[Rezension] Im Auge der Sonne

Im Auge der Sonne – Barbara Wood
Fischer Verlage, Krüger
Hardcover, Herbst 2013
ISBN 978-3-81052373-0
496 Seiten

19,99 €

Die junge Leah aus Ugarit ist die älteste Tochter des wohlhabenden Weinhändlers Elias. Weil ihr Verlobter kurz vor der Hochzeit verstorben ist, soll sie nun den reichen Kaufmann Jotham heiraten. Doch am Tag der geplanten Verlobung kommt Leahs Mutter nieder, mit einem potentiellen Sohn für die Familie!
Im Augenblick der Geburt benimmt sich die Familie, besonders Großmutter Avigail, nicht respektvoll der Familie des Kaufmanns gegenüber, weshalb er schwört, die Familie zu vernichten.
Doch Avigail, die als junge Frau aus Kanaan fliegen musste, hat sich geschworen, nie wieder von ihrem Zuhause vertrieben zu werden.
Als ein langwieriger, anstrengender und kräftezehrender Kampf gegen den Kaufmann Jotham beginnt, muss die ganze Familie zusammenhalten. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn Elias Frau möchte endlich einen Sohn in die Familie bringen, Leah muss verheiratet werden und die jüngere Schwester Tamar will endlich nicht mehr im Schatten stehen.
Als der neue Schreiber David in die Familie kommt, verändert sich alles. Denn er und Leah lieben sich, doch bevor ihre Liebe auch nur die geringste Chance hat, müssen sie erst Hürden überwinden, die ein Leben kosten können. Doch sie kämpfen, und selbst Ägyptens Pharao und seine Tante können keinen Keil dazwischen treiben…

Die Geschichte ist in der Antike angesetzt und umfasst eine Zeitspanne von einer ganzen Generation. Zu Beginn erfährt man, warum Avigail aus Kanaan fliegen musste. Ihre neue Heimat findet sie in Ugarit. Dort baut sie sich ein großes, sicheres Leben auf. Wie man bei Barbara Wood kennt, ist das jedoch nicht von Dauer, denn alle ihre Protagonistinnen müssen wir der Phönix aus der Asche auferstehen. Das größte Leid bringt die größte Kraft.
Die Perspektiven wechseln dann zwischen verschiedenen Figuren, doch man kommt dabei gut hinterher. So erfährt man manche Dinge doppelt, aber irgendwie auch zusätzliche Informationen, was sich natürlich bei dem Umfang dieser Geschichte sehr gut macht.

Den historischen Hintergrund fand ich wahnsinnig spannend. In der Hauptbeschreibung des Buches stand, dass David Leah ein neues Alphabet beibringt. Wie dieses Alphabet zustande kommt, ist ein kleines bisschen hannebüchen, aber irgendwie auch wieder schlüssig. Wichtig ist dann, dass David damit umgehen lernt.
Und auch hier ist wieder dieser wirklich zähe Geschichtsprozess so entscheidend. David möchte etwas verändern, wird aber durch die „Konservativen“ daran gehindert. Diejenigen, die Veränderung skeptisch gegenüber stehen, müssen neue Dinge immer ablehne. So ist es auch mit dieser neuen Schrift. Wieso sollte jeder Lesen und Schreiben lernen, wenn man als Fachmann damit viel Geld verdienen kann?

Zusätzlich zur historischen Komponente, dem Familienszwist und den Geldproblemen drängt Barbara Wood auch noch einen Keil zwischen Leah und David, weil beide eigentlich das gleiche wollen, aber auf unterschiedlichen Wegen. Leider verhindert ein Weg den anderen.
Als Leser ist man also völlig gefangen, denn nicht nur müssen sich die Figuren in Ugarit beweisen, nein auch noch der ägyptische Pharao kommt dazu.
Doch von der Fülle dieser Inhalte sollte man sich jetzt nicht abschrecken lassen, denn Barbara Wood schafft es wie immer, ein zufriedenes Gefühl entstehen zu lassen. Wie und warum, das solltet ihr unbedingt selbst lesen 🙂

Die Aufmachung des Buches ist sehr angenehm. Die Schrift ist nicht zu groß geworden, auch die Übersetzung fand ich sehr flüssig.
Rundherum kann man also sagen, dass es ein klassischer Barbara-Wood-Roman ist, der alle Fans begeistern wird! Volle Punktzahl!

★★★★★
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Ein Gedanke zu “[Rezension] Im Auge der Sonne

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