[Rezension] Das ist nicht wahr, oder?

Das ist nicht wahr, oder? – Jenny Lawson THE BLOGGESS
Metrolit Verlag
Hardcover mit Umschlag, Februar 2013
Aus dem amerikanischen Englisch von Wolfram Ströle
360 Seiten

19,99 €

Meist werden Biographien nach dem Ableben einer wichtigen Person geschrieben. Oder jemand verfasst Memoiren über sein bisheriges Leben, wenn etwas Großes, Wichtiges passiert ist.
Oder wenn man einfach so verdammt beliebt ist, dass man einfach noch ein Buch schreiben muss, weil man mit einem Blog selten viel Geld verdient.

So geht es Jenny Lawson, die seit langer Zeit schon bloggt und ihr skurriles Leben darstellt. Und dann verfasst sie einfach mal ihre Kindheit als Buch, weil man das als Person des öffentlichen Lebens irgendwann so macht.
Und die Kindheit von Jenny Lawson war abgedreht und wunderbar zugleich.

Was ich an dem Buch wirklich mochte:
– „Das ist nicht wahr, oder?“ ist der Titel und Leitspruch zugleich. Jedes Abenteuer hat einen Hauch von Unwirklichkeit, sodass man sich permanent fragt, ob das einem Menschen wirklich so passieren kann. Ich meine, wer zündet bitte die Gebrauchsanleitung im noch nie benutzten Herd an? Oder wer wickelt eine Waschmaschine in Decken ein, damit die Wäsche nicht einläuft? Oft sind auch Fotos dabei, das was ganze wieder glaubwürdig macht – aber eben nur zu einem gewissen Teil, sodass man als Leser permanent schmunzeln musste und einfach denken „mensch, die hat super gute Fantasie!“
– Jenny Lawson erlebt nicht nur abgedrehte Sachen, sie schreibt auch so. Teilweise waren es ihre Formulierungen und einseitigen Darstellungen, die einen Abschnitt urkomisch machten. Ständig versuchte sie, den Leser von der eigenen Vernunft und Unschuld zu überzeugen und sprang dabei begeistert von Fettnapf zu Fettnapf – bzw. Verrücktennapf! Diese Art der Beschreibung war großartig!
– Es gibt ein Kapitel, das zeigte, wie ernst Jenny Lawson auch schreiben kann. Sie nahm einige Dinge mit Humor, aber wusste eben auch um die ernsten Seiten des Lebens. Das fand ich sehr sympathisch.

Was ich an dem Buch nicht so mochte:
– Es gibt zwischendurch ein sehr trauriges Kapitel. Natürlich gehört das zu ihrem Leben, und erklärt auch einige Dinge in Bezug auf die Medikamente, aber in den angekündigten Ton von krassem Humor und ungezügelter Lachmuskelbelastung passte das Kapitel absolut nicht.
– Teilweise waren die Geschichten zu überdreht, fand ich. Man fragt sich eben oft, ob das wirklich stimmt, und auch wenn es als humorvolle Geschichten rüberkommen soll, fand ich es manchmal eben zu viel. Dann war das nicht mehr lustig, sondern einfach nur noch dämlich.

Insgesamt hat mir die Lektüre Spaß gemacht und das Buch war einfach zu lesen. Es hätten gerne noch ein paar mehr Kapitel sein dürfen, aber so war die Länge auch ok.
Jede Geschichte für sich ist lesbar, sie funktionieren also viel auch als Kurzgeschichten. So konnte man zwischendurch leicht Pausen machen.

Wer noch mehr von Jenny Lawsons Wahnsinn lesen möchte, darf ihren Blog besuchen.

Für dieses abgedrehte, wirklich humorvolle und liebevoll geschriebene Buch gebe ich vier Sterne.

★★★★☆
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