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[Rezension] Sternschnuppenträume

Sternschnuppenträume – Julie Leuze
Egmont INK
Hardcover, 2014
ISBN: 978-3-86396-065-0
352 Seiten

14,99 €

Eine Insel an der Nordsee. Der Sommer bisher war ein einziger Alptraum, und Sven darf sich eigentlich nichts anmerken lassen. Nur ihre beste Freundin weiß bisher um ihr Geheimnis.
Doch als die Schule wieder anfangen soll und Svea sich ihren Mitschülern wieder stellen muss, gerät sie in Panik. Am letzten Partyabend vor dem neuen Schuljahr flüchtet sie am Nordseestrand in die Dunkelheit und trifft ausgerechnet – Nick!

Nick ist der Frauenschwarm schlechthin, hat eine On/Off-Freundin und lässt nichts anbrennen. Doch als er und Svea sich kurz zu einem Kuss hinreißen lassen hört die Erde auf, sich zu drehen. Etwas ist anders als vorher, und so sehr Svea und Nick auch voneinander lassen wollen… sie können es nicht.

Sternschnuppenträume“ ist ein Buch, das man gut weglesen kann. So leicht und locker es aber geschrieben ist, so sehr geht es hoch her zwischen den Zeilen.

Svea ist rastlos, eine junge Frau, die ihr Leben eigentlich endlich leben möchte aber auf der Insel wortwörtlich festsitzt. Ihre Familiendramatik ist sehr heftig und man leidet quasi sofort mit, wenn man erfährt worum es geht.
Bei Nick ist es genauso. Manchmal steckt hinter den Sunnyboys der See auf dem Surfbrett eben doch sehr viel mehr als es den Anschein erweckt! Dass das Buch teilweise aus seiner Perspektive erzählte, hat das Ganze noch packender gemacht.
Die Szenen sind auch aus der Ich-Perspektive geschrieben und wechseln manchmal so rasant, dass man nicht weiß, wer gerade erzählt.

Dass Svea und Nick sich für eine ganze Weile versuchen zu widerstehen, baut in der Geschichtung eine enorme Spannung auf. Als die beiden dann zueiander finden geschieht das in einer so heftigen Explosion der Gefühle (fand ich), dass ich einfach total mitgenommen war. Irgendwie auf eine schöne Art, obwohl hinter allem eine Tragik stand, die die Geschichte nicht so richtig strahlen lassen konnte.
Wie schon bei „Der Geschmack von Sommerregen“ schafft Leuze es, mit ihren Worten etwas einzufangen, das es einem ans Herz geht.

Es war auch nicht permanent ein Herzskasper, denn durch kleine Atempausen, zum Beispiel in der Robbenstation, konnten Svea und Nick aufatmen und man als Leser auch. Das machte das Buch noch gelungener.

Die Autorin hat sich vom ersten Buch deutlich gesteigert. Ich gebe dem Buch fünf Sterne für eine schlaflose, packende Nacht voller Emotionen und Gedanken.

Hier einige Impressionen der Autorin zum Buch!

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[Rezension] Troubleshooters Tödlicher Hinterhalt

Troubleshooters #1 Tödlicher Hinterhalt – Suzanne Brockmann
Egmont Lyx
Taschenbuch, Februar 2014
ISBN 978-3-80259261-4
400 Seiten

9,99 €

Nach einem beinahe tödlichen Unfall im Einsatz muss Navy SEAL Tom Paoletti zwangsweise in den Erhohlungsurlaub gehen. Er nutzt diese Zeit, um seinen Onkel in Baldwin’s Bridge wieder zu besuchen. Dort ist Tom auch aufgewachsen, und heimlich hofft er, seine Jugendliebe Kelly Ashton wiederzusehen.
Auch Kelly, die zwischenzeitlich wieder bei ihrem tödlich erkrankten Vater eingezogen ist, freut sich über Toms Besuch. Schon früher war sie hoffnungslos verknallt in den attraktiven SEAL.

Doch bei Toms Ankunft entdeckt er einen totgeglaubten Terroristen. Seine Vorgesetzten glauben ihm allerdings nicht und so muss Tom auf eigene Faust versuchen, einen möglichen Anschlag zu verhindern.
Gleichzeitig versucht er sich der knisternden Anziehungskraft von Kelly zu wiedersetzen…

Tödlicher Hinterhalt“ ist eine Neuauflage von Suzanne Brockmanns Troubleshooter-Reihe. Dieser Teil der Reihe ist im Jahr 2000 bereits erschienen, aber von LYX nun neu ins Programm genommen, weil die Nachfrage sehr hoch war. Der andere deutsche Verlag (ich weiß den grad nicht), der damals die Bücher teilweise hat übersetzen lassen, hat erst später in der Reihe angefangen. Diese Bücher sind auch nicht mehr erhältlich.

Von diesem Buch habe ich übrigens bei der LLC letztes Jahr gehört, als Michelle Raven und Stephanie Ross über das Genre Military Romance berichtet haben. Nachdem ich letztes Jahr auch ein Buch aus dem Genre gelesen habe, war ich überrascht, wie anders die Bücher aus den letzten Jahren im Vergleich zu Büchern vor dem 11. September waren (das war ein Einschnitt für das Genre, besonders in Amerika).

Der Fokus dieses Buches lag allerdings weniger auf den politischen, kämpferischen Aktivitäten. Tom Paoletti ist eben sehr durchtrainiert, weil er ein SEAL ist. Das ist sein Beruf, und diese Sorte Männer ist nunmal besonders attraktiv. Abgesehen vom anfänglichen Einsatz taucht diese besondere Arbeitsumgebung im Buch nur sporadisch auf.
Nein, vielmehr wird eine große Gewichtung auf die erotische Anziehung gelegt. Und nicht nur zwischen Tom und Kelly, nein auch zwischen Toms Nichte Mallory und ihrem neuen Freund David und sogar zwischen Kellys Vater und einer Französin in historischen Rückblicken.
Es sind also viele Handlungsstränge, die irgendwie zusammenhängen. Man braucht eine Weile, um zu erfahren, wie alles zusammenhängt. Wobei ich nicht so richtig verstanden habe, warum Mallory und David so große Rollen spielen außer um beim Showdown mehr Figuren einsetzen zu können.

Sprachlich ist das Buch nicht anders als Bücher aus den 2010er Jahren. Die Sexszenen sind vielleicht nicht ganz so direkt und ein bisschen romantischer, aber insgesamt hätte das Buch in dieser Hinsicht auch aus 2013 oder 2014 sein können.

Während man bei manchen Figuren in anderen Büchern Hinweise auf Geschehnisse in der Vergangenheit bekommt, wird in diesem Buch die Geschichte aus der Vergangenheit deutlich wiedergegeben. Krass fand ich, dass die erotisch angehauchte Geschichte aus der aktuellen Zeit einen so heftigen bitteren Beigeschmack bekommt. Dadurch war die Erzählung aber gut gewichtet.

Diese Troubleshooter-Reihe gefällt mir mit dem ersten Buch schonmal sehr gut. Ich freue mich auf die Folgebände, denn es ist mal etwas anderes als die aktuellen Bücher aus dem Military Romance Genre (die werde ich aber auch noch lesen…).
Für diesen ersten Teil gebe ich, auch für die Aufmachung, 5 Sterne!

Band 2 erscheint am 4.9.2014!

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[Rezension] Du denkst, du weißt, wer ich bin

Du denkst, du weißt, wer ich bin – Em Bailey
Egmont INK
Hardcover, 2012
ISBN 978-3-86396-023-0
346 Seiten

17,99 €

Eine neue Schülerin soll in die Schule kommen, was Olive eigentlich kalt lässt. Denn seit sie eine Weile im Krankenhaus war, hat sie sich ohnehin zurückgezogen. Doch Miranda soll ihre Eltern umgebracht haben und sieht auch sehr seltsam aus, als sie in die Schule kommt.
Während sich Olive mit ihrer Freundin Ami im Hintergrund hält, nimmt Miranda den Platz der besten Freundin an Seite der Jahrgangskönigin Katie ein. Nach und nach wirkt es fast so, als würde Miranda Katie alle Lebensenergie nehmen.
Als Miranda sich dann mit Olive anfreundet, passiert es wieder – was geht dort vor? Wer ist Miranda wirklich?

Die Jugendbücher von INK haben immer etwas Besonderes. Ein bisschen Nervenkitzel, Spannung und Jugendliche. Das hat mich von Anfang an gereizt. Bei diesem Buch habe ich gewusst, dass es mir gefällt, habe trotzdem lange gebraucht, um es zu lesen.
Und jetzt war es an einem Abend durch… weil es so spannend war!
Olive ist ein bisschen kaputt, auch wenn man erst nach und nach weiß, warum. Sie hat sich sehr zurückgezogen, und muss erst wieder auftauen. Diese Entwicklung mochte ich gerne.
Miranda ist natürlich sehr unheimlich, und auch die Spekulationen, dass sie vielleicht ein Parasit für Menschenenergie wäre, macht es gruselig. Weil das kann ja nicht sein, oder doch?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dieses Buch hat mich echt mitgenommen. Die Art der Autorin, Dinge anzudeuten, die einem plötzlich aufgehen, war großartig. Es ist nicht so gewesen wie bei manchen Büchern, wo du plötzlich Informationen bekommst, auf die du gar nicht kommen konntest, sondern es gab immer schon kleine Andeutungen. Das fand ich sehr gelungen! Natürlich hat mir die Geschichte, also die Handlung, nicht so gefallen, weil es einfach sehr spannend war (und ich einfach zu ängstlich ^^), aber das ist subjektiv. Es war damit auch super geschrieben, weil ich panisch mit dem Buch dasaß und immer dachte „nein, bitte nicht!“.
Diese unterschwellige Psychoart ist echt gut gelungen!

Volle Punktzahl für ein Buch, welches megamäßig mitgenommen hat!

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[Rezension] Ein vortrefflicher Schurke

Ein vortrefflicher Schurke – Sabrina Jeffries
Band # 3
Egmont Lyx
Romantic History
ISBN: 978-3-80259085-6

416 Seiten

9,99

Rezension zu Band 1

Zwei Söhne sind endlich verheiratet, doch die Vorgabe der Großmutter galt für alle Kinder: Sie erhalten erst ihr Erbe, wenn alle verheiratet sind.
Doch zwei von fünf Enkel reichen nicht. Minerva Sharpe will aber auf keine Fall heiraten. Sie will sich viel lieber auf ein kleines Cottage zurückziehen und einfach weiter Romane schreiben. Denn damit kann sie sogar etwas verdienen.
Um ihre Großmutter völlig von der absurden Idee einer Heirat abzubringen, bietet sie sich selbst in der Zeitung als Braut an. Doch während ihre Brüder die Interessenten abwimmeln, schleicht sich ihre Jugendliebe Giles Masters ins Haus und bittet um Minervas Hand.
Was als Spiel begann geht plötzlich nahtlos in eine sehr innige Beziehung über. Denn Minerva hat Giles Masters seit ihrer Kindheit vergöttert. Und Giles hatte ebenfalls schon immer ein Auge auf sie…

Traditionell habe ich auch in dieser Reihe nicht die Reihenfolge beachtet und mit Band 3 weitergemacht, nachdem mir Band 1 sehr gut gefallen hat. Auch in diesem historischen Roman geht es weniger um das Setting als die Liebesgeschichte. Dass es noch Kutschen, Pferde, Schwerter und wunderschöne Kleider gibt, macht das Ganze nur romantischer.

Sabrina Jeffries schafft es, einen wie alte Freude in eine Familie hineinzubringen. Dass ich den zweiten Band nicht kannte, war auch nicht schlimm (am Ende heiraten sie eh immer…). Die Geschichte von Minerva und Giles hatte so viele Facetten, dass es immer spannend war, sie zu lesen. Ich konnte das Buch gar nicht zur Seite legen, so sehr wollte ich wissen, was es mit den Geheimnissen auf sich hat.
Minerva war wieder eine klassische Jungfrau, aber nicht ganz so schockiert und naiv wie manch andere Protagonistinnen. Ich fand es herrlich, wie sie die neue Erfahrung der Erregung auch für ihre Zwecke nutzen konnte. Dass sie sich als Schriftstellerin damit schon in ihren Büchern beschäftigt hatte, gab Jeffries natürlich die Möglichkeit, eine sehr neugierige und wissbegierige Protagonistin zu schaffen.
Giles dagegen ist auf der einen Seite der harte Kerl, auf der anderen Seite der weiche Romantiker, aber in einer sehr angenehmen Mischung. Als es ander Zeit war zu sagen „Weib, schweig“, da sagte er es. Und wie Minerva damit umgegangen ist, war genauso lesbar!

Und etwas ganz besonderes macht diese Reihe unwiderstehlich: Man erfährt zu Anfang, dass die Eltern Sharpe umgekommen sind. Wie und warum, das finden die Kinder in jedem Buch ein wenig mehr heraus, was ein toller roter Faden für alle Bücher ist – neben der Heiratsgeschichte natürlich.

Band 2 liegt bereits griffbereit auf dem SUB und wird demnächst ebenfalls ausgelesen, immerhin möchte ich auch Jarrets Geschichte erfahren. Band 4 ist auch bereits erschienen, und hoffentlich gibt es noch Band 5 und 6 und mehr und mehr 🙂
Volle Punktzahl also von mir mal wieder für das tolle Setting, die sympathische Figur Minerva und den sehr attraktiven Giles!

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[Rezension] Eine Braut von stürmischer Natur

Eine Braut von stürmischer Natur – Lynsay Sands
Egmont Lyx
Klappenbroschur, Juli 2013
ISBN 978-3-8025-8946-1
380 Seiten

9,99 €

Als Waise kam die junge Murie an den Königshof. Sie ist so wunderschön, dass sich jeder Mann in sie verlieben muss. Doch leider ist sie ein widerborstiger Teufelsbraten und bekommt durch Schrei- und Heulkrämpfe immer ihren Willen bei ihren Pateneltern.
Als der König verfügt, dass sie unbedingt heiraten muss, findet sich der verarmte Balan Gaynor, der dringend die Mitgift von Murie zur Ausbesserung seiner Festung braucht.
Überraschenderweise entpuppt sich Murie nach der Hochzeit aber nicht nur als ziemlich leidenschaftlich, sondern auch als eine durchsetzungsstarke und gute Herzogin.
Doch das Glück von Balan und Murie hatte von Anfang an einen Riss. Denn Murie sollte einen anderen heiraten. Seit sie sich für Balan entschieden hat, ist das Paar vom Pech verfolgt…

Eine Braut von stürmischer Natur“ ist ein weiterer Roman von Lnysay Sands, nachdem ich gerade „Das wilde Herz der Highlands“ (demnächst unter „Die Jungfrau aus den Highlands“ als Taschenbuch) von Cora/Mira beendet hatte. Letzterer war besonders zum Ende hin sehr zäh und langweilte mich ziemlich. Es gab nur hin und her, ein Liebespaar, um das es aber nicht so richtig ging, und eine Handlung die verwaschen und seltsam war. Oh man, meine Erwartungen an den Lyx-Roman waren ziemlich niedrig. Die Historicals haben mir bisher zwar ziemlich gut gefallen, aber man weiß ja nie.

Aber je mehr ich las, desto begeisterter war ich von dem Buch. Nicht nur zur 7-Tage-7-Bücher Woche habe ich das Buch so sehr schnell durchgelesen, sondern auch weil es einfach lesenswert war!

Dieses Buch verdient für verschiedene Dinge ein Lob. Zum einen fand ich es immer doof, dass Mann und Frau sich verliebten, aber dann das ganze Buch nicht zueinander fanden. Also bei den Historicals ist das in diesem Fall die Hochzeit.
Nicht so hier. Die Hochzeit passiert so holterdipolter und entscheidend ist, was drumherum passiert.
Dann fand ich es immer blöd, wenn der Sex nach der späten Hochzeit im wahrsten Sinne des Wortes ein Höhepunkt zum Ende des Buches ist. Man erfährt zwar, wie Braut und Bräutigam sich kennen lernen, auch im Bett, aber dann ist das Buch vorbei. Und selten geht es mit dem gleichen Pärchen weiter (nur wie z.B. bei Maya Banks und ihren Highländern erfährt man nebenbei weiteres).
Hier wiederum gab es den Hochzeitssex sehr früh, und Murie (süße, naive Murie) war so begeistert von der Liebe (wie wohl alle Protagonistinnen in den Historicals), dass sie nicht genug davon bekam.

UND mein großes Highlight in diesem Buch, was es für mich einfach wunderbar machte: Murie hört an einer Stelle ein Gespräch zwischen Balan und seinem Cousin. Und statt dass sie etwas falsch versteht (wie bei der Jungfrau aus den Highlands“ *rolleyes*), hört sie endlich mal das richtige! JAAAAA!!!! Sonst nervt es mich immer unbeschreiblich, wenn die Frauen etwas hören, dass aus dem Kontext gerissen ist und etwas ganz anderes meinte.

Ein bisschen Kritik muss ich an den Ausführungen der Sexszenen äußern. Wie ich bereits mehrfach gelesen habe, ist die Übersetzerin nicht so… talentiert dafür. Mich störte die irgendwie irreführende Umschreibung, auch wenn Muries Sichtweise zu Anfang wirklich erheiternd war. Aber als es um Muries „Schatzkiste“ ging, war ich etwas irritiert. Mich fällt auf Anhieb nicht ein, wie man es dezenter umschreiben kann, aber an manchen Stellen hätten klare Worte auch nicht geschadet. Immerhin war es später nicht mehr Balans „Stab“, sondern eine Erektion. In dieser Hinsicht fielen der Übersetzerin also keine komischen Synonyme ein… zum Glück!

Bei weiteren Büchern von Lynsay Sands werde ich wieder zugreifen (ein weiterer Romantic History- Roman ist ja auch schon erschienen), denn nach dem ersten Desaster hat mich dieser Roman hier wieder milde gestimmt. Gut und zügig lesbar, eine tolle Liebesgeschichte und überraschende Wendungen! Volle Punktzahl für diesen tollen historisch fast korrekten 😉 Roman.

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[Rezension] Der Geschmack von Sommerregen

Der Geschmack von Sommerregen – Julie Leuze
Egmont INK
Hardcover, Juli 2013
ISBN 978-3-86396-062-9
320 Seiten

€ 14,99

Sophie ist eigentlich normal, wie man eben so ist, mit 16 Jahren. Aber sie hat ein Geheimnis: Alle ihre Gefühle sieht sie in Farben vor sich. Glück, Traurigkeit, Einsamkeit, Freude, alles hat seine eigene Kolorierung. Das verbirgt sie aber vor allen außer ihren Eltern, sogar vor ihrer besten Freundin. Und auch ihre Eltern heißen das nicht gut, denn vor langer Zeit hat Sophies Oma etwas Schreckliches getan – und auch sie hat Farben gesehen.
Dann kommt Mattis in die Klasse, und erobert auf einen Schlag die Herzen der Mädchen. Als er sich Sophie zuwendet und scheinbar Gefühle für sie hat, kann es keiner so richtig fassen, erst recht nicht Sophie.
Die anstehenden Pfingsferien werden zu einem Wechselbad der Gefühl, denn Sophie möchte vor allem eins: mit Mattis schlafen!
Doch auch er weiß nicht von den Farben. Und solange er die wahre Sophie nicht kennt, mag sie sich nicht öffnen. Sophie muss endlich herausfinden, was die Farben bedeuten…

Der Geschmack von Sommerregen“ ist kein Teenie-Roman mit platter Liebesgeschichte. Es hat den Beigeschmack eines seltsamen Autismusses, wie ich zunächst vermutete. Das war nicht schlimm, sondern machte die Geschichte besonders. Warum unterdrückten Sophies Eltern jedes Gespräch, warum sollte das Farbensehen etwas schlechtes sein?

Dieser Konflikt mit dem seltsamen Monitor von Sophie und das zarte Anbändlen mit Mattis fand ich richtig toll. Besonders als Sophie ein Bild von Mattis am PC nachbearbeitet hat, und endlich auch „real“ ihre Farben zugelassen hat. Dass Mattis auch „speziell“ ist, war ein kleiner Punkt, der gut zu Sophie passte, aber nicht zwingend notwendig war.

Die Erzählweise von Julie Lueze war dezent, mit Aufregung durch die Farben, und nie langweilig. Sie konnte einen packen und in die Geschichte reißen.

Allerdings gibt es auch mehrere Sachen, die mich störten:
– Der Titel wird im Buch nicht aufgegriffen. Oder ich habe es überlesen, weil es so minimal war.

– Die Geschichte hatte mit der Selbstfindung von Sophie genug zu tun. Zwischendurch gab es eine Art Kleinkrieg mit einem Ex, bzw. der Klassenqueen, was für mich absolut nicht in die Story passte. Es hätte meiner Meinung nach viel weniger dramatisch zum gleichen Ergebnis führen können. Als die Sache passierte, wollte ich das Buch einfach nur in die Ecke schmeißen. Bis zu dieser Stelle war es für mich ein lieber Jugendroman, der auf interessante Weise zwei etwas spezielle Jugendliche zueinander brachte. Dann kam etwas sehr sehr alltägliches dazu, was absolut unnötig war. Sophie brauchte diesen Tritt nicht, um sich selbst zu finden. Ich weiß, wenn eine Geschichte bei einem Gefühle egal welcher Art hervorruft, ist das gut, aber an dieser Stelle habe ich nicht mitgelitten sondern mich total geärgert.

– Von Mattis hätte ich gerne etwas mehr erfahren als sein toller, super gebauter Körper und seine „Krankheit“. Es dreht sich so viel um Sophie, dass sie zwar enorm viel über seinen Körper nachdenkt, aber nicht über sein Wesen. Vielleicht war ich auch so, ich weiß es nicht mehr.

Das Buch ist ein toller Jugendroman für Jugendliche, die ihre erste Liebe erleben, ihrem ersten Mal entgegenfiebern und den ersten Sommer ohne Eltern erleben. Für mich, die nicht mehr bei den Eltern sondern mit dem Freund zusammenwohnt, ist dieser Zauber der ersten Male schon verflogen. Liebe ist noch immer etwas sehr sehr aufregendes, aber der Glaube, der erste Freund ist DER Mann fürs Leben, ist nicht mehr da 😉

Sophie und Mattis wünsche ich noch ein wunderbares Teenie-Leben, mit der Aufregung der ersten Liebe und dem tollsten Sommer ihres Lebens.
Weil ich das Buch überwiegend gut fand, gebe ich 4 Sterne.

 ★★★★☆

Btw, liebes Team von der Herstellung bei INK: Die runden Ecken werten das Buch vielleicht optisch auf, aber beim Lesen knibbelten sie sich wieder auf, sodass es irgendwie gedetscht aussah. Das Geld hättet ihr euch sparen können 😉

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[Rezension] Spiel des Lebens

Spiel des Lebens – Veit Etzold
Egmont Ink
Softcover, September 2012
349 Seiten

14,99 €

Empfohlenes Alter vom Verlag 14 – 17 Jahre

Es soll ein Neustart sein, ein neues Leben, das Emily an der Universität in London endlich beginnen will. Von zuhause ausgezogen, mit einer Freundin im Wohnheim wohnen und die Freiheit genießen.
Doch schon am ersten Tag erlaubt sich jemand einen bösen Scherz mit Emily, und das ist kein Einzelfall. Ein seltsamer Psychopath offenbart sich Emily, denn angeblich hätte sie sein Leben gestohlen. Nun will er ihres stehlen.

Emily soll zwischen Tod und Leben entscheiden. Aber nicht bei sich selbst – zuerst bei anderen…

Ink bringt bisher wirklich nur nächteraubende Romane heraus. „Spiel des Lebens“ ist genau aus dieser Kategorie: packend, furchterregend, gruselig, realitätsnah und super durchdacht.
Wer ist der geheimnissvolle Erpresser, wer hat die Fäden in der Hand? Kennt Emily ihn?

Angefangen beim Cover sieht das Buch wirklich toll aus. Das Mädchen, dass scheinbar durch den Tunnel läuft (läuft sie wohin, läuft sie vor etwas weg?), die kalten Farben die man bei Emilys Albträumen wiederfindet, machen den Umschlag schonmal zu einem Gruseleffekt.

Die Handlung startet auch sehr krass, nach einem einführenden Prolog folgt eine recht gemütliche Einführung in das Studentenleben und die Situation. Das war sehr angenehm.

Emily ist eine tolle Figur, mit der man sich gut identifizieren kann. Ihre Mutter klammert und sie möchte gerne ihr eigenes Leben führen. Sie hat seltsame Dinge in ihrer Kindheit erlebt, die sie selbst nicht so recht zuordnen kann. Als Leser sieht man die meisten Kapitel aus ihrer Sicht (bis auf die Kapitel aus der Sicht des Killers) und weiß so alles, was in ihrem Kopf vorgeht.

Nicht ganz so gut hat mir gefallen, dass ich recht schnell wusste warum der Killer Emilys Leben haben will. Sehr dezente Hinweise waren mir wohl zu offensichtlich. Es dauert sehr lange, bis man weiß wer ER nun ist, aber das war dann nebensächlich. Die Auflösung der Geschichte war nicht ganz so spannend wie ich es mir gewünscht hätte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr interessant. In eiligen Szenen las es sich rasch und ohne Holperstellen, es wurde nur auf das Wesentliche eingegangen. Wenn Emily Panik bekam wiederholten sich Wörter mehrfach oder sogar ganze Sätze. Hin und wieder war das etwas anstrengend, aber nicht störend.
In ruhige Szenen konnte Emily beschreiben, kombinieren und die Ruhe bewahren. Zum Lesen sehr angenehm.

Die Idee von dem Buch fand ich gelungen. So schnell werde ich mir wohl kein anderes Buch von Veit Etzold kaufen, aber sollte noch ein weiteres bei INK erscheinen gehe ich nicht daran vorbei.
Für das Lesevergnügen, dass noch eine weitere Prise Spannung und Länge vertragen hätte, vergebe ich 4 Sterne.