[Rezension] Winterapfelgarten

Winterapfelgarten

Winterapfelgarten- Brigitte Janson
List
Taschenbuch, Oktober 2014
ISBN 978-3-54861230-0
336 Seiten
9,99 Euro

Vier Frauen, die eigentlich ganz unterschiedlich sind.
Vier Geschichten, die sich im Weg kreuzen.
Da ist Claudia, die nicht mehr im Verkauf arbeiten soll, weil sie zu alt ist, um im Verkaufsraum der Parfümerie zu stehen. Diese Diskriminierung erträgt sie nicht und kündigt kurzerhand – einen Bürojob kann sie sich nicht vorstellen.
Jule, ihre Tochter, ist seit Wochen schon in ihrer Wohnung verkrochen. Nach dem Unfall will sie mit der Welt nichts mehr zu tun haben, und vor allem erträgt sie keine Mitleidsbekundungen oder gar Aufforderungen, wieder aktiv zu werden.
Sara weiß auch nicht mehr so recht etwas mit sich anzufangen, seit sie geschieden ist. Ihr Mann Christian hat sie verlassen, und nun ist sie alleine im großen Haus.
Die drei Frauen finden sich plötzlich in einem ganz besonderen Abenteuer wieder: Claudia kauft einen Apfelhof im alten Land, und Sara und Jule werden kurzerhand mit dorthin verfrachtet. Als die Finanzen zur Restaurierung und Renovierung knapp werden, taucht die Witwe Elisabeth auf, als wäre sie bestellt. Sie will eigentlich eine Weltreise machen, aber bleibt auf dem Apfelhof hängen.
Es entwickelt sich eine Freundschaft und Zusammengehörigkeit, die jedem Unwetter standhalten kann…

Winterapfelgarten“ ist kein historischer Roman von Brigitte Janson, sondern ein Roman aus der Jetzt-Zeit. Leicht humorvoll lernt man die Figuren Claudia, Jule und Sara kennen, aber immer auch mit der Prise Realismus gewürzt.
Die Frauen haben es nicht leicht im Leben und müssen sich gehörig aufraffen, um das neue Abenteuer überhaupt anzunehmen. Dieses Krafttanken hat Brigitte Janson wortreich wiedergegeben, dennoch geht es manchmal etwas holprig und schnell zu.
Die Beziehungen zueinander sind schwierig und bleiben leider teilweise oberflächlich. Besonders die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Jule und Claudia hätte so manche Aussprache vertragen, und allzuoft wurde in der Perspektive gewechselt um über eine Situation zu urteilen. So hatte Sara als Jules Patentante öfter den Blick auf die beiden, griff aber weniger ein.Der ständige Perspektivenwechsel war auch teilweise etwas anstrengend, die Geschichte bleibt auch die meiste Zeit nur an der Oberfläche. Eine Perspektive weniger hätte an manchen Stellen vielleicht gut getan.

Über die Liebesgeschichten lässt sich auch Streiten. Es war teilweise ganz angenehm zu lesen, aber nicht mit viel Romantik und Vorlaufzeit. Es passierte etwas holprig, als Leser konnte man sich nicht so gut darauf einstellen.

Dennoch lässt sich „Winterapfelgarten“ ganz gut lesen und man hat permanent den Geschmack von Apfel im Mund (wollte ich nicht noch Apfelkuchen backen?). Es ist eine leichte Geschichte mit Happy End (wenn auch etwas überraschend, zum Glück), die man gut mal am Abend lesen kann. Von mir gibt es dafür drei gute Sterne.

★★★☆☆

Advertisements

Schreib mir einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s