[Rezension] Dance of Shadows

Dance of Shadows – Yelena Black
Bloomoon
Hardcover, 2013
381 Seiten

17,99 €

Die Kapitel 1-3 auf Englisch gratis für Reader.

Nachdem ihre Schwester Margarete in New York verschwunden ist, will Vanessa selbst dort ihr Glück versuchen. Zum einen,  weil sie selbst eine hochbegabte Tänzerin ist, zum anderen um ihre Schwester zu suchen. Sie glaubt nicht daran, dass Margarete einfach davongelaufen ist – oder nicht mehr lebt!
Doch an der Akademie für Tanz angekommen stellt Vanessa schnell fest, dass dort seltsame Dinge vor sich gehen. Bei einer Einführungsveranstaltung hört sie Stimmen, die kein anderer hört. Und die älteren Schülerinnen sind seltsam verschlossen und überirdisch gut.

Der einzige Lichtblick ist der schöne Zep, in den Vanessa sich sofort verkuckt. Und scheinbar hat er sie auch bemerkt, denn schon bald fragt er sie nach einem Date.
Als Vanessa an Zeps Seite die Hauptrolle für die Aufführung in „Der Feuervogel“ bekommt, lernt sie einen seltsamen Tanz in einem seltsamen Raum. Die Schemen an der Wand sehen lebendig aus, und die schwarze Farbe sieht aus wie Asche.
Was geht da vor sich an der Ballett-Akademie… und was hat der Lehrer Josef damit zu tun?

Zunächst ein absolut dickes Lob für das hervorragende Cover! Die nebligen Wolken im Hintergrund, die nach oben schwarz werden, die Tänzerin in einem Kleid aus Rosenblüten und der farbig glänzenden Schrift – das vermittelt gut den Eindruck, den man auch beim Lesen behält. „Dance of Shadows“ ist ein düsterer Roman mit seltsamen Elemten und viel, viel Tanz. Man könnte glauben, die Tänzerin auf dem Cover hebt in die Dunkelheit ab, obwohl sie im Licht steht…

Die Schreibart ist einfach, die Übersetzung macht das Lesen sehr leicht. Die Sätze sind nicht zu lang, der Inhalt nicht zu tiefgründig und die Konversationen leicht nachzuvollziehen. An einem Vormittag hatte ich das Buch durch.
Der Prolog ist richtig interessant, er gibt einen Einblick, worum es gehen wird und wirft düstere Schatten auf. Ein Geheimnis geht vor sich beim Tanzen, und als Leser will man unbedingt herausfinden, was dort vor sich geht.
Ich musste nach dieser Einführung natürlich an den Film „Dark Swan“ denken, wenn es auch diesmal nicht um Schwanensee ging (endlich mal!), aber dieses dämonische hervorschimmerte.

Vanessa, die junge Tänzerin, kommt an die Schule ohne jemanden zu kennen. Schon am ersten Tag lernt sie ein paar andere Mädchen kennen, mit denen sie auch den Rest der Zeit zusammenbleibt.
Die Figur ist sehr ausformuliert. Obwohl sie noch jünger ist als ich, konnte ich mich mit ihr identifizieren.
Bis auf die letzte Szene fehlte mir bei Vanessa leider immer die Leidenschaft beim Tanzen, obwohl sie doch so gut sein soll. Sie tanzt verdammt gut, und das beschreibt sie ja auch, aber nie ist sie voller Eifer dabei. Nur in der letzten Szene hatte ich das Gefühl, sie tanzt wirklich gerne.

Und schon am Anfang ging es los, dass ich mir mein Notizbuch für die Gedanken schnappen musste.
Nach der offiziellen Einführungsveranstaltung veranstalten die älteren Schüler scheinbar ein Ritual. Die Mädchen müssen sich die Füße anstechen und mit Blut Streifen machen. Vanessa beschreibt, wie gruselig sie das findet und dass sie eine französische Stimme hört – aber keiner protestiert, dass sie sich die Füße aufschneiden müssen und bis auf eine kurze Bemerkung, dass bei Tageslicht rötlich braune Streifen zu sehen sind, wird nicht weiter darauf eingegangen. Obwohl das nun wirklich ungewöhnlich ist, interessiert das die Mädchen nicht sehr viel weiter. An deren Stelle hätte ich mich tausendmal gefragt, was das nun soll.
Nein, Vanessa interessiert sich nur für Jungs. Egal, ob etwas seltsam ist, dämonisch, gruselig, geheimnisvoll. Hauptsache, Zep tut dies, Justin tut das…

Als eine Mitschülerin verschwindet, tun die Mädchen so als wäre ihre einzige, beste Freundin gegangen. Immer wieder versuchen sie sie zu erreichen, auf dem Handy und per Mail. Als Leser merkt man, dass an der Schule etwas wirklich Unheimliches vor sich geht, aber die Mädchen scheint das nicht zu interessieren. Elly ist weg – aber du warst mit Zep auf einem Date? Erzähl mir vom Date!

Zunehmend hat es mich tierisch genervt, dass Vanessa das Verschwinden ihrer Mitschülerin mit dem Verschwinden ihrer Schwester gleichsetzt.  Fühlt sich das echt genauso an?, wollte ich Vanessa fragen. Ist eine flüchtige Freundin gleichzusetzen mit der geliebten älteren Schwester?

In letzter Zeit schlief TJ nicht besonders gut. Sie war bedrückt, besonders wenn die Rede auf Elly kam, und konnte einfach nicht verstehen, warum sich keiner außer ihr solche Sorgen um sie machte.“ (S.185)

Obwohl ich verstanden habe, dass durch Elly die Mädchen der Geschichte auf die Spur kommen, fand ich es dennoch verwirrend, dass die Freundinnen sich mal mehr, mal weniger gemeinsam oder nicht sorgten.
Die Prioritätensetzung des Vorankommens ärgerte mich, genauso wie die Ignoranz der Mädchen, dass so viele Hinweise darauf deuten, dass etwas wirklich Großes dort vor sich geht. Und die Hinweise kennt nicht nur der Leser! Die Mädchen finden ja alles selbst, man erlebt immer nur das, was auch Vanessa erlebt.

Achtung Spoiler:
Was ist mit Zep passiert? Auf den letzten Seiten kam ich nicht mehr mit, ob er und Josef eine Person sind? Oder wo er dann hin ist? Und warum war er immer bei ihm im Büro? Ist er ein Dämon?

So wie es aussieht, soll es eine Triolgie werden, weil der Originaltitel mit dem Beivermerk „Shadows-Trilogy“ geführt wird.
Geht es dann in den Folgebänden auch um Ballett? Wie soll Vanessa weiter tanzen?

Schade fand ich, dass im Buch nichts zur Autorin steht, weder innen noch auf den Klappen oder Rücken. Ich weiß immer gerne, wo die herkommt oder zumindest hätte ich gerne einen kleinen Eindruck.

Weil ich das Lesen zwar sehr genossen habe, mich aber an einigen Stellen echt nur wundern konnte, kann ich nur 3 Sterne vergeben.

★★★☆☆
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