[Rezension] Die Rebellion der Maddie Freeman

Die Rebellion der Maddie Freeman – Katie Kacvinsky
Boje
Hardcover, 3. Auflage 2011
ISBN 978-3-41482300-7
366 Seiten

15,99 €

Nach schweren Schicksalsschlägen an Schulen wird das gesamte Schulsystem digitalisiert. Maddie Freeman hat noch erlebt, wie es plötzlich keine echte Schule mehr gabe, sondern nur noch am Bildschirm gelernt wurde. Und das ist alles, was sie seit vielen Jahren kennt.
Ausgerechnet ihr Vater hat dieses System erfunden, und weil Maddie diese Art der Digitalisierung nicht komplett hinnehmen wollte, hat sie dagegen rebelliert. Eine Gruppe Aufständischer brauchte Zugangsdaten, die Maddie ihnen geben konnte.
Doch der Aufstand schlug fehl, und Maddie wurde nur unter größtem Aufwand nicht in ein Gefängnis gesteckt – und ihr Vater nicht wegen Hochverrats hingerichtet.
Jahre später ist Maddie ganz zufrieden mit ihrer digitalen Welt. Sie lernt gerne, hat viele Freunde im Netz und braucht nicht vor die Tür zu gehen. Doch in einer digitalen Lerngruppe lernt sie Justin kennen, der sie zu einer echten Lerngruppe einläd.
Justin ist anders als alle Personen, mit denen Maddie zu tun hat. Denn er ist eher offline, genießt das Leben abseits der Bildschirme. Er bringt Maddie in eine Welt, die ganz ohne Bildschirme auskommt.
Doch ist das überhaupt noch sicher?

Die Rebellion der Maddie Freeman“ wurde vor einiger Zeit in einigen Blogs gelobt und ich wollte das Buch auch endlich mal lesen. Bei einem Arvelle-Schnäppchentag habe ich dieses Buch mit ergattert und jetzt im Rahmen der Jugendbuch-Challenge weggelesen.
Doch was soll ich sagen, irgendwie ist mir kein Buch so richtig recht gerade. Nach dem enttäuschenden Auftakt der neuen Serie in Daresh von Katja Brandis wollte ich mal etwas aufregendes. Maddies Leben war aber irgendwie nur schockierend, hat mich aber nicht so richtig vom Hocker gehauen.

Maddie lebt in einer Welt, in der fast alle Menschen nur noch digital leben, also vor ihrem PC. Essen, Sport und Bewegung wird im Haus gemacht. Man sieht seine Nachbarn nicht, man lernt zuhause, alles ist digitalisiert und man wird überall identifiziert. Warum die Welt so ist, erfährt man auch im Buch, und in gewisser Weise ist es ja auch nachvollziehbar.

In gewisser Weise ist das Buch ein Zukunftsszenario, das gar nicht so unwirklich ist. Wir verkriechen uns schon jetzt zunehmend vor den PC, leben unsere Freundschaften online aus (oder haben Freundschaften nur noch online, und kennen die Leute nicht real). Wir verstecken uns hinter etwas, was wir sein wollen, nicht was wir sind.
Digitale Geräte begleiten uns überall hin, wir haben immer das Handy dabei, überall sind Bildschirme. Gespräche in der Öffentlichkeit werden vom ständigen Starren aufs Handy begleitet. Dass das nicht schön ist, wissen wir, aber wir handeln auch nicht aktiv dagegen. Jemand ohne E-Mail-Account oder gar Handy ist völlig out und sozial nicht wirklich „dabei“.
Was Maddie im Buch wieder lernen muss, könnten wir auch heute schon ändern. Mal das Handy beiseite legen, mal nicht am PC sitzen wenn die Sonne scheint, mehr mit Freunden treffen ohne nur zu chatten oder digital erreichbar zu sein.
Die Welt im Buch hat mir sehr zu denken gegeben (ich glaube ja eh, dass wir uns auf die Welt von Wallie zubewegen). Ich möchte nicht so leben, wie es dort beschrieben wird. Aber wir bewegen uns darauf zu – aktiv, weil das macht ja alles besser, bequemer, schneller!

Weil das Buch also einen Nerv getroffen hat, und mit Maddie eine nette Protagonistin entstanden ist, die ich gerne ein paar Seiten begleitet habe, aber das Buch eben nicht so mega war, gebe ich vier Sterne. Lest es ruhig mal, wenn ihr das Gefühl habt, unsere Welt ist so digital.
Den Titel fand ich übrigens etwas unglücklich gewählt, weil er viel mehr Dramatik verspricht. Aber naja…

★★☆
Dylan und Gray sind übrigens lesenswert 😉 
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2 Gedanken zu “[Rezension] Die Rebellion der Maddie Freeman

  1. So ging's mir auch. Man bleibt doch schon nachdenkend zurück. Wie siehts in der Zukunft aus? Streben wir wirklich auf diese Art Leben hin? Sein eigenes Verhalten durchleuchtet man auch mal gleich.

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