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[Rezension] White Horse

White Horse – Alex Adams
Piper Verlag
Taschenbuch, 2012
444 Seiten

16,99 €

Wenn die Menschheit nichts mehr zählt…
Wenn du nur noch versuchst, deine eigene Haut zu retten…

Wenn du weißt, wer es getan hat…

Zoe kämpft sich nach Griechenland durch. Die Welt ist erschüttert von einer Seuche, die 90 % der Bevölkerung vernichtet hat. Die restlichen Überlebenden sind etweder mutiert oder auf der Flucht.
Jeden kann es treffen. Und als Zoe sich wie alle anderen erbricht, meint sie, auch sie wird sterben. Doch nicht die Krankheit schwächt sie, sondern neues Leben. Zoe macht sich auf den Weg, den Vater des Kindes zu suchen, denn er ist ihre einzige Hoffnung…

White Horse war ein Buch, dass so über die Blogs geisterte. Und schon bei der Ankündigung habe ich mich darauf gefreut.
Als ich dann jedoch angefangen habe zu lesen, war das irgendwie, wie abgestandenes Mineralwasser zu trinken. So interessant und spannend klang das Buch, so seltsam war es zu lesen.

Zuerst beginnt es mit dem Gefäß. Das verwirrte mich total, weil dieses Gefäß eine lange Zeit keine Bedeutung hat, ich das also überhaupt nicht zuordnen konnte. Die ständige Erwähung und das Denken daran war störend für den Fortlauf.
Zoe macht ständig Sprünge in ihrer Erzählung. Nicht nur zwischen Jetzt und Damals, sondern auch  in den Zeiten. Sie springt mitten in ihre Erzählung, um dann im Damals auszuholen und synchron die Geschichte vom Jetzt und vom Damals zu erzählen.
Das war aber nicht informativ und spannend – nein, oft wusste ich nicht, wo wir in der Zeit sind. Zwar stand es immer in fetten Buchstaben über dem Absatz, aber im Lesefluss ignoriert man das halt gerne. Vor allem, wenn es ständig wechselt… Das störte also ziemlich den Lesefluss.

Dann fand ich Zoe teilweise anstrengend. Sie war zum einen machtlos, aber teilweise auch einfach feige. Sie handelt nach dem Motto „wenn ich nicht hinschaue, ist es auch nicht da“, und ignoriert einfach die Tatsache, dass das Gefäß in ihrer Wohnung vielleicht doch etwas mit der Seuche zu tun haben könnte. Ich hätte da schon längst gehandelt – und nicht nur jemanden zum Schätzen geholt.
Auch die Aussage „Ich tue alles, um zu überleben“ war für mich zu… einfach. In den vorhergehenden Dystopien haben die Figuren gemordet, gehetzt und rücksichtslos geplündert. Zoe hat ein schlechtes Gewissen, will menschlich sein und will sogar dem Feind eigentlich nur ungerne schaden. Aber wo kommen wir da hin, wenn die Welt untergeht und du nicht nur deine Haut retten musst?

Ein weiterer Störpunkt war natürlich der Schweizer. Aber da muss ich für die Autorin sprechen: Denn so nervig er auch war, es war richtig gut geschrieben! In dieser Hinsicht hat mich das Buch sehr begeistert. Der Mann war einfach undurchsichtig, ich wusste nicht, ob er mutiert ist oder nur superklug. Die Figur hat mich also überzeugt und genau in das Buch gepasst.

Dennoch fand ich die Gesamtgeschichte von White Horse weder spannend noch mitreißend. Ich fand es interessant, wie Zoe nach Griechenland kommt, und was Alex Adams sich ausgedacht hat. Die Welt, die sie skizziert, ist zerstört und vernichtet.
So ganz wurde mir aber nicht klar, was nun die Seuche mit dem Krieg zu tun hat. War das ein unglücklicher Zufall? Sollte so der Virus in alle Welt getragen werden? Und warum bricht das Handy- und Internetnetz zusammen?
Adams hat da wohl mehr im Kopf gehabt als sie uns mitteilt.

Und wie gesagt, so richtig spannend war das Buch nicht. Grusel kommt nicht auf (ich erinnere mal an Ashes oder „The Stand“ von Stephen King – mördergruselige Bücher!), eher bin ich fasziniert. Aber weder die Verfolgung des Schweizers noch die seltsam mutierten Gestalten riefen Gänsehaut hervor. Und das Gefäß ehrlich gesagt auch nicht.

Die Gesamtaussage ist mir also nicht deutlich geworden. Und das Ende – das Ende geht ja wohl mal gar nicht. Wer hat im Verlag denn bitte sowas abgesegnet? Ich hätte mindestens einen mehr sterben lassen, oder zumindest nicht so krass die Chance auf eine Fortsetzung genommen. Weil ich meine, wer ließt denn jetzt noch einen zweiten Teil (und es soll ja sogar eine Trilogie werden), bei diesem Ausgang? LAaaaaangweilig…

Ihr seht also, das Buch hat mich nicht überzeugt. Für dieses maue Leseerlebnis kann ich nur 2 Sterne vergeben, so leid es mir tut…

 ★★☆☆☆

Bei Band 2 warte ich erstmal die Kritiken ab.

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