[Rezension] Das mechanische Herz

Die Mechanik des Herzens – Mathias Malzieu
carl’s books
ISBN 978-3-570-58508-5
 Paperback
192 Seiten

12,99 €

Bei seiner Geburt ist es so kalt, dass Jacks Herz nicht alleine schlagen kann. Die verrückte Geburtshelferin Madeleine setzt ihm kurzerhand eine Uhr als Schrittmacher ein, denn sie ist spezialisiert darauf, Körperteile mit Gegenständen zu verstärken.
Jack wird von seiner Mutter zurückgelassen, doch auch Doktor Madeleine kann ihn nicht wieder an eine neue Familie vermitteln.
Also wächst der Junge mit dem Herzen in der skurielen Praxis auf.
In der Stadt sieht Jack eines Tages ein tanzendes Mädchen, das anmutig tanzen aber kaum sehen kann. Er ist sofort hin und weg und will nur noch mit dem Mädchen zusammen sein. Aber die goldene Regel für ein funktionierendes Herz ist: Verliebe dich nie, denn das hält die Uhr nicht aus.

Als das Mädchen die Stadt verlässt, setzt Jack alles daran, sie wieder zu finden. Denn er glaubt, die Liebe macht sein Herz nur stärker…

Die Mechanik des Herzens“ ist ein französischer Roman. Bisher waren alle Geschichten aus Frankreich, die ich gelesen habe, irgendwie anders als der Einheitsbrei aus Amerika oder sogar aus Deutschland. Irgendwie hatten diese Romane immer einen gewissen Zauber, und auch hier ist es nicht anders.
Es beginnt mit der Praxis von Doktor Madeleine. Sie ist keine richtige Ärztin, aber erfinderisch. Sie setzt den Leuten Gegenstände ein, wie eine Eisenstange in den Rücken eines Mannes oder eben die Uhr an Jacks Herz. Doch Malzieu schafft es, das so zu schreiben, als wäre es etwas ganz normales.
Die Stadtbewohner (es soll in Edinbourgh spielen) finden das etwas ungewöhnlich, aber ein Junge mit Uhr ist eben ein Junge mit Uhr. Als wäre das eigentlich üblich, wenn das Herz nicht alleine schlagen kann.

Die Geschichte ist aus Jacks Sicht erzählt. Dadurch ist es zu Anfang etwas kindlich, wird aber später reifer. Jack erzählt seine Geschichte aus Distanz und kann sich auch an Details erinnern. Er nimmt den Leser mit durch sein Leben, aber schon reflektierend und auch urteilend. Manchmal hatte man das Gefühl, er hätte Dinge gerne anders gemacht, was so ein schönes Gefühl von Erinnerungserzählen hervorrief..

Die Stimmung des Buches ist ein bisschen flatterhaft, aber sehr liebevoll. Jack ist neugierig und will mehr entdecken, als er darf. Mit Tricks kommt er an seine Wunschziele, und er weiß sich immer ein bisschen zu helfen. Das hat sich sehr gut gelesen.

Weil die Idee einfach auch niedlich ist, ließ sich das Buch supergut lesen. Ich hatte nichts auszusetzen und werde gerne mehr von Malzieu lesen.

★★★★★

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2 Gedanken zu “[Rezension] Das mechanische Herz

  1. Hey,
    ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen weggelesen (was bei meinem Tempo wohl eine Rekord gleichkommt).
    Irgendwie anders fande ich es auch, aber ob das für alle französischen Bücher gilt, kann ich nicht beurteilen – außer Die Mechanik des Herzens habe ich nur Oksa Pollock an einst französischen Büchern gelesen und letzteres war wirklich eher Nachahmung von Einheitsbrei als sonst irgendwas.
    Liebe Grüße,
    Seitenfetzer

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