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[Rezension] The Legion

The Legion Der Kreis der Fünf – Kami Garcia
cbt
Hardcover mit Schutzumschlag, 2013
ISBN 978-3-57016270-5
336 Seiten

16,99 €

Erst taucht ein Geist über einem Grab auf, dann spielt die Katze verrückt, und schließlich stirbt ihre Mutter: Bei Kennedy kann es nicht mit rechten Dingen zugehen. Als Nachts Zwillinge in ihrem Zimmer stehen und die Katze und einen Geist mit Salzwasser erschießen, ändert sich alles.
Zunächst glaubt Kennedy, es ist alles ein unglücklicher Zufall, aber scheinbar ist ihre Mutter keines natürlichen Todes gestorben. Der Kreis der Fünf, einer Geheimlegion, hat einen Dämon heraufbeschworen, der seine Beschwörer, bzw. deren Nachfolger, umbringen will.
Als Kennedy zum Versteck der Zwillinge kommt, in dem zwei weitere Nachfolger der Legion warten, finden sie eine mögliche Waffe gegen den Dämon. Gemeinsam versuchen sie, das Rätsel zu lösen. Doch Kennedy kann nicht aufhören zu zweifeln, ob sie wirklich dazu gehört. Schließlich hört sie das alles zum ersten Mal…

„The Legion Der Kreis der Fünf“ ist mal wieder etwas neues auf dem Buchmarkt. Fünf Personen haben einen Dämon heraufbeschworen und die Nachfolger versuchen nun seit Generationen, diesen Dämon zu bezwingen – betreiben aber überwiegend Schadensbegrenzung bei der Verwüstung des Höllenwesens.
Kennedy ist nicht nur verunsichert, sie ist auch furchbar einsam. Ihre beste Freundin bedeutet ihr alles, neben ihrer Mutter natürlich. Als ihre Mutter stirbt, bricht Kennedys Welt zusammen.
Dass sie dann sehr skeptisch der neuen Welt und den neuen Möglichkeiten gegenüber ist, ist absolut verständlich.
Doch das ist schon ein Punkt, an dem ich fast verzweifelt bin. Kennedy spricht über vergangene Freunde, die sie verlassen haben. Ihre Angst, verlassen zu werden, gründet auf dem Fortgehen des Vaters, was sie auch weiß (und was der Leser erleben durfte), aber diese anderen Geschichten werden nur erwähnt, als gäbe es einen Vorgängerband, den ich nicht gelesen habe.
Das das aber nicht so oft vorkommt, war es nur hin und wieder ein Störfaktor.

Die anderen vier Figuren, Jared, Lukas, Priest und Alara dagegen sind unterschiedlich und schön ausgearbeitet. Alara ist durch und durch toughes Mädchen, Jared und Lukas sind die typischen Zwillinge und Priest ist das Nesthäkchen. Ich mochte Priest besonders gerne, weil er so natürlich rüberkam. Kami Garcia hat hier eine sehr sympathische Figur produziert. Ich hoffe, er wird in der Verfilmung gut besetzt.

Ein weiterer Kritikpunkt war das Essensverhalten. Hin und wieder gab es Kaffee und Donuts. Das Geld war ja so knapp, aber statt günstige Sandwiches zu kaufen gibt es lieber Süßigkeiten und Coffeeshops? Vom vielen Kaffee musste auch keiner zur Toilette (kommt ja eh selten vor in Geschichten, aber trotzdem) und trotz Donuts erlitt keiner einen Zuckerschock… Teilweise haben die Figuren gar nichts gegessen (waren ja Donuts, und kein Frühstück…), aber konnten dann aufmerksam kämpfen und wachsam rumlaufen. Das ist ein Punkt, der in einem Folgeband dringend beachtet werden sollte, auch wenn ich vermute, dass der deutsche Verlag da wenig Einfluss drauf hat.

Soviel dazu. Überwiegend war die Geschichte aber sinnvoll und sehr, sehr spannend. Der Spannungsbogen nimmt extrem zu, ich habe mir die Fingernägel gekauft und bin bei jedem kleinen Geräusch zusammengezuckt (das Buch war für meine sonstige Lesevorliebe echt gruselig) und es wird immer besser in der Handlung. Das Ende ist natürlich ein fieser Cliffhanger, die ganze Zeit hat man gewartet und dann sowas… Band zwei soll also bitte bald bald bald erscheinen!

„The Legion“ Band 1 ist ein spannendes, mitreißendes Abenteuer, was für meinen Geschmack viel zu kurz war! Von den kleinen Kritikpunkten abgesehen habe ich es gerne und rasant verschlungen und vergebe vier Sterne.

★★★

Ich danke dem Verlag und BloggdeinBuch für die Bereitstellung des Buches.

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[Rezension] Hapu Teufel im Leib

Hapu Teufel im Leib – Michael Zandt
Candela Verlag
2011
Mit Illustrationen von Grit Richter
273 Seiten

11,90 €

In Stuttgart wohnt eine junge Frau, die ganz normal ist. Hapu heißt sie, sie steht auf die Stuttgarter Kickers und fährt gerne Motorrad. Aber ganz so normal ist sie nicht – sie stammt direkt vom Teufel ab…
Sichtbar wird das durch ihren Schwanz an der Kehrseite und durch den Hunger auf Menschenfleisch. Regelmäßige Spenden von Menschen helfen ihr, bei Kräften zu bleiben.
Hapu ist eine Asartu. Die Asartu wurden von Luzifer erschaffen und kraftvoll und bösartig gemacht – doch Menschen können noch bösartiger sein. So entstandt eine Art Waffenstillstand zwischen den beiden Rassen, doch die Asartu waren bis heute nie ganz anerkannt. Und die Dämonen, die für die Menschen arbeiten, unterstützen die „schwache“ Rasse gegen die Asartu.
Nachdem Hapu lange Jahre friedlich ihr Leben gelebt hat, wird plötzlich eine ihrer Freundinnen zur obersten Herrscherin der Asartu gewählt, und Hapu wird ihre Assistentin. Doch daraus entwickelt sich eine viel größere Geschichte, und Hapu entdeckt, dass sie nur ein kleines Puzzlestück in einem großen Spiel ist…

Hapu Teufel im Leib“ ist der Debütroman von Michael Zandt. Zuvor schrieb er bereits eine Kurzgeschichte, auf die er im Buch auch anspielt. Diese Kurzgeschichte war sogar für den deutschen Phantastikpreis nominiert.
Nun schreibt er eine ganze, ziemlich große Geschichte – die zwischen den Zeilen enorme Ausmaße annimmt.
Zu Beginn ist die Geschichte noch nur fantastisch. Eine Asartu, ein Geschöpf, dass Zandt sich ausgedacht hat, lebt ihr Leben, mit Höhen und Tiefen. Hin und wieder braucht sie Menschenfleisch, wird nicht immer akzeptiert und hat einen nervigen Boss, aber es könnte sich dabei auch um eine fast normale Menschenfrau handeln.
Erst nach und nach entfaltet sich die Geschichte hinter der Geschichte. Zandt hat sich nicht nur eine Frau mit Teufelsschwanz ausgedacht, sondern eine ganz neue Weltgeschichte. Die Asartu haben ihren Weg gemacht, mit Entwicklung, Bevölkerung und allem drum und dran. Während Hapu, die zwar eine Menge vorher weiß aber eben nicht alles, die Vergangenheit ihres Volkes erforscht und mehr über sich und die Asartu erfährt, saß ich nur vor dem Buch und habe gestaunt. Präzise und in Kleinstarbeit hat Zandt sich da scheinbar Gedanken gemacht. Verwicklungen, Entwicklungen und Verknüpfungen sind sauber durchdacht und überzeugen!

Die Namen der Figuren erinnern an Manganamen, sie klingen asiatisch, bzw ägyptisch. Das passt zur ägyptischen Mythologie, an der der Autor sich orientiert.

Das Buch ist in drei Teile mit einzelnen Kapiteln unterteilt. Zandt schreibt eine geschlossene Geschichte mit einem irren Spannungsbogen. Die Sprache ist sehr kompakt und nicht immer einfach, wechselt aber mit vulgären Ausdrücken und flapsiger Straßensprache. Ebenso wie die Handlung, die zum einen vom Beginn der Welt philosophiert und dann sitzen Hapu und ihre Freundin in Stuttgart daheim und schauen Lindenstraße.
So schnell wie üblich konnte ich das Buch nicht lesen, weil die Namen und Geschichtsteile sehr intensiv verfolgt werden mussten. Eine leichte Lektüre ist Hapu also nicht – und das hat mir sehr gut gefallen!

Für mich ist Michael Zandt eine großartige Neuentdeckung, und ich bin sehr gespannt, wie sich sein Weg entwickelt – welche Bücher hält er noch für uns bereit?
„Hapu“ erhält von mir 5 Sterne, weil es eine tolle Geschichte war, für mich zur Abwechslung mal etwas anspruchsvolles und außerordentlich empfehlenswert.

Und haltet die Augen offen – morgen hat der Autor selbst hier etwas zu sagen 😉

Eine sehr schöne Rezension findet ihr auch hier: Newkidontheblog

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[Rezension] Dämonenzeit

Dämonenzeit – Stephan Russbült
Bastei Lübbe
Dezember 2011
575 Seiten

14,00 €

 Nachfolgeband von Dämonengold

Brisenburg die zweite. Baazlabeth sitzt immernoch in der Stadt fest, und hat schlechte Laune. Er hat 5000 Goldstücke gesammel – wo bleibt denn nun die Erfüllung der Prophezeiung???

Zur selben Zeit beim großen Buch des Schicksals: Der Sündenvater Amez, Bruder des Septs, überprüft den Fortschritt des Weltuntergangs. Aber etwas läuft gewaltig schief – und Schuld kann nur sein blöder Sohn, der Horde Baazlabeth sein!

Zurück in Brisenburg. Seibot Nell, Taschendieb und Halunke, wollte nie wieder zurück in die Stadt, von der es heißt, sie sei von den Göttern erbaut worden. Irgendwie spürt er, dass sie sein Tod sein wird.
Und ganz unrecht hat er nicht. Als er eines Tages auf Baazlabeth trifft, explodiert sein Kopf fast. Zurück bleiben nur blutende Ohren – keine Garantie für eine lange Lebensdauer.

Baazlabeth ist genervt: Ihm fehlen noch 6 andere Sünden, und von den 7 Tugenden, gegen die er kämpfen soll, hat er noch kein Stückchen gesehen. Außerdem muss es irgendwo einen Fehler geben, das spürt er. Bisher hat er alles so gemacht, wie die Prophezeihung es vorausgesagt hat. Doch plötzlich sagt ihm ein kleines Mädchen noch viel mehr – und Baazlabeth erkennt seinen Fehler. Jetzt hilft nur noch ein blutiger Mord…

Dämonenzeit“ ist zwar der Nachfolger von „Dämonengold“, aber auch gut als Einzelband zu lesen. Die Geschichte knüpft (nach anderen Aussagen) nahtlos an das vorherige Geschehen an, doch davon ist im zweiten Band (ohne Vorwissen) nichts zu merken. Es dauert nur ein bisschen länger, bis man drin ist, und einen Überblick hat, wer nun wer ist.
Dazu kommt erschwerend, dass der Klappentext des Buches mit dem Dämon Baazlabeth wirbt, das Buch jedoch mit Amez beginnt, und im 2. Kapitel Seibot Nell vorgestellt wird. Als im 3. Kapitel dann der Dämon die Dinge aus seiner Sicht beschreibt, ist die Verknüpfung schwer.

Da das Buch jedoch ein paar Seiten mehr hat, und das Format auf den vielen Seiten auch noch viel Inhalt zulässt (immerhin eine Buchhöhe vonmehr als 21 cm), hat auch der Leser genug Zeit, alles mitzuverfolgen. Zwischendurch sogar ein bisschen zu viel, wie mir schien. Es passierte nichts halbes und nichts ganzes, der Autor versuchte seinen Horden lustig und spöttisch zu charakterisieren – manchmal saß der Dämon aber nur in einer Kneipe. Über Seiten hinweg. Diese Szenen sind zu 2/3 meiner Meinung nach überflüssig…

Einzelne Kapitel sind aus der Sicht der anderen Sündenkinder. Die meisten enden mit dem Tod des Erzählers – der Autor nutzt diese Perspektive jedoch auch dafür, den Blick aus der Stadt zu bringen. In der Geschichte einen anderen Winkel aufzuzeigen. Was mich anfangs etwas irritierte, fand ich am Ende sehr nützlich.

Wirklich schön gemacht finde ich dagegen das Cover. Der Hintergrund ist in roten und braunen Tönen gehalten, sodass die goldenen geprägten Buchstaben des Titels klar hervorstechen. Wie schon „Dämonengold“ sieht man eine Kreatur der Finsternis im Hintergrund, diesmal mit einer Sanduhr – passend für die ablaufende Zeit der Stadt Brisenburg.

Das Setting ist sehr gelungen. Die Stadt Brisenburg hätte genauso im Mittelalter stehen können. Es wird mit Goldstücken bezahlt, als Lasttiere werden Pferde genommen, die Medizin ist gerade am Reifen und Magier und Alchemisten erfreuen sich hoher Beliebtheit. Eine Mischung aus Mittelalter und Fantasy also (vor allem, da ja Dämonen etc. mitspielen).

Der Spannungsbogen dauert etwas länger, das Ende kommt rasch und ein bisschen unbefriedigend. Es wirkt, als hätte der Autor ein paar Seiten kürzen müssen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, weil ich den Schreibstil von Russbült mag, auch wenn es etwas gezogen war diesmal. Von dem Autor werde ich auch weitere Bücher lesen!

Weitere Bücher des Autors:
– Die Oger (meine Rezension)
– Der Rubin der Oger
– Blutiger Winter
– Dämonengold
Besucht den Autor auf seiner Homage: http://russbuelt.net/
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[Rezension] Ein Sukkubus in Nöten


Ein Sukkubus in Nöten – Jackie Kessler

Egmont-Lyx Verlag
Deutsche Erstausgabe 2010

378 Seiten, Taschenbuch

9,95 €

Inhalt: Die Sukkubus Jezebel flieht aus der Hölle. Grund? Es wird ihr eindeutig zu heiß da unten!
In der Welt der Menschen kann sie aber nur überleben, wenn sie selbst einer wird, und so lässt sie sich kurzerhand verwandeln, und reist nach New York. Auf sie wurde mittlerweile ein Kopfgeld ausgesetzt, und es gilt dringend den Verfolgern zu entfliehen.
Auf der Reise nach New York lernt Jezebel den attraktiven Paul kennen, der zu allem Übel auch noch ihr letzter Auftrag der Hölle war.
Jezebel bewirbt sich in einem Striplocal als Tänzerin, mit Sex und Männern weiß sie schließlich umzugehen, und ohne Geld – das weiß sie mittlerweile – wird sie nicht weit kommen.
Doch Mensch sein ist gar nicht so leicht, erst recht nicht, wenn einem die Kreaturen der Hölle immer mehr auf die Schliche kommen. Wem kann Jezebel trauen, und wem nicht?

Meinung:
Eigentlich wollte ich „Ein Sukkubus in Nöten“ nur anlesen, um zu schauen wie das Thema über Sex-Dämonen ist, und wie die Autorin schreibt. Doch die mitreißende, teilweise vor schwarzem Humor nur so triefende Handlung riss mich von der ersten Zeile an mit. Jezebel ist ein ungeduldiger, Sexsüchtiger Dämon voll Sarkasmus und böser Gefühle. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, war ihre Weltanschauung umso intensiver – und die Witze doppelt so treffend.

Bereits nach zwei Tagen hatte ich das Buch durch, denn die Handlung war flüssig, schön geschrieben und gut nachvollziehbar. Abgesehen davon, dass eigentlich mindestens zwei Drittel aller Geschehnisse mit Sex zu tun hatten, waren auch Jezebels Erlebnisse sehr amüsant. Ihre Verwandlung in die Menschlichkeit war detailreich und humorvoll geschrieben. Kessler hat wirklich gut überlegt, wie sich ein Dämon wohl einleben könnte, und wie die Umwelt reagiert.
Teilweise fand ich die Sprache etwas derb, vor allem wenn Jezebel über ihre Liebe zum Akt sprach. Ihr ging es hauptsächlich um den Raub der Seele des Menschen, was ja an sich auch zu einem Sukkubus passt. Gegen Ende des Buches sprach sie aber eindeutig zu oft davon, jemanden einfach „die Seele aus dem Leib zu vögeln“.

In den Personen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Kessler hat ziemlich ausgeschmückt über Erotik und Erregung geschrieben, dabei aber andere Eigenschaften außen vor gelassen, was ich etwas schade fand. Besonders Paul hätte mehr Spielraum vertragen, denn auch wenn Jezebel ihn wahnsinnig attraktiv fand, und die meiste Zeit ihres Zusammenseins nur an die Vereinigung mit ihm zu denken schien, fehlte ihre Sicht über Humor, und Ernst, oder auch die Berufe.

Die Beschreibung der Hölle war ausgesprochen humorvoll, und sprach für viel Recherche und Überlegung von Seiten Kesslers.

Dennoch hat Kessler auf jeden Fall viel Potential, und das Buch ist mal etwas ganz anderes als die zur Zeit vorherrschenden Geschichten über Vampire und Werwölfe.
Ich empfehle es wärmstens für Liebhaber von außergewöhnlichen Dämonen, Erkundern von neuen Höllengeschichten, und Fans von schwarzem Humor!

Einen großen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!