[Rezension] Allgames

Allgames – Christian Waluszek
Carlsen Taschenbuch
480 Seiten

ISBN 978-3-55131041-5
9,99 €

Vom Verlag empfohlen: Ab 13 Jahren

In einer nicht mehr ganz so fernen Zukunft lebt der Waise Adrian in einem IT-Internat. Seine liebsten Hobbys sind Radsport und das Spielen in einer Allgames-Spielhalle, in welcher man virtuelle Abenteuer erleben und sogar Geld gewinnen kann.
Als er sich bei einem Programmier-Wettbewerb beteiligt, wird sein geschriebenes Programm sogar prämiert. Und irgendwie rutscht Adrian nicht nur in eine Programmierschule, sondern gelangt auch zum Erfinder von Allgames, Kain Marverick. Ursache des letzten Ereignisses ist ein Unfall mit einer neuen Spielebrille, bei welcher Adrians Netzhaut komplett zerfetzt und durch einen Computer ersetzt wird. Nun ist er nicht mehr nur in der Lage, sich alles zu merken, sondern sein Gehirn kann auch alles berechnen. Der kleine Supercomputer ersetzt mehr als die Augen.
Adrian, der als kleiner Stiftungsschüler angefangen hat, wird plötzlich einer der wichtigesten Menschen in der Forschung für die Zukunft. Kain Marverick hat große Pläne mit dem Jungen.

Wie groß die Pläne sind, erfährt Adrian nach und nach… denn auf einmal läuft wortwörtlich alles aus dem Ruder…

Das Cover von Allgames sieht zwar nicht so megaspektakulär aus, hat mich aber sofort angesprochen. Da habe ich mich auch gar nicht mit dem Inhalt beschäftigt, sondern einfach zugegriffen.
Im Kino lief auch gerade „Ender’s Game“, und ich dachte, vielleicht ist es etwas ähnliches.
Es ist auch ähnlich, und viel viel mehr. Während in „Ender’s Game“ ein Krieg wirklich geführt wird, muss Adrian in diesem Buch vor allem virtuell bestehen.

So wie in manch anderem Roman steigt Waluszek zu Beginn der Geschichte mit einem Ausblick aufs Ende ein. Man will dann natürlich wissen, wie es da hinkam, was mit den kaputten Augen und dem Minicomputer gemeint ist und was genau mit Adrian passiert.
Erst danach wird man von Vorne in die Geschichte gebracht: Wer Adrian ist, wie er lebt, wo er lebt und warum er so lebt. Denn er ist ein Waise, der in einem Internat lebt, das von einer Stiftung finanziert wird.

Adrian ist nicht unbedingt sympathisch. Er ist stur, eigensinnig, Spieleversessen und faul. Seine Freunde beutet er aus, für die Schule lernt er nur das Nötigste und am liebsten würde er einfach nur in der Spielehalle zocken. Wow, dachte ich, was für ein Depp. Er zeichnetet sich nicht gerade durch Einfallsreichtung aus, obwohl man merkte, dass er viele Begabungen und vor allem Intelligenz hatte.

Später jedoch fiebert man nicht nur mit ihm mit. Man lernt ihrn kennen, lernt seine Denkweise zu schätzen und hofft das Beste für ihn. Manchmal möchte man ihn schütteln, oder einfach nur gratulieren zu diesem brillianten Schachzug.

Die Zeit, in der das Buch spielt, liegt uns noch weit voraus. Auf dem Mond gibt es sogar schon eine dauerhafte Forschungsstation und Flüge in den Weltraum sind nichts ungewöhnliches. Doch die ganzen elektronischen Helferlein, die digitale Handhabung und vor allem das Leben ohne jegliches Papier zum Schreiben ist irgendwie nicht mehr ganz so fern. Hologramme, das Lernen mit Computern und reines digitales Geld sind fast schon angekommen bei uns. Nur noch nicht ganz so entwickelt, wie es in Sci-Fi Filmen noch gezeigt wird.

Wenn man sich dann in die wirklich rasante und sehr tiefgehende Geschichte eingelesen hatte, war es auch richtig gut zu verfolgen. Christian Waluszek schreibt sehr flüssig und interessant. Alles, was einem zu Beginn vielleicht komisch vorkam oder wo die Erklärung fehlte, fand am Ende in einem großen Spannungsbogen einen Abschluss. Das nenne ich gelungen!

Für dieses zukunftsweisende, ausgefallene Jugendbuch gebe ich volle Punktzahl!

★★★★★

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Allgames

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