[Rezension] Adorkable

Adorkable – Sarra Manning
bloomoon Verlag
Klappenbroschur,  2013
464 Seiten

Ab 14 Jahren

14,99 €

Im Internet ist sie die „Dork-Queen“, doch in der Schule ist Jeane Smith bloß ein Mädchen, dass sich komisch anzieht und alle meidet. Vielleicht denkt sie, sie wäre etwas besseres?  Michael Lee hat Jeane lange nur aus der Ferne betrachtet, hat von ihrem Blog gehört und lästert über ihre Schrulligkeit.
 Doch irgendwie scheint sich Michaels feste Freundin für Jeanes festen Freund zu interessieren, was weder Michael noch Jeane verstehen. Als mit beiden Schluss gemacht wird, geraten die unterschiedlichen Teenies aneinander – wortwörtlich.
Aus einem spontanen Kuss entsteht eine Serie von heimlicher Knutscherei. Jeane möchte Michael gerne die spannenden Aspekte zeigen, die das Leben eigentlich bieten kann. Und Michael hätte Jeane gerne ein winziges bisschen normaler – muss sie immer ihre Mails checken und twittern und besonders so komische Klamotten tragen?

Wie lange geht es gut, dass Jeane sie selbst ist und mit dem beliebtesten, perfektesten und normalsten Jungen der Schule rummacht?

Der neue Bloomoon-Verlag (Imprint von arsEdition) zeigt sich definitiv als ein Verlag mit tollen neuen Geschichten. „Adorkable“ ist das zweite Buch, das ich lese, und ich werde noch viele mehr aus diesem tollen Imprint bestellen und verschmökern!

Diesmal geht es darum, anders und doch ganz man selbst zu sein. Jeane führt den Blog „Adorkable“ und bezeichnet sich selbst als „Dork“. Sie probiert gerne viel neues aus, ist süchtig nach Haribos, schläft wenig und ist sehr, sehr erfolgreich. Sie bezeichnet sich selbst als Vorreiter ihrer Generation und erzählt darüber auf Tagungen und in Camps. Ihr einziger Makel: Sie wohnt alleine und muss alles alleine managen. Ihre Eltern und ihre Schwester sind in der Welt unterwegs und lassen Jeane ihr Ding machen. So verlockend diese Freiheit klingt – Jeane ist 17 Jahre alt und noch nicht in der Lage, wirklich alleine zu leben.

Michael dagegen wächst im behüteten Elternhaus auf. Er hat zwei kleine Schwestern, wohnt in einem Haus und geht zielstrebig auf seine Zukunft, bzw. sein Studium, zu. 
Er trägt angesagte Klamotten, hatte bis vor kurzem immer eine hübsche Freundin an seiner Seite und ist in der Schule sehr beliebt. Er weiß um seine Attraktivität und geht locker damit um.

Diese zwei Charaktere treffen aufeinander, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Es war sehr humorvoll mitzuerleben, wie Jeane und Michael einander nicht wiederstehen können, aber auch über so viele Dinge streiten mussten. Und nicht nur so „du bist doof“-„nein, du bist doof“, sondern richtig heftige Diskussionen über Grundsätze und Einstellungen. Jeane wirkte selbstredend dabei sehr erwachsen und fortschrittlich, aber auch Michael kam sehr gut weg bei solchen Argumentationen.

Generell fand ich beide Typen absolut hinreißend. Michael ist natürlich ganz der 18-jährige Teenie, der sich erst nicht damit abfinden kann, auf ein nicht so cooles Mädchen zu stehen. Er möchte seinen Eltern alles recht machen, aber auch Grenzen austesten und steht zu seiner Meinung. Ich mochte seine Willensstärke, mit der er sich vor allem Jeane widersetzt.
Jeane ist so ein Prototyp der Nerds, wie wir alle ein bisschen sein wollen. Zwischendurch fand ich sie sehr krass und vor allem nervig, aber sie hat so eine tolle Kurve bekommen.
Sie sagt auch ganz richtig, dass sie nicht versucht, absolut individuell und abgehoben sein möchte. Sie erkennt, dass ihre Andersartigkeit auch ein Trend ist, der sich nur vom Markentrend abhebt. Sie hört mit vielen anderen Musik, die es nicht in die Charts schaffte (und damit Mainstream wurde), sie trägt Klamotten, die jemand nicht mehr mochte und ist einfach ehrlich, weil sie straight durchs Leben geht und nicht buckelt wie viele im großen, grauen Haufen.

Aufgelockert wird das Buch durch die Tweets von Jeane und Michael, durch gelegentliche SMS, die Blogeinträge auf „Adorkable“ und die eine Rede von Jeane. Die Kapitel wechseln immer zwischen den beiden Jugendlichen.
Die Sprache ist locker, witzig und abwechslungsreich. Jeane nimmt manchmal Vergleiche, wie sie von mir stammen könnten 😉

Ich mochte es, wie Jeane zu sich steht und wirklich und endlich akzeptiert, ein bisschen anders zu sein, bzw. absolut sie selbst zu sein. Ich mochte es, wie Michael erkennt, dass Jeane eben aus der Masse sticht, weil sie an sich glaubt, und nicht wie alle anderen tief im Inneren hofft, auch mal aus der Masse austreten zu können.
Nicht umsonst erlebt der Trend des Selbermachens, Nähens, Schmückens, Basteln und kreativ sein solch einen Boom. Portale wie dawanda könnten nicht überleben, wenn wir nicht alle ein bisschen Einzigartigkeit suchen würden, mit dem wir uns von anderen unterscheiden.

Als dann der Höhepunkt des Buches erreicht wird (nicht das Ende!), heulte ich mit Jeane mit, weil die Geschichte an dieser Stelle so dicht erzählt wird, dass man total drinsteckt. Die Perspektive wechselt dann aber plötzlich zu Michael, der Jeane genauso hilflos sieht, wie sie in dieser Situation ist (ich verrat nicht mehr, keine Sorge). 
Auch wenn mir das Buch am Anfang etwas Schwierigkeiten machte, weil für mich die ersten hundert Seiten zu wenig passierte, bin ich froh, das Buch beendet zu haben.

Eine tolle Geschichte über Liebe, den Mut sich selbst darzustellen und die Kraft, offen und ehrlich zu sich selbst und anderen zu sein. Vier von fünf Sternen von mir!

★★★★☆

 Vielen Dank an
 
und vor allem an
 
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