[Rezension] Libellenfänger

Libellenfänger – Katja Brandis
Piper/ IVI
Taschenbuch, Oktober 2012
ISBN 978-3-49270276-8
368 Seiten

14,99 €

Mitten auf der Tanzfläche bricht die junge Antonia zusammen. Ricky und Schulfreund Marek versuchen noch lebensrettende Maßnahmen, doch es ist zu spät. Ricky macht sich heftige Vorwürfe, schließlich hat sie Antonia kurz zuvor seltsam aufgelöst getroffen – aber die Mitschülerin hat sich generell abgeschottet, sodass Ricky ihr einfach nicht näher kommen konnte.
Als die Polizei den Vorfall mit Herzversagen als natürliche Todesursache abtut, kann Ricky das nicht so recht glauben. Mit Antonia hat sie bei nec.tv, dem Schulsender, gearbeitet und hätte sicher gemerkt, wenn Antonia krank gewesen wäre.
Da muss mehr dahinter stecken, denkt sich Ricky und versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Doch sie muss vorsichtig vorgehen, denn niemand darf erfahren, woher Ricky kommt. Dann würde der Verdacht sicher schnell auf sie fallen…

Katja Brandis hat einen Platz in meinem Herzen durch ihre „Kampf um Daresh“-Bücher. Libellenfänger war 2012 ein neues Buch von ihr, was kurz nach Erscheinen in mein Regal gewandert ist – leider erst nur ins Regal 😉
Jetzt endlich habe ich die Jugendbuchchallenge genutzt, auch diese Geschichte zu schmökern. Gleichzeitig habe ich ja noch „Feuerblüte“ angefangen, und muss sagen, die Autoren hat einen sehr guten Schreibstil, der sich in all ihren Werken wiederfindet.

„Libellenfänger“ ist ein Jugendthriller ganz nach meinem Geschmack. Ich mag es weder blutig noch sonderlich spannend, sondern bitte seicht und nachvollziehbar. In „Libellenfänger“ kommt zwar ordentlich Spannung auf, aber nicht so Nägelkauenspannung wie z.B. bei „Ashes“.
Ricky hat eine düstere Vergangenheit, bzw. ihre Mutter. Sie schämt sich nicht unbedingt deswegen, sondern weiß einfach um die Wirkung, die diese Vergangenheit hat. Ich fand es gut, wie das eingebaut wurde und wie souverän Ricky damit umgeht.
Irreführend ist dahingehend allerdings der Klappentext. Ricky aktiviert keinesfalls Kontakte aus der Unterwelt, also zumindest keine alten. Das hat sonst nur einen kleinen Stellenwert in der gesamten Geschichte.

Ich mochte die Idee, wie und warum alles passiert ist und wie Ricky selbst ermittelt. Die Schreibweise war dazu genau richtig, es gab passende Perspektivenwechsel und interessante, tiefgründige Figuren. Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht, z.B. zu Marek und Melanie. Aber teilweise wurde das auch aufgegriffen und verarbeitet, nur eben nicht so tiefgehend.
„Libellenfänger“ ist kein herausragendes Werk von Brandis, und ein richtiger Nervenkitzel war der Thriller auch nicht. Aber 2012 waren die Jugendthriller vielleicht gerade anders, und die Autorin selbst sagt über das Buch auch, dass es nicht ihr absolutes Lieblingsbuch ist. Sie hat ja bessere – zum Glück!

Weil man selber gut mitraten kann, wer der Täter oder die Täterin ist, hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es hat mich aber spannungsmäßig nicht so aus den Socken gehauen wie manch anderes Buch in letzter Zeit, weshalb ich stabile vier Sterne gebe.

★★☆

Infos und Leseprobe hier.

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