[Rezension] Sternenseelen

Wenn die Nacht beginnt – Kerstin Pflieger
Sternenseelen 1
Goldmann Verlag
Klappenbroschur, April 2013
416 Seiten
ISBN 978-3442477074

12,99

Nachdem es bereits einige Stiefväter in Lillys Leben gab, scheint es mit diesem ernst zu sein. Denn Lillys Mutter zieht aus der Großstadt in eine Provinz, in ein Haus mitten im Wald.
Das einzig Gute daran ist: Lilly bekommt einen Stiefbruder. Samuel ist auf den ersten Blick nicht nur attraktiv sondern auch ziemlich nett. Er nimmt Lilly mit zur Einführungsparty an der neuen Schule und so muss sie nicht ganz alleine neue Leute kennen lernen.
Doch an der Schule ist auch der geheimnisvolle Raphael, der sich seltsam distanziert zeigt.
Nach der Feier erliegt Samuel einem Autounfall – oder doch nicht? Plötzlich steht er wieder auf, ist aber irgendwie verändert…
Und während Raphael tagsüber sehr abweisend war, kommt er Lilly in der Nacht plötzlich näher. Was für Wesens sind er und seine Freund?

Lilly macht sich auf die Suche nach den Geheimnissen. Denn scheinbar ist Samuel nicht mehr selbst, und Raphael gar kein Mensch?

Nun zu meiner Meinung.
Ok, ich fange hinten an. Denn der Schluss des Buches ist definitiv ein Grund, warum man es lesen sollte!
Das Ende ist neu, überraschend und gut! Wirklich. Ich lese zur Zeit viel Jugendbücher und kenne so einige Fantasybücher. Und dieses Ende ist klasse. Das hat die ganze Langeweile und Genervtheit des Anfangs aufpoliert, und zwar auf Hochglanz.

ABER: Gut zwei Drittel des Buches kommen einem verdächtig bekannt vor. Mädchen kommt neu an eine Schule, dort sind vier seltsame Mitschüler, die irgendwie alt aussehen und anders wirken. Einer davon fühlt sich auf Anhieb von dem neuen Mädchen angezogen, aber weist sie vor anderen zurück – wenn sie alleine sind allerdings ist er der Gentlemen ohnegleichen.

Kommt das bekannt vor? Auf der LLC habe ich der einen Lektorin von Goldmann bereits erzählt, dass ich nicht fassen konnte, dass diese Szenen drin sind. Es wirkt teilweise schlicht von Twilight kopiert. Im Klassenzimmer wirkt der Typ wie ein Vampir, und ich dachte über die Hälfte des Buches, dass noch etwas mit Vampiren kommen muss.
Dazu kam, dass in der ersten Szene, in der Lilly Raphael zum ersten Mal sieht, er mit einem „Bruder“ und zwei hübschen Mädchen zusammenstand (so nach Emmet, Alice, Rosalie und Jasper…). Fast erwartet ich in einer Beschreibung, dass die Leute glitzerten… aber es kam anders – zum Glück!

Lilly ist an sich nichts besonderes. Sie fühlt sich etwas ausgeschlossen, weil sie wiederholt an einen neuen Ort kommt, wo die Leute sich nicht kennen. Sie ist sehr erfreut über Samuels Offenheit, aber sucht auch eher Mädchen, denen sie sich anvertrauen kann.
Im Buch sind es irgendwie zwei Seiten. Die jugendliche, liebe Seite der Liebe zwischen Lilly und Raphael. Lilly hatte bisher einen festen Freund, und wie so oft meint sie, die wahre, einzige Liebe des Lebens gefunden zu haben. Das fand ich naiv und nervig, aber es hat viele Entscheidungen von dem Mädchen gerechtfertigt.
Dann ist da die andere, brutale Seite, zum Beispiel als der Autounfall passierte. Das macht das Buch aber sehr reizvoll, weil es eben keine seichte Liebesgeschichte ist, sondern eine tolle Mischung aus Jugendbuch und High-Fantasy.

Nach ca. 200 Seiten wollte ich eigentlich aufgeben. Dann habe ich mal bei Amazon geschaut, wie andere das Buch bewerten und mein Bauchgrummeln beruhigte sich etwas, als ich las, dass es richtig spannend werden sollte zum Ende.
Daher habe ich auch weitergelesen, und bin froh, dass ich mich durchgerungen habe.

Das Buch bekommt von mir 4 Sterne. Es beginnt etwas langatmig, aber endet in einer spektakulären Explosion, die neue Ideen aufwirft und mit überraschenden Wendungen einen Page-Turner produziert.

★★★★☆


Über die Autorin und ihren Schreibfortschritt erfahrt ihr mehr auf dem Autorenblog.

Band 2 „Solange die Nacht uns trennt“ ist angekündigt für November. Neugierig bin ich ja schon…

Weitere Bücher der Autorin:
Der Krähenturm
– Die Alchemie der Unsterblichkeit (Gewinner in der Kategorie „Bestes deutschsprachiges Debüt“ beim Deutschen Phantastik Preis)

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3 Gedanken zu “[Rezension] Sternenseelen

  1. Uiuiui, ich bin ja noch soooooooo hin und hergerissen! Denn auf der einen Seite mag ich Kerstin Pfliegers Bücher sehr gerne, aber auf der anderen Seite klingt „Sternenseelen“ so 0815, auch wenn der Schluss toll ist. Soll ich, oder soll ich nicht???

    Die etwas ratlose
    Kathi

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