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[Rezension] Der Look

Der Look – Sophia Bennett
Chickenhouse
Gebunden, September 2013
ISBN 978-3-55152045-6 
384 Seiten

14,99 €

Teds große Schwester Ava war immer die schönere der beiden. Als die Familie von Schicksalsschlägen gebeutelt die Finanzen radikal verringen muss, versuchen sich die Mädchen sich plötzlich durch Straßenmusik das Taschengeld aufbessern. Dabei wird Ted von einem Modelscout angesprochen – sie, nicht Ava. Ted ist schlacksig, hat mehr oder weniger eine Monobraue und ein Vogelnest auf dem Kopf. Sie kann nie und nimmer Model sein.

Doch die Agentur sieht etwas in ihr, das für ein Model taugt. Ted gibt sich Mühe, ist jedoch in Gedanken immer bei Ava, denn Ava hat Krebs. Als sich für Ted große Chancen auftun, besteht Ava darauf, dass sie fährt. Und nichts würde Ted derzeit unversucht lassen, um Ava glücklich zu machen…

Von der Autorin Sophia Bennett habe ich bisher viel gehört, leider nur Modemädchen 1 „Wie Zuckerwatte mit Silberfäden“ gelesen. Ihr neues Buch „Der Look“ sprach mich aber wieder besonders durch die tolle Covergestaltung des Verlages an. Es ist schlicht und irgendwie zauberhaft.
Die Geschichte war irgendwie auch zauberhaft, aber nicht sofort. Man lernt die Schwestern Ava und Ted kennen. Während Ava aussieht wie eine junge Göttin hat Ted dagegen den besonderen Charme einer langstieligen Bambuspflanze.

Dennoch sind beide Schwestern auf ihre Art stark und schwach. Man sollte meinen, durch Avas Schönheit ist sie selbstbewusst und mutig, aber sie ist auch nur eine unsichere junge Frau. Ich litt auf jeder Seite mit ihr mit.
Ted dagegen muss immer mutig sein. Permanent springt sie über ihren eigenen Schatten und obwohl sie gehänselt und verspottet wird, hält sie den Kopf aufrecht und zeigt Stärke für ihre Schwester.
Als dann der Modelscout Ted angesprochen hat, habe ich mir nur gewünscht, dass sie Erfolg hat! Als das zunächst nicht der Fall war, hatte ich wirklich Angst, die zweite Hälfte des Buches wird sehr traurig und geht nicht mehr so sehr ums Modeln.

Weit gefehlt. Wirklich zur Mitte des Buches macht es BÄÄÄM und die Geschichte dreht sich. Zu wundervoll, einfühlsam und sehr sehr lesenswert. Es ging nicht nur ums Modeln. Es ging um das Erwachsenwerden, Fehler machen und aufzustehen, wenn man hinfällt. Das war eine Geschichte, die einem ans Herz geht.

Der Look“ ist ein Roman, der die Modelwelt etwas kritisiert. Bennett macht aber auch Mut durch die Kraft, die sie Ted gibt. Dass ihre Protagonistin Mädchen, Tochter und junge Frau sein darf. Was soll ich noch sagen?
Volle Punktzahl – mit Pluspunkt, weil das Cover von Chickenhouse so unglaublich toll ist, dass ich es die ganze Zeit anschauen will.

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[Statistik] Dezember 2012

Ok, im Dezember war ich WIRKLICH sparsam 🙂 Nur zwei neue Bücher sind in meinen Schrank gewandert, und das eine war sogar noch eine Bestellung aus dem November (aber ich nehme immer das Eingangsdatum).

Gelesen habe ich dagegen auch nicht viel, weil ich im Urlaub immer erstmal komplett runterfahre und dann neu motiviert starten muss. Auch sollte man meinen, an den Feiertagen wäre viel Zeit – überhaupt nicht! Das Bücherlesen habe ich in den letzten Tagen des Dezembers auf die Nächte verschoben, weil wir ohnehin immer ausschlafen konnten ^^

Gelesen:
1. Die Tribute von Panem: Die Hungerspiele -Suzanne Collins (Rezension 1,2, und 3)
2. Suche Weihnachtsmann – biete Hund – Petra Schier 4/5 (Rezension)
3. Wie Zuckerwatte mit Seidenfäden – Sophia Bennett 5/5 (Rezension)
4. Shadow Falls Camp 1: Geboren um Mitternacht – C.C. Hunter 4/5 (Rezension)
5. Für jede Lösung ein Problem – Kerstin Gier
6. Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe – Suzanne Collins (Rezension 1,2, und 3)
7. Die Tribute von Panem: Flammender Zorn – Suzanne Collins (Rezension 1,2, und 3)
8. Sherlock Holmes und der Fluch des grünen Diamanten – Franziska Franke
9. Das Geheimnis der Maurin – Lea Korte

Rezensiert aus anderen Monaten:
Kaffee oder das Aroma der Liebe – Anthony Capella (gelesen im Oktober)
Die Kaffemeisterin  – Helena Marten (gelesen im November)

Die Challenges erläutere ich gleich noch in der Jahresstatistik.

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[Rezension] Wie Zuckerwatte mit Silberfäden

Wie Zuckerwatte mit Silberfäden – Sophia Bennett
Modenmädchen Band 1
Carlsen Verlag
Taschenbuch, Herbst 2012
269 Seiten

7,99 € (Ab 1.1.2013)

Es ist Nonies größter Traum, einmal bei einer Modenschau dabei zu sein. Modemagazine und Stiles inhaliert sie, sie kennt sich bei berühmten Designern aus und peppt ihre eigenen Klamotten auf. Sie dachte immer, damit könnten sie sogar selbst einmal etwas designen, aber als sie Krähe trifft, erkennt sie wahres Talent. Krähe zeichnet nicht nur wie eine ausgebildete Modedesignerin, sie kann auch Nähen und entwirft wunderbare Stücke aus leichten Stoffen, die nach Blüten und Federn aussehen.
Damit dieses Talent nicht vergeudet wird, kann Krähe mit einer Freundin sogar eine Modenschau organisieren und die Kleider der jungen Künstlerin verkaufen, unterstützt von der Designschule. Doch es wäre alles leichter, wenn Nonie nicht noch zur Schule müsste, Management gelernt hätte und Krähe keine schüchterne Kriegsflüchtige wäre…

Seit einigen Monaten schleiche ich schon um dieses hübsche Buch herum, zu dem bereits der dritte Teil erschienen ist. Vor zwei Jahren, als ich zu einem Gespräch im Carlsen Verlag war, habe ich auf diesen Titel gestarrt und dachte „Das musst du mal lesen!“.
In diesem Dezember war es soweit, und ich muss sagen, dass ich mich eher dazu hätte entscheiden sollen. „Wie Zuckerwatte mit Silberfäden“ war einfach schön, super geschrieben und ich freue mich auf die beiden Fortsetzungen!

Mit der Figur der Nonie musste ich erstmal warm werden. Es hat ein paar Kapitel gedauert, bis ich kapiert hatte, dass es nicht um ihre Entwicklung in der Mode geht, sondern um Krähe. Es sah meiner Meinung nach so aus, als würde Nonie die kreative Feder haben, aber dass sie organisiert und akzeptiert, dass sie weit weniger Talent hat, fand ich auch ok.

Krähe war so jemand, der sich mehr oder weniger im Hintergrund aufhielt, aber eine zentrale Rolle spielte. Diese Idee, dass man ziemlich wenig über sie erfährt, Krähe aber total wichtig ist, fand ich neu und erfrischend. Auch lasse ich mich immer wieder gerne mit neuen Geschichten überraschen. Dass Krähe eine Menge Dinge ziemlich egal sind, fand ich manchmal unbegreiflich, aber wenn das die Idee der Autorin ist, bittesehr.

An manchen Stellen hätte ich mir von Nonie etwas mehr Aufreger gewünscht, schließlich wird sie einfach so von ihrer Tochterposition gehoben. Sie protestiert nicht, versucht sich still und heimlich weiterhin Aufmersamkeiten ihrer Mutter zu erkaufen und akzeptiert Krähe als neue Lieblingstochter. In sich ist die Geschichte recht schlüssig, aber ich hoffe im nächsten Band wird Nonie noch erwachsener.

Die Geschichte hatte für mich Höhen und Tiefen und einen deutlichen Spannungsbogen. Das Lesen ging leicht und hat mir Spaß gemacht, weswegen die Folgebände bereits auf der Wunschliste stehen.
Von mir bekommt das Buch 5 Sterne.

Band 2: Wie Marshmallows mit Seidenglitzer
Band 3: Wie Sahnewolken mit Blütentaft