[Rezension] Stigmata

Stigmata Nichts bleibt verborgen – Beatrix Gurian
Arena Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag, 2014
ISBN 978-3-40106999-9
384 Seiten

16,99 €

Emmas Mutter Agnes ist ein bisschen seltsam, aber trotzdem sind Mutter und Tochter jahrelang sehr gut ausgekommen. Emma fragte nie nach der Vergangenheit ihrer Mutter. Doch als das Auto von Agnes in einem Fluss gefunden wird, von der Fahrerin aber jede Spur fehlt, gerät Emmas Welt ins Wanken. Sie erhält ein seltsames Fotoalbum mit abstrakten Fotografien.
Angeblich wurde ihre Mutter ermordet – und Emma erhält die Möglichkeit, etwas über die Mörder herauszufinden: In einem Camp in einem Schloss, weit abgelegen in den Bergen. Dort sind noch vier andere Jugendliche, die scheinbar aus ganz unterschiedlichen Gründen im Camp sind.
Wem kann Emma trauen? Und wer schiebt ihr immernoch heimlich Fotos zu, die offensichtlich etwas mit ihrer Mutter zu tun haben?

Beatrix Gurian schreibt Jugendthriller, die unter die Haut gehen. Ich habe mich sehr über Stigmata gefreut, denn bisher hat mir Beatrix Gurian immer Gänsehaut verursacht. Thriller lese ich eigentlich nicht so gerne, aber die Jugendthriller von Arena sind immer genau richtig.

In „Stigmata“ geht erst alles drunter und drüber. Man lernt Emma und ihre Mutter kennen, und dann wird alles verändert. Es gibt Zeitsprünge und seltsame Rückblicke. Die Fotos sind in grünen und Schattentönen gedruckt, sodass man immer weiß, wovon Emma spricht.
Die Idee mit den Fotos finde ich total toll. Man hat also nicht nur von einem gruseligen Bild gelesen, sondern die Bilder vor Augen gehabt. Die Geschichte hat dadurch enorm an Dichte gewonnen.

Emma fand ich am Anfang etwas anstrengend. Egal, was ihr passiert, sie hat sich irgendwie immer gedacht „oh man, das war hart, aber ich will wissen, wer die Mörder sind“. Sie ist immer und immer wieder aufgestanden – dumm oder hartnäckig? Ich weiß es nicht. Es hat zum Schluss dahin geführt, wo es hinsollte, und irgendwie passte dann alles. Das war dann ok – ich muss mich ja nicht mit Emma anfreunden.

Teilweise war die Geschichte so geschrieben, dass man vor Spannung Nägel kauen und bloß Licht anhaben musste. Beatrix Gurian schafft es, den Fokus so zu legen, dass man irgendwie Hinweise bekommt, aber es eine Weile dauert, bis sich das Bild fügt. Ich hatte die ganze Zeit über eine Vermutung, die aber leicht falsch lag.

Das Setting war großartig. Die Burg war gruselig, super beschrieben und besonders mit den Rückblicken zu Agnes hatte man permanent eine Gänsehaut. Ich hätte mich NIE da hineingetraut, schon gar nicht in den Keller zu den Duschen…

Allerdings fand ich das Ende dann ein bisschen kurz. Während sich vorher so viel Zeit für Ereignisse genommen wurde wird es zum Ende hin ein bisschen gerafft. Und das Rätsel wird für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst. Es war so zack zack, der weg, die weg…. wer es gelesen hat, weiß vielleicht, was ich meine. Das fand ich etwas schade.

Das Finale war faszinierend. Die Idee dahinter ist heftig und die Überlegungen gut durchdacht. Für mich schien alles schlüssig und ich fand die Gesamthandlung damit sehr ansprechend.
Beatrix Gurian hat mich wieder gut unterhalten. Bis auf den kleinen Knackpunkt las sich alles gut, und das Buch verdient vier Sterne.

★★★★☆
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