[Bericht] LoveLetterConvention 2/3

Am Samstag der LoveLetterConvention habe ich einige Programmpunkte besucht. Anders als letztes Jahr habe ich mir auch zwei Lesungen angeschaut.

Entschuldigt die Qualität…

Die erste Gesprächsrunde war über Contemporary und Schreibverhalten:
Zu der Frage „Wie denkt ihr euch Geschichten aus?“ sagte Kerstin Gier, dass sie ihre Geschichten gar nicht mehr aufschreiben würde, wenn es keine Leser mehr gäbe. Susanne Schomann meinte dann, dass sie einen Held im Kopf hat, der unbedingt heraus muss. Darunter leide vor allem ihr Mann…
Kristina Steffan gab zu, dass sie an ihren Schreibtisch und in die Geschichte geht wie andere morgen ins Büro.

***
Michelle Raven war ganz aufgeregt ^^

Später schaute ich mir das Panel über Military Romance an. Vorgetragen wurden die Inhalte von Michelle Raven und Stefanie Ross.
Sie führten in das Thema ein, historisch und zeitgenössisch und stellten mögliche Figuren vor.
Military Romance heißt, dass Protagonisten, die beim Militär sind, eine Geschichte erzählen. Dabei geht es natürlich oft heiß her. Meist kommt Terrorismus vor, und die Handlung spielt an internationalen Schauplätzen. Für Michelle Raven muss die Handlung auch militärische Inhalte haben, nicht nur ein Ex-Marine oder Ähnliches.

Die Protagonisten sind meist Special Forces, wie Seals, denn normales Militär ist für die beiden Autorinnen eher langweilig. Befehle von Vorgesetzten kommen in den Büchern eben weniger vor, die Einheiten sind selbstständig und mehr oder weniger ihr eigener Boss.

Das Genre bekann bei Suzanne Brockmann, dessen erstes Military Romance Buch aus der Reihe „Troubelshooterdemnächst auch wieder bei LYX erscheint (die Reihe hieß damals in Deutschland „Operation Heartbreaker“, setzte sich aber nicht durch).
2011 änderte sich der Inhalt dieser Bücher, deren Weg Brockmann geebnet hatte, ziemlich. War die Handlung vorher sehr militärisch, gingen die Aktionen nach dem 11.September deutlich zurück. Die Bücher sollten politisch korrekt und leicht und gradlinig sein. Zu der Zeit veröffentlichte Catherine Mann Military Romance mit Fallschirmspringern und Dark Forces, also etwas andere Protagonisten als Seals.

Stephanie Ross wurde leider gekonnt vom Beamer verdeckt

Obwohl in Deutschland 2006 das Genre Military Romance schon veröffentlicht wurde, startete LYX damit 2011 ziemlich erfolgreich durch. Michelle Raven und Stefanie Ross sind gute Beispiele dafür, wie viele Leser(innen) das Thema interessiert. Auch Stephanie Tylers Navy Seals bekommt bald das dritte Buch der Reihe veröffentlicht.

Deutschland und die USA unterscheiden sich aber in ihrer Handlung ziemlich. In amerikanischen Romanen wird am Ende immer geheiratet, in deutschen sind die Paare meist zusammen, aber nicht mal verlobt. Natürlich sind die Amerikaner auch sehr stolz auf ihr Land, was im patriotischen Klang durchkommt.
Alle Helden sind aber immer tough, haben leidenschaftliche Frauen und agieren in spannender Haltung.

***

Danach ging es zum „Q&A Verlagsmitarbeiter stellen sich den Fragen der Blogger„.
Anwesend waren Christina Knorr von Egmont, Katrin Jähner vom Cora Verlag, Mareike Müller ebenfalls von Cora und Patricia Keßler von Knaur.

Die Pressefrauen

Natürlich kam die Frage nach dem Status der Blogger. Christina Knorr gab offen zu, dass LYX und INK mittlerweile wenig Printwerbung machen sondern sehr viel Online-Werbung nutzen. „Unsere Leser sind online, dort erreichen wir sie“, sagte sie.
Auch bei Cora/Mira ist das wichtig.
Blogger haben immer eine gewisse Sonderstellung, Knaur z.B. hat sich von Anfang an für die Zusammenarbeit entschieden und bisher gute Erfahrungen gemacht.
Mittlerweile arbeiten die Verlage mit ca. 250-350 Bloggern zusammen, die Zahl schwankt aber immer.

Eine Bloggerin fragte, ob es sinnvoll ist, auch ältere Bücher anzufragen. Alle Mitarbeiter verneinten dies, da bei älteren Titeln meist das Kontingent erschöpft ist und nur noch im Einzelfall entschieden wird. Bewerbungen werden eher für aktuelle Titel gewünscht.

Bei der Kritik dagegen ist nicht nur die eine Seite erwünscht.  Negative Kritiken sind lehr- und hilfreich (sofern konstruktiv und fundiert 😉 ). Es gibt keinen Titel, der allen gefällt. Wenn wir bei Besprechungen ehrlich sind, wenn uns das Buch nicht gefallen hat, ist das auch völlig ok.

Blöde Handyfoto-Qualität

Wichtig ist bei der Zusammenarbeit das Geben und Nehmen. Presse ist kein messbarer Wert, es werden nicht nur Bücher an Blogger „verschenkt“. Die bereits heiß diskutierten Richtlinen für Blogger sind manchmal wichtig, aber nur weisend, nicht zwingend.

Patricia Keßler gab Bloggern noch den Tipp, bei Anfragen immer die Adresse dazuzuschreiben. Dann ist man auf der sicheren Seite. Außerdem ist es bei Erstanfragen immer sinnvoll, etwas über den Blog zu schreiben, wie kurz über sich selbst, über bevorzugte Genre und bereits rezensiertes. Wichtig ist einfach, wie man sich verkauft.

***

Anschließend war noch ein Q&A von Random House Lektorinnen, aus dem ich allerdings wenig Neues mitgenommen habe.

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