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[Rezension] Teardrop

Teardrop – Lauren Kate
cbt
Hardcover, August 2014
ISBN 978-3-57016277-4
528 Seiten

17,99 €

Es ist ein ganz normaler Tag, an dem Eureka und ihre Mutter Diana mit dem Auto fahren. Plötzlich erfasst eine Riesenwelle aus dem Nichts das Auto und Diana ertrinkt.

Eureka überlebt, aber ihr Leben ist nicht mehr wie zu vor. Und als auf einmal der seltsame Junge Ander auftaucht, gerät alles aus den Fugen. Denn er scheint sie beschützen zu wollen, doch Eureka lässt niemanden an sich heran. Außer ihren Kindheitsfreund Brook, der sich seit einem Strandunfall allerdings seltsam verhält.
Ander hat etwas damit zu tun, nur Eureka weiß noch nicht was…

Teardrop“ ist ein stimmungsvolles Buch, das mit einer Tragödie beginnt. Eureka fühlt sich von der Welt verlassen und lässt auch niemanden mehr an sie heran.

Die Figuren, die Lauren Kate schafft, sind sehr klar gezeichnet. Ander ist geheimnisvoll, aber man erfährt schnell etwas über seinen Hintergrund und versteht Zusammenhänge, lange bevor Eureka darauf kommt.
Eureka leidet, und wie das so ist mit verschlossenen Leute wird sie noch tiefer dahingedrängt, wo sie eigentlich herauswill. Die Mitschüler verstehen ihren Selbstmordversuch nicht, und dass ihr Therapie nicht wirklich hilft, wird auch von den neuen Eltern nicht erkannt. Der Vater war so eine hilflose Figur, der nicht agieren kann, und die Stiefmutter ist mir sehr unsympathisch gewesen. Wie üblich eben.

Der Schreibstil ist recht einfach, und sehr gut lesbar. Die Geschichte flog so dahin.

Einige Aspekte der Geschichte waren für mich etwas unschlüssig. Wenn Eureka auf keinen Fall weinen darf, warum werden dann die Leute in ihrer Umgebung niedergemacht? Sollten Beschützer dann nicht lieber alles dafür tun, dass sie niemals traurig ist? Stattdessen tun sie alles, damit Eureka alleine und kreuzunglücklich ist.
Die Erläuterungen waren irgendwie schlüssig, aber so ganz zufrieden war ich nicht. Zum Ende hin klärt sich eine Menge, das kommt aber sehr plötzlich.

Ich glaube nicht, dass es bei diesem einen Teil bleibt, weil noch eine Menge offen ist. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt, vor allem, wenn sie so hübsch eingepackt wird wie die deutsche Übersetzung – das Cover ist wirklich toll und sehr passend!

Für diese Geschichte mit kleinen Unklarheiten, aber generell einer packenden Handlung gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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5

[Notiz zum Buch] Red Riding Hood

Red Riding Hood: Unter dem Wolfsmond – Sarah Blakley-Cartwright
cbt im Randomhouse
Februar 2011
ISBN 978-3-57016124-1
Preis: 12,99 €

1. Satz: Von der schwindelnden Höhe des Baumes aus konnte das Mädchen alles sehen.

Inhaltsangabe des Verlags:
Zehn Jahre ist es her, dass Valeries Kindheitsfreund Peter verschwand und Valerie beim nächsten Vollmond einem Werwolf gegenüberstand – und von diesem verschont wurde. Nun ist Peter wieder da, und als sie ihn wiedersieht, packt die jetzt siebzehnjährige Valerie dieselbe wilde Leidenschaft wie dereinst. Zwar ist sie dem

wohlhabenden Henry Lazar versprochen, aber Valerie würde alles dafür tun, um Peter nicht wieder zu verlieren. Doch dann wird am Tag nach Vollmond der leblose Körper eines jungen Mädchens gefunden. Kratzspuren und Bisse sprechen eine eindeutige Sprache: Der Werwolf ist zurück, und er hat sich ausgerechnet Valeries Schwester Lucie geholt. Alles deutet darauf hin, dass der Wolf allein wegen Valerie gekommen ist und nicht ruhen wird, bis er auch sie in seiner Gewalt hat…

Eigene Notiz: Den Film, zu dem das Buch geschrieben wurde, fand ich eigentlich ganz gut. Es war eine schöne düstere Adaption zu Rotkäppchen und ich fand auch das Alternative Ende irgendwie ok.
Warum ich mir das Buch gekauft habe, weiß ich gar nicht mehr so genau, aber ich habe mir weit mehr erhofft. Das Buch sollte eine tiefergehenden Ergänzung zum Film sein, was ich nur bedingt fand. Das Buch war sehr einfach geschrieben, aber hat mir jetzt nicht so viel mehr Hintergrundmaterial gegeben. Es war eben ein Buch zum Film, und alles was im Film zu sehen war, wurde irgendwie zu wenig beschrieben. Mir fehlten die ganzen ausdauernden Beschreibungen, stattdessen passierte eine Sache nach der anderen… es las sich nicht wie ein Drehbuch, aber war eben zu wenig.
Abgesehen davon fand ich die Geschichte, wie sie so im Buch rüberkam, weit weniger spannend als im Film. Natürlich war es spannend, wer denn nun der Wolf ist, aber dennoch wurde ich weder mit Valerie noch Peter noch Henry noch sonstwem richtig warm. Ich glaube, besonders durch das Buch wurden mir manche Schwächen der Geschichte erst richtig offenbart: Wenn Valerie wirklich so anders ist als die anderen Dorfbewohner, warum hat sie dann ganz normal Freundinnen und wird nur gering von den anderen schief angesehen? Sie hätte viel mehr Außenseiterin sein müssen, vor allem nach dem Einstieg. Am Ende rächt sich ihre Wildheit zwar, aber das kam auch im Zug der Ereignisse so, nicht weil sie wie oft auf Bäume klettert und einen roten Mantel trägt.
Auch hatte ich erst hier das Gefühl, dass die Großmutter so mehr oder weniger beigefügt wurde, weil das im Originalmärchen auch so eine große Rolle spielt. Aber nötig wäre das eigentlich nicht gewesen. Ich bin der Meinung, im Film war da etwas mehr Raum als das kurze inhaltliche Drüberhuschen im Buch.

In den nächsten Tagen schaue ich den Film noch einmal, dann ändert sich mein Fazit vielleicht noch. Bis dahin:

Fazit: Dürftig.

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[Rezension] The Legion

The Legion Der Kreis der Fünf – Kami Garcia
cbt
Hardcover mit Schutzumschlag, 2013
ISBN 978-3-57016270-5
336 Seiten

16,99 €

Erst taucht ein Geist über einem Grab auf, dann spielt die Katze verrückt, und schließlich stirbt ihre Mutter: Bei Kennedy kann es nicht mit rechten Dingen zugehen. Als Nachts Zwillinge in ihrem Zimmer stehen und die Katze und einen Geist mit Salzwasser erschießen, ändert sich alles.
Zunächst glaubt Kennedy, es ist alles ein unglücklicher Zufall, aber scheinbar ist ihre Mutter keines natürlichen Todes gestorben. Der Kreis der Fünf, einer Geheimlegion, hat einen Dämon heraufbeschworen, der seine Beschwörer, bzw. deren Nachfolger, umbringen will.
Als Kennedy zum Versteck der Zwillinge kommt, in dem zwei weitere Nachfolger der Legion warten, finden sie eine mögliche Waffe gegen den Dämon. Gemeinsam versuchen sie, das Rätsel zu lösen. Doch Kennedy kann nicht aufhören zu zweifeln, ob sie wirklich dazu gehört. Schließlich hört sie das alles zum ersten Mal…

„The Legion Der Kreis der Fünf“ ist mal wieder etwas neues auf dem Buchmarkt. Fünf Personen haben einen Dämon heraufbeschworen und die Nachfolger versuchen nun seit Generationen, diesen Dämon zu bezwingen – betreiben aber überwiegend Schadensbegrenzung bei der Verwüstung des Höllenwesens.
Kennedy ist nicht nur verunsichert, sie ist auch furchbar einsam. Ihre beste Freundin bedeutet ihr alles, neben ihrer Mutter natürlich. Als ihre Mutter stirbt, bricht Kennedys Welt zusammen.
Dass sie dann sehr skeptisch der neuen Welt und den neuen Möglichkeiten gegenüber ist, ist absolut verständlich.
Doch das ist schon ein Punkt, an dem ich fast verzweifelt bin. Kennedy spricht über vergangene Freunde, die sie verlassen haben. Ihre Angst, verlassen zu werden, gründet auf dem Fortgehen des Vaters, was sie auch weiß (und was der Leser erleben durfte), aber diese anderen Geschichten werden nur erwähnt, als gäbe es einen Vorgängerband, den ich nicht gelesen habe.
Das das aber nicht so oft vorkommt, war es nur hin und wieder ein Störfaktor.

Die anderen vier Figuren, Jared, Lukas, Priest und Alara dagegen sind unterschiedlich und schön ausgearbeitet. Alara ist durch und durch toughes Mädchen, Jared und Lukas sind die typischen Zwillinge und Priest ist das Nesthäkchen. Ich mochte Priest besonders gerne, weil er so natürlich rüberkam. Kami Garcia hat hier eine sehr sympathische Figur produziert. Ich hoffe, er wird in der Verfilmung gut besetzt.

Ein weiterer Kritikpunkt war das Essensverhalten. Hin und wieder gab es Kaffee und Donuts. Das Geld war ja so knapp, aber statt günstige Sandwiches zu kaufen gibt es lieber Süßigkeiten und Coffeeshops? Vom vielen Kaffee musste auch keiner zur Toilette (kommt ja eh selten vor in Geschichten, aber trotzdem) und trotz Donuts erlitt keiner einen Zuckerschock… Teilweise haben die Figuren gar nichts gegessen (waren ja Donuts, und kein Frühstück…), aber konnten dann aufmerksam kämpfen und wachsam rumlaufen. Das ist ein Punkt, der in einem Folgeband dringend beachtet werden sollte, auch wenn ich vermute, dass der deutsche Verlag da wenig Einfluss drauf hat.

Soviel dazu. Überwiegend war die Geschichte aber sinnvoll und sehr, sehr spannend. Der Spannungsbogen nimmt extrem zu, ich habe mir die Fingernägel gekauft und bin bei jedem kleinen Geräusch zusammengezuckt (das Buch war für meine sonstige Lesevorliebe echt gruselig) und es wird immer besser in der Handlung. Das Ende ist natürlich ein fieser Cliffhanger, die ganze Zeit hat man gewartet und dann sowas… Band zwei soll also bitte bald bald bald erscheinen!

„The Legion“ Band 1 ist ein spannendes, mitreißendes Abenteuer, was für meinen Geschmack viel zu kurz war! Von den kleinen Kritikpunkten abgesehen habe ich es gerne und rasant verschlungen und vergebe vier Sterne.

★★★

Ich danke dem Verlag und BloggdeinBuch für die Bereitstellung des Buches.

3

[Rezension] Verlieb dich nie in einen Vargas

Verlieb dich nie in einen Vargas – Sarah Ockler
cbt bei Randomhouse
September 2013, gebunden
416 Seiten
13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-16272-9

€ 16,99

Die schlimme Diagnose Alzheimer fesselt Jude mit ihrem Vater den letzten Sommer vor dem College an zu Hause. Sie will für ihren Vater da sein, ihn vielleicht wieder gesund machen.
Helfen soll dabei ein Motorrad, welches sie im Schuppen findet. Beim Anblick blüht Judes Vater auf und erinnert sich an seine Vergangenheit. Aber seine Aussetzer werden immer schlimmer, und Jude weiß nicht, ob und wie das Motorrad ihm helfen kann.
Bei der Reperatur der Maschine hilft der junge Emilio Vargas. An sich kein Problem, hätten nicht Judes ältere Schwestern mit seinen älteren Brüdern sehr sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb musste Jude schwören, sich nie in einen Jungen der Familie zu verlieben.

Aber was hilft einem der Schwur, wenn man auf eigenen Beinen stehen möchte? Wenn man plötzlich feststellt, wie sehr man das Leben eigentlich schätzt?

Verlieb dich nie in einen Vargas“ sieht nach einem Jugendbuch aus, wie es sie zu Hauf auf dem Markt gibt. Ich habe mir das Buch ausgesucht mit der Erwartun, eine nette Liebesgeschichte zwischen Junge und Mädchen zu haben, die nicht sein darf und mit Witz und Charme unterhält.
Stattdessen muss sich die 17-jährige Jude mit einem frühzeitig an Alzheimer erkrankten Vater und einem verbotenen Jungen auseinandersetzen. 

Was mich zunächst etwas irritierte, war aber nach kurzer Zeit sehr lesbar. Statt einem oberflächlichen Roman hatte ich eine tiefgehende Geschichte vor mir, die mich bis ins Herz berührte, besonders die Geschichte mit der Krankheit Alzheimer. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass in unserer Familie auch Alzheimer vorkam. Und wir müssen damit rechnen, dass es genetisch ist, weil es wiederholt vorkam.
So oder so habe ich die Machtlosigkeit bei der Erkrankung selbst erlebt. Sie hat meinen Namen vergessen, mich mit dem meiner Cousine angesprochen. Sie hat vergessen wieviele Kinder sie hatte und wo sie war. Warum sie wo war. Wer sie war. Das ist ziemlich schrecklich, weil man einfach gar nichts daran ändern kann.
Zu lesen, wie Jude ihren Vater retten will aber einfach machtlos ist, hat mich auch beim Lesen fertig gemacht.
Mehrfach war da ein dicker Kloß im Hals, der nur verstärkt wurde durch den schweren Start der Liebesbeziehung.

Jude war für mich auf den ersten Seiten des Buches die naive junge Dame, die ihren Kopf durchsetzen will und dann über die Liebe alles und jeden vergisst. Der Freundschaftskonflikt, der bereits angedeutet wurde, war so klassisch, dass ich das Buch schon als langweilig abschrieb. Und dann kam die Szene im Supermarkt und ich saß mit offenem Mund vor den Seiten und wollte Jude nur umarmen. Da hat sich die Figur entfaltet und gezeigt, was in ihr steckt. Das fand ich super sympathisch. Danach mochte ich gerne mit ihr lesen.
Auch ihre Art, zu hoffen und zu wünschen, was naiv sein kann, aber auch von junger Unschuld zeugt, hat mich angesprochen. Sie wurde erst erwachsen, musste aus der Rolle der behüteten kleinen Schwester heraustreten.

Von der Liebe zu Emilio, die wie ein erster Flirt beginnt und sich zu etwas sehr großem entwickelt, war schön zu lesen. Natürlich war es an dieser Stelle wenig überraschend, wie die Dinge sich entwickeln. Wir können Verbotenem nicht wiederstehen – und einen attraktiven Jungen nicht lieben zu dürfen, weil er tabu ist, hat schon Julia mit ihrem Romeo ins Grab gebracht. Und Emilio schien von Anfang an ein Prachtexemplar zu sein! Warum sollte Jude ihm wiederstehen?
Dass er doch anders ist als seine Brüder bewies er auch zunehmend. Und endlich endlich nahm Jude den Mut, aus dem Schatten ihrer Schwestern zu gehen und ein eigenes Leben zu führen!

Was soll ich dem Buch anderes geben als volle Punkzahl, wenn es mich beschäftigt, mitgenommen und begeistert hat? Einen Pluspunkt erhält es vor allem deshalb, weil es überrascht hat! Auch der Debütroman von Sarah Ockler soll ja so toll sein, das Buch werde ich mir wohl auch zulegen!

 ★★★★
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[Rezension] So wie Kupfer und Gold

So wie Kupfer und Gold – Jane Nickerson
cbt bei Randomhouse
Gebunden, September 2013

448 Seiten

ISBN 9783570162682

€ 16,99

Bisher hat Sophia ihr Leben in einem eher ärmlichen Haushalt gelebt. Ihr Mutter starb früh, danach musste ihr Vater seine Kinder ganz alleine aufziehen. Unterstützt wurde er von Sophias Patenonkel, der von der Ferne alles erdenklich Schöne geschickt hat.
Nach dem Tod des Vaters wird Sophia dort aufgenommen. Im Haus ihres Patenonkels. In ihrer Fantasie hat er in Saus und Braus gewohnt – und er tut es auch in Wirklichkeit.
Erschlagen von der Pracht kann Sophia alles nur voller Dankbarkeit sehen. Ihr Onkel ist auch aufmerksam und erfüllt ihr jeden neuen Wunsch.

Doch irgendetwas stimmt nicht in dem großen Haus. Denn Sophia ist nicht die erste junge Frau, die dort gewohnt hat. Und als sie erfährt, wer vor ihr bereits bezirzt wurde, wird ihr Angst und Bange. Oder ist der reiche Patenonkel heute anders? Liebt er sie wirklich?

So wie Kupfer und Gold“ ist ein aufregender Jugendroman, der sich an das Märchen „Blaubart“ anlehnt. Das Märchen fand ich schon immer ziemlich gruselig, und war gespannt wie es in einer so hübschen Verpackung umgesetzt werden soll.

Die Protagonistin Sophia ist mir eigentlich sehr sympathisch gewesen. Ich fand sie sehr klug, auch wenn sie manche offensichtliche Dinge nicht gesehen hat. Aber sie wusste halt auch nicht so viel wie der Leser (und kannte das Märchen nicht ^^).
Der Onkel war mir von Anfang an unheimlich. Er war so überfürsorglich, er war so streng und irgendwie auch aufdringlich. Ich habe so mit Sophia mitgelitten.

Jane Nickerson hat das Märchen auf interessante Weise neu geschrieben. Sie nimmt eine naive junge Frau und einen gerissenen Onkel. Die Geschichte ist ja bekannt, also muss die Autorin sich eine neue Note einfallen lassen. 
Sie lässt ihre Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten spielen. Sklaverei ist ein großes Thema, was die Geschichte sowohl aufgelockert hat als auch zusätzlich interessant. Die Beschäftigung damit hat der Haupthandlung eine gute Stütze gegeben.

Bekritelt wurde teilweise, dass zu viele Details beschrieben wurden. Aber genau das hat mir so gut gefallen. Die Detials haben die Spannung erhöht! Die ganze Zeit musste ich mich fragen, wann Sophia den Mut aufbringt und die Augen nicht mehr verschließt. Wann sieht sie nicht mehr das schöne Haus und die tollen Geschenke, sondern die Wahrheit?

Diese wunderbare Geschichte über ein Mädchen, das über sich hinauswächst, hat mich bis zum Schluss gefesselt und sehr gefallen! Volle Punktzahl!

 
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[Rezension] Die Bestimmung


Die Bestimmung – Veronica Roth
Band 1
Aus dem Amerikanischen von Petra Koob-Pawis
cbt in der Verlagsgruppe Random House
Hardcover, 2012
478 Seiten
17,99
An ihrem sechzehnten Geburtstag muss Beatrice sich endgültig entscheiden. Entscheiden für eine der fünf Fraktionen, die sich nach dem Krieg gebildet haben.
Bei einem Vortest erfährt das junge Mädchen, dass sie nicht eindeutig in eine Fraktion passt. Sie ist eine Unbestimmte, eine, die sich nicht in ein Schema pressen lässt.
Doch darüber darf sie auf keinen Fall sprechen, und so versucht Beatrice sich in ihrer Fraktion anzupassen. Ihr Ausbilder Four hat ein besonderes Auge auf sie, und Tris, wie sie sich nun nennt, kann mit der ungewohnten Aufmerksamkeit nicht gut umgehen.
Doch schnell findet sie Freunde, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die nicht scheuen, ihr Leben zu riskieren um Tris zu helfen.
Bis Tris ihr Leben riskieren muss, um im Gegenzug ihren Freunden zu helfen…
Mittlerweile ist schon der zweite Teil der Trilogie über Tris’ Bestimmung erschienen (Tödliche Gefahr), aber Band eins subbte noch bei mir herum. An einem einzigen Abend habe ich es verschlungen, weil es tatsächlich total megaspannend ist! Band 2 wird demnächst folgen 😉
Das Buch spielt in einer dystopischen Welt, wo nach dem Krieg die Menschen eingesehen haben, warum es überhaupt zum Krieg kam. Diejenigen, die das große Morden überlebten, teilten sich in fünf Fraktionen, die jeweils einen Aspekt der Menschen vorher verachteten und genau gegenteilig agieren wollten. Die Hauptfigur Beatrice wächst bei den Altruan auf, die sich der Selbstlosigkeit versprochen haben (ein bisschen wie Amish People…). Doch sie ist keine von ihnen, das weiß sie schon ziemlich lange.
Als dann die Entscheidung getroffen werden muss, welcher Fraktion sie angehören will, hört sie zum Glück auf ihr Herz, denn zu den Ferox gehört sie wirklich hin.
Tris, wie sie sich kurz nach der Entscheidung neu nennt, will wirklich zu ihrer neuen Fraktion, und damit ihrer neuen Familie, dazugehören. Also gibt sie sich Mühe, auch wenn sie sich nicht mit allem identifizieren kann. Ihr Ausbilder Four hilft ihr bei Entscheidungen und lenkt sie sanft in die richtige Richtung, sodass Tris ihren Weg gehen kann.
Über die Welt und die fünf Fraktionen erfährt man gleich am Anfang des Buches einiges, weil Tris im Kopf alles nochmal durchkaut. Das fand ich eine sehr gelungene Methode.
Die Figur Tris ist sehr sypmathisch und spricht sicher gleich verschiedene Persönlichkeiten an. Ich mochte an ihr, wie sie sich durchbeißen konnte und immer wieder aufgestanden ist. Sie hat ihre Schwächen zu Stärken gemacht – oder es zumindest versucht. Sie hat sich klare Ziele gesetzt, Menschlichkeit gezeigt und ist nicht vom Weg abgekommen.
Da die Geschichte natürlich in einer anderen Welt spielt, als wir sie kennen (Computer scheint es zu Hauf zu geben, so wie neuste Technologie bezüglich Programmierung und Sensoren, aber keine Handys?!), sodass das Verhalten von Tris eben typisch für ihre Welt ist.
Four dagegen ist lange Zeit sehr undurchschaubar. Er ist unberechenbar, doch Tris erkennt in ihm ein Muster und lernt ihn zu verstehen. Natürlich ist er kein reiner Alpha-Held, doch er ist absolut hinreißend und je mehr ich über ihn gelesen hatte, desto verknallter war ich in ihn. Alles was er tat, war genau richtig – und total süß ^^
Leider erfährt man im Verlauf des Buches weder, wo das ganze genau spielt, noch was genau passiert ist oder wie der Rest der Welt aussieht. Es spielt sich alles in einer Stadt ab, die aber scheinbar von der Außenwelt abgeschottet ist. Vielleicht erfährt man in Band 2 und 3 mehr.
In der Geschichte muss Tris eine Mutprobe nach der anderen durchleben, nicht nur weil es von der Fraktion gefordert ist sondern weil Tris selbst immer wieder neu über ihren Schatten springt. Da es auch viel um Angst geht, leidet man als Leser selbst total. Jedes Mal hatte ich Herzklopfen und Panik, dass Tris es nicht schafft (obwohl ich doch weiß, dass es zwei Folgebücher gibt) und musste, musste einfach weiterlesen.
Weil ich das Buch, wie schon gesagt, richtig spannend fand und absolut gefesselt war, sowie nur schmachten konnte wenn es um Four ging, gebe ich dem Buch volle Punktzahl.

★★★★★

Zur Leseprobe.
Mehr über Die Bestimmung und die Bücher auf der Website.

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[Rezension] Die verrückteste Nacht meines Lebens

Die verrückteste Nacht meines Lebens – Lauren Barnholdt
cbt Verlag
Taschenbuch, September 2012
304 Seiten

7,99 €

Wenn du eigentlich ein schönes Wochenende ohne Eltern und nervige Schwester geplant hast, wirft dich ein Brief vom Rektor ganz schön aus dem Konzept. Und es geht noch schlimmer!

Eliza hat sturmfreie Bude und möchte eigentlich nur das Wochenende genießen. Das Haus für sich, eventuell mit Freundinnen, Pizza und guten Filmen.
Aber erst kommt ein Brief, der Eliza und ihre Eltern in die Schule zum Gespräch einlädt. Scheinbar hat Elizas Verflossener, Cooper, nämlich seine Wunschuni nicht bekommen weil Eliza seinen Betrug bei einer Klassenarbeit aufgedeckt hat.
Dann findet Eliza ihr lila Notizbuch nicht. Und dass ist schlimm, denn darin stehen ihre geheimsten Ängste und Sorgen – niemand sollte das je zu Gesicht bekommen. Doch irgendwie ist das Buch verloren gegangen, denn Eliza erhält eine SMS mit präkerem Inhalt.
Eine wilde, heiße Nacht beginnt, in denen Eliza sich ihren schlimmsten Ängsten stellen muss. Denn um ihr Buch zurückzubekommen muss sie genau machen, was darin steht…

Mich sprechen ja meist Cover schon an, wenn mir das Buch hinterher auch gefällt. Im Frühjahr postete jemand auf dem Blog in der Vorschau dieses Buch, und es wanderte auf meine Wunschliste. Die Geschichte klang sehr süß und genau richtig für unterhaltenden Stunden. „Die verrückteste Nacht meines Lebens“ klang nach etwas wie „Nick & Norah„, eine Geschichte, die ich sehr mag.
Und dann flatterte dieses Buch auch noch vom Verlag an, ohne dass ich nachfragen musste – perfekt!

Heißhungrig habe ich mich ans Lesen gemacht – und war sofort fest gefangen in dieser tollen Story. Eliza ist nicht nur jugendlich, sie ist wie ich mit 15 Jahren! Sie hat Angst, schreibt quasi Tagebuch und ist von sich selbst nicht sehr überzeugt. Ihre Freundinnen findet sie deutlich heißer und beneidet sie um ihren Mut. So richtig Party machen ist auch nicht ihr Ding.

Dann passiert das, wovon ich auch in meiner Jugendzeit geträumt habe: Eliza springt über ihren Schatten und ist mutig! Und zeigt Cooper nicht nur die kalte Schulter sondern auch ihr toughes Gesicht. Herrlich!

Cooper gefiel mir sehr gut. Seine Entwicklung und sein Handeln fand ich niedlich und wenn auch ein bisschen erwachsen in sehr jugendlicher Manier. Manchmal hätten die Protagonisten etwas kindlicher handeln können, aber mit fast 16 wollte man ja schon erwachsen sein. Und vieles machte die Sprache wieder wett.

Der Schreibstil war absolut genial. Ein dickes Lob auch an die Übersetzerin Bettina Spangler, die den jugendlichen, lockeren Stil absolut eingefangen hat. Oft musste ich beim Lesen leise lachen, weil Eliza und ihre Freundinnen manchmal gleich blöd, naiv oder lustig waren.

Die angesprochenen Freundschaft hat mich auch sehr gefesselt. Selbst den Freundinnen kann man nicht immer die Wahrheit sagen, aber in schwierigen Situationen stellen sich dann echte Freundinnen heraus. Clarice und Marissa sind keine Bilderbuchfreundinnen, aber sehr menschlich. Schön! 🙂

Für Schnellleser wie mich ist das Buch eine nicht ganz so dauernde Unterhaltung, aber die Geschichte und die Aussage haben mich sehr berührt. Das Buch ist ein Re-Read absolut wert!
Volle Punktzahl für die Geschichte, die das Leben schreibt, und eine Aufarbeitung meiner Jugend 🙂