4

[Rezension] ZERO

ZERO Sie wissen, was du tust – Marc Elsberg
blanvalet
Hardcover mit Schutzumschlag, Mai 2014
ISBN: 978-3-7645-0492-2
480 Seiten

19,90 €

Wir geben ungerne viele Daten von uns im Netz preis, und wenn doch, dann machen wir uns meist bewusst, was wir da tun.
Allerdings gehören viele Handlungen für uns so sehr zum Alltag, dass wir dabei gar keine Bedenken mehr haben. Einkaufen mit EC-Karte? Kein Thema. Kundenkarte? Habe ich gerne. Online einkaufen? Super bequem!
Dass wir dadurch aber eine leuchtende Spur hinterlassen, über die man uns ganz leicht als Firma als Werbekunde ausfindig machen kann, ist kein Geheimnis. Es stört aber eigentlich eher nicht.

Was passiert aber, wenn wir unsere Daten nicht nur freiwillig preisgeben, sondern auch noch zu Geld machen können? Offiziell und übersichtlich? Wenn wir mit unseren Handlungen einen Marktwert haben?

Marc Elsberg hat dieses Szenario zur Handlung seines Buches „ZERO“ gemacht. Die Firma freemee verkauft Apps, mit denen man sich selbst verbessern kann. Dadurch steigen die eigenen Werte, also der Marktwert, und man kann damit Geld verdienen. Je bessere Werte man hat, desto mehr ist man folglich wert.
Tatsächlich ist das kein unglaubwürdiges Zukunftszenario, wie Elsberg selbst im Vorwort betont. Das Verkaufen der eigenen Daten an sich schon, aber die Überwachung durch Apps ist kein Hexenwerk mehr. Tausend Möglichkeiten bieten sich einem, durch Verknüpfungen alles aufzulisten was man tut. Das fängt an mit der Standortbestimmung („Wo bist du gerade?“) und dem (fotografischen) Dokumentieren von alles und jedem („Was machst du gerade?“), bis hin zu Verknüpfungen von Pulsmessgeräten mit Sportapps, Kontoüberwachungsapps, etc. etc.. Ich nutze selbst seit kurzem die App „Runtastic“, die mir allerlei Möglichkeiten bietet, mich genau zu kontrollieren alles zu protokollieren. Mit einer Ernährungsapp liste ich hin und wieder auf, was ich so esse – selbstredend bleiben die Daten auf meinem Handy und sind nirgens im www gespeichert oder abrufbar (wer’s glaubt).

Die Tochter der Hauptfigur Cynthia Bonsant bei Marc Elsberg nutzt seit Monaten das freemee-Programm, ebenso wie ihre Freunde. Cynthia ist eher vom „alten Eisen“, sie hat zwar ein Handy und arbeitet als Journalistin viel mit dem Internet, verschließt sich aber eher den sozialen Netzwerken.
Als ihr für die Arbeit eine Google Glass gegeben wird, ist sie zunächst skeptisch und leiht sie ihrer Tochter Vi. Diese probiert sie mit Freunden aus, und dabei macht ihr Kumpel Adam einen gesuchten Verbrecher aus. Statt ihn lediglich der Polizei zu melden, verfolgt Adam ihn auf eigene Faust – und wird erschossen.
Obwohl es ganz nach einem tragischen Unfall aussieht, der lediglich durch Selbstüberschätzung verurusacht wurde, vermuten einige jedoch mehr dahinter. Vor allem die Organisation ZERO macht darauf aufmerksam, wie gefährlich der Datenklau ist. Cynthia bekommt die Aufgabe, mehr über ZERO herauszufinden – und steckt dann mitten in einem gewaltigen Prozess, der gerade seinen Höhepunkt erreicht. Denn ZERO will nicht gefunden werden, Freemee möchte dagegen bekannter werden – Cynthia hat keine Ahnung, was sie losgetreten hat.

Das Buch „ZERO“ ist erschreckend zu lesen. Die Ideen dahinter sind gruselig, die Geschichte wahnsinnig realitätsnah. Wer weiß, wie viele Leute mit Glasses herumlaufen, uns identifizieren? Wie viele Firmen unsere Daten bereits haben und verwerten?

Marc Elsberg hat also nicht nur ein fiktives Szenario aufgeschrieben. Es könnte genau so passieren. Anonymus, die im Buch auch vorkommen, schimpfen seit Jahren auf die fehlende Datenprivatsphäre und machen darauf aufmerksam, wie wir uns einspinnen lassen in das Netz der Datenpiraten. Teilweise ist es uns egal. Teilweise wissen wir das nicht.
Die spannende Geschichte um Cynthia Bonsants Recherche, die Verstrickungen, die zum Ende hin deutlich Sinn ergeben, und die Hetzjagten über das Internet – selten habe ich ein so dickes Buch so schnell gelesen. Die Schreibweise ist schnell, klar und sehr gut lesbar.

Ein rundherum gelungenes Buch. Die Technik war mir nicht zu schwer (ein paar Begriffe wurden langatmig erklärt, aber für Unerfahrene ist es eventuell richtig), die Handlung schlüssig. Von mir gibt es volle Punktzahl!

Advertisements
0

[Rezension] Erbarmungslos

Erbarmungslos – Mark Henshaw
Goldmann
Taschenbuch, Februar 2014
448 Seiten

9,99 €

Nach einem misslungenen Treffen in Venezuela wird die Agentin Kyra Stryker aus dem Außendienst in die Rote Zelle zu Jonathan Burke versetzt. Dort soll sie eigentlich eine Zeit lang von der Bildfläche verschwinden. Doch als kurz darauf ein chinesischer Spion enttarnt wird und aus dem Land geholt werden soll, bietet sich Kyra an, das zu erledigen.
Doch während Pioneer, der chinesische Spion, um sein Leben bangt, gehen in der Welt noch ganz andere Sachen vor: China will die Insel Taiwan angreifen. Amerika macht sich bereit, im Falle eines größeren Krieges einzugreifen…

Von „Erbarmungslos“ habe ich eine Menge erwartet. Letztes Jahr, als die Vorschau kam, habe ich mir das Buch vormerken lassen und war dann ganz gespannt, als es endlich im Briefkasten lag.
Ich bin kein Thrillerexperte – aus meinen Statistiken wisst ihr, dass ich höchstes Jugendthriller lese und dann schon fast einem Herzkasper erliege – und die Beschreibung klang so spannend, dass ich das Buch am liebsten wieder zurückgegeben hätte.

Der Anfang war super zu lesen. Es werden nacheinander drei Orte beschrieben, an denen etwas heftiges, actionreiches passiert, man lernt drei Figuren kennen und es kribbelt beim Lesen ordentlich vor Spannung. Und dann? Kyra Stryker, eine der Hauptfiguren, wird bei der CIA zu einem Analysten versetzt. Ab da wurde es theoretisch und für mich nur schwer lesenswert.

Von mir gibt es also Punktabzug: für die mangelhafte Beschreibung durch den Titel und den Klappentext, das allerdings nur Goldmann anzukreiden ist. Die originale Beschriebung ist etwas detaillierter und nicht so um Spannung heischend. Man wird im Original besser darauf vorbereitet, worum es im Buch geht.
Unter dem Titel „Erbarmungslos“ habe ich im Zusammenhang mit dem Klappentext mehr Action, Folter und vor allem Drohungen erwartet. Dass China eine kleine Insel angreift und dann die Reaktionen abwartet, nenne ich nicht „Erbarmungslos“. Höchstens, dass der eine Flugzeugträger zerstört wurde, aber das war nur ein kleiner Teil…

Dann ziehe ich einen Stern ab für die vielen theoretischen Ausarbeitungen. Klar, um die Spannung zu erhöhen muss man Details kennen. Aber welche Person nun mit welcher befreundet, mal ein Intermezzo oder eine Feindschaft hatte, ist nur bis zu einem gewissen Punkt lesbar.

Und ein weitere Stern geht ab für die fehlende Spannung. Es werden zwar Spaziergänge in Peking beschrieben, bei denen Amerikaner oder Pioneer verfolgt werden, das geht aber irgendwie immer gut aus und ist dadurch nach dem zweiten Mal ermüdend. Die Befreiungsaktion durch Kyra ist viel zu schnell vorbei und keinesfalls spannend oder actionreich. Im Gegenteil.
Und einen Großteil des Buches habe ich mich gefragt, worauf die Geschichte eigentlich rauswill. Die angekündigte Befreiungsaktion wird nämlich angedeutet, geplant und vorbereitet und dann geht es ganz schnell. Aber sonst habe ich mich echt gefragt, was alles soll – das dauert wirklich fast 350 Seiten, bis es den Aha- Moment gibt.

Es bleiben zwei Stern übrig. Einen weiteren muss ich wegnehmen, weil ein Buch, dass über 350 Seiten seiner insgesamt 400 fassenden Seiten braucht, um dann endlich mal interessant und spannend zu werden, kann ich nicht mit zwei Sternen bewerten.

Ehrlich gesagt: Leseeindrücke sind immer subjektiv. Das Thema klang für mich total spannend und ich bin schwer enttäuscht. Vielleicht trifft die Geschichte jemand anderes Geschmack auf den Punkt, für mich war es keine Freude das Buch zu beenden und ich werde die weiteren Teile des Autors erstmal abwarten.
Ihr wisst, ich suche mir sonst fast immer nur Bücher raus, die mir sehr gut gefallen, aber manchmal mache auch ich einen Fehlgriff…

☆☆☆☆
0

[Rezension] Jersey Angel

Jersey Angel – Was ist schon ein Sommer – Beth Ann Baumann
Carlsen Choice
Softcover, April 2014
ISBN 978-3-55131300-3
224 Seiten

9,99 €

Der letzte Sommer vor dem letzten Schuljahr steht kurz bevor, und Angel will jede Sekunde auskosten. Doch ihr On-Off-Freund Joey will eine richtige Beziehung oder gar keine, und da Angel keine feste Beziehung aushält ist er eben nicht mehr ihr Freund.
Doch es gibt genug Jungs, die Lust auf ein kleines Abenteuer haben. Selbst der Freund von Angels bester Freundin lässt nichts anbrennen.
Angel verbringt einen wortwörtlich heißen Sommer voller Lust, Spaß und Sonne. Tief im Herzen will sie aber Joey wieder, und als die Schule wieder beginnt muss sich auch etwas ändern.

Das kleine schmale Bändchen von Carlsen Choice ist genau die richtige Sonntagnachmittaglektüre. Man gerät kurz in die Fänge von Strand, Sommer und und Sonne, erlebt die gerade-noch-Teenie-Zeit mit Angel mit. Noch ist Schule, noch muss sie sich nicht mit den Alltagssorgen plagen.
Doch wenn das Schuljahr vorbei ist, muss Angel sich etwas überlegen, denn sie kann nicht ewig bei ihrem Vater am Bootshafen aushelfen oder einfach in den Tag leben.

Also sucht Angel auf sympathische und niedliche Art ihren Weg im Leben. Sie sieht, wann Dinge richtig oder falsch sind, auch wenn sie es nicht immer umgehen kann, etwas falsch zu machen. Sie möchte gerne ihre Frau stehen, wird aber manchmal von der Realtität überrollt.

Ihre Familie fand ich witzig und liebenswert. Dass der Exmann ihrer Mutter noch bei ihnen rumhing war irgendwie lustig, auch das Verhältnis von Angel und ihrem leiblichen Vater war unterhaltsam. Es war keine Bilderbuchgeschichte, aber die Geschichte über eine junge Frau, die ihren Platz finden muss.

Da das Buch mir auf der anderen Seite etwas zu kurzweilig war, und hier und da gerne noch etwas länger hätte beschrieben worden sein können, gebe ich sehr gute vier Sterne. Sonst hat mich nämlich der Sommer und auch das Ende des Buches echt gut unterhalten. Angel macht sich realistische Gedanken, bei denen ich mich oft wiedergefunden habe.

0

[Rezension] Liebe ist kein Beinbruch

Liebe ist kein Beinbruch – Stephanie Bond
MIRA Taschenbuch, September 2013
ISBN 978-3-86278-741-8

352 Seiten

7,99 €

Wer hätte nicht Interesse daran, beim Neuaufbau einer Stadt zu helfen und einmal komplett von vorne beginnen zu können? Zumindest 100 Frauen versuchen ihr Glück in der neu entstehenden Stadt Sweetness. Vor einigen Jahren wurde die alte Stadt durch einen Tornado komplett zerstört, und die Armstrong-Brüder Marcus, Kendall und Porter wollen sie neu aufbauen. Doch ein Haufen Männer kommt alleine nicht weit, und durch eine Zeitungsanzeige gelockt kommen die Frauen für den Neubeginn. Unter ihnen ist Ärztin Nikki Salinger, doch so wirklich wohl fühlt sie sich nicht in der provisorischen Stadt.
Bei ihrer Ankunft ist ihr erster Patient Porter Armstrong, der im Eifer vom Wasserturm gefallen ist und sich das Bein gebrochen hat.
Als Porter erfährt, dass Nikki wieder abreisen will, setzt er jedes Mittel ein, um sie zu halten. Das beginnt bei der Sabotage ihres Autos, führt über angefahrene Kitze und geht sogar durchs Bett.
Und irgendwann geht es Porter gar nicht mehr nur um die Ärztin, sondern um Nikki als Frau…

Bei den Mira-Taschenbüchern bin ich ja ein großer Fan der Susan Mallery-Bücher. Ich finde es schade, dass teilweise einzelne Reihentitel herausgepickt werden, und die Reihe nicht konsequent von vorne bis hinten übersetzt wird.
Als bei bloggdeinBuch ein neues Buch von Mira angeboten wurde, war ich Feuer und Flamme. Nicht nur der Inhalt der Bücher hat es mir nämlich angetan, sondern auch die immer gleiche Aufmachung. Die Bücher sind alle gleich groß (bis auf die von Aimée Carter, grrr) und haben eine tolle Rückengestaltung, so dass es sich wirklich immer zauberhaft im Regal macht!
Und so wagte ich mich an das Buch „Liebe ist kein Beinbruch“ von Stephanie Bond. Neben der typischen Liebesgeschichte Mann trifft Frau, beide finden sich toll, das Schicksal hält sie noch fern, dann Ende gut alles gut sollte nämlich die Hintergrundgeschichte diesmal eine besondere sein. Die Brüder Armstrong wurden durch die Zerstörung ihrer Stadt heimatlos. Es war nicht Katrina, aber ein ebenso schlimmer Tornado, der alles dem Erdboden gleich gemacht hat.

Je weiter ich las, desto toller wurde das Buch. Es sammelte Pluspunkte:
+ durch das Setting
+ mit der zauberhaften und liebenswerten Nikki (auch wenn ich ihr gerne mehr Selbstbewusstsein eingetrichtert hätte)
+ durch die aufbauende Liebe, die sich nicht explosiv in Sex entlud sondern passend zum…öhm… Höhepunkt… kam
+ durch die Nebencharaktere, welche die Geschichte abrundeten
+ durch die super Übersetzung, die flüssiges Lesen unterstütze und von der Sprachgestaltung einfach ansprach

Und jetzt nochmal ausführlich. Die Geschichte spielt zum Beginn des Wiederaufbaus. Passend zur Geschichte mit Nikki der Ärztin geht es vor allem um den Aufbau der Ambulanz. Das ist natürlich doppelt ein Grund, sich mit der Ärztin zu beschäftigen und sie in den Vordergrund zu rücken. Das fand ich klasse, eine tolle Idee.
Während in vielen Geschichten die Figuren Essen gehen und in idyllische Gegenden fahren müssen, sind Porter und Nikki auf einem Berg mit so viel Natur um sich, dass das zwangsläufig immer mit hineinfließt. Die Romantik entsteht also nicht künstlich, sondern ist von vorneherein da!
Nikki als Figur mochte ich sehr gerne. Sie hatte nicht das übertriebene Selbstbewusstsein (es war fast schon zu wenig), litt unter der schlechten Erfahrung und öffenete sich nur langsam. Ihre Angst, schlechter zu sein als die anderen, war realistisch. Und die Angst, nicht lieben zu können, hat mich sehr erschüttert. Umso mehr fand ich Porter dann als Gegenpol toll, der ebenfalls erst lernen musste zu lieben.

In manchen Büchern ist es ja auch so, dass die Hauptprotagonisten dann zwischendurch sexuell aneinander geraten und das Schicksal sie erstmal auseinandertreibt. Ich mag es lieber, wenn sich die Protagonisten schon mehr oder weniger verliebt haben und dann erst im Bett landen. Die Anspannung ist dann noch höher 🙂

Negativ war nichts. Ich will einfach wissen, wie die anderen beiden Brüder sind und wie es mit Sweetness weitergeht. Das ist nämlich auch so besonders an diesem Roman. Es geht nicht nur um die Liebesgeschichte und um die Familie, nein, man verfolgt über mehrere Bücher hoffentlich den Wiederaufbau der Stadt mit und erlebt all die tollen Geschichten bei ihr. Wie ich gesehen habe, geht es später auch mit anderen Figuren der Stadt weiter – vielleicht mal mit Armstrong-Nachwuchs?

Für diesen Liebesroman im klassischen Format mit einer tollen Umgebung und super eingebauter Hintergrundgeschichte kann ich nur 5 Sterne geben!

★★★★★

Hinten auf dem Buch steht passenderweise, dass die beste Nachricht nach dem Lesen das Wissen um die Fortsetzung ist 🙂 Auf Englisch ist bereits „Baby, don’t go“ erschienen, welches vom Bruder Marcus erzählt.
Auf Deutsch bereits erhältlich ist die Vorgeschichte „Liebe ist keine Katastrophe“, als E-Book.

Btw: Kommt es mir nur so vor oder werden die Bücher bei MIRA immer günstiger?

Vielen Dank an Blogg dein Buch für die Aktion und MIRA TASCHENBUCH für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

0

Lesung zu "Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earls Diner"

Am 16.4.2013 war ich mal wieder in der Buchhandlung „Leuenhagen und Paris“ zu einer Lesung.

Gelesen hat Edward Kelsey Moore aus seinem Debütroman „Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner„. Akutell lese ich das Buch auch, bin aber erst in der Mitte. Dennoch war es sehr spannend, aus dem Buch gelesen zu bekommen und den Autor darüber sprechen zu hören.
Übersetzt und moderiert wurde der Abend von Frau Dr. Fenske. Die deutschen Parts hat 

Edward K. Moore ist ein sehr sympathischer Mann. Er schien neugierig auf das Publikum, war sehr offen und sprach begeistert über sein Buch. Niedlich fand ich, wie aufmerksam er Regina Lemnitz zuhörte, und auch offen zugab, dass er ihre Stimme toll fand 🙂

Zu Beginn erzählte Moore ein bisschen was über die Buchentstehung. Sein Vater war auch Baptistenprediger und die Geschichten in und um die Kirche erzählt der Autor im Buch mit einem Zwinkern.

Weil die Atmosphäre so schön war, habe ich nicht viel gefilmt. Dennoch gibt es unten ein kurzes Video mit einem Eindruck. Der Abend wurde eröffnet mit einem Celloduett von Moore und einem Cellisten der NRD Philharmonie.
Später spielte Moore selber noch 3 Stücke, denn für seine drei weiblichen Hauptfiguren hatte er sich Musikstücke herausgesucht.
Odette, die wilde, kräftige, hat ein schnelles Stück. Clarice hat ein Kirchenlied, und Barbara Jean hat ein sich ständig wiederholendes Stück. Wenn ihr das Buch gelesen habt, wisst ihr, wie toll diese Wahl passt. Leider habe ich mir zwar die Stücke aufgeschrieben, aber finde unter diesen Titel jetzt nichts.

Die Übersetzerin sagte, dass Moores Darstellung der Elternfiguren, besonders der des Earls, eine Art utopisches Denken wäre. Doch Moore sagte, dass er genauso einen Vater wie Earl hatte und heute sehr froh ist, so behütet aufgewachsen zu sein.

Gelesen wurde der Anfang, abwechselnd von Moore und Frau Lemnitz, und Teile aus der Mitte über Barbara Jean.

Bibliographische Angaben:
Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner
Limes Verlag bei Randomhouse
Hardcover, März 2013
448 Seiten
19,99 €

Demnächst gibt es auch noch eine schöne Rezension zum Buch!

Hier findet ihr eine Leseprobe und eine Hörprobe.

1

[Rezension] Der 48-Stunden-Mann

Der 48-Stunden-Mann – Susan Mallery
Mira Taschenbuch
November 2012
300 Seiten

8,99 €

Es ist ein paar Wochen her, dass Hannah den Brief ihrer lieblichen Mutter erhalten hat. Sie würde ihre Tochter gerne kennen lernen, schreibt Luise. Hannah, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde, freut sich darüber natürlich, hat jedoch noch ein Problem. Allem anschein nach ist ihre Mutter todkrank (sonst hätte sie sich ja nicht so plötzlich gemeldet…), und als der Brief eintraf war Hannah zumindest auf dem Papier noch verheiratet. Wie soll sie einer sterbenden Frau also erklären, dass sie geschieden ist?
Am besten gar nicht. Und da kommt der kriminelle Nick, der Hannah eigentlich auf die Nerven geht, gerade recht. Er sieht gut aus, hat Charme und Witz, und wäre der perfekte Ehemann. Sie gehen einen Deal ein, dass Nick ein Wochenende lang ihren Partner spielt. Gegen Geld, versteht sich.
Doch als Hannah bei der vermeintlich kranken Mutter ankommt, wird sie von einer großen Familie erwartet. Und alle denken jetzt, Nick wäre ihr Mann…

Nach „Jennissimo“ ist wieder ein Einzelband bei Mira von Susan Mallery erschienen. Und so sehr Familiengeschichten auch schön sind, die hin und wieder erzählen was mit anderen Charakteren passiert ist, sind auch abgeschlossene Bücher ganz lesenswert.
Besonders von Susan Mallery.

Zuerst aus der Sicht von Nick, dann abwechselnd auch aus der Sicht von Hannah wird erzählt, die die beiden sich im Polizeirrevier treffen, und endlich zusammen etwas trinken gehen. Als Leser erfährt man sehr schnell alles über die Protagonisten und ihre Geschichte, weil sie sich selbst viele Gedanken machen. Aber sie offenbaren einander fast gar nichts.

Irgendwie hat die Autorin ja da ein Fass aufgemacht mit den Adoptionen. Wieder lernt eine adoptierte Frau ihre wahre Familie kennen und damit natürlich erst das Glück. Diesmal wird Hannah aber nicht überrumpelt, sondern kann sich ganz drauf einstellen.
Allerdings ist die leibliche Mutter ganz und gar nicht so, wie Hannah sich das vorgestellt hat. Statt alt und krank steht eine Mittvierziger vor ihr, die einen ganzen Haufen Familie im Nacken hat – die Söhne von Hannahs Vater.
Ich finde es bemerkenswert, dass Susan Mallery so auf große Familien steht. Und sich das scheinbar alles merken kann, denn mir klang das total logisch. Es gibt bestimmt ein Schema F, nachdem solche Geschichten geschrieben werden.

Und der Alpha-Held Nick… ach, er ist so zauberhaft. Attraktiv, stark, mutig… liebevoll, zärtlich, verletztlich. Hätte ich nicht auf der LoveletterCon letztes Jahr die Autorinnen Shannon McKennon und Lisa Marie Rice darüber sprechen gehört, dass diese Art Mann absolut insiziniert ist, hätte ich nur noch sehnsüchtig am Fenster hängend nach genau DIESEM Nick Ausschau gehalten ^^ Bei einer solchen Art Roman ist es ja nur logisch, dass sie sich kriegen, aber WIE ist immer wieder spannend 🙂
Diese ganzen Missverständnisse, die erst aus dem Weg geräumt werden mussten… und Hannah und Nick haben es sich ja auch nicht unbedingt leicht gemacht.

Sprachlich war dieser Roman natürlich auch wieder klasse. Absolut tolle Sprache, klasse Übersetzung von Barbara Alberter und toller Satz zum Lesen 🙂

Ich bin also mal wieder rundherum zufrieden und freue mich auf die anderen Romane von Susan Mallery! Volle Punktzahl für den 48-Stunden-Mann!

★★★★★

0

[Rezension] Die fünf Leben der Daisy West

Die 5 Leben der Daisy West – Cat Patrick
Boje, Bastei Lübbe
Hardcover, Herbst 2012
301 Seiten

14,99

Daisy West hat keine Angst vor dem Tod. Denn wenn ihr etwas passiert, kann sie dank des Medikaments „Revive“ wiederbelebt werden. Obwohl sie einst Daisy McDaniel war, und nach jedem „Tod“ umziehen muss, hat die 15-jährige kein Problem damit.
Bis sie nach Omaha zieht, wo sie Audrey und deren Bruder Matt kennenlernt. Plötzlich gewinnt das Leben an Gewicht – denn Daisy möchte um keinen Preis wieder wegziehen.

Audrey ist ihre erste beste Freundin, und plötzlich weiß Daisy nicht mehr, warum ihr Revive vorher so sinnvoll erschienen ist…

Trotz einiger etwas negativer Rezensionen habe ich mir das Buch zugelegt und gelesen. Es ließ sich nicht ganz so schnell lesen, wie erhofft, weil es einige Stolpersteine in der Handlung gibt.

Daisy ist keine normale Jugendliche. Das merkt man, dass sie reifer spricht und sich anders verhält. Sie weiß, dass ihre „Familie“, die keine ist, etwas verbergen muss. Und lange Zeit glaubt sie, dass es zum Wohle der Wissenschaft und der Menschheit geschieht.
Dass das anders ist, merkt sie, als ihr ein echtes Leben geschenkt wird. Sie hat eine Freundin, ist verliebt und sieht an den Leben der anderen Revive-Kids, dass es auch besser geht. Diese Wandlung fand ich gut und nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar dagegen war für mich, wie die Handlung fortschreitet. Manchmal setzt sich die Autorin seitenweise mit Details auseinander, die überhaupt nichts zur Handlung bringen (Matt leiht sich den Ipod seiner Schwester – so what?), und man wird beim Lesen vom roten Faden fortgerissen.

Die Idee hinter dem Revive und der Wiederbelebung war spannend. Ich habe mir mehr Informationen darüber gewünscht, aber die Handlung und Erklärungen diesbezüglich bleiben schwammig. Daisy weiß nicht mal, wie es angewandt wird. Das fand ich schade, basiert doch die ganze Handlung auf dieser Idee.
Ich hätte auch gerne noch mehr Revive-Kids kennen gelernt. 

Die Agenten Mason und Cassie sind gut ausformulierte Figuren, die ich verständlich fand.  Nur wurde mir recht früh klar, welches Spiel sie spielen.

Die Übersetzung fand ich gut. Es ist eine junge Sprache geworden, die leicht zu lesen ist. Keiner der Jugendlichen spricht seinem Alter nicht entsprechend. 

Das Rundherum-Zufrieden-Gefühl hat sich bei diesem Buch nicht eingestellt. Der Fokus war auf seltsame Details gerichtet, ich wusste früh, wie es ausgeht und war nicht sonderlich gespannt wie es ausgeht. Dementsprechend gebe ich bloß 3 von 5 Sternen.

Und schaut euch dieses süße Video dazu an: