Kurzmitteilung
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Cover Lebensnacht Lebensnacht – Will Hofmann
Fabulus Verlag
ISBN 978-3-94478829-6
366 Seiten

19,95 Euro

Die Wissenschaft hat stets zwei Seiten – eine nützliche, und eine sehr gefährliche.
Genau diese Erfahrung müssen die Wissenschaftler rund um den Chemiker Professor Harry Kaufmann machen, der eine organische Alternative zum Benzin erfindet: Ein Bakterium, das durch Verwertung von Abfall Oktan produziert. Doch statt für immer unabhängig von den natürlichen Ölvorkommen zu sein, lösen sich plötzlich ohne ersichtlichen Grund Menschen auf der Straße in Benzin auf. Qualvoll greift die Krankheit um sich, ohne dass eine Lösung in Sicht scheint…

Erzählt wird die Geschichte rund um die biologische Krankheit aus der Sicht des Nachbarn von Harry Kaufmann und seinem Bruder, ihrem ehemaligen Lehrer, der zu einer Vaterfigur für die beiden geworden ist. Er kann aus nächster Nähe den Werdegang des Chemikers erzählen und berichtet sehr authentisch über die verschiedenen Reaktionen zur Massenseuche.

Die Erfindung des Oktans war keinesfalls zu chemisch, oder die Todesfälle zu blutig. Die Erfindung wurde sehr gut dargestellt, besonders gut hat mir dabei die Verleihung des Preises gefallen und wie das Video beschrieben wurde, indem für alle deutlich und verständlich nochmal das Oktan erklärt wurde. Weil auch der Erzähler nicht so ganz verstanden hatte, worum es ging, war es danach klar, was die Chemie dahinter ist. Auch die Todesfälle und der Zusammenhang zum Oktan wurden nachvollziehbar beschrieben.

Das Buch las sich gut flüssig und anregend. Das Thema und auch die Schreibweise war für mich mal etwas anderes und damit spannend. Auch wird ein sehr toller Erzählbogen gespannt, der einen bis zum Schluss mitfiebern lässt, ob sich ein Gegenmittel findet und wie viele Menschen sterben müssen. Die natürliche Dummheit des Menschen, in bestimmten Paniksituationen dämlich zu reagieren, wurde sehr realistisch eingefangen.

Die Figuren von Harry Kaufmann und auch von seinem Bruder wurden einem durch die sehr persönliche Erzählstruktur vertraut und es tat mir richtig leid, wenn Harry Kaufmann sich die Schuld am Ganzen gab – jedes Kapitel in dem er wieder vorkam, war wie einen Freund zu treffen und ihm bei der Arbeit zuzusehen.

Das Buch bekommt von mir vier Sterne, weil ich noch ein bisschen mehr Kick erwartet habe und mir die Kapitel teilweise zu kurz waren. Aufgefangen wurden diese beiden Punkte aber durch die liebevolle Gestaltung des Buches mit den bedruckten Seiten und der hochwertigen Aufmachung.

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[Rezension] Jane Austens Northanger Abbey

Cover McDermid Northanger Abbey Jane Austens Northanger Abbey – Val McDermid
HarperCollins
Hardcover mit Schutzumschlag, Januar 2016
ISBN 978-3-959670180
320 Seiten

19,90 Euro

Behütet aber ohne viele Altersgenossen wächst die junge Dame Cat Morland als Pfarrerstochter auf. Damit sie endlich etwas erlebt, nehmen die kinderlosen Allens sie mit nach Edinburgh, weil dort ein Kulturfestival ist und sowohl Herr als auch Frau Allen gerne etwas jüngere Gesellschaft hätten.
Vor Ort wird Cat mehr oder weniger auch in die Gesellschaft eingeführt, sie bekommt auch endlich eine Freundin: Bella Thorpe. Deren Bruder John hat ein Auge auf Cat geworfen, diese aber eher auf den schmucken Anwalt Henry Tilney, der ihr bei einer Tanzstunde beisteht.

Während Bella gerne Zeit mit Cat verbringen möchte, weil sie auf Cats Bruder James scharf ist, will Cat sich mit Henrys Schwester Ellie anfreunden, die ebenso belesen und wissbegierig ist, anders als die klatschsüchtige Bella.
So wird Cat schließlich sogar zu Ellie und Henry nach Hause eingeladen, nach Northanger Abbey. Dort ist es wie einem Gruselroman entsprungen, die Cat so gerne liest, und alles sieht nach einer gruseligen Vorgeschichte aus. Denn über Henrys und Ellies Mutter spricht keiner gerne, und in die ehemaligen Räume darf auch keiner mehr hinein. Ist dort ein Verbrechen geschehen oder Misses Tilney sogar noch am Leben?

Die neue Version von „Northanger Abbey“, geschrieben von Val McDermid ist eine ziemlich identische Fassung der Originalgeschichte. Die Namen wurden etwas angepasst, so wurde aus Catherine „Cat“, aus Isabella „Bella“, aus Eleanor „Ellie“. Die Jungs dürfen ihre Namen behalten.

Zunächst war die Lektüre ziemlich irritierend. Zum ersten Mal habe ich Jane Austens Version 2013 gelesen, anschließend die wirklich schreckliche BBC-Verfilmung geschaut. Die Verfilmung ist mir etwas unscharf im Gedächtnis geblieben, vom Buch wusste ich nur noch, dass ich eine Menge nicht nachvollziehen konnte.
In Jane Austens Geschichte wird eine Menge kritisiert, da ich aber weder genau weiß, warum damals Schauergeschichten so lächerlich waren, noch welche Autoren dort auf die Schippe genommen werden, waren es für mich viele Namen und ein ständiges Hin und Her mit den Figuren. Henry ist mal da, dann wieder nicht, dann nervt John, dann wieder nicht. Jane Austens Art, das alles auszudrücken, obwohl 2013 großartig von Ursula und Christian Grawe übersetzt, war etwas schwer verständlich.

Die Version von Val McDermid ist wie die Geschichte mit Untertiteln zu lesen.
Zuerst war es etwas seltsam, weil Cat aus einem Pfarrerhaushalt kommt, zuhause unterrichtet wurde, zu Verwandten kommt die gerne Kleider kaufen und altmodisch Tee am Nachmittag trinken – es hätte wie zu Zeiten Jane Austens sein können.
Dann aber fallen Begriffe wie „Facebook“, „Twitter“ und „SMS“. Und das immer gleichzeitig. Aus irgendeinem Grund nutzen die Figuren bei McDermid nicht nur Whatsapp oder SMS, sondern immer Facebook, Twitter und SMS gleichzeitig. Über alle Kanäle muss man erreichbar sein.
Diese Einstreuen von Begriffen passte erst so gar nicht zu der modernen Version, weil es dadurch nicht wirklich modern gemacht wurde.

Es machte den Eindruck, als hätte McDermid einfach Worte wie „Brief“ mit „SMS“ ausgetauscht, „Kutsche“ durch „Auto“ ersetzt und „Kontakt aufnehmen“ mit „telefonieren“. Natürlich wurden auch andere Romane diskutiert, es fiel der Begriff „Twilight“ und „Harry Potter“.

Interessanterweise scheint McDermids Version auch in einem Universum zu spielen, indem die Bücher von Jane Austen existieren – „Stolz und Vorurteil“ wird ebenfalls genannt, aber Northanger Abbey natürlich nicht.

Oben habe ich ja erwähnt, dass ich die Gesellschaftskritik teilweise gar nicht verstanden habe. Bei Val McDermid kam das viel deutlicher rüber. Dadurch, dass die Geschichte vom Handlungsverlauf nur auf modern gemacht wurde, ansonsten aber fast nichts verändert war, war die Geschichte plötzlich verständlich und im Nachhinein wurde vieles klarer, worauf Jane Austen wohl angespielt hat. Sollte also jemand mal Jane Austen in der Schule besprechen, ist das Buch von McDermid eine absolut großartige Hilfe – man muss nur das Ende anpassen, hier hat sich John Thorpe selbstverständlich eine zeitgemäßere Beleidigung einfallen lassen.

Gut zwei Drittel des Buches habe ich nichts neues gelernt, und obwohl sich dieses Buch natürlich durch die zeitgemäße Sprache besser lesen ließ als ein 200 Jahre alter Roman war mir auch die zweite Lektüre der Geschichte nicht das unendliche Vergnügen. Ich habe mir von einer Krimimeisterin tatsächlich etwas mehr erhofft, obwohl das Ende, also der Part in Northanger Abbey, schon sehr gut verfasst wurde. Aber auch hier war es eher wie die Kulisse von Jane Austen besuchen und wissen, dass es nicht echt ist. Es wirkte alles etwas geborgt, und nochmal werde ich diese Geschichte nicht mehr lesen.
So spannend war es dann doch nicht…

Von mir gibt es für diese moderne Fassung von Jane Austens Northanger Abbey, geschrieben von Val McDermid, vier von fünf Sternen.

★★★★☆

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[Rezension] Welche Farbe hat die Angst

Buchcover Welche Farbe hat die Angst Barbara RoseWelche Farbe hat die Angst – Barbara Rose
Boje
Hardcover,
ISBN 978-3-41482409-7
270 Seiten
12,99 Euro

Worum es geht

Eigentlich hatte Katta nicht daran geglaubt, dass sie es schafft, doch eines ihrer Bilder gewinnt einen Platz in einem Malkurs bei einem ihrer Idole, dem Künstler Josef Wild. Eine ganze Woche darf sie dort Techniken lernen und ihr Talent ausarbeiten. Doch schon im Vorfeld träumt Katta von einem Mädchen und einem Wasserfall.
Im Ort des Malers angekommen erfährt die 15-Jährige, dass sich vor einiger Zeit ein Mädchen selbst ertränkt hat. Die damals Jugendliche hatte einen sehr ähnlichen Stil wie Katta, und obwohl sie nur Interesse an der Malerei haben möchte, erfährt Katta, dass es vielleicht gar kein Selbstmord war.
Dass auch noch ihr Schwarm Alex und der andere Malschüler Pascal irgendwie Neugier an dem Fall zeigen, hilft auch nicht. Nach und nach stellen die Jugendlichen fest, dass es vielleicht wirklich kein Selbstmord war – und der Mörder noch immer ganz in der Nähe ist!

Welche Farbe hat die Angst“ ist ein Jugendthriller, der ja schon durch den Titel sagt, worum es geht. Malerei und Angst sind die beiden Hauptthemen, die sehr gut ineinander verflochten werden.

Die Hauptfigur Katharina, genannt Katta, drückt in Malerei ihre Gefühle aus, und auch jedes Kapitel ist entsprechend so benannt. Das war eine schöne Idee, die dadurch alles abgerundet hat.
Die Figuren Alex, Josef, Pascal und weitere werden gut eingeführt und eingeflochten. Besonders aber durch die angenehme Schreibweise der Autorin ist das Buch sehr lesbar. Es fesselt, erzählt und zaubert Bilder vor Augen.

Da es ein Jugendbuch ist, lässt es sich sehr schnell lesen. Für die Altersklasse 11 bis 14 Jahre ist es sicher ein Abenteuer, für mich war vor allem die Aufklärung schnell offensichtlich, aber dennoch spannend zu lesen.

Ich vergebe vier von fünf Sternen für dieses Jugendbuch.

★★★★☆

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Bird Box Schließe deine Augen – Josh Malerman
penhaligon
Gebunden, März 2015
ISBN 978-3-7645-3121-8
320 Seiten

19,99 €

Sie ist alleine mit zwei Kindern. Malorie und das Mädchen und der Junge. Die Kinder wachsen damit auf, niemals die Augen zu öffnen, wenn sie rausgehen. Sie lernen, sich blind zurecht zu finden. Sie müssen hören lernen, die Augen vergessen. Denn die Welt draußen ist so schrecklich, dass man nicht mehr hinsehen kann.
Malorie war nicht immer alleine. Bis vor kurzer Zeit war ihr Haus sogar ziemlich bewohnt, vor allem Tom war da. Tom, den Malorie erst so kurz kannte, und der so sehr an sie geglaubt hat, als sie schwanger war. Der auf sie aufpassen wollte.
Die Welt veränderte sich ungefähr zur gleichen Zeit, als Malorie von ihrer Schwangerschaft vor fünf Jahren erfuhr. Unerklärlich wurden Leute mitten auf der Straße verrückt und begingen Selbstmord. Bis heute weiß Malorie nicht, was dort draußen wartet, denn sie öffnet nie die Augen draußen.
Doch für immer können sie und die Kinder nicht in dem Haus bleiben, denn irgendwann müssen sie einen sicheren Ort finden. Und scheinbar ist jetzt dieser Zeitpunkt gekommen…

Bird Box hat nicht viel Inhalt, nicht allzuviel Handlung. Man lernt Malorie kennen und erfährt ihre Geschichte, stets gewürzt mit dieser allgegenwärtigen Ungewissheit, was da nun draußen wartet.
Die Kapitel sind relativ kurz, und wenn es Zeitsprünge vom Jetzt zur Vorgeschichte gibt ist das meistens an besonders fiesen Stellen. Die Geschichte ist auch so geschrieben, dass man eigentlich nicht weiterlesen will und teilweise nur erleichtert war, als dann ein Rückblick kam. Dennoch entwickelt sich das Buch zum echten Pageturner, weil man unbedingt herausfinden will, was dort ist. Ob Malorie auch verrückt wird. Ob sie es in Sicherheit schafft.

Man merkt, dass Malerman sich mit dem Genre Thriller bereits sehr auseinandergesetzt hat, denn die Spannung und der Nervenkitzel ist greifbar. Es ist weniger die Brutalität oder der Wahnsinn der Leute, mehr diese absolut irre Furcht vor dem Unbekannten. Wir fürchten alle die Dunkelheit und Dinge, die wir nicht sehen könnten. Über Nacht blind werden zu müssen ist brutal. In jeder Szene, in der Malorie ihr Leben riskiert um sich und die Kinder zur retten betet man, dass sie nicht versucht ist, die Augen zu öffnen und bitte bitte einen Weg auf blinde Art findet.

Normalerweise lese ich keine Thriller, weil mir der Nervenkitzel gar nicht so gefällt. Hier war ich aber neugierig, weil es mal anders klang. Nicht mit einem Mörder, nicht so erklärlich. Es war geheimnisvoll, ohne mit Aliens zu tun zu haben (aber wer weiß…). Das Ende könnte auf einen zweiten Band hindeuten, allerdings finde ich es so auch abgeschlossen und brauche nicht mehr. Für die etwas sprunghaften Kapitel und die doch eher oberflächliche Handlung ziehe ich einen Stern ab, aber vier Sterne hat sich das Buch allemal verdient!

★★★★☆

Zur Leseprobe.

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Blogtour – Buchvorstellung „Herrscher der Gezeiten“

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Herzlich Willkommen bei der Blogtour zu Nichola Reillys „Herrscher der Gezeiten“.

Heute möchte ich euch das Buch an sich vorstellen:

Herrscher der Gezeiten – Nichola Reilly

Mira Taschenbuch Verlag

Hardcover mit Schutzumschlag, Februar 2015

ISBN 978-3-95649106-1

352 Seiten

14,99 €

Die Welt ist im Wasser versunken. So zumindest erscheint es den Bewohnern einer kleinen Insel, Tides genannt, die sich jeden Tag aufs Neue vor den Gezeiten retten müssen. Coe ist die zweitjüngste unter ihnen, denn in die Unsicherheit ein Kind hineinzugebähren hat es nach ihr nur noch ein einziges Mal gegeben. Regiert werden die Bewohner von der Königsfamilie, die dem teilweise überfluteten Schloss wohnen. Kommt die Flut, ziehen sich die normalen Bewohner auf eine Plattform zurück. Doch jede Nacht kann das Wasser sich jemanden holen, der zu nah an den Rand geht.

Coes einziger Lebensinhalt besteht daraus, Hoffnung auf bessere Zeiten zu schöpfen. Und die fast gleichaltrige Prinzessin Star zu bewundern, die eine bessere Zukunft bringen soll.

Als eines Tages der König von seinem Tod spricht, soll Coes bester Freund Tiam ihn ersetzen. Doch nicht alle halten ihn für den geeigneten Kandidaten und Coe und Tiam müssen entscheiden, wohin ihr Weg sie führen soll. Sollen sie sich gegen diejenigen wenden, die noch übrig sind? Klick für mehr

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[Rezension] Holly # 1

HOLLY– Anna Friedrich
Teil 1: Die verschwundene Chefredakteurin
Ausgabe Februar
Goldmann Verlag
Taschenbuch, Januar 2015

ISBN: 978-3-442-48201-6
160 Seiten

5,00 € 

Es ist DAS Szenemagazin schlechthin, in welchem Simone Pfeffer nun arbeiten soll. Ganz Deutschland liest die „HOLLY„. Eigentlich sollte Simone auch mit Verlegerin Elisabeth Salditt und Chefredakteurin Annika Stassen bei einem Abendessen über diese Arbeit sprechen, doch das wird kurzfristig abgesagt.
Am nächsten Tag taucht Annika nicht mehr auf und die Arbeit in der HOLLY-Redaktion läuft zwar weiter, aber ganz langsam bricht das Chaos doch aus.
Was die Mitarbeiter nicht wissen – es geht etwas viel Größeres im Hintergrund vor sich und das muss nicht zwangsläufig gut für die Zukunft der HOLLY ausgehen…

Die neue HOLLY-Reihe soll scheinbar ein neues Format auf den Buchmarkt bringen. Ähnlich wie schon die „Das Tal“-Reihe und manch andere nennt der Verlag die ersten sechs Bücher Staffel 1. Mit nur 160 Seiten und einem Kioks-Preis von 5 Euro sieht das vielversprechend aus.
Zu Beginn des Buches wird auch schnell klar, dass viele Erzählstränge im ersten Buch angerissen werden. Man lernt Leute kennen, erfährt von Geheimnissen und Vorhaben, aber nichts findet einen richtigen Abschluss. Inhaltlich wird man ganz offensichtlich auf mehrere Bände vorbereitet.

An sich war das gut zu lesen. Die Geschichten sind interessant, es ist vielleicht etwas viel für den Anfang, weil man es nicht erwartet. Aber wenn es zum Ende des ersten Teils geht, hat man sich daran gewöhnt.
Eine Besonderheit diesere Erzählung ist, dass zwischendurch eine Art „Kamerafahrt“ gewählt wurde (wortwörtlich). Man fühlt sich ein bisschen wie bei einer Fernsehserie, nur dass es einem beschrieben wird. Das war ungewöhnlich. Da es nicht ständig vorkam, war es nicht störend, sondern einfach ein Erzählinstrument.

Ansprechend ist bei der Buchgestaltung, dass das Cover von HOLLY einer Zeitschrift ähnelt. Es steht ein Monat über dem Titel, drei Schlagzeilen, von denen nur eine der Teil-Titel ist und es hat eine Coverfigur. Vielleicht soll es eine der Damen aus dem Buch sein. Auch die Folgebände sind so ausgestattet.

Da die Geschichten wirklich so offen stehen, werde ich in die Folgeteile auf jeden Fall reinlesen. Sofort muss ich sie nicht haben, aber ich bin neugierig.
Für den etwas schnellen und sehr informativen Auftakt gebe ich vier Sterne.

★★★★☆

Folgebände
Teil 2: Die gestohlenen Tagebücher
Teil 3: Ende der Lügen
Teil 4: Wenn Mode fremd geht
Teil 5: Eine Hochzeit in Schwarz
Teil 6: Das Haus in der Sophienstraße

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Vom Aufräumen

Zu viel Krams!

Samstag Abend. Das Chaos auf dem Schmucktisch ist unübersehbar und stört mich zusehends.

Obwohl es spät ist, möchte ich nicht dran vorbeigehen – und räume endlich mal auf.
Dass ich am Abend einen halben Liter Cola getrunken hatte und voll unter Zucker stand, war vielleicht auch förderlich 😉 Das letzte Mal, als ich im Kino Dr. Pepper getrunken habe, hab ich danach bis 2 Uhr nachts Knöpfe und Ohrringe sortiert ^^

Aber darum geht es mir gerade gar nicht. Wichtig ist meine Aufräumaktion. Das ist nämlich bereits die dritte dieses Jahr! Vor etwa einem Jahr kam mir der Gedanke, dass ich dringend mal ausmisten müsste, und kaum war der Gedanke gedacht, flatterte mir eine E-Mail von Madame Missou ins Haus.

Darin bot sie mir verschiedene Ratgeber an, zwei davon waren „Wie uns Aufräumen & Entrümpeln glücklich macht“ und „Heute ist das neue morgen – 21 Tipps gegen Aufschieberitis„.
Wie passend, dachte ich. Es vergingen allerdings noch ein paar Monate, bis ich die Bücher tatsächlich lesen konnte.

Die benutze ich nicht mehr – weg damit!

Als ich dann im Oktober dazu kam, war inhaltlich nicht viel Neues zu entdecken. Im Prinzip sagt Madame Missou, dass man durch Aufschieben auch nicht glücklich wird und es sich viel besser anfühlt, wenn man mal ausmistet.

Entscheidend war aber für mich: es ist zum ersten Mal richtig durchgesickert. Im November habe ich zwischendurch aufgeräumt und gnadenlos weggeschmissen. Das habe ich ein Jahr nicht angefasst, und es hat nur sentimentalen Wert? Weg damit!
Im Dezember war dann unser Arbeitszimmer dran. Ich wollte umräumen und eigentlich einen ganzen Schrank entbehren. Dafür mussten aber alle Sachen davon raus und weg oder woanders hin.
Tatsächlich konnte ich gut 2/3 des Schranks ausmisten. Und es hat SO GUT GETAN!
Dass ich dank eines Weihnachtsgeschenks den Platz im Arbeitszimmer doch nicht brauchte, war dann auch angenehm, weil wir den Schrank stehen lassen konnten…

Und wieder zu Samstag Abend. Ich mache ja gerne Schmuck, und habe wie wohl jedes Mädchen viele Haargummis und Nagel
lack. Aber die Schublade für diese Sachen war irgendwie… ein Ablageort geworden. Meine Ohrringe lagen kreuz und quer, weil ich abends, wenn ich die Ohrringe ablege, sie immer einfach irgendwo hinpacke (oder eben schnell in die Schublade). Dabei habe ich mir extra vor einiger Zeit so schöne Ohrringhalterungen gebastelt (die Anleitung finde ich leider nicht mehr, man sollte ein Glas mit Borte bekleben, damit man die Ohrringe hineinhängen kann, und ihr seht ja links, wie praktisch das ist 🙂 ).

Ich erinnerte mich, dass Entrümpeln und Aufräumen glücklich macht. Ich wollte Platz.

Also sind ein paar Sachen rausgeflogen. Ich habe wieder Platz, es sieht ordentlicher aus und ich werde den billigen Modeschmuck, den ich eh nie trage, auch nicht vermissen (und die ausgeleierten Haarbänder erst Recht nicht!).

Ordnung

Ich dachte ehrlich, die beiden Bücher von Madame Missou (s.oben) waren nicht sehr gehaltvoll. Aber scheinbar haben sie mir doch aufgezeigt, dass Entrümpeln gar nicht so schwer ist und man sich doch mal von Dingen trennen kann – und sollte. Und dass man Dinge eben lieber gleich macht, weil sie nicht weglaufen und später sowieso gemacht werden müssen…

Passend dazu könnte man auch „Endlich Ordnung im Haushalt“ lesen, es gibt aber auch viele weitere interessante kurze Ratgeber. Für mich wäre es zum Beispiel „Leichter Aufstehen„…