Statusmitteilung
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Weihnachtsmotiv Kugel TannenbaumDie Feiertage sind vorbei und damit auch endlich die Tage des vielen Essens.

So 100% vegan war mein Festessen leider auch nicht, aber wir haben es versucht.
Nach meinem letzten Post fing es schon an, dass wir in der Abteilung Pizza bestellten, und weil Pizza nunmal mega lecker riecht und mein Magen ein verräterischer Schwächling ist, habe ich ein klitzekleines Stück von einer Kollegin probiert – für mich gab es sonst vom Lieferdienst nur Salat!

Die Herausforderung an Weihnachten

Meine Mutter war für das Weihnachtsessen auch vorgewarnt, dass wir etwas Tierfreies für mich brauchen, und sie gab mir die Aufgabe, mich um Suppe und Nachtisch zu kümmern.
Als Suppe gab es daher Möhren-Petersilien-Suppe, aus diesem Buch, das auch viele tolle Ideen gibt, mit minimalen Veränderungen ist das Essen dann vegan. Wir haben aber auch schon viel nach Rezept nachgekocht, und es war fast alles ziemlich lecker!

Als Hauptspeise haben meine Eltern auch mal etwas neues ausprobiert, denn wir hatten zwei weitere Gäste. Seit einiger Zeit ist auch in der Nähe meiner Eltern ein Flüchtlingsheim, und um zwei junge Männer kümmert meine Mutter sich verstärkt, also Unterstützung bei Amtsbesuchen, Hilfe beim Lernen der deutschen Sprache und allgemein Beschäftigung, damit sie nicht den ganzen Tag in der Turnhalle hocken. Als nette Geste gab es Reisgerichtdaher am Weihnachtsabend afghanischen Reis, zusammen mit Curryhuhn und Schmorgemüse. Den Reis konnte ich bedenkenlos essen, statt Huhn gab es dann für mich nur Gemüse.

Irgendwie war aber der Wurm drin (nicht wortwörtlich ^^), denn mein geplanter Nachtisch war zu lange im Ofen und das geplante Schmorgemüse hatte zuerst gar keine Hitze, sodass wir mehr oder weniger rohes Gemüse hatten…
Als Nachtisch sollte es eigentlich meine Zimtschnecken geben, aber die Eieruhr hat sich zwischendurch verabschiedet, wodurch es eher kleine Brötchen wurden… die beiden Gäste haben ganz höflich reingebissen und obwohl man genau gesehen hat, dass die Schnecken viel zu trocken waren, haben sie tapfer das Essen gelobt 🙂
Als Ergänzung hatte ich noch Schokocrossies vorbereitet, die ich mit veganer Kuvertüre und Cornflakes blitzschnell machen konnte – etwas Vanille, Zimt und Xylit dazu, und schon waren die Dinger ratzfatz gemacht. Als Alternative habe ich noch Mandelraspeln dazugegeben, die waren aber nicht so gut wie die Version mit Cornflakes.

Dennoch habe ich den Weihnachtsabend also ziemlich vegan verbracht, nur der Wein war eventuell nicht vegan, aber darüber zerbreche ich mir wirklich ein andermal den Kopf.

Auswärts essen

Am 1. Weihnachtstag ging es dann nach Hamburg zur Familie vom Herzmann. Dort hatte ich auch schon vorgewarnt, und habe sicherheitshalber alles selber mitgebracht, was ich essen mag. Gemeinsam haben wir dann noch veganes Brot gebacken, das auch wieder sehr gut geworden ist.
Ganz im Gegensatz leider zu den Müslikeksen, ebenfalls aus dem Buch „Vegan kochen“. Die wurden sowohl zu trocken als auch viel zu salzig, obwohl wir uns an das Rezept gehalten haben.

Beim Abendlichen Tischgrillen dann gab es für mich gegrilltes Gemüse und Seitanwürstchen, dazu viel Salate und Ketchup. Wieder auch Wein, aber von einem lokalen Winzer, der hoffentlich so klein ist, dass er noch in Ruhe ohne tierische Produkte arbeiten kann.

Am 2. Weihnachtstag waren wir ebenfalls eingeladen und es gab Käsefondue! Vorbereitend hatte ich mich mit Salztackos und Guacamole eingedeckt, außerdem gab es frisch einen Soja-Curry-Dip.

Käsefondue

Am Samstag Abend war aber mein Magen so laut, dass ich etwas Käse mitgenascht habe – es hat auch dem Mann nicht so gut geschmeckt, daher musste ich ständig sein Brot (mit Käse) essen. So gut es ging habe ich mich dennoch an Guacamole und Soja-Dip gehalten… der Magen hat nämlich trotz Lactrase-Tabletten ordentlich gegrummelt. Das Gefühl kannte ich zumindest von den letzten Wochen gar nicht mehr.

Schwer war es also nicht wirklich, vegan durch die Festtage zu kommen. Allerdings waren die anderen schon etwas irritiert, ich will nicht sagen genervt, aber wirklich erfreut war keiner. „Einfach so“ vegan ist nichts, wo die Leute „wie cool“ antworten.

Weitere Feststellung – das Geld

Vor den Feiertagen und generell diesen Dezember habe ich ja auch eine Menge Sachen ausprobiert und neue Dinge gekauft, die ich vorher nicht kannte: Sojaschnetzel, Seidentofu, vegane Snacks und viel viel Sojaghurt.

Tatsächlich fällt mir dabei auf, dass eine vollwertige, umfangreiche Ernährung mit reichlich Abwechlsung doch sehr teuer ist. Wir haben im Dezember deutlich mehr Geld für Essen ausgegeben als in den Monaten davor. Sojaghurt ist einfach teurer als normaler Naturjoghurt, viel Gemüse leider auch. Klar, ich könnte auch jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße essen, das bekomme ich relativ günstig (wenn man die Dinkelnudeln und die Biotomaten nimmt eher nicht…), aber wirklich gesund ist das auch nicht.

Natürlich ist es immer noch günstiger als Fertigprodukte, die wir auch weiterhin so wenig wie möglich kaufen, aber um vollwertig zu essen müssen es eben hin und wieder auch hochwertige Produkte sein, die es eben nur bei Rewe oder Edeka etc. gibt – sodass der Einkauf automatisch teurer wird.

Im neuen Jahr werden wir schauen, inwieweit wir überwiegend tierfrei essen können auch wenn wir eher bei Aldi, NP und Co. einkaufen.

Was sind eure Erfahrungen mit dem lieben Geld und einer abwechslungsreichen, gesunden Ernährung? Täuscht mich mein Eindruck oder ist es tatsächlich etwas teurer, wenn man sich selbst nur Gutes tun will?

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5 Gedanken zu “[Projekt] Veganes Fest

  1. Dein Bericht über das (bzw, die) Weihnachtsessen liest sich sehr interessant. Für mich ist es immer wieder spannend, zu lesen, wie andere mit der Tierprodukte-Problematik im Omnivoren-Kreis umgehen. Aber ich habe das Gefühl, dass du potenzielle Konfliktherde weiträumig umschiffen konntest. 🙂

    Zu der Sache mit dem Geld: Ich glaube, es ist tatsächlich so, dass ein gesunder und ausgewogener Lebensstil auf den ersten Blick mehr kostet. Das hängt aber natürlich auch im Wesentlichen damit zusammen, ob man sich den Luxus von Reformhausprodukten gönnt oder ob man eben eher etwas bescheidener isst – denn wenn wir ehrlich sind, braucht niemand Seitan, Tofu oder Gojibeeren. Ich persönlich bin allerdings der Ansicht, dass man auch gerne etwas in seine Ernährung investieren darf – wir haben nur den einen Körper und sollten gut mit ihm umgehen. Wir kaufen uns die neueste Technik, das aktuellste Smart-Phone, die angesagteste Hose – und sind nicht bereit, etwas mehr für unsere Gesundheit auszugeben? Das ist natürlich jedem selbst überlassen, aber ich finde eine solche und ähnliche Einstellungen ehrlich gesagt etwas paradox.
    Vor allem sollten wir uns auch vor Augen führen, dass die Investition, die wir jetzt mehr tätigen, uns später vielleicht vor nervigen Arztbesuchen und hohen Medikamentenkosten bewahren wird.

    Kurzum: Ja, ich denke, eine gesunde Ernährung ist unter Umständen kostspieliger. Aber ich denke auch, dass sie das sein darf. 🙂

    Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen Artikel dazu geschrieben – vielleicht interessiert er dich ja: http://mehralsgruenzeug.com/2015/11/11/warum-du-nicht-an-deinen-lebensmitteln-sparen-solltest/

    Liebe Grüße
    Jenni

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    • Hi Jenni,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Deinen Blog schaue ich mir auf jeden Fall auch nochmal ausführlich an.

      Du hast auch Recht, dass man in seinen Körper investieren sollte – da man ständig Essen kauft ist das einem irgendwie besonders bewusst, wie das Geld da durch die Hände ringt.

      Viele Grüße,
      Sandra

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  2. Ich bin Vegetarierin, keine Veganerin und ich sollte keine Soja-Produkte essen, so dass ich mit den meisten Ersatzprodukten keine Erfahrungen habe, aber da ich viele Bioprodukte kaufe, zahle ich vermutlich schon mehr als viele andere für Lebensmittel. Wobei mir aufgefallen ist, dass ich nur dann das Gefühl habe, dass ich „teuer“ kochen würde, wenn ich Rezepte mit sehr vielen unterschiedlichen Zutaten koche. Eine gemischte Gemüsesuppe ist teurer als eine schlichte Brokkolisuppe, buntes Ofengemüse teurer als knusprige Ofenkartoffeln mit Rosmarin. So versuche ich die Abwechslung eher darin zu finden, dass ich täglich was anderes koche, und weniger darin, dass unser Essen möglichst „zutatenreich“ ist. Natürlich gibt es auch Wochen, in denen sich die Gerichte perfekt ergänzen, so dass ich ohne große Mehrkosten auch Essen kochen kann, die viele verschiedene Produkte enthalten, aber das bedeutet auch eindeutig mehr Aufwand bei der Planung und das klappt im Alltag eben nicht immer.

    Auch muss ich zugeben, dass bestimmte Dinge von mir einfach nicht gekauft werden. Beeren sind zum Beispiel relativ teuer und so esse ich nur dann welche, wenn ich von Leuten mit Sträuchern welche geschenkt bekomme (oder manchmal gönne ich mir eine TK-Packung – da habe ich zum gleichen Preis länger etwas davon), Südfrüchte mag ich sehr gern, aber die Vorstellung, dass die alle einen so langen Transport hinter sich haben, hält mich normalerweise vom Kauf ab, regionale und saisonale Produkte hingegen kann man in der Regel überraschend günstig direkt beim Erzeuger auf dem Markt kaufe (und unser örtlicher Supermarkt bietet auch eine „Hofladen“-Ecke an).

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  3. Deine Berichte sind sehr interessant 🙂 Ich bin nur Vegetarierin, habe daher kaum Probleme, auswärts zu essen oder etwas zu bestellen. Bei unserem Lieferdienst gibt es aber auch zwei vegane Pizzen. Meistens kann man auch dazu sagen, dass sie den Käse weglassen sollen. Ich versuche auch so gut es geht auf alles Tierische zu verzichten, vor allem bei Kosmetik achte ich sehr darauf, dass sie tierversuchsfrei ist, auch bei Putzmitteln usw.
    Auf Eier, Milch und Käse verzichte ich auch so gut es geht. Ich kaufe Sojamilch von Joya und auch oft den Wilmersburger Käse, ab und zu aber auch ganz normalen Käse ohne tierisches Lab. Ganz selten kaufe ich auch einmal vegetarische Wurst, wenn die anderen eine kalte Platte essen wollen. Ansonsten verzichte ich aber fast komplett auf Ersatzprodukte (außer wenn ich auswärts esse). Ich bin nicht so ein Fan davon, koche lieber ohne. Nur die Sojamilch und das Sojaobers verwende ich öfter zum Kochen, vor allem für Aufläufe und Soßen.

    LG Katharina

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    • Hi Katharina,
      den Käse einfach wegzulassen werde ich beim nächsten Mal bestellen auch ausprobieren, ehrlich gesagt schmeckt Käse auch gar nicht mehr so gut.
      Fleisch kann ich nach wie vor essen, allerdings fühle ich mich einfach besser bei der Bio-Variante und wenn ich weiß wo es herkommt.
      Bei allen anderen Dingen abgesehen vom Essen achten wir auch stärker auf Nachhaltigkeit und versuchen, unseren Müll auch zu reduzieren und natürlich die tierischen Produkte einzuschränken.
      Viele Grüße,
      Sandra

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