Jennifer Schreiner selbst und Christiane Gref („Triskelion“), aber auch u.a. Emilia Jones (Herausgeberin der Elfenschrift), Antje Ippensen („Fesselndes Geheimnis“) und Inka Loreen Minden („EngelsLust“).

Fazit: Empfehlenswert!

Schau dir AutorInnen persönlich an: Olga Krouks Journal, Thomas Backus‚ Blog

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[Rezension] Die Drachen der Tinkerfarm

Die Drachen der Tinkerfarm – Tad Williams/ Deborah Beale

Aus dem Amerikanischen von Hans-Ulrich Möhring (Orig.: The Dragons of the Ordinary Farm)

Hobbit Presse, Klett-Cotta

Hardcover, Originalausgabe 2009

380 Seiten, 19,90 €

Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag für das Rezensionexemplar!

Inhaltsangabe des Verlags

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Ferienaufenthalt auf dem Land werden, aber was die Geschwister Tyler und Lucinda auf der geheimnisvollen Tierfarm ihres Onkels erleben, übersteigt jede Vorstellungskraft. Der erste Band einer spannenden Fantasyserie von Bestsellerautor Tad Williams und Deborah Beale.

Obwohl es zu Beginn kleine Unterschiede gab, erinnerte mich das Buch zunächst an Brandon Mulls „Fabelheim“. Zwei Kinder (große Schwester, kleiner Bruder) kommen auf eine Farm, wo es seltsame Tiere gibt, die Mitarbeiter sind komisch, und sie dürfen bloß nichts weitererzählen, als sie nach und nach in die Geheimnisse eingeweiht werden.

Tyler ist wahnsinnig neugierig, bricht die ihm gegebenen Regeln und findet viel mehr heraus als er wissen sollte.

Doch „die Drachen der Tinkerfarm“ ist sich ein ganz besonderes Buch. Anders als in „Fabelheim“ gibt es einen wissenschaftlichen Grund für die mythischen Wesen. Außerdem haben die Kinder eine andere Bindung zu den Drachen, und die Geschichte entwickelt sich natürlich auch anders als bei den Fabelheim-Kindern.

Besonders schön war für mich, dass das Buch ganz anders verlief, als ich erwartet habe (eben durch meine Fabelheim-Erfahrung). Die wissenschaftliche Idee hinter den Wesen, und die Vergangenheit der Farm sind selbst am Ende des Buches noch nicht ganz geklärt, und machen große Lust auf weitere Bände – die es allem Anschein auch geben wird.

Mehr Informationen findet ihr auch hier auf der deutschen Seite von Tad Williams 🙂