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[Rezension] Stigmata

Stigmata Nichts bleibt verborgen – Beatrix Gurian
Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, 2014
ISBN 978-3-40106999-9
384 Seiten

16,99 €

Emmas Mutter Agnes ist ein bisschen seltsam, aber trotzdem sind Mutter und Tochter jahrelang sehr gut ausgekommen. Emma fragte nie nach der Vergangenheit ihrer Mutter. Doch als das Auto von Agnes in einem Fluss gefunden wird, von der Fahrerin aber jede Spur fehlt, gerät Emmas Welt ins Wanken. Sie erhält ein seltsames Fotoalbum mit abstrakten Fotografien.
Angeblich wurde ihre Mutter ermordet – und Emma erhält die Möglichkeit, etwas über die Mörder herauszufinden: In einem Camp in einem Schloss, weit abgelegen in den Bergen. Dort sind noch vier andere Jugendliche, die scheinbar aus ganz unterschiedlichen Gründen im Camp sind.
Wem kann Emma trauen? Und wer schiebt ihr immernoch heimlich Fotos zu, die offensichtlich etwas mit ihrer Mutter zu tun haben?

Beatrix Gurian schreibt Jugendthriller, die unter die Haut gehen. Ich habe mich sehr über Stigmata gefreut, denn bisher hat mir Beatrix Gurian immer Gänsehaut verursacht. Thriller lese ich eigentlich nicht so gerne, aber die Jugendthriller von Arena sind immer genau richtig.

In „Stigmata“ geht erst alles drunter und drüber. Man lernt Emma und ihre Mutter kennen, und dann wird alles verändert. Es gibt Zeitsprünge und seltsame Rückblicke. Die Fotos sind in grünen und Schattentönen gedruckt, sodass man immer weiß, wovon Emma spricht.
Die Idee mit den Fotos finde ich total toll. Man hat also nicht nur von einem gruseligen Bild gelesen, sondern die Bilder vor Augen gehabt. Die Geschichte hat dadurch enorm an Dichte gewonnen.

Emma fand ich am Anfang etwas anstrengend. Egal, was ihr passiert, sie hat sich irgendwie immer gedacht „oh man, das war hart, aber ich will wissen, wer die Mörder sind“. Sie ist immer und immer wieder aufgestanden – dumm oder hartnäckig? Ich weiß es nicht. Es hat zum Schluss dahin geführt, wo es hinsollte, und irgendwie passte dann alles. Das war dann ok – ich muss mich ja nicht mit Emma anfreunden.

Teilweise war die Geschichte so geschrieben, dass man vor Spannung Nägel kauen und bloß Licht anhaben musste. Beatrix Gurian schafft es, den Fokus so zu legen, dass man irgendwie Hinweise bekommt, aber es eine Weile dauert, bis sich das Bild fügt. Ich hatte die ganze Zeit über eine Vermutung, die aber leicht falsch lag.

Das Setting war großartig. Die Burg war gruselig, super beschrieben und besonders mit den Rückblicken zu Agnes hatte man permanent eine Gänsehaut. Ich hätte mich NIE da hineingetraut, schon gar nicht in den Keller zu den Duschen…

Allerdings fand ich das Ende dann ein bisschen kurz. Während sich vorher so viel Zeit für Ereignisse genommen wurde wird es zum Ende hin ein bisschen gerafft. Und das Rätsel wird für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst. Es war so zack zack, der weg, die weg…. wer es gelesen hat, weiß vielleicht, was ich meine. Das fand ich etwas schade.

Das Finale war faszinierend. Die Idee dahinter ist heftig und die Überlegungen gut durchdacht. Für mich schien alles schlüssig und ich fand die Gesamthandlung damit sehr ansprechend.
Beatrix Gurian hat mich wieder gut unterhalten. Bis auf den kleinen Knackpunkt las sich alles gut, und das Buch verdient vier Sterne.

★★★★☆
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[Blogtour] Stigmata – Orte des Grauens (oder Fotos davon)

Willkommen zurück zur Blogtour. Heute zeige ich euch mal ein paar gruselige Orte bzw. Fotos, inspiriert von den Bildern in „Stigmata“.
Im Vorfeld entschuldige ich mich für die verwackelten Bilder am Abend. Mit Hund an der Leine war Stillhalten einfach unmöglich 😉 Ein Klick auf die Bilder zeigt euch die volle Größe.

Ich muss dazu sagen: Fast jeden Abend gehe ich derzeit mit dem Hund um die Häuser. Meist versuche ich, noch bei Tageslicht zu gehen. Aber es ist nicht immer möglich. Und einige Winkel und Ecken sind schon ziemlich gruselig…

Diese Garagen sind nachts stockfinster. Ihr seht auf dem oberen Bild, wie die Sonne hinten ein wenig durchscheint. Manchmal glaube ich, zwischen den Toren etwas zu hören und daran vorbeizumüssen ist echt nervenzerfetzend…

 Dieser Gang ist zwar beleuchtet, aber rechts und links sind neben den Bäumen recht große Wiesen und man sieht da nichts.Ich gehe da zügig einmal durch und dann erst wieder morgens, wenn alles friedlich aussieht ^^

Diesen See finde ich extrem unheimlich. Man kann alles sehen, aber er ist algig und liegt komplett im dunkeln (weshalb ich auch kein Foto im Dunkeln machen konnte…) und ich möchte ungerne nur in die Nähe.

Was hier lauern mag… Spinnen, Algen und Gekrauche…

Bei Tag sieht es ganz nett aus… aber bei Nacht… bei Nacht sind alle Schatten grau…

Dieser Spielplatz ist nicht nur im Dunkeln unheimlich, sondern auch bei Tag. Die Rutsche ist noch funktionstüchtig, aber die Schaukel hängt an einem gebrochenen Balken. Das sieht bei Tag verdammt verlassen aus – und Kinder spielen da auch nicht mehr. Mehrfach hing ein Absperrband um die Schaukel, aber das verschwindet immer wieder. Seltsam…

So, die Bilder waren ein bisschen angelehnt an die Umgebung und vor allem die Fotos aus Stigmata. Morgen hat die Jimmy etwas Besonderes für euch 🙂

Und hier findet ihr die anderen Beiträge der Blogtour:

11.7. Rawrpunx

18.7. Read and be yourself

19.7. Read and be yourself

20.7. Die Jimmy

21.7. About Books 

22.7. Die Jimmy


24.7. Rawrpunx

Morgen geht es also bei Jimmy weiter. Seid gespannt!

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[Blogtour] Stigmata – Von Jugendthrillern

Weiter geht es mit der Blogtour, heute bei mir zum Thema „Jugendthriller“ allgemein. Ich habe mir und ein paar Buchhändlern dazu ein paar Fragen gestellt.

Worin unterscheiden sich Jugendthrillern von erwachsenen Thrillern?
Zunächst die Frage, was ist ein Thriller überhaupt? Wikipedia, bzw. Simon Ofenloch, sagt: „Charakteristisch für Thriller ist das Erzeugen eines Thrills, einer Spannung, die nicht nur in kurzen Passagen, sondern während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Erleichterung.
Das ist beim Jugendthriller nicht anders.

Manuela Martini hat in einem Interview mit Damaris 2012 gesagt:
„Es geht bei Thrillern ja gar nicht so oft um das offensichtlich Grausige oder darum, Thriller härter zu machen. Es gibt auch Thriller, die sind wenig blutig, man hat aber solche Angst, dass man kaum das Haus verlassen möchte.

Prinzipiell geht es um das Alter der Buchprotagonisten und mit welchen Themen sie sich beschäftigen. Das ist, denke ich, das Wichtigste. Dann ergibt es sich von selbst, dass man die Schreibarbeit auf das Zielpublikum anpasst.“

Es wird also deutlich, dass sich ein Jugendthriller weniger im Inhalt als mehr bei den Protagonisten von erwachsenen Thrillern unterscheidet: Die Figuren sind jugendlich oder junge Erwachsene.
Natürlich gibt es auch im Jugendthrillerbereich weniger Politthriller oder gar Erotikthriller. Die Figuren erleben spannende, nervenzerfetzende Abenteuer und es geht um Themen für Jugendliche wie Mobbing, Erpressung, Außenseitertum. Aber auch Mord und vor allem Schändung spielen eine Rolle.

Im Forum leserunden.de beantwortet Janet Clark die Frage sehr aufschlussreich:
Dadurch, dass sich für die jeweiligen Zielgruppen ganz unterschiedliche Themen anbieten, entwickelt sich automatisch ein Jugenthriller anders als ein Erwachsenenthriller. Und dann habe ich natürlich klare Vorgaben vom Verlag, was in einem Jugendthriller erlaubt ist (Sprache, Gewalt, auch Seitenumfang etc.).
Kennzeichnend ist folgende Aussage von ihr:
„Im Klartext heißt das, keine zu blutigen oder gewalttätigen Szenen und keine expliziten Sexszenen, sondern Spannung, die sich mehr psychologisch aufbaut.“
Die AutorInnen sind sich also sehr bewusst, wie sich ein Jugendthriller von einem aus der Erwachsenenabteilung unterschiedet.

In der Buchhandlung habe ich mir mal angeschaut, wie die Jugendthrillerabteilungen aufgestellt sind.

Bekannte Autorinnen für Jugendthriller sind u.a. Janet Clark, Manuela Martini, Beatrix Gurian, Ursula Poznanski, Katja Brandis, Wulf Dorn und viele mehr.
Und gute Jugendthrillerunterhaltung findet ihr bei Loewe, INK, Arena, Carlsen, Heyne (fliegt), cbt/cbj, bloomoon, planet girl und sogar im Diana Verlag. Im Prinzip hat aber jeder Verlag mit Jugendbüchern ein paar Thriller im Programm, nur ganz wenige haben eine Spezialisierung. 

Die Jugendthriller haben immer ein eigenes Regal und sind im Jugendbuchbereich ausgewiesen, bekommen aber keine genaue Ausweisung. Empfehlungen von Buchhändlern gibt es nur allgemein zu Jugendbüchern. Teilweise steht groß „Thriller“ über den Regalen, manchmal ist der Tisch mit den Jugendthrillern aber nur erkennbar, weil auf den Büchern „Thriller“ steht.

Das finde ich dann schade von den Buchhandlungen, aber Thriller scheinen keine Verkaufshighlights im Geschäft zu sein. Sehr kennzeichnend ist es dagegen von den Verlagen selbst, ihre Bücher so zu kennzeichnen. Arena hat sogar die tolle Idee, um die Thriller ein gelbes Signalband zu binden. Manche Verlage drucken das auch auf.
Von den Covern her unterscheiden sich die Thriller auch eher weniger von anderen Jugendbüchern, es gibt überall dunkel und geheimnisvolle Cover, verspielte Schriften oder geheimnisvoll anmutende Bilder.

Da ich mich selbst nicht so sehr im Jugendthriller-Bereich auskenne, nun meine Frage an euch: Was habt ihr für Empfehlungen? Welcher Verlag bringt für euch den spannendsten Jugendthrill heraus?

https://media.flixel.com/flixel/k4hy8jp6vpxtkrkv5d0z

Und hier findet ihr die anderen Beiträge der Blogtour:

11.7. Rawrpunx

18.7. Read and be yourself

19.7. Read and be yourself

20.7. Die Jimmy

21.7. About Books 

22.7. Die Jimmy

24.7. Rawrpunx

Morgen geht es bei mir noch weiter mit gruseligen Orten!

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[Rezension] Black*Out

Black*Out – Andreas Eschbach
Arena
Taschenbuch, Juni 2010
ISBN 978-3-40150505-3
464 Seiten

12,99 €

In einer ganz nahen Zukunft wird eine Technik erfunden, welche die Welt erschüttern wird. Mit Christopher wurde etwas gemacht, dem er entfliehen will. Zufällig ist Serenity, ein junges Mädchen, an der falschen Stelle zur falschen Zeit. Christopher muss unbedingt zu ihrem Vater, der ihm helfen kann die Technik aufzuhalten.
Doch Serenity weiß gar nicht, wo ihr Vater ist, denn dieser ist ein gesuchter Terrorist. Ihr Bruder Kyle weiß jedoch den Weg und zu dritt machen sich die Jugendlichen auf den Weg.
Unterwegs erzählt Christopher, wie er an die Technik kam, und warum er sie beherrschen kann. Denn Christopher ist Computer-Kidd, ein weltweit berühmter Hacker. Serenity und ihr Bruder erkennen schnell, dass etwas viel Größeres hinter Christopher her ist als nur ein paar Polizisten…

Black*Out“ ist der Auftakt einer Jugendthriller-Trilogie von Andreas Eschbach, die sehr erfolgreich lief. Mit der Mischung aus Sci-Fi, Jugendbuch und ein bisschen auch Dystopie konnte Eschbach auch mich gefangen nehmen.

Die Geschichte beginnt im Auto von Kyle und Serenity, denen Christopher seine Geschichte erzählt. Das passte sehr gut, denn so erfuhr man als Leser auch alles von Anfang an. Die Technik ist nicht nur äußerst gruselig, sondern erschreckend real. Es könnte auch bald bei uns soetwas geben – geforscht wird genug!

Dass Christopher etwas besonderes ist, merkt man schnell. Die Perspektive wechselt zwischen ihm und Serenity, und die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich fand es sehr gut, dass zwischen ihnen auch keine Liebesgeschichte erzwungen wurde, sondern einfach zwei Jugendliche gut miteinander auskommen.
Christopher ist der Analytiker, er denkt alles von vorne bis hinten durch und überlegt sich ganz genau wie er Dinge angeht. Er ist eher vorsichtig und überlässt nichts dem Zufall. Seine Erzählweise war auch etwas durchdachter, vor allem analytischer und er beobachtete andere Details als „normale“ Leute, die nicht so eine krasse Merkfähigkeit haben.
Serenity dagegen war nicht unbedingt locker mit allem, aber sie hatte bei weitem nicht so eine gute Beobachtungsgabe. Ihr ging es immer mehr um Gefühle und Dinge, um offensichtliches. Vorausschauendes Denken war nicht unbedingt ihre Stärke, sodass sie mehrfach von Christopher überrascht wurde.

Die Schreibart von Eschbach ist sehr zielführend. Er bringt etwas auf den Punkt, seine Beschreibungen sind manchmal nicht so facettenreich, wie sie sein könnten, aber es ist ja auch kein Landschaftsroman.

Ingesamt hat mir das Buch schon ganz gut gefallen. Das Ende war sehr überraschend, auch gab es einige unvorhersehbare Wendungen. Ganz perfekt war es nicht, weil es mich nicht so sehr reizt, auch noch die Folgebände zu lesen. Die Geschichte war interessant, aber ich weiß nicht, wie man etwas unbesiegbares besiegen will – und genau das interessiert mich dann nicht so sehr. Deshalb vergebe ich der Geschichte vier Sterne.

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[Rezension] Edelsteintrilogie – Liebe geht durch alle Zeiten

Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier
Rubinrot / Saphierblau / Smaragdgrün 
Arena Verlag
Hardcover, Sonderedition Schuber, 2012
1248 Seiten

39,99 €

Weil es ja schon zig Rezensionen gibt zu den drei Büchern, fasse ich meine Meinung mal zusammen.
Die Trilogie habe ich im schön gestalteten Schuber gekauft. Im Schuber spart man etwa 11 €, wenn man nicht die Bücher einzeln kauft.

Der allgemeine Inhalt:
Seit Jahrhunderten gibt es einzelne Personen, die in die Vergangenheit springen können. Begleitet werden sie dabei von der geheimen Wächterloge, die den „Kreis der 12“ beschützt. 12 Zeitreisende werden es sein, bis der Kreis vollständig ist.
Welcher Kreis das ist, und was Gwendolyn damit zu tun hat, muss das Mädchen schmerzlich am eigenen Leib erfahren, als sie 16 Jahre alt ist und zum ersten Mal in die Vergangenheit springt. Unkontrolliert – denn ihre ganze Familie dachte eigentlich, es wäre ihre Cousine Charlotte, die das Gen geerbt hätte.
So ist Gwen völlig unvorbereitet, als sie in die Geheimnisse der Zeitreisenden eingeführt wird, und prompt mit ihrem Zeitreisepartner Gideon auf Missionen gehen muss.

Dabei trachtet jemand nach ihrer beiden Leben. Denn Gwendolyns Geburt hat etwas ausgelöst, was jemand unbedingt rückgängig machen will. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – und gegen die Vergangenheit…

Meine Meinung:
Band 1 Rubinrot:
Anders als manches Fantasybuch hatte Rubinrot eigentlich nicht viel Inhalt, entsprechend schnell war ich durch mit der Lektüre.
Gwendolyn erfährt, dass sie das Zeitreise-Gen hat und springt in die Vergangenheit. Zunächst ungeplant, dann kontrolliert, denn sie wird in die Geheimgesellschaft der Wächter und Zeitreisenden eingeführt.
Ein bisschen holprig fand ich die Liebesgeschichte. Das ist sehr jugendlich. Gwendolyn findet Gideon doof, aber eigentlich doch nicht, und er mag Charlotte – und küsst die andere.
Hm.
Außerdem war mir die Szene in der Schule nicht geklärt worden. Sowas mag ich ja gar nicht…

Band 2 Saphierblau:
Anders als der erste Band machen Gwendolyn und Gideon Fortschritte. Einige Geheimnisse werden endlich gelüftet und Gwen weißt zunehmend nicht mehr wohin mit ihren Gefühlen. Das Zeitreisen wird spannender, denn irgendwie kommen sie dem Geheimnis vom Grafen von Saint Germain näher.

Mehr ein Zwischenband als eine eigene Geschichte findet sich im 2. Buch über die Zeitreisenden. Bisher sind wenige Tage vergangen, und alles geht holterdipolter. Gideon ist sehr liebevoll zu Charlotte, scheint sich aber in Gwen zu verlieben – dabei wird mir unzureichend erklärt, warum er denn so nett zu Charlotte wäre.

Und dass Gwen Geister und Dämonen sehen kann, wird überwiegend außer Acht gelassen. Dabei ist das ein wichtiges Detail, was jeder vor Augen hat, aber keiner damit arbeitet. Das war etwas frustrierend beim Lesen.

Band 3 Smaragdgrün:
Der Showdown! Aber trotz der Fülle des Buches (immerhin fast 500 Seiten!) war es recht wenig Inhalt, wie mir schien.
Das große Finale, auf das manche Leser ja monatelang warten mussten, eröffnete sich mir sofort nach Beenden des 2. Bandes. Sowas mag ich ja 🙂

Endlich wurde auch die Szene in der Schule gelüftet, die in Band 1 offen bleibt (Gwendolyns zweiter Sprung).

Das Ergebnis, das herauskam, fand ich aber ganz und gar nicht überzeugend. Ehrlich gesagt war es mir zu oberflächlich, sehr schnell und wenig dramatisch. Die Wendung war zwar überraschend aber nicht zufriedenstellend. Ich hätte mir etwas Spektakuläreres gewünscht. So ein bisschen hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Frau Gier gerne noch sooo viel mehr erzählt hätte, ihr plötzlich aber die Seitenzahl vor Augen stand und sie schnell alles zuende gebracht hat.

Es werden viele Pläne geschmiedet und angedeutet, der Leser dann aber schließlich überwiegend vor das Ergebnis gesetzt.

Mein Fazit zu der Reihe ist leider nicht wirklich gut. Ich finde die Idee sehr gelungen, dass Zeitreisen geplant werden kann und irgendwie schon alles vorausbestimmt ist. Auch war ich total fasziniert von der Tatsache, dass VOR Gwendolyns Initiationssprung scheinbar keiner einen Ton gesagt hat – dabei hat ja zumindest der Großvater mit Sicherheit von ihrem Gen gewusst. Er hätte sie nicht so ins offene Messer laufen lassen müssen.

Die Wächter und ihre Geschichte war schön durchdacht. Die Anmerkungen, Zitate und Übersichten trugen stets zum Fortschritt der Geschichte bei.

Der Schreibstil von Kerstin Gier ist sehr flüssig und die Wörter rauschten nur so vor meinen Augen dahin. An Beschreibungen und Ausführungen habe ich nichts auszusetzen. Die Kleider und Örtlichkeiten wurden in meinem Kopf sehr lebendig 🙂
Manchmal hätten es weniger Heulszenen, weniger Geplänkel oder Möchtegernwitze sein können, die vielleicht Platz für etwas mehr Tiefe in die Geschichte gebracht hätten. Oder anderen Figuren etwas Persönlichkeit gegeben hätte.
Die Perspektive bleibt nämlich ausnahmslos bei Gwendolyn. Was überwiegend sehr angenehm ist, weil man sich nicht in jemand anderes reindenken muss, aber auch dafür sorgt, dass man niemals weiß, was die anderen nun wirklich denken.

Einige Handlungsfäden waren mir ein bisschen zu lang. Wenn ich eine Sache im ersten Buch nicht verstehe und erst im 3. Buch erklärt bekomme, bin ich gelangweilt. Weil selten kauft man sich erst den Schuber oder alle drei Bücher zusammen. Eine Trilogie sollte auch mit einzelnen Büchern beeindrucken, und bei der Edelsteintrilogie habe ich von den einzelnen Büchern einen eher mittelmäßigen Eindruck.

Schade war für mich auch, dass ich einige Details schon in Band 1 wusste. Während Gwen und Gideon noch tagelang grübeln und die Lösung, die auf der Hand liegt, einfach nicht sehen, wusste ich sofort bescheid. Und dadurch war der Lesespaß auch schon etwas gemildert.

Sehr geärgert habe ich mich über Gwendolyns Mutter. Wenn ihr die Bücher selber gelesen habt, versteht ihr mich sicher: Spoiler für alle, die noch nicht Band 3 kennen: Wenn Lucy und Paul das Gen haben, wird doch ihr Kind mit absoluter Sicherhaut auch das Gen haben. Warum man da so naiv sein kann und zu glauben, dass es das andere Kind ist, verstehe ich nicht. Vor allem wenn Lucas schon wusste, dass Gwen bei ihm war – niemals Charlotte. Den Mädchen hätte viel Leid erspart geblieben sein können. Auch wenn ich weiß, dass dann die Bücher ganz anderes wären 😉

Für die gesamte Trilogie vergebe ich 3 Sterne. Für Jugendliche sind die Bücher sicherlich noch eine Spur besser geeignet als für mich, die mittlerweile etwas mehr Tiefe erwartet. Viele Jugendbücher sind eben doch noch leichter geschrieben.

★★★☆☆

Auf den Film bin ich dennoch sehr gespannt!

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[Rezension] Wenn es dunkel wird

Wenn es dunkel wird – Manuela Martini
Taschenbuch, Juli 2012
Arena X-Thriller
357 Seiten

12,99 €

Es ist ein ganz normaler Tag in Deutschland, zahllose Menschen klicken bei Youtube Videos an, und finden plötzlich mehrere Videos eines jungen Mädchens, die eine seltsame Geschichte erzählt…

Was ein schöner Sommer hätte werden können, wird durch die Eifersucht ruiniert. Claas und seine Freundin Melody sind bei den reichen Schülern Tammy und Julian in Frankfreich im Ferienhaus eingeladen. Doch waren Mel und Claas zuhause ein Paar, haben sie jetzt nur Augen für die Geschwister, die ihrerseits etwas verbergen.
In der sengenden Hitze taucht auch noch ein Irrer auf, der Tammys Ipod klaut,die Stromzufuhr abdreht und sie scheinbar beobachtet. Bei dem Versuch, sich abzulenken, finden die Jugendlichen das Buch des verschollenen Schriftstellers und ehemaligen Hausbesitzers Henry Paige, indem eine Höhle beschrieben wird, nicht unweit des Hauses.
Mel erzählt in ihrem Youtube-Video, dass dies erst der Anfang vom Ende war…

Obwohl ich eigentlich kein Fan von Thrillern bin, fand ich „Wenn es dunkel wird“ total interessant. Und der Verlag hat mich vorab mit der Tarot-Karten-Aktion sehr neugierig gemacht. Am vergangenen Sonntag  dann war es mir hell genug, um einen Thriller zu lesen – und ich konnte erst aufhören mit lesen, als das Buch durch war (was den Seiten unten einen Spinatfleck eingebracht hat -.-).

Manuela Martini schreibt packend, formt ihre Figuren ganz genau und lässt die Charaktere in der Hitze der Handlung und des Wetters hochkochen.

Wirklich gelungen fand ich die Täterauswahl. Ständig dachte ich „der wars!“ und dann war es doch ein anderer. Manuela Martini verflicht gelungen die steigende Spannung mit der qäulend langsamen Auflösung. Obwohl Mel ja die ganze Geschichte erzählt sagt sie nicht zu Anfang, wer stirbt. Nein, sie erzählt wirklich chronologisch. Das fand ich absolut gut.

Bei diesem Buch kann ich nur wärmstens empfehlen, es nicht in diesen brüllheißen Sommertagen zu lesen! Mel erzählt zwischendurch, wie heiß und drückend es in Frankfreich war – und es macht das Lesen nicht leichter, wenn es in meinem Zimmer ebenso heiß und drückend ist.

Dieses Buch war ein totaler Pageturner für mich und ich vergebe volle Punktzahl für die geniale Idee, tolle Umsetzung und spannende Schreibweise!

                                        ★

Weitere Bücher der Autorin:
Sommernachtsschrei
Purpurdrache 

und viele mehr.

3

[Rezension] Goldmarie auf Wolke 7



Goldmarie auf Wolke 7 – Gabriella Engelmann
Arena Verlag
Taschenbuch, 1. Auflage August 2012
271 Seiten

9,99 €

Marie Goldt lebt seit längerem nur noch mit ihrer Stiefmutter Kathrin Pechstein und deren Tochter Lykke. Während Lykke allerdings ihr Leben leben kann muss Marie helfen Geld zu verdienen und im Haushalt mitarbeiten. Und ihre Chefin im Bio-Backwarenladen ist alles andere als nett.

Doch nach einem Unfall mit der Brotschneidemaschine scheint sich Maries Glück zu erinnern, wo es sein soll. Durch Zufall trifft sie auf Nives, die Besitzerin eines Bettenladens. Diese möchte Marie gerne als Aushilfe einstellen. Und gleich am ersten Arbeitstag begegnet Marie dem attraktiven Dylan, in den allerdings ihre Kollegin Nikki total verschossen ist.

Aber das ist ja noch Morten, der gerne mit Marie ausgehen will. Und Sören, der ihr das Leben rettet.
Irgendwie ist das alles jedoch eher unbefriedigend, bis auch Lyyke plötzlich einen Jungen mag.

Und Nives hat gewisse Ähnlichkeiten mit Frau Holle…

Goldmarie auf Wolke 7″ ist das fünfte Märchenbuch von Gabriella Engelmann. Und diesmal scheint sie den Bogen wirklich rauszuhaben – und verflicht nicht nur eine märchenhafte Elemente mit Liebesgeschichten sondern lässt sogar das Märchen selbst eine große Rolle spielen, einfach als Märchen. Das gefiel mir sogar noch besser als bei „Küss den Wolf“, wo das Märchen vor jedem Kapitel wiederholt wurde.

Die Märchenelemente sind wieder gekonnt verbaut. Marie Goldt, die Goldmarie, lebt bei ihrer Stiefmutter und deren Tochter, die „Pechstein“ heißen. Schöne Wahl, diesmal 🙂
Im Märchen von Frau Holle (auf das man im Vorwort wieder kurz hingewiesen wird) gibt es mehrere Aufgaben für Goldmarie. Eine davon ist, Brot aus einem Ofen zu holen. Gabriella Engelmann hat Marie Goldt in ihrer Geschichte gleich in einem Bio-Brotladen arbeiten lassen. Sehr passend!

Zunächst entwickelte sich das Buch ähnlich wie im Märchen. Marie ist liebenswürdig, freundlich, hilfsbereit und die Gute, Lykke dagegen eben die Pechmarie, voller Hass, Unglück und Schmerz. Schnell wird dem Leser aber deutlich, dass Frau Engelmann die Schwarz-Weiß-Malerei des ursprünglichen Märchens etwas anders verbauen möchte.
Marie ist nicht ganz so mit Glück gesegnet, auch wenn sie noch so herzensgut und lieb ist. Lykke dagegen hat endlich etwas Glück und taut auf, kommt aus sich heraus.
Die Überlegung fand ich gut, auch wie die Autorin ihre Geschichte mit den Märchenelementen gestaltet hat, sich davon aber teilweise gelöst hat um ihre eigene Geschichte zu kreieren.

Auch das allerneueste Buch von Gabriella Engelmann ist eine Liebeserklärung an Hamburg. Kleine Details über die Umgebung, die Sprache und Gewohnheiten der Bewohner würzen die Geschichte stets aufs Neue.
Nach der Lektüre freue ich mich umso mehr auf unseren Wochenendtrip in die Stadt 🙂

Und die Sprache ist gewohnt witzig, mitreißend und locker. Das Buch ließ sich runterlesen wie weiche Schokolade und ich musste mich gehörig zusammenreißen, nicht alles sofort zu verschlingen. Die Kapitel sind kurz und somit kommt man in der Geschichte immer flott voran, auch wenn die Perspektive sich zwischen drei Personen ändert.

Ehrlich gesagt fand ich „Küss den Wolf“ ein ganz kleines bisschen besser. Die Strukturen waren klarer, es waren weniger Figuren dabei und das Buch jugendlicher. Gabriella Engelmann hat diesmal viele Figuren eingeführt (auch mit netten Abstechern zu bereits bekannten!), die mich manchmal verwirrt haben. Zum Glück gab es zu Anfang wieder ein Figurenverzeichnis – und zumindest die Zwergen-WG kannte ich ja schon 😉
Vielen anderen Lesern werden sicher noch mehr Insider auffallen, die sich auf die ersten drei Bücher beziehen.

Dennoch gebe ich 5 Sterne für diese neue, moderne Märchen. Die Geschichte für sich ist wirklich zauberhaft, und ich mag den Stil und die Schreibweise diesmal sehr. Außerdem konnte ich mich mit Marie voll und ganz identifizieren. Von ihr würde ich zu gerne mehr lesen – schade dass es nach dem letzten Märchenprojekt aussieht (oder, Gabriella?).

Weitere Romane der Autorin und Infos HIER.