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[Rezension] Die Bestimmung # 3

Letzte Entscheidung – Veronica Roth
Die Bestimmung # 3
cbt
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-57016157-9
 512 Seiten 

17,99 €

Um niemanden zu spoilern spare ich mir jetzt mal die Inhaltsangabe. Meine Rezensionen zu Teil 1 und Teil 2 sind online, dort kann etwas zum anfänglichen Inhalt nachgelesen werden.
Teil 3 ist anders, das kann ich schon einmal sagen…

Als ich mit der Reihe begonnen habe, war ich gerade berauscht von „Legend“. Nachdem mir die Bücher aber sehr ähnlich vorkamen (zu der Zeit sprossen die Dystopien ja nur so aus dem Bücherdschungel), habe ich erstmal nicht weitergelesen.
Teil 2 stand dann zwar nach einer Weile im Regal, aber irgendwie war mir nicht danach.
Erst nach der Verfilmung war ich so gepackt, dass ich unbedingt weiterlesen musste und habe promt in der Nacht nach dem Kino noch angefangen. Die Enthüllung aus Band 2 hat mich ja nun ziemlich geschockt. Wie sollte es weitergehen?

Teil 3 habe ich mir mit einer Kollegin geteilt, und sie hat es zuerst beendet. Sie war dann eher mäßig begeistert. Weil mich in Band 2 nur das Ende beeindruckt hat und die Handlung teilweise doch gelangweilt, war mir dann Teil 3 irgendwie vergangen. Jetzt kann ich zum Glück angefangene Bücher nicht rumliegen lassen, sondern muss sie irgendwann beenden, und weil alle so über das Ende lamentiert haben, musste ich wissen, wie es ausgeht.

Über die Handlung mag ich jetzt auch nicht viel sagen, aber so viel: Teilweise hat mich das hin und her tierisch genervt. Tris will dies, Tobias das, sie können sich nicht einigen, lieben sich dann aber doch und alles ist wieder gut. Einer ist sauer, der andere nicht, dann ist alles wieder gut.
Tobias sagte das an einer Stelle ganz richtig: Nach dem Kampf in der Stadt kommt der Kampf draußen und irgendwie ist immer Krieg. Und das ging mir ziemlich auf den Puffer.
Die Idee, wie sich alles ändern soll, war spannend, aber etwas undurchdacht. Und da die Stadtbewohner vorher nur die Stadt kannten, können sie gar nicht einschätzen, wie die Einwirkung der Welt ist. Wer das Buch schon gelesen hat weiß vielleicht, was ich meine. Spoiler: Einfach einen Reset durchzuführen funktioniert vielleicht bei einer Stadt ohne Außeneinfluss, aber nie bei einem Amt, das mit der normalen „Welt“ zu tun hat.

Nun ja, das Ende hatte ja nicht nur für mich einen sehr schalen Beigeschmack. Ich werde mir jetzt mal in Ruhe die anderen Rezensionen anschauen, die ich bisher aus Spoilerangst gemieden habe.

Leider hat für mich auch die Schreibweise und die Spannung zum letzten Teil stark nachgelassen, wodurch das Lesen sehr zäh wurde und ich eigentlich nur das Ende wissen wollte.

littlehim bei wasliestdu.de hat es ganz passend ausgedrückt:
„Ich weiß nicht was passiert ist, aber das Buch unterscheidet sich vollkommen von seinen Vorgängern. Ich habe noch nie bei einer Autorin oder einem Autor oder einer Buchreihe erlebt, dass sich ein Buch dermaßen von den Vorgängern unterscheidet. 
Der Schreibstil ist ziemlich anders meinem Empfinden nach und das nicht im positivem Sinne.  Die ganze Atmosphäre fehlt. Es gibt viele Wiederholungen und langatmige, langweilige Szenen.“

Teilweise waren die Gedanken von Tris und Four mir so verworren und gedankenverloren, dass ich eher dachte, ich lese ein Tagebuch mit philosophischer Neigung. Das Ende hat sich so klar abgezeichnet, wenn ich hinterher drüber nachdenke.

Nun gut, Veronica Roth war mutig und ist diesen Schritt gegangen. Muss man mögen, oder nicht.
Aufgrund der vielen Kleinigkeiten und des für mich fehlenden Reizes an diesem Buch kann ich grade zwei Sterne vergeben. Das hat aber nur minimal mit dem Ende zu tun. Das Gesamtbuch hat mir nicht so gut gefallen, und Tobias diesmal auch nicht.

★☆
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[Let’s review it in English] Loving Lord Ash

Loving Lord Ash – Sally MacKenzie
Zebra Books
ISBN 978-1-42012323-4
352 pages

7,19$

Publishers note:
Kit, the Marquis of Ashton, is in a sticky wicket. He married young and for love—how naïve. He discovered his mistake the very day of his wedding, but he is saddled now with a wife he’s reluctant to trust. And however much evidence he gathers against faithless Jess, he can’t seem to prove her guilt to the final judge—his foolish heart.

Jessica knows she’s bobbled her marriage, however innocently. A fairytale wedding makes no difference if she hasn’t got the marquis charmed to show for it. Well, she’s had enough of accidental encounters with naked gentlemen and near misses explaining things to her husband. It’s time to buck up and go win her man back—even if she has to fight very dirty indeed.

 Every historical romance has its own charme, but after reading the first pages of „Loving Lord Ash“ I really was surprised by this nice idea. Not only the woman was a virgin but also her husband. Very brave of him to wait this long!

Nearly the whole book is about Kit and Jess finding their love. What started as a funny and interesting story slowly driftet into something annoying and a very drawn-out story. I just wanted to find out how they get together, but to be honest: This was very very poor, too.

During reading I wanted to read the other two books by Sally MacKenzie, but now I think otherwise. If they are alike I don’t want to know what happens to the other two brothers.

I cannot give something else than 2 stars. I am so sorry. The setting was very nice, I liked Jess and Kit but the story was to long and after the third or fourth misunderstanding just annoying.


★★☆☆☆
Chatprotokoll
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[Rezension] White Horse

White Horse – Alex Adams
Piper Verlag
Taschenbuch, 2012
444 Seiten

16,99 €

Wenn die Menschheit nichts mehr zählt…
Wenn du nur noch versuchst, deine eigene Haut zu retten…

Wenn du weißt, wer es getan hat…

Zoe kämpft sich nach Griechenland durch. Die Welt ist erschüttert von einer Seuche, die 90 % der Bevölkerung vernichtet hat. Die restlichen Überlebenden sind etweder mutiert oder auf der Flucht.
Jeden kann es treffen. Und als Zoe sich wie alle anderen erbricht, meint sie, auch sie wird sterben. Doch nicht die Krankheit schwächt sie, sondern neues Leben. Zoe macht sich auf den Weg, den Vater des Kindes zu suchen, denn er ist ihre einzige Hoffnung…

White Horse war ein Buch, dass so über die Blogs geisterte. Und schon bei der Ankündigung habe ich mich darauf gefreut.
Als ich dann jedoch angefangen habe zu lesen, war das irgendwie, wie abgestandenes Mineralwasser zu trinken. So interessant und spannend klang das Buch, so seltsam war es zu lesen.

Zuerst beginnt es mit dem Gefäß. Das verwirrte mich total, weil dieses Gefäß eine lange Zeit keine Bedeutung hat, ich das also überhaupt nicht zuordnen konnte. Die ständige Erwähung und das Denken daran war störend für den Fortlauf.
Zoe macht ständig Sprünge in ihrer Erzählung. Nicht nur zwischen Jetzt und Damals, sondern auch  in den Zeiten. Sie springt mitten in ihre Erzählung, um dann im Damals auszuholen und synchron die Geschichte vom Jetzt und vom Damals zu erzählen.
Das war aber nicht informativ und spannend – nein, oft wusste ich nicht, wo wir in der Zeit sind. Zwar stand es immer in fetten Buchstaben über dem Absatz, aber im Lesefluss ignoriert man das halt gerne. Vor allem, wenn es ständig wechselt… Das störte also ziemlich den Lesefluss.

Dann fand ich Zoe teilweise anstrengend. Sie war zum einen machtlos, aber teilweise auch einfach feige. Sie handelt nach dem Motto „wenn ich nicht hinschaue, ist es auch nicht da“, und ignoriert einfach die Tatsache, dass das Gefäß in ihrer Wohnung vielleicht doch etwas mit der Seuche zu tun haben könnte. Ich hätte da schon längst gehandelt – und nicht nur jemanden zum Schätzen geholt.
Auch die Aussage „Ich tue alles, um zu überleben“ war für mich zu… einfach. In den vorhergehenden Dystopien haben die Figuren gemordet, gehetzt und rücksichtslos geplündert. Zoe hat ein schlechtes Gewissen, will menschlich sein und will sogar dem Feind eigentlich nur ungerne schaden. Aber wo kommen wir da hin, wenn die Welt untergeht und du nicht nur deine Haut retten musst?

Ein weiterer Störpunkt war natürlich der Schweizer. Aber da muss ich für die Autorin sprechen: Denn so nervig er auch war, es war richtig gut geschrieben! In dieser Hinsicht hat mich das Buch sehr begeistert. Der Mann war einfach undurchsichtig, ich wusste nicht, ob er mutiert ist oder nur superklug. Die Figur hat mich also überzeugt und genau in das Buch gepasst.

Dennoch fand ich die Gesamtgeschichte von White Horse weder spannend noch mitreißend. Ich fand es interessant, wie Zoe nach Griechenland kommt, und was Alex Adams sich ausgedacht hat. Die Welt, die sie skizziert, ist zerstört und vernichtet.
So ganz wurde mir aber nicht klar, was nun die Seuche mit dem Krieg zu tun hat. War das ein unglücklicher Zufall? Sollte so der Virus in alle Welt getragen werden? Und warum bricht das Handy- und Internetnetz zusammen?
Adams hat da wohl mehr im Kopf gehabt als sie uns mitteilt.

Und wie gesagt, so richtig spannend war das Buch nicht. Grusel kommt nicht auf (ich erinnere mal an Ashes oder „The Stand“ von Stephen King – mördergruselige Bücher!), eher bin ich fasziniert. Aber weder die Verfolgung des Schweizers noch die seltsam mutierten Gestalten riefen Gänsehaut hervor. Und das Gefäß ehrlich gesagt auch nicht.

Die Gesamtaussage ist mir also nicht deutlich geworden. Und das Ende – das Ende geht ja wohl mal gar nicht. Wer hat im Verlag denn bitte sowas abgesegnet? Ich hätte mindestens einen mehr sterben lassen, oder zumindest nicht so krass die Chance auf eine Fortsetzung genommen. Weil ich meine, wer ließt denn jetzt noch einen zweiten Teil (und es soll ja sogar eine Trilogie werden), bei diesem Ausgang? LAaaaaangweilig…

Ihr seht also, das Buch hat mich nicht überzeugt. Für dieses maue Leseerlebnis kann ich nur 2 Sterne vergeben, so leid es mir tut…

 ★★☆☆☆

Bei Band 2 warte ich erstmal die Kritiken ab.

6

[Rezension] Shades of Grey 2+3

Shades of Grey – E.L. James
Band 2 Gefährliche Liebe (609 Seiten)
Band 3 Befreite Lust (673 Seiten)
Goldmann Taschenbuch
Erscheinungstermin September und Oktober 2012

Kindle Edition je 9,99

 

Weil ich keine Muße habe, zwei einzelne Posts zu verfassen, werde ich Band 2 und 3 hier zusammen besprechen. Sofern jemand weder Teil 2 noch Teil 3 gelesen hat, es aber noch möchte, sollte der hier nicht weiterlesen. Dolle Spoiler kennzeichne ich aber.
Inhalt Band 2:
Ana weiß nach der kurzfristigen Trennung von Christan nicht weiter. Aufgelöst und ohne Appetit startet sie ihren neuen Job, ihre erste Männerbekanntschaft lässt sie aber nicht los.
Es überrascht sie, dass Christian ebenso leidet wie sie. Bei einem klärenden Gespräch wollen sie es erneut miteinander versuchen, denn dass Ana mit dem Dom zahlreicher unglücklich verlassender SUBs zusammen ist erregt Aufmerksamkeit – wenn auch nur unter den ehemaligen SUBs.
Mit der neu definierten Beziehung müssen Christian und Ana nicht nur ihre Gefühle ausloten, sondern auch die aufkommende Bedrohung einer Feindin bändigen. Und die erste Frau in Christians Leben, die herrische Mrs Robinson spielt weiterhin eine große Rolle.
Die Situation scheint zu eskalieren, als Ana von ihrem Chef angemacht wird – und Christian meint, sich einschalten zu müssen.
Inhalt Band 3:
Es könnte nicht schöner sein. Nach dem Ja-Wort verbringen Christian und Ana ihre Flitterwochen in Südfrankreich auf dem Boot. Dort könnte alles harmonisch sein, doch Christian denkt nach wie vor, dass er nicht gut genug für Ana ist. Seine Vorgeschichte belastet noch immer die junge Beziehung, und bei jedem Streit glaubt Ana, dass die schnelle Hochzeit ein Fehler war.
Zurück in Seattle entsteht ein neuer Streit, denn Ana möchte gerne als sie selbst im Job akzeptiert werden, und nicht als die Frau vom Chef.
Als wäre der Zwist zwischen den Eheleuten nicht genug, bedroht erneut ein Konkurrent Christian. Und diesmal geht die Geschichte viele, viele Jahre zurück – bis in Christians Kindheit.
Ana hat keine andere Wahl, als sich mit der Vergangenheit ihres Mannes auseinanderzusetzen. Und das ist alles andere als leicht…
Meine Meinung:
Nach Band 1 habe ich einige Tage gewartet, bis ich auch Band 2 gekauft habe. Durch die Schnelligkeit der Veröffentlichung wäre das, als hätte ich mehrere Monate nach Erscheinen erst selbst ein Buch gekauft.
Ein paar Rezensionen (his+her books) haben mir allerdings Hoffnung gemacht, dass man Band 2 gut lesen konnte. Gemeinsam mit einer Freundin wurde dann Band 2 angeschafft und gelesen.
Den letzten Band hab ich mir nur gekauft, weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Aber während des Lesens habe ich diesen Entschluss ständig hinterfragt, und das die letzten 40% nur noch überflogen.
Insgesamt finde ich die Liebesgeschichte zwischen Ana und Christian ganz niedlich, aber nicht sonderlich gut. Das hat mehrere Gründe.
1.       Hätte ich der Geschichte viel mehr Zeit gegeben. Ana und Christian kennen sich wenige Tage, schlafen miteinander und verlieben sich sofort heftig. Das klingt zwar plausibel, aber dennoch hätte ich mehr Zeit verstreichen lassen. Diese nervigen Überlegungen, ob die Hochzeit übereilt war oder Ähnliches fand ich total überflüssig und der Geschichte nicht förderlich.
2.       Die riesigen Verlustängste, die Christian hat, waren verständlich. Er hatte eine schlimme Kindheit und macht im Verlauf des Buches eine großartige Entwicklung durch, die ich sehr schön fand. Ana dagegen entwickelt sich gar nicht, oder sehr negativ. Naiv, unüberlegt und witzlos stolpert sie nicht nur in Christians Büro, sondern durch die ganze Geschichte.
Sie hat keine Ahnung von Beziehungen, bespricht sich aber nicht mit jemandem. Ihre Freundin könnte ihr ja Ratschläge in Beziehungssachen geben, aber holt sie sich Rat? Nein! Ana macht das lieber mit sich aus – oder sie und Christian schlafen einfach miteinander. Dann „sind sie sich am nahsten“, wie Ana das ausdrückt. Das würde sie so an der Beziehung lieben… ich finde, Probleme lassen sich nicht mit Sex lösen. Genau das wird aber in diesem Buch vorgegaukelt.
Schon in dieser Hinsicht hat mir das Buch keinen Spaß gemacht.
Dann hat Ana totale Probleme mit der Vergangenheit von Christian. Permanent habe ich gedacht, dass sie sich nicht immer so anstellen sollte. Jeder hat seinen Packen zu tragen, und auch Ana hat eine Vergangenheit. Die war aber scheinbar völlig unwichtig. Ich weiß nach den 3 Büchern nicht alles über Anas Vergangenheit. Dafür fast alles über Christians.
Christian hadert natürlich mit seiner Geschichte, und möchte Ana damit nicht belasten (ich hasse solche Ausdrücke – wenn man sich liebt und gemeinsam das Leben verbringen will sollte man jawohl alles wissen…). Dass sie sich nicht alles sagen, führt aber immer nur zu Problemen. Klärende Gespräche enden schnell mit Sex, und dann ist scheinbar alles immer wieder gut.
Als dann aber die ganze Geschichte auf den Tisch kam, fand ich das total emotionslos. Das lag vielleicht daran, dass Ana zum hundertmillionsten Mal „Oh Christian“ in Gedanken dachte, und zig Milliarden Mal einfach nur Mitleid hatte. Aber JEDES Mal, wenn das vorher angedeutet wurde, hatte sie schon exakt die gleichen Gedanken. Es kam bei mir absolut keine Stimmung auf.
Genauso wenig spannend fand ich die Sexszenen. Durch die Häufigkeit und die häufigen Wiederholungen gab es irgendwie nichts Neues. In jedem Fahrstuhl waren die beiden geil aufeinander, immer wieder knabberte Ana an ihrer Lippe und sogar am Ende, in dem Epilog, will Christian scheinbar nichts anderes, als Ana übers Knie zu legen. Und immer war Ana schon „bereit“, kam zuerst (bei dem einen Mal, wo sie nicht kommt, ist das ein RIESENDRAMA!) und beide schreien ihre Namen oder Christian „Oh baby“. Realistisch hin oder her – es nervte mich. Dieser absolut perfekte Sex IMMER ist nicht lesenswert. Schon gar nicht in dieser problemreichen Beziehung.
Achtung, Spoiler zu Band 3:
Als Ana im Krankenhaus liegt, war ich nur noch gelangweilt. Und bei dem, was währenddessen die Beziehung überschattet (auch wenn es dann gut wird), hatte ich weder Lesevergnügen noch Spannung. Ana ist und bleibt naiv – selbst im Epilog.
Mein Fazit:
Während des Lebens habe ich mich nicht nur über die Hektik, den absolut unrealistischen Sex und die Naivität aufgeregt – der Lesefluss wurde auch noch überschattet durch ständige Wiederholungen in Worten und Szenen, Gedanken und Gefühlen.
Band 1 ist vielleicht ganz unterhaltsam, und Band 2 kann man auch noch lesen, wenn man nichts Besseres zu tun hat – aber Band 3 ist absolut keine Empfehlung.

Bonus: Bei der Kindle Edition zu Teil 3 gab es ein Extra am Ende. War das bei der Printversion auch?
Das Kindertagebuch von Christian fand ich ziemlich langweilig, weil es so auf Möchtegernkind gemacht war… unansprechend für mich. Den Anfang der Trilogie jedoch noch einmal aus Christians Sicht zu lesen war ganz amüsant, allerdings auch nur ein paar Seiten lang. Mehr waren es ja zum Glück nicht.
Es war ganz nett, diese kleinen Schriftstücke der Autorin noch mit beizulegen, ich hätte sie aber auch nicht vermisst.

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[Rezension] Dark Angel’s Fall

Dark Angel’s Fall Die Versuchung – Spencer/Spencer
Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, August 2012
483 Seiten

18,99 €

Empfohlenes Alter 14-17 Jahre
Rezension zu Band 1

Die 33 magischen Tage sind vorbei, und Indie und Dawna sind nicht mehr gleich alt. Doch die Gefahr, die durch die schwarzen Krähen bestand, ist nicht wirklich gebannt.
Ihres Anführers beraubt versuchen die Männer nun Indie und Dawna zu einem Umkehrzauber zu bewegen. Andernfalls würden sie die Mädchen einfach umbringen.

Dawna setzt nun alles daran, ihren verschwundenen Freund Miley wiederzufinden, der als Druckmittel dienen könnte, um den Obererzengel wieder zu befreuen. Indie dagegen kämpft gegen die Gefühle für den dunkeln Engel Gabe, der sie zuvor verraten hat.

Auf Whistling Wing ist längst nichts mehr so wie es scheint. Wem können die Schwestern trauen, und vor wem sollten sie sich in Acht nehmen?

Dark Angels Fall Die Versuchung“ ist Band 2 der Whistling Wing-Tetralogie der Spencer Schwestern. Mittlerweile ist bekannt, dass sich hinter dem Pseudonym die Schwestern Hanika verbergen.

Wieder ist der Roman sehr dick geworden, und die Handlung zieht sich auch wie in Band 1. Offene Probleme, gefährliche aber unerklärte Situationen und

Eine große Rolle spielte die nicht vorhandene Großmutter. Scheinbar wollte sie ihren Enkelinnen vieles mitgeben, an das die beiden sich aber entweder nicht erinnern können, oder es nicht mehr mitbekommen haben. Die Kraft, die zwischen den Schwestern 33 Tage besteht, kann dauerhaft erhalten werden, doch Dawna und Indie wurden nie iniitiert – und wissen so nicht um die Macht, die sie besitzen.
So grübeln die Mädchen immer und immer wieder darüber, was ihre Granny ihnen gesagt hatte und was sie für ihre gefährliche Situation nutzen können. Immer wieder fallen ihnen Dinge ein, die damals erzählt wurden oder die sie gesehen haben. Diese Erinnerungen, die scheinbar zufällig aufkamen hatten immer etwas zu bedeuten – die Idee fand ich sehr gut.

Zeitweilig hatte ich aber leider einen sehr negativen Eindruck vom Buch. Vor allem in der ersten Hälfte.
Spannung muss sich natürlich immer aufbauen, und dazu gehören bestimmte Kriterien, das verstehe ich ja. Aber wenn Indie und Dawna in einer Tour darüber nachdenken, dass sie das jetzt eigentlich NICHT machen sollten, nervt mich das schon ziemlich.
Sie dürfen NICHT Miley suchen, NICHT mit Gabe sprechen, NICHT Whistling Wing verlassen… und trotzdem tun sie das alles. Viel mehr sogar, sie wissen um die Gefahr und brechen absichtlich ständig ihre eigenen Regeln.
Ich hatte also das Gefühl, dass die Mädchen sich nur selbst im Weg stehen. Und ihre Probleme sind beileibe nicht klein.
Und der negative Eindruck, der mehr und mehr aufkam, ließ sich leider nicht mehr wegwischen.

Anders als in Band 1, wo ich ständig das Gefühl hatte, Dawna würde ihre kleine Schwester bemuttern, waren die Mädchen in Teil 2 sehr eigenständig, und auch die Mutter spielte zunächst keine große Rolle. Die eine ist immer für die andere da, oder gibt ihr zumindest etwas Kraft.

Der Perspektivenwechsel wird nach Band 1 sogar noch verengt. Zwischenzeitlich waren die Kapitel nicht mal eine Seite lang – was das Tempo plötzlich anzog. Aber die Handlung wiederholte sich irgendwie dadurch wieder. Ich mag leider solche Szenewechsel nicht, bei denen eine Situation nochmal aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Das ist mir dann immer zu langatmig, und es bringt selten wirklich neues.
Viele kleine Bausteine tauchen auf, aber besonders durch den Wechsel zwischen Indie und Dawna ist es schwer, den Überblick zu behalten. In welchem Kapitel sind wir grad? Wer denkt jetzt was?

Je weiter die Handlung voranschritt, desto zerrissener war ich. Ist die Geschichte spannend, packt es mich? Will ich wirklich wissen wie es ausgeht?
Doch je näher das Ende rückte, desto weniger wollte ich weiterlesen. Und nicht aus Spannung, sondern weil es mich einfach langweilte. Dawna hat des Rätsels Lösung vor Augen und verschließt sie einfach davor. Indie dreht ab und beide Schwestern sind einfach hilflos. Dazu kam, dass ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte, was ich sehr schade fand. Zu viele Informationen wurden angedeutet, aber nicht  richtig ausformuliert und/ oder nicht zu Ende geführt.

Und statt dass die Mädchen endlich mal Klartext reden, wird jedem misstraut und alles totgeschwiegen. Einige Figuren sind mir selbst nach dem Ende noch ein Rätsel.

Schade fand ICH auch, dass das Cover anders gestaltet wurde. Im Vergleich mit Band 1 ist die Schrift etwas verspielter. Die lila Farbe passt sehr schön, auch die mädchen finde ich wieder eindrucksvoll. Passend zum Herbst fallen rote Blätter von schwarzen Ranken, die von schwarzen Krähen umflattert werden.
Thematisch auf jeden Fall auf das Buch bezogen – aber die neue Schriftart sagt mir gar nicht zu.

Für die Folgebände warte ich definitiv auf erste Rezensionen und verschiedene Meinungen.

Weil ich zunehmend unzufrieden war, und sich mir einfach diese Spannung (immerhin waren die Mädchen in Lebensgefahr!) nicht auftun wollte, vergebe ich nur 2 Sterne. Irgendwie hatte ich mir mehr erhofft, und diese Hoffnung wurde böse niedergeschmettert.

★★☆☆☆
1

[Rezension] Teufelskuss und Engelszunge

Teufelskuss & Engelszunge – Emilia Jones
 Elysion Books
Taschenbuch, Februar 2012
Erotischer Roman
208 Seiten

12 €

Normalerweise kommt ein Engel auf die Erde und sammelt eine Seele ein, sofern diese für den Himmel vorgesehen ist. Marafella kommt also routinemäßig hinab und bereitet sich auf die Mitnahme der Seele vor.
Zeitgleich jedoch kriecht ein Höllenwesen auf die Erde, und stiehlt die Seele. Das führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Himmel und Hölle…

Belzebub, rechte Hand Luzifers, trifft auf Marafella, als diese in der Hölle nach der Seele sucht. Um sie nicht zu verschrecken verheimlicht Belzebub, der sich dem Engel gegenüber Ben nennt, seine wahre Identität. Dernn mehr als alles andere will der Teufel den Engel verführen.
Gemeinsam beschließen sie, das Gleichgewicht wieder herzustellen und die Seele in den Himmel bringen.
Doch die Seele entwischt auf die Erde und Ben und Marafella müssen sich etwas vermenschlicht auf die Suche machen. Dabei entdecken sie allerdings auch ihre menschliche Seite… vor allem im Bett…

Emilia Jones ist kein unbeschriebens Blatt in der Erotik-Szene. Bereits mehrere Bücher hat sie veröffentlicht – alle im erotischen Genre. Umso mehr erstaunte es mich, wie unpassend manche Szenen waren.
 „Teufelskuss & Engelszunge“ hätte hervorragend ein Fantasy-Roman sein können. Ein bisschen ausgeschmückt und etwas weniger knallige Effekte und das Buch wäre als All-Age durchgegangen. Ohne die Sex-Szenen, versteht sich. Aber die Autorin hat sich dafür entschieden, dass Belzebub und Marafella das Leben als Menschen kurz und heftig genießen, ja Marafella sogar in einen Rausch verfällt!

Die Geschichte ist wirklich schön. Eine Seele geht abhanden, und der Weg um sie zu finden ist steinig, gespickt mit falschen Figuren und üblen Fallen.
Zum Ende hin tauchen zwei sehr große Figuren auf, die leider etwas lachhaft rüberkommen. Streitsüchtig, gelangweilt und in rosa Lackklamotten sollen sie auftreten. Für mich wenig glaubhaft. Warum muss alles, was mit Erotik zu tun hat, automatisch beim Lack enden?

Weiterhin störte mich gewaltig die Zufälligkeit mancher Sexszenen. Ok, eine Figur geht in ein Bordell. Dort wird sie von einem Mann erwartet, mit dem sie sich sonst gerne vergnügt. Weil sie diesmal eigentlich keine Zeit hat, reicht es nur für einen Quickie am Türrahmen. Diese Szene war absolut überflüssig.

Und scheinbar habe ich damit kein Glück: Ausnahmslos alle Frauen kamen vor den Männern. Hab ich da was verpasst? Sie sind zwar Teufel und Engel und Feen und solche Gestalten – aber glaubhaft finde ich das nicht. Wenigstens ein- oder zweimal hätte doch auch der Mann zuerst kommen können…

Zumindest mit der Schreibweise konnte die Autorin bei mir punkten. Lockere, teilweise sehr witzige Sprache und flüssiger Stil machten das Lesevergnügen nicht zu einer zähen Angelegenheit. Im Gegenteil, an einem Nachmittag ließ sich das Buch auf der Couch genießen.

Das Cover finde ich auch sehr gelungen. Pink, mit einem eindeutig wenig angezogenen Engel und einem kleinen Teufelchen ist man sofort in der Geschichte.

Ich weiß echt nicht, ob ich 2 oder 3 Sterne vergeben soll. Von der Autorin werde ich mit Sicherheit noch mal ein Buch lesen.
Sagen wir, für den erotischen Roman vergebe ich 2 Sterne. Für die Idee drumherum und die Liebesgeschichte zwischen Ben und Marafella vergebe ich 3 Sterne.
In jedem Fall ein Quickie für einen regnerischen Nachmittag 😉 .

Weitere Werke der Autorin:
– Teilnahme an „Süßer die Glocken“ mit einer Kurzgeschichte (habe ich rezensiert)
Blutnächte (Erotischer Vampirroman)
Nächte der Lust
Wenn es dunkel wird im Märchenwald … erotische Märchen
Geschmeidig: Erotische Tanz-Geschichten

5

[Rezension] Pinguinwetter

Pinguinwetter – Britta Sabbag
Bastei Lübbe
Taschenbuch, Juni 2012
256 Seiten

8,99 €

Was ist schlimmer, als genau dann gefeuert zu werden wenn man die Karriereleiter schon erklommen hatte? Charlotte weiß es nicht. Für sie ist es der Weltuntergang, als sie sich schon als Cheflektorin wähnte und einfach entlassen wurde.
Frustriert vergräbt Charly sich in Schlabberklamotten und mit Süßigkeiten zuhause, lässt sich nur von Patenkind Finn herauslocken.
Mit diesem besucht sie sogar wiederwillig den Zoo, denn Finns Mutter ist hochschwanger und braucht einen Moment Pause von ihrem „Terrorkind“.
Im Zoo lernt Charly den attraktiven Vater Eric kennen, der irgendwie immer wieder dort auftaucht, wo auch Charly sich gerade danebenbenimmt. Scheinbar möchte der junge Mann anbandeln, doch da ist ja auch noch Marc, der Langzeitlover…

Ich will das Buch jetzt nicht verreißen, aber so wahnsinnig vom Hocker hat es mich nicht gerissen. Die Geschichte ist bekannt, die Klischees werden bedient.
Das Setting finde ich gelungen, denn Patentante – Zoo – Heimatlos kannte ich so noch nicht. Hin und wieder habe ich auch schmunzeln können, aber wieder einmal finde ich mich in der Thematik nicht so wieder.
Ich bin eben nicht Anfang 30 und Single und arbeitslos.

Dennoch glaube ich, dass etwas ältere Frauen (als ich es bin) sich eher angesprochen fühlen. Die Szene im Arbeitsamt kenne ich so selber auch (alles leer und man darf erst PUNKT HALB rein…), aber ich kenne auch einen Mitarbeiter dort und der ist alles andere als untätig.

Weil ich Britta Sabbag bei Facebook in meiner Timeline habe, wünsche ich der Autorin viele LeserInnen, die das Buch eher mögen als ich. Die Zielgruppe sollte vielleicht festgelegt werden 😉

Bei Amazon schreibt User Grauwolf  , dass er den Hinweis am Ende des Buches daneben fand. Britta Sabbag schreibt gewollt humorvoll, dass man beim Schreiben immer einen guten Wein oder anderen Alkohol griffbereit haben sollte.
Das war im ersten Moment lustig, im zweiten eher traurig. Musst die Autorin gar selber zur Flasche greifen um überhaupt kreativ zu sein? Ist deswegen das Buch so dünn und etwas oberflächlich?

Viele Szenen, die sehr lustig anklangen, wurde schnell abgehandelt. Hier und da hätte mehr Inhalt und Ausführungen zur Situation nicht geschadet. So wurde Charly von den anderen Leuten nicht schräg angeschaut, weil Finn so rumschreit. Und Charly lässt ihn auch noch schreien – und erzieht das Kind nicht mal…
Und dann ist die Protagonistin Mitte 30, ihr wird von allen Seiten geraten schwanger zu werden –  aber sie denkt mit keinem Piep darüber nach, dass ihre biologische Uhr tickt. Nein, sie regt sich nur auf dass sie keinen Mann dafür hat und ihr das alle raten. Ich kenne duzent junge Frauen, selbst solche die nur gering älter sind als ich, die sich tausend Gedanken um die ablaufende Uhr im Inneren machen.
Charly nicht… das fehlte mir etwas, weil es für mich so nicht logisch war.
Überhaupt wird das Kinderthema ständig angeschnitten, aber nicht so richtig weiterbehandelt. Bei Eric oder Marc stellt sich Charly niiie mögliche Kinder vor. Dabei gibt es unzählige Gelegenheiten.

Wie gesagt. Vielleicht ist das Buch perfekt aus dem Leben von Frau Sabbag geschrieben. Vielleicht kennt sie lauter Leute die sich darin wiedererkennen.
Ich konnte es leider nicht und vergebe schweren Herzens nur 2 Sterne. Der Pinguin auf dem Cover und auf den Seiten ist sehr süß 🙂

★★☆