[Rezension] Das Gewicht der Liebe

c: Diana Verlag

Das Gewicht der Liebe – Drusilla Campbell
Diana Verlag
Taschenbuch, Oktober 2012
9783 453356726
367 Seiten

8,99 €

Wenn die eigene Mutter unfähig ist, ein Kind zu versorgen, sollte sie in keinem Fall ein weiteres bekommen. Doch Ellen gibt die eine Tochter zur Großmutter, um ein weiteres zu bekommen. Die kleine Roxanne wird mit neun Jahren eine Ersatzmutter für Simone, und tut alles für das kleine unbeholfene Wesen.
Dabei hat Roxanne ihr eigenes Leben, dass sie managen muss. Sie hat durch ihre kleine Schwester keine normale Kindheit, trägt viel zu viel Verantwortung und hat überhaupt keine Hilfe. Dass aus Simone eine halbwegs anständige Erwachsene wird, überrascht die große Schwester.

Doch auch mit Ende 20 ist Simone noch sehr hilfsbedürftig. Es ist nicht förderlich, dass sie einen Mann geheiratet hat, der unbedingt einen Sohn will – Simone aber nur Mädchen bekommt oder Fehlgeburten ertragen muss. Bereits 4 Kinder hat sie, und das fünfte ist unterwegs.
Als Roxanne dann beschließt, dass sie sich nicht weiter einmischen will und kann, da sie selbst verheiratet ist und ein eigenes Kind will, weiß Simone nicht mehr weiter. In ihrer Verzweiflung geschieht ihr ein Unglück, dass beinahe sie und ihre Töchter umbringt. Aber nur beinahe.
Und nun muss die Familie sich vor Gericht rechtfertigen…

Das Cover von „Das Gewicht der Liebe“ ist sehr schlicht gehalten, und man sieht in dezenten Tönen ein Mädchen, dass an einem See steht. Alleine dieser Anblick hatte mich schon gefangen. Diese einsame und doch irgendwie heimelige Szene hat so ein gewisses Etwas, dass mich das Buch reizte. Ein wenig Skepsis war dennoch dabei, weil ich aus dem Diana Verlag schön häufiger sehr erwachsene Bücher gegriffen habe, die mich nicht so ansprachen.
Der Anfang des Buches ist auch etwas schwer. Es erinnerte mich gleich an „Wer sich umdreht oder lacht“ von James Patterson. Es startet mit der Gerichtsverhandlung, aber man wird ins kalte Wasser geschubst, ohne die Figuren kennen zu lernen und ohne die Situation zu erklären. Und gleich der erste Satz bringt das ganze Drama des Buches auf den Punkt.

Nach einer kurzen Einsicht in das Geschehen im Gerichtssaal geht es dann einen großen Schritt zurück. Man lernt die Figuren nach und nach kennen und auch die Umstände, die zur Gerichtsverhandlung geführt haben.
Dabei gewinnt man die Figuren sehr lieb, und versteht die Geschichte nur zu gut.

Schon während des Lesens wurde mir immer sehr schwer ums Herz, wenn es um Simone und ihre Situation ging. Vier Kinder zu haben, die man gar nicht richtig liebt, muss schrecklich sein. Aber sie tat es dennoch aus Liebe.
Das Thema Postpartale Depressionen wird sehr behutsam angegangen. Es wird nicht psychologisch angesprochen, sondern aus der Sicht der Angehörigen, die einfach nur hilflos sind.

Nachdem ich am Anfang etwas gestolpert bin, war ich danach absolut gefangen. Die Übersetzerin Evelin Sudakowa-Blasberg hat einen so tollen flüssigen Text gezaubert, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Zum Glück dauert meine Fahrt zur Berufsschule fast durchgehend 45 Minuten, sodass ich flott voran kam.
Es wird nicht zwischendurch zurück zur Gerichtsverhandlung gesprungen, sondern ganz gradlinig die Geschichte erzählt, was wirklich angenehm war. Dadurch spitzt sich die Spannung zu, was Simone gemacht hat, und warum!
Als es dann immer näher an das Anfangsgeschehen kam, war ich so gefesselt, dass ich am liebsten nonstop durchgelesen hätte.

Und zum ersten Mal (zumindest soweit ich mich erinnere) konnte ich das Ende doch nicht so schnell lesen. Ich wollte nicht wissen, wie es ausgeht. Ich konnte einfach nicht das Buch beenden. Zu sehr hat mich die Thematik der Depressionen von Müttern nach der Geburt beschäftigt – zu sehr wollte ich nicht wissen, wie die Gesellschaft darüber denkt.

So gesehen ist vielleicht deutlich, dass ich nur begeistert von dem Buch war. Ich vergebe volle Punktzahl für diesen absolut gelungenen Familienroman, der mich nachhaltig beschäftigt hat und den ich nur sehr gerne weiterempfehle. Für die jüngere Generation (ohne Kinder) und Mütter sehr lesenswert, regt zum Nachdenken über unser Handeln und die Liebe an. Vielleicht hat ja noch jemand so ein Gewicht auf dem Herzen beim Lesen und stimmt mir zu…

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Das Gewicht der Liebe

  1. Hallo, ich habe ein gesammelt. Schön zu Wissen, NOCH dass. es Immer Menschen is also sterben aus reiner Liebe wahre Wunder vollbringen. Die Geschichte einer sehr Starken Frau, sterben Nicht Nur ihrer Behinderten Tochter, Sondern der gesamten Familie your Volle Liebe, Kraft und Zuwendung is also und characterised regelrecht Berge versetzt.

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