[Rezension] LIKE ME Jeder Klick zählt

LIKE ME Jeder Klick zählt – Thomas Feibel
Carlsen Verlag
Taschenbuch, Mai 2013
172 Seiten

6,99 €

Wenn man als Jugendlich selbst kein Smartphone hat, und zuhause nur unter strenger Aufsicht ins Internet darf, ist natürlich eine Freundin mit Iphone das beste, was einem passieren kann.
So empfindet zumindest Karo, als sie Jana kennen lernt. Jana ist immer perfekt angezogen, kann sich alles leisten, ihr liegen die Jungs zu Füßen – und sie hat immer und überall Internet.
Das ist insbesondere dafür wichtig, weil die gesamte Schule bei ON, dem angesagten Netzwerk, online ist.
Als aus „ON“ das neue Format „ON SHOW“ wird, drehen alle noch mehr durch. Denn die Plattform sucht die angesagtesten Nutzer für eine tolle Sendung, und Jana, Karo und ihr Kumpel Eddi wollen unbedingt Moderatoren werden. Dafür sind sie zu allem bereit.
Sogar zu respektlosen, unfairen Aktionen mit Freunden und Lehrern. Denn es gilt nur: Post the most.

LIKE ME“ ist der typische Roman mit dem erhobenen Zeigefinger über die sozialen Netzwerke. Jugendliche verlieren die Grenzen aus den Augen, entblößen sich für alles und jeden und kommen nur noch schwer aus diesem Loch heraus.
Dennoch habe ich das Buch nicht als moralisch empörend empfunden. Trotz der starken kritischen Note ist es ein Jugendbuch mit faszinierenden Charakteren und einer interessanten Geschichte.

Thomas Feibel hat sich das Netzwerk ON, bzw ON SHOW ausgedacht. Ähnlich wie z.B. bei Facebook kann man dort Dinge posten, teilen und „liken“. Doch bei ON SHOW werden auch Punkte vergeben, welche die Nutzer anschließend in Ränge einteilt. Wer ganz oben ist, wird als Moderator für eine kommende Sendung in Betracht gezogen.
Die Figur Karo kommt aus einem behüteten Elternhaus, darf nur an den PC ihrer Eltern und hatte bis vor kurzem noch ein Kinder-Kinderzimmer. Als Jana sie dann zum ersten Mal besuchen will, darf Karo ein Jugendzimmer nach Art schwedisches Möbelhaus einrichten.
Karo ist vernünftig, ruhig, lässt sich nicht schnell überreden und kennt ungefähr die Grenzen zwischen Anstand und Unsinn.
Jana dagegen erzählt von ihren reichen Eltern, ihrem tollen großen Haus und dass ihr Leben sich grundsätzlich nur bei ON SHOW abspielt.

Im Verlauf der Geschichte und den Kampf um die meisten „Likes“ und Punkte müssen die Jugendlichen entscheiden, was richtig und falsch ist. Manche können es nicht, manche müssen es lernen.
Es war sehr spannend, zu lesen, was Feibel sich ausgedacht hat. Denn er kritisiert nicht nur die sozialen Netzwerke, sondern auch Castings und generell die Unglaubwürdigkeit mancher Dinge im Netz. Wie er das tut und seine Figuren in ihre Wege lenkt, ist sehr lesenswert.

Besonders das Cover ist allerdings ein totaler Hinkucker. Man sieht ein Mädchen mit Sonnenbrille, das (verzweifelt?) die Hände am Kopf hält. Im Vordergrund sind „Like“- und „Dislike“-Buttons zu sehen, eingebaut um den Titel, den Autor und das Verlagslogo. Eine gelungene Kombination!

So ganz hundertprozentig gefiel mir der erhobene Daumen Zeigefinger nicht, weswegen ich einen Stern abziehe. Aber die Idee, die Geschichte und vor allem Karo mochte ich sehr gerne, weswegen ich insgesamt vier von fünf Sternen vergebe.

★★★★☆
Weitere Bücher des Autors:
Facebook und andere Soziale Netzwerke (gebraucht erhältlich)
uvm
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