[Rezension] All unsere Träume

All unsere Träume – Julie Cohen
Diana Verlag
Taschenbuch, März 2014
ISBN 978-3-45335759-4
462 Seiten

8,99 €

Claire und Ben möchten endlich ein Baby bekommen. Seit Jahren arbeiten sie auf das Familienglück hin. Doch auf natürlichem Wege kann Claire nicht schwanger werden, und bleibt es auch auf künstlichem Wege nicht.
Ben möchte nichts mehr, als ein eigenes Kind, und als seine beste Freundin Romily vorschlägt, für die beiden ein Kind auszutragen, ist er Feuer und Flamme.

Und plötzlich geht es ganz schnell – Romily ist schwanger. Aber irgendwie möchten alle etwas anderes, als gerade kommt. Romily hat Gefühle für das Kind und seinen Vater, Claire kann das Kind nicht lieben und Ben schwebt einfach nur im Himmel vor Vaterglück.
Können die drei sich finden?

All unsere Träume“ ist der zweite Band von Julie Cohen bei Diana, und nach „Mit den Augen meiner Schwester“ wieder erneut ein sehr gelungenes Buch.

Cohen schafft es auf einzigartige Art, den Leser in die Gefühlswelt ihrer Figuren hineinzubringen. Sie braucht dazu nicht viele Mittel, denn bereits nach wenigen Seiten ist man gefühlsmäßig bereits gefangen.

Das Thema Schwangerschaft, Fehlgeburt und Unfruchtbarkeit sind Themen, die Frauen beschäftigen. Vielleicht machen sich manche gar keine Gedanken, ob sie überhaupt Kinder bekommen können, es klappt einfach. Aber manchmal müssen Frauen so sehr für ihre Kinder kämpfen. Und wenn Frauen nicht auf natürlichem Wege Kinder bekommen können, werden sie immer schief angesehen – ich habe im Freundeskreis eine solche Mutter (ja, jetzt zum Glück Mutter 😉 ).Weil ich gerade in letzter Zeit viel mit ihr zu tun hatte, ist mir dieses Thema besonders ans Herz gegangen.
Ist es das Versagen der Frau, wenn sie keine Kinder bekommen kann? In unseren Genen liegt es, dass wir uns fortpflanzen sollen. Können Frauen das nicht, stirbt eine Linie aus. Bzw. der Mann wendet sich vermutlich woanders hin…
Ben hat in seinem Kopf nicht beschlossen, eine andere Frau zu wählen, er möchte einfach seine Linie fortsetzen. Idealerweise mit Claire an seiner Seite. 
Dass solche Wünsche Komplikationen ergeben, wenn Claire nicht mitmachen kann, ist nachvollziehbar.

Romily mochte ich, weil sie so sie selbst war. Impulsiv, manchmal unüberlegt, aber immer ehrlich und selbstbewusst. Bis auf die Sache mit Ben natürlich. Aber manchmal schaffen wir es nicht, das zu tun, was das beste für uns wäre. Und sie wollte in seiner Nähe bleiben und hatte sich damit arrangiert.

Claire war auch liebenswert. Ich habe so mit ihr gelitten, weil als junge Frau ist es doch irgendwie eine Angst, das man keine Kinder bekommen kann. Und als ihr dann auch nocht die andere Leidenschaft genommen wurde, war ich am Boden zerstört.
Aber sie geht so tapfer und souverän damit um, dass ich sie so lieben musste!

Da aus Bens Perspektive nicht geschrieben wird (nur Claire und Romily erlebt man von innen), ist er immer nur der Zaubermann, der mal auftaucht. Man erfährt auch einiges über ihn, aber eben nicht so viel wie über die Frauen.

Wie bei den anderen Büchern aus dem Diana Verlag konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Ich musste wissen wie es ausgeht, was passiert, wie sich alle entscheiden. Die Geburt war für meinen Geschmack etwas zu dramatisch, aber gehörte dann auch irgendwie dazu.  Im Nachhinein war alles stimmig und musste genau so sein. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen!

Ich bin begeistert, wie der Diana Verlag ein Händchen für solche gelungene Geschichten hat. Von Julie Cohen möchte ich mehr solcher Geschichten lesen!
Volle Punktzahl für diesen Frauenroman, der ins Herz geht.

★★★★★
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