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[Interview] Alexander von Eisenhart Rothe


Vor einigen Tagen habe ich euch das Buch „Die Wunschmaschine“ rezensiert: LINK.
Nun hat mir der Autor freundlicherweise ein paar Fragen dazu beantwortet!
Alexander Rothe, geboren 1968, ist Autor, Regisseur und Cartoonist.
Mit vollständigem Namen heißt er „Alexander von Eisenhart Rothe“, was sich aber für Signaturen nur schwer eignet, weswegen er seinen Künstlernamen verkürzt hat.
Schon seit vielen Jahren arbeitet er als Cartoonist für den Bastei Lübbe Verlag – was lag also näher seine eigenen Comics in das Buch zu bringen?
Bevor Alexander Rothe richtiger Autor wurde, hat er bereits als Regisseur einige tolle Formate ins Fernsehen gebracht. Die aktuell laufende Sendung „Nicht Nachmachen“ (ZDF) oder die Serie „Pastewka in…“ (RTL) stammen aus seiner Feder.

Seit 2006 schreibt er zudem über seine verrücktesten Reiseerlebnisse eine Kollumne in der Berliner Zeitschrift „Das Magazin“.

Die nun auch in der „Wunschmaschine“ vorkommenden Länder hat Alexander Rothe selbst bereits, unter anderem für seine Dokumentationsreisen für Voxtours, Wolkenlos, etc.

Der Autor lebt heute in Ibiza mit seinen Hunden und vertreibt sich gerne seine Zeit bei Facebook.
Readandbeyourself: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch zu schreiben?

Was reizt dich an Kinderbüchern?

 Alexander Rothe: Ich glaube, das liegt an meiner Art zu schreiben und welche Art von Geschichten mir selbst gefallen. Ich mag es lustig, phantasiereich, leicht abgedreht und spannend. Ich möchte mit einem Buch Abenteuer erleben können, ich möchte lachen und in meinen Gedanken auf Reisen gehen. Schreiben ist für mich, als würde ich mir gleichzeitig eine Geschichte ausdenken, sie durchleben, sie gestalten und erzählen. Ich bin Erschaffer und Publikum gleichzeitig und die lange Zeit, die es braucht um ein Buch zu schreiben, würde ich nicht durchstehen, wenn ich mich nicht währendessen selbst bestens unterhalten würde. Ernste, nachdenkliche Bücher liegen mir nicht besonders, ich denke dass man auch Abstraktes oder Informatives durch Unterhaltung, Spannung und Humor viel besser vermitteln kann. Die Leser, die „Die Wunschmaschine“ lesen, sollen im besten Falle erst hinterher – nachdem sie eine spannende und lustige Geschichte erlebt haben – bemerken, dass sie gerade sehr viel über den Islam, das alte und neue Ägypten und vieles anderes gelernt haben. Ganz leicht, ohne Zeigefinger, ohne stupides Fakten-Aufzählen.
Ich bin sehr viel gereist in meinem Leben und habe viel über andere Menschen und Kulturen gelernt und ich glaube, dass es für die Zukunft sehr wichtig sein wird, dass die Menschen einander vorurteilsfrei begegnen. In einer Welt, die immer kleiner wird sollten wir einander verstehen, wissen, warum andere Menschen anders denken und handeln. Das Wissen, dass das Fremde nicht zwangsläufig bedrohlich sein muss, ist etwas was wir lernen können.
Das eine fremde Kultur spannend und wertvoll sein kann, war etwas, was ich den Kindern gerne mitgeben wollte. Daher die Idee, fremde Länder für Kinder zu beschreiben. Und weil ich das, wie oben bereits erwähnt, in einem Rahmen tun wollte, der Spaß macht und spannend ist, wurde daraus eine Abenteuergeschichte.
Übrigens sehe ich mein Buch gar nicht als ausschließliches Kinderbuch. Die Freigabe ab 10 Jahre, bedeutet für mich lediglich den Startschuss. „Die Wunschmaschine“ ist für alle Altersklassen gedacht und jede soll dort etwas für sich finden.

Ist es schwer, die entsprechende Sprache für Kinder und Jugendliche zu finden?
 Nein. Im Gegenteil. Ich versuche so zu schreiben, wie man (also nicht nur Kinder) im Alltag sprechen. Da fällt dann schon mal der eine oder andere Kraftausdruck und dafür habe ich durchaus auch schon Kritik geerntet… aber ich schreibe nunmal wie man spricht und nicht wie man sprechen sollte. Und das gilt auch für Kinder. Mal ehrlich, welcher Zwölfjährige schreit nicht mal irgendwann „Scheisse!“? Und wäre ja auch schlimm wenn nicht.
Möchtest du auch noch Bücher in anderen Genres schreiben?
 Hab ich schon. Ich habe unter meinem vollständigen Namen „Alexander von Eisenhart Rothe“ ein reines Erwachsenenbuch namens „GoldenBiker“ geschrieben. Eine sehr lustige Drugs & Crime Story die in Indien spielt. Für die Zukunft plane ich aber erstmal ein paar weitere Teile der Wunschmaschine.
War es schwer, deine eigenen Zeichnungen im Buch unterzubringen?

 Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Beim Verlag wusste man, dass ich auch zeichne und schlug mir vor, mein Buch selbst zu illustrieren. Ich muss gestehen, zuerst war ich dagegen, weil ich fürchtete, über die Zeichnungen dem Leser zuviel von der eigenen Vorstellung zu rauben. Aber schließlich habe ich mich doch breitschlagen lassen und es nicht bereut.
Was hat dich zur Wunschmaschine gebracht?

 Ursprünglich hatte ich ja die Absicht, eine Geschichte zu schreiben über vier Kinder, die auf einem Schiff um die Welt segeln um Abenteuer zu erleben. Nur ging das natürlich nicht ohne ein plausibles Motiv. Ziemlich schnell war mir klar, dass die vier irgendetwas suchen mussten, irgendetwas einsammeln was über die ganze Welt verstreut war. Und es musste etwas sein, dass auch andere haben wollen würden, denn jede gute Story braucht ja schließlich auch ein paar ordentliche Gegenspieler. Und so entstand, Stück für Stück die Idee zu dieser zerbrochenen Maschine. Eine Maschine die Wünsche erfüllt, wer würde sowas nicht haben wollen? Ich finde das Thema des Wünschens und vor allem zu wissen was man wünschen soll sehr spannend. Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben scheinbar alles und versuchen doch ein ständiges Gefühl des Unerfülltsein mit noch einem neuen Handy, einem neuen App, ein größeres Auto oder wasweißich zu kompensieren. Solange man nicht weiß, was man wünschen soll, wird man niemals glücklich und den richtigen Wunsch für sich zu finden ist viel schwerer als man denkt.
Wieso gibt es 4 Kinder – und nicht nur 2 oder 3?

 Die vier Hauptdarsteller meines Buches sollen nicht nur lernen, mit fremden Kulturen umzugehen, sie müssen auch lernen mit ihren eigenen Schwächen zu leben und sich selbst so akzeptieren wie sie sind. Sie sind alle vier extrem unterschiedlich und wenn das Schicksal sie nicht aneinandergeschmiedet hätte, wären sie wohl niemals befreundet. Aber so befinden sie sich in einer Situation, wo jeder von ihnen, so verschieden sie auch sind, Teil der Lösung ist und sie nur zum Ziel gelangen, wenn sie lernen einander zu vertrauen. Ich wollte möglichst unterschiedliche Charaktere und für das was sie stehen benötigte ich vier Personen.
Warst du selbst schon in Kairo?
 Na klar! Man kann zwar wirklich ne Menge im Internet recherchieren, aber wirklich beschreiben und kennen kann man einen Ort nur, wenn man dort war.
Wird in der nächsten Geschichte nur eine Stadt besucht?
 Ich verrate zwar nicht so gerne was aus dem nächsten Teil, aber das es nach Portugal und Marokko geht gebe ich schon mal preis…

Wieviele Bücher wirst du vermutlich brauchen, um die Wunschmaschine wieder vollständig zu machen?
 Im Augenblick plane ich sechs Bücher. Ich habe sie eigentlich schon komplett im Kopf, aber bis es soweit ist hab ich vielleicht noch die eine oder andere Idee mehr. Letztendlich hängt es natürlich davon ab, wie lange meine Leser Lust haben, mit mir auf die Reise zu gehen.
Vielen Dank für das Beantworten der Fragen 🙂
Hier noch ein Auszug aus einem Interview des Autors mit Denk.Mal:
DENK.MAL: Warum Ägypten als Schauplatz? Alexander Rothe: Ägypten ist ein großartiges Land für Abenteuergeschichten. Nicht umsonst spielte ja z.B. der erste „Indiana Jones“ hier. 6000 Jahre Geschichte, geheimnisvolle Monumente, die Exotik zwischen Wüste und Nil, die Religion und Kultur… das alles bietet einen optimalen Hintergrund um dort eine spannende Geschichte zu erzählen. Außerdem muss man ja bedenken, dass „Im Zeichen der grünen Sonne“ Teil 1 einer Serie ist. Der erste Teil des Buches erzählt zunächst die Ausgangssituation, die Vorgeschichte und stellt die Hauptdarsteller vor. Erst nach einem guten Drittel des Buches reisen die Kinder los. Ich brauchte also einen Schauplatz, der exemplarisch alle Möglichkeiten mitbringt, um dem Leser zu vermitteln wohin – im wahrsten  Wortsinn – die Reise geht. Mit Ägypten fand ich das optimale Einstiegsszenario, weil ich hier alle Facetten am besten demonstrieren konnte und jeder Leser sofort ein Gefühl für die Serie bekommt, zumal selbst diejenigen, die noch nicht dort waren, zumindest eine ungefähre  Vorstellung von Land und Leuten haben.

DENK.MAL: Woher hast du dein Wissen über Ägypten?
Alexander Rothe: Ich bin immer schon viel gereist. Zuerst privat, dann beruflich. Ägypten gehörte natürlich auch dazu. Gewisse kulturelle Eigenheiten sind sich in allen Maghreb-Staaten ähnlich, andere wieder sehr ägypten-typisch. Viele Erfahrungen kann man nur durch Reisen machen, um bestimmte Stimmungen einzufangen, muss man einfach vor Ort gewesen sein. Andere Dinge, meist historische und kulturelle Fakten recherchiert man im Gespräch mit Fachleuten, aus Büchern und Internet. Dabei halte ich mich stets an die goldene Regel, die ich von meiner TV-Tätigkeit kenne: „Du sollst nicht langweilen!“ Ich freue mich sehr, wenn die Leser meines  Buches, nach der Lektüre das Gefühl haben, etwas erfahren zu haben, was sie vorher noch nicht wussten. Doch der „Lernwert“ muss sich stets dem  Unterhaltungswert unterordnen.

DENK.MAL: Verrätst du schon ein paar Details zu Band 2 und 3?

Alexander Rothe: Da mache ich gerne ein großes Geheimnis draus. Generell kann ich aber  verraten, dass Band eins wirklich nur der Auftakt ist. Mit jedem Buch wird die Geschichte etwas  düsterer. Wir erfahren, dass die Kinder in eine viel größere Geschichte verstrickt sind, als sie  bislang ahnten und sie in eine Verschwörung geraten sind, die umfangreicher ist, als alles was sie  sich vorstellen können. Was wie eine lustige Abenteuerfahrt begann, wird bereits in Band zwei zu einem Kampf auf Leben und Tod und – so viel sei bereits verraten – einer der Hauptdarsteller verliert in Band zwei diesen Kampf. 

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[Themenwoche] Heute: Anika Beer

Anika Beer / Franka RubusDie Woche schließen wir mit einem bekannten Gesicht. Bereits im April stellte ich euch Anika Beer in einem kurzen Interview vor. Heute werde ich noch ein bisschen ausführlicher und stelle ihr weitere Fragen, die ich bisher nicht unterbringen konnte.

Hallo zusammen, mein Name ist Anika, ich bin 28 Jahre alt und Schriftstellerin von Beruf. Bevor ich mich als Autorin selbstständig machte, habe ich Biologie studiert und auch als Biologin gearbeitet, und ein bisschen von diesem Leben als Naturwissenschaftlerin steckt auch immer in meinen Geschichten. Ich bin in Ostwestfalen-Lippe aufgewachsen, direkt am Teutoburger Wald, und obwohl ich unheimlich gern reise und die Welt entdecke, bin ich meiner Heimat doch sehr verbunden. Wenn ich nicht gerade schreibe, beobachte ich gern: Menschen, Tiere, das Wetter, meine Umgebung. Ich mag es, Details zu entdecken und die Welt auch mal durch die Augen anderer zu sehen – das ist einer der Gründe, warum Bücher so wichtig für mich sind. Ruhe und Entspannung finde ich auf meinem Sofa, bei Spaziergängen, wenn ich den Regen oder ein gemütliches Feuer beobachte, oder wenn ich mit meinem Schwert trainiere. Ich mag Kinder, Sport und gutes Essen, und ich freue mich, wenn man mich zum Lachen bringt.

Um 12 Uhr erfahrt ihr in meiner ersten Gastrezension eine weitere Meinung zum Buch und um 18 Uhr beantwortet Anika das zweite Fragenpaket 🙂

Wer bereits jetzt nochmehr wissen möchte, den leite ich auf die Homepage der Autorin weiter.

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[Interview] Diana Jacobs-Waibel

Nun wissen wir, welche spannenden Abenteuer man in der Wandelwelt erleben kann. Und schon beantwortet auch Diana eure Fragen.

Readandbeyourself: Wie sieht dein perfekter Tag aus?
Diana Jacobs-Waibel: Mich ohne schlechtem Gewissen treiben lassen zu können, offen zu sein für was da kommt, Sand unter den Füßen zu haben und das Meer rauschen zu hören.

Kaffee oder Tee?
Was dem einen Kaffee ist, ist für mich Tasse Ingwer-,, Jasmin-, oder frischer Minztee
Hast du in deiner Kindheit selber gerne Bücher gelesen und wenn ja, welches Genre?
 Oh ich habe soviel gelesen, dass meine Ma total genervt von mir war, nicht nur, das ich das Lesen den Hausaufgaben vorgezogen habe, nein ich habe mich auch oft irgendwo versteckt um in Ruhe lesen zu können und war nicht mehr auffindbar.
Lange Zeit haben mich Bummi, Hanni und Nanni,  Trixi Belden, Bille und Zottel begleitet. Irgendwann wurde es dann immer mehr fantasielastig und dabei ist auch noch heute geblieben

Was ist dein Lieblingsbuch, -autor und -genre?

Ich habe kein Lieblingsbuch im klassischen Sinne, kann aber wohl sagen, das ich alle Bücher die bei mir bleiben durften mind. 2mal gelesen habe. 5 Mal hat es bis jetzt die Welt der 1000 Ebenen und Aurian geschafft.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem oder aus anderen Büchern? Wenn ja, welches?
…Ich bin mir absolute sicher auch deine Wandelwelt ist etwas ganz besonderes. Eben genauso wie du sie dir immer ausmalst. Vielleicht bunt, mit vielen Bewohnern, oder…

Wo schreibst du am liebsten?

Wenn ich die Gelegenheit habe am Meer, sonst in meinem kleinen Zimmerchen.

Hast du beim Schreiben ein bestimmtes Ritual haben, wie z. b. Musik hören oder einfach in einem stillen Raum sitzen?
Eine Tasse Tee muss immer dabei sein, Musik oft leise im Hintergrund und eine brennende Kerze.

Manchmal brauche ich aber auch die absolute Stille.

Wird die Familie mit einbezogen, z. B. als Testleser oder Informationsquelle?
Eher selten, ich trage ziemlich lange die Geschichte in meinem Kopf mit mir rum. Dann fange ich an zuschreiben und am Schluss erst darf probegelesen werden. Manchmal, wenn ich einer Situation unsicher bin, schildere ich sie am Abendbrottisch und frage wie meine Kinder darauf reagieren würden. Meistens sage ich ihnen aber nicht, dass es sich um eine Situation für das Buch handelt. Ich möchte dass sie unvoreingenommen darauf antworten.

Entwickeln sich die Charaktere in den Büchern eigenständig, oder ist alles schon am Anfang geplant?

Nee, die entwickeln sich eigenständig und geraten dabei teilweise völlig außer Rand und Band und machen was sie wollen. Dadurch bekommt die Geschichte oft eine völlig neue Richtung.

Liest du den eigenen Kindern deine Bücher vor, oder greifst doch lieber auf andere, von anderen Autoren, zurück?
Nee, eher nicht. Wenn ich vorlese, dann immer andere Autoren. Das Vorlesen übernimmt bei uns mein Mann. Er kann das viel besser als ich.

Durftest du an der Covergestaltung mitarbeiten?
Das Cover habe ich damals aus den einzelnen Elementen der Illustrationen am Rechner selber gestaltet.
Dadurch, dass ich das Buch selber verlegt habe, hatte Kerstin, meine Illustratorin, für das Layout des Buches freie Hand .

Könntest du dir vorstellen, das Genre zu wechseln?
Ja kann ich. Die eine oder andere Idee ist dafür auch schon da.

Was fasziniert dich an Kinderbüchern?
Die Möglichkeit Kindern die Tür für ihre/andere Welten zu öffnen.

Wo holst du deine Inspiration her?
Die größte Inspiration sind tatsächlich die Kinder in meinem Umfeld. Nicht nur meine eigenen sondern auch die mit denen ich arbeite.

Was hältst du von Ebooks?
Ich stand ihnen lange Zeit sehr skeptisch gegenüber. Auf der letzten Buchmesse allerdings traf ich einen Anbieter, der von der Idee der Wandelwelt fasziniert war. Zur Zeit arbeiten sie an einer interaktiven Version von Wandelwelt. So funktioniert es wieder für mich.
Ich persönlich ziehe aber immer noch das Gewicht eines Buches in den Händen vor. Ich muss blättern und Eselsohren knicken können.
Aus dem Buch darf Sand aus dem letzten Urlaub rieseln und getrocknete Kleeblätter gefunden werden.

Wie schafft man es kindgerecht zu schreiben? Ich stelle es mir schwierig vor, nicht immer wieder in zu komplizierte Sätze abzurutschen.
Oh ja. Zum Glück hat meine Freundin Conni Köpp ein sehr fähiges Händchen für kurze Sätze und auch meine Lektorin bremst mich immer wieder sehr liebevoll.

Wie sieht die sprachliche Vorbereitung zu einem Kinderbuch aus? Erstmal einige Wochen nur mit Kindern in der Altersklasse sprechen, für die die Geschichte gedacht ist, oder gibt es da spezielle Tricks?
Ehrlich gesagt habe ich einfach angefangen zu schreiben. Durch meinen Beruf habe ich viel mit Kindern zutun. Wenn ich schreibe versetzte ich mich oft in die Position eines Kindes und versuche es mit seinen Augen zusehen.

Wie wird aus einer groben Idee im Kopf mit der Zeit ein ganzes Buch?

Das war bei mir ein Prozess über Jahre. Erst einmal ist die Idee da. Dann schleichen sich die ersten Namen und Orte dazu. Die Figuren entwickeln sich ganz grob. Irgendwann ist mein Kopf dann so voll, das ich einfach anfangen muss  zuschreiben. Der Rest entwickelt sich dann während dessen.

Was ist der große Unterschied zwischen Romanen für Erwachsene und Kinderbüchern den man beim schreiben immer im Hinterkopf haben sollte?
Ich denke die Reife und das Alter der Leser.

Was sollte man beim Schreiben von Kinderbüchern am besten vermeiden?
Den Blickwinkel zu verlieren, für wen man schreibt.

Was ist das beste Kinderbuch das Sie je gelesen haben und warum?
Pippi Langstrumpf. Weil sie sich die Welt so zurechtrückt, wie es ihr gefällt.
Die Selbstverständlichkeit alles zu können was man will. Es gibt kein „geht nicht“, sondern ganz viel „ich kann das“ ….
Großartig!
Welche Themen sollten in Kinderbüchern öfter behandelt werden?
Eine schwierige Frage.
Das freie Lesen war und ist für mich immer ein abtauchen in fremde Welten.
Themenbezogenes Lesen wäre für mich ein gezieltes Lesen  zu einem Interesse, einer Frage.
Und in diesen Bereichen gibt es viele gute Bücher.
Wenn ich Schwerpunkte nennen würde, würden sie alle damit zu tun haben, beim Lesen Platz für die eigene Fantasie zu lassen, einen Raum zu schaffen indem Kinder eintauchen können. Begleitet durch eine Figur mit der sich Kinder identifizieren können, die stärken hat aber auch schwächen.

Findest du es – wie es manche Poltiker fordern – wichtig und richtig Kinder schon früh mit Toleranzthemen wir Integration oder gleichgeschlechtlicher Liebe zu konfrontieren?
Was heißt früh?
Ich denke im ersten Schritt ist es wichtig Kinder Kinder sein zu lassen und nicht künstlich ein Problem zu schaffen.
Integration und gleichgeschlechtliche Liebe sind für mich Themen, mit denen sich Kinder oftmals bereits im Kindergarten, in der Schule oder auch im Freundes und Bekanntenkreis auseinander setzten. So war es zumindest bei meinen Kindern.
Dennoch ist es sinnvoll und wichtig, wenn diesbezüglich die ersten Fragen kommen, in eine offene Kommunikation zugehen. Sei es zuhause, im Kindergarten oder auch in der Schule.
Und dann stellt sich für mich auch noch die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, erst einmal bei den Erwachsenen mit diesen Toleranzthemen anzufangen.
Denn letztendlich werden Kinder von ihrem Umfeld geprägt.
Findest du nicht auch, dass einige Kinderbücher (Struwwelpeter und einige andere Märchen) recht brutal sind?
Eine interessante Frage. Wenn ich mir so recht überlege wie wir damals über Tom und Jerry gelacht haben, oder über jeglichen anderen Cartoons in der Richtung glaube ich, dass sich mit dem „großwerden“, der Blickwinkel verändert hat.
Für Kinder ist es absolut klar, dass Tom in der nächsten Folge wieder Jerry jagen wird.
Die Brutalität wird ihnen meiner Meinung nach, erst zu einem späteren Zeitpunkt bewusst.
Ich habe als Kind Märchen geliebt. Als Brutal habe ich sie erst viele Jahre später empfunden.
Aber jedes Kind ist in seiner Empfindung, was Brutal ist und nicht, individuell zusehen.

Was ist deiner Meinung das Geheimnis von Märchen? Wieso erfreuen sie sich noch heute bei vielen Kindern großer Beliebtheit?
Eigentlich stelle ich eher fest, dass viele Kinder die klassischen Märchen gar nicht mehr kennen.
Ich denke, für die Kinder die sie noch kennen, spielt das Gut/Böse Thema eine große Rolle.
Die Identifikation mit der guten Figur ist bei den Märchen relativ einfach.

In welcher Hinsicht haben sich Kinder und Jugendbücher deiner Meinung nach in den letzten 20 Jahren gewandelt?
Auf der einen Seite  sind sie bunter, schneller, lauter geworden, auf der anderen Seite lässt dies wiederum viel Platz für „Retro-Bücher.“

Wolltest du schon immer Autorin werden?

Als Kind habe ich viel geschrieben. Durch die vielen Rotstiftkorrekturen meiner Lehrerin verlor ich dann aber die Lust daran. Die kam wieder, als sich die Idee von der Wandelwelt in meinen Kopf schlich.

Hörst du gerne Musik, wenn ja welche?
Oh ja, ich höre sehr gerne, sehr viel und sehr unterschiedliche Musik. Von Rock bis Latin, 60er bis alternative ist alles dabei. Je nachdem wie ich mich gerade fühle.

Hast du selbst Kinder, die du dir zum Vorbild genommen hast?
Ja ich habe eine Tochter und einen Sohn. Als ich anfing die Wandelwelt zuschreiben, war ein Erlebnis meiner Tochter die Grundlage dafür.

Wolltest du schon immer Jugendbücher schreiben oder war das etwas, was du später herausgefunden hast?
Als Kind ja, dann habe ich aber aufgehört. Erst durch die Erlebnisse meiner Kinder wuchs der Wunsch wieder zu schreiben und die Wandelwelt entstand.

Wie entspannst du dich zuhause am besten?
Nach einem Bad in meinem Zimmer, mit einem Buch und einer Tasse Tee.

Hörst du Musik beim Schreiben?

Ja, höre ich sie oft leise im Hintergrund. Aber manchmal brauche ich auch die absolute Stille.

Worum geht es in deinen Worten in deinem Buch?

Es geht um das finden und zulassen von Fantasie, Träume und Kreativität.
Wie hast du dich für das Genre entschieden, in dem du deine Bücher schreibst?
Da ich selber sehr gerne Fantasy lese, hat sich das bei mir so ergeben. Für mich persönlich habe ich dort die meisten Möglichkeiten in andere Welten einzutauchen.

Suchst du gezielt nach Bewertungen?
Nein. Allerdings freue ich mich jedes Mal sehr über Anfragen ob ich ein Buch zum Bewerten senden könnte.
Wie gehst du mit Kritik um?
Es kommt immer sehr darauf an wie sie an mich herangetragen wird.
Wenn es konstruktive Kritik ist, bin ich sehr dankbar darüber, sonst kann es mich auch sehr verletzten oder verunsichern.

Wie gehst du mit den neuen Möglichkeiten, mit Lesern in Kontakt zu treten (wie Facebook, Blogs und Amazon) um?
Ich finde die Möglichkeiten großartig und mache dies auch sehr gerne. Zum einen finde ich die Fragen, die an mich gestellt werden sehr spannend und zum anderen ist es für mich als Autorin faszinierend herauszufinden, was meine Leser beschäftigt. Was sie anspricht und wer überhaupt meine Leser sind. Sie sind nicht mehr anonym, sondern Menschen mit eigenen Lebensgeschichten, Wünschen und Bedürfnissen.

 Was steckt von dir in deinem Buch?
Herzblut und der eine oder andere Anteil von mir in den Figuren.
Bringst du auch eigene Erfahrungen, Träume und Gefühle, die du selbst erlebst, mit in das Buch ein?
Ja ganz viel. So war ich zum Beispiel ähnlich wie Minou ständig am träumen und irgendwie anders. Die Kinder haben mich nicht verstanden und ich sie nicht.

Möchtest du nur weitere Geschichten zum kleinen Wesen in uns schreiben oder auch noch andere

Bücher, womöglich sogar nicht nur Bücher auch für Kinder?
Es wird weitere Geschichte von der Wandelwelt geben, aber auch die Idee für ein Jugendbuch spukt in meinem Kopf herum.
Warum ist es dir so wichtig, dass wir unser kleines Wesen finden?
Weil wir jemanden brauchen, der auf unsere Fantasie, Träume und Kreativität aufpasst. Zu schnell kann in unserer schnelllebigen Zeit davon etwas verloren gehen.
Wie sehe unsere Welt ohne Träume, Visionen und Fantasie aus? Es gebe meiner Meinung nach keinen Fortschritt und keine Weiterentwicklung.
Deshalb: Findet Fantasie und passt gut darauf auf. Euer Kleines Wesen hilft euch dabei.
Hast du Angst vor schlechten Kritiken?
Natürlich habe ich immer ein Stückweit Angst davor. Es ist mein erstes Buch. Und ich habe durchaus auch schon schlechte Kritiken bekommen. Aber jede Kritik hilft mir auch wieder ein Stück weiter.
Ich habe inzwischen gelernt damit umzugehen.
Nicht jeder kann die Wandelwelt toll finden. Dafür sind wir alle viel zu unterschiedlich.
Und das ist auch gut so. Ich glaube die Welt wäre sonst sehr langweilig.

Begegnen dir häufig Kinder, denen du gerne das Buch geben möchtest?
Ja ganz oft. Leider ist es mir nicht immer möglich da ich nicht so viele Belegexemplare rausgeben kann, wie es z.B. ein Verlag tun könnte.

Warum hast du um dein Buch einen eigenen Verlag gegründet?
Ich arbeite auch als Entspannungstrainerin und habe mit der Figur des Kleinen Wesens noch viel vor. Mit meinem eigenen Verlag bin ich sehr flexibel und kann vieles direkt nach meinen Vorstellungen und Werten umsetzen.

Warum ist die Geschichte noch nicht zu Ende?
Weil nun erst die Abenteuer in der Wandelwelt beginnen. Deine.

Wie finden deine Kinder dein Buch?
Da sie meine Kinder sind natürlich toll.
Abgesehen davon ist meine Tochter allerdings auch meine größte Kritikerin.

Was ist das für ein Gefühl, jetzt als Neuautorin auch so viel Aufmerksamkeit zu bekommen?
Sehr, sehr ungewohnt. Aber auch spannend und aufregend.

Würdest du auch ein reines Ebook veröffentlichen, wenn du keine andere Möglichkeit hättest?

In einer interaktiven Form wäre das für mich durchaus vorstellbar.
Gibt es in deinen Figuren Teile von dir?
Ja, ganz viel in Minou, aber auch in Tipps und Noumi.

Liegt dir eine Person deiner Bücher besonders am Herzen?
Eigentlich liegen sie mir alle am Herzen. Jeder dieser Figuren durchlebt eine Wandlung und reift in ihrer Entwicklung. Jede für sich ist sehr liebenswert.

Was war das schönste Erlebnis mit „Fans“?

Ein vierjähriges Mädchen. Ich war auf dem Bremer Kindertag und die Kleine war so fasziniert von dem Buch, das sie darauf bestand, dass ich es ihr vorlese. Mit große Augen sagte sie“ Aber nicht schummeln, alles lesen“
Da ich gerade eine Pause hatte, habe ich ihr diesen Wunsch erfüllen können. Normalerweise sind meine Leser ein wenig älter.
Zu sehen, dass sie mit ihren 4 Jahren verstand um was es geht, war einfach wundervoll.

Wird es von dir noch weitere Jugendbücher geben?

Ja ich denke schon, allerdings wird das noch ein wenig dauern, da ich zur Zeit den zweiten Teil der Wandelwelt schreibe.
 
Vielen vielen Dank, dass du dir die Zeit zum Beantworten der Fragen nimmst!
 Ich danke Euch für eure tollen und teilweise sehr herausfordernde Fragen.
So ist auch mir noch einmal das eine oder andere deutlicher geworden.

Findet Fantasie, eure Diana

Schaut auch mal im BücherKaffee, da hat Diana auch sehr interessante Antworten gegeben.

Das Hörbuch von Dianas Buch hat Sandra (Büchermaus) gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! 🙂

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[Themenwoche] Heute: Diana Jacobs-Waibel

Nach dem dicken Schmöker mit dem fantasievollen Inhalt bleiben wir bei der Fantasie, diesmal aber auch schon für Kinder:

Diana Jacobs-Waibel hat nicht nur einen eigene Verlag, sondern arbeitet auch am liebsten mit der Förderung von Fantasie. Warum eigentlich, Diana?

Diana Jacobs-Waibel: Meine Lebensgeschichte beginnt an einem Dienstag im Jahre 1974 in Hamburg.
Die WM war gewonnen, Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt und meine Eltern glücklich.
Nach und nach kamen weitere Geschwister dazu und wir zogen aufs Land.
Nach meiner Ausbildung zur Schauwerbegestalterin habe ich lange im Bereich Messe und Kulissenbau gearbeitet. Ich zog mit meinem Sohn zurück nach Hamburg, studierte Kommunikationsdesign.
In der Zwischenzeit brachte ich meine Tochter zu Welt. Ein kleines Bündel Leben mit kupferrotem Haar.
Verstärkt durch Erfahrungen meiner Kinder, die sie im Laufe ihres Lebens mit Lehrern machten, Aussagen mit denen sie sich auseinander setzten mussten wie „Das gibt es nicht! Hör auf zu träumen!“ festigte sich mein Wunsch, zu schreiben. Für Kinder. Von Kindern.
Ich suchte Gespräche zu Eltern, Pädagogen und anderen Erwachsenen, sprach mit ihnen über Fantasie und Träume. Fazit: es gibt kaum Raum dafür! Unrealistisch?! Irrational?! Spinnerhaft?!
Das trieb mich an! Und so rief ich eine Figur ins Leben, die für all das Verlorene stand.
Ein Kleines Wesen, das alle Kreativität, Fantasie und Spinnerei erlaubt!
Mein KLEINES WESEN! Ich entdeckte es bei einer Vorlesung. Auf einem Blatt Papier. Es trug einen großen Hut, der ihm weit über die Augen hing.
In den darauf folgenden Jahren trieb mein KLEINES WESEN mich an, endlich etwas ins Leben zu rufen, das ebenso greifbar für die kleinen und großen Menschen ist, wie für mich: so entstand die Marke FINDE FANTASIE und nach und nach die  WANDELWELT.
2009 nahm ich mir eine Auszeit und lief den Jacobsweg. Auf diesem Weg wurde mir wieder bewusst, dass ich eigentlich viel Lieber mit Kindern arbeiten möchte .
Ich ließ mich zur Entspannungstrainerin für Kinder und Jugendliche ausbilden.
Nun arbeite ich seit 2010 als Entspannungstrainerin in meiner kleinen Praxis mit kleinen und großen Kindern an der Erschaffung, Erhaltung und Eroberung ihrer Fantasien.
Ich unterstütze sie alle darin, RICHTIG zu sein, in dem, was sie fühlen, denken und sich vorstellen.
2011 war dann auch die Wandelwelt bereit sich unserer Welt zu präsentiere und 2012 kam das Hörbuch dazu. Was in den nächsten Jahren noch so kommt? Lasst euch Überraschen.
Ideen habe ich noch eine ganze Menge.
Worum es im Buch „Wandelwelt“ überhaupt geht und was Diana euch noch schönes erzählen möchte, erfahrt ihr heute um 12 Uhr und um 18 Uhr!
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[Themenwoche] Heute: Uwe Kullnick

Nach drei tollen Autoren möchte ich euch heute mit einem weiteren Autoren bekannt machen. Es geht wieder um ein Kinderbuch, und diesmal ist es tierisch…

Uwe Kullnicks Ebooks sind bereits mit zwei Preisen gewürdigt worden: 1. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2011 für „Die Zeichnung“ und den 3. Preis des Haidhauser Werkstattpreises 2012 für „Der Buckel“. Heute geht es aber um das Kinderbuch „Stachelschweintanz“, das im Herbst in der 2. Auflage als Printbuch erscheint.


Sehr geehrter Herr Kullnick, stellen Sie sich den Lesern bitte kurz vor. Was machen Sie – und wie sind Sie Autor geworden?


Uwe Kullnick:ENDLICH habe ich Zeit und Muße für meine bisher heimliche Leidenschaft – Schreiben!
Wieso endlich? Ja, eine berechtigte Frage. Eigentlich ist es nicht zu trennen. Mein Leben bisher und das Warten endlich wieder Schreiben zu können.
Vieles von dem, was ich jetzt zu Papier bringe wäre mir ohne die vergangene Lebenszeit und vor allem ohne die Aktivitäten, Berufe, Reisen, Aufgaben, Erfolge und Enttäuschungen meines Lebens (man nennt es wohl auch Erfahrungen) nicht in den Sinn gekommen. Die Gedanken, Geschichten und Romane und nicht zuletzt die Sprache sind gereift und stehen jetzt Schlange um in die Welt zu treten und hoffentlich, und das ist die Eitelkeit jedes Schriftstellers, gelesen zu werden.
Vielleicht interessiert es den ein oder anderen, wie der Weg war, der mich bis hierher gebracht hat. Es würde mich sehr freuen.

Als Sechsjähriger hatte ich Lungen-Tuberkulose und wurde allein und mit der Bahn an die Nordsee verfrachtet. Diese Erfahrung hat mich mein Leben lang begleitet. Genau so, wie die Tatsache, dass meine Mutter linksseitig gelähmt war, weil sie bei dem Kaiserschnitt der mich zur Welt brachte einen Schlaganfall hatte. Meine Kindheit war gewissermaßen schon dadurch etwas schief, ebenso wie meine Mutter danach schief im Leben stand. Aus dem Gymnasium rausgeschmissen machte ich die Volksschule fertig, absolvierte die Handelsschule mit Ach und Krach und lernte Steuergehilfe.
Ein furchtbarer Beruf – für mich jedenfalls. Aber mein Vater war Steuerberater und mit gelähmter Frau und insgesamt drei Kindern, war es das Einfachste diesen Beruf zu erlernen. Mein Vater starb viel zu früh, und so brauchte ich ein neues Ziel. Ich fand es. Damit endete der schiefe Teil meiner Kindheit, der angedauert hatte, bis ich vierundzwanzig war.
Mein Ziel? Ich wollte Zoologe werden! Am beste so etwas wie Grzimek oder Konrad Lorenz: Mit Volksschulabschluss ein außerordentlich kühnes Unterfangen. Also machte ich mein Abitur nach und schrieb mich in der Uni Braunschweig ein. Ziel Zoologie. Ich bestand meine Prüfungen mit sehr gut und hängte gleich eine Promotion dran. Meine akademischen Schwerpunkte als Dr. rer. nat. sind Biologie (Zoologie), Neurophysiologie Anthropologieund Sexualpsychologie. Ungefähr vierzehn Jahre später war ich C1 Professor im Zoologischen Institut für Tierphysiologie an der Uni Braunschweig. In dieser Zeit durfte ich viele Erfahrungen der praktischen Forschung machen über die ich auch in meinen Büchern berichte. Später wurde ich Vice President eines großen Industrieunternehmens und verantwortlich für Risikothemen, Risikokommunikation und Umweltschutz. Hier war ich global verantwortlich und aus dieser Zeit rühren ebenfalls viele meiner Reiseerfahrungen. Mindesten sechzig Länder habe ich besucht und viele Eindrücke und Erlebnisse mitgenommen.

All das war und ist die Grundlage meines Schreibens das ich in der Zwischenzeit zwar immer, aber viel zu selten ausüben konnte. Ich erinnere mich an sehr Vieles aus dieser Zeit und beschreibe Gewesenes, Mögliches, Wahrscheinliches und Ausgedachtes in Kurzgeschichten, Erzählungen, Artikeln und Romanen manches sogar unter Pseudonym. Es beginnt jetzt ein ganz normales Schriftstellerleben, dass ich so genießen werde, wie ich hoffe, das es die Leser mit guten Texten versorgen wird.


Vielen Dank! 

Heute um 18 Uhr wird die Rezension zu „Stachelschweintanz“ online gehen.
Um 19 Uhr erfahrt ihr noch mehr über das Leben des Autors – seid gespannt!

Schaut auch auf die Homepage des Autors.

Uwe Kullnicks Veröffentlichung

NEUE PRINTAUSGABE: Stachelschweintanz 2. Auflage (vorher Leopard) (Präsentation Frankfurter Buchmesse, Herbst 2012)
Ebooks:
HÖRBÜCHER:
Der Buckel(Groteske) 
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[Themenwoche] Heute: Hans-Christoph Liess

Nicht nur Frauen können Kinderbücher schrieben und veröffentlichen. Nein, auch Männer sind in diesem Genre vertreten. Wenn auch manchmal nur mit Fachliteratur, wie unser Autor heute…

Lieber Herr Liess, stellen Sie sich bitte kurz vor. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen – eigentlich sind Sie ja Dozent?

Hans-Christoph Liess: Geboren wurde ich vor vierzig Jahren in Belgien und die ersten dreißig Jahre habe ich mich dann vor allem viel rumgetrieben. Studiert, gelebt und gearbeitet habe ich in Deutschland, Frankreich, England und der Schweiz, inzwischen bin ich allerdings deutlich sesshafter geworden und lebe in Norddeutschland auf dem Land mit meiner Familie und einer sehr begabten Katze namens Minka.

Arbeiten tue ich normalerweise als Wissenschaftshistoriker, was vor allem bedeutet, dass ich ziemlich langweilige wissenschaftliche Texte verfasse. Wie ich dazu kam, ein Jugendbuch über Wirtschaft zu schreiben, ergab sich folgendermaßen: von Wirtschaft wusste ich bis vor ein paar Jahren auch nur, dass sie vermutlich ziemlich kompliziert und ziemlich langweilig ist. Das änderte sich erst, als ich zufällig an einem Forschungsprojekt über die Geschichte von Wirtschaftstheorien mitarbeitete. Dabei fiel mir nämlich auf, dass Wirtschaftstheorien wie große und kompliziert verzierte Sahnetorten sind. Von außen sehen sie fürchterlich raffiniert und kompliziert aus. Aber wenn man sie sich genauer ansieht, stellt man fest, dass nur die oberste Schicht der Verzierung kompliziert ist, der größte Teil darunter besteht ganz einfach aus zwei Tortenböden und viel Sahne und Früchte dazwischen. Genauso ist das mit Wirtschaftstheorien. Wir sehen immer nur die komplizierte mathematische Oberfläche, aber darunter verbergen sich oft ganz einfache Zusammenhänge, die jeder verstehen kann.
Schade ist das vor allem deswegen, weil Wirtschaft und Wirtschaftstheorien viel interessanter sind, als man denken würde! Am besten stellt mich sich das so vor, wie wenn man einen komplizierten Funkwecker geschenkt bekommt, allerdings ohne Gebrauchsanleitung. Man kommt einfach nicht dahinter, warum er manchmal piept und manchmal nicht. Mit der Wirtschaft ist es genauso. Wirtschaftstheorien sind wie Gebrauchsanweisungen für die Wirtschaft und wenn wir sie kennen, verstehen wir plötzlich vieles von dem, was um uns herum jeden Tag passiert, viel besser. Z. B. warum es eine Krise gibt oder warum wir uns andauernd neue Handies kaufen. Und da ich das gerne alles schon als Jugendlicher gewusst hätte, habe ich mich hingesetzt und ein Buch geschreiben, dass für Jugendliche und Einsteiger die Wirtschaft und ihre Theorien verständlich erklärt. Zum Glück kam dann noch der tolle Illustrator Gerd Albrecht dazu, dessen Cartoons das alles noch viel besser verständlich machten.

Wow – das klingt spannend!
Um 12 Uhr heute erfahrt ihr genaueres über das Buch.
Und um 18 Uhr beantwortet Hans-Christoph Liess alle eure gestellten Fragen.

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Dazu will ich auch etwas loswerden

Ach ja, wie schön ist das Internet und seine Foren, die Verbreitung und der ganze Müll.
Viele von uns unterschätzen, wie schnell sich ein kleines Foto, ein Satz oder eine Idee durch die Weiten des www schlängelt – und plötzlich sind diese Dinge in aller Munde.

So geht es mir bei dem Thema „Rezensenten-Mafia“, wie John Asht, Autor des Buches „Twin-Pryx: Zwillingsblut“ uns Laienkritiker und Blogger so schön nennt. Gerade eben habe ich einen netten Eintrag von seiner Facebook-Seite gefunden:

Logbuch Eintrag – Jahr 2012 Monat 01 Tag 23.
[…] 
Wohlbedacht über’s Wochenende habe ich diesen Blog in die Welt des deutschsprachigen Raumes geschickt. Er hat viel Staub aufgewirbelt und mir letztendlich den erhofften Beweis erbracht, dass es tatsächlich so etwas wie „Rezensenten-Mafia für Arme“ gibt. Diese Leute sind in Foren und Blogs organisiert und schießen auf Kommando, wie die Zecken aus den Büschen, ohne überhaupt nachzudenken, was sie da eigentlich anstellen. Da gibt einer den Ton an und alle anderen folgen ihm bedingungslos in den Irrsinn. Typisch!

Über 14.600 Personen haben in nur 48 Stunden diesen Blog gelesen – in über 1.200 Foren im gesamt deutschsprachigen Raum wurde darüber debattiert – an die 80 Onlinezeitungen und ca. 20 gestandene Jouranlisten haben Anfragen geschickt, obwohl wir Wochenende hatten.

Fazit: Solche falschen Rezensenten und Möchtergern-Literaturkritiker sind eine Schande für’s freie Internet aber ganz besonders für die Literaturbranche des einstigen Volkes der Dichter und Denker. Und sie sind auch die Totengräber des freien Internets. Es braucht sich niemand mehr wundern, wenn es schon in baldiger Zeit, die Anonymität im Internet nicht mehr geben wird und wenn es überall diverser Zugangscodes bedarf. Die schönen, guten alten Tage des Freien Internets sind gezählt – wegen eben solch‘ schwachsinnigen Halbstarken.

Worum es geht? 
Zusammengefasst darum: Eine Bloggerin hat sein Buch nach 90 Seiten abgebrochen, einen Post darüber geschrieben, dass ihr das Buch so nicht gefallen hat – und der Autor hat gekränkt einen Kommentar geschrieben, dass die Bloggerin Hetzrede gegen ihn treiben würde und Fantasy auch gar nicht das Genre sei, sondern Phantastische Literatur und sie hätte gar keine Ahnung und solle lieber Angst vor seinem Anwalt haben. (Achtung: (engl.) Fantasy = Phantastik / Fantastik (dt.))


Nochmal in Bildsprache: Die Bloggerin hat das Buch angelesen und weggelegt. Weil sie bloggt, hat sie das gesagt.
Der Autor plustert sich auf und droht mit gerichtlichen Folgen – es sei ja alles abgesprochen hier.


DANN regt er sich auf seinem eigenen Blog auf, indem er eine hanebüchene Geschichte von einer Erpresserin erzählt, die sein Buch heimtückisch zerreißt und ihn erpresst. Und Literaturkritiker hätten gar keine Chance mehr, weil das große böse Internet jedem Laien die Chance gibt, Bücher zu zerreißen.
Ach ja, und die freie Meinungsäußerung gehöre verboten (schreibt er in einem Artikel, der seine freie Meinung äußert). Siehe oben der dritte Absatz seines Logbuchs.
–> Bemerkt: John Asht ist ein Pseudonym. Er schreibt also „anonym“…


[Achtung Ironie] Hier jetzt mein Aufruf an die Foren und Blogs, die sich organisieren und mit Rezensionen Geld verdienen: Ich schmeiß meinen Job und mache mit! Bitte meldet euch bei mir!!! 

Mal ganz ehrlich… 
die Bloggerin hat sich garantiert nix gedacht, und der Autor schießt mit Kanonen auf Spatzen. Sich jetzt aufzuregen, dass er nur recht hatte, dass wir alle böse und korrupt sind (bisher hab ich NIX verdient mit Rezensionen – erst recht nicht mit den schlechten…), ist totaler Unsinn. Versteht der nicht, dass die ihn alle aufs Korn nehmen? Dass jetzt lauter Rezensenten in die Wunde drücken wollen, und er alles nur noch schlimmer macht?


Das musste ich jetzt mal loswerden – und hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende!


Interessante Statements findet ihr auch hier:
http://konsensor.de/2012/01/ein-blog-ein-buch-eine-rezension-und-die-kunst-mit-kritik-umgehen-zu-konnen/
http://www.achronos.de/tom/2012/01/vom-umgang-mit-kritik/
http://lesekreis.org/2012/01/21/das-wird-teuer-lady-autor-und-verlegerin-drohen-literaturblog-mit-klage/


Fantastischer Roman, phantastischer Roman
Ein Roman, der von fantastischen (unwirklichen) Elementen gekennzeichnet ist, die über den Realismus hinausgehen. Vgl. Fantasyroman.