[Kreativ] Feiner Bezug fürs Lesen

Seit ich einen ganz normalen, geregelten Arbeitsalltag habe, lese ich weniger Nachmittags, sondern mehr vor dem Schlafengehen. Es hat sich etabliert, dass ich mich ein bis zwei Stunden, bevor das Herzblatt ins Bett geht, zurück ziehe, mich ins Bett kuschle und lese.
Das normale Kopfkissen war mir irgendwann zu dünn zum Anlehnen, und die fette Sofarolle, die ich ein paar Abende ausprobiert habe, war unbequem.

Was macht ein kreativer, einfallsreicher, halbwegs nähbegabter Mensch also?

Richtig – schöne Kissen nähen 🙂

In die Stoffe von Hamburger Liebe bin ich ja schon länger total verliebt, und auch „Fly me to paradise“ hatte es mir angetan. Als ich im Sommer endlich ein wenig Geld hatte, war leider nicht mehr viel aufzufinden. Und auch kein Jersey mehr, nur noch Popeline.
Egal, dachte ich, hauptsache etwas von dem Stoff. In dem blauen Muster allerdings kann man nicht wirklich etwas stilvolles daraus machen, mit dem Popeline-Stoff. Eine Tasche vielleicht, oder einen Loop. Aber ich hatte noch 1,5m ergattert – was eignet sich also besser als ein Kissen daraus zu machen?

Das Lesekissen sollte etwas besonderes werden, wo es doch schon so besonderen Stoff bekommt. Als Rand sollte ein Paspelband aufhübschen, und Susanne von Hamburger Liebe hatte auch dafür eine kleine feine Anleitung gemacht.

Weil ich keine Kordel hatte, und an einem Samstag Abend auch keine mehr bestellen wollte, habe ich kurzerhand ungeliebte Wolle genommen und drei Stränge zu einer kordelähnlichen Dicke gedreht. Das Paspelband ist vielleicht nicht so megagleichmäßig, aber es hat nun doppelten Nutzen: Wolleverbrauch von Wolle, die sonst ewig im Schrank gelegen hätte, und ein tolles, individuelles Kissen.

Der Rotton vom Stoff hat auch ziemlich gut zum Rot in den Vögeln gepasst. Einen blauen und roten Reißverschluss hatte ich auch noch (weil es dann zwei Kissen werden sollten). Perfekte Voraussetzungen.

Das erste Kissen habe ich Nachts um halb zwei mit der Hand beendet. Die Kurven vom Paspelband und der Reißverschluss wollten nicht so ganz wie ich, und die Nähmaschine war mir dann nach Mitternacht zu laut. Aber so steckt richtig viel Handarbeit drin 🙂
Das zweite Kissen ließ sich dann Sonntag in einem Rutsch nähen, und über einen Meter Paspelband habe ich auch noch behalten (für noch ein Kissen? 😉 ).

Gemeinsam sehen die beiden Kissen wirklich schnieke aus, finde ich. Auf dem Bett machen sie sich auch gut, und sie sind soooo weich zum Anlehnen. Hier passt die Popeline als Kissenbezug perfekt.

Win-Win also. Oder Win-win-win, weil so viele Details dazukamen (Wollverbrauch, individuelle Kissen, Lesebequemheit, Platz im Stoffregal, Stolz). Und sogar das Herzblatt hat mich gelobt – so gehört sich das 🙂

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