Kurzmitteilung
0

Cover Lebensnacht Lebensnacht – Will Hofmann
Fabulus Verlag
ISBN 978-3-94478829-6
366 Seiten

19,95 Euro

Die Wissenschaft hat stets zwei Seiten – eine nützliche, und eine sehr gefährliche.
Genau diese Erfahrung müssen die Wissenschaftler rund um den Chemiker Professor Harry Kaufmann machen, der eine organische Alternative zum Benzin erfindet: Ein Bakterium, das durch Verwertung von Abfall Oktan produziert. Doch statt für immer unabhängig von den natürlichen Ölvorkommen zu sein, lösen sich plötzlich ohne ersichtlichen Grund Menschen auf der Straße in Benzin auf. Qualvoll greift die Krankheit um sich, ohne dass eine Lösung in Sicht scheint…

Erzählt wird die Geschichte rund um die biologische Krankheit aus der Sicht des Nachbarn von Harry Kaufmann und seinem Bruder, ihrem ehemaligen Lehrer, der zu einer Vaterfigur für die beiden geworden ist. Er kann aus nächster Nähe den Werdegang des Chemikers erzählen und berichtet sehr authentisch über die verschiedenen Reaktionen zur Massenseuche.

Die Erfindung des Oktans war keinesfalls zu chemisch, oder die Todesfälle zu blutig. Die Erfindung wurde sehr gut dargestellt, besonders gut hat mir dabei die Verleihung des Preises gefallen und wie das Video beschrieben wurde, indem für alle deutlich und verständlich nochmal das Oktan erklärt wurde. Weil auch der Erzähler nicht so ganz verstanden hatte, worum es ging, war es danach klar, was die Chemie dahinter ist. Auch die Todesfälle und der Zusammenhang zum Oktan wurden nachvollziehbar beschrieben.

Das Buch las sich gut flüssig und anregend. Das Thema und auch die Schreibweise war für mich mal etwas anderes und damit spannend. Auch wird ein sehr toller Erzählbogen gespannt, der einen bis zum Schluss mitfiebern lässt, ob sich ein Gegenmittel findet und wie viele Menschen sterben müssen. Die natürliche Dummheit des Menschen, in bestimmten Paniksituationen dämlich zu reagieren, wurde sehr realistisch eingefangen.

Die Figuren von Harry Kaufmann und auch von seinem Bruder wurden einem durch die sehr persönliche Erzählstruktur vertraut und es tat mir richtig leid, wenn Harry Kaufmann sich die Schuld am Ganzen gab – jedes Kapitel in dem er wieder vorkam, war wie einen Freund zu treffen und ihm bei der Arbeit zuzusehen.

Das Buch bekommt von mir vier Sterne, weil ich noch ein bisschen mehr Kick erwartet habe und mir die Kapitel teilweise zu kurz waren. Aufgefangen wurden diese beiden Punkte aber durch die liebevolle Gestaltung des Buches mit den bedruckten Seiten und der hochwertigen Aufmachung.

5

[Rezension] Lost Land # 1

Lost Land Die erste Nacht – Jonathan Maberry
Lost Land # 1
Thienemann Verlag
Hardcover, 2012
ISBN 978-3-52220151-3
528 Seiten

16,95 €

Zu seinem 15. Geburtstag muss Benny sich einen Job suchen – denn nun muss er als Teil der Gesellschaft einen Beitrag leisten. Das müssen alle in Mountainside, dem umzäunten, sicheren Stadtgebiet inmitten vom Leichenland. Doch Benny will weder am Zaun Zombies vertreiben noch Zombies verbrennen oder gar ständig durch die Stadt laufen – körperliche Arbeit ist gar nicht seins.
Er könnte bei seinem Bruder ins Geschäft einsteigen. Denn Tom Imura ist Kopfgeldjäger im Leichenland, dort spürt er Tote, jetzt Zombies, auf und beendet ihr Dasein. Aber Benny weiß, dass nur Charlie und der Hammer wirklich coole Kopfgeldjäger sind. Draußen im Leichenland haben sie bergeweise Zombies vernichtet und die Gegend sicherer gemacht.
Doch als Benny schließlich mit Tom ins Leichenland muss, verändert das alles. Und dann geschehen die Ereignisse Schlag auf Schlag, sodass Benny keine andere Wahl hat, als mit dem Leben fertig zu werden…

Lost Land # 1″ ist eine Dystopie, die vom Grundgerüst ziemlich ähnlich zu allen Zombiegeschichten ist. Irgendwie über Nacht werden Tote zu Zombies. Wer gebissen wird stirbt und ersteht ebenfalls wieder auf. Das Setting ist ein bisschen wie „World War Z“, nur dann schon Jahre später nach dem Ausbruch (14 Jahre später).
Die Einführung in die Geschichte fand ich gelungen, man weiß ziemlich schnell worum es geht und wie sich alles Entwickelt hat (bis auf eben Details der ersten nacht).
Einen Großteil des Buches habe ich mich gefragt, warum das Buch „Die erste Nacht“ heißt. Später wird das deutlich, aber da es 14 Jahre später spielt, war für mich da kein großer Zusammenhang – es ergibt aber alles einen Sinn.

Benny ist erst ein typischer Jugendlicher, und ich mochte die Schreibweise von Maberry aus seiner Sichtweise. Er sieht Tom in einem bestimmten Licht und kann seine Meinung nur schwer ändern. Tom ist eine Figur, die man eben nicht einschätzen kann, weil man durch Bennys Erzählungen geprägt ist.
Die Stadtbewohner sind eigen, Charlie und der Hammer eben ganz spezielle Gesellen. Man sieht alles durch die Augen des fünfzehnjährigen Bennys, der stark beeinflussbar ist. Das fand ich gut.
Durch die anfängliche Jobsuche gibt der Autor seinen Lesern auch die Möglichkeit, die Umstände und die Gegend sehr genau kennen zu lernen.

Die Beschreibungen der Stadt und des Umlandes waren sehr klasse. Man hat förmlich die Stille gehört und die Zombies gerochen. Schon alleine durch Bennys Hingerissenheit, wie er die neue Umgebung wahrnimmt und endlich mehr sieht als von der Stadt aus, war man als Leser auch gefesselt.

Ein weiteres Highlight waren die Begegnungen mit Zombies und Kämpfe. Maberry schafft es, einen förmlich zwischen die Wörter zu ziehen und direkt in das Geschehen zu holen. Er schreibt anschaulich und sehr zackig, sodass ich nach einem Kampf auch völlig fertig (mindestens mit den Nerven) war. Und was er passieren lässt, lässt einem die Haare zu Berge stehen, so actionreich ist das. Ich habe einen Großteil des Buches im Zug gelesen und war immer völlig gebannt und hätte gerne teilweise das Buch in die Ecke geworfen vor Frust über den Verlauf.

Phantastikcouch (Quelle) hat es schön beschrieben:
Unterhaltung ist Trumpf; literarische Ansprüche sollte der Leser dieser schnellen, actionbetonten und betont salopp formulierten Pageturner lieber ausblenden.

Insgesamt fand ich die Handlung schlüssig und sehr spannend.

Die Ausstattung von Thienemann finde ich passend. Die Krähe ist zwar eigentlich kein Bestandteil, die Farbe und vor allem die Überschrift passen aber sehr gut.

Spannend, mitreißend, wunderbar ausgedacht und absolut lesenswert geschrieben konnte ich das Buch nur schwer beiseitelegen. Den Folgeband kann ich gar nicht erwarten und gebe dem Auftakt selbstverständlich fünf Sterne.

★★★★★

Fortsetzungen
Lost Land # 2 Der Aufbruch
Lost Land # 3 Die Finsternis (erscheint am 16.7.2014)

Auf Englisch sind bereits weitere erschienen.

2

[Rezension] Die Bestimmung # 3

Letzte Entscheidung – Veronica Roth
Die Bestimmung # 3
cbt
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-57016157-9
 512 Seiten 

17,99 €

Um niemanden zu spoilern spare ich mir jetzt mal die Inhaltsangabe. Meine Rezensionen zu Teil 1 und Teil 2 sind online, dort kann etwas zum anfänglichen Inhalt nachgelesen werden.
Teil 3 ist anders, das kann ich schon einmal sagen…

Als ich mit der Reihe begonnen habe, war ich gerade berauscht von „Legend“. Nachdem mir die Bücher aber sehr ähnlich vorkamen (zu der Zeit sprossen die Dystopien ja nur so aus dem Bücherdschungel), habe ich erstmal nicht weitergelesen.
Teil 2 stand dann zwar nach einer Weile im Regal, aber irgendwie war mir nicht danach.
Erst nach der Verfilmung war ich so gepackt, dass ich unbedingt weiterlesen musste und habe promt in der Nacht nach dem Kino noch angefangen. Die Enthüllung aus Band 2 hat mich ja nun ziemlich geschockt. Wie sollte es weitergehen?

Teil 3 habe ich mir mit einer Kollegin geteilt, und sie hat es zuerst beendet. Sie war dann eher mäßig begeistert. Weil mich in Band 2 nur das Ende beeindruckt hat und die Handlung teilweise doch gelangweilt, war mir dann Teil 3 irgendwie vergangen. Jetzt kann ich zum Glück angefangene Bücher nicht rumliegen lassen, sondern muss sie irgendwann beenden, und weil alle so über das Ende lamentiert haben, musste ich wissen, wie es ausgeht.

Über die Handlung mag ich jetzt auch nicht viel sagen, aber so viel: Teilweise hat mich das hin und her tierisch genervt. Tris will dies, Tobias das, sie können sich nicht einigen, lieben sich dann aber doch und alles ist wieder gut. Einer ist sauer, der andere nicht, dann ist alles wieder gut.
Tobias sagte das an einer Stelle ganz richtig: Nach dem Kampf in der Stadt kommt der Kampf draußen und irgendwie ist immer Krieg. Und das ging mir ziemlich auf den Puffer.
Die Idee, wie sich alles ändern soll, war spannend, aber etwas undurchdacht. Und da die Stadtbewohner vorher nur die Stadt kannten, können sie gar nicht einschätzen, wie die Einwirkung der Welt ist. Wer das Buch schon gelesen hat weiß vielleicht, was ich meine. Spoiler: Einfach einen Reset durchzuführen funktioniert vielleicht bei einer Stadt ohne Außeneinfluss, aber nie bei einem Amt, das mit der normalen „Welt“ zu tun hat.

Nun ja, das Ende hatte ja nicht nur für mich einen sehr schalen Beigeschmack. Ich werde mir jetzt mal in Ruhe die anderen Rezensionen anschauen, die ich bisher aus Spoilerangst gemieden habe.

Leider hat für mich auch die Schreibweise und die Spannung zum letzten Teil stark nachgelassen, wodurch das Lesen sehr zäh wurde und ich eigentlich nur das Ende wissen wollte.

littlehim bei wasliestdu.de hat es ganz passend ausgedrückt:
„Ich weiß nicht was passiert ist, aber das Buch unterscheidet sich vollkommen von seinen Vorgängern. Ich habe noch nie bei einer Autorin oder einem Autor oder einer Buchreihe erlebt, dass sich ein Buch dermaßen von den Vorgängern unterscheidet. 
Der Schreibstil ist ziemlich anders meinem Empfinden nach und das nicht im positivem Sinne.  Die ganze Atmosphäre fehlt. Es gibt viele Wiederholungen und langatmige, langweilige Szenen.“

Teilweise waren die Gedanken von Tris und Four mir so verworren und gedankenverloren, dass ich eher dachte, ich lese ein Tagebuch mit philosophischer Neigung. Das Ende hat sich so klar abgezeichnet, wenn ich hinterher drüber nachdenke.

Nun gut, Veronica Roth war mutig und ist diesen Schritt gegangen. Muss man mögen, oder nicht.
Aufgrund der vielen Kleinigkeiten und des für mich fehlenden Reizes an diesem Buch kann ich grade zwei Sterne vergeben. Das hat aber nur minimal mit dem Ende zu tun. Das Gesamtbuch hat mir nicht so gut gefallen, und Tobias diesmal auch nicht.

★☆
0

[Rezension] Die 5. Welle

Die 5. Welle – Rick Yancey
Goldmann
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-44231334-1
480 Seiten
 
16,99 €

Es gab keine Ankündigung, keine Special Effects und alles war eigentlich eher unerklärlich: Eines Tages taucht über der Erde ein seltsames Schiff auf, das grün leuchtet. Es folgen Umweltkatastrophen, Zerstörungen und ein Großteil der Menscheit wird von einer Seuche dahingerafft. Die Überlebenden wissen: Die ersten drei Wellen des Angriffs waren unangekündigt, unvorhersehbar und auf keinen Fall zu vermeiden.
Während die letzten Menschen nun mit der vierten Welle zu kämpfen haben, bei denen offensichtliche Nicht-Menschen sie einfach aus dem Hinterhalt erschießen, warten alle auf die vernichtende 5. Welle.
Die junge Cassie ist in dieser Welt auf sich alleine gestellt, und ihr einziges Ziel ist es, ihren Bruder Sammy wieder zu finden.

 „Die 5. Welle“ ist eine eher unspektakuläre Dystopie, zumindest überwiegend. Die Protagonistin Cassie erzählt zu Beginn, wo sie ist, was passiert ist und wie die aktuelle Situation aussieht.  Man erfährt von den ersten drei bzw. vier Wellen und was mit der Menschheit passiert.
Das war teilweise verdammt realistisch, weil anders als in Kinofilmen kamen keine grünen Wesen oder sonstwelche Kreaturen auf die Erde und haben alles niedergemetzelt.
Das war dann ziemlich spannend. Rick Yancey hat sich dabei nicht zwingend etwas neues einfallen lassen, aber es war eine andere Art der Dystopie. Keine Atombombe, keine Umweltkatastrophe, sondern eine Seuche raffte den Großteil der Menschheit dahin.

Das fand ich gut, lesbar und interessant ausgedacht.
Die Figur Cassie war mir teilweise etwas naiv, aber was soll man von einer Jugendlichen erwarten? Nur weil ich als Leserin das Große Ganze sehen konnte, musste sie das nicht – dafür war sie zu sehr in der Situation gefangen, und das war auch völlig ok.

Die Figur Evan fand ich auch ganz ok, in diesem herrlichen Zwiespalt. Und Ben alias Zombie ja sowieso, der war mir am liebsten.
Etwas später im Buch wechselt die Perspektive dann nämlich, sodass man auch von innerhalb des Lagers mehr erfährt.

Den tollen, runden Eindruck machten aber ein paar Kleinigkeiten kaputt, die mir ein bisschen auf den Senkel gingen. Teilweise hat mir die Erklärung für die Geschehnisse nicht gefallen. Es war ein bisschen oberflächlich. Außerdem waren es mir ein paar zuuu viele Zufälle, die dann zur richtigen Zeit zum richtigen Ort führten. Meine Güte, das Schicksal meinte es gut.

Dennoch fand ich die Geschichte spannend und bin weiterhin interessiert am Fortgang –  der zweite Band lässt hoffentlich nicht allzulang auf sich warten.
Für die nicht so megaspektakuläre aber eindrucksvolle Dystopie gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
0

[Rezension] Die Bestimmung Tödliche Wahrheit

Tödliche Wahrheit – Veronica Roth
Die Bestimmung 2
cbj
Hardcover, Dezember 2012
ISBN 978-3-57016156-2
512 Seiten 
 
17,99 €

Rezension zu Band 1

Achtung, Spoiler zu Band 1

Der große Gewaltakt ist abgewendet, doch es wird nie wieder wie zuvor werden. Tris, Four und einige ihrer Fraktion und Überlebende sind auf der Flucht.
Tris erfährt, dass ihre Eltern für ein größeres Wohl gestorben sind, und dass die Aktion noch immer beendet werden könnte. 
Doch Four stellt sich dagegen, es gilt die alte Ordnung wiederherzustellen – oder zumindest das Gemetzel zu beenden. Der Schlüssel zu allem scheint Janine zu sein, die sich aber versteckt hält.

Tris muss nun wählen, zwischen der Wahrheit und der Liebe, den Ferox und ihrer Familie…

Das Buch habe ich voller Euphorie direkt nach dem Kinobesuch von „Die Bestimmung“ begonnen. Denn nach dem Lesen von Teil 1 habe ich mich gefragt, wie es weitergehen soll, und nun konnte ich es direkt nachlesen.
Und dann, nach der letzten Seite, war ich so „woooooow“ und „waaaas“? Der dritte Band wird also nicht mehr lange auf sich warten!

Wie auch in Band 1 gefallen mir Tris und Four sehr gut. Sie sind in einer gefährlichen Situation und müssen nicht nur einander behalten, sondern auch die Gefahr bannen.
Denn Tris erfährt etwas, was die Welt verändern könnte, wie sie sie vorher kannten.

Four muss jetzt nicht nur über seinen Schatten zurückspringen, er muss auch vertrauen. Das fiel ihm ja bisher schwer.
Dennoch ist er (besonders mit dem sehr ansehnlichen Schauspieler vor Augen) ein wirklich toller Kerl, der das Herz am richtigen Fleck hat.

Ich fand es super spannend, den Werdegang der Figuren und der Handlung mitzulesen. Teilweise dachte ich „was soll denn noch kommen, außer dass sich alle abschlachten?“, aber hinter allem steckt etwas Größeres, und das hat Veronica Roth sich echt klasse ausgedacht!

Die Verfilmung fand ich ja auch sehr gelungen, und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil als Film!

Von mir bekommt das Buch wieder fünf Sterne, was auch sonst 🙂

0

[Rezension] BREATHE #1

BREATHE – Gefangen unter Glas – Sarah Crossan
dtv
Hardcover Mai 2013
ISBN 978-3-42376069-0
432 Seiten

16,95 €

Eine Katastrophe weltweiten Ausmaßes hat die Bevölkerung gewzungen, Zuflucht unter Glaskuppeln zu suchen: Sämtliche Bäume wurden gerodet, der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sank auf wenige Prozent. Es wird noch viele Jahre dauern, bis die Menschen wieder an der freien Luft, ohne gefilterten Sauerstoff oder mit Atemmasken leben können.
Unter den Kuppeln gibt es drei Klassensysteme. Die erste Klasse der reichen Bürger, die zweite, mittelständische Arbeiterklasse und die dritte Armenklasse.
Quinn ist aus der Klasse 1, doch seine beste Freundin ist eine Zwei. Etwas, wodurch ihre Freundschaft stark leidet.
Als sie eine Wanderung außerhalb der Kuppel planen, begegnet ihnen Alina, die sich den Rebellen angeschlossen hat. Sie muss fliehen, denn sie hat Baumsetzlinge gestohlen – ein großes Verbrechen, denn echte Bäume gibt es kaum noch. Und Alina weiß, dass die Regierung alles dafür tut, dass es so bleibt…

Die Idee, in einer Kuppel gefangen zu sein, war nicht neu. Bei Renegade ging es um etwas ähnliches, nur war die Kuppel ganz unter Wasser. Dystopisch, wie es sich gehört, erfährt man auch nicht alles über die Katastrophe, um zu beurteilen, ob das menschengemacht oder tatsächlich ein Unfall war.
Die Idee, dass wir unseren Sauerstoff selbst begrenzen, war faszinierend. Natürlich gab es die klassische Konstellation unterdrückendes Regime vs. Rebellen und Helden, die sich Rebellen anschließen.
Bea ist natürlich so die Antiheldin, Quinn irgendwie der verwöhnte Reiche und Alina die Kämpferin. Die Konstellation fand ich gut.
Generell fand ich das Buch aber etwas oberflächlich geschrieben. Mich hat interessiert, wie die Welt aussieht, und einige Ideen der Überlebenden waren echt klasse. Aber insgesamt war es wieder „dumme Allgemeinheit, schlaue Rebellen“. Das Finale des ersten Buches hat mich mitgenommen, ja. Aber irgendwie bei weitem nicht so wie manch andere Geschichten.

Die gesamte Geschichte war nicht neu. Beim zweiten Teil muss ich erstmal ein paar Rezensionen lesen, ob ich da überhaupt mehr wissen will. Bisher reizt es mich nicht so sehr. Für dieses Buch, das zwar spannend war aber nicht den ultimativen Reiz hatte, gebe ich vier Sterne.

★★☆
2

[Rezension] Die Rebellion der Maddie Freeman

Die Rebellion der Maddie Freeman – Katie Kacvinsky
Boje
Hardcover, 3. Auflage 2011
ISBN 978-3-41482300-7
366 Seiten

15,99 €

Nach schweren Schicksalsschlägen an Schulen wird das gesamte Schulsystem digitalisiert. Maddie Freeman hat noch erlebt, wie es plötzlich keine echte Schule mehr gabe, sondern nur noch am Bildschirm gelernt wurde. Und das ist alles, was sie seit vielen Jahren kennt.
Ausgerechnet ihr Vater hat dieses System erfunden, und weil Maddie diese Art der Digitalisierung nicht komplett hinnehmen wollte, hat sie dagegen rebelliert. Eine Gruppe Aufständischer brauchte Zugangsdaten, die Maddie ihnen geben konnte.
Doch der Aufstand schlug fehl, und Maddie wurde nur unter größtem Aufwand nicht in ein Gefängnis gesteckt – und ihr Vater nicht wegen Hochverrats hingerichtet.
Jahre später ist Maddie ganz zufrieden mit ihrer digitalen Welt. Sie lernt gerne, hat viele Freunde im Netz und braucht nicht vor die Tür zu gehen. Doch in einer digitalen Lerngruppe lernt sie Justin kennen, der sie zu einer echten Lerngruppe einläd.
Justin ist anders als alle Personen, mit denen Maddie zu tun hat. Denn er ist eher offline, genießt das Leben abseits der Bildschirme. Er bringt Maddie in eine Welt, die ganz ohne Bildschirme auskommt.
Doch ist das überhaupt noch sicher?

Die Rebellion der Maddie Freeman“ wurde vor einiger Zeit in einigen Blogs gelobt und ich wollte das Buch auch endlich mal lesen. Bei einem Arvelle-Schnäppchentag habe ich dieses Buch mit ergattert und jetzt im Rahmen der Jugendbuch-Challenge weggelesen.
Doch was soll ich sagen, irgendwie ist mir kein Buch so richtig recht gerade. Nach dem enttäuschenden Auftakt der neuen Serie in Daresh von Katja Brandis wollte ich mal etwas aufregendes. Maddies Leben war aber irgendwie nur schockierend, hat mich aber nicht so richtig vom Hocker gehauen.

Maddie lebt in einer Welt, in der fast alle Menschen nur noch digital leben, also vor ihrem PC. Essen, Sport und Bewegung wird im Haus gemacht. Man sieht seine Nachbarn nicht, man lernt zuhause, alles ist digitalisiert und man wird überall identifiziert. Warum die Welt so ist, erfährt man auch im Buch, und in gewisser Weise ist es ja auch nachvollziehbar.

In gewisser Weise ist das Buch ein Zukunftsszenario, das gar nicht so unwirklich ist. Wir verkriechen uns schon jetzt zunehmend vor den PC, leben unsere Freundschaften online aus (oder haben Freundschaften nur noch online, und kennen die Leute nicht real). Wir verstecken uns hinter etwas, was wir sein wollen, nicht was wir sind.
Digitale Geräte begleiten uns überall hin, wir haben immer das Handy dabei, überall sind Bildschirme. Gespräche in der Öffentlichkeit werden vom ständigen Starren aufs Handy begleitet. Dass das nicht schön ist, wissen wir, aber wir handeln auch nicht aktiv dagegen. Jemand ohne E-Mail-Account oder gar Handy ist völlig out und sozial nicht wirklich „dabei“.
Was Maddie im Buch wieder lernen muss, könnten wir auch heute schon ändern. Mal das Handy beiseite legen, mal nicht am PC sitzen wenn die Sonne scheint, mehr mit Freunden treffen ohne nur zu chatten oder digital erreichbar zu sein.
Die Welt im Buch hat mir sehr zu denken gegeben (ich glaube ja eh, dass wir uns auf die Welt von Wallie zubewegen). Ich möchte nicht so leben, wie es dort beschrieben wird. Aber wir bewegen uns darauf zu – aktiv, weil das macht ja alles besser, bequemer, schneller!

Weil das Buch also einen Nerv getroffen hat, und mit Maddie eine nette Protagonistin entstanden ist, die ich gerne ein paar Seiten begleitet habe, aber das Buch eben nicht so mega war, gebe ich vier Sterne. Lest es ruhig mal, wenn ihr das Gefühl habt, unsere Welt ist so digital.
Den Titel fand ich übrigens etwas unglücklich gewählt, weil er viel mehr Dramatik verspricht. Aber naja…

★★☆
Dylan und Gray sind übrigens lesenswert 😉