[Rezension] Freak City

Freak City – Kathrin Schrocke
Carlsen Verlag
Taschenbuch, Juni 2013
236 Seiten
978-3-551-31093-4

6,99 €

„Freak City“ ist ein sommerlicher Jugendroman über erste (erwachsene) Entscheidungen, das älter werden, die Kindheit hinter sich lassen und das Bilden der eigenen Persönlichkeit.
Mika ist 15 Jahre alt und hatte gerade seine erste feste Freundin, mit der er auch schon geschlafen hat (mit 15?? Huiuiui…). Doch plötzlich macht sie Schluss – und Mika weiß nicht, ob er sie nun zurück will oder nicht.

Die erste große Liebe. Für einige von uns kam sie früher, für andere später. Ich war 16 Jahre alt, als mein Herz explodierte, und kann ziemlich gut nachvollziehen, über welche Themen Mika schreibt. Die Eltern sind irgendwie peinlich, man möchte gerne eigene Entscheidungen treffen. Und nicht mehr alles hat die Eltern zu interessieren – zum Beispiel wie man seine Freizeit verbringt.

Neben der jugendlichen Liebesgeschichte geht es jedoch in „Freak City“ auch um ein viel ernsteres Thema: Gehörlosigkeit.
Mika trifft Lea, und meldet sich überstürzt in einem Gebärdensprachkurs an. Um Lea zu beeindrucken? Um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen?
Schnell lernt Mika erste Gebärden und trifft sich häufiger mit Lea. Dabei erkennt er, wie viel Unwissenheit über Gehörlose kursiert. Lea wird mal für betrunken gehalten oder einfach ignoriert. Doch weil Mika nicht locker lässt, kommt er näher an Lea heran. Mehr und mehr lernt er, wie es ist, taub zu leben. Im Buch lernt man neben unnützen Dingen (warum Eskimos Kühlschränke haben…) auch sehr interessante Dinge, zum Beispiel wie Gehörlose doch das Sprechen lernen.

Lea war nicht immer greifbar. Weil alles aus Mikas Sicht geschrieben wird, erfahren wir natürlich nur, was er weiß. Warum meldet sie sich manchmal einfach nicht, und warum will sie Mika trotzdem wiedersehen? Weil sie auch nur mit Händen kommuniziert, ist es doppelt schwer für Mika – und für den Leser.

Die Sprache des Buches ist sehr „jugendlich“. Ich rede vielleicht nicht mehr so krass, aber zu dem angepeilten Alter dieses Buch (12+) passt es auf jeden Fall. Es wird nicht zu viel angedeutet und auch nicht mit Dingen gespielt, die Jugendliche ab 12 noch nicht verstehen.

Die Zielgruppe sind wohl eher Jungs, aber auch für Mädchen ist das Buch sehr interessant. Da eine Frau aus der Sicht eines Jungen geschrieben hat, ist es nicht unbedingt beispielhaft zu nehmen, aber manches Mädchen kann sicherlich noch etwas aus Mikas Gedanken lernen 😉

Das Buch ließ sich für jemanden wie mich natürlich sehr einfach lesen. Ich habe es dennoch sehr genossen, weil es nicht nur eine sommerliche Geschichte ist, sondern auch sehr behutsam damit umgeht, wie man Welten überwinden kann. Und wenn es „nur“ die Welt zwischen Hörenden und Gehörlosen ist.
Von mir bekommt „Freak City“ fünf glänzende Sterne!

Advertisements

4 Gedanken zu “[Rezension] Freak City

  1. Unbedingt!!! Es lässt sich auch sehr schnell lesen – und für den Preis ist das Buch total ok. Manche Jugendbücher lassen sich ja recht schnell weglesen ohne Eindruck zu hinterlassen… hier war das anders, fand ich.

    Gefällt mir

Schreib mir einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s